Feuilletöne – Sendung 268 – Christina Viragh, Ólafur Arnalds, Breaking Bad und Liebharts Privatbrauerei – Bio Dunkel Landbier 

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Wir machen nach dieser Sendung eine zweiwöchige Pause, aber vorher haben wir noch ‘Eine dieser Nächte’ von Christina Viragh gelesen, ‘re:member’ von Ólafur Arnalds gehört, die Pilotfolge von ‘Breaking Bad’ gesehen und das Bio Dunkel Landbier der Liebharts Privatbrauerei verkostet.

Gelesen

Christina Viragh – Eine dieser Nächte (Dörlemann Verlag

Christina Viragh wurde 1953 in Budapest geboren. Sie ist ungarisch-schweizerische Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie musste 1956 mit ihrer Familie Ungarn verlassen und zog 1960 nach Luzern um, wo sie auch aufwuchs. Sie absolvierte ein Studium der Philosophie, der Französischen und Deutschen Literatur an der Universität Lausanne. Von 1985 bis 1987 arbeitete sie als Teaching Assistant für Französisch an der University of Manitoba in Winnipeg. Sie ist seit 1999 korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.

Bill erzählt auf dem Flug von Bankok nach Zürich mit lauter Stimme aus seinem Leben, und zwar so laut, dass die um ihn herumsitzenden Passagiere die Geschichten hören, ob sie nun wollen oder nicht. Zunächst nur widerwillig zuhörend, werden sie vom Sog der Geschichten erfasst. Wobei wiederum eigene Geschichten und Phantasie wachgerufen werden. All diese Geschichten münden in einem Ganzen und Bill beschwört Orte uns seltsame Wesen herauf. Das alles bekommt während dieses Fluges natürlich nicht allen gleichermaßen gut. 

Gehört

Ólafur Arnaldsre:member

Ólafur Arnalds wurde 1986 in Mosfellsbær in Island geboren. Er ist Multiinstrumentalist und Produzent. Er begann in seiner Kindheit Schlagzeug, Piano und andere zu lernen. In seiner Jugend spielte er in Hardcore-Bands. Schon bald aber zeigte er Interesse am Komponieren, insbesondere am Schreiben von Filmmusik. Mit 18 Jahren begann er Musiktheorie und Komposition zu studieren, brach das Studium jedoch bald ab. Als Grund dafür führte er den Elitarismus der klassischen Musikszene an. 2007 erschien sein erstes Soloalbum ‘Eulogy for Evolution’. 2008 begleitete er die Band Sigur Rós als Vorgruppe auf ihrer Tournee. 2009 veröffentlichte Ólafur das aus sieben Songs bestehende Projekt Found Songs. Ziel war es, binnen sieben Tagen täglich einen Song aufzunehmen und diesen sofort via Twitter und Facebook zu verbreiten. Die Stücke des Found-Songs-Projekts wurden anschließend als EP veröffentlicht. 2012 wurde mit ‘Another Happy Day’ der erster Soundtrack für einen Hollywood-Film veröffentlicht. 

‘re:member’ ist das vierte Soloalbum des umtriebigen Isländers. Seine Kompositionen bewegen sich gemeinhin zwischen Indie, Neoklassik und elektronischer Musik. Uns so ist es auch auf diesem Album. Arnalds hat für dieses Album eine neue Aufnahmetechnik entwickelt. Außerdem entwickelte er zusammen mit seinem Tontechniker Halldór Eldjárn eine Audio-Software mit Namen ‘Stratus’, die Sequenzen aus aufgenommener Musik generiert. Diese Sequenzen wiederum, stammen aus einem Wechselspiel dreier Pianos. Eines dieser Pianos hat Arnalds selbst gespielt, die anderen beiden Pianos sind zwei selbstspielende Pianos, deren Spiel durch das Spiel von Ólafur Arnalds ausgelöst wird. Während Ólafur Arnalds eine Note auf dem Klavier spielt, werden von der Software Stratus zwei verschiedene Noten erzeugt, die unerwartete Harmonien und überraschende melodische Sequenzen erzeugen. ‘re:member’ ist natürlich trotz alledem ein Ólafur Arnalds-Album mit all den Dingen, die die Herzen der Ólafur Arnalds-Fans höher schlagen lassen. Technik hin, Technik her. Audiosoftware hin, Audiosoftware her. Es bleibt eben Ólafur Arnalds. Hübsche Streicherflächen, verträumte Pianopassagen und bloß nicht zu laut werden, die Menschen lieber träumen lassen. Ob das alles reicht, um uns zu begeistern?

