Schlagwort: Hannah Arendt

  • Feuilletöne – Sendung 236 – Hannah Arendt, Interpol, Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika und Detmolder Pilsener

    Es wurde ein noch nicht veröffentlichtes Essay von Hannah Arendt gefunden! Grund genug für uns  es sofort für diese Sendung  zu lesen! Außerdem haben wir ‚Into the bright Lights‘ von Interpol gehört, ‚Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika‘ gesehen und das Detmolder Pilsener verkostet.

    Gelesen

    Hannah Arendt – Die Freiheit, frei zu sein

    Hannah Arendt wurde 1906 in Linden – heute ein Stadtteil von Hannover – geboren und starb 1975 in New York City. Sie heißt eigentlich Johanna Arendt und war eine jüdische deutsch-amerikanische Soziologin, Politologin, Philosophin, Historikerin, die sich publizistisch unter anderem auch mit politischer Theorie befasste.

    Das Essay wurde 2017 entdeckt. Auf dem Manuskript ist vermekt, dass das es aus den Jahren 1966/67 stammt. Es war wahrscheinlich die Vorlage für einen Vortrag, von dem nicht bekannt ist, ob dieser jemals gehalten wurde. Der Text verbindet Gedanken Hannah Arendts aus ihren Hutpwerken ‚Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft‘ aus dem Jahre 1955, ‚Vita Activa oder vom tätigen Leben‘ aus dem Jahre 1960 und ‚Über die Revolution‘ aus dem Jahre 1963. Da wir ‚Vita Activa‘ in dieser sendung schon besprachen, werden wir einiges wiedererkennen.

    Mehr zu Hannah Arendt und ‚Vita Activa‘ in Folge 226 dieser Sendung

    Gehört

    Interpol – Into the bright Lights

    Interpol ist eine Indie-Rock- und Post-Punk-Band aus New York. Die Band wurde 1997 gegründet und veröffentlichte bis jetzt fünf Studioalben, in diesem jahr wird ein sechstes hinzukommen. Die Musik der Band orientiert sich stark an dem melancholischen Post Punk und New Wave englischer Bands der frühen 80er Jahre.

    15 Jahre ist es nun her, dass Interpol ‚Turn on the Bright Lights‘ veröffentlichten. Es ist das Debüt-Album der Band. Das Album wurde 2001 in den Tarquin Studios, Bridgeport in Connecticut aufgenommen und 2002 veröffentlicht. Und wenn man es nicht besser wüsste, dann würde man dieses Album locker in’s Jahr 1983 verorten können. Alles was das New-Wave-Herz der 80er-Menschen höher schlagen lässt ist auf diesem album zu finden. Hübsche Gitarren mit Chorus und Delay, sehr presenter Bass und ein kalter, düsterer Sound. Man kann die 80er fast riechen wenn man dieses Album hört.

    Gesehen

    Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika

    Vor der Morgenröte ist eine deutsch-französisch-österreichische Koproduktion aus dem Jahr 2016. Die Regie führte Maria Schrader. Der Film erzählt das Leben des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig im Exil, der von Josef Hader gespielt wird.

    Der Film erzählt in sechs Episoden die letzten Lebensjahre des Schriftstellers Stefan Zweig. Also von 1936 bis zum Freitod zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Lotte im Jahr 1942. In Buenos Aires 1936 wird Zweig gefeiert. Überall im Land werden ihm Empfänge bereitet. Doch trotz der ihm entgegengebrachten Gastfreundschaft leidet er an seiner Entwurzelung; es fällt ihm schwer, sich in die für ihn neue Kultur einzuleben. Obendrein verzweifelt er an den militärischen Erfolgen Hitlers sowie daran, dass einige seiner Freunde in Europa bleiben mussten und er ihnen nicht helfen kann.

    Verkostet

    Detmolder Pilsener

    Wir sind zum zweiten Mal im Lipperland und haben diesmal das Pilsener der drolligen, kleinen und tollen Strate-Privatbrauerei verkostet. Dieses Bier kommt 4,8 % daher und wir sind sehr gespannt auf dieses Pilsener!

  • Feuilletöne – Sendung 226 – Hannah Arendt, Kettcar, Rick & Morty und Tomatin 14 Port

    Das letzte Mal steht eine Philosophin in diesem Jahr im Mittelpunkt. Hannah Arendt wird uns in dieser Sendung beschäftigen. Auch diese Philosophin begleitet Herrn Martinsen schon länger. Außerdem geht es um Kettcar und das Album ‚Ich vs Wir‘, um die Serie ‚Rick & Morty‘ und um einen 14-jährigen Tomatin, der in Portfässern gefinisht wurde.

