Kategorie: Podcast

  • Feulletöne – Sendung 286 – Gerhard Henschel – Kindheitsroman, Fredy Studer, The Fall und Redbreast 12

    Wir beginnen eine neue Ära, die Ära der Erzählungen des Martin Schlosser! Es beginnt mit dem ersten Teil, er heißt ‚Kindheitsroman‘. Außerdem haben wir ‚Now’s the Time‘ von Fredy Studer gehört, ‚The Fall‘ gesehen und den 12-jährigen Redbreast verkostet.

    Gelesen

    Gerhard Henschel – Kindheitsroman (Hoffmann und Campe)

    Gerhard Henschel wurde 1962 geboren und lebt heute als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg. Sein Briefroman ‚Die Liebenden‘ aus dem Jahre 2002 begeisterte die KritikerInnen ebenso wie die Abenteuer seines Erzählers Martin Schlosser, um den es heute gehen soll und von dem wir heute den ersten von acht Bänden lesen, nämlich ‚Kindheitsroman‘. Er erschien im Jahr 2004. Anschließend erschienen noch ‚Jugendroman‘ im Jahr 2009, ‚Liebesroman‘ in 2010, ‚Abenteuerroman‘ in 2012, ‚Bildungsroman‘ in 2014, ‚Künstlerroman‘ in 2015, ‚Arbeiterroman‘ in 2017 und schließlich der ‚Erfolgsroman‘ im Jahr 2018. Zusammen ergibt das eine achtteilige Chronik, die er entlang des Lebens von Martin Schlosser erzählt.
    Gerhard Henschel ist außerdem Autor zahlreicher Sachbücher und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

    Wer sich denkt: Erinnert alles ein bisschen an Marcel Proust? Ein bisschen schon, ja. Aber eben in modern. Wir begleiten den Erzähler Martin Schlosser durch die ersten Jahre seiner Kindheit im rheinland-pfälzischen Koblenz, bei den Großeltern in Jever, wo er die Ferien verbringt, lesen über seine Grundschulzeit, über seine Eltern, Geschwister, die ganze Familie und darüber, wie anders und schlimm teilweise damals mit den Kindern umgegangen wurde. Wir bekommen einen  Einblick in die BRD der 60er und frühen 70er Jahre. Wir erfahren von Streichen, Dummheiten, MitschülerInnen, ersten Schwärmereien und blöden Situationen.

    Gehört

    Fredy Studer – Now’s the Time

    Fredy Studer wurde 1948 in Luzern geboren. Er ist Schlagzeuger, der sowohl Jazz als auch Neue Musik spielt und komponiert. 1972 war er Gründungsmitglied des Luzerner Rockjazz-Quartetts OM. Mit dieser Band war er fast ein Jahrzehnt lang mit sogenannter ‚Electricjazz-Freemusic‘ in der Schweiz und in Deutschland auf Tournee. Daneben arbeitete er als Schlagzeuger mit Musikern wie z.B. Joe Henderson, Dave Holland oder Jack DeJohnette zusammen. Während der letzten Jahre war Fredy Studer in den unterschiedlichsten Gruppen, Projekten und Genres unterwegs. Er gibt weltweit Konzerte und Workshops, macht Radio- und Fernsehaufnahmen, Musik zu Tanzaufführungen sowie Theater- und Filmmusik. Er spielte u.a. im Perkussion-Ensemble von Robyn Schulkowsky als Interpret von Kompositionen von Charles Ives, Steve Reich, John Cage und Edgard Varèse. Fredy Studer war einer der ersten Schlagzeuger, der Elemente der freien Improvisation und Rock-Rhythmen in seinem Stil verband. Sein Spiel ist auf über hundert Alben zu hören.

    Fredy Studer wird dieses Jahr 70 Jahre jung und veröffentlichte 2018 sein erstes Solo-Album. Das Album ist ohne Overdubs und ohne elektronische Effekte aufgenommen. Wenn man sich ‚Now’s the Time‘ als physischen Datenträger kauft, erhält man zwei LPs und ein 250-seitiges Buch mit Texten von Beat Blaser, Pirmin Bossart, Meinrad Buholzer, Kurt Murpf, Peter Rüedi und Christine Weber. Dieses Album ist aber nicht das Werk eines Künstlers der Geschichte schrieb, sondern eines, welches von einem Künstler ist, der immer noch mitten in der Geschichte steckt.

    Gesehen

    The Fall

    Die britische Fernsehserie „The Fall“ wird seit 2013 für den Sender BBC Two produziert. Produzent der Serie ist Allan Cubitt. In den Hauptrollen sind Gillian Anderson und Jamie Dornan zu sehen. Wir haben uns das Ganze bei Netflix angeschaut.

    Stella Gibson wird von London nach Nordirland, genauer in die Hauptstadt Nordirlands nach Belfast versetzt, um dort die Suche nach einem Serienmörder zu leiten. Der Serienmörder heißt Paul Spector, ist Familientherapeut, der ein ganz normales Familienleben mit Frau Sally-Ann und den zwei Kindern Liam und Olivia führt, aber zur gleichen Zeit brutale Morde an Frauen verübt, die sich alle ähneln.

    Verkostet

    Jameson – Readbreast 12

    Jameson ist eine irische Whiskey-Brennerei. Sie wurde von John Jameson 1780 in Dublin gegründet und blieb dort bis 1971, wo in der Bow Street destilliert wurde. Heute kann man in Dublin nur noch das Museum Old Jameson besichtigen, produziert wird mittlerweile in Midleton im Süden der Republik Irland. Nach den Folgen mehrerer Krisen des irischen Whiskeys in den USA und in UK – siehe hierzu auch unsere Whiskey-Special Folge 279 – schloss sich im Jahre 1966 Jameson Irish Whiskey mit den letzten verbliebenen Destillerien der Republik Irland zur Irish Distillers Group zusammen. 1975 eröffnete diese Gruppe in Midleton eine Destillerie, die auch heute noch besichtigt werden kann. Seit 1988 gehört die Irish Distillers Limited zum französischen Pernod-Ricard-Konzern. Im Jahr 2012 lag der Gesamtabsatz bei 36 Mio. Liter.