Gesehen

Breaking BadPilotfolge

Breaking Bad ist eine US-amerikanische Krimi-Drama-Fernsehserie von Vince Gilligan. Sie zeigt die Wandlung eines an Lungenkrebs erkrankten biederen Chemielehrers zu einem rücksichtslosen Kriminellen. Die Hauptrolle spielt Bryan Cranston, der im Laufe der Serienausstrahlung vier Emmys als bester Hauptdarsteller erhielt. Die Serie besteht aus 62 Episoden in fünf Staffeln und wurde von 2008 bis 2013 ausgestrahlt. 

Kurz nach seinem 50. Geburtstag kollabiert der Chemielehrer Walter White in der Autowaschanlage, in der er nebenberuflich tätig ist. Im Krankenhaus erhält er die Diagnose, dass er an Lungenkrebs erkrankt ist und die Heilungschancen gering sind. Er wirft seinen Nebenjob hin, verheimlicht seinen Zustand aber vorläufig vor seiner Familie. Walter entwendet aus dem Chemielabor seiner Schule einige Behälter und Laborgeräte, die er zur Herstellung von Drogen benötigt. Er setzt seine gesamten Ersparnisse zur Anschaffung eines Wohnmobils ein, in dem er und sein ehemaliger Schüler Jesse an abgelegenen Plätzen in der Wüste die Droge „kochen“…..

Verkostet 

Liebharts Privatbrauerei – Bio Dunkel Landbier 

Mithilfe ortsansässiger Handwerksunternehmen wurde die Liebhart’s Brauerei neu aufgebaut. Ende 2004 begann die Planung der Anlagen, im darauffolgenden Jahr wurde der Braukessel angefeuert. Es handelt sich um einen Familienbetrieb. Beim ‘Bio Dunkel Landbier’ handelt es sich um ein Bier, was aus Biohopfen, Bio-Braunmalz und und naturbelassenem Quellwasser besteht. Die Bestandteile dieses Bieres stammen allesamt aus ökologischer Landwirtschaft und werden ohne Zusatz von Agrarchemie oder Pestizide hergestellt.

Feuilletöne – Sendung 267 – Thomas Hobbes, Modern Jazz Quartet, Norsemen und Bruichladdich The Laddie Eight

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Endlich wieder Philosophie! Diesmal geht es um Thomas Hobbes, dessen bekanntestes Werk ‘Leviathan’ war. Gehört haben wir mal wieder einen Klassiker, diesmal das Album ‘Django’ vom Modern Jazz Quartet. Außerdem haben wir die norwegische Serie ‘Norsemen’ gesehen und einen Bruichladdich ‘The Laddie Eight’ verkostet.

Gelesen

Thomas Hobbes 

Thomas Hobbes wurde 1588 in Westport, Wiltshire geboren und war Mathematiker, Staatstheoretiker und Philosoph. Bereits mit vier Jahren konnte er lesen, schreiben und rechnen. Mit acht Jahren wurde Hobbes in einer Privatschule in den klassischen Sprachen unterrichtet. Im Alter von vierzehn Jahren, begann er sein Studium an der traditionell-scholastischen Universität Oxford, wo er vor allem Logik und Physik studierte. Resultate der klassischen Ausbildung waren genaue Kenntnisse des Griechischen und Lateinischen Sprachen und die vehemente Ablehnung der Universitätsphilosophie, der mittelalterlich-aristotelischen Logik und Staatstheorie. Für kurze Zeit war Hobbes Sekretär von Francis Bacon, für den er einige seiner Schriften ins Lateinische übersetzte. Auf seinen Auslandsreisen, lernte er in Pisa Galileo Galilei kennen. Außerdem schloss er Bekanntschaft mit René Descartes, Marin Mersenne und Pierre Gassendi. Während seiner dritten Europareise entwickelte Hobbes den Plan, seine Philosophie aus drei systematisch aufeinander aufbauenden Teilen zu konstruieren: der Lehre von der körperlichen Substanz, der Lehre vom Menschen im Naturzustand und schließlich die Lehre vom Menschen in der Gesellschaft. Hobbes hatte sich im Streit zwischen Krone und Parlament anonym für die Rechte von König Karl I. eingesetzt und musste deshalb 1640 nach Frankreich ins Exil fliehen. Mit seinem Werk ‘De cive’ – also mit der Lehre vom Menschen in der Gesellschaft – versuchte Hobbes erneut, Einfluss auf die Entwicklung in England zu Gunsten einer absolutistischen Monarchie auszuüben. Wie auch später in seinem bekanntesten Werk  ‘Leviathan’ war er für die Übertragung aller Gewalt auf einen souveränen Herrscher, da es dem Mensch nur um Besitz und Ansehen gehe, der nur durch die Angst vor der Strafe durch eine übermächtige Gewalt eingedämmt werden könne. Demzufolge sollten die Einzelnen ihre natürlichen Rechte auf eine zentrale Gewalt übertragen, die am vollkommensten in einer Person, dem absoluten Herrscher, repräsentiert werde. Nach der Veröffentlichung des ‘Leviathan’, wurde Hobbes in England wegen des angeblich atheistischen und häretischen Charakters seines Werks vielfach von Seiten der Kirche, des Adels und von Privatpersonen angefeindet. Um ihn juristisch belangen zu können, wurde sogar mehrfach versucht, eigens dafür eine gesetzliche Grundlage zu schaffen. Dank einflussreicher Freunde, gelang es Hobbes, die gegen ihn gerichteten Intrigen unversehrt zu überstehen. 

