Kategorie: Podcast

  • Feuilletöne – Sendung 232 – Philosophen für die einsame Insel

    Da sind sie also! Die PhilsophInnen – respektive Philosophien – die Frau Windhorst und Herr Martinsen mit auf die Insel nehmen würden!

    Die Insel-Philosophen von Frau Windhorst

    Epiktet – Lehrgespräche, Handbüchlein und Fragmente

    Der Stoische

    Das gute Leben ist ein ethisches Leben. Der Mensch ist ein soziales und rationales Wesen und blüht auf, wenn er diese speziellen Fähigkeiten anwendet, um positiv auf das eigene Leben und die Welt zu wirken. Er versetzt sich dazu in die Lage, indem er zwischen Dingen unterscheidet, auf die er Einfluss hat (wie seine Entscheidungen), und solchen, auf die er keinen Einfluss hat (wie die Tatsache, dass wir alle sterben). Letztere sind zu akzeptieren, erstere bieten die Möglichkeit für Veränderung. Diese Einsicht und die Übung dieser Perspektive, das „Lieben“ seines Schicksals, sind letztendlich Grundlage für das Ziel eines guten Lebens: Die Glückseligkeit („Eudamonie“), ein Zustand größtmöglicher innerer und äußerer Zufriedenheit. Die zentralen stoischen Werte sind Weisheit, Mut, Gerechtigkeit und Mäßigung. Philosophie muss angewandt werden, und nicht nur hochtrabend akademisch abgehandelt, findet auch Frau Windhorst.

    Zitate 

    „Der erste und notwendigste Bereich der Philosophie umfasst die Anwendung ihrer Lehren.“

    „Wenn dir jemand mitteilt, dir sage jemand Böses nach, dann rechtfertige dich nicht, sondern antworte: Er kannte wohl meine anderen Fehler nicht; denn sonst würde er nicht nur diese hier erwähnen.“

    Internet

    Orginaltexte in griechischer Sprache

    Originaltexte und Übersetzungen bei Perseus Project

    Karl Popper – Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

    Der Wissenschaftliche

    Die offene Gesellschaft ist eine pluralistische, die sich in einem ewig fortlaufenden Prozess von Verbesserungsversuchen und Korrektur befindet und damit eine stetige evolutionäre Fortentwicklung sicherstellt. Totalitäre Staaten und Eliten haben darin keinen Platz mehr, Anführer müssen grundsätzlich – wie im demokratischen System vorgesehen – regelmäßig ausgewechselt werden und Veränderungen gewaltlos vonstatten gehen können.  Gesamtgesellschaftlicher Austausch und logische Argumentation sind zu fördern, damit das Richtige und die bessere Lösung sich herauskristallisieren können. Eine Utopie, für die es sich zu arbeiten lohnt, meint Frau Windhorst.

    Zitate

    „Methode von Versuch und Irrtum: Es ist die Methode, kühne Hypothesen aufzustellen und sie der schärfsten Kritik auszusetzen, um herauszufinden, wo wir uns geirrt haben.“

    „Wir müssen für die Freiheit planen und nicht für die Sicherheit, wenn auch vielleicht aus keinem anderen Grund als dem, dass nur die Freiheit die Sicherheit sichern kann.“

    Internet

    Österreichische Karl-Popper-Forschungsgemeinschaft

    Karl Popper Sammlung

    The Karl Popper Net

    Simone de Beauvoir – Das andere Geschlecht (Das zweite Geschlecht)

    Die Wegbereiterin

    Man ist nicht als Frau geboren, man wird es, und zwar immer in Abgrenzung zum Mann. Die Unterdrückung der Frau ist rein gesellschaftlich bedingt. Frauen bleibt nichts anderes übrig, als sich gegen ihre Unterdrückung zu wehren, das wäre für beide Geschlechter ein Schritt in Richtung Freiheit. Freiheit entsteht durch das Fehlen einer zweischlechtlichen Weltordnung. Gelebte Erfahrung ist zentral für die Analyse der Lage der Frau, denn sie ist zu komplex um sie in Gänze wissenschaftlich erfassen zu können. Auch wenn sie mit vielen Punkten nicht überstimmt, ist sich Frau Windhorst der Wichtigkeit des Werks in der Zeitgeschichte bewusst.

