Archiv: Episoden

  • Feuilletöne – Sendung 252 – Hans-Peter Kraus, The Decemberists, Walking Dead und Porto Armilar – Ruby Port

    Wir haben uns mal wieder eine Kurzgeschichte vorgenommen, und zwar die von Hans Peter Kraus namens ‚Nasses Sofa gesucht‘. Außerdem hörten wir das Album ‚I’ll be your Girl‘ von The Decemberists, sahen die Pilotfolge der Serie ‚Walking Dead‘ und verkosteten den Porto Armilar, ein Ruby Port.

    Gelesen

    Hans-Peter Kraus – Nasses Sofa gesucht (Text)

    Über den Autor konnten wir leider nur in Erfahrung bringen, dass er in Essen lebt, mehr weiß man nicht. Es handelt sich um ein Blog wo diese und anderen Kurzgeschichten von Hans-Peter Kraus zu finden sind. Man findet auf diesem Blog außer Kurzgeschichten auch Gedichte, Haikus, Fußballgeschichten und ein Schachbuch.

    Obwohl der Text ‚Nasses Sofa gesucht‘ heißt, geht es in dieser Kurzgeschichte eigentlich um ‚Schöttelchen Dreier‘. Diese Worte stammen aus den Kinderspielen der jüngeren Schwestern des Autors. Nach mehr als 20 Jahren fielen ihm diese Worte wieder ein und dann gab’s kein Halten mehr, er schrieb diese Geschichte. Aber was ist denn nun ‚Schöttelchen Dreier‘. Tja. Man könnte es mit einem Zustand umschreiben, was den Erzähler dieser Geschichte immer wieder einholt. Vielleicht. Vielleicht haben unsere ZuhörerInnen aber auch eine ganz andere Interpretation. Dieser Text lädt zum interpretieren ein. 

    Gehört

    The DecemberistsI’ll be your Girl

    The Decemberists ist eine Indie-Folk-Band aus Portland. Der Name Decemberists bezieht sich auf die Dekabristen – adlige Revolutionäre, vor allem Offiziere der russischen Armee, die am 26. Dezember 1825 in Sankt Petersburg den Eid auf den neuen Zaren Nikolaus I. verweigerten. Damit bekundeten sie ihren Protest gegen das autokratische Zarenregime, gegen Leibeigenschaft, Polizeiwillkür und Zensur – und die Stimmung, die im Dezember herrscht. Die Band gründeten sich im Jahr 2000. Ihre erste EP ‚5 Songs‘ veröffentlichten sie 2001. Der Stil der Band reicht von Pop, über Instrumentale Musik bis hin zu Rock. Es werden häufig Instrumente wie Akkordeon, Hammond-Orgel, Wurlitzer Electric Piano oder Kontrabass gespielt. Die Texte erzählen eher eine Geschichte, als dass sie einen Einblick in die Gefühlswelt der Band geben. Es werden zum Beispiel historische Ereignisse der Weltgeschichte nacherzählt. Zudem sind die Geschichten der Songs zum Teil skurril, episch oder dunkel.  

    ‚I’ll be your Girl‘ ist das achte Studioalbum der Band. Die Texte des Albums wurden zum Teil von den US-Präsidentschaftswahlen 2016 und ihren unmittelbaren Folgen beeinflusst. Sänger und Gitarrist Colin Meloy sagte: „Dieses Album stellt die Absurdität unseres gegenwärtigen Dilemmas dar. Ich denke, es ist meine Reaktion unmittelbar nach den Wahlen 2016, wo es sofort diesen Beginn der Verzweiflung gab, echte Verzweiflung, echte Niedergeschlagenheit. Es geht in diesem Album darum, die Balance zwischen Wut und Humor zu finden – die Absurdität darin zu entdecken, aber eben nicht fröhlich zu sein.“

    Gesehen

    Walking Dead

    The Walking Dead ist eine US-amerikanische Fernsehserie von Frank Darabont. Die Handlung basiert auf der gleichnamigen Comicserie von Robert Kirkman und Tony Moore. Die Serie startete im Jahr 2010 mit einer etwa 67-minütigen Pilotfolge. 2016 wurde bereits die achte Staffel der Serie in Auftrag gegeben, 2017 wurde die Serie gar um eine neunte Staffel verlängert, die voraussichtlich im Herbst 2018 ausgestrahlt wird. Die Serie spielt hauptsächlich in der Metropolregion von Atlanta in den USA und erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe Überlebender nach einer weltweiten Zombie-Apokalypse. Die Gruppe ist auf der Suche nach einer dauerhaft sicheren Unterkunft. Dabei stellen die Untoten – gruppenintern als Biters und Walkers bezeichnet – eine ständige Bedrohung dar. Infolge diverser Todesfälle, Ab- und Neuzugänge verändern sich die Größe und die Konstellation der Gruppe kontinuierlich.

