Kategorie: Podcast

  • Feuilletöne – Sendung 244 – Emilia Smechowski, Nels Cline, Die Anstalt und Dithmarscher Dunkel

    Wir lasen endlich ‚Wir Strebermigranten‘ von Emilia Smechowski, hörten ‚Lovers‘ von Nels Cline, sahen ‚Die Anstalt‘ und tranken das Dithmarscher Dunkel.

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    Emilia Smechowski – Wir Strebermigranten (Hanser Berlin)

    Emilia Smechowski wurde 1983 in Polen geboren, sie ist Journalistin und Autorin. Sie siedelte 1988 mit ihren Eltern aus einem kleinen Ort in der Nähe von Danzig nach Westberlin, wo die Eltern als Ärzte Beschäftigung fanden. Sie studierte Operngesang und Romanistik in Berlin und Rom. Danach arbeitete sie als Redakteurin bei der tageszeitung und ist seitdem freie Autorin und Reporterin. 2015 wurde sie mit dem Deutschen Reporterpreis und 2016 mit dem Konrad-Duden-Journalistenpreis sowie dem Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis ausgezeichnet.

    Als die Familie von Polen nach Deutschland ging, da hatte Emilia Smechowski noch den Vornamen Emilka und ihr Geburtsort hieß Wejherowo und nicht Neustadt in Westpreußen. Als die Familie sich ins Auto setzte und losfuhr – raus aus Polen, nach Westberlin, da schrieb man das Jahr 1988. Nur ein Jahr später hatte sie einen neuen Namen, eine neue Sprache und ein neues Land: Sie war jetzt Deutsche. Alles was an Polen erinnerte war unerwünscht, und aus dem Traum von einem besseren Leben in Deutschland war ein täglicher Kampf geworden, bloß nicht aufzufallen. Wenn die deutschen Kollegen der Eltern zum Essen kamen, gab es nicht etwa Piroggen, sondern Mozzarella und Tomate. Und als Emilia ein Deutschdiktat mit zwei Fehlern nach Hause brachte, war ihre Mutter entsetzt und fragte was schiefgelaufen sei. Aus keinem anderen Land sind in den vergangenen Jahrzehnten mehr Menschen nach Deutschland gekommen als aus Polen. Und keine Einwanderergruppe war so sehr darauf bedacht, nicht bemerkt zu werden.

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    Nels ClineLovers

    Nels Cline wurde 1956 in Los Angeles geboren und ist in aller erst er Linie bekannt als Gitarrist der Band Wilco. Er absolvierte die University Senior High School in Los Angeles. 1979 gründete er die Gruppe Quartet Music, 1983 die Band Bloc. Er nahm an verschiedenen Projekten teil und gründete ein am Fusionjazz orientiertes Trio, The Nels Cline Singers. Weiterhin gab es Duo-Projekte mit Thurston Moore und Elliott Sharp. Er arbeitete u.a. mit Charlie Haden, aber auch mit Mike Watt oder Willie Nelson zusammen. Auf Gregg Bendians Album ‚Interstellar Space Revisited‘ übertrug er den Saxophonpart von John Coltrane auf die Gitarre. Ähnliches tat er auch auf dem Album ‚Electric Ascension‘, des Rova Saxophone Quartets. Im Acoustic Guitar Trio mit Jim McAuley und Rod Poole beschäftigte er sich mit mikrotonaler Improvisation. Seit 2004 ist Nels Cline Lead-Gitarrist der Band Wilco. 2013 nahm er gemeinsam mit Medeski, Martin & Wood Woodstock Sessions, Vol. 2 auf. Er wird als einen der wenigen stilprägenden Jazzgitarristen neuerer Zeit bezeichnet. 2007 führte ihn das Rolling Stone Magazin unter den neuen Topgitarristen. Ein wichtiger Einfluss auf sein Spiel ist Jim Hall. ‚Lovers‘ ist das 21. Album, was Solo, als Trio, als Quartet oder als Nels Cline Singers veröffentlicht wird.

    Seit über 25 Jahren hat Nels Cline von diesem Album geträumt, es geplant und immer wieder überarbeitet. Er hat alle Stücke eigens für ein 22-köpfiges Kammerorchester arrangiert. Es ist eine Songauswahl, die laut Cline in Klang und Songauswahl sowohl persönlich als auch universell sein soll. Sie soll Stimmungen beschreiben und das Album zu einer einzigartigen und kraftvollen Verbindung zwischen Klang, Song, Intimität und Romantik verschmelzen. Achtzehn Stücke sind es insgesamt geworden. Und so gibt es auf der einen Seite fünf Eigenkompositionen und auf der einen Seite z. B. Bearbeitungen von Songs von Sonic Youth, Jimmy Guiffre oder Henri Mancini. Lovers soll romatische Unterhaltungsmusik sein. Und zwar mit Musik im Stile der Vergangenheit, die in der Gegenwart erklingt.

