Episoden

  • Feuilletöne- Sendung 209 – Simone De Beauvoir, The Smiths, One Day at a Time und Glen Grant 10

    Endlich geht es auch mal um eine Philosophin, und zwar um Simone De Beauvoir. Sie hat ‚Das andere Geschlecht‘ geschrieben, wir haben es gelesen und unterhalten uns darüber. Außerdem hörten wir ‚Strangeways, here we come‘ von The Smiths, sahen ‚One Day at a Time‘ und verkosteten einen 10-jährigen Glen Grant.

    Gelesen

    Simone De BeauvoirDas andere Geschlecht

    Simone-Lucie-Ernestine-Marie Bertrand de Beauvoir kam 1908 in Paris zur Welt und starb am 1986 ebenfalls in Paris. Sie war Schriftstellerin, Philosophin und Feministin. Sie schrieb zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Memoiren. Und sie gilt als Vertreterin des Existentialismus. 1949 schrieb Simone de Beauvoir ihr bekanntestes Werk ‚Das andere Geschlecht‘. Sie beschreibt hier, dass Frauen zu dem gemacht werden was sie sind, und nicht von vornherein irgendetwas sind, was Männer ihnen gerne nachsagen, unterstellen oder gerne hätten. Frauen werden in Abgrenzung zum Männlichen, das historisch als das Menschliche wahrgenommen wird, definiert. Verhaltensweisen, Schönheit und alles andere ist nicht, sondern wird.

    Gehört

    The SmithsStrangeways, here we come

    Nur vier Alben hat die Band aus Manchester veröffentlicht. Diese Band, die von vielen so abgefeiert wird, wie sonst nur noch die Beatles, die Stones, The Clash oder The Cure. Es gibt nur wenig Bands, die so viel Einfluss auf die Indie-Musik hatte wie eben The Smiths. Den Britpop hätte es ohne sie nicht gegeben. ‚Strangeways, Here We Come‘ ist das letzte Studioalbum dieser Band. Veröffentlicht 1987. Es wurde gar die Nummer zwei in den britischen Alben-Charts und blieb dort 17 Wochen. Alle Songs wurden von Johnny Marr komponiert und von Morrissey getextet und gesungen.

    Gesehen

    One Day at a Time (IMDb)

    One Day at a Time ist eine Sitcom aus dem Jahr 2017. Es handelt sich um eine Eigenproduktion von Netflix. Sie ist ein Remake der gleichnamigen Serie, die von 1975 bis 1984 ausgestrahlt wurde. Netflix veröffentlichte die erste Staffel im Januar 2017. Schon im März 2017 wurde dann beschlossen, sie um eine zweite Staffel zu erweitern.

    Es geht um die kubanische Familie Alvarez, die aus der Arzthelferin und ehemaligen Militärsanitäterin Penelope, ihren zwei Kindern Elena und Alex und aus Lydia, der Mutter von Penelope, besteht. Sie wohnen zusammen in einer Mietwohnung in Los Angeles. Und auch der Sohn des Vermieters wohnt im selben Haus wie die Familie und ist ein sehr guter Freund.

    Verkostet

    Glen Grant 10

    Die Brennerei wurde 1840 gegründet. 1898 ersetzte man die ursprünglichen Floormaltings durch Drummaltings und erbaute auf der anderen Straßenseite eine Brennerei namens Caperdonich, die aber zum damaligen Zeitpunkt noch Glen Grant No. 2 hieß. Bis zur ersten Schließung von Glen Grant No. 2 in 1902 waren die beiden Brennereien durch eine Pipeline verbunden. Glen Grant wurde 1973 von vier auf sechs und 1977 auf acht Brennblasen erweitert. Von 2001 bis Ende 2005 gehörte die Brennerei zu Pernod Ricard. Seit 2005 gehört Glen Grant zur Campari Gruppe. Wir haben den 10 Jahre alten Glen Grant verkostet und sagen euch in dieser Folge, wie wir ihn fanden.