    Verkostet 

    Porto Armilar – Ruby Port (19%)

    Port ist ein Likörwein und der Porto Armilar hat 19%. Die Hersteller sind C. da Silva (Vinhos) SA aus Vila Nova de Gaia in Portugal. C. da Silva wurde im Jahre 1862 gegründet. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich das Unternehmen hauptsächlich als Exportunternehmen entwickelt. Zunächst in Brasilien und den USA, später dann auch in anderen Märkten wie Europa oder Asien. Dieser Ruby Port besteht aus den Rebsorten Touriga Nacional, Touriga Francesa, Tinta Amarela, Tinta Barroca, Tinta Roriz und ist ein Cuvée aus eben diesen Traubensorten. 

  • Feuilletöne – Sendung 251 – Kreisky, Jan Böttcher, Nix Festes und Oban DE

    Eins nach 250 und wir sind wieder die, die ihr alle kennt. Alles ist wieder wie immer. Wir lasen ‚Das Kaff‘ von Jan Böttcher, hörten ‚Blitz‘ von Kreisky, sahen ‚Nix Festes‘ und verkosteten die Distiller’s Edition der Brennerei Oban.

    Gelesen

    Jan Böttcher – Das Kaff (Aufbau Verlag)

    Jan Böttcher wurde 1973 in Lüneburg geboren. Er ist Schriftsteller und Musiker. Er studierte deutsche und skandinavische Literatur und arbeitet seit 1993 als Schriftsteller und Musiker in Berlin. 1997 gründete er zusammen mit Basti Windisch und Peter Herzau die Band Herr Nilsson. 2008 erschien sein Soloalbum ‚Vom anderen Ende des Flures‘. 2015 erschienen seine Songübersetzungen von Ian Curtis (Joy Division) mit dem Titel ‚So This Is Permanence‘ im Rowohlt Verlag. Jan Böttcher ist aktives Mitglied der deutschen Fußball-Autorennationalmannschaft (Autonama).

    In diesem Jahr erschien der Roman ‚Das Kaff‘, in dem es um den Architekten Michael Schürtz geht, der nie etwas auf Familie oder Freunde gegeben hat. Er ist für seine Karriere in die große Stadt gezogen und kehrt nun nur sehr widerwillig für einen Bauleiterjob in die heimatliche norddeutsche Provinz zurück. Doch die Menschen in diesem Ort kommen ihm näher, als er das eigentlich möchte. Und irgendwann muss er einsehen, dass er nie mehr war als einer, der aus einem Kaff in der norddeutschen Tiefebene kam. Thees Uhlmann von Tomte hat einmal folgendes gesungen: „Du kriegst die Leute aus dem Dorf, aber das Dorf nicht aus den Leuten“ – Dieser Roman gibt ihm recht.

    Gehört

    Kreisky – Blitz

    Kreisky ist eine Indie-Rock-Band aus Wien. 2005 gründeten Franz Adrian Wenzl und Martin Offenhuber die Band und erspielten sich zunächst mit Live-Auftritten einen hohen Bekanntheitsgrad in Wien und Umgebung. Die Band ist nach dem ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky benannt. 2007 wurde das erste Studioalbum namens ‚Kreisky‘ veröffentlicht. Die erste Single ‚Wo Woman ist, da ist auch Cry‘ schaffte es auf Platz 3 der österreichischen Indie-Charts. Das zweite Album der Band trägt den Titel ‚Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld‘ und erschien 2009. 2011 erschien das dritte Album der Band, unter dem Namen ‚Trouble‘. 2014 erschien das Album ‚Blick auf die Alpen‘. Es wurde wegen der besonderen Akustik im Konzerthaus der Wiener Symphoniker aufgezeichnet. 2017 war die Premiere des Sibylle Berg-Stücks ‚Viel gut essen‘, das die Band gemeinsam mit der Autorin für das Wiener Rabenhof Theater adaptiert hat. 

    In diesem Jahr erschien nun also ‚Blitz‘, das mittlerweile fünfte Album. Und es ist eine ganze Menge poppiger als seine Vorgänger. Es ist ein für Kreisky-Verhältnisse geradezu zugängliches Album geworden. Ob das die beiden Feuilletöne begeistern wird, kann man in dieser Folge hören.

    Gesehen

    Nix Festes 

    Nix Festes ist eine deutsche Fernsehserie, die 2018 in ZDFneo ausgestrahlt wurde. Es geht in dieser Serie um eine Wohngemeinschaft, die in einem der letzten noch nicht gentrifizierten Altbauten in Berlin-Kreuzberg lebt. Die Bewohner müssen sich wie so oft in Serien mit den Höhen und Tiefen des Lebens auseinandersetzen. Alle befinden sich in einer schwierigen Phase des Lebens, in der sie weder mit der Liebe noch beruflich irgendwie vorankommen. Aber weder das ehemalige Liebespaar Wiebke (Josefine Preuss) und Jonas (Sebastian Fräsdorf), die nach ihrer Beziehung immer noch befreundet sind, noch die Studentin Jenny (Marie Rathscheck) und der Koch Basti (Tim Kalkhof), lassen sich so leicht unterkriegen. Und wenn alles schief geht, gehen sie in ihr Lieblingscafé, was von Lennart (Dirk Martens) betrieben wird.

