Feuilletöne – Sendung 236 – Hannah Arendt, Interpol, Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika und Detmolder Pilsener

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Es wurde ein noch nicht veröffentlichtes Essay von Hannah Arendt gefunden! Grund genug für uns  es sofort für diese Sendung  zu lesen! Außerdem haben wir ‘Into the bright Lights’ von Interpol gehört, ‘Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika’ gesehen und das Detmolder Pilsener verkostet.

Gelesen

Hannah Arendt – Die Freiheit, frei zu sein

Hannah Arendt wurde 1906 in Linden – heute ein Stadtteil von Hannover – geboren und starb 1975 in New York City. Sie heißt eigentlich Johanna Arendt und war eine jüdische deutsch-amerikanische Soziologin, Politologin, Philosophin, Historikerin, die sich publizistisch unter anderem auch mit politischer Theorie befasste.

Das Essay wurde 2017 entdeckt. Auf dem Manuskript ist vermekt, dass das es aus den Jahren 1966/67 stammt. Es war wahrscheinlich die Vorlage für einen Vortrag, von dem nicht bekannt ist, ob dieser jemals gehalten wurde. Der Text verbindet Gedanken Hannah Arendts aus ihren Hutpwerken ‘Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft’ aus dem Jahre 1955, ‘Vita Activa oder vom tätigen Leben’ aus dem Jahre 1960 und ‘Über die Revolution’ aus dem Jahre 1963. Da wir ‘Vita Activa’ in dieser sendung schon besprachen, werden wir einiges wiedererkennen.

Mehr zu Hannah Arendt und ‘Vita Activa’ in Folge 226 dieser Sendung

Gehört

Interpol – Into the bright Lights

Interpol ist eine Indie-Rock- und Post-Punk-Band aus New York. Die Band wurde 1997 gegründet und veröffentlichte bis jetzt fünf Studioalben, in diesem jahr wird ein sechstes hinzukommen. Die Musik der Band orientiert sich stark an dem melancholischen Post Punk und New Wave englischer Bands der frühen 80er Jahre.

15 Jahre ist es nun her, dass Interpol ‘Turn on the Bright Lights’ veröffentlichten. Es ist das Debüt-Album der Band. Das Album wurde 2001 in den Tarquin Studios, Bridgeport in Connecticut aufgenommen und 2002 veröffentlicht. Und wenn man es nicht besser wüsste, dann würde man dieses Album locker in’s Jahr 1983 verorten können. Alles was das New-Wave-Herz der 80er-Menschen höher schlagen lässt ist auf diesem album zu finden. Hübsche Gitarren mit Chorus und Delay, sehr presenter Bass und ein kalter, düsterer Sound. Man kann die 80er fast riechen wenn man dieses Album hört.

Gesehen

Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika

Vor der Morgenröte ist eine deutsch-französisch-österreichische Koproduktion aus dem Jahr 2016. Die Regie führte Maria Schrader. Der Film erzählt das Leben des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig im Exil, der von Josef Hader gespielt wird.

Der Film erzählt in sechs Episoden die letzten Lebensjahre des Schriftstellers Stefan Zweig. Also von 1936 bis zum Freitod zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Lotte im Jahr 1942. In Buenos Aires 1936 wird Zweig gefeiert. Überall im Land werden ihm Empfänge bereitet. Doch trotz der ihm entgegengebrachten Gastfreundschaft leidet er an seiner Entwurzelung; es fällt ihm schwer, sich in die für ihn neue Kultur einzuleben. Obendrein verzweifelt er an den militärischen Erfolgen Hitlers sowie daran, dass einige seiner Freunde in Europa bleiben mussten und er ihnen nicht helfen kann.

Verkostet

Detmolder Pilsener

Wir sind zum zweiten Mal im Lipperland und haben diesmal das Pilsener der drolligen, kleinen und tollen Strate-Privatbrauerei verkostet. Dieses Bier kommt 4,8 % daher und wir sind sehr gespannt auf dieses Pilsener!