Die 1668 verfasste Geschichte der Bürgerkriegsepoche ‘Behemoth oder Das Lange Parlament’ erhielt keine Druckerlaubnis, und seine lateinischen Schriften musste er in Amsterdam verlegen lassen. Dennoch lebte er bis zu seinem Tod in gesicherten und komfortablen Verhältnissen auf einem Landsitz der befreundeten Familie Cavendish. Thomas Hobbes starb in Hardwick Hall/Derbyshire.

Gehört

Modern Jazz QuartetDjango

Es wurde 1952 von dem Pianisten John Lewis, dem Vibraphonisten Milt Jackson, dem Kontrabassisten Percy Heath und dem Schlagzeuger Kenny Clarke gegründet und entstand aus Milt Jackson Quartet, Milt Jackson, John Lewis und Kenny Clarke bildeten 1946 bis 1950 die Rhythmusgruppe der Dizzy Gillespie Big Band und vertrieben sich während der Bläserproben die Zeit mit gemeinsamem Musizieren. Daraus folgte, dass das Quartett bei Auftritten des Gillespie Orchesters als Band in der Band herausgestellt wurde. Sie spielten immer dann, wenn sich die Bläser eine Ruhepause gönnten. Die Combo trat aber auch als Milt Jackson Quartet auf. 1952 formierten sie sich die Musiker dann als Modern Jazz Quartet. Kenny Clarke verließ 1955 die Band; er wurde durch Connie Kay ersetzt. 1957 waren sie auf ihrer ersten Europa-Tournee und gaben dort innerhalb eines Jahres 88 Konzerte, u. a. auch in Deutschland. Es folgten alljährlich weltweite Tourneen. Das Quartett ging immer wieder auseinander um “Ferien” zu machen, u.a. damit die Mitglieder auch mit weiteren Projekten und Gruppen tätig sein konnten. Im Sommer 1974 trennte sich die Gruppe, gab aber weiterhin Konzerte. 1981 fanden sie sich wieder zusammen und spielten unter anderem 1990 in Deutschland. Eine der langlebigsten Combos des Jazz endete schließlich durch den Tod von Connie Kay 1994. Milt Jackson starb 1999, John Lewis 2001 und Percy Heath 2005. Ihre letzte Aufnahme erschien 1993 als sie ihren 40. Geburtstag feiern konnten.

Das tolle des Modern Jazz Quartets war, dass jedes einzelne Mitglied mit etwas spannenden überraschen konnte, während Präzision und Kollektivität einer klassischen Gruppe beibehalten wurde. Das Modern Jazz Quartet verkörpert nicht nur den Cool Jazz durch John Lewis’ Komposition, sondern auch den Bebop durch Jacksons virtuose Improvisationen. Sie haben einen Stil geprägt, der Komposition und Improvisation fusioniert. Lewis schrieb sowohl fugenartig-klassisch beeinflusste Stücke, wie z.B. ‘Concorde’, als auch moderne Jazz-Standards wie das Stück ‘Django’. Milt Jackson war der erste, der mit seinen virtuosen Improvisationen auf dem Vibraphon einen Bebop Stil spietlen. Percy Heath brachte dann noch Hardbop Einfluss in die Gruppe ein. Sie waren äußerst flexibel und spielten mit Big-Bands auf der einen Seite oder mit Paul Desmond auf der anderen Seite. Sie spielten geläufig wiedererkennbare Melodien ebenso wie elaborierte Improvisationen. 