    Zitate

    „Niemand ist den Frauen gegenüber aggressiver oder herablassender als ein Mann, der seiner Männlichkeit nicht ganz sicher ist.“

    „Da ich nicht denke, dass die Frau von Natur aus dem Manne unterlegen ist, denke ich auch nicht, dass sie ihm von Natur aus überlegen ist.“

    Internet

    Archiv in französischer Sprache von Radio Canada (CBC)

    Die Insel-Philosophen von Herrn Martinsen

    Arthur Schopenhauer – Die Welt als Wille und Vorstellung

    Der Pessimistische

    Es wird  nicht besser aber auch nicht schlechter. Die Menschen sind wie sie sind, und die Welt ist auch wie sie ist. Deswegen wird alles im Großen und Ganzen bleiben wie es ist, nämlich nicht so toll. Wir sehen die Realität so wie wir sie wahrnehmen, nicht wie sie ist. Außerdem können wir zwar tun was wir wollen aber nicht wollen was wir wollen. Allerdings können wir die Welt ein Stückchen besser machen, indem wir Empathie für andere Menschen empfinden. So können wir unseren Willen überwinden, weil wir in dieser Zeit nicht unsere Interessen verfolgen, sondern die der anderen.  Herr Martinsen findet, dass das stimmt.

    Zitate

    „Der Lebenslauf des Menschen besteht darin, dass er, von der Hoffnung genarrt, dem Tod in die Arme tanzt.“

    „Jeder Tag ist ein kleines Leben – jedes Erwachen und Aufstehen eine kleine Geburt, jeder frische Morgen eine kleine Jugend, und jedes zu Bett gehen und Einschlafen ein kleiner Tod.“

    Internet

    Schopenhauer Kosmos

    Arthur Schopenhauer Studienkreis

    Schopenhauer Gesellschaft

    Søren Kierkegaard – Entweder – Oder

    Der Existentielle 

    Wir müssen uns andauernd entschieden und bereuen die getroffenen Entscheidungen, weil wir niemals erfahren werden, was passiert wäre wenn wir uns anders entschieden hätten. Vergangenheit ist doof, weil wir sie nicht ändern können. Zukunft ist auch doof, weil sie zu viel Hoffnung macht, außerdem können wir auch sie nicht ändern. Gegenwart ist toll, weil sie das einzige ist, was wir ändern können und in der wir leben können und auch sollten. Das Leben als solches ist meist Absurd, weil es  meist komplett sinnlos ist und auf Wiederholungen basiert. Herr Martinsen stimmt zu.

    Zitate

    „Man steckt den Finger in die Erde, um zu riechen in welchem Lande man ist! Ich stecke den Finger in’s Dasein, es riecht nach nichts! Wo bin ich? Was heißt denn das, die Welt?“

    „Was bedeutet dieses Wort? Wer hat mich in das Ganze hineinbetrogen und lässt mich nun dastehten? Wer bin ich? Wie bin ich in die Welt hineingekommen? Warum hat man mich nicht vorher gefragt?“

    Internet

    Kierkegaard in dänischer Sprache

    Stichwortregister in dänischer Sprache

    Deutschsprachige Kierkegaard-Seite

    Feature von WDR 3 aus dem Jahr 2013

    Albert Camus – Der Mythos des Sisyphos

    Der Liebling

    Wir Leben um zu sterben, das ist Quatsch. Überhaupt ist alles Quatsch. Wir stehen auf, nur um uns wieder hinzulegen. Wir essen, nur um danach wieder Hunger zu haben. Wir schlafen, nur um wieder wach zu werden. Wir trinken, nur um wieder Durst zu haben. Die Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Monate, Jahre und Jahrzehnte beginnen nur um zu enden. Es wird hell, nur um wieder dunkel zu werden. Es gibt keinen Grund dafür, dass es Menschen gibt. Es gibt keinen Grund dafür, dass es uns gibt. Alle lebendigen Wesen sind grundlos auf der Erde, die ebenfalls sinnlos ist. Die Dinge, die wir schaffen sind sinnvoll, weil wir sie geschaffen haben. Wir sind nicht geschaffen worden, deshalb sind wir sinnlos. Wir sind so sinnlos wie das Leben, dass wir führen. Religionen oder Weltanschauungen sind Realitätsflucht und abzulehnen. Es gilt die Realität zu akzeptieren aber nicht zu tolerieren. Wir müssen uns also auflehnen, revoltieren! Da es nur ein Leben gibt, sollten wir das Leben unbedingt genießen! Herr Martinsen sagt, dass ist der der am meisten Recht hat! Die Philosophie Camus‘ ist seine Bibel!