Feuilletöne – 235 – Carolin Emcke, Björk, Alias Grace und Ardmore 12 Port

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Für Folge 235 lasen wir den Roman ‘Wie wir begehren’ von Carolin Emcke, hörten ‘Utopia’ von Björk, sahen die Drama-Miniserie ‘Alias Grace’ und verkosteten einen 12-jährigen Ardmore, der in Portfässern gefinished wurde.

Gelesen

Carolin Emcke – Wie wir begehren 

Carolin Emcke wurde 1967 geboren, studierte Philosophie in London, Frankfurt am Main und Harvard. Sie promovierte über den Begriff “kollektiver Identitäten”. 2003/2004 war sie als Visiting Lecturer für Politische Theorie an der Yale University. Seit über zehn Jahren organisiert und moderiert Carolin Emcke die monatliche Diskussionsreihe “Streitraum” an der Schaubühne Berlin. Für ihr Schaffen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus, dem Lessing-Preis des Freistaates Sachsen und dem Merck-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2016 erhielt sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Dieses Buch erzählt die Geschichte einer Jugend. Es geht um die Rituale der Ein- und Ausgrenzung. Die Lügen und Sehnsüchte dieser Jugend. Es geht um den Schüler, der an den Rand gedrängt wird, und der am Ende daran zerbricht. Es erzählt von der Suche nach einer Form, in der sich das Anderssein artikulieren darf und von dem existentiellen Glück, diese Sprache des Begehrens gefunden zu haben. Es geht um Homosexualität und wie sie in den 80er Jahren wahrgenommen wurde. Es handelt von Ausgrenzung und Gewalt. Es handelt vom Ringen um Individualität im Zeitalter der Kollektivität.

Gehört

Björk – Utopia 

Björk Guðmundsdóttir wurde 1965 in Reykjavík geboren und ist Sängerin, Musikproduzentin, Komponistin, Songwriterin und Schauspielerin. Musikalisch ist sie unter anderem in den Genres Popmusik, Elektronische Musik, Trip-Hop, Alternative Rock, Jazz, Folk-Musik und Klassischer Musik unterwegs. Bislang hat sie weltweit über 20 Millionen Alben verkauft.

Björk begann direkt im Anschluss nach ihrer Veröffentlichung von ‘Vulnicura’ mit der Arbeit an ‘Utopia’. In einem Interview aus dem Jahre 2016 verglich Björk das Schreiben dieses Albums als “Paradies” im Gegensatz zu ‘Vulnicura’, was sie als “Hölle” beschrieb. ‘Utopia’ ist mit 14 Songs und insgesamt 71 Minuten das längste von Björks Studioalben. Björk sagte, dass sie sich auf diesem Album bewusst für Arrangements für Bläser entschieden habe, nachdem sie in ihrer früheren Arbeit häufig Streicherarrangements komponiert habe: “Ich habe eine isländische Flötengruppe bestehend aus zwölf Menschen gegründet und einige Monate mit ihnen geprobt und aufgenommen. Die Melodien seien komponiert worden, während sie in der isländischen Wildnis spazierte. Nachdem sie die Melodien fertiggestellte, schrieb sie die Flötenarrangements. Der Text war das letzte Element im Songwriting-Prozess. Das Album handele von Liebe aber auf eine transzendentere Art. Im Album Vulnicura ginge es um ein sehr persönlichen Verlust, und dieses neue Album handele von einer Liebe, die noch größer sei. Es gehe darum, die Liebe wieder zu entdecken – aber auf spirituelle Weise, weil es kein besseres Wort gäbe.