  • Feuilletöne – Sendung 208 – Rainer Maria Rilke, Orchestre National de Jazz, Iron Fist und Auchentoshan 12

    Diesmal mal wieder ohne Philosophen, dafür mit dem Gedicht ‚Vorfrühling‘ von Rainer Maria Rilke, dem Album ‚Europa Oslo‘ von Orchestre National de Jazz, der Serie Iron Fist und einem 12-Jährigen Auchentoshan.

    Gelesen

    Rainer Maria Rilke – Vorfrühling (Gedicht)

    Fast fünf Jahre gibt es uns schon und wir haben noch nie etwas von Rilke gelesen! Das ändert sich mit dieser Folge. Rainer Maria Rilke wurde 1875 in Prag geboren und starb 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux in der Schweiz. Eigentlich heißt er René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke, und ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Lyriker. Mit seiner von der bildenden Kunst beeinflussten Dinglyrik gilt er als bedeutender Dichter der literarischen Moderne. Er schrieb etliche Erzählungen, einen Roman, Aufsätze zu Kunst und Kultur sowie zahlreiche Übersetzungen von Literatur und Lyrik. Auch sein Briefwechsel gilt als wichtiger Bestandteil seines literarischen Schaffens. Wir haben uns ‚Vorfrühling‘ vorgenommen und erzählen euch, was wir von diesem Gedicht so halten.

    Gehört

    Orchestre National de Jazz – Europa Oslo

    Das Orchestre National de Jazz ist eine französische Bigband, in der in Frankreich lebende Jazzmusiker zusammenarbeiten. 1986 wurde diese Bigband auf Initiative des Musikwissenschaftlers Maurice Fleuret und dem damaligen Kulturminister Jack Lang gegründet. Das Orchester wird vom französischen Staat finanziert. Der jeweilige künstlerische Leiter stellt sich ein Ensemble zusammen und ist für die gespielten Musikprogramme verantwortlich. Im Arrangement wird nicht auf ein klassisches polyphones Bigbandspiel der Bäser wertgelegt, es werden vielmehr Einzelstimmen polyphon geführt, um so eine modernere Basis für die Improvisationen zu haben. Die künstlerischen Leiter des Orchestre National de Jazz wechseln, ähnlich wie bei klassischen Orchestern, so dass immer wieder neue Richtungen beschritten werden können. Zur Zeit ist Olivier Benoît künstlerischer Leiter. Wir haben uns das aktuelle Album dieses Ensembles angehört.

    Gesehen

    Iron Fist – Staffel 1 (IMDb)

    Iron Fist baut mal wieder auf den Figuren des gleichnamigen Comics von Marvel auf, von denen wir schon einige gesehen haben. Auch sie spielt im Marvel Cinematic Universe  und ist die letzte von den vier geplanten Netflix-Serien, die zur Crossover-Serie ‚Marvel’s The Defenders‘ führen wird. Es geht um Danny Rand/Iron Fist, gespielt von Finn Jones, der 15 Jahre nach einem Flugzeugabsturz in China, bei dem seine Eltern starben, nach New York zurückkehrt. In China wurde er von Mönchen aufgenommen und in K’un-L’un in geheime Martial-Arts-Techniken eingeweiht. So erlangte er die Fähigkeit, die Iron Fist heraufzubeschwören. Mit Hilfe der Anwältin Jeri Hogarth tritt er nun in New York sein milliardenschweres Familienerbe an. Hier setzt er auch seine besonderen Fähigkeiten ein, um den Tod seiner Eltern aufzuklären, Rache zu nehmen und für mehr Gerechtigkeit zu kämpfen. Unterstützt wird er von der Kampfsportlehrerin Colleen Wing und der dem Marvel-Publikum bereits bekannten Krankenpflegerin Claire Temple.

    Verkostet

    Auchentoshan 12

    Auchentoshan heißt so viel wie ‚Feldecke‘ und die Destillerie wurde um 1823 erbaut. 1875 wurde sie renoviert, 1941 bei einem deutschen Fliegerangriff teilweise zerstört und erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. 1948 wurde sie wieder in Betrieb genommen. 1984 wurde Auchentoshan an Morrison Bowmore verkauft, womit sie letztendlich 1994 bei Suntory landete. Heute ist sie eine der letzten in Betrieb befindlichen Brennereien in den Central Lowlands. Wir haben den 12-jährigen dieser Brennerei verkostet.

