Feuilletöne – Sendung 157 – Maxim Biller, PJ Harvey, Tatort und Bowmore 18

In dieser Sendung geht es um ‘Biografie’ von Maxim Biller, um ‘The Hope Six Demolition Project’ von PJ Harvey, um den weimarer Tatort ‘Der treue Roy’ und um den 18-Jährigen Bowmore.

Gelesen

Maxim Biller – Biografie (Kiepenheuer und Witsch)

Es geht um Soli Karubiner. Er ist Schriftsteller und muss Deutschland verlassen, nachdem ein deutscher Jungschriftsteller droht, ein aufgezeichnetes Video mit für Soli nachteiligem Inhalt online zu stellen. Aus Prag verfolgt Soli, wie Millionärssohn Noah Forlani den Hollywoodstar Gerry Harper dazu bringt, in Noahs neuesten Kunstvideo mitzuwirken, in dem Noah selbst Joseph Goebbels spielt, und zwar nackt. Während es bei diesen Dreharbeiten im Sudan zu einer Entführung kommt, muss Soli sich mit seiner jüdischen Familie herumschlagen. Er sieht nur einen Ausweg: Die Flucht nach Tel Aviv. Von dort reist er mit Noah weiter und kommt dem Geheimnis seines Vaters auf die Spur.

Gehört

PJ HarveyThe Hope Demolition Project

5 Jahre mussten alle warten bis PJ Harvey ein neues Album veröffentlichte. Nun ist es da, das neunte Album der britischen Künstlerin, und es macht genau da weiter, wo ‘Let England Shake’ aufgehört hat. Politisch mit klaren Positionen, wie man es von PJ Harvey gewohnt ist. Es geht mal wieder eher düster zu auf diesem Album. Musikalisch geht es von Blues-Rock über Folk bis hin zu Free-Jazz. Bis auf den Free-Jazz fand sich das auch schon alles auf dem letzen Album wieder. Das Saxofon ist häufiger als auf dem letzten Album zu hören. Hier improvisiert es gar in Free-Jazz Gefilden. Ganz neu ist der Chorgesang, den gab es bisher gar nicht.

Gesehen

Tatort: Der Treue Roy

Wir haben den Tatort geguckt. Und wir haben uns Der treue Roy rausgesucht. Nora Tschirner und Christian Ulmen spielen in diesem Tatort die Hauptrollen.

In der Nähe von Weimar wird eine Leiche gefunden und der Tote wird als Roy Weischlitz identifiziert. Die Ermittler Dorn und Lessing gehen von einem Mord aus. Der Tote lebte mit seiner Schwester zusammen, die ihrem Bruder Vorwürfe dafür machte, dass ihr ehemaliger Verlobter durch Roys Schuld ein Bein verloren hatte: Karsten, der inzwischen in einer verlassenen Tankstelle lebt und als Totengräber arbeitet. Als die beiden Ermittler herausfinden, dass Roy offenbar kurz vor seinem Tod einen Millionengewinn im Lotto gemacht hatte, scheint das Motiv für den Mord gefunden.

Verkostet

Bowmore 18

Wie so oft sind wir mal wieder auf Islay gelandet. Diesmal probierten wir den ausgezeichneten Bowmore 18.

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136-Thomas Sautner, Filmmusik, Grace and Frankie und Arran Machrie Moor

Neuigkeiten

Nikolaus Harnoncourt beendet Karriere
Harald Schmidt zukünftig beim Tatort
Frank Sinatra wäre am 12. Dezember 100 Jahre alt geworden.
Dritte Folge des neuen Literarischen Quartetts

Gelesen   
Thomas SautnerFremdes Land

Es geht um Jack Blind. Jack glaubt, dass er die Welt verändern kann. Als Teil der neuen Regierung glaubt er, Dinge verändern zu können. Tatsächlich ist er aber letztlich nur eine Marionette in einem System, in dem der Mensch nur noch als Konsument zählt. Freiheit und Selbstbestimmung sind nur noch auf dem Papier der Parteiprogramme vorhanden. Seine Schwester versucht ihm die Augen zu öffnen. Zunächst aber hält er am herrschenden System fest – bis er gezwungen ist seine Sichtweise zu hinterfragen.

Gehört

Filmmusik Special

Furyo – Merry Christmas, Mr. Lawrence (Apple Music) (Google Music)

Furyo – Merry Christmas, Mr. Lawrence: Ein Film aus dem Jahre 1983. Ein Film mit David Bowie. Ein Film, der Kultstatus hat. Aber nicht nur der Film an sich besitzt diesen Kultstatus, sondern auch der Soundtrack. Geschrieben von Ryūichi Sakamoto. Das ist der Mann, der auch den Soundtrack zu ‘Der letzte Kaiser’ schrieb und dafür einen Oscar bekam. Auf dem Soundtrack zu ‘Merry Christmas, Mr. Lawrence’ findet sich sogar ein kleiner Hit wieder, nämlich ‘Forbidden Colours’. Gesungen wird er von David Sylvian, dem ehemaligen Sänger von Japan. Wohl kaum ein Song ist so mit einem Film verbunden wie dieser. Wenn Menschen dieses Lied hören, müssen sie meist an diesen Film denken. Und wie immer bei solchen Dingen, kommt auch hier eine kräftige Prise Damals™ dazu.