    Zu dieser Brennerei gehört auch der Single Pot Still Whiskey Redbreast. Er wird aus einer Mischung von gemälzter und ungemälzter Gerste hergestellt. Die Trocknung der gemälzten Gerste erfolgt im Gegensatz zum schottischem Whisky, ohne dass Rauch an das Malz gelangt. Es erfolgen drei Brennvorgänge, die Dreifach-Destillation. Die anschließende Lagerung erfolgt in Eichenfässern aus Spanien und den USA, in denen zuvor Sherry oder Bourbon reiften. Der Malt ist gefärbt und kühlgefiltert und wird mit 40% abgefüllt.

  • Feuilletöne – Sendung 285 – Gabriele Hoffmann, Joe Jackson, Nico Semsrott und Arran 14

    In dieser Folge haben wir ‚Das Haus an der Elbchaussee‘ von Gabriele Hoffmann gelesen, ‚Fool‘ von Joe Jackson gehört, ‚Freude ist nur ein Mangel an Information‘ von Nico Semsrott gesehen und einen 14-jährigen Arran verkostet.

    Gelesen

    Gabriele Hoffmann – Das Haus an der Elbchaussee (Piper Verlag)

    Gabriele Hoffmann wurde 1942 in Berlin geboren, sie ist promovierte Historikerin und Journalistin, war lange für den Stern, den NDR und Radio Bremen tätig und ist Autorin historischer Sachbücher, Biographien und Tatsachenromane. Die Doppelbiographie ‚Constantia von Cosel und August der Starke‘ ist in über 25 Auflagen erschienen.

    ‚Das Haus an der Elbchaussee‘ erzählt die Familiengeschichte der Hamburger Familie Godeffroy, die Besitzer einer Reederei sind. Zugleich ist es aber auch ein Zeitbild des Bürgertums im Hamburg des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um einen Tatsachenroman.

    Gehört

    Joe Jackson – Fool

    David Ian ‚Joe‘ Jackson wurde 1954 in Burton upon Trent in der Region West Midlands geboren. Er ist ein Musiker und Singer-Songwriter. Nach einigen Jahren des Studiums der Musik und des Spielens in Clubs veröffentlichte er im Jahr 1979 die Single „Is She Really Going Out with Him?“ Dieser Song wurde auch gleich sein erster Erfolg. Es folgten eine Reihe von New Wave-Alben, bevor er zu mehr vom Jazz geprägter Popmusik wechselte und 1982 mit „Steppin ‚Out“ einen Top-10-Hit landete. Er hat aber auch klassische Musik komponiert. Er hat 19 Studioalben aufgenommen und erhielt 5 Grammy-Nominierungen.

    ‚Fool‘ wurde in nur eineinhalb Wochen eingespielt. Die Musiker auf diesem Album bestehen aus Kollegen, die ihn schon seit längerer Zeit begleiten. Namentlich sind das Graham Maby am Bass, Teddy Kumpel an der Gitarre und Doug Yowell am Schlagzeug. Gemixt wurde das Album dann in New York. Produziert haben es Jackson selbst und Pat Dillett, der zuvor auch schon David Byrne, Sufjan Stevens produzierte. Joe Jackson sagt, er habe nie ein übergeordnetes Thema im Kopf, wenn er anfange, Songs für ein Album zu schreiben, aber manchmal würde sich eben was entwickeln. In diesem Fall sind es ein wenig Komik und ein bisschen Tragödie. Die Stücke handeln von Furcht, Wut, Entwurzelung und Verlust. Aber auch von Freundschaft, Freude, Musik oder Kunst. 1979 hätte er das nicht gekonnt, da habe er noch nicht genug gelebt gehabt, so Jackson.

    Gesehen

    Nico Semsrott – Freude ist nur ein Mangel an Information

    Nico Semsrott wurde 1986 in Hamburg geboren, er ist Kabarettist, Politiker der ‚Die PARTEI‘ und Slam-Poet. Bereits während seiner Schulzeit gründete er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder, dem heutigen Journalisten Arne Semsrott die Schülerzeitung ‚Sophies Unterwelt‘, deren Verkauf auf dem Schulgelände von der Schulleitung verboten wurde. Nico Semsrott tritt seit 2008 als Demotivator auf Poetry Slams, Kabarettbühnen und im Fernsehen auf.

    Sein erstes Soloprogramm mit dem Titel ‚Freude ist nur ein Mangel an Information‘ hatte 2012 in Hamburg Premiere. Ergänzt durch ‚Update‘ und eine sich jährlich um 0,5 steigernde Versionsnummer ist Semsrott seit 2014 mit einer ständig aktualisierten Fassung dieses Programms auf Tour. Im Jahr 2019 wird er zugunsten seines parteipolitischen Engagements pausieren. Seit 2017 gehört er zum Team der ZDF-heute-show.

    Verkostet

    Arran 14

    Seit 1995 wird auf der Isle of Arran wieder Whisky produziert. Eröffnet wurde die Destillerie 1997 durch Queen Elisabeth II. Seit 2001 wird dort regulär abgefüllt. Und auch der 14-Jährige gehört seit längerem zur Core Range, er wird mit 46% abgefüllt und ist weder gefärbt noch kühlgefiltert. Wir haben ihn in dieser Folge nun zum zweiten Mal verkostet.