  • Feuilletöne – Sendung 207 – Jean-Paul Sartre, Alexandra Lehmler, Serdar Somuncu, Hagen Rether und Johnnie Walker Green Label 15

    Es geht um ‚Das Sein und das Nichts‘ von Jean-Paul Sartre, also mal wieder um einen unserer Philosophen. Außerdem haben wir das Album ‚Sans Mots‘ von Alexandra Lehmler gehört, Kabarettprogramme von  Serdar Somuncu und Hagen Rether gesehen und den 15-Jährigen Johnnie Walker Green Label verkostet.

    Gelesen

    Jean-Paul SartreDas Sein und das Nichts

    Jean-Paul Sartre wurde 1905 in Paris geboren. Als er fünfzehn Monate alt war, starb sein Vater. Er bestand 1922  das Abitur und  begann Philosophie zu studieren. Dort lernte er auch Simone de Beauvoir kennen und die beiden erzielten die besten Ergebnisse ihres Jahrgangs. Sie trafen sich nunmehr nahezu jeden Tag im Jardin Luxembourg, um über sich, ihre Beziehung, ihr Leben, ihre Pläne zu reden und sich über ihre Standpunkte klar zu werden. Hier soll es zunächst aber um Sarte und sein Hauptwerk ‚Das Sein und das Nichts‘ gehen. Es ist nicht nur Sartes Hauptwerk, es gehört zu den großen philosophischen Werken des 20. Jahrhunderts. Es stammt aus dem Jahr 1943 und steht in der Tradition des französischen Rationalismus, ist aber ebenso inspiriert von Hegel, Husserl oder Heidegger. In diesem Werk zeigt Sartre u.a, die Bedeutung der Anderen für die eigene Person auf, unterscheidet Für-Sich (Der Mensch) und An-Sich (Gegenstände und Tatsachen unabhängig von der eigenen Person) sowie die Bewegung zwischen Möglichen und Unmöglichen. Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt und zur Bestimmung zur eigenen Verantwortung. Existenz kommt vor Essenz, sprich Menschen werden erstmal nichts außer geboren, und werden dann zu dem, was sie einmal sein werden, ohne dass es biologische Vorgaben auf Charakter, Talente oder sonstiges gibt. Sartre beschreibt den Menschen als ständig getrieben von dem Versuch, den Grund seiner Existenz zu finden. Dieses mündet dann häufig in Religionen oder Gott. Er erklärt seine Philosophie anhand von alltäglichen Dingen, was das Ganze oft recht einfach macht, wenn man es ins Verhältnis zu einigen anderen Philosophen setzt, die wir hier schon gelesen haben. Leicht ist es am Ende aber trotzdem alles nicht, denn er bedient sich bisweilen dann doch einer recht akademischen Ausdrucksform.

    Gehört

    Alexandra Lehmler – Sans Mots

    Alexandra Lehmler kommt aus Bad Ems, begann im Alter von acht Jahren mit dem Klarinettenunterricht, studierte Saxophon und spielt Alt-, Bariton-, Sopransaxophon und Bassklarinette. Sie erhielt verschiedene Preise und Auszeichnungen und schloss das Studium mit der Note eins ab. Im Jahre 2014 formierte sie für das Enjoy Jazz Festival eine Band, die aus Patrice Héral am Schlagzeug, Franck Tortiller am Vibraphon, Herbert Joos an der Trompete und Matthias Debus am Bass besteht. Mit dieser Band veröffentlichte sie in diesem Jahr ‚Sans mots‘. Es ist das fünfte Studioalbum von Alexandra Lehmler und wir sagen euch in dieser Sendung, wie wir es fanden.