    Zitate

    „Die wahre Großzügigkeit gegenüber der Zukunft besteht darin, alles der Gegenwart zu geben.“

    „Das Absurde hat nur insofern einen Sinn, als man sich nicht mit ihm abfindet.“

    „Ein Mensch ist immer das Opfer seiner Wahrheiten.“

    Internet

    Albert Camus Gesellschaft

    Camus-Blog von Anne-Kathrin Reif

    Société des Études camusiennes

    Albert Camus Society

    Verkostet

    Laphroaig 18

  • Feuilletöne – Sendung 231 – ProgRock mit Herr Geheimrat

    Seit Mitte der 60erJahre gibt es den ProgRock nun schon. In dieser Folge erzählt uns Claudio, warum ProgRock toll ist und bringt uns und unseren Hörer/innen das Genre näher.

    Herr Geheimrat

    Claudio wohnt in Mannheim und liebt seit über 20 Jahren ProgRock. Er weiß fast alles darüber und wurde deswegen von Herrn Martinsen auch schon zum Diplom ProgRockologen ernannt! Bands wie Dream Theater, Karnivool, Periphery, TesseracT oder Tool haben es ihm besonders angetan. Früher spielte er gar in Bands, heute spielt er immer noch leidenschaftlich Bass, wenn auch nicht mehr so oft. Bei Twitter findet man ihn als @herr_geheimrat.

    ProgRock

    Geschichte

    Progressive Rock, bzw Prog-Rock oder einfach nur Prog entstand Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts und mischt populäre Musik mit Klassik, Jazz und sog. Weltmusik. Später kam dann auch noch der Progressive Metal hinzu. Alle Kompositionsweisen, harmonischen Grundlagen und Instrumentierungen aus der abendländischen Musik werden einbezogen. Ohne Einflüsse dieser Musikrichtung würden wir so einige erfolgreiche Künstler nicht kennen. Allein die Band Genesis sorgte z. B. für den Erfolg von Phil Collins, Mike & the Mechanics oder Peter Gabriel.

    Bands

    Die bekanntesten Bands dieses Genres sind u.a. The Moody Blues, The Nice, Procol Harum, King Crimson, Emerson, Lake and Palmer, Yes, Genesis, Jethro Tull, Gentle Giant, Marillion, IQ, Pallas oder Pendragon.

    Im Progressive Metal sind es u.a. Queensrÿche, Dream Theater, Fates Warning, Opeth, Pain of Salvation, Shadow Gallery, Threshold und als Grenzgänger Tool.

    Verkostet

    Wir sind mal wieder bei  Laphroaig und verkosten den PX. Das heißt natürlich, dass er in PX-, also Pedro-Ximenez-Fässern gefinisht wurde. Er ist nicht kühlgefiltert und hat hübsche 48 %. Keine schlechten Voraussetzungen also. Man darf gespannt sein.

     

  • Feuilletöne – Sendung 230 – Elias Canetti – Masse und Macht

    Diesmal geht es mal wieder um Elais Canetti, allerdings weder um einen Roman noch um seine Autobiographie, sondern um sein Opus Magnum ‚Masse und Macht‘.

    Vergesst bitte nicht auf unserer Homepage abzustimmen für ‚Das Album des Jahres‘! Es ist eure Sendung! 🙂

    Elias Canetti

    Elias Canetti wurde 1905 in Russe im Fürstentum Bulgarien geboren und starb 1994 in Zürich. Er war Schriftsteller, Aphoristiker und Literaturnobelpreisträger des Jahres 1981. 1925 beschäftigte er sich das erste Mal mit dem Phänomen der „Masse“, das er sein Leben lang erforschte.  1938 zwang ihn der „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich, nach London zu emigrieren, wo er zunächst blieb und die britische Staatsbürgerschaft erwarb. Ab den 70er Jahren lebte er fast ausschließlich in der Schweiz. Canetti schrieb neben dem Roman ‚Die Blendung‘ drei Dramen, die anthropologische Studie ‚Masse und Macht‘, aphoristische Aufzeichnungen und eine mehrbändige Autobiografie. Thematisch ist Canettis Werk recht homogen. Er versuchte stets, alle Auswirkungen zu erforschen, welche die Erkenntnis der Unausweichlichkeit des Todes für das Leben des Menschen hat. Da er recht wenig veröffentlichte, wurde er nur allmählich einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Erst ab Mitte der 1960er Jahre änderte sich dies.