Gesehen

Alias Grace

Bei Alias Grace handelt es sich um Drama-Miniserie, die auf dem gleichnamigen Roman von Margaret Atwood basiert. Es ist eine Co-Produktion der CBC und Netflix. Entwickelt wurde die Serie von Sarah Polley, Mary Harron führte die Regie. In den Hauptrollen sind Sarah Gadon, Edward Holcroft, Zachary Levi und Anna Paquin zu sehen. Die Erstausstrahlung der sechsteiligen Serie fand in Herbst 2017 bei CBC statt. Im deutschsprachigen Raum wurde die Serie im November 2017 bei Netflix veröffentlicht.

Die Serie erzählt die Geschichte der berüchtigten Morde an Thomas Kinnear und seiner Haushälterin Nancy Montgomery im heutigen Ontario/Kanada. Zwei Bedienstete des Kinnear-Haushalts, nämlich Grace Marks und James McDermott, wurden des Verbrechens für schuldig befunden. James wurde zum Tode durch Strang, und Grace zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Arzt Simon Jordan, der den Fall erforscht, versucht die Wahrnehmung einer sanftmütigen Frau, die er sieht, mit dem Mord, für den sie verurteilt wurde, in Einklang zu bringen.

Verkostet

Ardmore 12 Port 

Die Brennerei wurde 1898 durch Adam Teacher gegründet und liegt ca. 45 km westnordwestlich von Aberdeen. Seit 1974 hat sie acht Brennblasen. Es folgten mal wieder viele Besitzerwechsel. Schließlich ging Ardmore 2014 in den Besitz des japanischen Konzerns Beam Suntory über. Bis ca. ins Jahr 2000 wurden die Brennblasen noch direkt mit Kohle befeuert. Dieser 12-jährige Malt wurde in Port Fässern gefinished und ist nicht kühlgefiltert.

Feuilletöne – Sendung 234 – Marcel Proust, Himmelsrandt, Der Barbier von Sevilla und Detmolder Landbier

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Frohes Neues, oder so! Wir starten ins Jahr 2018 wie gewohnt mir allen Rubriken, die ihr kennt. Alles wie immer. Der Alltag macht sich im Hause Feuilletöne breit. Und da gibt es so einiges zu besprechen: Wir haben den ersten Band der Romanreihe ‘Auf der Suche nach der verlorenen Zeit’ von Marcel Proust gelesen, ‘4 moments & rain’ von Himmelsrandt gehört, Rossinis Oper ‘Der Barbier von Sevilla’ bei ARTE gesehen und das Detmolder Landbier verkostet.

Gelesen

Marcel Proust – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Band 1 (Reclam)

Marcel Proust wurde am 10. Juli 1871 im Pariser Vorort Auteuil geboren. Seit seiner Kindheit litt er an schwerem Asthma. Im Gymnasium begann er sich für das zu interessieren, was künftig sein Leben bestimmen sollte, nämlich Theater, Lesen und Schreiben. Er studierte Jura an der Sorbonne und Diplomatie an der École des Sciences Politiques in Paris. Das war auch die Zeit, in der er Zugang zur gehobenen bürgerlich-adeligen Salonkultur von Paris fand. Er schloss 1893 sein Jura-Studium ab, ohne jemals einen juristischen Beruf auszuüben.

1896 veröffentlichte er unter dem Titel ‘Les Plaisiers et les jours’ eine Sammlung erster Erzählungen. Um die Jahrhundertwende setzte er sich mit dem Werk des englischen Kunstkritikers und Historikers John Ruskin auseinander, von dem er einige Schriften in französischer Übersetzung veröffentlichte, die sich mit der Natur des Lesens und seiner Auswirkung auf den Leser befassten. Daraus entwickelte Proust eine eigene Anschauung von Literaturkritik, wonach das Lesen ein Akt der Kommunikation inmitten der Einsamkeit darstellte. Autor und Buch sind nach Auffassung Prousts zwei unabhängige Einheiten, wobei das Buch nicht den Autor repräsentiert, sondern die LeserInnen zu ihren eigenen inneren Selbst führen soll. Der eigentliche Schlüssel liegt also nicht in einem Buch, sondern bei denen, die das Buch lesen. Proust blieb unverheiratet und ohne eigene Familie. Er starb am 18. November 1922 an Lungenentzündung in Paris.