  • Feuilletöne – Sendung 284 – Kristen Roupenian, Bryan Ferry, Black Mirror: Bandersnatch und Hazelburn 13

    Da sind wir wieder! Diesmal haben wir ‚Cat Person‘ von Kristen Roupenian gelesen, ‚Bitter Sweet‘ von Bryan Ferry gehört, ‚Bandersnatch‘ gesehen und den 13-jährigen Hazelburn verkostet.

    Gelesen

    Kristen RoupenianCat Person (Aufbau Verlag)

    Kristen Roupenian wurde 1982 in Plymouth/Massachusetts geboren, studierte afrikanische Literatur in Harvard und hat für den Friedenscorps in Kenia und als freie Journalistin gearbeitet. Ihre Kurzgeschichte ‚Cat Person‘ wurde 2017 im ‚New Yorker‘ veröffentlicht, wurde dadurch sehr bekannt und vor allem beliebt, und gilt als eine der meistgelesenen Kurzgeschichten aller Zeiten. Der Erzählband ‚Cat Person‘ ist ihr Debüt und erscheint zeitgleich in 23 Ländern. Die Übersetzerin des Buches ist Nella Beljan, sie hat in Bielefeld, London und Berlin Geschichts- und Literaturwissenschaften sowie Literarisches übersetzen und Philosophie studiert. Sie hat in Luxemburg und Regensburg in Germanistik promoviert und arbeitet als freie Kulturjournalistin und Übersetzerin in Berlin. Ihre Lieblingsgeschichte in diesem Band ist ‚Nachtläufer‘.

    In zwölf Geschichten erkundet Kristen Roupenian in diesem Buch das Lebensgefühl von Menschen in der schönen neuen Welt. Fragile Hierarchien und prekäre Lebenssituationen auf der einen, das Bedürfnis nach Sicherheit und Spaß auf der anderen Seite: Alles ist möglich, aber wer sind wir, wenn wir alles sein können? In einer Zeit, in der alles greifbar ist, und es doch immer schwerer wird, auch nur das Geringste davon zu erreichen.

    Gehört

    Bryan FerryBitter-Sweet

    Bryan Ferry wurde 1945 in Washington, im Nordosten Englands geboren. Er ist Sänger und Songschreiber. Er studierte Kunst an der Newcastle University. Bereits während dieser Zeit galt seine Liebe dem R&B und der Soul- und Popmusik. Nach Tätigkeiten als Kraftfahrer und Restaurator arbeitete er als Kunstlehrer an einer Mädchenschule in London, verfolgte dabei aber weiterhin eine Musikerkarriere. Er gründete 1971 mit Freunden und Bekannten – darunter unter anderem Brian Eno – die Gruppe Roxy Music. Hier wurde er in den 70er Jahren für seinen singulären, vibratolastigen Staccato-Gesang bekannt. Ab 1973 strebte er auch eine Solokarriere an, beschränkte sich aber anfangs auf Cover-Versionen bekannter Songs. Er griff dabei gerne Evergreens aus den 1930er-Jahren auf und verlieh den Stücken seine eigene psychologische oder sozialkritische Komponente. ‚In Your Mind‘ aus dem Jahr 1977 war sein erstes Album mit ausschließlich eigenen Kompositionen. Bryan Ferry wurde von der Fachpresse von nun an auch als Solist wahrgenommen. Im Jahr 1985 veröffentlichte Ferry das Album ‚Boys and Girls‘, seine bis dahin erfolgreichste Arbeit als Solo-Künstler. Das Album enthält die erfolgreiche Singleauskopplungen ‚Slave to Love‘ und ‚Don’t Stop the Dance‘. Einen ebenso großen Erfolg konnte Ferry 1987 mit dem Album ‚Bête Noire‘ wiederholen. Das Angebot, den später durch Simple Minds bekannten Song ‚Don’t You (Forget About Me)‘ zu singen, lehnte er ab. Nach einer ausgedehnten Tournee 1988/89 zog er sich für fünf Jahre aus der Öffentlichkeit zurück. Erst im Frühjahr 1993 veröffentlichte er das Album ‚Taxi‘, auf dem er erneut Coverversionen bekannter Songs wie ‚I Put a Spell on You‘ von Screamin’ Jay Hawkins sang. 1999 interpretierte er Titel der Swing-Ära mit Musikern des Pasadena Roof Orchestra. Für die Serie ‚Babylon Berlin‘ wurden einige dieser Titel neu aufgenommen. Am 11. Juni 2011 wurde er von Königin Elisabeth II. mit dem Titel Commander of the British Empire ausgezeichnet.

    ‚Bitter-Sweet‘ ist das sechzehnte Solo-Studioalbum von Bryan Ferry, was offiziell aber unter dem Namen Bryan Ferry and his Orchestra veröffentlicht wurde. The Bryan Ferry Orchestra besteht aus acht MusikerInnen. Das Orchester besteht aus Piano, Trompete, Kornett, Posaune, Altsaxophon, Baritonsaxophon, Tenorsaxophon, Klarinette und Bassklarinette, Banjo und Gitarre und Schlagzeug. Das Album, das Neuaufnahmen älterer Songs von Bryan Ferry und Roxy Music im Stile des 2012 erschienenen ‚The Jazz Age‘ enthält, erschien nach Ferrys Teilnahme an der deutschen Fernsehserie ‚Babylon Berlin‘.

