126-Stefan Zweig, Wilco und Quartett

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Neuigkeiten

Zukünftig ohne Spotify!
Helge Schneider ist 60!
van Morrison ist 70!
Wes Craven ist gestorben
Oliver Sacks ist gestorben
Die Kassette ist wieder da!
Riccardo Chailly beendet Amtszeit beim Leipziger Gewandhausorchester vorzeitig!

Gelesen

Stefan ZweigAngst

Irene Wagner hat einen Geliebten und sie hat Angst, dass der Gatte es heraus findet. Eines Tages wird sie von einer Frau aufgehalten, die sie erpresst. Irene gibt ihr Geld und sie läuft davon. Von nun an wird Irene immer wieder von der unbekannten Frau erpresst und ihre Forderungen werden immer höher und höher. Bevor Irene unter der Last ihrer Schuld und Angst vollends zu grunde gehen kann, klärt ihr Mann die tragische Geschichte auf.
In der kurzen Novelle beweist Zweig sein schriftstellerisches Können: Er zeigt seiner Leserschaft Irenes Angst von innen, man fühlt sie mit jedem Wort mit und kann die Geschichte kaum weglegen. Auch wenn diese inhaltlich aus einer ganz anderen Zeit stammt, ist sein Sprachstil immersiv, lebhaft und ein Vorbild seines Handwerks.

Gehört

WilcoStar Wars (Homepage) (Apple Music)

Das 12. Studioalbum der Band – drei Jahre, nachdem sie ihr letztes Album veröffentlicht haben. Kurz ist es, gerade einmal 33 Minuten. Eine wilde Mischung aus allem möglichen: Rock, Alternative, Indie und eine gehörige Prise Nels Cline. Trotzdem ist es ein Album, das man in Gänze hören sollte. Die einzelnen Stücke für sich allein sind zwar spannend, aber nur zusammen mit den anderen kommt es zu diesen typischen Wilco-Momenten, die manche so lieben. Gleich ab dem ersten Stück macht die Band klar, wo es lang gehen soll. Anstrengend, fordernd, eckig und kantig. Voller Überraschungen. Nichts für nebenbei. Ein Wilco Album eben.

Gesehen

Quartett (IMDb) (Netflix)

In einem Seniorenheim für Musiker treffen sich vier ehemalige Freunde wieder und alte Wunden reißen auf. Reg, Wilf und Cissy versuchen, den ehemaligen Starsopran Jean dazu zu überreden, für eine Benefizgala zu Ehren von Verdis Geburtstag ihren alten Glanz wieder aufleben zu lassen und ihr berühmtes Quartett zu singen. Doch dafür muss Jean erst wieder begreifen, dass sie noch glänzen kann.
Ein warmer, herzlicher Film, der etwas zu viel künstliches Drama aufbaut, dafür aber einfach und direkt ist und mit brillanter Besetzung liebevoll die Geschichte einer alternden Dame und ihrer wiedergefundenen Liebe erzählt.

Empfehlungen

Staatsoper Hamburg (Die Staatsoper Hamburg ist Barrierefrei):
Am Samstag den 19.September: Eröffnungspremiere: Hector BerliozLes Troyens | Inszenierung: Michael Talheimer | Leitung: Kent Nagano | Weitere Aufführungen am 23.09., 01.10., 04.10., 09.10. und 14.10.  
Am 24.01.2016: UA Toshio Hosokawa – Stilles Meer | Inszenierung: Oriza Hirata | Weitere Auffürungen: 27.01.2016, 30.01.2016, 09.02.2016, 13.02.2016
Am 06.01.2016: Claude DebussyPelléas et Mélisande| Inszenierung: Willy Decker | Weitere Auffürungen: 10.01.2016, 19.01.2016, 22.01.2016

Opernhaus Zürich (Das Opernhaus Zürich ist ebenfalls Barrierefrei):
Am Sonntag den 20.September: Richard StraussElektra | Inszenierung: Martin Kusej | Als Elektra: Evelyn Herlitzius | Als Klytaimnestra: Waltraud Meier | Weitere Aufführungen am 26.09. und 04.10 | Deutsch, mit deutschen und englischen Untertiteln.
Am Dienstag den 15. September: Giuseppe VerdiFalstaff | Inszenierung: Sven-Eric Bechtholf | Als Sir John Falstaff: Bryn Terfel | Weitere Aufführungen: 18.09., 20.09., 24.09., 27.09., | Italienisch, mit deutschen und englischen Untertiteln.
Am Sonntag den 27.September: Anton Bruckner 8. Symphonie in c-Moll (Urfassung) | Philharmonia Zürich unter der Leitung von Fabio Luisi
Am Sonntag den 13. September: Alban BergWozzeck | Inszenierung: Andreas Homoki | Als Wozzeck: Christian Gerhaher | Weitere Aufführungen: 16.09., 19.09., 22.09., 25.09, 29.09., 06.10. |  Deutsch, mit deutschen und englischen Untertiteln.