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    Die Anstalt (ZDF)

    ‚Die Anstalt‘ ist eine politische Kabarettsendung, die vom ZDF seit 2014 ausgestrahlt wird. Sie gilt als Nachfolger von ‚Neues aus der Anstalt‘, die 2013 zum letzten Mal ausgestrahlt wurde. Durch die Sendung führen Max Uthoff und Claus von Wagner. Dazu kommen Gäste aus dem Bereich Kleinkunst. Regisseur der Sendung ist Frank Hof. Die Sendung wird achtmal im Jahr Dienstagabends nach dem heute-journal im ZDF live gesendet. Wiederholt wird die Sendung am darauffolgenden Sonntag beim Sender 3sat. Das Studio stellt das Foyer einer psychiatrischen Klinik dar. Die auftretenden Kabarettisten können über Gänge, Treppen und einen Aufzug die Bühne betreten. Uthoff und von Wagner stellen die Besetzer der von Urban Priol und Erwin Pelzig verlassenen Klinik dar. Jede Sendung hat ein übergeordnetes Thema, was meist auch in den Solo-Auftritten der jeweiligen Gäste thematisiert wird.

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    Dithmarscher Dunkel 

    Die Dithmarscher Privatbrauerei Karl Hintz hat ihren Sitz in Marne im Kreis Dithmarschen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Bekannt ist sie vor allem durch das Dithmarscher Pilsener. Eine bäuerliche Braustätte befindet sich an dieser Stelle bereits seit 1775. Die Brauerei selbst wurde im Jahr 1884 von Christian Hintz gegründet und befindet sich bis heute in Familienbesitz. Seit gibt es wieder den Bügelverschluss. Neben dem als Beugelbuddelbeer (Bier mit Bügelverschluss) bezeichneten Bier füllt die Brauerei mittlerweile auch in Longneck- und Steiniflaschen ab.

  • Feuilletöne – Sendung 243 – Kazuo Ishiguro, Calexico, Das literarische Quartett und anCnoc 12 

    Wir haben die Rede des Nobelpreisträgers des Jahres 2017, Kazuo Ishiguro gelesen, ‚The Thread That Keeps Us‘ von Calexico gehört, ‚Das Literarische Quartett‘ gesehen und einen 12-jährigen anCnoc verkostet.

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    Kazuo Ishiguro – Mein 20. Jahrhundert und andere kleine Erkenntnisse (Karl Blessing Verlag)

    Kazuo Ishiguro wurde 1954 in Nagasaki geboren. Er lebte dort bis 1960. Als er fünf Jahre alt war, zog die Familie nach England, wo sein Vater als Ozeanograph im Auftrag der britischen Regierung zunächst für einen begrenzten Zeitraum von ein bis zwei Jahren forschen sollte. Aus dem „vorübergehend“ wurde schließlich ein „bis auf weiteres“. Er wuchs also in Guildford, einem kleinen Ort in Surrey, auf. Er studierte Englisch und Philosophie an der University of Kent in Canterbury und schloss beides 1978 ab. Danach besuchte dann den Studiengang für Kreatives Schreiben an der University of East Anglia in Norwich, wo er 1980 seinen Master in Literatur erwarb. Bereits während dieser Zeit schrieb er erste Kurzgeschichten, die auch veröffentlicht wurden und ihm einen Vertrag für seinen ersten Roman einbrachten, bevor dieser überhaupt vollendet war. Er engagierte sich anschließend in den 1980er Jahren in zahlreichen sozialen Projekten. Sein dritter und berühmtester Roman ‚Was vom Tage übrigblieb‘ wurde 1989 mit dem Booker Prize ausgezeichnet. Sowohl letztgenannter als auch ‚Alles, was wir geben mussten‘ wurden verfilmt. Im Jahr 2017 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Er sei ein Schriftsteller, der in Romanen von starker emotionaler Wirkung den Abgrund in unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt aufgedeckt hat. Dieser kleine Text, denn wir heute lesen, ist die Rede, die er zu diesem Anlass gehalten hat.

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    Calexico – The Thread That Keeps Us

    Calexico ist der Name eines Ortes und ein Kofferwort aus Kalifornien und Mexiko. Die Namensgebung rührt daher, dass die politische und soziale Situation an der Grenze ein wichtiges Thema für die Band ist. Und das findet sich auch in vielen ihrer Songs wieder. Alles fing an als Joey Burns und John Convertino inspiriert von einer Vielzahl alter Instrumente, die sie in den Lagern von Musikgeschäften fanden, die Idee hatten, eine Band zu gründen. Unter dem Namen Spoke veröffentlichten sie 1997 ihr erstes Album als LP. Bei Veröffentlichung auf CD hatte sich die Band aber bereits in Calexico umbenannt, Spoke war jetzt nur noch der Titel des Albums. Innerhalb weniger Jahre wurde Calexico mit ihren atmosphärischen Songs und Instrumental-Stücken, die gern mit Film-Soundtracks verglichen wurden, sowohl in Amerika als auch in Europa sehr erfolgreich. Die Band vereint ein Sammelsurium an Musikrichtungen wie z. B. mexikanischen Mariachi, Folk- und Country-Rock, Latin Jazz oder Desert- und Gringo-Rock. Der Stil der Band wird mittlerweile gern als „Tucson-Desert-Rock“ bezeichnet. ‚The Thread That Keeps Us‘ ist das achte Album der Band.

