Schlagwort: Wein

  • Ludwig van Beethoven, Fidelio und Werner Riesling trocken

    Das erste Mal kümmern wir uns ausschließlich einzig und allein um eine Oper. Wir haben zwar schon über Opern gesprochen – was wir natürlich schon längst wieder vergessen hatten -, aber eine ganze Sendung haben wir einer Oper noch nicht gewidmet. Wir besprechen in dieser Sendung ‚Fidelio‘ von Ludwig van Beethoven. Schließlich verkosten wir auch wieder einen Wein, diesmal einen Riesling vom Weingut Werner in der Weinregion Nahe.

    In der UKW-Sendung gespielte Titel

    Ludwig van Beethoven – Fidelio – Overtüre

    Ludwig van Beethoven – Fidelio – 1. Akt – No. 5, Trio: ‚Gut, Söhnchen, gut‘ (Rocco, Leonore und Marzelline)

    Ludwig van Beethoven – Fidelio – 1. Akt – No. 9, Recitative and Aria: ‚Abscheulicher! Wo eilst du hin?‘ (Leonore)

    Ludwig van Beethoven – Fidelio – 2. Akt – No. 16, Introduction, Recitative and Aria: ‚Gott! Welch Dunkel hier!‘ (Florestan)

    Ludwig van Beethoven – Fidelio – 2. Akt – No. 16, ‚Wer ein holdes Weib errungen‘ (Chor, Florestan, Leonore, Rocco, Marzelline, Jaquino und Fernando)

    Ludwig van Beethoven

    Ludwig van Beethoven lebte in der Zeit von 1770 bis zum 26. März 1827, er war ein deutscher Komponist und Pianist. Beethoven ist einer der angesehensten Komponisten in der Geschichte der westlichen Musik; seine Werke zählen zu den meistgespielten des klassischen Musikrepertoires und bilden den Übergang von der Epoche der Klassik zur Romantik im Rahmen der klassischen Musik. Seine Werke werden in die Frühe, Mittlere und Späte Phase unterteilt. Die ‚Frühe‘ Phase, in der er sein Handwerk erlernte, war 1802 beendet. Bis etwa 1812 dauerte dann die ‚Mittlere‘ Phase, die Entwicklung hin zum eigenen Stil, und somit die Emanzipation vom Stil von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart; manchmal wird diese Zeit auch ‚heroisch‘ genannt. Schon während dieser Zeit begann er zunehmend an Taubheit zu leiden. In seiner ’späten‘ Phase, die von 1812 bis zu seinem Tod 1827 dauerte, erweiterte er seine Kompositionen in musikalischer Form und Ausdruck.

    Das musikalische Talent des gebürtigen Bonners zeigte sich schon in jungen Jahren und so wurde er zunächst von seinem Vater Johann van Beethoven unterrichtet. Später dann von dem Komponisten und Dirigenten Christian Gottlob Neefe, unter dessen Anleitung er 1783 sein erstes Werk veröffentlichte. Mit 21 Jahren zog er nach Wien, das später sein Zuhause wurde und studierte Komposition bei Joseph Haydn. Beethoven erlangte in Wien den Ruf als virtuoser Pianist und wurde bald von Karl Alois Fürst Lichnowsky gefördert, was 1795 zu seinen drei Klaviertrios Opus 1 – die frühesten Werke, denen er eine Opusnummer zuordnete – führte.

    Sein erstes großes Orchesterwerk – die Erste Sinfonie – wurde 1800 uraufgeführt, und seine ersten Streichquartette wurde 1801 veröffentlicht. Obwohl sich sein Gehör bereits während dieser Zeit verschlechterte, dirigierte er weiterhin und brachte 1804 und 1808 seine Dritte und Fünfte Symphonie zur Uraufführung. Sein Violinkonzert erschien 1806. Sein letztes Klavierkonzert – Nr. 5 op. 73 – wurde uraufgeführt. Er war 1814 fast vollständig taub und gab auf, in der Öffentlichkeit zu spielen und aufzutreten. 