    Gesehen

    Black Mirror: Bandersnatch

    ‚Black Mirror: Bandersnatch‘ ist ein interaktiver psychologischer Thriller der Science-Fiction-Serie ‚Black Mirror‘ aus dem Jahre 2018. Das Drehbuch stammt von Charlie Brooker, David Slade führte die Regie. In Bandersnatch treffen die Zuschauer die Entscheidung für die Hauptfigur, den jungen Programmierer Stefan Butler, gespielt von Fionn Whitehead, der 1984 einen Fantasy-Roman in ein interaktives Videospiel umwandelt. Weitere Charaktere sind Mohan Thakur, gespielt von Asim Chaudhry und Colin Ritman, gespielt von Will Poulter, die beide bei einer Computerspielfirma arbeiten, Butlers Vater Peter, gespielt von Craig Parkinson und der Therapeut Butlers Dr. Haynes, gespielt von Alice Lowe. Der Film basiert auf einem geplanten Computerspiel mit gleichen Namen, was nach Veröffentlichung des Insolvenzverfahrens nicht veröffentlicht wurde. Bandersnatch ist ein Science-Fiction- und Horrorfilm und thematisiert u.a. den freien Willen.

    Charlie Brooker und die ausführende Produzentin Annabel Jones wurden von Netflix 2017 damit beauftragt einen interaktiven Film zu drehen. Die Schwierigkeit beim Schreiben des stark nichtlinearen Skripts führte zur Einstellung eines eigenen Managers für diese Art des Films. Die einzigartige Beschaffenheit des Inhalts erforderte Anpassungen bei der Verwendung des Cache-Speichers der Plattform. Die Dreharbeiten und die Produktion dauerten länger als bei typischen ‚Black Mirror‘-Episoden, sodass die Veröffentlichung der fünften Staffel der Serie sich sogar verzögert hat. Die Reaktionen auf den Film waren im Allgemeinen positiv, obwohl einige das Interaktive als zu kniffelig empfanden.

    Verkostet

    Hazelburn 13

    Springbank befindet sich auf Halbinsel Kintyre. Die Brennerei ist eine der letzten Brennereien in Campbeltown, wo es früher etwa 30 gab. Außer Springbank gibt es noch Glengyle – die Brennerei, die auch zu Springbank gehört und wo der Kilkerran hergestellt wird – und Glen Scotia. Seit 1837 ist die Brennerei im Besitz der Familie Mitchell und das hat sich bis heute nicht geändert. Außerdem ist sie eine der wenigen Brennereien, die mehr als einen Single Malt herstellen – außer Springbank wird hier auch Longrow und Hazelburn hergestellt, um den es heute gehen soll. Alles wird vor Ort geklöppelt. Springbank kann den Bedarf an Malz komplett in der eigenen Mälzerei herstellen. Selbst die Flaschen werden vor Ort abgefüllt, denn es gibt auch eine hauseigene Abfüllanlage.

    Wir haben uns diesmal mit dem 13-jährigen Hazelburn beschäftigt. Hazelburn wird im Gegensatz zu allen anderen Erzeugnissen von Springbank dreifach destilliert, also so wie die Whiskies in den Lowlands und vor allem in Irland. Er reifte ausschließlich in Sherryfässern, und zwar sowohl in First Fill, als auch in Refill Oloroso-Fässern. Distilled wurde er im Oktober 2004, abgefüllt im April 2018. Der Whisky wird mit 47,4% abgefüllt und ist auf 9000 Flaschen limitiert.

  • Feuilletöne – Sendung 283 – Gottfried Wilhelm Leibniz, Oak, Rebellion und Ardbeg Uigeadail

    Wir sind das erste Mal im Jahr 2019 wieder bei den Philosophen! Und zwar bei Gottfried Wilhelm Leibniz. Außerdem hörten wir ‚False Memory Archive‘ von Oak, sahen die Mini-Serie ‚Rebellion‘ und verkosteten zum zweiten Mal den Ardbeg Uigeadail.

    Gelesen

    Gottfried Wilhelm Leibniz

    Gottfried Wilhelm Leibniz wurde 1646 in Leipzig geboren, verlor als Sechsjähriger seinen Vater, der Rechtsgelehrter und Professor der Moralphilosophie war. Er las in der Bibliothek seines Vaters so viel wie er nur konnte, schrieb sogar lateinische Verse, sodass seine Vormunde anfangs fürchteten, er würde ein Poet oder gar Scholastiker werden wollen. „Sie wußten nicht, dass mein Geist sich nicht durch eine einzige Art von Dingen ausfüllen ließ“, sagte Leibniz später.

    Als 15-Jähriger besuchte er die Universität Leipzig. Zunächst studierte er Rechtswissenschaften und Philosophie, danach in Jena Mathematik. Mit 18 Jahren war er durch eine rechtsphilosophische Arbeit bereits Magister und zwei Jahre später erlangte er als 20-Jähriger im fränkischen Altdorf durch eine Arbeit ‚über verwickelte Rechtsfälle‘ die juristische Doktorwürde – in Altdorf deswegen, weil er in Leipzig wegen seines Alters zurückgewiesen wurde, da er für zu jung gehalten wurde.

    Die angebotene Professur schlug er aus. Er wollte lieber politisch aktiv werden, auch ohne einen konkreten Plan dafür. Er begab sich im Anschluss in die Dienste des Kurfürsten von Mainz und wurde damit in die große europäische Politik hineingezogen. Er arbeitete nacheinander an der Verbesserung der juristischen Lehrmethode, an dem ‚Corpus iuris‘, an einer Schrift gegen Atheisten und beteiligte sich an Bestrebungen zu einer Wiedervereinigung von Protestanten und Katholiken.

    Leibniz vertrat eine natürliche Religion mit Gottes- und Unsterblichkeitsglauben, verteidigte die Dreifaltigkeitslehre, aber auch die lutherische Abendmahlslehre. Einen Aufenthalt in Paris in der Zeit zwischen 1672-76, während dem er Ludwig XIV. davon überzeugen sollte, doch lieber Ägypten zu besetzen statt die deutschen Fürstentümer anzugreifen, nutzte er außerdem zum Studium von Pascal und Huygens – was ihn zur Entdeckung der Differential- und Integralrechnung führte, zu Descartes, Hobbes und Spinoza. Letzteren besuchte er bei seiner Rückreise.