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    Das Literarische Quartett 

    Das Literarische Quartett ist eine Literatursendung des ZDF. Ab 1988 wurde diese zunächst im Rahmen des Kulturmagazins Aspekte bis zum Jahr 2001 ausgestrahlt. Regelmäßige Teilnehmer waren Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek, Sigrid Löffler und Jürgen Busche. Busche verließ nach sechs Folgen und das Quartett und Klara Obermüller war bis 1990 die vierte im Bunde. Ab 1990 gab es in jeder Sendung eine/n GastkritikerIn. Insgesamt gab es 70 Gäste, und es wurden 385 Buchtitel besprochen.

    Seit 2015 wird die Sendung mit Volker Weidermann, Christine Westermann und Maxim Biller sowie jeweils wechselnden GastkritikerInnen fortgeführt. Im Jahre 2017 ersetzte Thea Dorn das frühere Mitglied Maxim Biller. Die Gesprächsrunden werden sechsmal im Jahr kurz vor der Ausstrahlung im Spiegelfoyer des Berliner Ensembles aufgezeichnet und freitags um 23 Uhr gesendet.  Die Produktion kostet laut ZDF ca. 80.000 Euro. Gastkritiker dieser Sendung war der Schriftsteller, Essayist, Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Philipp Tingler.

    Verkostet 

    anCnoc 12 

    An Cnoc ist gälisch und heißt so viel wie Hügel. Wie es in Schottland gute Tradition ist, gibt es natürlich auch bei diesem Whisky mal wieder eine Besonderheit. Und das ist in diesem Fall, dass er nicht den Namen seiner Brennerei trägt. Bis Anfang der 1990er Jahre war das aber noch der Fall, seit 1993 wird der Single Malt der Knockdhu-Brennerei aber unter dem Namen An Cnoc abgefüllt, wohl wegen einer Abmachung mit den Besitzern der Knockando-Destillerie, die damit Verwechslungen mit ihrem eigenen Malt verhindern wollten. Knockdhu wiederum heißt nun wiederum schwarzer Berg, was wohl an dem über 400 Meter hohen Berg Knock Hill liegt, der unweit der Brennerei in der Nähe des Ortes Knock steht. Die Brennerei wurde 1892 von John Morrison gegründet und ging 1894 in die Produktion. 1898 wurden wegen des damaligen Whisky-Booms zusätzliche Lagerhäuser gebaut. Nichtsdestotrotz blieb auch diese Brennerei natürlich immer mal wieder für einige Zeit geschlossen. 1960 ersetzte ein Traktor das Brennereipferd. 1990 wurde der erste Whisky als Single Malt noch unter dem Namen Knockdhu abgefüllt; bis dahin war der Whisky lediglich ein beliebter Bestandteil von Blends. Seit 1988 gehört die Knockdhu-Brennerei zu Inver House Distillers Ltd.

  • Feuilletöne – Sendung 242 – Margarete Stokowski, Keith Jarrett, Best Ever und Barre Pilsener

    Was lange währt, wird endlich gut! Wir lasen endlich ‚Untenrum frei‘ von Margarete Stokowski. Außerdem hörten wir ‚The Köln Concert‘ von Keith Jarrett, sahen ‚Best Ever‘ von ARTE und verkosteten ein Barre Pilsener.

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    Margarete Stokowski – Untenrum frei

    Margarete Stokowski wurde 1986 in Polen geboren, zog aber 1988 nach Berlin, wo sie auch aufwuchs. Sie studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie schloss das Studium im Jahr 2014 mit einer Arbeit über Simone de Beauvoir ab. Seit 2011 schreibt sie für die taz, Die Zeit und seit 2015 ihre wöchentliche Kolumne ‚Oben und unten‘ für Spiegel Online.

    Margarete Stokowski stellt in diesem Buch u.a. die Fragen: Wie frei und gleichberechtigt sind wir? Warum fällt es uns leichter, über Essen zu reden als über Sex? Haben wir die Fesseln der Unterdrückung längst gesprengt, oder haben wir nur gelernt, in ihnen shoppen zu gehen? Es geht in diesem Buch um die kleinen Dingen, über die man meist nicht redet, weil sie peinlich werden könnten. Und es geht um die großen Machtfragen, über die man auch nicht gern redet, weil vieles so unveränderlich scheint. Es geht darum, wie die Freiheit im Kleinen mit der Freiheit im Großen zusammenhängt. Es geht um Rollenbilder die Schamgefühle manifestieren und wie diese uns einschränken. Und es geht darum wie wir sie loswerden können.

