Kategorie: Podcast

  • Feuilletöne – Sendung 214 – Bachmann-Preis 2017

    Traditionell geht es seit fünf Jahren bei uns um den Bachmann-Preis. Das ist natürlich auch in diesem Jahr nicht anders. Traditionen wollen ja gepflegt werden. Und so beschäftigen wir uns auch in diesem Jahr mit diesem drolligen Preis, der seit 1977 in Klagenfurt verliehen wird.

    Die Jury

    Hubert Winkels

    Hubert Winkels lebt in Köln und Berlin. Er ist seit 2010 Juror beim Bachmannpreis und seit 2015 Juryvorsitzender.

    Stefan Gmünder

    Er lebt seit 22 Jahren in Wien. Er arbeitet seit 1998 bei der Wiener Tageszeitung ‚Der Standard‘ als Literaturredakteur. Er ist seit 2016 Mitglied der Jury des Bachmannpreises.

    Meike Feßmann

    Sie lebt als freie Literaturkritikerin und Essayistin in Berlin. Sie rezensiert für die Süddeutsche Zeitung, den Tagesspiegel und den Deutschlandfunk. Sie ist seit 2009 Jurymitglied.

    Sandra Kegel

    Sandra Kegel ist seit 1999 Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie gehört der Jury seit 2015 an.

    Klaus Kastberger

    Er ist Professor für neuere deutschsprachige Literatur, schreibt Literaturkritiken für ‚Die Presse‘, ‚Ö1‘, ‚Falter‘ und  ‚Zeit online‘. Er leitet mehrere Forschungsprojekte, u.a. ‚Handke online‘. Jurymitglied des Bachmannpreises ist er seit 2015.

    Hildegard Elisabeth Keller

    Sie ist Kritikerin des ‚Literaturclub SRF‘. Außerdem ist sie Professorin für deutsche Literatur an den Universitäten Bloomington Indiana/USA und Zürich. Der Bachmann-Jury gehört sie seit 2009 an.

    Michael Wiederstein (neu dabei)

    Er lebt als Publizist in Zürich. Er ist neues Jurymitglied und ersetzt Jury Steiner.

    Die Autoren und die Texte

    Karin Peschka – Wiener Kindl (Romanauszug)

    Karin Peschka wuchs in Oberösterreich auf, ist Mutter eines erwachsenen Sohnes. Sie übte verschiedene berufliche Tätigkeiten aus, beispielsweise Sozialarbeit, Onlineredaktion und Projektmanagement. Seit 2014 ist sie freie Autorin. Sie liest auf Einladung von Stefan Gmünder.

    Die Zivilisation bricht zusammen und nur ein Kind und Hunde überleben! ‚Das Dschungelbuch‘ in Wien, nachdem alles zusammenbrach.

    Björn Treber – Weintrieb

    Björn Treber studierte Germanistik und schreibt Lyrik, Prosa und Dramen. Derzeit arbeitet er an einer längeren Prosaarbeit. Seine ersten Texte veröffentlichte er in den ‚manuskripten‘. Er liest auf Einladung von Stefan Gmünder.

    Die Schilderung eine Begräbnisses. Und damit einhergehend, die Schilderung der Menschen, die bei diesem Begräbnis zugegen sind.

    John Wray – Madrigal

    John Wray alias John Henderson wuchs in den USA auf. Nach dem Abbruch eines Biologiestudiums lebte er von Gelegenheitsjobs. Seit Beginn des Jahrtausends ist er freier Schriftsteller und veröffentlichte mehrere Romane. Er liest auf Einladung von Sandra Kegel.

    Zwei Geschwister, die beide AutorInnen sind. Eine der beiden hat eine Schreibbklockade und muss Psychopharmaka einnehmen. Das und noch viel mehr. Eine Geschichte die von einer zur nächsten mäandert.

    Noemi Schneider – Fifty Shades of Gray

    Noemi Schneider studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film München Regie im Bereich Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik. Sie arbeitet sie als freie Autorin für Deutschlandfunk Kultur. Nebenbei schreibt sie Kurzgeschichten, Artikel, Reportagen und Essays, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Sie liest auf Einladung von Hubert Winkels.