Gesehen

Norsemen

Norsemen ist eine norwegische TV-Serie, bei der es um eine Gruppe von Wikingern geht, die im Dorf Norheim um das Jahr 790 leben. Zunächst lief die Serie in Norwegen unter dem Namen ‘Vikingane’ auf NRK1 im Jahre  2016. Das Drehbuch wurde von Jon Iver Helgaker und Jonas Torgersen gerschrieben. Die Serie wird in Norwegen gedreht und es wurde sowohl in norwegisch als auch in englisch aufgezeichnet. Die erste Staffel der englischen Version wurde auf Netflix im Jahr 2017 unter dem Namen ‘Norsemen’ veröffentlicht. Die zweite Staffel wurde im Frühjahr 2017 gedreht. 

Verkostet 

Bruichladdich – The Laddie Eight 

Bruichladdich wurde 1881 am westlichsten Ausläufer der Insel Islay erbaut. Zu dieser Zeit zählte der Betrieb zu den modernsten Destillerien. Ein Großteil der damaligen Ausrüstung wird noch heute verwendet. Im Gegensatz zu den meisten Brennereien, die meist aus umgebauten Bauernhäusern entstanden sind, wurde Bruichladdich als Destillerie geplant und gebaut. 

Von 1929 bis 1937 wurde nicht produziert, danach folgten einige Besitzerwechsel. Invergordon baute 1974 ein weiteres Paar Brennblasen ein. 1994 wurde die Brennerei erneut stillgelegt, bis sie im Jahr 2000 von Mark Reynier, Simon Coughlin und Gordon Wright für 7.500.000 £ gekauft und anschließend vollständig renoviert wurde. Als Brennmeister konnte Jim McEwan gewonnen werden, der vorher bei Bowmore war. Die viktorianische Ausstattung wurde größtenteils erhalten. Die Geräte, Brennöfen und Rohrleitungen wurden in ihre Einzelteile zerlegt und durch ein Team von Ingenieuren neu zusammengebaut. 2012 wurde bekanntgegeben, dass Rémy Cointreau die Brennerei für 58.000.000 £ gekauft hat. Wir haben den ‘The Laddie Eight’ verkostet, der weder gefärbt noch kühlgefiltert ist. Er hat hübsche 50% und lag acht Jahre in Bourbon-Fässer. 

Feuilletöne – Sendung 266 – Helene Hegemann, Interpol und alfredissimo!

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Diesmal geht es bei Gelesen um ‘Bungalow’ von Helene Hegemann, bei Gehört um ‘Marauder’ von Interpol und bei Gesehen um die Kochsendung ‘alfredissimo!’

Gelesen 

Helene Hegemann – Bungalow (Hanser Verlag)

Helene Hegemann wurde 1992 in Freiburg im Breisgau geboren und ist Autorin, Regisseurin und Schauspielerin. Sie zog sie mit 13 Jahren nach Berlin. In diesem Alter begann sie auch mit dem Schreiben und erlangte erste Aufmerksamkeit mit ihrem Weblog. 2007 wurde ihr Theaterstück ‘Ariel 15’ in Berlin im Ballhaus Ost unter der Leitung von Sebastian Mauksch uraufgeführt. Es wurde 2008 vom Deutschlandradio als Hörspiel umgesetzt. Im selben Jahr subventionierte die Bundeskulturstiftung die Realisierung eines Drehbuchs, das Helene Hegemann im Alter von vierzehn Jahren geschrieben hat. Der daraus entstandene Film, ‘Torpedo’, bei dem sie auch Regie führte, wurde 2008 bei den Hofer Filmtagen uraufgeführt, lief im Sommer 2009 in den deutschen Kinos und wurde mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet. Sie wurde von der Literaturkritik für ihren Debütroman ‘Axolotl Roadkill’ zunächst gelobt, bis Vorwürfe laut wurden, Hegemann habe bei dem Berliner Blogger und Autor Airen abgeschrieben. Einige Formulierungen und Passagen erwiesen sich als kopiert, was eine ausführliche Kontroverse über Theorie, Praxis und Definition des Plagiats im Gegensatz zu “Intertextualität” auslöste. Dennoch wurde das Buch für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Der Roman ist mittlerweile in zahlreiche Sprachen übersetzt worden und wurde 2015 mit Helene Hegemann als Regisseurin und Drehbuchautorin unter dem Titel ‘Axolotl Overkill’ verfilmt. Im Jahr 2013 erschien ihr zweiter Roman ‘Jage zwei Tiger’. 2018 gelangte sie mit ihrem dritten Roman ‘Bungalow’ auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. 