    Gesehen

    Serdar Somuncu Live – Die Machtergreifung (IMDb) & Hagen Rether – Liebe (YouTube)

    Serdar Somuncu und Hagen Rether.  Beide sind Kabarettisten und beide kommen aus NRW. Beide haben eine starke politische Meinung und beide sind ungefähr gleich alt. Das war’s dann aber auch so ziemlich mit den Gemeinsamkeiten. Der eine leise, der andere eher auch mal laut. Der eine lässt auch schon mal die Stille sprechen, der andere lässt erst gar keine Stille aufkommen. Der eine aus dem Pott, der andere aus Köln. Und beide polarisieren hin und wieder mal auf ihre jeweils eigene Art. Wir haben uns die  beiden angesehen und sagen euch, was wir von den jeweiligen Programmen und den Personen dahinter halten.

    Verkostet

    Johnnie Walker Green Label 15

    Es hat ein bisschen gedauert bis wir bei Johnnie Walker gelandet sind. Der Green Label ist kein Blend, sondern ein Blended Malt, also ein Blend, wo kein Grainwhisky hinzugefügt wird, sondern ausschließlich Single Malt. In diesem Fall sind es vier Brennereien, die den Green Label zu dem machen was er ist: Talisker, Linkwood, Cragganmore und Caol Ila. 15 Jahre muss der jeweilige Malt alt sein, damit er in die Flasche des Green Label abgefüllt werden darf.

  • Feuilletöne – Sendung 206 – Paula Glamann, Baden Powell, Suits und Oban 14

    Wir machen mal wieder Urlaub von unserem Philosophie-Jahr und wenden uns der Lyrik zu. Wir lasen ‚Dear Euphoria‘ von Paula Glamann. Außerdem hörten wir ‚Solitude on Guitar‘ von Baden Powell, sahen die erste Staffel von Suits und verkosteten einen 14-jährigen Oban.

    Gelesen

    Paula Glamann – Dear Euphoria

    Wir sind mal wieder lyrisch unterwegs, diesmal besuchten wir das Blog G13. G13 ist ein Berliner Lyrikkollektiv, welches 2009 ins Leben gerufen wurde. Es werden Gedichte vorgestellt und diskutiert. Es gibt Veranstaltungen, Lesungen und Workshops zur Förderung junger schreibender Menschen. Einmal im Monat finden Lyrikabende statt, die allen offen stehen; und ein Forum gibt es auf diesem Blog auch. Wir haben das Gedicht ‚Dear Euphoria‘ gelesen.

    Gehört

    Baden PowellSolitude on Guitar

    Baden Powell de Aquino, bekannt als Baden Powell, lebte zwischen den Jahren 1937 und 2000 und war einer der berühmtesten und gefeiertsten brasilianischen Gitarristen und Gitarrenkomponisten. Er kombinierte klassische Techniken mit populäreren Harmonien und Rhythmen. Er spielte u.a. Bossa Nova, Samba und Jazz. Er verbrachte die meiste Zeit seines Lebens auf der Bühne oder im Studio mit seiner Gitarre. Die Aufnahmen für ‚Solitude on Guitar‘ fanden zur gleiche Zeit statt wie die für das Album ‚Grandezza on Guitar‘. Für beide Alben brauchte er nur zwei Tage. Nur drei Wochen vorher hatte er ‚Images on Guitar‘ aufgenommen. Trotz des Titels gibt es auf diesem Album nicht nur traurige Lieder, sondern auch recht heitere Kompositionen. Die Titel ‚In Vidigal Gafieira‘, ‚Chará‘, ‚Solitaire‘, ‚End of Line‘ und ‚Márcia eu te amo‘ wurden während der Aufnahmen im Studio geschrieben. Diesem irrsinnigen Tempo hat er leider irgendwann gesundheitlich nicht standhalten können. Die HörerInnen dürfen gespannt sein, ob Frau Windhorst mit diesem Album etwas anfangen konnte.

