Feuilletöne – Sendung 205 – Karl Jaspers, Junius, Analogie und Edradour 12

Der nächste Philosoph steht an, und es ist Karl Jaspers. Wir haben uns mit seiner ‘Einführung in die Philosophie’ beschäftigt. Außerdem hörten wir ‘Eternal Rituals for the Accretion of Light ‘ von Junius, sahen den Kurzfilm ‘Analogie’ und verkosteten einen 12-jährigen Edradour.

Gelesen

Karl Jaspers – Einführung in die Philosophie (YouTube)

1932 erschien das dreibändige Hauptwerk von Karl Jaspers, das er schlicht ‘Philosophie’ nannte. Philosophie war aber für Jaspers keine Wissenschaft, da diese auf Beweisen basiert, auf allgemein anerkannten und überprüfbaren Erkenntnissen. Das ist nach Meinung Jaspers in der Philosophie nicht so. In der Philosophie gebe es keine beweisbaren Aussagen. Somit könne Philosophie auch keine Wissenschaft sein. Philosophie trete laut Jaspers da auf, wo Menschen wach werden. Philosophie ist das Gewahrwerden der eigenen Ohnmacht und Schwäche.

Jaspers unterschied also wissenschaftliche Wahrheit von philosophischen Wahrheiten. Während die wissenschaftliche Wahrnehmung also aufgrund von Nachweisen nachvollziehbar ist, könne man bei der philosophischen Wahrnehmung nicht von Beweisen sprechen, da sie sich auf transzendente Gegenstände wie Gott oder Freiheit richtet. Die Wissenschaft kennt Fortschritt, Philosophie laut Jaspers nicht. Philosophisch sei der heutige Mensch nicht weiter als Plato zu seiner Zeit, meinte Jaspers. Er wandte sich vehement gegen eine Philosophie, die mit der Wissenschaft wetteifern will und sich auf deren Methoden beschränkt. Dieses könne allein schon aufgrund der transzendenten Gegenstände nicht funktionieren. Wissenschaft sei methodische Erkenntnis, auf hypothetischer Basis zwingend gewiss und allgemeingültig im Sinne von Intersubjektivität. Wissenschaft sei begrenzt auf die Essenz der Menschen. Die Existenz aber bleibe unerfasst von der Wissenschaft.

Die absolute Wahrheit sei ein Aberglaube, wie sie z. B. im Marxismus, der Psychoanalyse oder den Rassentheorien gegeben ist. Hier seien Soziologie, Psychologie und biologische Anthropologie in Weltanschauungen verwandelt worden, also zu Idiologien geworden. In diesem Punkt war er Popper und Camus sehr nahe. Wichtige Einflüsse auf Karl Jaspers’ Philosophie waren Kierkegaard, Spinoza, Nietzsche, Husserl und Kant.

Gehört

Junius – Eternal Rituals for the Accretion of Light 

Junius ist eine amerikanische Post-Rockband aus Boston, Massachusetts, die sich 2003 gegründet hat. Bisher haben sie vier EPs und drei Alben veröffentlicht. Benannt ist die Band nach Junius, dem Pseudonym eines politischen Schriftstellers, der im späten 18. Jahrhundert lebte. Junius hat eine Vielzahl von verschiedenen musikalischen Einflüssen. Laut Band haben u.a. Sunny Day Real Estate, Cursive, Failure, Hum, Deftones, Mogwai, Hot Water Music, Tears for Fears und At the Drive-In die Band musikalisch geprägt. ‘Eternal Rituals for the Accretion of Light’ ist das dritte Album von Junius. Es ist ein Post-Rock-Album, auf dem sich ein Marschthema durch das ganze Album zieht. Eigentlich mal wieder ein typisch untypisches Post-Rock Album, was zum Teil gar richtig politisch ist. Es wird nämlich gesungen!

Gesehen

Analogie

Es handelt sich bei Analogie um einen Kurzfilm von Lukas Kunzmann. Es scheint sich um eine Traumsequenz zu handeln. Der bildlastige Film handelt von Krieg, der aber nicht so genannt wird und vom Nicht-Verstehen der eigenen Existenz.