Berliner Philharmoniker
Auch die Berliner Philharmoniker starten in die neue Saison mit vielen hübschen Sachen. Hier kann man lesen, was so in Berlin passiert.

125-Die Physiker, Boy und Prison Break

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Neuigkeiten

Julian Adderley 40. Todestag
Sean Connery ist 85!
Leonard Bernstein wäre am Di. 87 geworden und ist neben dem Hören auch das Lesen wert.

Gelesen
Friedrich Dürrenmatt Die Physiker (Der Fernsehfilm)

Die Physiker, eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Theaterstücke und irgendwo zwischen Komödie, Satire und Groteske einzuordnen, zeigt uns drei Physiker in einer psychiatrischen Klinik, von denen einer eine potenziell die Menschheit bedrohende Entdeckung gemacht hat. Vor diesem Hintergrund wird die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung der Wissenschaft verhandelt und nebenbei die geneigten Zuschauer nicht nur zum Nachdenken gebracht, sondern auch hervorragend unterhalten.

Gehört

Boy – We were here (Homepage) (Spotify) (Apple Music)

Mit Preisen überhäuft geht das deutsch-schweizer Duo also nun in die zweite Runde. ‘We were here’ heißt das zweite Album. Eingängige Melodien. Hübsch arrangiert. Ecken und Kanten ist nicht das was man auf diesem Album findet. Es ist fröhliche, unaufdringliche, hübsche Popmusik. Toller Gesang. Perfekt Produziert. Ein Album was einen mal wieder im besten Sinne in Ruhe lässt, ohne dabei einfältig zu werden. Ein solides Album was nicht wehtut, das möchte es aber auch gar nicht.

Gesehen

Prison Break (IMDb)

Die Serie Prison Break folgt Michael bei seinem wahnwitzigen Versuch, seinen Bruder Lincoln zu befreien. Dieser sitzt zu Unrecht wegen Mordes im Gefängnis und ist, wie sich herausstellt, Teil einer globalen Verschwörung rund um den US-amerikanischen Präsidenten. Wer hier einen politischen Thriller erwartet, wird allerdings enttäuscht. Zwar kann die Serie mit ein paar interessanten Wendungen aufwarten, zumeist handelt es sich allerdings um ein Drama, das viele verschiedene Menschen und Schauplätze umfasst und sich damit auseinander setzt, welche schrecklichen Dinge ein Mann in Gang setzen kann, der “nur tun will, was er für richtig hält”. Eine atemlose Hetzjagd in vier Staffeln, die unerwartet nach langer Pause nächstes Jahr mit einer Miniserie fortgesetzt werden wird.

Empfehlungen

Tatort geht ab dem 6. September 2015 wieder los
Der New Yorker erzählt die Geschichte des Paperbacks.

124-Cornelia Travnicek, Klone und Bauerfeind assistiert…

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Neuigkeiten
Uta Danella ist verstorben
Max Greger ist tot
Die Band Laibach trat in Nordkorea auf!
Morrissey gibt erstes Interview seit 10 Jahren!
Englands enttäuschendste neue Besucherattraktion! (Dismaland)

Gelesen
Cornelia Travnicek – mindestens einen der weißen wale (Homepage)

In der Reihe “Neue Lyrik aus Österreich”, ist nun Band 11 erschienen. In diesem Band geht es samt und sonders um die Lyrik von Cornelia Travnicek. Nachdem Cornelia Travnicek bis dato mit Prosa unterwegs war, geht es in diesem Band also ausschließlich um Gedichte. Eine Mischung aus allmöglichen Stilen hat sich zusammengefunden und buhlt um des Lesers Gunst.  