Dieser Roman handelt von Charlie, die vom Balkon ihrer Mietskaserne die benachbarten Bungalows und deren Bewohner beobachtet. Sie erkennt, dass es mehrere soziale Klassen gibt, und dass sie selbst zur untersten gehört. Dann, kurz nach ihrem zwölften Geburtstag, zieht ein neues Ehepaar ins Viertel. Die beiden sind Schauspieler. Sie sind unberechenbar, chaotisch, luxuriös und schlauer als alle anderen – und für Charlie ein Ausweg aus der Kargheit ihres Lebens. Es geht in diesem Roman um Spielkameraden und Lover, um Einfluss anderer und um größte Gefährdung. Außerdem handelt der Roman vom Überleben in einer zunehmend apokalyptischen Welt und vom freien Willen.

Gehört

InterpolMarauder

Interpol kommen wurden 1997 in New York gegründet. Usprünglich bestand die Band aus Paul Banks (Gesang und Gitarre), Daniel Kessler (Gitarre und Gesang), Carlos Dengler (Bass und Keyboards) und Greg Drudy (Schlagzeug und Percussion). Drudy verließ die Band bereits im Jahr 2000 und wurde durch Sam Fogarino ersetzt. Im Jahr 2010, kurz nach Fertigstellung der Aufnahmen für das vierte Album, verließ Dengler die Band. Interpol amcht das was man gemeinhin ‘Post-Punk’ nennt. Die 80er Jahre des vergangenem Jahrhunderts standen hier massiv Pate, und wenn es Interpol in den 80ern gegeben hätte, sie wären definitiv gefeiert worden. Interpols Debütalbum ‘Into the Bright Lights’ aus dem Jahre 2002 wurde von der Kritik gefeiert, wir besprachen es in der 236. Episode unserer Sendung. Die nachfolgende Alben brachten ihnen zwar mehr Kritrik aber auch größeren kommerziellen Erfolg ein. 2017 startete die Band die ’15th Anniversary-Tour’ des Albums ‘Into the Bright Lights’, in der am jeweiligen Auftritt das ganze Album gespielt wurde. 

Und nun also das Marauder, das sechste Album der Band. Die Aufnahmen für dieses Album begannen im Oktober 2016. Im Januar 2017 gab die Band offiziell bekannt, dass ihr sechstes Studioalbum 2018 veröffentlicht werden würde. Für die ’15th Anniversary-Tour’ des Albums ‘Into the Bright Lights’ legten sie eine Produktionspause ein. Die Tour ging schließlich von August bis Oktober des Jahres 2017. Und keine Angst, Interpol bleibt auch auf diesem Album Interpol, allerdings vermisst man beim Hören des Albums nicht mehr Carlos Dengler, wie das an einigen Stellen des letzten Albums durchaus noch der Fall war. Alles hört sich insgesamt erwachsener an als auf den Alben davor. Und man hat mehr Mut zur Dissonanz. Sitzt, passt, wackelt und hat Luft? Hört selbst. 

Gesehen

alfredissimo! – (YouTube)

alfredissimo! war eine von Alfred Biolek moderierte Kochsendung, die zwischen 1994 und 2007 vom WDR in Köln produziert wurde. In jeder Sendung kochte Alfred Biolek zusammen mit Prominenten. Sowohl Alfred Biolek als auch die jeweiligen Gäste kochten je ein Rezept, was dann am Ende der Sendung probiert wurde. Die erste Sendung wurde am 27. Dezember 1994 ausgestrahlt, die letzte am 7. April 2007. Wir haben uns eine Folge aus dem Jahr 2007 angeschaut in der Anke Engelke zum zweiten mal zu Gast war. 