Als Proust im Januar 1909 einen Zwieback – im Roman ist es eine Madeleine – in seinen Tee taucht, wird er in seine Kindheit zurückversetzt. Er zieht sich von der Welt zurück, um einen Roman zu schreiben, von dem der erste Entwurf im September 1912 fertig wird. Der erste Band ‘Auf dem Weg zu Swann’ wurde von Verlagshäusern aus verschiedenen Gründen abgelehnt und erschien auf eigene Kosten 1913. Zu diesem Zeitpunkt waren von Proust nur drei Bände geplant. Der Roman gilt als Hauptwerk von Proust, der stark autobiographische Züge trägt und sich mit dem Wesen menschlicher Identität befasst. Für den nachfolgenden Band erhielt der Schriftsteller 1917 den Goncourt-Preis. Der Roman erzählt die Geschichte von Prousts eigenem Leben als allegorische Suche nach der Wahrheit und ist eines der wichtigsten Werke der Literaturgeschichte. Die letzten drei Bände des Romans wurden posthum veröffentlicht. Wir haben für diese Folge der Sendung den ersten Band gelesen.

Gehört

Himmelsrandt – 4 moments & rain (Album kaufen)

‘4 moments & rain’ ist das zweite Album, das der Bratschist und Pianist bekannte Peter Honsalek unter dem Namen Himmelsrandt veröffentlicht hat. Das Album besteht aus zwei Teilen. Die ersten vier Stücke bilden ein zusammenhängendes Werk, bestehend aus ‘Autumn Rain’, ‘End of all Life’, ‘Autumn Winds’ und ‘Levitating’. Der zweite Teil des Albums wurde bereits als EP veröffentlicht, allerdings wurden die Stücke für dieses Album noch einmal neu eingespielt. Auch auf diesem Album hört man Viola und Piano. Zusätzlich kommen Harmonium, Cembalo und Synthesizer zum Einsatz. Und anders als auf dem letzten Album gibt es diesmal auch ein paar elektronische Drums zu hören. Wir freuen uns, dass wir auch das zweite Album dieses Künstlers in der Sendung vorstellen dürfen.

Gesehen

ARTE – Gioachino Rossini – Der Barbier von Sevilla

Wir haben uns die neue Produktion des französischen Regisseurs Laurent Pelly von ‘Der Barbier von Sevilla’ in der ARTE-Mediathek angesehen. Das ganze wurde auf der Bühne des Pariser Théâtre des Champs-Elysées dargeboten. Es spielte das Orchester Cercle de l’Harmonie unter der Leitung von Jérémie Rhorer.

Die Uraufführung dieser Oper im jahre 1816 war ein Fiasko, was vor allem an den zahlreichen Gegnern Rossinis lag. Mittlerweile ist ‘Der Barbier von Sevilla’ ein Riesenerfolg geworden und aus keinem Opernhaus der Welt wegzudenken. Rossini war erst 23 Jahre alt, als er diese fröhliche Oper nach einem Libretto von Cesare Sterbini komponierte, das wiederum auf einem Theaterstück von de Beaumarchais basierte. Die Oper handelt von Graf Almaviv, der sich in das junge Waisenmädchen Rosina verliebt. Mit allen Mitteln versucht er Rosina ihrem Vormund Bartolo zu entreißen, der aber ebenfalls Rosina heiraten möchte. Dank der Hilfe seines ehemaligen Dieners Figaro gelingt es dem Grafen aber Rosina für sich zu gewinnen.

Es singen u.a. Florian Sempey als Figaro, Michele Angelini als Graf Almaviv und Catherine Trottmann als Rosina.