    Zwei Freundinnen auf Urlaubsreise – die eigentlich eine Flucht ist – in Spanien. Sie shoppen, machen klischeehafte touristische Dinge. Eine Metapher über Dekadenz der westlichen Welt und der Situation der Menschen, die ihre Heimat für immer verlassen müssen.

    Daniel Goetzsch – Der Name (Romanauszug)

    Daniel Goetsch studierte Rechtswissenschaft, hat bereits mehrere Romane, Theaterstücke und Hörspiele verfasst. Er wurde bereits mehrmals mit Preisen und Auszeichnungen bedacht und lebt seit 2004 als freiberuflicher Autor in Berlin. Er liest auf Einladung von Hildegard E. Keller. 

    Der Text handelt von Maxim, einem Deutschen, der nach dem 2. Weltkrieg nun als Amerikaner in Wiesbaden stationiert ist. Eine Geschichte, die Deutschland kurz nach dem zweiten Weltkrieg aus der Sicht eines aus Deutschland emigrierten Soldaten beschreibt, der nunmehr amerikanischer Staatsbürger ist.

    Ferdinand Schmalz – mein lieblingstier heißt winter

    Ferdinand Schmalz studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften. Er erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen. Sein Stück ‚dosenfleisch‘ wurde im Juni 2015 zur Eröffnung der Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin in einer Inszenierung des Wiener Burgtheaters uraufgeführt. Er liest auf Einladung von Sandra Kegel.

    Doktor Schauer möchte nicht mehr leben, da er an einer Krebserkrankung leidet, und der Lebensmittellieferant Herr Schlicht – der Eismann – soll ihm helfen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Und um den Feuerwerker Fabian, der den Tod als solches nicht als etwas Natürliches hinnehmen will.

    Barbi Makovic – Die Mieter

    Barbi Makovic studierte Germanistik. 2009 sorgte sie mit einem Thomas Bernhard-Remix-Roman ‚Ausgehen‘ für Aufmerksamkeit. In den Jahren 2011 und 2012 war sie Stadtschreiberin in Graz, die Ergebnisse dieser Jahre erschienen 2012 als „Graz, Alexanderplatz“. Auch sie wurde mehrmals ausgezeichnet. Sie liest auf Einladung von Klaus Kastberger.

    Marta und Evi sind Geschwister. Marta hat vor längerer Zeit die Wohnung verlassen. Jetzt, wo alle anderen Bewohner auf ungeklärte Weise umgekommen sind, kommt sie zurück zur Wohnung und zu Evi. Der Besitzer der Immobilie ist Gerhard. Eine Geschichte, in der die Wohnung als Metapher für einen Staat fungiert. Die Wohnung besitzt die Menschen und nicht umgekehrt.

    Verena Dürr – Memorabilia

    Verena Dürr ist Autorin, Musikerin und Küchenhilfe. Sie studierte medienübergreifende Kunst, war bereits in verschiedenen künstlerischen Bereichen unterwegs – u.a. Video, Performance und Objekt. Allerdings konzentrierte sie ihr Schaffen zunehmend auf das Schreiben und die Musik. Sie liest auf Einladung von Klaus Kastberger.

    Es geht in diesem Text um Gegenstände, die einen Kulturwert haben, somit dem normalen Warenkreislauf entzogen sind und dadurch zu hohem Wert gelangen. Alles hat in diesem Text einen Wert. Und zwar ausschließlich einen monetären Wert.

    Jackie Thomae – Cleanster

    Sie begann mit dem Schreiben von Plattenkritiken für Szene- und Stadtmagazine, danach schrieb sie Texte, Sketche und Moderationen und arbeitete unter anderem als Ghostwriterin. 2015 erschien ihr erster Roman ‚Momente der Klarheit‘. Ihr zweiter Roman wird 2018 erscheinen. Sie liest auf Einladung von Hubert Winkels.

    Es prallen in diesem Text zwei Welten aufeinander. Auf der anderen Seite eine wohl situierte Frau, der es gut geht, die nach sinnvollen Beschäftigungen sucht und eine Putzhilfe anstellt. Und auf der einen Seite die Putzhilfe, ein Mann, der in einer komplett entgegengesetzten Welt lebt.