    Verkostet

    Oban DE

    Oban ist eine Whiskybrennerei in Oban. Sie gehört zum Spirituosenkonzern Diageo und der Whisky ist Teil der Classic-Malts-Serie des Konzerns. Die Brennerei wurde 1794 durch die Brüder John und Hugh Stevenson gegründet. Um die Brennerei entstand das kleine Hafenstädtchen, was überraschenderweise ebenfalls Oban heißt. 1890 sollte die Brennerei neue Lagerhäuser bekommen, der Bau musste aber nach archäologischen Funden – etwa 5000 Jahre alte Überreste von sechs Erwachsenen und vier Kindern – gestoppt werden. Die Funde können heute im National Museum of Antiquities in Edinburgh besichtigt werden. Von 1931 bis 1937 und von 1969 bis 1972 wurde nicht produziert. Destilliert wird in Brennblasen, die durch Dampf erhitzt werden. Der Whisky reift vor Ort in Bourbon- und Montilla-Sherry-Fässern und wird dann zur Abfüllung nach Leven, Fife gebracht, wo Diageo eine große Abfüllanlage betreibt.

  • 250 Jahre Quasseltöne!

    Da ist sie: Die pseudointellektuelle, moralinsaure Kulturmatinée mit wöchentlichem Wohlsein und erhobenem Zeigefinger für Augen, Ohren und Hirn mit irrealem Parasymbolismus. Wir sind 250! Champagner! Und weil das so ist, zelebrieren wir noch mal so ziemlich alle Rubriken, die wir so hatten!

    Gedöns (19. Sendung – 60. Sendung | 2013 – 2014)

    Gelesen (Seit 19. Sendung. Ab 60. Sendung an erster Stelle | Seit 2013)

    Lieblingsinternettextgedönse

    Frau Windhorst:

    Herr Martinsen:

    Gehört (Ab 19. Sendung | Seit 2013)

    Lieblingspodcasts

    Frau Windhorst:

    Herr Martinsen:

    Gesehen (Ab 19. Sendung | Seit 2013)

    Lieblings YouTube-Channel

    Frau Windhorst:

    Herr Martinsen:

    Die Sau der Woche (8. Sendung – 77. Sendung | 2012 –  2014)

    Bayern! Söder! Kreuze! Seehofer! CSU!

    Verkostet (Ab 132. Sendung | Seit 2015 )

    Glengoyne 21

    Gesagt, Getan

    Frau Windhorst

    • Eisessen

    Herr Martinsen

    • Unbedingte Entscheidungen treffen
  • Feuilletöne – Sendung 249 – Wei Zhang, Antonello Manacorda, Kammerakademie Potsdam, NDR Chor, Felix Mendelssohn, Dark und Balvenie 15 Single Barrel

    Eine Sendung vor unserem großen Jubiläum lasen wir ‚Eine Mango für Mao‘ von Wei Zhang, hörten die 2. Symphonie von Felix Mendelssohn, gespielt und gesungen von der Kammerakademie Potsdam und dem NDR Chor unter der Leitung von Antonello Manacorda, sahen die erste Folge der Serie Dark und verkosteten einen 15 Jahre alten Balvenie Single Barrel.

    Gelesen

    Wei Zhang – Eine Mango für Mao (Salis Verlag)

    Wei Zhang wurde während der Kulturrevolution in Chongqing in der Volksrepublik China geboren. Sie studierte Anglistik. Seit 1990 lebt sie in der Schweiz. 2007 erschien ihr Buch ‚Zwischen den Stühlen: Geschichten von Chinesinnen und Chinesen in der Schweiz‘. Sie schreibt für das Feuilleton der NZZ, arbeitet daneben als Hochschuldozentin und gibt Kurse zu interkulturellen Themen. ‚Eine Mango für Mao‘ ist ihr erster Roman.

    Der Roman spielt im Jahr 1968 zur Zeit der Kulturrevolution in China. Das Leben ist geprägt von materiellem Mangel und extremer Politisierung. Yingying lebt mit ihren Eltern in einer kleinen Wohnung auf dem Areal ihrer Schule. Hier spielt sich ihr ganzes Leben ab: rivalisierende Cliquen in der Nachbarschaft, regimekritische Lehrer, der Tod des Onkels, die Mango als Kultobjekt und die erste Liebe. Sie ist fünf, als sie verstehen muss, dass selbst ein Konto mit einem verschwindend geringen Kindersparbetrag als Hochverrat gelten kann. Als das Haus ihrer Großmutter Nainai enteignet wird, versucht sie, ihr Geld abzuheben – aber setzt sie damit nicht ein Signal, das ihrer Familie schadet? Denn Privateigentum ist schließlich verboten!