Verkostet

Detmolder Landbier

Wir sind im Lipperland und haben ein Bier der Privat-Brauerei Strate verkostet. Die Brauerei wurde 1853 von Adolf Hüppe gegründet. Der Sitz der Brauerei war damals in der heutigen Volkshochschule der Stadt Detmold. Da eine Expansion innerhalb der Stadt nicht möglich war, erwarb die Brauerei Grundstücke an der Palaisstraße, wo das heutige Brauereigebäude entstand. Seit 1863 wird dort gebraut. Das Unternehmen wird bereits in der fünften Generation als Familienunternehmen geführt. Die derzeitige Geschäftsleitung besteht aus Renate Strate und den Töchtern Simone und Friederike. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 30 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung. 1979 wurde die nostalgische Bügelverschlussflasche wieder eingeführt. Renate Strate übernahm den Verkauf und das Marketing. Die Tochter Friederike wurde zeitgleich „Jüngste Braumeisterin Deutschlands“. Soweit es möglich ist, kommen alle benötigten Leistungen aus Lippe bzw. dem Absatzgebiet der Brauerei: Bestickungen, Werbematerialien, Displays, Plakate, Dienstleistungen; alles wird an heimische Unternehmen vergeben. Wir haben diesmal das Detmolder Landbier verkostet. Es handelt sich um ein Dunkelbier, dass mit einer Stammwürze von 11°P und einem Alkoholgehalt 4,8 % in die Flasche kommt.

Feuilletöne – Sendung 233 – Alben des Jahres 2017!

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Da sind sie, die Alben des Jahres 2017! Es gab wie immer Überraschungen und es gab wie immer Favoriten, die sich am Ende durchgesetzt haben! Viel Spaß mit der letzten Sendung des Jahres 2017.

HörerInnen

1. Brand New – Science Fiction

Eure Nummer eins in diesem Jahr! Mit 24% haben sie das Rennen gemacht!

2. Krystian Zimerman – Franz Schubert  – 20. und 21. Klaviersonate

17% hat Krystian Zimerman mit den Klaviersonaten von Franz Schubert bekommen. Und somit Platz den zweiten Platz erreicht!

3. Kettcar – Ich vs Wir/Elbow – Little Fictions

Den dritten Platz mit jeweils 14% teilen sich Kettcar und Elbow.

Herr Martinsen

1. Elbow – Little Fictions

Die größte Überraschung in diesem Jahr – auch für mich selber – ist, dass Elbow mit diesem Album auf dem ersten Platz landete. Als wir es besprochen haben war ich zwar echt angetan von diesem Album, aber, dass es dieses Album auf die Liste der Alben des Jahres schaffen würde und dann auch noch bei mir auf dem ersten Platz landen würde, das hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Elbow ist auf diesem Album lyrisch und musikalisch ein wenig auf neuen Pfaden unterwegs, ohne zu verleugnen, dass sie natürlich immer noch Elbow sind. Das liegt zum einen daran, dass der Schlagzeuger Richard Jupp sich von der Band trennte, und zum anderen wohl daran, dass mindestens ein Bandmitglied schwerstens verliebt ist. Denn das was man hier hört ist an Lebensfreude, Verliebtheit und Sonnigkeit kaum zu übertreffen. Es ist eine Leichtigkeit in die Musik Elbows eingezogen, wie man es kaum für möglich gehalten hätte. Ich konnte mich im Laufe des Jahres diesem Album immer weniger entziehen. Es wuchs, wie man so schön sagt. Und nun ist es auf Platz eins meiner diesjährigen Liste. Und der Titelsong dieses Albums ist auch gleichzeitig der Song des Jahres für mich.