    Jörg-Uwe Albig – In der Steppe

    Jörg-Uwe Albig studierte Musik und Kunst, war Altenpfleger und Redakteur in Hamburg. Außerdem lebte er zwei Jahre als Korrespondent einer deutschen Kunstzeitschrift in Paris. Seit 1993 arbeitet er als Autor und Reporter in Berlin. Er liest auf auf Einladung von Meike Feßmann.

    Ein Archäologe, der Fossilien ausgräbt und zeitlich einordnet. In eines dieser alten Dinge – eine alte Kapelle – verliebt sich der Protagonist dieses Textes. Verliebt in die Kapelle St. Maria Magdalena.

    Eckhart Nickel – Hysteria

    Eckhart Nickel hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und über Thomas Bernhard promoviert. Er arbeitete als Buchhändler und Journalist. Er war Mitglied des Popliterarischen Quintetts ‚Tristesse Royale‘ und von 2004 bis 2006 Chefredakteur des Literaturmagazins ‚DER FREUND‘. Auch Juror war er bereits, und zwar beim Clemens-Brentano-Preis. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Er liest auf Einladung von Michael Wiederstein.

    Ein Mann möchte Himbeeren auf einem Biomarkt kaufen, die Beeren empfindet er als anders als sonst, gar als bedrohlich. Er bekommt eine Panik-Attacke und flieht. Dabei gerät er in eine Zeitschneise. Zwischen Vergangenheit und Zukunft plagen ihn Auflösungserscheinungen.

    Gianna Molinari – Loses Mappe

    Sie studierte von 2009 bis 2012 Literarisches Schreiben und Neuere Deutsche Literatur. Sie ist Mitgründerin der Kunstaktionsgruppe ‚Literatur für das, was passiert‘. Sie liest auf Einladung von Hildegard E. Keller.

    In diesem Text geht es um zwei Wachmenschen, die nicht mitbekommen, dass ein Verbrechen geschieht. Aber nicht nur sie. Niemand bekommt es mit. Und niemand weiß was geschah oder wer der Mensch war, der betroffen war.

    Maxi Obexer – Europas längster Sommer

    Maxi Obexer kommt aus Südtirol, ist Theaterautorin und Schriftstellerin. Sie ist Gründerin des Neuen Instituts für Dramatisches Schreiben und studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaften in Wien und Berlin. Gastprofessuren nahm sie u.a. an der Georgetown University, Washington DC, am Dartmouth College NH und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig war. Sie liest auf Einladung von Meike Feßmann.

    Eine Italienerin, die nach Deutschland einreist, denkt sich in die Schicksale der Menschen – und die bürokratischen Hürden denen sie ausgesetzt sind – hinein, die nicht aus EU-Ländern kommen und ebenfalls einreisen wollen.

    Urs Mannhart – Ein Bier im Banja

    Auch Urs Mannhart wurde schon mehrmals veröffentlicht und ausgezeichnet. Er liest auf Einladung von Michael Wiederstein.

    Ein Text, der ein patriarchisches System beschreibt, in dem die männlichen Menschen „wilde“ Tiere jagen und Frauen zwar formell besser ausgebildet sind, sich aber um den Haushalt kümmern und die Männer fragen müssen, wenn sie jemanden anrufen mögen.

    Die Preise

    Ingeborg-Bachmann-Preis: Ferdinand Schmalz – mein lieblingstier heißt winter

    Deutschlandfunk-Preis: John Wray – Madrigal

    Kelag-Preis: Eckhart Nickel – Hysteria

    3sat-Preis: Gianna Molinari – Loses Mappe

    BKS-Bank-Publikumspreis: Karin Peschka – Wiener Kindl

  • Feuilletöne – Sendung 213 – Karl Popper, Fabrizio Paterlini, Her Story und Hakushu 12

    Karl Popper ist wohl einer der beliebtesten Philosophen unserer Zeit, nicht nur bei uns, deswegen kommen wir natürlich nicht an ihm vorbei und unterhalten uns über ‚Die offene Gesellschaft und ihre Feinde‘. Außerdem haben wir ‚Secret Book‘ von Fabrizio Paterlini gehört, die erste Staffel der Serie ‚Her Story‘ gesehen und einen 12-jährigen Hakushu verkostet.