Verkostet

Edradour 12

Zum vorerst letzten Mal sind wir heute bei der drolligen kleinen Distillery in den Highlands. Diesmal verkosten wir den 12-jährigen Single Malt, der ca. 7 Jahre in Bourbon Casks lag, um danach ca. 5 Jahre in Oloroso-Sherry-Fässern zu reifen. Und er trägt den Namen ‘Caledonia’ aufgrund eines Songs von Dougie Maclean, der diesen Song im Jahre 1977 an einem Strand in der Bretagne schrieb, als er Heimweh nach Schottland hatte. Dieser Song gab dem Whisky seinen Namen.

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Feuilletöne – Sendung 204 – Erich Kästner, Johannes Brahms, Türkisch für Anfänger und Edradour/Ballechin 8 Cuvée

Wir erholen uns von Heidegger und haben ‘Sachliche Romanze’ von Erich Kästner gelesen, ‘Ein deutsches Requiem’ von Johannes Brahms in einer Aufnahme des Windsbacher Knabenchors und des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin unter der Leitung von Karl-Friedrich Beringer gehört, den Film ‘Türkisch für Anfänger’ gesehen und einen 8-Jährigen Cuvée aus Erdadour und Ballechin verkostet.

Gelesen

Erich KästnerSachliche Romanze (Text

Mal wieder Erich Kästner. Der in Dresden geborene deutsche Schriftsteller, der der Verbrennung seiner Bücher durch die Nazis beiwohnte und in dieser Zeit mehrmals verhaftet wurde, schrieb das Gedicht ‘Sachliche Romanze’ zu Beginn des 20. Jahrhunderts. zum ersten Mal wurde dieses Gedicht in der Vossischen Zeitung vom 20. April 1928 veröffentlicht.

Es geht um ein Paar, das feststellt, dass ihnen die Liebe füreinander abhanden gekommen ist, nach acht Jahren Beziehung. Die beiden gehen „ins kleinste Café am Ort“, dort blieben sie bis zum Abend. Aber auch dort finden sie keine Lösung „und konnten es einfach nicht fassen.“ Der Grund für die Trennung der zwei ist, dass sie sich mit der Zeit zu sehr aneinander gewöhnt haben. Das ist eigentlich ein recht dramatischer Vorgang. Ganz im Gegensatz dazu ist der Ton des Gedichts betont sachlich. Die Namen der beiden erfahren die Leser und Leserinnen nicht, ebenso wie Ort oder Zeit der Handlung.

Gehört

Johannes Brahms/Ein deutsches Requiem –  Windsbacher Knabenchor/ Karl-Friedrich Beringer/Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Nicht zu ersten Mal beschäftigen wir uns mit ‘Ein deutsches Requiem, op. 45’ von Johannes Brahms, mit dieser Aufnahme aber schon. Es handelt sich um ein Werk für Sopran- und Bariton-Solo, Chor und Orchester. Und das ist auch schon so ziemlich alles was man über diese Stück sagen kann. Ein Requiem ist es definitiv nicht, denn unter einem Requiem versteht man die Liturgie der Totenmesse der katholischen Kirche. Aber Brahms war weder katholisch noch sonst irgendetwas. Er wuchs im evangelisch-lutherischen Hamburg auf und war laut eigener Aussage ein “bibelfester Atheist”. Einen Jesus-Bezug gibt es in dieser Messe auch nicht, der wird nämlich gar nicht erwähnt, das trug nun auch nicht gerade zur großen Freude der evangelischen Kirche bei, die das gern gehabt hätte. Brahms war sich dessen bewusst und wollte diesen Bezug trotzdem nicht. Ihm ging es nicht um Erlösung oder Leid, sondern um Trost der hinterbliebenen Menschen. Auch mischte er lustig Altes und Neues Testament in einer Zeile – was die Kirche auch nur wieder so bedingt drollig fand.

Er gestaltete das Stück nicht als Trauermusik, sondern zum Trost derer, „die da Leid tragen“, also als eine Musik für die Lebenden, nicht für die Toten. Man könnte es Oratorium bezeichnen, aber da fehlt wieder die dramaturgische Komponente. Es könnte auch eine  evangelische Motette früherer Zeiten sein, da fehlt aber wieder der Bezug zum Christentum. Das Werk mag sich einfach nicht in ein Genre einordnen lassen. Typisch Brahms, könnte man sagen. Und man sieht ihn vor dem inneren Auge schmunzeln und sich ein wenig freuen, dass ihm das gelungen ist.