    Gehört

    Antonello Manacorda/Kammerakademie Potsdam/NDR ChorFelix Mendelssohn2. Symphonie ‚Lobgesang‘

    Antonello Manacorda studierte Violine und schloss mit Auszeichnung ab. 1994 bestellte ihn Claudio Abbado zum Konzertmeister des Gustav Mahler Jugendorchesters. 1997 gründete er dann gemeinsam mit Kollegen und Abbado das Mahler Chamber Orchestra, bei dem er Konzertmeister und Vizepräsident ist. Mit dem MCO war er an zahlreichen Tourneen in Europa, Nordamerika und dem Fernen Osten sowie in den renommiertesten Festivals der Welt beteiligt, u. a. unter der Leitung Abbados sowie von Pierre Boulez, Bernard Haitink, Marc Minkowski, Trevor Pinnock, Christopher Hogwood und Daniel Harding. Seit der Spielzeit 2010/2011 ist Antonello Manacorda Chefdirigent der Kammerakademie Potsdam.

    Die Kammerakademie Potsdam ist ein Kammerorchester. Als Hausorchester des Potsdamer Konzertsaals Nikolaisaal wird sie von der Landeshauptstadt Potsdam gefördert. Die Kammerakademie ist im Jahr 2001 durch den Zusammenschluss des Ensemble Oriol Berlin mit dem Persius Ensemble aus Potsdam entstanden. Die stilistische Vielfalt des Orchesters reicht von Barock auf historischem Instrumentarium über die klassische Symphonie bis hin zur Uraufführung zeitgenössischer Werke.  

    Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy wurde 1809 in Hamburg geboren und starb 1847 in Leipzig. Er war Komponist, Pianist und Organist. Er gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Romantik und setzte als Dirigent neue Standards, die das Selbstverständnis des Dirigierens bis heute prägen. Daneben setzte er sich für die Aufführung von Werken Händels und Johann Sebastian Bachs ein. Damit trug er zu ihrer Wiederentdeckung und zur Herausbildung des Verständnisses für diese Musik bei. Er ist Mitbegründer der historischen Musikpflege und gründete das erste Konservatorium in Deutschland in Leipzig.

    Es handelt sich bei der 2. Symphonie, die eigentlich gar keine ist, wohl um einen Auftrag aus dem Jahre 1839 vom Rat der Stadt Leipzig anlässlich der Vierhundertjahrfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg. Mendelssohn suchte lange nach einer geeigneten Form für das Werk, dachte zunächst an ein Oratorium oder eine großangelegte Psalmvertonung, bis er schließlich in einer Mischung aus Sinfonie und Kantate landete. So entstand dieses Werk, dass am 25. Juni 1840 in einem großen Festkonzert in der Leipziger Thomaskirche erstmals erklang. Später erweiterte Mendelssohn das Werk noch um einige weitere Sätze. Die zweite Fassung des Werks erklang erstmals am 3. Dezember 1840 in Leipzig. Die Uraufführung war ein beachtlicher Erfolg, und das Stück wurde zu einem der meistaufgeführten Werke Mendelssohns zu seinen Lebzeiten. 

    Auf ‚historisch korrekten Instrumenten‘ musizieren sich die Musiker der Kammerakademie Potsdam durch diese Symphoniekantate. So ergibt sich ein recht authentisches Bild von dem, was sich Felix Mendelssohn einst vorgestellt hat. Es ist die vorletzte Aufnahme im Mendelssohn-Zyklus der Kammerakademnie Potsdam und Antonello Manacorda. Die Solisten dieser Aufnahme sind die Sopranistinnen Maria Bengtsson und Johanna Winkel und der Tenor Pavol Breslik, als Chor konnte der NDR Chor gewonnen werden.

    Gesehen

    Dark – Pilotfolge

    Dark ist eine deutschsprachige Fernsehserie, die bei Netflix veröffentlicht wurde. Es ist die erste Serie von Netflix, die in Deutschland entwickelt, produziert und gefilmt wurde. Die erste Staffel wurde 2017 veröffentlicht. Die Verlängerung um eine zweite Staffel wurde bereits bekanntgegeben. Die Serie wurde gemeinsam von Baran bo Odar und Jantje Friese entwickelt, die das auch Drehbuch der Pilotfolge schrieb. 