    Nach 1810 komponierte Beethoven trotz alledem viele seiner größten Werke, darunter die späten Sinfonien, die späte Kammermusik und die späten Klaviersonaten. Seine einzige Oper, Fidelio, um die es in dieser Sendung gehen soll, und die 1805 uraufgeführt wurde, wurde von Beethoven 1814 in die endgültige Fassung gebracht. Er komponierte zwischen 1819 und 1823 die Missa Solemnis und zwischen 1822 und 1823 seine letzte Symphonie Nr. 9, eines der ersten Beispiele einer Chorsinfonie. In seinen letzten Lebensjahren entstanden seine späten Streichquartette, seine letzten Werke. Beethovens Werke gehören zu den tragenden Säulen des klassischen Musikrepertoires.

    Fidelio

    Fidelio hieß ursprünglich ‚Leonore, oder Der Triumph der ehelichen Liebe‘. Es ist Beethovens einzige Oper. Das Libretto wurde ursprünglich von Joseph Sonnleithner aus dem Französischen von Jean-Nicolas Bouilly übertragen und am 20. November 1805 am Wiener Theater an der Wien uraufgeführt. Im folgenden Jahr half Stephan von Breuning, das Werk von drei auf zwei Akte zu verkürzen. Nach weiteren Arbeiten am Libretto durch Georg Friedrich Treitschke wurde das Werk am 23. Mai 1814 im Kärntnertortheater in  seiner endgültigen Fassung aufgeführt. Die beiden ersten Fassungen werden bis heute mit ‚Leonore‘ bezeichnet.

    Es geht in dieser Oper darum, wie Leonore, verkleidet als Gefängniswärter namens ‚Fidelio‘, ihren Mann Florestan vor dem Tod aus dem Gefängnis befreit. Mit ihrem zugrunde liegenden Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit spiegelt die Oper die zeitgenössischen politischen Bewegungen in Europa, außerdem sind solche Themen typisch für Beethovens sogenannte ‚Mittlere Periode‘. Bemerkenswert an dieser Oper ist, dass eine Frau die Heldin ist, die den Mann aus einer unpässlichen Situation befreit. Das Finale feiert Leonores Tapferkeit entsprechend mit wechselnden Gesängen von Solist:innen und Chor.

    Künstler:innen

    Lise Davidsen 

    Sie ist eine norwegische Opernsängerin. Bekannt wurde sie durch den Gewinn des Operalia-Wettbewerbs in London im Jahr 2015, sie ist als lyrisch-dramatische Sopranistin bekannt. Sie ist auf dieser Aufnahme als Leonore zu hören.

    Christian Elsner

    Christian Elsner ist ein deutscher Opern- und Konzerttenor und Gesangslehrer an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Er konzentrierte sich zunächst auf Lied und Oratorien, bevor er später auch er Opern sang. Er ist hier als Florestan zu hören.

    Johannes Martin Kränzle 

    Johannes Martin Kränzle ist ein deutscher Opern- und Konzertbariton. Als langjähriges Mitglied der Oper Frankfurt wurde er 2011 zum Sänger des Jahres gewählt.

    Georg Zeppenfeld

    Zeppenfelds musikalische Laufbahn begann in der Musikschule Attendorn und im Männergesangsverein Neu-Listernohl. Anschließend studierte er zuerst auf Lehramt für Musik und Germanistik, danach Konzert- und Operngesang an den Musikhochschulen in Detmold und Köln. Er ist Bass. Er singt und spielt die Rolle des Rocco.

    Christina Landshamer

    Die in München geborene und aufgewachsene Künstlerin studierte ab 1996 Gesang an der Hochschule für Musik und Theater München und anschließend an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Sie singt und spielt die Rolle der Marzelline.

    Günther Groissböck

    Er kommt aus Waidofen an der Ybbs. Er studierte Gesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Er ist Bass und übernimmt auf dieser Aufnahme die Rolle des Fernando.