Clint Mansell – The Fountain (Apple Music) (Google Music)

Wenn Musiker und Komponist Clint Mansell einen Soundtrack schreibt, dann richtig: Sein pompöses “Lux Aeterna” zum Beispiel, damals für Requiem For A Dream, wird bis heute in jedem zweiten Trailer und YouTube-Video zur dramatischen Untermalung benutzt. Wer sich irgendwo im Sci-Fi-Umfeld herumtreibt, hat ihn schon gehört.
Für den Soundtrack von The Fountain tat er sich erneut mit dem Kronos Quartet zusammen, holte Mogwai an Bord und strich dafür einige Preise und noch mehr Nominierungen ein. Dem wunderschönen Arthaus-Film The Fountain, mit seiner genre-typischen Schwurbeligkeit und seiner eher genre-untypischen Bildgewalt, wird Mansell mit seinem modernen, elektronisch-klassischen Soundtrack trotz verhältnismäßig einfacher komponistischer Mittel mehr als gerecht. Die leisen Töne beeindrucken ebenso wie die gold-schillernden und die dramatisch-pompösen. Er spielt gern mit einer wilden Mischung aus klassischen Streichern und modernen Instrumenten, die durch ein geschicktes Arrangement der einzelnen Themen und Stile der drei Zeitalter umspannenden, verzweigten Story des Films zu seiner intensiven Wirkung verhelfen.

Gesehen

Grace and Frankie (IMDb)

Bei Grace and Frankie handelt sich um eine Comedyserie, die von zwei Frauen erzählt – gespielt von Jane Fonda und Lily Tomlin –  die von ihren Ehemännern Robert und Sol – gespielt von Sam Waterston und Martin Sheen – verlassen werden. Robert und Sol eröffnen Grace und Frankie, dass sie sich ineinander verliebt haben. Und das schon vor geraumer Zeit. Die beiden wollen heiraten und sich von den Frauen scheiden lassen. Das alles kommt für die beiden Frauen höchst überraschend.

Verkostet

Arran Machrie Moor

Wir sind mal wieder bei Arran, diesmal beim Machrie Moor. Das ist der rauchige unter den Whiskies, die Arran so produziert.

Empfehlungen

ColdplayA Head Full of Dreams (Apple Music)

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125-Die Physiker, Boy und Prison Break

Neuigkeiten

Julian Adderley 40. Todestag
Sean Connery ist 85!
Leonard Bernstein wäre am Di. 87 geworden und ist neben dem Hören auch das Lesen wert.

Gelesen
Friedrich Dürrenmatt Die Physiker (Der Fernsehfilm)

Die Physiker, eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Theaterstücke und irgendwo zwischen Komödie, Satire und Groteske einzuordnen, zeigt uns drei Physiker in einer psychiatrischen Klinik, von denen einer eine potenziell die Menschheit bedrohende Entdeckung gemacht hat. Vor diesem Hintergrund wird die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung der Wissenschaft verhandelt und nebenbei die geneigten Zuschauer nicht nur zum Nachdenken gebracht, sondern auch hervorragend unterhalten.

Gehört

Boy – We were here (Homepage) (Spotify) (Apple Music)

Mit Preisen überhäuft geht das deutsch-schweizer Duo also nun in die zweite Runde. ‘We were here’ heißt das zweite Album. Eingängige Melodien. Hübsch arrangiert. Ecken und Kanten ist nicht das was man auf diesem Album findet. Es ist fröhliche, unaufdringliche, hübsche Popmusik. Toller Gesang. Perfekt Produziert. Ein Album was einen mal wieder im besten Sinne in Ruhe lässt, ohne dabei einfältig zu werden. Ein solides Album was nicht wehtut, das möchte es aber auch gar nicht.

Gesehen

Prison Break (IMDb)

Die Serie Prison Break folgt Michael bei seinem wahnwitzigen Versuch, seinen Bruder Lincoln zu befreien. Dieser sitzt zu Unrecht wegen Mordes im Gefängnis und ist, wie sich herausstellt, Teil einer globalen Verschwörung rund um den US-amerikanischen Präsidenten. Wer hier einen politischen Thriller erwartet, wird allerdings enttäuscht. Zwar kann die Serie mit ein paar interessanten Wendungen aufwarten, zumeist handelt es sich allerdings um ein Drama, das viele verschiedene Menschen und Schauplätze umfasst und sich damit auseinander setzt, welche schrecklichen Dinge ein Mann in Gang setzen kann, der “nur tun will, was er für richtig hält”. Eine atemlose Hetzjagd in vier Staffeln, die unerwartet nach langer Pause nächstes Jahr mit einer Miniserie fortgesetzt werden wird.

Empfehlungen

Tatort geht ab dem 6. September 2015 wieder los
Der New Yorker erzählt die Geschichte des Paperbacks.

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