    Gelesen 

    Karl Popper – Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

    Karl Popper wurde 1902 in Wien geboren. Bereits als Kind interessierten ihn philosophische Fragestellungen. Bevor er Wissenschaftler wurde, hat er alle möglichen Berufe ausgeübt. Von Hilfsarbeiter über Sozialarbeiter bis zum Lehrer auf der Hauptschule. Dann änderte ein schicksalhaftes Ereignis ihn: Während eines Umsturzversuches 1919 wurden führende Wiener Kommunisten von der Polizei verhaftet, woraufhin es einen Sturm auf die Polizeidirektion gab. Mehrere tausend Menschen versuchten, die dort inhaftierte Parteigenossen zu befreien. Die Stadtschutzwache schoss in einer Nebengasse auf eine Demonstrantenmenge, dabei wurden 20 Menschen getötet. Popper erfuhr später, dass die Aktion in Wirklichkeit Teil eines Plans war, über einen Staatsstreich selbst an die Macht zu gelangen. Es gab die marxistischen Doktrin, dass Klassenkämpfe noch viel mehr Tote verursachen würden, wenn man die Revolution nicht schnell genug herbeiführe. Sie hatten also keine Bedenken das Leben von Menschen in Kauf zu nehmen, um an ihre Ziele zu gelangen. Popper war entsetzt und wandte sich vom Marxismus ab. Die politische Lage Österreichs wurde immer schwieriger und schließlich musste auch Popper als Kind jüdischer Eltern emigrieren. Beide Erfahrungen sollten dazu führen, dass Popper immer wieder vor Weltbildern und Ideologien – eben geschlossenen Gesellschaften – gewarnt hat. Für ihn war deshalb die offene Gesellschaft das Erstrebenswerte. Und genau um diese offene Gesellschaft soll es in dieser Folge gehen.

    Gehört 

    Fabrizio Paterlini – Secret Book

    Fabrizio Paterlini wurde in der antiken norditalienischen Stadt Mantua geboren. Paterlini begann mit sechs Jahren Klavier zu spielen. In den 90er Jahren spielte er Cover bekannter Rock-, Pop- oder Jazzstücke in lokalen Bands. Während des Spielens dieser Songs begann er schließlich, Musik zu komponieren. Anfangs handelte es sich bei den Kompositionen oft um Progressiv-Rock. Nach der Jahrtausendwende traf er dann die Entscheidung, sich ausschließlich auf das Klavier zu konzentrieren – das Instrument, was nach eigenen Worten „am besten seine innere Welt ausdrückt“. 2009 wurde seine Debüt-CD veröffentlicht.  2011 veröffentlichte er das Album ‚Morning Sketches‘. Ebenfalls 2011 komponierte und veröffentlichte er ein Stück pro Woche. Das Projekt endete schließlich mit 14 Songs, die alle auf ‚Autumn Stories‘  aus dem Jahre 2012 zu finden sind. Das aktuelle Album ist auch wieder instrumental, allerdings kommen zum Klavier noch Schlagzeugcomputer, Streicher und Synthesizerklänge hinzu. Ob das Konzept des italienischen Musikers aufgeht, das sagen wir euch in dieser Folge.

    Gesehen

    Her Story

    ‚Her Story‘ ist eine Web-Serie aus dem Jahr 2016, die ausschließlich für das Internet produziert wurde. Sie erzählt die Geschichte von zwei transgender Frauen, gespielt von Jen Richards und Angelica Ross. Die Serie wurde für den Primetime Emmy Award nominiert.

    Verkostet

    Hakushu 12 

    Die Hakushu-Brennerei ist eine japanische Whiskybrennerei. Sie ist im Besitz der Suntory-Gruppe und befindet sich in Hakushū, was mittlerweile ein Teil der Stadt Hokuto ist, inmitten des Waldes an den Hängen des Berges Kaikoma. Die Brennerei wurde 1973 gegründet. Im Jahr 1981 wurde sie durch die Inbetriebnahme einer zweiten Brennerei, ganz in der Nähe des ursprünglichen Standortes erweitert. Die gesamte Produktion konzentriert sich mittlerweile auf den neuen Standort. Wie für alle japanischen Whiskys muss man auch für diesen eine stolze Summe hinlegen. So um die 90.- € kostet er zum Zeitpunkt dieser Aufnahme. Wir erzählen euch in dieser Folge, ob dieser doch sehr hohe Preis in irgendeiner Weise gerechtfertigt ist.