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    Keith JarrettThe Köln Concert

    Keith Jarrett wurde 1945 in Allentown, Pennsylvania geboren. Er ist ein Pianist, der sowohl Jazz als auch klassische Stücke spielt. Sein Spiel war vor allem in den siebziger Jahren durch seine berühmten Soloimprovisationen gekennzeichnet, die in umfangreichen Live-Mitschnitten dokumentiert sind – u. a. Solo Concerts Bremen/Lausanne, The Köln Concert, The Sun Bear Concerts.

    The Köln Concert ist eine Aufnahme eines Improvisations-Solokonzertes, das in der Kölner Oper am 24. Januar 1975 stattfand. Es ist die meistverkaufte und bekannteste Veröffentlichung von Keith Jarrett, außerdem die meistverkaufte Jazz-Soloplatte und meistverkaufte Klavier-Soloplatte.
    Wie die anderen Solokonzerte von Keith Jarrett, war auch ‚The Köln Concert‘ ein frei improvisiertes Konzert. Bei den Solokonzerten in denen er allein mit dem Piano zu hören ist, war und ist es stets sein Anspruch, ohne jede musikalische Vorüberlegung und ohne Plan Musik zu schaffen. Aus den Nichts heraus – quasi eine ‚Creatio ex nihilo‘ .
    Die Einspielung dieses berühmten Konzerts fand wie so viele Jazzkonzerte mal wieder unter extrem widrigen Umständen statt. Zum einen hatte Jarrett die Nacht zuvor fast nicht geschlafen, da er mit dem Auto von einem Konzert in der Schweiz angereist war. Zum anderen war der eigentlich ausgesuchte Bösendorfer-Flügel verwechselt worden, also musste er auf einem Bösendorfer-Flügel spielen, der eigentlich nur für die Probenarbeit verwendet wurde, zudem waren die oberen und unteren Oktaven verstimmt, die Pedale hakten und einige Tasten klemmten. Und eigentlich wollte Jarrett nach dem ganzen Theater auch nicht mehr wirklich auftrteten. Die Veranstalter konnten ihn dennoch überreden. Das Team wollte wegen der widrigen Umstände die Live-Aufnahme bereits streichen, doch die Tontechniker einigten sich darauf, das mit rund 1400 Zuhörern ausverkaufte Kölner Konzert schließlich doch noch zumindest für interne Zwecke mitzuschneiden. Keith Jarrett passte also das musikalische Geschehen dem Instrument an und beschränkte sich weitgehend auf die mittleren und tiefen Tonlagen.

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    Best Ever (ARTE)

    Es handelt sich um eine Serie bei ARTE, bei der es um Serienfiguren geht, und zwar solche mit gesellschaftlicher Relevanz. Best Ever beschäftigt sich nun genau mit diesen Charakteren, die Vorreiter ihrer Zeit waren oder zur gesellschaftskritischen Reflexion beigetragen haben. Von die ‚rote Zora‘ bis ‚Magnum‘ erklärt sie, warum diese Helden so wichtig sind.

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    Barre Pilsener 

    Die Privatbrauerei Ernst Barre GmbH ist eine Brauerei im ostwestfälischen Lübbecke im Kreis Minden-Lübbecke und hat ihre Wurzeln in der 1842 von Ernst Johann Barre gegründeten Brauerei. Gemessen am Bierausstoß gehört das Unternehmen zu den größten Brauereien in Ostwestfalen. Die Brauerei ist immer noch in Familienbesitz. Die regionale Verflechtung führt zu zahlreichen von der Brauerei gegründeten oder unterstützten Volksfesten. Außerdem ist die Brauerei Gründungsmitglied der Initiative Die Freien Brauer, eines Zusammenschlusses von mittelständischen Privatbrauereien.

  • Feuilletöne – Sendung 241 – Pedro Lenz, Nils Frahm, Tatort – Lessing und Dorn und Port Askaig 100 Proof

    In dieser Sendung geht es literarisch mal wieder in die Schweiz. Wir haben ‚Die schöne Fanny‘ von Pedro Lenz gelesen. Außerdem haben wir ‚All Melody‘ von Nils Frahm gehört, den Tatort ‚Der kalte Fritte‘ mit Nora Tschirner und Christian Ulmen gesehen und einen Port Askaig 100 Proof verkostet.

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    Pedro Lenz – Die schöne Fanny (kein und aber)

    Pedro Lenz wurde 1965 geboren, ist Dichter, Schriftsteller, Kolumnist und Mitglied des Bühnenprojekts ‚Hohe Stirnen‘ und der Spoken-Word-Gruppe ‚Bern ist überall‘. Er schreibt in Berndeutsch und hat bereits zahlreiche Bücher in diesem Dialekt veröffentlicht. Nun wurde der Roman ‚Die schöne Fanny‘ ins Standarddeutsche übersetzt. Sein Roman ‚Der Goalie bin ich‘ gewann den Schillerpreis für Literatur, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt.