    Die Geschichte beginnt in einer fiktiven deutschen Kleinstad mit dem Suizid von Michael Kahnwald. Er hinterlässt einen Brief mit dem Hinweis, ihn nicht vor dem 4. November um 22:13 Uhr zu öffnen. Die Handlung setzt sich dann am Morgen dieses Tages fort. Michaels Sohn Jonas kehrt von einem mehrmonatigen Aufenthalt in der Psychiatrie an seine Schule zurück.  Als eine Gruppe Jugendlicher sich auf der Suche nach Drogen zu den ‚Windener Höhlen‘ aufmachen, nehmen sie unheimliche Geräusche aus der Höhle wahr und ihre Taschenlampen versagen. Auf ihrer Flucht aus dem Wald verläuft sich Mikkel – einer der Jugendlichen – und geht verloren. Die Stadt gerät allmählich in Panik. Währenddessen tritt Mikkel aus dem Wald hinaus und kehrt zurück zum Haus seiner Eltern. Doch als er dort läutet, öffnet jemand, dem Mikkel anscheinend noch nie begegnet ist. Durch einen Zeitungsartikel wird ihm klar, dass er im Jahr 1986 gelandet ist. Ab diesem Zeitpunkt springt die Serie immer wieder zwischen den Jahren 2019, 1986 und 1953. Nach und nach fügen sich immer neue Puzzleteile der verschiedenen Protagonisten in allen Zeitebenen zu einem Bild zusammen. 

    Verkostet

    Balvenie 15 Single Barrel

    Die Balvenie Distillery ist eine Brennerei in Dufftown, in Schottland. Die Brennerei wurde 1892 von William J. Grant erbaut, der auch Glenfiddich gründete. Bei der Errichtung von Balvenie verwendete man u.a. kostengünstige gebrauchte Brennblasen von Lagavulin. Inzwischen verfügt die Brennerei über neun Brennblasen. Balvenie teilt sich mit Glenfiddich das Wasser zum Brennen, die Kesselschmiede, die Küfer und den Brennmeister David Steward. Im Gegnessatz zu Glenfiddich kommen 15 % des Malzbedarfes wohl noch von den eigenen Malting Floors. Obwohl es Balvenie schon so lange gibt, wurde der erste Single Malt erst 1973 abgefüllt. Bis dahin floss der Whisky in die hauseigene Verblendung. Die Brennblasen werden mit innenliegenden Dampfspiralen befeuert. Der Dampf selbst stammt aus der Abhitze Glenfiddichs.

  • Feuilletöne – Sendung 248 – Clue Writing, Lush, Mitternachtsspitzen und Flensburger Dark Amber

    Wir schreiben das Jahr zwei vor 250, oder auch nur fünf vor Zwölf! Je nachdem. Wir lasen mal wieder etwas von den wunderbaren Menschen von Clue Writing, nämlich die Kurzgeschichte ‚Die Hölle, das sind die anderen‘. Außerdem hörten wir ‚Split‘ von Lush, sahen die Mitternachtsspitzen und verkosteten das Flensburger ‚Dark Amber‘.

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    Audiobeiträge zum 250. Geburtstag bitte an info@feuilletoene.de Wir würden uns wirklich richtig freuen.

    Gelesen

    Clue Writing – Die Hölle, das sind die anderen (Text)

    Wir haben mal wieder etwas von den tollen Menschen von Clue Writing gelesen. Rahel und Sarah heißen die beiden Menschen hinter der Literaturplattform Clue Writing. Seit 2012 veröffentlichen sie wöchentlich Kurzgeschichten, die an einem vorher festgelegten Handlungsort (Setting) spielen und in die wir vorgegebene Stichworte (Clues) nach klaren Vorgaben vertexten. So kam im Laufe der Zeit ein beachtliches Textsammelsurium mit mehreren hundert Geschichten zusammen! Und das in allen möglichen Genres. Und so behaupten sie mit Fug, Recht und Grössenwahn, dass auf Clue Writing jedes Leserherz gehörig umworben wird. Man findet bei Clue Writing Krimis, Abenteuergeschichten, Komödien, Charakterstudien, Romantik, Science Fiction und Horror. Da dürfte für alle Menschen was dabei sein.

    Das Setting ist hier ein Flugfeld. Und so geht in dieser sehr kurzen Kurzgeschichte um Passagiere, die alle sehr mit sich selbst beschäftigt sind und darauf warten, dass das Flugzeug endlich starten möge. Da ist Mohammed, der sich Gedanken macht, ob ihn jemand für einen Terroristen hält, Brigitte, die Angst hat, dass der schlummernde Mann vermeintlich Schande über sie bringt, Safia, der es davor graust, dass ihre Eltern ihre Partnerwahl nicht gutheißen könnten, Janosch, der sich von einer missglückten Unterhaltung erholt, Paul, der sich nicht mit seinen eigenen Vorlieben anfreunden kann, Tina, die sich über ihr Image als Mutter sorgt, Robert, der an seiner geistigen Gesundheit zweifelt, Tom, der in Scham und Gewissensbissen badet, Aisha, der der lebhafte Charakter ihrer Herkunft unangenehm ist und Rita, die lernt wie man Minestrone zubereitet. 