  • Feuiilletöne – Sendung 212 – Kleine Aster, Cold Weather Company, Please like me und Glen Breton 10

    Diesmal ohne Philosophie aber dafür mit Lyrik von Gottfried Benn, von ihm haben wir das Gedicht ‚Kleine Aster‘ gelesen. außerdem mit ‚A Folded Letter‘ von Cold Weather Company, mit der ersten Staffel von ‚Please like me‘ und mit einem 10-jährigen Glen Breton, einem Single Malt aus Kanada.

    Gelesen

    Gottfried Benn – Kleine Aster (Text)

    Gottfried Benn wurde 1886 in Mansfeld in Brandenburg geboren und starb am 7. Juli 1956 in Berlin. Er war ein Arzt, Dichter und Essayist. Er gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den Expressionistischen Dichtern. Wir haben in unserer vorletzten Folge, in Folge 209 über die Erzählung ‚Gehirne‘ gesprochen und nehmen das zum Anlass, auch einmal ein Gedicht dieses Lyrikers zu lesen. Diese sind viel bekannter als alles andere von ihm. Wir haben uns gleich eines seiner bekanntesten vorgenommen, nämlich ‚Kleine Aster‘. Es ist 1912 im Rahmen seiner Gedichtsammlung ‚Morgue‘ erschienen. 

    Gehört 

    Cold Weather Company – A Folded Letter

    Cold Weather Company ist eine Band aus New Jersey, sie wurde gegründet im Jahre  2011. 2015 veröffentlichten die Band das Debutalbum ‚Somewhere New‘.  Und schon ein Jahr später folgte ihr zweites Album, ‚A Folded Letter‘. Um dieses Album soll in dieser Sendung gehen. Was die Band musikalisch macht, nennt man wohl gemeinhin Alternative Folk. Dieses Album wurde von Frau Windhorst vorgeschlagen. Was Herr Martinsen von dem Ganzen hält, das erfahrt ihr in dieser Folge.

    Gesehen

    Please like meStaffel 1

    ‚Please like me‘ ist eine australische Comedy-Serie der ABC (Australian Broadcasting Corporation), die von Josh Thomas geschrieben wurde und der auch die Hauptrolle spielt. Thomas hat auch die Drehbücher für die meisten Episoden geschrieben. Die Serie wurde 2013 das erste mal ausgestrahlt. 2017 kündigte Josh Thomas an, dass die 4. Staffel die letzte war und erklärte: „Wir sind wirklich glücklich mit dem, was wir gemacht haben und sind der Meinung, sie ist zu Ende erzählt.“ Es geht um Josh, dessen Leben gut zu laufen scheint – er hat eine Freundin, wohnt mit seinem besten Freund Tom zusammen und fühlt sich eigentlich ziemlich erwachsen. Eines Tages wird jedoch alles auf den Kopf gestellt, als Claire die Beziehung der beiden beendet, weil er ihrer Meinung nach schwul ist. Toms attraktiver Arbeitskollege Geoffrey meldet gleich Interesse an und lädt sich selbst nicht nur zum Abendessen ein, sondern auch gleich dazu, die Nacht bei ihm zu verbringen.

    Verkostet

    Glen Breton 10

    Glenora Distillers ist ein Brennerei mit Sitz in Glenville in Nova Scotia in Kanada. Sie haben den ersten Single-Malt-Whisky in Kanada hergestellt. Da im Namen des Whiskys der Name ‚Glen‘ vorkommt, gab es eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Scotch Whisky Association, die Glenora Distillers untersagen lassen wollte, dieses zu tun. Die Auseinandersetzung wurde von Glenora Distillers gewonnen, wie man sieht.