    Gesehen

    Suits Staffel 1 (IMDb)

    Suits ist eine US-amerikanische Anwaltsserie. Die Erstausstrahlung erfolgte bereits im Jahre 2011 in den USA und 2013 in Deutschland. Es geht in dieser Serie um Mike Ross, einen hochbegabten Hochschulabbrecher. Sein Traum war es, Anwalt zu werden. Dieser Traum sollte sich nicht erfüllen, weil er dabei erwischt wurde, wie er die Ergebnisse einer Matheprüfung an die Tochter des Dekans verkaufte. Als es zufällig zu einem Einstellungsgespräch mit Harvey Specter – einem von New York Citys Top-Anwälten – kommt, beeindruckt Mike ihn mit seinem schnellen Verstand, seinem enzyklopädischen juristischen Wissen und seinem aufrichtigen Wunsch, Anwalt zu werden. Harvey stellt ihn also ein, obwohl Mike keinen Abschluss hat. Wir haben uns die erste Staffel dieser Serie angesehen.

    Verkostet

    Oban 14

    Die Oban-Brennerei wurde 1794  gegründet. Um die Brennerei entstand eine kleine Stadt gleichen Namens, in deren Herz die Brennerei bis heute liegt. Heute gehört die Brennerei zu Diageo, wie so viele andere auch. Das Destillat wird wohl noch vor Ort in Fässer gefüllt und reift auch dort, bevor der Whisky dann zur Abfüllung nach Leven, Fife gebracht wird, wo Diageo eine große Abfüllanlage betreibt.

  • Feuilletöne – Sendung 205 – Karl Jaspers, Junius, Analogie und Edradour 12

    Der nächste Philosoph steht an, und es ist Karl Jaspers. Wir haben uns mit seiner ‚Einführung in die Philosophie‘ beschäftigt. Außerdem hörten wir ‚Eternal Rituals for the Accretion of Light ‚ von Junius, sahen den Kurzfilm ‚Analogie‘ und verkosteten einen 12-jährigen Edradour.

    Gelesen

    Karl Jaspers – Einführung in die Philosophie (YouTube)

    1932 erschien das dreibändige Hauptwerk von Karl Jaspers, das er schlicht ‚Philosophie‘ nannte. Philosophie war aber für Jaspers keine Wissenschaft, da diese auf Beweisen basiert, auf allgemein anerkannten und überprüfbaren Erkenntnissen. Das ist nach Meinung Jaspers in der Philosophie nicht so. In der Philosophie gebe es keine beweisbaren Aussagen. Somit könne Philosophie auch keine Wissenschaft sein. Philosophie trete laut Jaspers da auf, wo Menschen wach werden. Philosophie ist das Gewahrwerden der eigenen Ohnmacht und Schwäche.

    Jaspers unterschied also wissenschaftliche Wahrheit von philosophischen Wahrheiten. Während die wissenschaftliche Wahrnehmung also aufgrund von Nachweisen nachvollziehbar ist, könne man bei der philosophischen Wahrnehmung nicht von Beweisen sprechen, da sie sich auf transzendente Gegenstände wie Gott oder Freiheit richtet. Die Wissenschaft kennt Fortschritt, Philosophie laut Jaspers nicht. Philosophisch sei der heutige Mensch nicht weiter als Plato zu seiner Zeit, meinte Jaspers. Er wandte sich vehement gegen eine Philosophie, die mit der Wissenschaft wetteifern will und sich auf deren Methoden beschränkt. Dieses könne allein schon aufgrund der transzendenten Gegenstände nicht funktionieren. Wissenschaft sei methodische Erkenntnis, auf hypothetischer Basis zwingend gewiss und allgemeingültig im Sinne von Intersubjektivität. Wissenschaft sei begrenzt auf die Essenz der Menschen. Die Existenz aber bleibe unerfasst von der Wissenschaft.

    Die absolute Wahrheit sei ein Aberglaube, wie sie z. B. im Marxismus, der Psychoanalyse oder den Rassentheorien gegeben ist. Hier seien Soziologie, Psychologie und biologische Anthropologie in Weltanschauungen verwandelt worden, also zu Idiologien geworden. In diesem Punkt war er Popper und Camus sehr nahe. Wichtige Einflüsse auf Karl Jaspers‘ Philosophie waren Kierkegaard, Spinoza, Nietzsche, Husserl und Kant.