    Gehört

    LushSplit

    Lush wurde 1988 in London gegründet. 1989 wurde die erste EP mit namen ‚Scar‘ veröffentlicht. Die ersten drei EPs wurden 1990 auf einem Album namens ‚Gala‘ zusammengefasst. Das erste Album der Band heißt  ‚Spooky‘ und erschien im jahr 1992. Im selben Jahr spielten Lush in den USA auf der Lollapalooza-Festival-Tour.

    1996 beendeten Lush nach zwei weiteren Alben und dem Suizid des Schlagzeugers Chris Acland zunächst ihre aktive Karriere, um sich dann 1998 aufzulösen. 2015 gab es eine re-union und es gab eine Tour im Jahr 2016. Ebenfalls im Jahr 2016 erschien eine EP mit dem Titel ‚Blind Spot‘. Ein geplantes Album kam aber zum Leidwesen der Fans nicht zustande. Ende 2016 kündigte die Band ihre erneute Auflösung an.

    Dieses Album handelt von allmöglichen Formen von emotionalen Turbulenzen. Und das kann dieses Album richtig gut. Und so nimmt sich ‚Split‘ jedes noch so negativen Aspekts des Scheiterns an und meistert dieses mit Bravour. Wer ein bisschen genauer  hinhört, wird den ein oder anderen kleinen Warpaint-Moment wahrnehmen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, orientiert sich doch Warpaint u.a. an dieser Band. Dass sich Lush immer von den durschnittlichen Durschnitts-Dreampopbands abheben, dafür sorgt allein schon Emma Anderson mit ihrem sehr einzigartigen Gitarrenspiel. Oft wird die Band auch mit dem Genre Shoegazing in Verbindung gebracht. Auch Post-Rock kann man hier durchaus hören. Ein großartiges Album einer Band, die nie wirklich richtig bekannt war. Schade, sie hätte es verdient gehabt.  

    Gesehen

    Mitternachtsspitzen

    Die Mitternachtsspitzen sind die am längsten existierende Kabarettsendung im deutschsprachigen Fernsehen. Aufgezeichnet wird die Sendung live on tape vor Publikum jeweils am Donnerstagabend, online abrufbar ist sie dann sie zwei Tage später ab 18 Uhr, ausgestrahlt wird sie Sonnabend im Abendprogramm des WDR Fernsehen.

    Die Sendung besitzt eine relativ konstante Gliederung. Es beginnt mit Jürgen Becker, der auch durch die Sendung führt , und dem Satz: “ So! Dann woll’n wir uns mal einen schönen Abend machen, oder…….“ und dann anschließend auf aktuelle Ereignisse einzugehen. Danach folgt eine fingierte Live-Schalte nach Berlin, genannt ‚Deppendorf‘, benannt nach Ulrich Deppendorf, dem ehemaligen WDR-Chefredakteur und Fernsehdirektor, der bis zu seiner Pensionierung 2015 als Leiter des ARD-Hauptstadtstudios in Erscheinung trat. Aktuell verkörpert Wilfried Schmickler stattdessen einen Hipster. Weiterer Bestandteil der Sendung sind fingierte Dialoge von Jürgen Becker mit Prominenten: Dazu werden originale Bewegtbilder aus dem Archiv mit falschen Texten unterlegt, gesprochen von Stimmenimitator Elmar Brandt – den einige vielleicht noch als Gehart Schröder-Parodist kennen. Die Mitglieder der Stammbesetzung treten aber auch paarweise in ‚Überschätzte Paare der Weltgeschichte‘ auf. Hier Parodiert Wilfried Schmickler meist Bundeskanzlerin Angela Merkel und Uwe Lyko unterschiedliche Rollen, wie zum Beispiel den Ehemann Merkels Joachim Sauer, Benedikt XVI., Silvio Berlusconi, Recep Tayyip Erdoğan, Adolf Hitler, Karl Lagerfeld, Jogi Löw, Wladimir Putin oder Nicolas Sarkozy. Seit 1996 ist der Ruhrgebietsrentner Herbert Knebel dabei, verkörpert von Uwe Lyko. Susanne Pätzold gehört seit Sommer 2014 zur Stammbesetzung und parodiert z.B. Ursula von der Leyen, Andrea Nahles, Frauke Petry, Sabine Rau oder Claudia Roth. Mit dem Ruf: „Aufhören, Herr Becker, aufhören!“, beginnt Wilfried Schmickler in jeder Sendung seit 1992 seine finale Moralpredigt. Jürgen Becker beschließt jede Sendung mit dem Hinweis auf die nächste Ausgabe der Mitternachtsspitzen und dem Satz: „Machen Sie sich einen Knoten in die Fernbedienung!“

    Zur Stammbesetzung hinter den Kameras gehören seit etlichen Jahren Autor Dietmar Jacobs, Stimmenimitator Elmar Brandt, Redakteur Klaus Michael Heinz und Regisseur Helmut Zanoskar. Zuvor und mehr als ein Jahrzehnt lang gehörten bis zum Tode 2004 Regisseur Alexander Arnz sowie bis zur Pensionierung 2005 der ehemalige Monitor-Redakteur Rolf Bringmann zum Team. Neben der Stammbesetzung gibt es meist drei Gastauftritte bekannter Kabarettisten oder aufstrebender Nachwuchskünstler.