2. Krystian Zimerman – Franz Schubert: 20. und 21. Klaviersonate

Ich bin großer Schubert-Fan. Menschen, die unsere Sendung schon ein bisschen länger verfolgen wissen das nur zu gut. Deswegen haben es Interpreten, die versuchen die Klaviersonaten von eben jenem zu Gehör zu bringen nicht eben leicht bei mir. Krystian Zimerman hat es in kürzester Zeit geschafft mich zu begeistern, weil er anders als alle anderen vorher an diese Klasviersonaten ranging. Er hat sie von dieser immer forwährenden Innerlichkeit befreit mit der diese Klaviersonaten gern gespielt werden. In diesem Fall bekommen diese Klaviersonaten endlich die Luft, die sie brauchen. Zimerman hat sie endlich vom Pathos befreit, der diese Werke droht zu ersticken. Schubert muss ebnen nicht wie Schummann gespielt werden, sondern wie Schubert. Ich bin begeistert, deswegen ist dieses Album auf dem zweiten Platz.

3. Brand New – Science Fiction

Dank einer unserer wunderbaren Hörer habe ich diese Band kennenlernen dürfen. Ich war sehr erstaunt, dass ich sie nicht kannte. Denn das was hier auf diesem Album zu hören ist, das ist schon großartige Kunst. Es erinnert wechselweise an Pink Floyd, Linkin’ Park oder Radiohead. Die Texte sind eindringlich und schmerzhaft. Sie handeln von Verlassenheit, Sehnsucht und Dunkelheit der Seele. Es ist ein Konzeptalbum, wie es lange keines mehr gab. Musikalisch und lyrisch im höchsten Grade beeindruckend, und deswegen auf dieser Liste auf dem dritten Platz.

Frau Windhorst

1. Brand New – Science Fiction

Unsere Hörerinnen und Hörer können nicht irren – nur manchmal vielleicht 😉 Diesmal aber bin ich mit Ihnen einer Meinung. Dieses Konzeptalbum kann alles, es weiß alles, es tut auch alles, man muss es einfach gehört haben. Es wird in die Musikgeschichte eingehen.

2. Vikingur Olafsson – Philip Glass: Piano Works

Präzision trifft Gefühl. Mitreißend und verträumt, dabei handwerklich brilliant. Dieses Album ist sowohl als nette Klaviermusik nebenbei als auch als Analyseobjekt für diesen verrückten Feuilleton geeignet, für ambitionierte Anfänger wie – ganz besonders – für Liebhaber. Mein Lieblings-Klassikalbum dieses Jahr.

3. The Fall – New Facts Emerge

Überraschend noch auf Platz Drei geschafft (und Elbow vom Bronzetreppchen geschubst) hat für mich The Fall. Es macht einfach so viel Spaß zu hören! Let’s get dancing with the Zztrrk Man…

Feuilletöne – Sendung 232 – Philosophen für die einsame Insel

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Da sind sie also! Die PhilsophInnen – respektive Philosophien – die Frau Windhorst und Herr Martinsen mit auf die Insel nehmen würden!

Die Insel-Philosophen von Frau Windhorst

Epiktet – Lehrgespräche, Handbüchlein und Fragmente

Der Stoische

Das gute Leben ist ein ethisches Leben. Der Mensch ist ein soziales und rationales Wesen und blüht auf, wenn er diese speziellen Fähigkeiten anwendet, um positiv auf das eigene Leben und die Welt zu wirken. Er versetzt sich dazu in die Lage, indem er zwischen Dingen unterscheidet, auf die er Einfluss hat (wie seine Entscheidungen), und solchen, auf die er keinen Einfluss hat (wie die Tatsache, dass wir alle sterben). Letztere sind zu akzeptieren, erstere bieten die Möglichkeit für Veränderung. Diese Einsicht und die Übung dieser Perspektive, das “Lieben” seines Schicksals, sind letztendlich Grundlage für das Ziel eines guten Lebens: Die Glückseligkeit (“Eudamonie”), ein Zustand größtmöglicher innerer und äußerer Zufriedenheit. Die zentralen stoischen Werte sind Weisheit, Mut, Gerechtigkeit und Mäßigung. Philosophie muss angewandt werden, und nicht nur hochtrabend akademisch abgehandelt, findet auch Frau Windhorst.