    Gehört

    Junius – Eternal Rituals for the Accretion of Light 

    Junius ist eine amerikanische Post-Rockband aus Boston, Massachusetts, die sich 2003 gegründet hat. Bisher haben sie vier EPs und drei Alben veröffentlicht. Benannt ist die Band nach Junius, dem Pseudonym eines politischen Schriftstellers, der im späten 18. Jahrhundert lebte. Junius hat eine Vielzahl von verschiedenen musikalischen Einflüssen. Laut Band haben u.a. Sunny Day Real Estate, Cursive, Failure, Hum, Deftones, Mogwai, Hot Water Music, Tears for Fears und At the Drive-In die Band musikalisch geprägt. ‚Eternal Rituals for the Accretion of Light‘ ist das dritte Album von Junius. Es ist ein Post-Rock-Album, auf dem sich ein Marschthema durch das ganze Album zieht. Eigentlich mal wieder ein typisch untypisches Post-Rock Album, was zum Teil gar richtig politisch ist. Es wird nämlich gesungen!

    Gesehen

    Analogie

    Es handelt sich bei Analogie um einen Kurzfilm von Lukas Kunzmann. Es scheint sich um eine Traumsequenz zu handeln. Der bildlastige Film handelt von Krieg, der aber nicht so genannt wird und vom Nicht-Verstehen der eigenen Existenz.

    Verkostet

    Edradour 12

    Zum vorerst letzten Mal sind wir heute bei der drolligen kleinen Distillery in den Highlands. Diesmal verkosten wir den 12-jährigen Single Malt, der ca. 7 Jahre in Bourbon Casks lag, um danach ca. 5 Jahre in Oloroso-Sherry-Fässern zu reifen. Und er trägt den Namen ‚Caledonia‘ aufgrund eines Songs von Dougie Maclean, der diesen Song im Jahre 1977 an einem Strand in der Bretagne schrieb, als er Heimweh nach Schottland hatte. Dieser Song gab dem Whisky seinen Namen.

  • Feuilletöne – Sendung 204 – Erich Kästner, Johannes Brahms, Türkisch für Anfänger und Edradour/Ballechin 8 Cuvée

    Wir erholen uns von Heidegger und haben ‚Sachliche Romanze‘ von Erich Kästner gelesen, ‚Ein deutsches Requiem‘ von Johannes Brahms in einer Aufnahme des Windsbacher Knabenchors und des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin unter der Leitung von Karl-Friedrich Beringer gehört, den Film ‚Türkisch für Anfänger‘ gesehen und einen 8-Jährigen Cuvée aus Erdadour und Ballechin verkostet.

    Gelesen

    Erich KästnerSachliche Romanze (Text

    Mal wieder Erich Kästner. Der in Dresden geborene deutsche Schriftsteller, der der Verbrennung seiner Bücher durch die Nazis beiwohnte und in dieser Zeit mehrmals verhaftet wurde, schrieb das Gedicht ‚Sachliche Romanze‘ zu Beginn des 20. Jahrhunderts. zum ersten Mal wurde dieses Gedicht in der Vossischen Zeitung vom 20. April 1928 veröffentlicht.

    Es geht um ein Paar, das feststellt, dass ihnen die Liebe füreinander abhanden gekommen ist, nach acht Jahren Beziehung. Die beiden gehen „ins kleinste Café am Ort“, dort blieben sie bis zum Abend. Aber auch dort finden sie keine Lösung „und konnten es einfach nicht fassen.“ Der Grund für die Trennung der zwei ist, dass sie sich mit der Zeit zu sehr aneinander gewöhnt haben. Das ist eigentlich ein recht dramatischer Vorgang. Ganz im Gegensatz dazu ist der Ton des Gedichts betont sachlich. Die Namen der beiden erfahren die Leser und Leserinnen nicht, ebenso wie Ort oder Zeit der Handlung.