  • Feuilletöne – Sendung 211 – Albert Camus, Sunwook Kim, Robin Hood und Glenfarclas 12

    Albert Camus! Endlich! Zumindest sagt das Herr Martinsen. Ob Frau Windhorst ebenso begeistert ist, das erfahrt ihr in dieser Sendung. Außerdem hörten wir Sunwook Kim mit ‚Ludwig van Beethoven/Piano Sonatas‘, sahen den Zeichentrickfilm ‚Robin Hood‘ aus dem Jahre 1973 und verkosteten einen 12-jährigen Glenfarclas.

    Gelesen

    Albert CamusDer Mythos des Sisyphos und Der Mensch in der Revolte

    Albert Camus schrieb im Jahre 1942 ‚Der Mythos des Sisyphos‘ und im Jahre 1951 ‚Der Mensch in der Revolte‘. Diese beiden Werke sind die beiden philosophischen Hauptwerke des Franzosen, der aber auch in seinen Romanen immer wieder seine Philosophie zum Ausdruck bringt. Im Zentrum dieser Philosophie steht das Absurde. Erkennt „Mensch“ die Sinnlosigkeit der Welt, so stürzt es diesen im Verlaufe seines Strebens nach ebendiesem Sinn in tiefste existentielle Krisen. „Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“, sagt Camus. Das menschliche Streben nach Sinn in einer sinnleeren Welt muss notwendigerweise vergeblich sein. Da es laut Camus kein transzendentes Wesen gibt, welches zumindest Dinge angestoßen hat, kann es auch keinen Sinn geben. Somit gibt es auch keine Hoffnung und keinen Trost auf Erlösung oder ähnliches. Sinn ergeben Dinge, die gemacht wurden – nicht die, die da sind, ohne gemacht worden zu sein. Was also tun? Um nicht zu resignieren, fordert Camus den auf sich allein gestellten Menschen, unabhängig von einem Gott und dessen Gnade selbstbestimmt sein Bewusstsein neuer Möglichkeiten zu nutzen. Letzteres haben wir auch schon bei Sartre gehört. Camus folgert, dass der Mensch sich in Auflehnung, Widerspruch und Revolte üben möge. Außerdem könne man, da man nur ein Leben habe, auch nur dieses eine Leben leben. Deswegen solle man es unbedingt so leben, dass es so viel Spaß wie möglich machen möge.

    Gehört

    Sunwook KimLudwig van Beethoven/Piano Sonatas

    Sunwook Kim wurde 1988 in Seoul geboren. Er begann im Alter von drei Jahren Klavier zu spielen, studierte an der Korea National University of Arts sowie an der Royal Academy of Music in London. Er spielte bereits mit etlichen weltbekannten Orchestern zusammen. Hier nun hat er die Klaviersonaten Nr. 8, Nr. 14 und Nr. 23 von Ludwig van Beethoven eingespielt. Er hat sich drei der bekanntesten Beethoven-Sonaten ausgesucht und wir sprechen in dieser Folge darüber ob uns die Interpretationen dieser Klaviersonaten gefallen haben.

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    Robin Hood (IMDb)

    Robin Hood ist in diesem Fall ein Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios aus dem Jahr 1973. Es geht um den legendären englischen Volkshelden Robin Hood. Die Geschichte wird hier von Tieren gespielt, die die menschlichen Rollen samt ihrer Eigenschaften komplett übernehmen. Der Film wurde 1974 für den Song ‚Love‘ für den Oscar nominiert und erhielt 1976 die Goldene Leinwand. Wir haben uns den Film angesehen und teilen mit euch unsere Eindrücke.

    Verkostet

    Glenfarclas 12 

    Glenfarclas (was so etwas Ähnliches wie ‚Tal des grünen Grases‘ heißt) wurde 1836 von Robert Hay gegründet, bekam 1844 die Lizenz, um Whisky zu brennen, und wurde 1865 an John Grant verkauft. Dessen Nachfahren renovierten die Brennerei 1896 und sind noch heute die Besitzer. Keine Schließungen, keine drölfzig Besitzerwechesel. In den Jahren 1960 und 1976 wurde um jeweils zwei auf heute insgesamt sechs Brennblasen erweitert. Und fertig. Es gibt in der Core-Range von Glenfarclas einen 8, 10, 12, 15, 17, 21, 25, 30 und gar einen 40-Jährigen Whisky. Außerdem den 105 Cask Strength und eine Menge Sonderabfüllungen. Aber auch bei Glenfarclas werden langsam die Fässer knapp, und so ist der 30-jährige in den letzten 2 Jahren fast doppelt so teuer geworden. Alle Brennblasen werden direkt befeuert, das ist in Schottland mittlerweile einmalig. Es wird ausschließlich in Dunnage-Warehouses gelagert und es kommen bei Glenfarclas Oloroso-Sherry-Fässer zum Einsatz.