Zitate 

“Der erste und notwendigste Bereich der Philosophie umfasst die Anwendung ihrer Lehren.”

“Wenn dir jemand mitteilt, dir sage jemand Böses nach, dann rechtfertige dich nicht, sondern antworte: Er kannte wohl meine anderen Fehler nicht; denn sonst würde er nicht nur diese hier erwähnen.”

Internet

Orginaltexte in griechischer Sprache

Originaltexte und Übersetzungen bei Perseus Project

Karl Popper – Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

Der Wissenschaftliche

Die offene Gesellschaft ist eine pluralistische, die sich in einem ewig fortlaufenden Prozess von Verbesserungsversuchen und Korrektur befindet und damit eine stetige evolutionäre Fortentwicklung sicherstellt. Totalitäre Staaten und Eliten haben darin keinen Platz mehr, Anführer müssen grundsätzlich – wie im demokratischen System vorgesehen – regelmäßig ausgewechselt werden und Veränderungen gewaltlos vonstatten gehen können.  Gesamtgesellschaftlicher Austausch und logische Argumentation sind zu fördern, damit das Richtige und die bessere Lösung sich herauskristallisieren können. Eine Utopie, für die es sich zu arbeiten lohnt, meint Frau Windhorst.

Zitate

“Methode von Versuch und Irrtum: Es ist die Methode, kühne Hypothesen aufzustellen und sie der schärfsten Kritik auszusetzen, um herauszufinden, wo wir uns geirrt haben.”

“Wir müssen für die Freiheit planen und nicht für die Sicherheit, wenn auch vielleicht aus keinem anderen Grund als dem, dass nur die Freiheit die Sicherheit sichern kann.”

Internet

Österreichische Karl-Popper-Forschungsgemeinschaft

Karl Popper Sammlung

The Karl Popper Net

Simone de Beauvoir – Das andere Geschlecht (Das zweite Geschlecht)

Die Wegbereiterin

Man ist nicht als Frau geboren, man wird es, und zwar immer in Abgrenzung zum Mann. Die Unterdrückung der Frau ist rein gesellschaftlich bedingt. Frauen bleibt nichts anderes übrig, als sich gegen ihre Unterdrückung zu wehren, das wäre für beide Geschlechter ein Schritt in Richtung Freiheit. Freiheit entsteht durch das Fehlen einer zweischlechtlichen Weltordnung. Gelebte Erfahrung ist zentral für die Analyse der Lage der Frau, denn sie ist zu komplex um sie in Gänze wissenschaftlich erfassen zu können. Auch wenn sie mit vielen Punkten nicht überstimmt, ist sich Frau Windhorst der Wichtigkeit des Werks in der Zeitgeschichte bewusst.

Zitate

“Niemand ist den Frauen gegenüber aggressiver oder herablassender als ein Mann, der seiner Männlichkeit nicht ganz sicher ist.”

“Da ich nicht denke, dass die Frau von Natur aus dem Manne unterlegen ist, denke ich auch nicht, dass sie ihm von Natur aus überlegen ist.”

Internet

Archiv in französischer Sprache von Radio Canada (CBC)

Die Insel-Philosophen von Herrn Martinsen

Arthur Schopenhauer – Die Welt als Wille und Vorstellung

Der Pessimistische

Es wird  nicht besser aber auch nicht schlechter. Die Menschen sind wie sie sind, und die Welt ist auch wie sie ist. Deswegen wird alles im Großen und Ganzen bleiben wie es ist, nämlich nicht so toll. Wir sehen die Realität so wie wir sie wahrnehmen, nicht wie sie ist. Außerdem können wir zwar tun was wir wollen aber nicht wollen was wir wollen. Allerdings können wir die Welt ein Stückchen besser machen, indem wir Empathie für andere Menschen empfinden. So können wir unseren Willen überwinden, weil wir in dieser Zeit nicht unsere Interessen verfolgen, sondern die der anderen.  Herr Martinsen findet, dass das stimmt.