    Es geht in diesem Roman um drei befreundete Künstler: Jackpot, ein Schriftsteller, der auf Hunde und Pferde wettet und den roten Faden für seinen Roman sucht, und zwei Maler Louis und Grunz, die schlicht das Leben lieben. Die Hingabe der drei zur Kunst und zu den kleinen Freuden des Alltags scheint sie voll und ganz zu erfüllen. Doch dann tritt die schöne Fanny in ihr Leben. Und eben diese bringt das scheinbar stabile Gleichgewicht der drei ins Wanken. Plötzlich ist es mit der Leichtigkeit des Seins nicht mehr ganz so weit her. Jeder begehrt nun Fanny, aber keiner der drei scheint zu verstehen, was Fanny begehrt.

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    Nils Frahm – All Melody

    Nils Frahm wurde 1982 in Hamburg geboren. Er ist ein Pianist und Komponist. Seine Kompositionen zeichnen sich gemeinhin durch die Kombination klassischer Musik mit Elektro-Klängen aus. Er arbeitete bereits mit Musikern, wie Anne Müller, Ólafur Arnalds, F.S. Blumm und Woodkid zusammen.

    ‚All Melody‘ ist das siebte Album von Nils Frahm. Die Aufnahmen für dieses Album dauerten zwei Jahre. Unter anderem deswegen, weil er sich sein eigenes Studio im historischen Berliner Funkhaus baute, nämlich den Saal 3. Damit erfüllte er sich einen Kindheitstraum, den er hegte, seit er das erste Mal das Tonstudio eines Familienfreundes sah. Es wurden Kabel, Leitungen und Vertäfelungen neu montiert. Eine Orgel und ein Mischpult – beides hat er mithilfe von Freunden konstruiert – wurden aufgestellt. So konnte ein Raum genau nach den Vorstellungen von Nils Frahm hergestellt werden, um so seine Musik so gestalten und präsentieren zu können, dass sie seinen eigenen Vorstellungen entspricht.

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    TatortLessing und DornDer kalte Fritte

    ‚Der kalte Fritte‘ ist eine Episode aus der Krimireihe Tatort. Der Beitrag wurde vom MDR produziert und am 11. Februar 2018 in der ARD ausgestrahlt. Es ist die 1047. Tatort-Folge.

    In dieser Episode ermitteln die Weimarer Kommissare Lessing und Dorn – gespielt von Christian Ulmen und Nora Tschirner – in ihrem sechsten Fall. Der Milliardär Alonzo Sassen wird bei einem Einbruch in seinem Haus ermordet. Der Einbrecher wiederum wird von Alonzo Sassens Frau Lollo erschossen – offensichtlich in Notwehr. Die Kommissare Kira Dorn und Lessing lassen Lollo beobachten und folgen ihr ins Bordell „Chez Chériechen“. Dort hatte sie vor ihrer Ehe als Tänzerin gearbeitet. Der Besitzer des Bordells ist Fritjof ‚Fritte‘ Schröder. Der Bruder des Bordellbesitzers Martin steht kurz vor dem finanziellen Ruin. Cleo ist die Frau Martins, die wiederum ist Eigentümerin eines Steinbruchs in der Nähe Weimars, den sie verkaufen will, weil dieser mit seinen besonderen geologischen Formen ein möglicher Standort für das geplante ‚Goethe-Geomuseum‘ ist. Der Verkauf würde die beiden also finanziell retten. Allerdings hatte Sassen bereits angekündigt, der Stadt ein anderes geeignetes Grundstück zu schenken. Dies wurde nun durch Sassens Ermordung verhindert – zugunsten von Martin und Cleo. Eine Jury der Bauhaus-Universität soll über den Standort des Museumsbaus entscheiden, dessen Vorsitzender ist der Architekturprofessor Ilja Bock. Block hat eine Affäre mit Martins Frau Cleo. Eines Nachts wird Bock mit einer Büste von Walter Gropius erschlagen. Und da das alles noch nicht reicht, ist die Tochter von Fritte Schröder auch noch die Assistentin von Ilja Bock. Klingt verwirrend? Ist es auch. Aber um den Fall geht es ja zum Glück bei Lessing und Dorn nicht wirklich.

    Verkostet

    Port Askaig 100 Proof

    Port Askaig ist eigentlich ein kleines Dorf auf der Insel Islay. Es liegt an der Ostküste der Insel an der engsten Stelle des Islay-Sund, der die Inseln Islay und Jura trennt. Nördlich der Ortschaft sind Caol Ila und Bunnahabhain zu finden. Port Askaig ist neben Port Ellen der einzige bedeutende Hafenort der Insel und wird regelmäßig von Fährschiffen angelaufen. Und genau nach dieser Ortschaft wurde ein Single Malt Whisky benannt. Port Askaig wird von Speciality Drinks Ltd. abgefüllt. Welche Distillery das New Make liefert ist nicht bekannt.