    Masse und Macht

    Das Interesse an Massenphänomenen und Erscheinungsformen der Macht entstand im Kontakt mit den Massenbewegungen der Zwanziger Jahre in Österreich.  ‚Masse und Macht‘ erschien im Jahre 1960. Dem Titel nach scheint Canetti fortzusetzen, was Gustave Le Bon (1841–1931) und José Ortega y Gasset (1883–1955) begonnen haben. Der eine schrieb 1895 ‚Psychologie der Massen‘ der andere 1930 ‚Der Aufstand der Massen‘. Beide erkannten jedoch weder die Allgegenwärtigkeit der Massen noch den dialektischen Zusammenhang mit dem Problem der Macht, den die Masse ausübt.

    Elias Canetti im Internet

    International Elias Canetti Society

    Gespräch über ‚Masse und Macht‘ mit Adorno aus dem Jahr 1962

    Verkostet

    Laphroaig 10 CS

  • Feuilletöne – Sendung 229 – Sprache, Dialekte und Überhaupt

    Becci hat Germanistik und jüdische Studien – hier waren u.a. Hebräisch, Jiddisch und Aramäisch wichtiger Bestandteil – studiert und ist Öffentlichkeitsarbeiterin im Deutsch-Israelischen Jugendaustausch. Sie ist somit natürlich prädestiniert für diese Ausgabe unserer Sendung.

    Becci ist bekannt aus Sendungen wie den Kulturpessimisten (KulturpessimistenTwitter), Reichlich Randale (Reichlich RandaleTwitter), Geschichtenkapsel (GeschichtenkapselTwitter) und dem 1. FC PP (1. FC PPTwitter). Auf Twitter findet man sie als @Genderbeitrag.

    Sprache

    „Unter Sprache versteht man die Menge, die als Elemente alle komplexen Systeme der Kommunikation beinhaltet“, sagt die Wikipedia. Es gehören also sowohl die Lautsprache als auch die Körpersprache dazu. Sprich, neben akustischer Verständigung gehören auch Gestik und Mimik dazu. Die Wissenschaft, die sich mit der menschlichen Sprache beschäftigt, ist die Linguistik. Und auch die im Tierreich existieren Zeichensysteme und kommunikative Handlungen, auch diese werden als Sprache bezeichnet.

    Schön und gut, aber was ist Dialekt? Und was ist der Unterschied zwischen Sprache und Dialekt? Und da sagt Wikipedia: „Ein Dialekt ist eine lokale oder regionale Sprachvarietät.“ Also etwas, das sich von der Standardsprache in den jeweiligen Regionen unterscheidet. Hört sich alles sehr theoretisch an, ist es auch. Und wir haben noch nicht einmal angefangen über Dinge wie sensible Sprache zu sprechen. Becci hat uns das alles erklärt. Wo die Unterschiede liegen, was was ist und überhaupt. Wir sind am Ende dieser Sendung sehr viel klüger gewesen als vorher. Vielen Dank, liebe Becci!

    Becci kann man bei Twitter lesen:

    @Genderbeitrag

    Und in folgenden Sendungen hören:

    Reichlich RandaleTwitter

    1. FC PPTwitter

    KulturpessimistenTwitter

    GeschichtenkapselTwitter

    Verkostet

    Balvenie 12

  • Feuilletöne – Sendung 228 – Sven Regener, Krystian Zimerman, The Expanse – Staffel 2 und Tomatin 18

    In unserer letzten regulären Folge des Jahres 2017 haben wir ‚Wiener Straße‘ von Sven Regener gelesen, die Klaviersonaten 20 und 21 von Franz Schubert gespielt von Krystian Zimerman gehört, die zweite Staffel von ‚The Expanse‘ gesehen und den 18-jährigen Tomatin verkostet. Letzte reguläre Folge, das heißt natürlich auch: ab jetzt auf http://feuilletoene.de über die ‚Alben des Jahres‘ abstimmen!

    Gelesen

    Sven RegenerWiener Strasse (Galiani Verlag)

    Sven Regener ist 1961 in Bremen geboren. Er ist Musiker, Schriftsteller und Drehbuchautor. Bekannt geworden ist er vor allem durch die Band Element of Crime, die es bereits seit 1985 gibt, und die seit 1991 fast ausschließlich in deutscher Sprache unterwegs ist. Mit seinem Roman ‚Herr Lehmann‘ und dem Drehbuch zum gleichnamigen Film sowie mit den beiden nachfolgenden Romanen der Lehmann-Trilogie, ‚Neue Vahr Süd‘ und ‚Der kleine Bruder‘, begab sich Regener in die Welt der Literatur. Und auch der neueste Roman mit dem Titel ‚Wiener Straße‘ spielt wieder im Lehmann-Universum in Berlin-Kreuzberg vor dem Mauerfall. Es ist nunmehr also eine Tetralogie. Ob uns der Roman gefiel, erzählen wir euch in dieser Folge.