Man kann sich vorstellen, dass es unter diesem Umständen nicht einfach war, dieses Stück aufzuführen. Die Hansestadt Bremen war schon damals cool, die Menschen des St. Petri Doms auch und so konnte man die Uraufführung des Stückes – damals allerdings noch mit fünf Sätzen – im Bremer Dom am Karfreitag, den 10. April 1868 unter der musikalischen Leitung von Brahms und des Bremer Domkapellmeisters Carl Martin Reinthaler hören. Das vollständige Werk, wie wir es heute kennen, also mit allen sechs Sätzen, erlebte am 18. Februar 1869 seine Uraufführung im Leipziger Gewandhaus.

Gesehen

Türkisch für Anfänger (IMDb)

In diesem Fall handelt sich um eine Spielfilmadaption der Serie ‘Türkisch für Anfänger’. Die Regie der Produktion übernahm auch hier, wie schon in der Serie,  Drehbuchautor Bora Dagtekin, der damit sein Filmregiedebüt gab. Anlehnend an die Originalhandlung erzählt die Neuverfilmung von der Begegnung der Familien Schneider und Öztürk. Das war’s dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn die Geschichte der Serie wird komplett neu erzählt. Hier treffen sich die beiden Familien nicht in Berlin, sondern während einer Thailandreise. Sie überstehen eine Bruchlandung mit dem Flugzeug, und Lena, Cem, Yagmur und Costa landen auf einer einsamen Insel, während die Eltern zusammen mit den anderen geretteten Passagieren im Hotel weilen. Derselbe Titel, dieselben Schauspieler aber eine etwas andere Geschichte, kann das gutgehen? Wir haben den Film gesehen und sagen euch in dieser Folge was wir davon so halten.

Verkostet

Edradour/Ballechin 8 Cuvée

Schon wieder bei Edradour und Ballechin, aber diesmal bei beiden gleichzeitig. Denn es handelt sich bei diesem 8-Jährigen Single Malt um ein Cuvée aus Edradour und Ballechin. Die Fässer stammen von Ballechin, sind also rauchig und in diesem Fall ehemalige Bourbon-Fässer. Eines ist ein Edradour-Fass, ist also nicht rauchig und in diesem Fall ein Sherry-Fass.

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Feuilletöne – Sendung 203 – Martin Heidegger, The Fall, Napoleon In Exile und Ballechin 10

Es geht weiter mit den Philosophen, diesmal mit Martin Heidegger. Wir haben ‘Sein und Zeit’ gelesen, und vor allem versucht zu verstehen, was er uns damit sagen wollte. Außerdem haben wir ‘I Am Kurious Oranj’ von The Fall gehört,    ‘Napoleon In Exile’ gesehen und den 10-jährigen Ballechin  zum zweiten Mal verkostet.

Gelesen

Martin HeideggerSein und Zeit

Martin Heidegger kam 1889 in Meßkirch auf die Welt. Man könnte auch sagen, er wurde in die Welt geworfen, so hätte er es wohl formuliert. Er stand in der Tradition von Edmund Husserl, Wilhelm Dilthey sowie Søren Kierkegaard, und eben diese wollte er mithilfe seiner Philosophie überwinden. Es ging Heidegger um ein völlig neues Weltverständnis. Also begann er 1926, sein Hauptwerk ‘Sein und Zeit’ zu schreiben. 1927 wurde es dann schließlich auch veröffentlicht. Das Werk begründete Heideggers Fundamental-Ontologie – also die Analytik grundlegender Strukturen des Menschseins, des Daseins, durch die Ausarbeitung dessen, was den Menschen in seinem Sein ausmacht. Er versucht hier, die philosophische Lehre vom Sein auf ein neues Fundament zu stellen. Hierzu vereint er zunächst unterschiedliche Strömungen seiner Zeit, nur um dann mit genau diesen zu beweisen, dass seiner Meinung nach all diese traditionellen philosophischen Auffassungen falsch sind. Diese  prägen nämlich laut Heidegger nicht nur die gesamte abendländische Geistesgeschichte, sondern auch das Selbst- und Weltverständnis. Laut Heidegger waren alle bisherigen philosophischen Entwürfe eine einseitige Auffassung der Welt – eine Einseitigkeit, die er als Merkmal jeder Metaphysik ansah. Dieses gipfelte aus Heideggers Sicht in der modernen Technik. Mit  dem Begriff “Technik” verband er nicht allein ein Mittel zum Erreichen von Zwecken. Er versuchte stattdessen zu zeigen, dass mit “Technik” auch eine veränderte Sichtweise der Welt einhergehe. Durch “Technik” wird die Erde nämlich vornehmlich unter dem Gesichtspunkt der Nutzbarmachung betrachtet. Wegen der globalen Verbreitung dieser “Technik” und der damit verbundenen schonungslosen „Vernutzung“ natürlicher Ressourcen sah Heidegger in eben dieser “Technik” eine große Gefahr. ‘Sein und Zeit’ gilt als Ursprung der modernen Hermeneutik und der Existenzphilosophie. Es prägte die Hauptwerke von Philosophen wie Jean-Paul Sartre, Hans-Georg Gadamer, Hans Jonas, Karl Löwith, Herbert Marcuse oder Hannah Arendt.