    Ende 1676 siedelte er, zum Hofrat und Bibliothekar ernannt, nach Hannover über und schrieb die Geschichte des braunschweigischen Fürstenhauses nieder. Daneben beschäftigte er sich noch mit allen möglichen Dingen, z. B. mit der Einrichtung einer nationalen Akademie, der Reform des Unterrichtswesens, der sogenannten Reinigung der Muttersprache, der Wiedervereinigung der Lutheraner mit den Reformierten und Katholiken und aller Kulturvölker zu einem harmonischen ‚Reich der Geister‘, wie er es nannte. Er beschäftigte sich mit dem Wohl der ärmeren Klassen, dem Völkerrecht, dem Bergbau, der Physik, der Medizin, der Sprachwissenschaft aber am liebsten doch mit Mathematik und Philosophie. Über alle diese Dinge tauschte er sich mit anderen via Briefverkehr aus. In der Bibliothek zu Hannover werden heute über seiner 20.000 Briefe mit mehr als 1.000 Empfängern aufbewahrt. Leibniz klagte gelegentlich über die Zerstreutheit seiner Studien und die Masse der sich ihm aufdrängenden neuen Gedanken, die er doch nicht gern abhanden kommen lassen möchte, sodass er oft nicht wisse, was er zuerst erledigen solle.

    Zwischen 1690-1700 schrieb er seine philosophischen Entwürfe nieder, 1700- 1710 dann die systematischen Ausführungen dieser Entwürfe. Aufgrund der Heirat der Prinzessin Sophie Charlotte – einer engen Vertrauten und Freundin – mit Friedrich I. von Brandenburg-Preußen im Jahr 1700 zog er nach Berlin, und wurde dort der erste Präsident der Akademie der Wissenschaften, die auch auf seine Anregung hin gegründet wurde. Durch den Tod von Sophie Charlotte verlor er 1705 aber den Halt in Berlin, welches er 1711 dann auch verließ. Danach lebte er zwei Jahre in Wien, wo er für Prinz Eugen eine Darstellung seiner Monadenlehre vorlegte. Ab 1714 war er wieder in Hannover.

    Er war zwar von seinen fürstlichen Gönnern, zu denen auch Peter der Große gehörte, mit Titeln und Würden versehen, 1690 sogar geadelt worden, aber da er sich mit Newton darüber stritt, wer den nun zuerst die Differentialrechnung erfand, fiel er im Hause Hannover in Ungnade. Als nämlich Herzog Georg Ludwig König Georg I. wurde, nahm er Leibniz nicht mit nach London, weil er diplomatische Schwierigkeiten befürchtete. So starb Leibniz einsam und verlassen am 14. November 1716 in Hannover und kaum jemand nahm davon Notiz. Heute gibt es in Hannover und Leipzig Denkmäler zu seinen Ehren; Schulen und Universitäten tragen seinen Namen.

    Gehört

    Oak – False Memory Archive

    Gegründet wurde die aus Oslo stammende Band 2013. Die Band ist ein Quartett bestehend aus Simen Valldal Johannessen, der für Gesang und Keyboards zuständig ist, Øystein Sootholtet, der für den Bass zuständig ist, Ole Michael Bjorndal, der die Gitarre spielt und Sigbjørn Reiakvam, der Schlagzeuger, Perkussionist der Band. Alle Bandmitglieder sind in der Region Oslo aufgewachsen. Sie haben eine Vielzahl musikalischer Inspirationen. Es geht von klassischen Komponisten, über Singer/Songwriter, Electronica, Progressive Rock bis hin zum Metal. Sie veröffentlichten ihr Debüt-Album, ‚Lighthouse‘ 2013.

    False Memory Archive ist Progressive Rock wie er im Buche steht. Die Musik erinnert ein wenig an Porcupine Tree, Marillion und ähnliche Bands, durch den Metaleinfluss hin und wieder aber auch an die ruhigen Songs von TesseracT. Technisch auf höchstem Niveau, spielen sich die vier Norweger durch dieses Album. Es ist aus dem Jahr 2018 und kann deswegen nicht auf die Liste für die Alben des Jahres 2019 kommen.

    Gesehen

    Rebellion

    ‚Rebellion‘ ist eine fünfteilige Fernsehserie aus dem Jahr 2016. Produziert wurde die Serie von RTÉ, also der irischen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt.
    Die Regie führte der Finne Aku Louhimies, das Drehbuch stammt von Colin Teevan und produziert wurde sie von Catherine Magee, Clare Alan und und dem bereits erwähnten Drehbuchautor Colin Teevan. Die Serie wurde im Sommer 2015 in Dublin gedreht und kostete insgesamt 6 Mio. €.

    Es geht in ‚Rebellion‘ um fiktive Charaktere in Dublin während des Osteraufstandes 1916. Es beginnt mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die turbulenten Ereignisse, die folgen, werden durch aus Sicht einer Gruppe von Freunden aus Dublin, Belfast und London geschildert, wie sie für und gegen eine Unabhängigkeit Irlands sind, und ihre jeweilige Rolle in der Geschichte der irischen Unabhängigkeit spielen.

    Für das Jahr 2019 ist die Fortsetzung der Mini-Serie geplant, die ‚Resistance‘ heißen und die Ereignisse rund um das Jahr 1920 beschreiben wird.