Feuilletöne – Sendung 265 – Marcel Proust, Inbal Segev und Juho Pohjonen, Insatiable und das Flokí New Make

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Wir haben den vierten Teil des Romans ‘Auf der Suche nach der verlorenen Zeit’ von Marcel Proust gelesen, ‘Chopin, Schumann, Grieg’ von Inbal Segev und Juho Pohjonen gehört, die erste Folge der Serie ‘Insatiable’ gesehen und das New Make von Flóki verkostet. Und ihr könnt uns für den Buchblog-Award 2018 nominieren, wenn ihr mögt. 🙂 -> https://www.buchblog-award.de/nominieren/

Feedback der HörerInnen

Beccis Tweet zum Thema Golan Whisky

Beccis YouTube-Video zum Thema Social Media 

Gelesen

Marcel ProustAdSndvZSodom und Gomorrha

Marcel Proust wurde am 10. Juli 1871 im Pariser Vorort Auteuil geboren. Seit seiner Kindheit litt er an schwerem Asthma. Im Gymnasium begann er sich für das zu interessieren, was künftig sein Leben bestimmen sollte, nämlich Theater, Lesen und Schreiben. Er schloss 1893 sein Jura-Studium ab, ohne jemals einen juristischen Beruf auszuüben. 1896 veröffentlichte er unter dem Titel ‘Les Plaisiers et les jours’ eine Sammlung erster Erzählungen. Laut Proust liegt der Schlüssel nicht in einem Buch, sondern bei denen, die das Buch lesen. Als Proust im Januar 1909 einen Zwieback – im Roman ist es eine Madeleine – in seinen Tee taucht, wird er in seine Kindheit zurückversetzt. Er zieht sich von der Welt zurück, um einen Roman zu schreiben, von dem der erste Entwurf im September 1912 fertig wird. Der erste Band ‘Auf dem Weg zu Swann’ wurde von Verlagshäusern aus verschiedenen Gründen abgelehnt und erschien auf eigene Kosten im Jahre 1913. Zu diesem Zeitpunkt waren von Proust nur drei Bände geplant. Der Roman gilt als das Hauptwerk von Proust, der stark autobiographische Züge trägt und sich mit dem Wesen menschlicher Identität befasst. Für den 2. Band erhielt der Schriftsteller 1917 den Goncourt-Preis. Der Roman erzählt die Geschichte von Prousts eigenem Leben als allegorische Suche nach der Wahrheit und ist eines der wichtigsten Werke der Literaturgeschichte. Marcel Proust starb am 18. November 1922 an Lungenentzündung in Paris. Die letzten drei Bände des Romans wurden posthum veröffentlicht. Wir haben für diese Folge der Sendung den vierten Band gelesen.

‘Sodom und Gomorrha’ ist der vierte Teil dieses siebenteiligen Romans, in dem unser Ich-Erzähler zunächst davon berichtet, dass er eine lebenslange Schreibblockade zu überwinden suche, um so seinem Leben einen Sinn zu verleihen. Er erzählt von einer für ihn schockierenden Entdeckung: Nämlich, dass der Baron von Charlus homosexuell ist. Und nicht nur der Baron, nein es gibt kaum einen braven Familienvater, der nicht auch Blicke auf hübsche junge Männer wirft. Und auch Frauen sind zu seinem großen Entsetzen dem eigenen Geschlecht nicht abgeneigt. Und so stolpert unser Held von einem Eifersuchtsdrama ins andere. Nach drei Romanbänden voller Andeutungen lässt der Autor seine Figuren nun also die Homosexualität ausleben, zu der er sich selbst nie offen bekannte. Das Ergebnis ist natürlich nach heutigen Maßstäben geradezu prüde, löste aber in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts einen Skandal aus, zumal Proust das Ganze ja zum Teil seiner eigenen Biografie und der seiner Bekannten entnahm. Heutige LeserInnen können dann doch eher darüber schmunzeln. 

Gehört

Inbal Segev/Juho Pohjonen – Chopin, Schumann, Grieg

Inbal Segev ist eine israelische Cellistin. Sie begann im Alter von 5 Jahren Cello zu spielen. Aufgrund einer Empfehlung von Isaac Stern kam sie im Alter von 16 Jahren in die USA. Sie debütierte mit dem Israel Philharmonic Orchestra und den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Zubin Mehta. Sie gewann gewann mehrere internationale Wettbewerbe und Preise. Sie spielt ein Cello aus dem Jahre 1673, was von Francesco Rugeri geschaffen wurde.

Juho Pohjonen begann 1989 an der Junior Academy der Sibelius-Akademie in Helsinki Klavier zu studieren, wo er 2008 seinen Master-Abschluss machte. Außerdem nahm Juho an mehreren Meisterkursen von Weltklasse-Pianisten wie Andràs Schiff oder Leon Fleisher teil. Er spielte sowohl solo als auch mit vielen Orchestern weltweit Konzerte ein.