  • Feuilletöne – Sendung 210 – Gottfried Benn, Maxïmo Park, Star Trek – Next Generation und Ardbeg Corryvreckan

    Wir nehmen uns mal wieder eine Woche frei von unseren Philosophen und haben ‚Gehirne‘ von Gottfried Benn gelesen, ‚Risk to Exist‘ von Maxïmo Park gehört, die erste Staffel von Star Trek – Next Generation gesehen und einen Ardbeg Corryvreckan verkostet.

    Gelesen

    Kurzgeschichte

    Gottfried Benn – Gehirne

    Die Erzählung erschien 1916. Es geht um den Arzt Rönne. Dieser seziert zweitausend Leichen, und versteht nicht, dass andere Gehirne mithilfe des eigenen zu verstehen sind. Er ist nunmehr nicht mehr in der Lage, als Subjekt einem Objekt handelnd gegenüberzutreten. Er ist nicht mehr fähig, Passiertes als solches wahrnehmen zu können. Er fühlt sich hilflos und allem ausgeliefert. Die Welt bedrängt ihn, so dass er sich immer mehr zurückzieht. Sieht man ihn am Anfang noch als Reisenden und als praktizierenden Arzt, so kommt sein Handeln irgendwann auch im Bereich des Alltags immer mehr zum erliegen. Wie bei einer Marionette muss er selbst seine Hände nehmen, damit etwas passiert. Er sieht sich als Opfer seines eigenen Handelns, da er sich der Diskrepanz bewusst wird, die zwischen Erleben und Realität herrscht. Rönne ahnt nun, dass nichts von dem wirklich ist, was er wahrnimmt. Selbst sein eigenes Dasein stellt er in Frage.

    Gehört

    Maxïmo ParkRisk to Exist

    Maxïmo Park ist eine britische Band, die im Jahr 2000 in Newcastle-upon-Tyne gegründet wurde. Die Band besteht aus Paul Smith (Gesang), Duncan Lloyd (Gitarre), Lukas Wooller (Keyboard) und Tom English (Schlagzeug). Die Band hat sechs Alben veröffentlicht. Das Debüt-Album wurde gar für den Mercury Prize nominiert. Nun also das sechste Album, es trägt den Titel ‚Risk to Exist‘ und ist ein typisches Maxïmo-Park-Album. Alles was man bei dieser Band in der Vergangenheit so hörte, findet man auch hier wieder – inklusive des hübschen Newcastle-Akzents des Herrn Paul Smith. Ob das immer noch gut ist, das sagen wir euch in dieser Folge.

    Gesehen

    Star Trek – Next GenerationStaffel 1 (IMDb)

    Star Trek ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Serie, die von Paramount Pictures produziert wurde. Sie basiert auf der von Gene Roddenberry erdachten Fernsehserie Star Trek (zu deutsch: Raumschiff Enterprise) und spielt ein Jahrhundert später. Ab 1987 wurde Star Trek – The Next Generation im US-amerikanischen TV ausgestrahlt. Es geht um die Besatzungsmitglieder des Raumschiffs und ihre Missionen und Abenteuer. Erzählt wird von ihrer Konfrontation mit fremden Welten, bislang unbekannten Lebensformen, neuen Zivilisationen, astrophysikalischen Phänomenen sowie von familiären Angelegenheiten. Im Pilotfilm und den 24 Episoden der ersten Staffel thematisiert Star Trek auch soziale, politische, philosophische und ethische Probleme.

    Verkostet

    Ardbeg Corryvreckan

    Wir haben ja schon einige Ardbeg-Abfüllungen probiert und diesmal ist der Corryvreckan dran, der mit seinen 57,1 % schon ein bisschen Dampf mitbringt. Es gibt Ardbeg wohl seit 1815. Seit 2004 gehört Ardbeg zu Moët Hennessy Louis Vuitton. Der Name stammt vom Gälischen ‚ard bheag‘ und bedeutet so viel wie ‚kleine Anhöhe‘.