    Verkostet

    Ardbeg Uigeadail

    Die Geschichte der Brennerei beginnt im Jahr 1794. Zu dieser Zeit wurde Ardbeg von Schwarzbrennern und Schmugglern betrieben, bis diese illegale Produktion nach einer Razzia der Zollfahndung aufgegeben musste. Die legale Brennerei wurde, wahrscheinlich im Jahre 1815 unter dem Namen Ardbeg (von schottisch-gälisch ard bheag – kleine Anhöhe) gegründet. Seit 1817 ist der Betrieb dokumentiert. Die Firma war bis 1959 im Familienbesitz. 1977 wurde Ardbeg von Hiram Walker übernommen. Nach der Stilllegung im Jahr 1981 wurde Ardbeg 1989 wiedereröffnet, nun aber ohne die eigene Mälzerei. Nach einer erneuten Schließung 1996 ging Ardbeg 1997 an McDonald & Muir und befindet sich seit dem wieder in Betrieb. 2004 wurde Ardbeg an Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) verkauft. Anders als die meisten anderen Brennereien, die eine Katze beherbergen, hat Ardbeg einen Destilleriehund. Er heißt Shortie und ist ein Jack Russell Terrier, der aber inzwischen in Rente ist.

    Beim Uigeadail handelt es sich um ein Vatting bestehend aus 90 % Bourbon- und 10 % Sherry-Fässern, der mit 54,2% abgefüllt wird. Er ist wie alle Ardbegs nicht gefärbt oder kühgefiltert. Wir verkosteten ihn schon einmal im Jahr 2016 in Folge 168.

  • Feuilletöne – Sendung 282 – Clue Writing, Jeff Tweedy, Hannah Gadsby und Andrea da Ponte

    Wir haben mal wieder was von unseren Freunden von Clue Writing gelesen, diesmal ‚Bedeutung(slos)‘. Außerdem haben wir ‚Warm‘ von Jeff Tweedy gehört, das Programm ‚Nanette‘ von Hannah Gadsby gesehen und unseren ersten Grappa verkostet, und zwar den ‚Uve Bianche Malvasia e Chardonnay‘ von der Brennerei Andrea da Ponte.

    Gelesen

    Clue WritingBedeutung(slos)

    Wir haben mal wieder etwas von den tollen Menschen von Clue Writing gelesen. Rahel und Sarah heißen die beiden Menschen hinter der Literaturplattform Clue Writing. Seit 2012 veröffentlichen sie wöchentlich Kurzgeschichten, die an einem vorher festgelegten Handlungsort (Setting) spielen und vorgegebene Stichworte (Clues) nach klaren Vorgaben vertexten. So kam im Laufe der Zeit ein Textsammelsurium mit mehreren hundert Geschichten zusammen! Und das in allen möglichen Genres. Und so behaupten sie mit Fug, Recht, dass auf Clue Writing jedes Leserherz umworben wird. Man findet bei Clue Writing Krimis, Abenteuergeschichten, Komödien, Charakterstudien, Romantik, Science Fiction und Horror. Da dürfte für alle Menschen was dabei sein.

    Victor liegt ob der Spende eines Teiles seiner Leber für seinen Vater im Krankenhaus und ärgert sich über die Krankenschwester Madeleine Hugo, über das Krankenhaus an sich und überhaupt über alles. Bis dann ihn dann seine Mutter besucht.

    Gehört

    Jeff TweedyWarm

    Jeffrey Scot ‚Jeff‘ Tweedy wurde 1967 in Belleville in Illinois geboren. Er ist Autor, Sänger, Songwriter, Plattenproduzent und Bandleader der Band Wilco. Er begann seine Musikkarriere in der High School in der Band ‚The Plebes‘, die später in die alternative Country-Band ‚Uncle Tupelo‘ überging. Anschließend gründete er Wilco, die vor allem mit ‚Yankee Hotel Foxtrot‘, ‚A Ghost Is Born‘ oder auch ‚Star Wars‘ kommerziellen Erfolg erzielten und auch von Musikkritikern in höchsten Tönen gelobt werden. ‚Yankee Hotel Foxtrot‘ wurde 2005 mit einem Grammy für das beste alternative Album des Jahres ausgezeichnet. Er veröffentlichte insgesamt 16 Studioalben, darunter vier mit Uncle Tupelo, zehn mit Wilco, eines mit seinem Sohn Spencer, ein akustisches Soloalbum sowie zahlreiche Kooperationen mit anderen Musikern, insbesondere mit Billy Bragg. Im November 2018 veröffentlichte Tweedy seine Memoiren namens ‚Let’s Go (So We Can Get Back)‘.

    Am 30. November 2018 veröffentlichte Jeff Tweedy sein Soloalbum ‚Warm‘. Das ist auch der Grund weswegen wir es erst jetzt besprechen und es nicht schon im letzten Jahr besprachen, es wurde einfach zu spät veröffentlicht um noch bei den Alben des Jahres dabei sein zu können. Es ist das zweite Soloalbum, aber das erste mit ausschließlich neuen Songs. Das Schlagzeug spielt Spencer Tweedy. Und auch ansonsten bleibt viel in der Familie. So werden die Synthesizer von den beiden Söhnen gespielt, ebenso wie die Backing Vocals von eben jenen gesungen werden. Einzig auf dem 11. Song des Album spielt Glenn Kotche von Wilco die Drums. Produziert ist das Album von Jeff Tweedy und Tom Schick.

    Gesehen

    Hannah GadsbyNanette

    Hannah Gadsby wurde wurde 1978 in Smithton in Tasmanien geboren. Sie ist Komikerin und Autorin. Bekannt wurde sie in Australien, nachdem sie den ‚Raw Comedy‘-Wettbewerb im Jahr 2006 gewann. Sie tourte anschließend auch außerhalb Australiens und war im australischen und neuseeländischen Fernsehen zu sehen. Im Jahr 2018 veröffentlichte Netflix das Standup-Programm ‚Nanette‘ auf seiner Streaming Plattform und machte so das internationale Publikum auf sie aufmerksam. Ein Comedy-Programm, was eigentlich gar keines ist. Aber hört selbst.