    Proof ist eine alte Maßeinheit für den Alkoholgehalt eines Getränks. In den USA beträgt der Umrechnungsfaktor von Proof zu Volumenprozent genau die Hälfte. Proof ist also genau das Doppelte von Vol.-%. 100° Proof sind also genau 50 Vol.-%. In UK entspricht 100° Proof 57,15 Vol.-%. Warum? Nun, 100 britische Proof geben den Wert an, ab dem mit der Flüssigkeit getränktes Schießpulver mit blauer Flamme verbrennt. Man muss sie lieb haben, die Briten.

  • Feuilletöne – Sendung 240 – Lu Bonauer, alt-J, Negative Space und Mjölnir Nordic Lager

    In dieser Folge haben wir ‚Fliehende Lichter‘ von Lu Bonauer gelesen, ‚Relaxer‘ von alt-J gehört, den Kurzfilm ‚Negative Space‘ gesehen und das Mjölnir Nordic Lager der Wacken Brauerei verkostet.

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    Link zum Interview mit Bücherstadtkurier

    Lu Bonauer – Fliehende Lichter – Erzählungen (Kommode-Verlag)

    Lu Bonauer wurde 1973 in Basel geboren, er schreibt Prosa und Lyrik.

    Er studierte Architektur in Biel und Medien/Publizistik in Zürich. Nach verschiedenen beruflichen Stationen und längeren Auslandsaufenthalten in Südamerika ist er derzeit für verschiedene Architekturbüros im Bereich Medien- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Seine Texte wurden bei verschiedenen Wettbewerben ausgezeichnet, unter anderem war er Gewinner des Schreibwettbewerbs OpenNet der Solothurner Literaturtage und des Monatstextes März 2002 des Literaturhaus Zürich. 2017 erschien der Erzählband ‚Fliehende Lichter‘

    Es geht in diesen Erzählungen u.a. um einen Rastlosen, der die Flucht mit einer Unbekannten wagt. Um einen jungen Mann, der sich auf die Suche nach seinem verschollenen Freund begibt. Um eine Frau mit himmelblauen Schuhen und einem Faible für das Unsichtbare, die in das Leben des Erzählers tritt, wieder verschwindet und bloß ihre Stimme hinterlässt. Was sich in diesem Buch in den Erzählungen thematisch durchzieht, ist die Flucht, der ungewisse Zustand zwischen Aufbruch und Ankommen. Sie handeln von Figuren, die um Identität und Existenz ringen, und die Unfähig sind eine reale Verbindung mit anderen und sich selbst herzustellen. Und davon, wie dennoch ein Gefühl von Zufriedenheit an unerwarteten Orten, mit unerwarteten Menschen entstehen kann.

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    alt-JRelaxer

    alt-J ist eine Band aus Leeds. Angefangen hat alles im Jahr 2007. Damals trafen sich die Bandmitglieder an der Universität Leeds, wo sie Kunst und englische Literatur studierten. Im zweiten Studienjahr spielte Newman Sainsbury dann ein paar seiner komponierten Lieder vor. Sainsbury war begeistert und so beschlossen die beiden eine Band zu gründen. Die ersten Aufnahmen der Band entstanden in den Schlafräumen der Universität. 2012 gewann alt-J den renommierten Mercury Prize für das erste Album namens ‚An Awesome Wave‘. Bei den BRIT Awards 2013 war die Band in drei Kategorien nominiert. 2014 verließ Gwil Sainsbury die Band. Die übriggebliebenen Bandmitglieder bekräftigten bereits zwei Tage später, dass die Band weiter an ihrem schon begonnnenem zweiten Album arbeite. Das Album ‚This Is All Yours‘ erschien im Jahr 2014. In dieser Folge soll es um ‚Relaxer‘ gehen.

    Es ist das dritte Studioalbum der Band und erschien 2017. Das Album wurde in London mit dem Produzenten Charlie Andrew aufgenommen, der auch schon die ersten beiden Alben von alt-J produzierte. Die Songs wurden zum einen während der Aufnahme des Albums komponiert, zum anderen handelt es sich um Songs aus der Zeit, als die Bandmitglieder noch an der Universität von Leeds studierten. Die auf dem Album zu hörenden Streicher wurden allesamt von alt-J arrangiert und vom London Metropolitan Orchestra gespielt. ‚House of the Rising Sun‘ ist ein Cover des Folksongs, den die meisten wahrscheinlich von ‚The Animals‘ kennen, hier allerdings mit zusätzlichen eigenen Strophen. In den Songs ‚3WW‘ und ‚Deadcrush‘ hört man Ellie Rowsell von Wolf Alice, im Song ‚Last Year‘ Marika Hackman, die beide auch schon auf alt-Js vorherigen Alben sangen. Das Album wurde für den Mercury Prize 2017 nominiert.