    Gelesen

    Hannah Arendt – Vita Activa oder Vom tätigen Leben

    Am 14. Oktober 1906 wird Hannah Arendt als Tochter des Ingenieurs Paul Arendt und dessen Frau Martha in Linden – Hannover geboren. Als Arendt drei Jahre alt war zieht die Familie nach Königsberg, wo ihr Vater sehr bald stirbt. Sie wächst in einem sozialdemokratischen jüdisch-assimilierten Elternhaus auf und wird von ihrer Mutter freiheitlich erzogen. In den gebildeten Kreisen Königsbergs war Mädchenbildung selbstverständlich. Sie gehörte keiner religiösen Gemeinschaft an, verstand sich jedoch immer als Jüdin. Im Alter von 14 Jahren las sie Kants ‚Kritik der reinen Vernunft‘, Karl Jaspers’ ‚Psychologie der Weltanschauungen‘ und Søren Kierkegaard. Sie musste die Schule wegen Differenzen mit einem Lehrer verlassen und ging danach erstmal nach Berlin, wo sie ohne formalen Schulabschluss als Gasthörerin Vorlesungen besuchte. 1924 bestand sie als externer Prüfling das Abitur in Königsberg. Im selben Jahr nahm sie ihr Studium an der Universität Marburg auf und studierte ein Jahr lang Philosophie u.a bei Martin Heidegger, Evangelische Theologie sowie Griechisch.

    1926 beschloss sie den Studienort zu wechseln und ging zunächst nach Freiburg – wo sie u.a bei Edmund Husserl studierte – und anschließend nach Heidelberg und wurde dort 1928 bei Karl Jaspers nach erfolgreicher Verteidigung ihrer Arbeit ‚Der Liebesbegriff bei Augustin‘ promoviert. Das war der Beginn der Freundschaft mit Karl Jaspers, die bis zu dessen Tod andauern sollte. Schon 1931 ging Arendt davon aus, dass die Nazis an die Regierung kommen würden und wurde erstmals politisch aktiv. 1933 wurde sie verhaftet und kam für acht Tage in Gestapo-Haft. Bereits 1933 vertrat sie die Auffassung, dass das nationalsozialistische Regime aktiv zu bekämpfen sei.

    Sie empfand Verachtung für die umgehende und damals noch freiwillige  „Gleichschaltung“ der meisten Intellektuellen. Sie war davon abgestoßen und wollte mit dieser Art von zustimmenden, opportunistischen oder sogar begeisterten Gelehrten nichts zu tun haben. Ebenso war sie von Heideggers NS-Engagement enttäuscht, der ja bereits am 1. Mai 1933 der NSDAP beigetreten war. Noch kurz vor ihrem Tod stellte sie fest: Gerade die Gelehrten hätten hinsichtlich des Nationalsozialismus versagt, als sie sich für das Regime engagierten. Dabei erwartete Arendt gar nicht von jedem aktiven Widerstand. Schon Schweigen erkannte sie als Ablehnung der totalen Herrschaft an.

    1933 emigrierte sie zunächst nach Frankreich. In Paris war sie für zionistische Organisationen tätig, die jüdischen Jugendlichen zur Flucht nach Palästina verhalfen. 1937 wurde Arendt die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Anfang Mai 1940 wiesen die französischen Behörden über die Presse große Teile der deutschstämmigen Ausländer an, sich zum Abtransport zu melden. Arendt wurde mit vielen anderen Frauen für eine Woche auf dem Gelände des Buffalo-Stadions untergebracht. Bald darauf wurde sie vier Wochen lang im südfranzösischen Lager Gurs interniert, weil sie als „feindliche Ausländerin“ galt. Nach etwa einem Monat gelang ihr mit wenigen anderen die Flucht. Im Mai 1941 erreichten Arendt, ihr Ehemann und ihre Mutter über Lissabon New York, wo sie bis an ihr Lebensende blieb. 1951 wurde Hannah Arendt Staatsbürgerin der USA. Unter dem Status der Staatenlosigkeit hatte sie sehr gelitten, weil sie ihn als einen Ausschluss aus der menschlichen Gesellschaft ansah. Die Staatsbürgerschaft bedeutete für sie „das Recht, Rechte zu haben.“