    Verkostet 

    Flensburger Dark Amber 6,6% (nicht gefärbt oder kühlgefiltert) 

    Die Flensburger Brauerei klöppelt mal wieder außergewöhnliche Biere, diesmal das ‚Dark Amber. Es handelt sich um ein malzintensives, neuartiges Amber Ale gepaart mit einem klassischen englischen Brown Ale. Letzteres gibt diesem Bier die dunklere Farbe. Vier spezielle Kara-Malze und Pale-Ale-Malz werden hier verwendet. Außerdem werden englischen Ale-Hefe und deutscher Aromahopfen in diesem Bier miteinander veklöppelt. „Een Hot ut jede Dörp“, secht man wohl in Flensbuich, to so’n modernen Kram. 

  • Feuilletöne – Sendung 247 – Ulrich Alexander Boschwitz, MGMT, Annihilation und Balvenie 12 Single Barrell

    Wir lasen ‚Der Reisende‘ von Ulrich Alexander Boschwitz, hörten ‚Little Dark Age‘ von MGMT, sahen den Film ‚Annihilation‘ und verkosteten einen Balvenie 12 Single Barrell. Unsere Amazon Wunschliste: https://www.amazon.de/wishlist/36WF7LHD12UZ5

    Gelesen

    Ulrich Alexander Boschwitz – Der Reisende (Klett-Cotta)

    Ulrich Alexander Boschwitz wurde als Sohn eines jüdischen Kaufmanns 1915 in Berlin geboren. Seine Mutter stammte aus einer Lübecker Senatorenfamilie. Da er Jude war, musste er während des Nationalsozialismus emigrieren und ging so 1935 nach Schweden, von dort weiter nach Norwegen und 1936 nach Frankreich. In den Jahren 1937 und 1938 hielt er sich in Luxemburg und Belgien auf und ging schließlich 1939 nach England. Nach Kriegsausbruch wurde er dort als ‚Enemy Alien‘ (feindlicher Ausländer) interniert und in ein Internierungslager nach Australien verlegt. 1942 wurde das Schiff, auf dem er sich auf der Rückreise nach England befand, von einem deutschen U-Boot torpediert und ging unter. Boschwitz wurde nur 27 Jahre alt. Sein Roman ‚Menschen neben dem Leben‘ wurde 1937 in schwedischer Übersetzung verlegt. Sein zweites Buch ‚Der Reisende‘ erschien unter dem Pseudonym John Grane 1939 in London in englischer Sprache unter dem Titel ‚The man who took trains‘ und 1940 in den USA als ‚The Fugitive‘. Eine weitere Übersetzung erschien 1945 in Frankreich als ‚Le fugitif‘. Von den beiden Romanen ist bisher nur der ‚Der Reisende‘  im Jahr 2018 bei Klett-Cotta in deutscher Originalsprache verlegt worden.

    Es geht in diesem Roman um den jüdischen Kaufmann Otto Silbermann, ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, der in Folge der Novemberpogrome aus seiner Wohnung vertrieben und um sein Hab und Gut gebracht wird. Die Familie muss er zurücklassen. Lediglich mit einer Aktentasche voll Geld, die er retten konnte, reist er von nun an ziellos umher. Zunächst glaubt er noch, ins Ausland fliehen zu können. Der Versuch, illegal die belgische Grenze zu überqueren, scheitert aber. Also nimmt er Zuflucht in der Reichsbahn, verbringt seine Tage in D-Zügen, auf Bahnsteigen und in Bahnhofsrestaurants. Hier trifft auf Flüchtlinge und auf Nazis; auf gute wie auf schlechte Menschen. Es wird in diesem Buch sehr eindrücklich die Atmosphäre beschrieben, die im Deutschen Reich herrschte. In den Gesprächen, die Silbermann führt und mithört, werden die LeserInnen in die Lage versetzt, die Lebenswirklichkeit jener Tage zu zumindest in Ansätzen nachzuempfinden.