    Cornel Frey

    Cornel Frey erhielt seine erste Ausbildung bei den Luzerner Singknaben und studierte danach Gesang an der Hochschule für Musik und Theater Bern. Er ist Buffo-Tenor, das heißt er ist für die Komik in diesem Stück zuständig. Er singt die Rolle des Jaquino.

    Sächsischer Staatsopernchor Dresden

    Der Dresdner Opernchor wurde am 8. Oktober 1817 per königlichem Dekret durch Friedrich August I. gegründet und besteht bis heute. 

    Rundfunkchor des MDR Leipzig

    Der MDR-Rundfunkchor ist der größte und älteste Rundfunkchor der ARD mit Sitz in Leipzig. Seinen heutigen Namen trägt er seit der Neugründung des Mitteldeutschen Rundfunks und der gleichzeitigen Übernahme des Chors im Jahr 1992.

    Dresdner Philharmonie

    Die Dresdner Philharmonie ist ein von der Stadt Dresden finanziertes Konzert-Orchester, das im Jahr 1871 als ‚Gewerbehaus-Kapelle‘ gegründet wurde.

    Marek Janowski

    Er wuchs in der Heimat seiner Mutter, in Wuppertal, auf, wo er eine Violin- und Klavierausbildung erhielt. Er absolvierte ein Kapellmeisterstudium an der Kölner Musikhochschule unter anderem bei Wolfgang Sawallisch. Seinen künstlerischen Berufsweg begann er als Korrepetitor und Kapellmeister in Aachen, Köln, Düsseldorf und Hamburg und wurde dann Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters Freiburg (1973–1975) und der Dortmunder Philharmoniker (1975–1979).

    Weingut Manfred Werner – 2020 Riesling trocken, Kirschrother Lump

    In einem Seitental der Nahe liegt das ca. 260 Einwohner große Weindorf Kirschroth, irgendwo im rheinland-pfälzischen Nirgendwo zwischen Trier, Mainz und Mannheim. Kirschroth ist mit 260 Meter über NN eine der höchstgelegenen Weinbaugemeinden in Rheinland-Pfalz und hat eine Menge Winzer und Weingute.

    Das in Kirschroth vorherrschende Mikroklima sowie die niedrigen Jahresniederschläge sorgen laut Familie Werner dafür, dass die Trauben nicht prall und voll, sondern kleinbeerig und besonders aromatisch entstehen. Die Reben gedeihen auf steilen Südhängen und in lehmigen roten Böden.

    Die Weißweine des Weinguts Manfred Werner vergären dort gezügelt bei niedrigen Temperaturen. Es wird auf eine lange Feinhefelagerung und anschließend schonende Filtration Wert gelegt, um die bei der Gärung gebildete natürliche Kohlensäure und die Aromen zu erhalten.

    Über den Winzer selbst wissen wir bisher noch nicht viel – das wird sich im Rahmen unserer kommenden Verkostungen hoffentlich noch ändern. Doch so ziemlich jeder, der schon einmal vor Ort war, schwärmt von der legendären Planwagentour durch die Weinberge mit Weinprobe und deftigem Schmaus.

    Wir verkosten einen trockenen Riesling aus 2020 von der Anbaulage Kirschrother Lump. Es handelt sich um einen Qualitätswein mit 9,0 g/l Restzucker und Säure von 6,2 g/l.

  • Emmanuelle Dauvin, Times Of Grace, Torres und Weingut am Stein

    Moin! Ein weiteres Mal widmen wir uns drei Alben und einem Wein. Wir beginnen mit Emmanuelle Dauvin und dem Album ‚OVNI Baroque‘, machen weiter mit ‚Songs of Loss and Separation‘ von Times of Grace und landen schließlich bei ‚Thirstier‘ von Torres. Und zu guter Letzt gibt es noch einen Silvaner vom Weingut am Stein in Franken. Außerdem geht es diesmal um Qualitätsstufen des Weines in Deutschland.