    Verkostet

    Andrea da Ponte – Uve Bianche Malvasia e Chardonnay

    1892 gründet Brennmeister Andrea da Ponte den Betrieb in Venezien. Nur wenige Jahre später perfektioniert Matteo da Ponte die Destillationskunst und veröffentlichte das ‚Handbuch der Destillation‘. Die exklusive ‚Metodo da Ponte‘, die in diesem Buch auch mit Zeichnungen der vom Autor konstruierten Brennkolben beschrieben ist, wird als innovativ und äußerst modern erkannt. Sie macht Schule und sorgt dafür, dass der Grappa da Ponte bekannt und geschätzt wird. Die Brennerei Andrea da Ponte ist immer noch ein Familienbetrieb der Familie Da Ponte. Die Brennerei war die erste, die begonnen hat die Produktion mit der Umwelt in Einklang zu bringen. So haben sie angefangen mit Biomasse beheizte Kessel zu nutzen oder modernste Anlagen zur Energierückgewinnung zu bauen. 2009 schließlich stellten sie eine Photovoltaikanlage fertig, die eine jährliche CO2-Senkung von 70 Tonnen gestattet. Durch die Verwendung erneuerbarer Energien konnten sie die Schadstoffemissionen auf annähernd null senken.

    Grappa wird aus den vergorenen alkoholhaltigen Pressrückständen der Weinherstellung destilliert. Es hat einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 Volumenprozent. Grappas werden aus den Pressrückständen roter und weißer Trauben gewonnen. Durch Fasslagerung können Farbe, Geschmack und Geruch bestimmt werden, also ähnlich wie beim Whisky. Da die Schalen von weißen Trauben immer noch Zucker enthalten, werden sie mit Most aufgegossen und abermals vergoren. Der entstandene Wein wird anschließend destilliert. So entstehen Traubenbrände aus weißen Sorten. In diesem Fall handelt sich um die Trauben Malvasia und Chardonnay.

  • Feuilletöne – Sendung 281 – Günter Seuren, Das Lied von der Erde, Joachim Fuchsberger, Inge Meysel und Eisenhart Lager

    Angekommen im Jahr 2019 ist bei den Feuilletönen die Normalität zurückgekehrt. Alle Rubriken sind wieder da, und so lasen wir ‚Das Experiment‘ von Günter Seuren, hörten ‚Das Lied von der Erde‘ von Gustav Mahler in verschiedenen Aufnahmen, sahen Joachim Fuchsberger dabei zu, wie er Inge Meysel 1983 im Rahmen der Sendung ‚Heut‘ Abend‘ interviewte und verkosteten ein Eisenhart Lager von der Liebhart’s Privatbrauerei.

    Gelesen

    Günter Seuren – Das Experiment (Text)

    Der Schriftsteller wurde 1932 in Wickrath am Niederrhein geboren. Er war Mitarbeiter der Illustrierten ‚Neue Post‘ in Düsseldorf, für die er kleinere Texte verfasste. Seit 1955 war er freier Schriftsteller und Filmkritiker bei der ‚Deutschen Zeitung‘. In den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts stand er der sogenannten ‚Kölner Schule‘ des neuen Realismus nahe und verfasste neben erzählerischen Werken auch zahlreiche Hörspiele und Drehbücher für Fernsehspiele. Ab 1986 entstanden im Auftrag von ARD und ZDF eine Reihe von Drehbüchern für Dokumentarfilme; die Dreharbeiten hierfür führten ihn u. a. nach Kanada, Mexiko, Ecuador und Peru.

    Wir haben ‚Das Experiment‘ aus dem Jahre 2002 gelesen. Wir lesen davon, dass ein Mann nur noch rückwärts geht, nicht mehr vorwärts.

    Gehört

    Gustav MahlerDas Lied von der Erde

    Das Lied von der Erde ist ein sinfonischer Liederzyklus von Gustav Mahler, dennoch gehört das Werk nicht in die Reihe seiner nummerierten Sinfonien, ist aber das neunte symphonische Werk Mahlers dieser Gattung. Mahler selbst gab erst dem nachfolgenden Werk den Titel 9. Sinfonie.

    Das Werk entstand in den Jahren 1907 bis 1908. In dieser Zeit beschäftigte Mahler sich mit Nachdichtungen altchinesischer Lyrik. Er komponierte ‚Das Lied von der Erde‘ in einer Zeit privater Schicksalsschläge. Zum Einen starb die ältere Tochter Maria Anna im Alter von nur vier Jahren an Diphtherie, zum Anderen hatte er nach einer antisemitisch motivierten Pressekampagne gegen ihn als Direktor der Wiener Hofoper zurücktreten müssen. Außerdem wurde in jenem Jahr auch noch eine schwere Herzkrankheit diagnostiziert, die wenige Jahre später zu seinem Tod führen sollte. Kurz vor der Vollendung des Werkes schrieb er an Bruno Walter – der auch am 20. November 1911 in der Münchener Tonhalle die Uraufführung kurz nach Mahlers Tod leitete: „Ich war sehr fleißig. […] Ich weiß es selbst nicht zu sagen, wie das Ganze benamst werden könnte. Mir war eine schöne Zeit beschieden und ich glaube, daß es wohl das Persönlichste ist, was ich bis jetzt gemacht habe.“