    Gehört

    Johannes Brahms/Ein deutsches Requiem –  Windsbacher Knabenchor/ Karl-Friedrich Beringer/Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

    Nicht zu ersten Mal beschäftigen wir uns mit ‚Ein deutsches Requiem, op. 45‘ von Johannes Brahms, mit dieser Aufnahme aber schon. Es handelt sich um ein Werk für Sopran- und Bariton-Solo, Chor und Orchester. Und das ist auch schon so ziemlich alles was man über diese Stück sagen kann. Ein Requiem ist es definitiv nicht, denn unter einem Requiem versteht man die Liturgie der Totenmesse der katholischen Kirche. Aber Brahms war weder katholisch noch sonst irgendetwas. Er wuchs im evangelisch-lutherischen Hamburg auf und war laut eigener Aussage ein „bibelfester Atheist“. Einen Jesus-Bezug gibt es in dieser Messe auch nicht, der wird nämlich gar nicht erwähnt, das trug nun auch nicht gerade zur großen Freude der evangelischen Kirche bei, die das gern gehabt hätte. Brahms war sich dessen bewusst und wollte diesen Bezug trotzdem nicht. Ihm ging es nicht um Erlösung oder Leid, sondern um Trost der hinterbliebenen Menschen. Auch mischte er lustig Altes und Neues Testament in einer Zeile – was die Kirche auch nur wieder so bedingt drollig fand.

    Er gestaltete das Stück nicht als Trauermusik, sondern zum Trost derer, „die da Leid tragen“, also als eine Musik für die Lebenden, nicht für die Toten. Man könnte es Oratorium bezeichnen, aber da fehlt wieder die dramaturgische Komponente. Es könnte auch eine  evangelische Motette früherer Zeiten sein, da fehlt aber wieder der Bezug zum Christentum. Das Werk mag sich einfach nicht in ein Genre einordnen lassen. Typisch Brahms, könnte man sagen. Und man sieht ihn vor dem inneren Auge schmunzeln und sich ein wenig freuen, dass ihm das gelungen ist.

    Man kann sich vorstellen, dass es unter diesem Umständen nicht einfach war, dieses Stück aufzuführen. Die Hansestadt Bremen war schon damals cool, die Menschen des St. Petri Doms auch und so konnte man die Uraufführung des Stückes – damals allerdings noch mit fünf Sätzen – im Bremer Dom am Karfreitag, den 10. April 1868 unter der musikalischen Leitung von Brahms und des Bremer Domkapellmeisters Carl Martin Reinthaler hören. Das vollständige Werk, wie wir es heute kennen, also mit allen sechs Sätzen, erlebte am 18. Februar 1869 seine Uraufführung im Leipziger Gewandhaus.

    Gesehen

    Türkisch für Anfänger (IMDb)

    In diesem Fall handelt sich um eine Spielfilmadaption der Serie ‚Türkisch für Anfänger‘. Die Regie der Produktion übernahm auch hier, wie schon in der Serie,  Drehbuchautor Bora Dagtekin, der damit sein Filmregiedebüt gab. Anlehnend an die Originalhandlung erzählt die Neuverfilmung von der Begegnung der Familien Schneider und Öztürk. Das war’s dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn die Geschichte der Serie wird komplett neu erzählt. Hier treffen sich die beiden Familien nicht in Berlin, sondern während einer Thailandreise. Sie überstehen eine Bruchlandung mit dem Flugzeug, und Lena, Cem, Yagmur und Costa landen auf einer einsamen Insel, während die Eltern zusammen mit den anderen geretteten Passagieren im Hotel weilen. Derselbe Titel, dieselben Schauspieler aber eine etwas andere Geschichte, kann das gutgehen? Wir haben den Film gesehen und sagen euch in dieser Folge was wir davon so halten.

    Verkostet

    Edradour/Ballechin 8 Cuvée

    Schon wieder bei Edradour und Ballechin, aber diesmal bei beiden gleichzeitig. Denn es handelt sich bei diesem 8-Jährigen Single Malt um ein Cuvée aus Edradour und Ballechin. Die Fässer stammen von Ballechin, sind also rauchig und in diesem Fall ehemalige Bourbon-Fässer. Eines ist ein Edradour-Fass, ist also nicht rauchig und in diesem Fall ein Sherry-Fass.