    In der UKW-Sendung gespielte Titel

    Emmanuelle Dauvin – Johann Sebastian Bach Partita Prima a Violino Solo senso Basso in h-Moll BWV 1002 mit den Sätzen Allemanda, Corrente, Sarabande und Tempo di Borea

    Times Of Grace – Medusa

    Times Of Grace – Forever

    Torres – Don’t go puttin Whishes in my Head

    Torres – Thirstier

    Emmanuelle Dauvin – OVNI Baroque

    Emmanuelle Dauvin studierte Barockvioline am Königlichen Konservatorium Brüssel und an der Schola Cantorum in Basel. Sie spielt hauptsächlich Musik des Barock und davor; das Ganze ist historisch Informiert, sprich HIP. Sie spielte entsprechend mit vielen verschiedenen auf altes Repertoire spezialisierten Orchestern zusammen.

    Das aktuelle Album heißt OVNI Baroque. OVNI ist das französische Wort für UFO. In diesem Fall steht es für Organ, Violin, Novel, Interpretation. Emmanuelle Dauvin spielt auf diesem Album Violine und Orgel gleichzeitig. Sie ist also auf diesem Album mit Händen und Füßen schwer beschäftigt. Und das ist eben so auch nicht wirklich alltäglich, sondern bis jetzt eher unbekannt und neu.

    Times Of Grace – Songs of Love and Separation

    Times of Grace ist eine US-amerikanische Heavy-Metal-Band aus Southampton in Massachusetts, die 2007 gegründet wurde. Die Gruppe blieb jedoch bis 2010 weitgehend inaktiv und veröffentlichte ihr Debütalbum mit dem Titel ‚The Hymn of a Broken Man‘ erst 2011. 

    Und kaum sind zehn Jahre vergangen, da veröffentlichen sie auch schon das zweite Album namens ‚Songs of Loss and Separation‘. Zwischenzeitlich hatte man sich sogar getrennt und hat 2016 damit begonnen neues Material für dieses Album zu schreiben. Und nur weitere fünf Jahre später ist es auch schon da. 

    Torres – Thirstier

    Torres ist eine US-amerikanische Indie-Rock-Sängerin und Songwriterin, die eigentlich Mackenzie Ruth Scott heißt. Sie kommt aus Orlando in Florida. Schon in jungen Jahren wurde Torres vom Broadway-Theater beeinflusst. Ihre Live-Auftritte sind bekanntermaßen sehr dramatisch und sie glaubt, dass dies auf ihre frühen Erfahrungen mit Musiktheater zurückzuführen ist. Sie hat auch Brandi Carlile und Fleetwood Mac als wichtige Einflüsse auf ihren Stil genannt. Torres schreibt auch Gedichte und Kurzgeschichten und hat als ihre Lieblingsautorin Sylvia Plath aufgeführt, die sie zu vielen ihrer Werke inspiriert hat.

    ‚Thirstier‘ ist das nachfolgealbum vom 2020er Album ‚Silver Tongue‘, was wir in dieser Sendung auch besprochen haben. Aufgenommen wurde das Album im Herbst 2020 in den Middle Farm Studios im Südwesten Englands. Das Album wurde von Torres selbst mit ihren langjährigen Mitarbeitern Rob Ellis und Peter Miles produziert.

    Weingut am Stein – GutsSilvaner

    Das Weingut am Stein wurde 1890 von der Familie Knoll in Würzburg gegründet. Das Gut wird seit den 90er Jahren in der fünften Generation von Sandra und Ludwig Knoll betrieben. Seit 2006 wird ökologisch angebaut, seit 2008 biodynamisch. 

    Der GutsSilvaner ist der Einstegssilvaner des Weingutes am Stein. Er wird mit 11,5% in die Flaschen gefüllt. Er ist der Einstiegssilvaner des Weingutes und somit ein Gutswein. Der Boden ist Muschelkalk und Ton. Das Ganze ist natürlich ein Frankenwein, auch wenn er in diesem Fall nicht im Bocksbeutel daherkommt.