Gehört

Klone – Here comes the Sun (Homepage) (Spotify) (Apple Music)

Eine Metalband die keinen Metal macht. Das umschreibt das was diese Band auf diesem Album musikalisch so treibt, eigentlich ganz gut. Und auch wenn sie auf früheren Alben merklich mehr nach Metal klangen, ist nicht erst seit dem letzten Album, abwechslungsreicher und experimenteller Rock das Feld was sie beackern. Hinzu kommt die sehr markante Stimme des Sängers Yann Ligner. Selbst Saxophon- und Synthie-Parts sind auf diesem Album zu finden. Das alles ist komplex, ohne dabei anstrengend zu sein. Auch wer hübsche Melodien mag, wird hier fündig.

Gesehen

Bauerfeind assistiert… – Staffel 2 und 3 (YouTube)

In dieser Reihe assistiert Katrin Bauerfeind Menschen einen Tag lang, bei dem was sie so gemeinhin tun. Es kommt hierbei zu teils komischen, teils ernsten Gesprächen. Die Situationen in die sich Frau Bauerfeind begibt, oder von den zu assistierenden Menschen gebracht wird, können ebenfalls von Lustig bis sehr ernst gehen. Auch der ein oder andere Konflikt wird hier ausgetragen. Auch scheint sich der ein oder andere durchaus Prominente Zeitgenosse, vorgenommen zu haben, einen besonders markanten Eindruck zu hinterlassen.

Empfehkungen
– So gehen Artikel. Die FAZ hat das Internet verstanden!
DKultur – 29. August um 00.05 Uhr: Die lange Nacht über Louis Amstrong ‘Vom Slum in den Trompetenhimmel’ Wiederholung am selben Tag, um 23.05 Uhr im DLF
DKultur – 29. August um 19.05 Uhr: Musikfest Bremen: ‘3 aus 27’ Eröffnung mit ‘Eine große Nachtmusik’ Live aus der Glocke, dem Rathaus, der Kirche Unser Lieben Frauen und dem Landgericht zu Bremen!
Die Kulturpessimisten

123-Chucks, Carl Nielsen und Im Angesicht des Verbrechens

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Neuigkeiten

Steve Jobs’ Biographie als Oper
Kermit und Miss Piggy trennen sich
Chucks kommt in die Kinos (Homepage)

Gelesen
Cornelia TravnicekChucks

Die Geschichte einer jungen Frau namens Mae, deren Bruder stirbt und die ihrer Familie entflieht. Sie lernt Mara kennen und lebt fortan auf der Straße. Als Punk zieht sie durch die Straßen Wiens, lebt von Dosenbier und den Gesprächen mit ihrer Freundin Mara. Sie lernt Jakob kennen, und lebt vorübergehend mit ihm zusammen genau das entgegengesetzte Leben, in dem alles geplant ist. Im Aids-Hilfe-Haus, wo sie Sozialstunden ableisten muss, wegen eines Körperverletzungsdelikts, lernt sie Paul kennen und verliebt sich in ihn. Als bei ihm die Krankheit ausbricht, beginnt Mae gegen sein Verschwinden anzukämpfen.

Gehört zum 150. Geburtstag von Carl Nielsen
Die 4. Symphonie (Das Unauslöschliche) in folgenden Aufnahmen:

Neeme JärviGötheburger Symphonie Orchester (Homepage) (Spotify)

Die Gemäßigte. Von nichts zu viel oder zu wenig. Neeme Järvi eben.

Theodore KucharJanacek Philharmonic Orchestra (Homepage) (Spotify)

Die Straffe. Unromantisch. Musikalisch nicht ganz perfekt.

Herbert Blomstedt – San Francisco Symphony (Homepage) (Spotify)

Die Akademische. Sauber. Klar. Typisch Blomstedt. Ohne Firlefanz.

Ole SchmidtLondon Symphony Orchestra (Homepage) (Spotify)

Die Authentische. Wohl die, die dem was Carl Nielsen sich gedacht hat, am nächsten kommt.

Gesehen
Im Angesicht des Verbrechens (IMDb)

Marek und Sven, unsere Protagonisten, sind Polizisten beim LKA. Sie ermitteln in russisch-jüdischen Mafia-Milieus. Wir begegnen einem düsteren, korrupten Berlin, in dem zwei junge Ukrainerinnen in der Zwangsprostitution landen und der Mörder von Marks Bruder noch immer frei herumläuft.