    Gehört

    Krystian Zimerman/Franz SchubertKlaviersonaten 20 und 21

    Krystian Zimerman wurde 1956 in Zabrze in Polen geboren und ist Pianist. Er arbeitete u.a. mit Herbert von Karajan, Leonard Bernstein und Sir Simon Rattle zusammen. Zimerman zog frühe Aufnahmen zurück, weil sie den eigenen hohen Anforderungen nicht mehr genügten. Er gibt nicht mehr als 50 Konzerte pro Jahr, was sich nach eigenen Angaben finanziell nicht lohnt. Es scheint sich u.a. deswegen nicht zu rentieren, weil er immer mit seinem eigenen Instrument mit mehreren Klaviaturen unterwegs ist. 2009 sorgte er für einen Eklat während eines Konzerts in den USA, weil er während eines Konzertes in Bezug auf den amerikanischen Raketenschild in Polen forderte: „Get your hands off my country!“ Diese Äußerung traf er möglicherweise auch deswegen, weil sein Steinway-Flügel acht Jahre zuvor, kurz nach den Terroranschlägen des 11. September, bei der Einreise in die USA wegen Terrorverdachts vom Zoll konfisziert und vernichtet wurde. 2013 brach er ein Konzert in Essen ab, weil es ein Zuhörer filmte. Im Oktober 2015 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität in Warschau verliehen. Wir haben es hier mit also mit einer seiner seltenen Einspielungen zu tun. Und dann gleich Schubert. Und dann auch noch die 20. und 21. Klaviersonate. Keine leichte Kost. Ihr werdet hören, ob es uns gefallen hat.

    Gelesen

    The ExpanseStaffel 2 (IMDb)

    The Expanse ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Serie. Die erste Staffel basiert auf dem Roman ‚Leviathan Wakes‘ von Daniel Abraham und Ty Franck – die als Pseudonym den Namen James S. A. Corey benutzten – aus dem Jahr 2011. Die erste und zweite Staffel sind in Deutschland bei Netflix zu sehen. 2017 wurde die Verlängerung der Serie um eine dritte Staffel bekannt gegeben. Die Serie spielt im 23. Jahrhundert und die Menschheit hat Teile des Sonnensystems besiedelt, darunter auch den Mond und den Mars. Es bestehen allerdings erhebliche Spannungen zwischen Mars und Erde. Auf der überbevölkerten und unter dem Klimawandel leidenden Erde sind die Vereinten Nationen zu einer Weltregierung aufgestiegen, die auch den Mond und mehrere Stationen im Sonnensystem kontrollieren. Der Mars hat sich derweil seine Unabhängigkeit von der Erde erstritten und verfügt über großes militärisches Potential. Sowohl die Erde als auch der Mars sind dringend auf die Ressourcen aus dem Asteroidengürtel angewiesen. Dort bauen die sogenannten Belter diese unter schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen ab. Eine militante Widerstandsgruppe namens Outer Planets Alliance hat sich gebildet, die gegen die Erde und den Mars agiert. Wir haben uns die zweite Staffel dieser Serie angeschaut und sagen euch, was wir von dieser halten.

    Verkostet

    Tomatin 18

    Tomatin ist eine Destillerie im Nordwesten der schottischen Highlands. Seit 1897 wird dort Single Malt geklöppelt. 1974 wurde die eigene Mälzerei stillgelegt. Seitdem wird das Malz von den Glen Ord Maltings bezogen. 1986 wurde Tomatin von den japanischen Kapitalgebern übernommen, die zusätzliche neun Brennblasen einbauen ließen. Gemessen am Ausstoß, gehört sie heute zu den großen Brennereien Schottlands. Diesmal haben wir den 18-jährigen verkostet, der in Bourbon- und Sherryfässern reifen durfte.

  • Feuilletöne – Sendung 227 – Gotthold Ephraim Lessing, Marko Cirkovic, Streetphilosophy und Dithmarscher Naturtrüb

    In der vorletzten regulären Sendung des Jahres 2017 wendeten wir uns Gotthold Ephraim Lessing und seinem Gedicht ‚Ich‘ zu, hörten die Symphonie ‚Die Nacht‘ von Marko Cirkovic, sahen die von Ronja von Rönne moderierte Sendung  ‚Streetphilosophy‘, die von ARTE produziert wird und wir verkosteten noch einmal ein Dithmarscher, diesmal das Naturtrübe. 