Gehört

The FallI Am Kurious Oranj

The Fall, die Band ohne die es Tocotronic wohl so nie gegeben hätte. Die Band wurde 1976 in Manchester gegründet. Es ist die Band von Mark E. Smith, der auch das einzige konstante Bandmitglied ist. 1988 wurde ‘I Am Kurious Oranj’ veröffentlicht – das elfte Studioalbum der Band. Und es ist Ballettmusik, man höre und staune. Das ganze ist ein Projekt der zeitgenössischen Tanzgruppe Michael Clark & Company. Das Stück wurde zu Ehren des 300. Jahrestags der Inthronisierung von Wilhelm III von Oranien Nassau aufgeführt. Das Album kombiniert Studioaufnahmen mit Liveaufnahmen, die während der Aufführungen in Edinburgh im Juni 1988 live aufgenommen wurden. Eine Indie-Band schreibt Musik für ein Ballett, großartig! Typisch Mark E. Smith.

Gesehen

Napoleon In Exile

‘Napoleon im Exil’ ist die Geschichte von Evelyn und Corey. Die Geschichte von Mutter und Sohn. Corey ist Autist und lebt in der Welt der Videospiele. Als Evelyn unheilbar an Krebs erkrankt, versucht sie Corey einen Weg in die reale Welt aufzuzeigen. Die Geschichte wurde von Daniel Reitz grschrieben, Michael Lukk Litwak hat diesen 15-Minütigen Kurzfilm produziert.

Verkostet

Ballechin 10 

Wir sind das zweite mal bei Ballechin, also schon wieder bei Edradour. Edradour liegt immer noch in einem kleinen Tal östlich der Ortschaft Pitlochry. Es werden noch zwölf Fässer pro Woche abgefüllt, demnächst bekommt Ballechin eine eigene Brennerei, dann befüllen die allein 12 Fässer pro Woche. Der Neubau der Ballechin Distillerie wird in unmittelbarer Nähe zur Edradour Distillery in Pitlochry stehen. Die Bauarbeiten für die neue Brennerei begannen im Winter 2015/16, Ende 2017 soll die Ballechin-Brennerei fertig gestellt sein. Auch für Ballechin gilt: Wenn die beiden Brennblasen auch nur ein bisschen kleiner wären, würde man illegal brennen, da die Brennblasen dann von den Steuerbehörden als transportabel eingestuft werden würden.

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Feuilletöne – Sendung 202 – Lew Tolstoi, Andrea Motis, The OA und Edradour Signatory Vintage 10

Wir machen eine Woche Pause von unseren Philosophen und haben ‘König Assarhaddon’ von Lew Tolstoi gelesen, ‘Emotional Dance’ von Andrea Motis gehört, die erste Staffel von der Serie ‘The OA’ gesehen und einen 10-Jährigen Edradour vom unabhängigen Abfüller Signatory Vintage verkostet.