Inbal Segev und Juho Pohjonen haben für dieses Album drei poetisch inspirierte Werke für Cello aus der Zeit der Romantik von Komponisten ausgewählt, deren musikalisches Denken eigentlich eher intuitiv vom Klavier ausging. “Ich wollte wissen, wie weit dies ihre jeweilige unverkennbare Klangwelt geprägt hat. Chopin hat tatsächlich fast ausschließlich für Klavier geschrieben”, sagt Segev Inbal, “man weiß aber, dass er sehr gern in die Oper ging und den Gesangsstil des Belcanto bewunderte. So erweitert das Cello hier in dieser Sonate vielleicht die menschliche Stimme – wenigstens manchmal!” Die Sonate von Edvard Grieg ist seinem Klavierkonzert mit dem wuchtigen und virtuosen Klavierpart sehr ähnlich. Seine Melodienfülle bietet sich für das Cello an. Robert Schumanns Fantasiestücke wurden ursprünglich für Klarinette komponiert, und das kann man in Schumanns eigener Transkription für Cello auch noch deutlich heraushören. 

Inbal Segev bei YouTube

Gesehen

Insatiable – Folge 1

Es handelt sich bei Insatiable um eine US-amerikanische Dramedy-Fernsehserie von Lauren Gussis. Die 12 Folgen der ersten Staffel wurden 2018 bei Netflix veröffentlicht. Es geht in dieser  Serie um Bob, einen Anwalt, der Schönheitswettbewerbstrainer wird. Dieser stellt Patty, eine rachsüchtige, schikanierte Teenagerin, als seine Klientin an. Bob hat keine Ahnung hat, was er da eigentlich macht und was für Folgen das alles hat.

Verkostet (Danke an Kirsch Whisky)

Flokí – New Make

Die Eimverk Brennerei wurde 2011 gegründet. Diesmal verkosten wir das Flóki New-Make, was noch nicht in irgendwelchen Eichenfässern reifen durfte, sondern schlicht ein Destillat dieser Brennerei ist. Es ist deswegen auch kein Whisky. Aber natürlich wurde auch hier die Gerste selbst gemälzt und jedes Etikett handschriftlich ausgezeichnet. 

Feuilletöne – Sendung 264 – Maxim Biller, Timo Lassy, Crash Course: History of Science und Liebhart’s Privatbrauerei Bio Pils

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Wir haben mal wieder Maxim Biller gelesen, diesmal ‘Sechs Koffer’, wir hörten ‘Moves’ von Timo Lassy, sahen die YouTube-Serie ‘Crash Course: History of Science’ und verkosteten das ‘Bio Pils’ der Liebhart’s Privatbrauerei. Außerdem könnt ihr uns für den Buchblog-Award 2018 nominieren, wenn ihr mögt. 🙂 -> https://www.buchblog-award.de/nominieren/

Gelesen

Maxim Biller – Sechs Koffer (Kiepenheuer&Witsch)

Maxim Biller wurde 1970 als Kind russisch-jüdischer Eltern in Prag geboren. Die Familie emigrierte 1970 nach Westdeutschland. Er studierte in Hamburg und München Literatur und schloss sein Studium 1983 mit einer Magisterarbeit über das Bild der Juden im Frühwerk Thomas Manns ab. Er schrieb u.a. für ‘Tempo’, ‘Der Spiegel’ und ‘Die Zeit’ und ‘Faces’. Seine Romane und Erzählungen wurden in mehrere Sprachen übersetzt, unter Anderem der Roman ‘Die Tochter’. 2007 wurden zwei seiner Short Storys im Magazin ‘The New Yorker’ abgedruckt, „was bei Deutschen so häufig vorkommt wie Papstwerden“. Für die ‘Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung’ schreibt er die satirische Kolumne ‘Moralische Geschichten’. Eine der Hauptfiguren, Dudek Kohn, ist ein erfolgloser jüdischer Schriftsteller, dessen siebenjährige Tochter Rosa immer bessere Ideen hat als er. Billers zweite Kolumne heißt ‘Über den Linden’ und handelt von ihm selbst und seinen Begegnungen mit Freunden und Künstlern in Berlin. Sie erscheint in unregelmäßigen Abständen in der Wochenzeitung ‘Die Zeit’. Von 2015 bis 2016 war er eines der festen Mitglieder in der Neuauflage des Literarischen Quartetts.