    Gelesen

    Gotthold Ephraim LessingIch

    Gotthold Ephraim Lessing wurde 1729 in Kamenz, Markgraftum Oberlausitz geboren und starb 1781 in Braunschweig. Er war ein bedeutender Dichter, Dramaturg, Philosoph und Kritiker der deutschen Aufklärung. Mit seinen Dramen – zum Beispiel Nathan der Weise –  und seinen theoretischen Schriften, die vor allem dem Toleranzgedanken verpflichtet sind, hat Lessing der weiteren Entwicklung des Theaters einen wesentlichen Weg gewiesen und die öffentliche Wirkung von Literatur nachhaltig beeinflusst. Lessing ist der erste deutsche Dramatiker, dessen Werk bis heute ununterbrochen in den Theatern aufgeführt wird. Wir haben einer seiner Gedichte gelesen, also mal was für das er eher nicht ganz so bekannt war. Meistens wird er ja doch eher mit seinen Theaterstücken in Verbindung gebracht.

    Gerhört

    Marko Cirkovic – Symphonie “Die Nacht”

    Cirkovic wurde 1993 in Karlsruhe geboren, hat mit 11 Jahren Violin-Unterricht bekommen, damit 4 Jahre später aufgehört und anschließend ein paar Wochen Klavier gelernt. Schon zu dieser Zeit hat er angefangen am Klavier zu improvisieren und eigene kleine Werke zu komponieren. Nach der Schule hat er zunächst eine kaufmännische Laufbahn eingeschlagen, aber nie wirklich von der Musik abgelassen. Im Alter von 20 hat er angefangen erste Konzepte für Orchesterwerke zu schaffen um dann 2016 das erstes Stück namens „Home“ zu veröffentlichen. Kurz darauf folgte die Tondichtung ‚das Finstere Tal‘, welches der erste Schritt in Richtung ernster Musik darstellte. Es folgten viele weitere Tondichtungen. 2017 verstarb seine Mutter sehr überraschend. Mit der ersten Symphonie nun hat er versucht eben das zu verarbeiten und in Musik zu transportieren. Seit dem arbeitet er fast ausschließlich an weiteren Symphonien.

    Gesehen

    Ronja von Rönne/ARTEStreetphilosophy

    Ronja Larissa von Rönne wurde 1992 in Berlin geboren und ist Bloggerin, Journalistin und Schriftstellerin. Sie wuchs im oberbayerischen Grassau auf und studierte zunächst Theaterwissenschaften, und später auch Publizistik und Rechtswissenschaften in München. Anschließend in Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus. Seit 2012 betreibt sie das Blog Sudelheft. Ab 2015 schrieb von Rönne für die Tageszeitung ‚Die Welt‘ und seit 2017 für ‚Die Zeit‘ und ‚Zeit Online‘. Im Jahr 2015 wurde sie von dem Journalisten und Literaturkritiker Hubert Winkels zum Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis nach Klagenfurt eingeladen. Dort las sie den Text ‚Welt am Sonntag‘. Im selben Jahr trat sie in dem Video für Song ‚Bussi Baby‘ der Band Wanda auf. 2016 veröffentlichte sie ihren Debütroman ‚Wir kommen‘, über den wir in unserer Sendung schon sprachen. 2017 folgte ‚Heute ist leider schlecht: Beschwerden ans Leben‘ eine Auswahl ihrer Kolumnen aus der ‚Welt am Sonntag‘, ihrem Blog Sudelheft und einiger neuer Texte. Sie moderierte zusammen mit Ingo Zamperoni ‚Überzeugt uns!‘, bei der anlässlich der Bundestagswahl 2017 Politiker Fragen von Jungwählern beantworteten. Und nun gibt es eine neue Staffel der Sendung ‚Streetphilosophy‘ bei ARTE, Ronja von Rönne moderiert und das passt natürlich wieder genau zu uns!

    Verkostet

    Dithmarscher Naturtrüb

    Die Dithmarscher Privatbrauerei Karl Hintz hat ihren Sitz immer noch in Marne, und das liegt auch immer noch im Kreis Dithmarschen an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Die Brauerei wurde auch immer noch im Jahr 1884 von Christian Hintz gegründet und befindet sich seitdem in Familienbesitz. Diesmal geht es um Dithmarscher Naturtrüb. Dieses Bier wurde also nicht gefiltert!