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    Negative Space (Kurzfilm)

    Bei diesem Kurzfilm handelt es sich um eine französische Produktion von Ikki Films aus dem Jahr 2015. Ru Kuwahata und Max Porter haben sowohl Regie geführt, als auch das Drehbuch geschrieben.

    Es geht um Sam und dessen Vater, der nie zu Hause ist, weil er ständig auf irgendeiner Geschäftsreise ist. Aber es gibt eine Sache, die Vater und Sohn miteinander verbindet: Sams Vater hat ihm beigebracht, wie man perfekt seinen Koffer packt, sodass möglichst viele Kleider und Gegenstände auf möglichst wenig Raum Platz finden.

    Verkostet

    Mjölnir Nordic Lager

    Das Mjölnir Nordic Lager wird von der Wacken-Brauerei – einer kleinen Craftbeer Brauerei in Wacken – hergestellt. Diese wurde Anfang 2016 von drei Bier-Enthusiastenin Wacken in Schleswig-Holstein gegründet. Untergebracht ist das alles in einem umgebauten ehemaligen Supermarkt. 2000 Liter pro Brauvorgang werden produziert. Gegärt und gelagert wird das Bier in fünf Edelstahltanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 220hl. Zudem hat man sich dazu entschieden eine eigene Abfüllunganlange zu betreiben – also genau so wie Springbank das auch macht. Das Bier wird also in Wacken gebraut, vergoren, gelagert und abgefüllt. Das Team besteht zurzeit aus den drei Gründern, einem Braumeister, einem Vertriebsleiter, einem Kaufmann, zwei Lehrlingen und einer Aushilfe.

  • Feuilletöne – Sendung 239 – René Descartes, Tocotronic, Pastewka und Cardhu 12

    Cogitamus ergo sumus, oder so. Und da wir denken und sind, haben wir Die Prinzipien der Philosophie von René Descartes gelesen, ‚Die Unendlichkeit‚ von Tocotronic gehört, ‚Pastewka‚ gesehen und einen 12-jährigen Cardhu verkostet.

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    René Descartes – Die Prinzipien der Philosophie (Principia Philosophiae)

    René Descartes wurde 1596 in La Haye en Touraine geboren und starb 1650 in Stockholm. Er war Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler. Er gilt als Begründer des modernen frühneuzeitlichen Rationalismus, den u.a. Spinoza, Malebranche und Leibniz weitergeführt haben. Von ihm stammt der berühmte Satz „cogito ergo sum“ („Ich denke, also bin ich.“). Descartes ist außerdem der Begründer der analytischen Geometrie, welche Algebra und Geometrie verbindet. Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten, etwa seine Ablehnung des Gravitationsprinzips oder seine Wirbel-Theorie sind früh durch die newtonsche Physik widerlegt worden. Sie sind jedoch nicht gering zu schätzen, da Descartes einer der wichtigsten und strengsten Vertreter des Mechanizismus war, der die ältere aristotelische Physik abgelöst hat. Sein Ethos der Pflicht und der Selbstüberwindung hat die Literatur der französischen Klassik des 17. Jahrhunderts sehr stark beeinflusst.

    Die im ‚Discours de la méthode‘ wird die formulierte philosophische Methode in vier Regeln zusammengefasst:
    1. Skepsis: Nichts für wahr halten, was nicht klar und deutlich zu erkennen ist, dass es nicht in Zweifel gezogen werden kann.
    2. Analyse: Schwierige Probleme in Teilschritten erledigen.
    3. Konstruktion: Vom Einfachen zum Schwierigen voranschreiten
    4. Rekursion: Immer prüfen, ob bei der Untersuchung Vollständigkeit erreicht ist.

    Diese Methode Descartes’ ist stark geprägt von seiner Praxis als Mathematiker. Die vier Grundregeln der Methode sind in seinen Augen eine Anwendung der in der Mathematik üblichen Verfahren und Arbeitsmethoden. Die Idee besteht im Wesentlichen darin, komplexe Probleme derart zu zerlegen, dass ihre einzelnen Elemente qua intuition als wahr erkannt werden können. Erst später erweitert Descartes seine Konzeption um eine metaphysische, indem er hinterfragt, wie die Intuition für die Wahrheit des Erkannten bürgen könne, denn: „Man könnte ja auch in den einfachsten Dingen stets irren.“ Die Suche nach unumstößlichen Fakten führt schließlich zum berühmten „cogito ergo sum“, der Grundlage seiner Bewusstseinssphilosophie.