Es geht in diesem Roman um Geheimnisse und Gerüchte, die von Generation zu Generation innerhalb der Familie weiterleben. Manchmal geht es dabei auch um Leben und Tod. Es geht um großen Verrat und Denunziation. Das Opfer ist der Großvater des inzwischen in Berlin lebenden Erzählers, der 1960 in der Sowjetunion hingerichtet wurde. War es die eigene Verwandtschaft, die denunzierte? ‘Sechs Koffer’ ist die Geschichte einer russisch-jüdischen Familie auf der Flucht von Ost nach West, von Moskau über Prag nach Hamburg und Zürich. Der Roman wird aus sechs Perspektiven erzählt. Es ist eine Geschichte über sowjetische Geheimdienstakten, über das tschechische Kino der Nachkriegszeit, vergiftete Liebesbeziehungen und die Machenschaften antisemitischer Kulturfunktionäre. Und es ist eine Geschichte über das Leben hier und heute, über unsere moderne, zerrissene Welt, in der fast niemand mehr dort zu Hause ist, wo er geboren wurde und aufwuchs.

Gehört

Timo Lassy – Moves

Timo Lassy wurde 1974 in Helsinki geboren und ist Saxophonist und Flötist. Er spielt u.a. Tenorsaxophon und Baritonsaxophon. Er begann mit etwa sechs Jahren Klavier zu spielen und lernte klassisches Klavier in der Musikschule der Stadt Vantaa. Er interessierte sich aber seit der Schulzeit für Saxophon und so wechselte das Instrument. Später begann er zusätzlich Flöte zu spielen und spielte in einer Big Band. Er begann am Helsinki Pop & Jazz Konservatorium zu studieren. Außerdem studierte er in der Sibelius-Akademie Jazz. Er verbrachte ein Jahr als Austauschstudent in Amsterdam und begann am Amsterdamer Konservatorium zu studieren. Er spielte hier viel Standards und Free Jazz. Im Jahr 2000, nach der Rückkehr aus den Niederlanden gründete er zusammen mit dem Altsaxophonisten Markus Holkon U-Street All Stars, was seine erste Band war. Die Band hat zwei Alben veröffentlicht. Seine musikalischen Vorbilder sind u.a. Julian Adderley, Charlie Parker und John Coltrane. 

Das Album ‘Moves’ wurde mit seiner fünfköpfigen Band eingespielt, die da heißt: ‘Ricky-Tick Big Band Brass’. Außerdem dabei sind der Finn-Jazz-Star Eero Koivistoinen, der Rapper Paleface und der Sängerin Joyce. Es handelt sich um ein abwechslungsreiches und spannendes Album, mit richtig guten Arrangements. Dieses Album ist mal wieder der Beweis dafür, dass der Jazz noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Dieses Album umfasst den Sixties Soul, Latin-Jazz oder auch Vocal Jazz. Es bewegt sich bis hin zu elektronischen Sounds, und sogar Hip Hop findet man hier. Also ein ganz schönes Sammelsurium an Musikstilen. Ob uns das alles insgesamt gefällt? Hört selbst. 

Gesehen

Crash Course: History of Science (YouTube)

Seit nunmehr 2006 gibt es den YouTube-Kanal Crash Course der Green-Brüder. Nicole Sweeney spricht hier über Soziologie, Carrie Anne Philbin über Informatik, Craig Benzine über Filmgeschichte und Mike Rugnetta über Mythologie! Und so mäandert dieser Kanal zwischen den Themen Physik, Philosophie, Spiele, Wirtschaft, Politik, Astronomie, Anatomie, Physiologie, Weltgeschichte, Biologie, Literatur, Ökologie, Chemie, Psychologie und Geschichte. Man lernt so ziemlich über alles etwas, das es zu lernen gibt und das man in der Schule wohl irgendwie verpasst haben muss,. Wir haben für euch in die nagelneue Serie ‘History of Science’ hineingeschnuppert.

Verkostet

Liebhart’s Privatbrauerei Bio Pils

Die Geschichte der Brauerei beginnt 2003 mit der Eröffnung der Gasthausbrauerei ‘Sudhaus’ im ‘Liebharts Detmolder Fachwerkdorf’. Dort braute man im kleinen Rahmen für die Gäste Bier. Mithilfe ortsansässiger Handwerksunternehmen wurde die Liebhart’s Brauerei neu aufgebaut. Ende 2004 begann die Planung der Anlagen, im darauffolgenden Jahr wurde der Braukessel angefeuert. Es handelt sich um einen Familienbetrieb. Beim ‘Bio Pils’ handelt es sich um ein Bier, was aus Biohopfen, Biomalz und und naturbelassenem Quellwasser besteht. Die Bestandteile dieses Bieres stammen allesamt aus ökologischer Landwirtschaft und werden ohne Zusatz von Agrarchemie oder Pestizide hergestellt.