    1949/50 bereiste Arendt zum ersten mal die Bundesrepublik Deutschland. Sie traf während dieses Aufenthalts zum ersten Mal seit 1933 Karl Jaspers und Martin Heidegger wieder. Eine zweite Reise folgte 1952. Seitdem fuhr sie jedes Jahr für einige Monate nach Europa, besuchte viele Freunde und Verwandte, aber jedes Mal Karl und Gertrud Jaspers. 1961 nahm Arendt als Reporterin der Zeitschrift The New Yorker am Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem teil. Daraus gingen zunächst Reportagen hervor und schließlich eines ihrer bekanntesten Bücher ‚Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht von der Banalität des Bösen‘. 1975 erlitt sie in Anwesenheit von Freunden einen zweiten, tödlichen Herzinfarkt in ihrem Arbeitszimmer. Wir sprechen in dieser Folge über Hannah Arendt, ihr Werk, ihre Freundschaften, ihre Politische Theorie und insbesondere über ‚Vita activa oder vom tätigen Leben‘

    Das Interview mit Günter Gaus auf YouTube: Zur Person mit Hannah Arendt

    Gehört

    Kettcar – Ich vs Wir

    Kettcar wurde 2001 in Hamburg gegründet, es folgte die EP ‚Solange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht zu Ende‘, die zum freien Download auf der Bandhomepage angeboten wurde. Da sich für das Debütalbum ‚Du und wieviel von deinen Freunden‘ kein Label fand, gründeten Marcus Wiebusch, Reimer Bustorff zusammen mit Thees Uhlmann von Tomte Grand Hotel van Cleef (GHvC). Dort erschien das erste Album der Band im Jahr 2002. ‚Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen‘ folgte 2005, und war der kommerzielle Durchbruch Kettcars. 2008 erschien ‚Sylt‘ und 2012 ‚Namen Zwischen den Runde‘. 2017 erschien nach 5-jähriger Pause ‚Sommer ’89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)‘. Das fünfte Album ‚Ich vs. Wir‘ erschien ebenfalls in diesem Jahr. Wir haben es gehört und sprechen darüber.

    Gesehen

    Rick & Morty – Staffel 1 (IMDb)

    Rick and Morty ist eine US-amerikanische Zeichentrickserie von Justin Roiland und Dan Harmon. 2013 konnte man sie in den USA zum ersten Mal sehen, ein Jahr später folgte die Ausstrahlung auch in Deutschland. Es geht um den alkoholabhängigen, aber genialen Wissenschaftler Rick und seinen Enkel Morty, die Abenteuer in anderen Dimensionen erleben. Von Kritikern und Zuschauern wurde die Serie gelobt.

    Rick Sanchez ist ein alter durchgeknallter Wissenschaftler, der seit kurzem bei der Familie seiner Tochter Beth wohnt. Die meiste Zeit verbringt er zum Leidwesen von Beth und Jerry mit seinem Enkel Morty. Und so machen sich die beiden auf den Weg zu gefährlichen und ausgefallenen Reisen durch den gesamten Kosmos und in Parallelwelten. Jerry fürchtet, dass Rick einen schlechten Einfluss auf Morty hat, daher kommt es zu Konflikten in der ohnehin brüchigen Ehe mit Beth, die mit ihrer derzeitigen Lebenssituation nicht im Einklang ist.

    Verkostet

    Tomatin 14 Port

    Tomatin ist eine Destillerie, die überraschenderweise im Ort Tomatin zu finden ist, welcher im Nordwesten der schottischen Highlands liegt. 1897 wurde die Brennerei fertiggestellt. 1906 ging sie aber schon wieder bankrott, wurde dann 1909 wieder eröffnet. 1974 wurde die eigene Mälzerei stillgelegt. Seitdem wird das Malz von den Glen Ord Maltings bezogen. Zum damaligen Zeitpunkt war Tomatin die größte schottische Destillerie mit einem Jahresausstoß von 12 Millionen Liter Alkohol. 1985 ging man dann erneut insolvent und wurde 1986 von den japanischen Kapitalgebern übernommen, die zusätzliche neun Brennblasen einbauen ließen. Gemessen am Ausstoß, gehört sie heute zu den „Top-Ten-Brennereien“ Schottlands, also zu den Großen. Wir haben den 14-jährigen verkostet, der in Portfässern gefinisht wurde.