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    TocotronicDie Unendlichkeit

    Tocotronic wurde 1993 in Hamburg von Dirk von Lowtzow (Gitarre/Gesang), Jan Müller (Bass) und Arne Zank (Schlagzeug) gegründet. Der Bandname ist abgeleitet von einer japanischen Spielkonsole namens Tricotronic, die wiederum Vorgänger des Game Boy war. Tocotronic wurden sehr schnell zu einem zentralen Teil der Hamburger Schule neben Bands wie Blumfeld oder Die Sterne. Die Musik Tocotronics wird auch gern als Indie-Rock, Indie-Pop oder Diskursrock bezeichnet. Nicht ganz unschuldig am Erfolg der Band ist Bernd Begemann, der in seiner damals im NDR-Fernsehen ausgestrahlten Sendung ‚Bernd im Bademantel‘ auch Tocotronic in sein Wohnzimmer einlud, und sie so einem breiterem Publikum bekannt machte. Seit K.O.O.K. aus dem Jahr 1999 erreichte jedes Album die Top 10 der deutschen Album-Charts. Das Album ‚Schall & Wahn‘ aus dem Jahre 2010 platzierte sich als erstes Tocotronic-Werk gar auf Platz 1. Tocotronics Alben und Songs sorgen regelmäßig für Aufregung und Jubelstürme in den deutschsprachigen Feuilletons.

    ‚Die Unendlichkeit‘ aus dem Jahr 2018 ist das zwölfte Studioalbum der wichtigsten deutschsprachigen Band der letzten fünfhundertmillionentrilliarden Jahre. Und diesmal ist mal wieder alles ein bisschen anders als zuvor. Denn diesmal geht es autobiographisch zu. Dirk von Lowtzow singt uns sein Leben und wir dürfen zuhören, wie er als kleiner Junge in Freiburg aufwächst und nicht wirklich ‚Tapfer und grausam‘ war, wie er sich als Jugendlicher an seiner ‚Electric Guitar‘ festhielt, wie er in dem Song ‚Hey Du‘ homophoben Menschen begegnete, ‚1993‘ nach Hamburg ging, in ‚Ausgerechnet Du hast mich gerettet‘ von Berlin gerettet wird und uns schließlich singt, dass ‚Alles was ich immer wollte war alles‘ war.

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    Pastewka – Staffel 8

    Bastian Pastewka wurde 1972 in Bochum geboren und ist Schauspieler, Komiker, Drehbuchautor, Synchronsprecher und Hörbuchinterpret. In der Serie Pastewka spielt er sich schlicht selbst (oder vielmehr eine fiktionale Version davon). Der Schauplatz der Serie ist Köln. Die Sitcom wurde 2005 das erste mal in Sat.1 gezeigt, wo die Serie auch bis zur 7. Staffel im Jahr 2014 lief. Im Jahr 2018 wurde Pastewka dann auf Amazon Prime Video mit der 8. Staffel fortgesetzt. Pastewka wurde unter anderem mit der Rose d’Or und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet und war viermal für den Grimme-Preis nominiert.

    Es geht in dieser Serie um die Alltagswidrigkeiten, denen Bastian Pastewka ausgesetzt ist. Diese basieren allerdings nicht auf wahren Erlebnissen Pastewkas. Pastewka meint es hier meist gut, wird aber oft falsch verstanden und macht daraufhin die Situation noch schlimmer. Im Mittelpunkt stehen dabei Beziehungsschwierigkeiten mit der Freundin Anne, Familienprobleme mit dem Bruder Hagen oder dessen Tochter Kim. Aber auch der Kleinkrieg mit seiner Nachbarin und Hagens späterer Freundin Frau Bruck wegen diverser Lappalien machen ihm das Leben nicht gerade leichter. Das Fortbewegungsmittel des Serienhelds ist meist ein roter Saab 900. Der zentrale Handlungsort der ersten fünf Staffeln ist Bastians Wohnung in der Emmastraße 1 in Köln. Ab der sechsten Staffel zieht er in der Serie mit der Freundin zusammen nach Köln-Marienburg.

    Verkostet

    Cardhu 12

    Cardhufrüher Cardowist eine Whisky-Brennerei in der Nähe des Ortes Cardow in der Speyside. 1824 wurde die Brennerei Cardow durch John und Helen Cumming gegründet. 1884 folgete dann ein Neuaufbau auf einem benachbarten Gelände. Die alten Brennblasen wurden an William Grant verkauft, der damit Glenfiddich ausstattete. 1960 wurde die Brennerei von vier auf sechs Brennblasen erweitert. Schließlich folgte 1983 die Umbenennung der Brennerei in Cardhu. Seit 1987 gehört die Brennerei zum Getränkekonzern Diageo.

    Der Whisky aus dieser Brennerei bildet noch einen wichtigen Bestandteil der Johnnie Walker BlendsDiageo baut aber für die Blends eine eigene Distillery. Es gibt von dieser Brennererei einen 12-jährigen, einen 15-jährigen, einen 18-jährigen und einen 22-jährigen Single-Malt. Und dann gab es noch den sogenannten Pure Malt‘, dessen Bestandteile mindestens 12 Jahre alte Single Malts aus benachbarten Speyside-Brennereien sind. Das erregte die Gemüter im Jahre 2003, da dieser in einer nahezu identischen Flasche wie der Single-Malt-Whisky abgefüllt wurde. Diageo zog diesen Whisky daraufhin 2004 wieder zurück.