Gelesen

Lew TolstoiKönig Assarhaddon

Es geht in dieser Kurzgeschichte um Assarhaddon, König von Assyrien. Der hatte Lailie besiegt und dessen Reich erobert, alle Städte zerstört und verbrannt, alle Einwohner in sein eigenes Land gebracht, die Krieger allesamt getötet, den König Lailie aber hatte er in einen Käfig gesperrt. Der wartet dort auf seine Hinrichtung. Zur Nachtzeit dachte König Assarhaddon darüber nach, wie genau er Lailie denn töten sollte, als er plötzlich in nächster Nähe ein Geräusch vernahm. Er öffnete die Augen und erblickte einen Greis. Dieser erzählt ihm, dass er selbst Lailie sei, und dass er kein Leben vernichten könne. Er wies den König in ein mit Wasser gefüllten Becken. Und Assarhaddon ging in das Becken tauchte den Kopf unter Wasser. Und sah nun dass er Lailie war.

Gehört

Andrea Motis – Emotional Dance (Homepage)

Wir besprechen mal wieder ein Album einer tollen Frau. Diesmal kommt sie aus Spanien, spielt Trompete und singt. Im Alter von 7 Jahren begann Motis ihre musikalische Ausbildung in einer städtischen Musikschule in Barcelona. Eigentlich wollte sie Geige oder Klavier lernen. Da aber keine Plätze mehr für diese Instrumente frei waren, lernte sie eben Trompete, Saxophon und Gesang. Ab dem zwölften Lebensjahr spielte sie in Jazz Bands. Mit 15 nahm sie ihr erstes Album mit Jazz-Standards als Sängerin auf. Auf dem neuen Album kann man sie sowohl singen als auch spielen hören. Die 50er haben hier Pate gestanden. Jazz im sehr klassischen Sinne. Mal ein bisschen Bossa Nova, mal sehr klassisch nordamerikanisch. Dass Menschen wie Quincy Jones auf sie aufmerksam wurden, spricht für sich. Und es finden sich auf diesem Album gar Mitglieder der letzten Band von David Bowie. Noch dazu ist es das erste Album mit Eigenkompositionen.

Gesehen

The OAStaffel 1 (IMDb)

Es handelt sich bei The OA um eine US-amerikanische Mysteryserie von Brit Marling und Zal Batmanglij. Das besondere hier ist, dass Brit Marling selbst die Hauptrolle spielt. Es fängt damit an, dass eine Frau von einer Brücke stürzt und überlebt, und schnell wird klar, dass es sich um Prairie Johnson handelt, die vor sieben Jahren plötzlich verschwand. Sie war einst blind, aber kann nun wieder sehen. Sie nennt sich nun “OA”, ein Name, dessen Bedeutung erst im Laufe der Serie aufgeklärt wird. Über die Geschehnisse während ihres Verschwindens spricht sie lediglich mit fünf Menschen, von diesen erhofft sie sich Unterstützung für eine Mission, die mit ihrem eigenen und dem Verschwinden anderer zusammenhängt.

Verkostet

Edradour Signatory Vintage 10

Wir sind das erste Mal bei Edradour, dabei  war es doch der erste Single Malt, den Herr Martinsen je trank. Edradour liegt in einem kleinen Tal östlich der Ortschaft Pitlochry. Es werden lediglich zwölf Fässer pro Woche abgefüllt. Allerdings kommen mittlerweile Jährlich bis zu 100.000 Besucher zu dieser Brennerei, so dass außerdem noch fast 20 Fremdenführer beschäftigt werden müssen. Der Name Edradour entstammt der gälischen Sprache. Er heißt so viel wie „Zwischen zwei Wassern“.
Edradour war bis vor kurzem kleinste Brennerei Schottlands, das ist heute nicht mehr der Fall. Zudem wird es einen Neubau einer Ballechin Distillerie in unmittelbarer Nähe in Pitlochry geben. Man kommt damit der gestiegenen Nachfrage dieser Whiskys nach, die bislang beide in einer Brennerei gebrannt werden. Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Die Destillerie besitzt eine Mash Tun (1,25 t), zwei Wash Backs (je 5.000 l), eine Wash Still (4.218 l) und eine Spirit Still (2.179 l). Und wenn diese beiden Brennblasen auch nur ein bisschen kleiner wären, würde die Destillerie illegal brennen, da eben diese Brennblasen dann von den Steuerbehörden als transportabel eingestuft werden würden.