    Das Lied von der Erde besteht aus sechs Teilen, in denen Mahler sieben Gedichte aus der Sammlung ‚Die chinesische Flöte‘ von Hans Bethge vertont hat. Folgende Lieder hat Mahler im Lied von der Erde vertont:
    1. Das Trinklied vom Jammer der Erde
    2. Der Einsame im Herbst
    3. Von der Jugend
    4. Von der Schönheit
    5. Der Trunkene im Frühling
    6. Der Abschied

    Bruno Walter und die Wiener Philharmoniker

    Hierbei handelt es sich um eine Aufführung aus dem Jahr 1952. Das heißt, sie kann nicht mehr ganz den klanglichen Ansprüchen der heutigen Zeit genügen. Darauf kommt es aber auch nicht an. Wir wollten einfach eine Aufnahme dabei haben, die von dem Dirigenten geleitet wird, der auch die Uraufführung dirigierte, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie das alles mal geklungen haben könnte als Mahler noch da war, zumindest fast noch da war.

    Kent Nagano und das Orchestre symphonique de Montréal

    Diese Aufnahme ist aus dem Jahr 2009, also zum Zeitpunkt dieser Aufnahme ca. 10 Jahre alt – oder jung, je nach Sichtweise. Es ist ein eher transparenter Klang, man könnte auch sagen ein französischer Klang. Kent Nagano pflegt einen sehr eleganten Stil, der so gar nicht romantisch ist. Eine moderne Interpretation.

    Wir haben uns beide Interpretationen angehört und erzählen euch, was wir von ihnen halten. Und überhaupt, wie wir ‚Das Lied von der Erde‘ gehört haben, und wie wir es einordnen.

    Gesehen

    Heut‘ AbendJoachim Fuchsberger interviewt Inge Meysel im Jahre 1983 (YouTube)

    Heut’ Abend war eine Talkshow des Bayerischen Fernsehens und des SWF, später auch des NDR. Zunächst wurde die Sendung von wechselnden Moderatoren präsentiert. Ab Dezember 1980 an übernahm dann Joachim Fuchsberger sowohl Moderation als auch Produktion bis zur 300. und letzten Folge. Die Titelmelodie komponierte Klaus Doldinger.

    Joachim „Blacky“ Fuchsberger wurde 1927 in Stuttgart geboren. Er war Schauspieler, Synchronsprecher, Hörbuchsprecher und Showmaster.
    In einem Zeitraum von rund 60 Jahren war er in über 80 Filmen und Fernsehserien zu sehen. Berühmt wurde er unter anderem durch die Edgar-Wallace-Filmreihe aus den 1960er Jahren, in der er häufig einen Inspektor von Scotland Yard verkörperte. Zudem war er mit Sendungen wie ‚Der heiße Draht‘, natürlich ‚Auf Los geht’s los‘ und eben ‚Heut’ abend‘ als Showmaster erfolgreich. Er starb 2014 in Grünwald in der Nähe von München.

    Die Tochter des deutschen jüdischen Kaufmanns Julius Meysel und seiner dänischen Frau Margarete Hansen beendete mit 17 Jahren vorzeitig die Schule und begann 1930 ihre Theaterkarriere in Zwickau, Berlin und Leipzig. Zum ersten Mal stand Inge Meysel im Alter von drei Jahren in der Oper Hänsel und Gretel als Engel auf der Bühne.
    In der Zeit von 1933 bis 1945 hatte Inge Meysel als „Halbjüdin“ Auftrittsverbot. Ab den 1960er Jahren stand bei Inge Meysel das Fernsehen im Mittelpunkt. Bekannt wurde sie vor allem in der Rolle der Käthe Scholz in der Fernsehserie Die Unverbesserlichen, die von 1965 bis 1971 produziert wurde. Ihren ersten politischen Auftritt hatte Inge Meysel 1925 mit einer Rede gegen die Todesstrafe auf einer Kundgebung der Berliner Jungdemokraten. Auch an Protesten gegen den Paragraphen 218 beteiligte sie sich bereits in dieser Zeit. Ende der zwanziger Jahre wechselte sie zu den Jungsozialisten.
    1972 unterstützte sie den Wahlkampf von Willy Brandt und 1978 gehörte sie neben Alice Schwarzer und acht weiteren Frauen zu den Klägerinnen im sogenannten „Sexismus-Prozess“ gegen den Stern. 1981 lehnte sie das Bundesverdienstkreuz ab, weil es keinen Orden wert sei, dass jemand „sein Leben anständig gelebt hat“. Den Kampf gegen AIDS unterstützte sie durch mehrere Auftritte bei Benefizveranstaltungen.

    Im Januar 1987 sprach sie in einem Interview in der Emma über ihre gleichgeschlechtliche Erfahrung: „Männer waren gestrichen, bis 21. Aber da hatte ich schon längst eine Liebesbeziehung zu einer Frau. Schon 1975 sprach sie in einer Theater-Talk-Show über gleichgeschlechtliche Erlebnisse. 1991 trat sie als prominentes Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben in Erscheinung. Inge Meysel starb am 10. Juli 2004 in ihrem Haus im niedersächsischen Bullenhausen.

    Verkostet

    Liebhart’s Brauerei – Eisenhart Lager

    Mithilfe ortsansässiger Handwerksunternehmen wurde die Liebhart’s Brauerei neu aufgebaut. Ende 2004 begann die Planung der Anlagen, im darauffolgenden Jahr wurde der Braukessel angefeuert. Es handelt sich um einen Familienbetrieb. Beim ‘Eisenhart Lager’ handelt es sich um ein Bier, was aus Hopfen und Gerstenmalz aus biologischem besteht. Die Bestandteile dieses Bieres stammen allesamt aus ökologischer Landwirtschaft und werden ohne Zusatz von Agrarchemie oder Pestizide hergestellt.