  • Feuilletöne- Sendung 209 – Simone De Beauvoir, The Smiths, One Day at a Time und Glen Grant 10

    Endlich geht es auch mal um eine Philosophin, und zwar um Simone De Beauvoir. Sie hat ‚Das andere Geschlecht‘ geschrieben, wir haben es gelesen und unterhalten uns darüber. Außerdem hörten wir ‚Strangeways, here we come‘ von The Smiths, sahen ‚One Day at a Time‘ und verkosteten einen 10-jährigen Glen Grant.

    Gelesen

    Simone De BeauvoirDas andere Geschlecht

    Simone-Lucie-Ernestine-Marie Bertrand de Beauvoir kam 1908 in Paris zur Welt und starb am 1986 ebenfalls in Paris. Sie war Schriftstellerin, Philosophin und Feministin. Sie schrieb zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Memoiren. Und sie gilt als Vertreterin des Existentialismus. 1949 schrieb Simone de Beauvoir ihr bekanntestes Werk ‚Das andere Geschlecht‘. Sie beschreibt hier, dass Frauen zu dem gemacht werden was sie sind, und nicht von vornherein irgendetwas sind, was Männer ihnen gerne nachsagen, unterstellen oder gerne hätten. Frauen werden in Abgrenzung zum Männlichen, das historisch als das Menschliche wahrgenommen wird, definiert. Verhaltensweisen, Schönheit und alles andere ist nicht, sondern wird.

    Gehört

    The SmithsStrangeways, here we come

    Nur vier Alben hat die Band aus Manchester veröffentlicht. Diese Band, die von vielen so abgefeiert wird, wie sonst nur noch die Beatles, die Stones, The Clash oder The Cure. Es gibt nur wenig Bands, die so viel Einfluss auf die Indie-Musik hatte wie eben The Smiths. Den Britpop hätte es ohne sie nicht gegeben. ‚Strangeways, Here We Come‘ ist das letzte Studioalbum dieser Band. Veröffentlicht 1987. Es wurde gar die Nummer zwei in den britischen Alben-Charts und blieb dort 17 Wochen. Alle Songs wurden von Johnny Marr komponiert und von Morrissey getextet und gesungen.

    Gesehen

    One Day at a Time (IMDb)

    One Day at a Time ist eine Sitcom aus dem Jahr 2017. Es handelt sich um eine Eigenproduktion von Netflix. Sie ist ein Remake der gleichnamigen Serie, die von 1975 bis 1984 ausgestrahlt wurde. Netflix veröffentlichte die erste Staffel im Januar 2017. Schon im März 2017 wurde dann beschlossen, sie um eine zweite Staffel zu erweitern.

    Es geht um die kubanische Familie Alvarez, die aus der Arzthelferin und ehemaligen Militärsanitäterin Penelope, ihren zwei Kindern Elena und Alex und aus Lydia, der Mutter von Penelope, besteht. Sie wohnen zusammen in einer Mietwohnung in Los Angeles. Und auch der Sohn des Vermieters wohnt im selben Haus wie die Familie und ist ein sehr guter Freund.

    Verkostet

    Glen Grant 10

    Die Brennerei wurde 1840 gegründet. 1898 ersetzte man die ursprünglichen Floormaltings durch Drummaltings und erbaute auf der anderen Straßenseite eine Brennerei namens Caperdonich, die aber zum damaligen Zeitpunkt noch Glen Grant No. 2 hieß. Bis zur ersten Schließung von Glen Grant No. 2 in 1902 waren die beiden Brennereien durch eine Pipeline verbunden. Glen Grant wurde 1973 von vier auf sechs und 1977 auf acht Brennblasen erweitert. Von 2001 bis Ende 2005 gehörte die Brennerei zu Pernod Ricard. Seit 2005 gehört Glen Grant zur Campari Gruppe. Wir haben den 10 Jahre alten Glen Grant verkostet und sagen euch in dieser Folge, wie wir ihn fanden.