Neben den hervorragenden Schauspielern ist bei dieser zehnteiligen Miniserie vor allem der Stil der Regie zu erwähnen. In einer fast schon poetischen Mischung von modernem Fernsehen und 70er-Jahre-Agententhriller wird hier Action und Langsamkeit gleichermaßen zelebriert. Man nimmt sich Zeit für ausführliche Milieustudien und die Entwicklung der Figuren und ist dabei, wie im deutschen TV selten, niemals zimperlich. Zuschauer werden herausgefordert statt berieselnd unterhalten. Vergleiche mit amerikanischen Perlen wie The Wire sind nicht ganz fehl am Platz.

Empfehlungen

Peace ‘n’ Pop auf ARTE

  • Teil 1: Sonntag, 09. August um 22:00 Uhr (Wiederholung am Montag, 17.08. um 2:25 Uhr und am Sonntag, 23.08. um 2:05 Uhr)
  • Teil 2: Sonntag, 09. August um 22:55 Uhr (Wiederholung am Montag, 17.08. um 3:20 Uhr und am Sonntag, 23.08. um 3:00 Uhr)

122-Matilda, Mammút und Victoria

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Neuigkeiten
Vor 150 Jahren erschien Max und Moritz von Wilhelm Busch
Spotify hatte eine drollige Idee
Amiga ist 30
Wir sind drei!
Das Bruckner Gesamtwerk jetzt online verfügbar

Gelesen
Roald DahlMatilda (Bücherstadt Kurier hat die Verfilmung gesehen, und was dazu geschrieben)

Matilda ist eine junge Erstklässlerin mit besonderen Fähigkeiten, doch ihre Eltern halten Sie für eine Katastrophe. Die schrille Mutter und der zwielichtige Vater haben keine Liebe für den kleinen Bücherwurm übrig. Doch noch schlimmer kommt es für Matilda nach der Einschulung, wo sie von der verbitterten Schulleiterin Miss Trunchbull schikaniert wird. Ihr einziger Lichtblick ist ihre Klassenlehrerin, die einzige Person, die ihr Talent erkennt und fördern möchte. Doch was Matilda wirklich kann, hätte auch sie sich nie träumen lassen.

Ein Klassiker der englischsprachigen Kinderliteratur – zurecht! Matilda ist eine Geschichte von Hoffnung, Freiheit, Selbstverantwortung, Gerechtigkeit und nicht zuletzt auch davon, dass die blutsverwandte Familie nicht immer die beste für ein Kind sein muss.

Gehört
Mammút – River End (Homepage) (Spotify)

Wieder mal Musik aus Island, dieser drolligen Insel im Atlantik, irgendwo zwischen Europa und Amerika. Diesmal von Mammùt, die ein Mini-Album mit gerade mal fünf Liedern herausgebracht haben. Lediglich 24 Minuten ist es lang. Unfassbar hübsche Musik, für die entspannten Abende auf dem Balkon. Anstrengendes gibt es hier nicht. Dream-Pop, wie er schöner nicht sein könnte. Allen Strömungen zum Trotz, sind sich Mammùt einfach selbst treu geblieben. Wer die großen Hits sucht, wird hier nicht fündig werden. Wenn überhaupt, dann ist am ehesten im letzten Song – Salt -, dieses kurzen Albums, so etwas ähnliches wie ein Ohrwurm zu finden. Eine Mischung aus Kate Bush, The Cure, Warpaint, Björk und eine hübsche Portion isländischer Charme, das ist es, was dieses Album ausmacht.

Gesehen
Victoria (IMDb)

Eine junge Spanierin, Victoria, feiert in Berlin. Auf dem Heimweg trifft sie auf Sonne, Fuß, Boxer und Blinker. Was als netter Abend beginnt, nimmt bald eine furchtbare Wendung – mehr möchte man von der Handlung nicht verraten.
Der Film ist nicht nur besonders, weil er in einem einzigen Take gedreht wurde – was eine unheimliche Immersion schafft -, er ist zudem enorm glaubwürdig, brilliant gespielt, hervorragend geschrieben, tut zuweilen richtig weh und fesselt, wie es schon lange kein deutscher Film geschafft hat.

Empfehlungen
Freistatt (IMDb)
MS MR – How does ist feel (Homepage) (Spotify)