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Feuilletöne – Sendung 201 – Søren Kierkegaard, Heike Matthiesen, Sense8 – Weihnachtsspecial und Glengoyne 18

Wir starten in unser philosophisches Jahr und beginnen mit dem schrulligen Dänen Sören Kierkegaard. Von ihm haben wir ‘Entweder – Oder’ gelesen. Außerdem haben wir von der wunderbaren Heike Matthiesen ‘Guitar Ladies’ gehört, das Weihnachstspecial von Sense8 gesehen und einen 18-jährigen Glengoyne verkostet.

Gelesen

Søren KierkegaardEntweder – Oder (Volltext)

Kierkegaard war ein dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und Schriftsteller. Kierkegaard wird oft als Wegbereiter der Existenzphilosophie oder gar als deren erster Vertreter genannt. Hier soll es um Entweder – Oder gehen. Es ist sein erstes und gleichzeitig auch sein bekanntestes Werk. Veröffentlicht wurde das ganze im Jahre 1843 unter dem Pseudonym Victor Eremita. Der dänische Originaltitel lautet: “Enten – Eller. Et Livs-Fragment, udgivet af Victor Eremita”

In diesem Werk werden zwei Existenzmöglichkeiten bzw. Weltanschauungen einander gegenüber gestellt: Zum einen die ästhetische und zum anderen die ethische. Der angebliche Herausgeber gibt vor, die Texte und Briefe zufällig entdeckt und zusammengestellt zu haben. Victor Eremita (Kierkegaard) nennt sich selbst Herausgeber und behauptet, die Texte in einem erworbenen Sekretär gefunden zu haben, die seiner Meinung nach von zwei Verfassern sind. Den ersten, der vollständig anonym bleibt, nennt er A, den zweiten, der  Wilhelm heißt und Gerichtsrat ist, nennt er B. So hat es den Anschein, als lese man eher einen Roman denn ein philosophisches Werk. Doof war er nicht, der Kierkegaard. Wir haben das Werk gelesen und sagen euch was wir von dem Schlawiner und seinem Werk so halten.

Gehört

Heike Matthiesen – Guitar Ladies

Heike Matthiesen kommt aus Braunschweig und ist eine klassische Gitarristin. Sie erhielt bereits als Kind eine umfassende musikalische Ausbildung und spielt seit dem vierten Lebensjahr Klavier. Sie spielt vor allem spanische und deutschsprachige Musik, aber auch französische, polnische und südamerikanische Musik finden sich in ihrem Repertoire. In diesem Fall geht es samt und sonders um Komponistinnen, also um tolle Frauen, die Stücke für die Gitarre komponiert haben. Es geht um Musik, die Heike Matthiesen gefällt, die sie sich bewusst ausgesucht hat und bei der die Virtuosität nicht im Vordergrund steht, so dass auch die ein oder andere GitarristIn zu Hause diese Stücke spielen kann. Deshalb heißt dieses Album auch sinnigerweise ‘Guitar Ladies’. Wir haben es gehört und erzählen euch ob toll wie es fanden oder nicht.

Gesehen

Sense8 – Weihnachtsspecial “F*cking Frohes Neues” (IMDb)

Sense8 ist eine US-amerikanische Fernsehserie der Wachowski-Schwestern, gemeinsam mit J. Michael Straczynski, die im Jahr 2015 weltweit bei Netflix gestreamt wurde. Die zweite Staffel wird im Mai 2017 veröffentlicht.

Es geht um acht Menschen, die einander völlig fremd sind, die aus verschiedenen Ländern kommen, die aber durch ein tragisches Schicksal mental und emotional miteinander verbunden sind. Der geheimnisvolle und mächtige Mann Jonas versucht nun die acht Fremden zusammenzubringen, während ein gewisser Mr. Whispers Jagd auf sie macht, um sie zu töten. Die erste Staffel dieser Serie haben wir bereits in unserer 118. Folge besprochen. Diesmal geht es um das Weihnachtsspecial des Jahres 2016.

Verkostet

Glengoyne 18 

Fast in den Lowlands sind wir diesmal angekommen. Nicht zum ersten Mal. Wir hatten schon den 12-jährigen Glengoyne probiert. Diesmal nun also der 18-Jährige. Die Brennerei gehörte seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Edrington Group – denen auch Highland Park oder Macallan gehört – bevor sie  2003 von dem unabhängigen Abfüller Ian Macleod gekauft wurde. Sie ist eine von nur noch zwei Destillerien, die Golden-Promise-Gerste verwenden – die andere ist Macallan.

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