Zitate

“Der Lebenslauf des Menschen besteht darin, dass er, von der Hoffnung genarrt, dem Tod in die Arme tanzt.”

“Jeder Tag ist ein kleines Leben – jedes Erwachen und Aufstehen eine kleine Geburt, jeder frische Morgen eine kleine Jugend, und jedes zu Bett gehen und Einschlafen ein kleiner Tod.”

Internet

Schopenhauer Kosmos

Arthur Schopenhauer Studienkreis

Schopenhauer Gesellschaft

Søren Kierkegaard – Entweder – Oder

Der Existentielle 

Wir müssen uns andauernd entschieden und bereuen die getroffenen Entscheidungen, weil wir niemals erfahren werden, was passiert wäre wenn wir uns anders entschieden hätten. Vergangenheit ist doof, weil wir sie nicht ändern können. Zukunft ist auch doof, weil sie zu viel Hoffnung macht, außerdem können wir auch sie nicht ändern. Gegenwart ist toll, weil sie das einzige ist, was wir ändern können und in der wir leben können und auch sollten. Das Leben als solches ist meist Absurd, weil es  meist komplett sinnlos ist und auf Wiederholungen basiert. Herr Martinsen stimmt zu.

Zitate

“Man steckt den Finger in die Erde, um zu riechen in welchem Lande man ist! Ich stecke den Finger in’s Dasein, es riecht nach nichts! Wo bin ich? Was heißt denn das, die Welt?”

“Was bedeutet dieses Wort? Wer hat mich in das Ganze hineinbetrogen und lässt mich nun dastehten? Wer bin ich? Wie bin ich in die Welt hineingekommen? Warum hat man mich nicht vorher gefragt?”

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Kierkegaard in dänischer Sprache

Stichwortregister in dänischer Sprache

Deutschsprachige Kierkegaard-Seite

Feature von WDR 3 aus dem Jahr 2013

Albert Camus – Der Mythos des Sisyphos

Der Liebling

Wir Leben um zu sterben, das ist Quatsch. Überhaupt ist alles Quatsch. Wir stehen auf, nur um uns wieder hinzulegen. Wir essen, nur um danach wieder Hunger zu haben. Wir schlafen, nur um wieder wach zu werden. Wir trinken, nur um wieder Durst zu haben. Die Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Monate, Jahre und Jahrzehnte beginnen nur um zu enden. Es wird hell, nur um wieder dunkel zu werden. Es gibt keinen Grund dafür, dass es Menschen gibt. Es gibt keinen Grund dafür, dass es uns gibt. Alle lebendigen Wesen sind grundlos auf der Erde, die ebenfalls sinnlos ist. Die Dinge, die wir schaffen sind sinnvoll, weil wir sie geschaffen haben. Wir sind nicht geschaffen worden, deshalb sind wir sinnlos. Wir sind so sinnlos wie das Leben, dass wir führen. Religionen oder Weltanschauungen sind Realitätsflucht und abzulehnen. Es gilt die Realität zu akzeptieren aber nicht zu tolerieren. Wir müssen uns also auflehnen, revoltieren! Da es nur ein Leben gibt, sollten wir das Leben unbedingt genießen! Herr Martinsen sagt, dass ist der der am meisten Recht hat! Die Philosophie Camus’ ist seine Bibel!

Zitate

“Die wahre Großzügigkeit gegenüber der Zukunft besteht darin, alles der Gegenwart zu geben.”

“Das Absurde hat nur insofern einen Sinn, als man sich nicht mit ihm abfindet.”

“Ein Mensch ist immer das Opfer seiner Wahrheiten.”

Internet

Albert Camus Gesellschaft

Camus-Blog von Anne-Kathrin Reif

Société des Études camusiennes

Albert Camus Society

Verkostet

Laphroaig 18