    Gehört

    MGMTLittle Dark Age

    MGMT ist eine Indietronic-Band aus New York. Sie wurde 2002 von Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser gegründet. Sie lernten sich auf der Wesleyan University in Connecticut beim Studium experimenteller Musik kennen und begannen, ihre gemeinsamen Vorstellungen in Kurzauftritten vor studentischem Publikum umzusetzen. Sie traten regelmäßig innerhalb der Universität auf. Sie nannten sich zunächst The Management, später einfach nur noch MGMT. 2007 wurde ‚Oracular Spectacular‘ veröffentlicht. Danach erlangten sie u.a. durch Auftritte bei David Letterman und Jools Holland größere Bekanntheit. Außerdem ist ‚Time to Pretend‘ auf dem Soundtrack des 2008 angelaufenen Films ’21‘ als Eröffnungssong zu finden. Ferner lief der Song in der britischen Fernsehserie ‚Skins‘ und befindet sich, ebenso wie einige andere Songs der Band, im Soundtrack diverser Computer- und Konsolentitel. Single und Album stiegen ab 2008 international in die Charts ein. Das folgende Album mit dem Titel ‚Congratulations‘ wurde 2010 veröffentlicht. Die Band hatte das komplette Album als kostenlosen Stream auf ihrer Website bereitgestellt, nachdem das Album in verschiedenen Tauschbörsen aufgetaucht war. Die Zeitschrift Musikexpress kürte das Album zum Album des Jahres. 2013 veröffentlichten MGMT das Album mit dem überraschenden Namen ‚MGMT‘, nachdem es bereits eine Woche früher als Stream verfügbar gemacht wurde.

    ‚Little Dark Age‘ ist das vierte Album der New Yorker Band, und es ist ein bisschen anders als die Vorgänger. Es sind viel mehr Songs auf diesem Album, die man gemeinhin als Pop bezeichnen würde. Was die Texte angeht, ist man aber weiterhin elaboriert und engagiert unterwegs. Der Titel ‚Little Dark Age‘ soll Ausdruck von Bestürzung ob des aktuellen politischen und sozialen Klimas sein. Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten war einer der Gründe für den Titel des Albums und einige Texte. Die Band kommentierte in einem Interview das Ganze mit den folgenden Worten: „We were like, ‚Wow, is it actually possible for the most impossible thing to happen?… Apparently, we were more inspired to write pop music after evil took over the world.“ Weniger Komplex als die Vorgänger, aber nicht minder intensiv. MGMT zeigen mal wieder, dass elektronische Musik sehr anspruchsvoll sein kann.

    Gesehen

    Annihilation

    Annihilation ist ein US-amerikanisch-britischer Science-Fiction-Film von Alex Garland. Das Drehbuch – ebenfalls von Garland – basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jeff VanderMeer. Die Darsteller der fünf Wissenschaftlerinnen, die mysteriöse Vorgänge aufdecken sollen, sind Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Gina Rodriguez, Tuva Novotny und Tessa Thompson. In den USA, Kanada und China kam der Film Anfang des Jahres 2018 in die Kinos. Die deutschsprachige Erstveröffentlichung fand beim Streaming-Anbieter Netflix statt.

    Das Expeditionsteam ist bereits das zwölfte, das in ein Gebiet geschickt wird, das als ‚Area X‘ bekannt ist, es besteht aus fünf Wissenschaftlerinnen. Seit sich vor drei Jahren etwas mysteriöses ereignete, überwuchert in ‚Area X‘ ein als „Schimmer“ bezeichnetes Schild das Land sowie die letzten Überbleibsel menschlicher Zivilisation und breitet sich weiter aus. Die Gruppe soll nicht nur das Areal und seine Tier- und Pflanzenwelt erforschen, sondern auch die Ursachen dieses Vorfalls aufdecken. Die vorherigen Teams sind spurlos verschwunden.

    Verkostet 

    Balvenie 12 Single Barrel

    Die Balvenie Distillery ist eine Brennerei in Dufftown, in Schottland. Die Brennerei wurde 1892 von William J. Grant erbaut, der auch Glenfiddich gründete. Der erste Brennvorgang fand 1893 statt. Balvenie liegt heute noch unterhalb der Glenfiddich Destillerie. Wenn man in Dufftown sagte, »Rome was built on seven hills, Dufftown was built on seven stills«  so haben die Grants hier also ihren Teil gleich doppelt beigetragen. Mittlerweile befindet sich auf dem Areal auch noch eine dritte Brennerei der Grants: die 1990 eröffnete Kininvie Destillerie. Die Ortschaft Duffton wurde einst als Balvenie gegründet. Noch heute kann man die Ruinen von Balvenie Castle besuchen. Bei der Errichtung von Balvenie verwendete man u.a. kostengünstige gebrauchte Brennblasen von Lagavulin. Inzwischen verfügt die Brennerei über neun Brennblasen. Balvenie teilt sich mit Glenfiddich das Wasser zum Brennen, die Kesselschmiede, die Küfer und den Brennmeister David Steward. Im Gegnessatz zu Glenfiddich kommen 15 % des Malzbedarfes wohl noch von den eigenen Malting Floors. Auch der Torf unterscheidet die kleine von der großen Schwester. Obwohl es Balvenie schon so lange gibt, wurde der erste Single Malt erst 1973 abgefüllt. Bis dahin floss der Whisky in die hauseigene Verblendung. Die Brennblasen werden mit innenliegenden Dampfspiralen befeuert. Der Dampf selbst stammt aus der Abhitze Glenfiddichs.