Archiv: Episoden

  • Albert Camus, The National, Mahogany Sessions und Big Peat

    300 Mal Feuilletöne! Wow! Da sagen wir lieb Danke an alle die uns unterstützen, unterstützt haben oder noch werden. Ohne euch ginge das alles nicht. Nichtsdestotrotz gibt es auch in der 300. Episode die Rubriken ‚Gelesen‘, ‚Gehört‘, ‚Gesehen‘ und ‚Verkostet‘. Und so lasen wir ‚Der Mensch in der Revolte‘ von Albert Camus, hörten ‚I am easy to find‘ von The National, sahen uns den ‚Mahogany Sessions‘-YouTube-Kanal an und verkosteten einen Big Peat.

    Gelesen

    Albert Camus – Der Mensch in der Revolte

    Albert Camus schrieb im Jahre 1942 ‘Der Mythos des Sisyphos’ und im Jahre 1951 ‘Der Mensch in der Revolte’. Diese beiden Werke sind die beiden philosophischen Hauptwerke des Franzosen, der aber auch in seinen Romanen immer wieder seine Philosophie zum Ausdruck bringt. Im Zentrum dieser Philosophie steht das Absurde. Erkennt “Mensch” die Sinnlosigkeit der Welt, so stürzt es diesen im Verlaufe seines Strebens nach ebendiesem Sinn in tiefste existentielle Krisen. „Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“, sagt Camus. Das menschliche Streben nach Sinn in einer sinnleeren Welt muss notwendigerweise vergeblich sein. Da es laut Camus kein transzendentes Wesen gibt, welches zumindest Dinge angestoßen hat, kann es auch keinen Sinn geben. Somit gibt es auch keine Hoffnung und keinen Trost auf Erlösung oder ähnliches. Sinn ergeben Dinge, die gemacht wurden – nicht die, die da sind, ohne gemacht worden zu sein.

    Was also tun? Um nicht zu resignieren, fordert Camus den auf sich allein gestellten Menschen auf, unabhängig von einem Gott und dessen Gnade selbstbestimmt sein Bewusstsein neuer Möglichkeiten zu nutzen. Letzteres haben wir auch schon bei Sartre gehört. Camus folgert, dass der Mensch sich in Auflehnung, Widerspruch und Revolte üben möge. Außerdem könne man, da man nur ein Leben habe, auch nur dieses eine Leben leben. Deswegen solle man es unbedingt so leben, dass es so viel Spaß wie möglich machen möge.

    ‚Der Mensch in der Revolte‘ erschienen 1951 und ist eine Sammlung philosophisch-politischer Essay. Ausgangspunkt ist wie schon in ‘Der Mythos des Sisyphos’ die Philosophie des Absurden.

    ‚Der Mensch in der Revolte‘ begleitet die LeserInnen zunächst durch die Ideengeschichte der Moderne, durch die aus Geschichtsphilosophien aller Spielarten hervorgegangenen politischen Theorien und Praxen. Albert Camus entdeckt hier Verwandtschaften zwischen scheinbar gegensätzlichen Ideologien; er spitzt die Theorien und politischen Strategien bis zum Selbstwiderspruch zu:

    • Im vorgeblich antibourgeoisen Marxismus entdeckt er unter anderem eine recht bürgerliche Wissenschaftsfrömmigkeit.
    • Den auf szientistische Exaktheit bedachten Positivismus entlarvt Camus als unwissenschaftlich.

    Ähnlich führt er die Absurditäten politischer Bewegungen unterschiedlichster Art vor Augen:

    • Klassischer, angeblich freiheitliche Anarchismus bakuninscher Prägung war tatsächlich eher autoritär und diktatorisch.
    • Nationalsozialisten arbeiteten bei ihrer als ‚Erlösung‘ vorgestellten ’nationalen Revolution‘ mit biblischen Versatzstücken. Camus schildert Hitler als „gestiefelten Jehova“.
    • Nietzsche gesellt er zum Dekalog-Empfänger Moses auf den Berg.

    Camus’ Fazit aus „zwei Jahrhunderten metaphysischer oder historischer Revolte: „Mit fanatischen Anhängern einer Ideologie oder eines Glaubens lässt sich nicht diskutieren. Die einen streben nach innerweltlicher, die anderen nach außerweltlicher Erlösung. Beiden entgeht die sich jeweils aktuell bietende, relative Veränderungsmöglichkeit, deren Wahrnehmung eine fortgesetzte „Spannung“ und Aufmerksamkeit erfordert. Ein „gelobtes Land“ absoluter Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit gibt es hier nicht zu entdecken.“

    Gehört

    The NationalI am easy to find

    The National gründete sich 1999. Stilistisch ist es wohl am ehesten Indie-Rock mit Einflüssen von Joy Division, Wilco, Nick Cave and the Bad Seeds und Leonard Cohen. Die Band besteht aus dem Sänger Matt Berninger und gleich zwei Brüderpaaren, nämlich Aaron und Bryce Dessner sowie Scott und Bryan Devendorf. Die genannten Einflüsse lassen es bereits erahnen, die Texte sitzen eher in der dunklen und melancholischen Ecke. The National ist in ihrem Bereich eine der wichtigsten Bands, die es zur Zeit gibt. Und eine Band, die noch kein einziges Album aufgenommen hat, das auch nur annähernd durchschnittlich war.

    Es handelt sich also wieder um eine dieser großen Bands. Eine dieser Bands, von der wir nichts anderes erwarten als ein grandioses Album. Und wie oft wurden wir schon enttäuscht, auch in diesem Jahr. Siehe Epsidode 298, da genügte Vampire Weekend unseren Ansprüchen nicht. Ob The National unseren Ansprüchen nach 300 Jahren Feuilletöne genügen wird?

    Das Album – hoffentlich keine Enttäuschung!

    ‚I Am Easy to Find‘ ist das achte Studioalbum von The National, das im Mai 2019 veröffentlicht wurde. Der Nachfolger des 2017er Albums der Band, Sleep Well Beast, wird von einem 24-minütigen Kurzfilm mit der Schauspielrerin Alicia Vikander begleitet. Die Regie führte Mike Mills. Alicia Vikander ist auch auf dem Albumcover zu sehen.

    Das Album und der Film, obwohl sie sich gegenseitig beeinflusst haben, sind im Wesentlichen getrennt voneinander zu betrachten. In einer Pressemitteilung heißt es, dass das Album nicht der Soundtrack für den Film sei. Die Idee für das Album selbst kam jedoch, nachdem der Film gedreht wurde. Der Großteil des Albums wurde im ‚Long Pond Studio‘ im New Yorker Hudson Valley aufgenommen. Die übrigen Aufnahmen enstanden in Paris, Berlin, Dublin, Cincinnati, Austin und Brooklyn.

    Auf dem Album sind GastmusikerInnen zu hören wie z.B. Lisa Hannigan, Sharon Van Etten, Mina Tindle, Gail Ann Dorsey, Kate Stables und den Brooklyn Youth Chorus.

    Gesehen

    Mahogany Sessions (YouTube)

    ‚Mahogany Sessions‘ ist ein YouTube-Kanal aus London, der 2009 gegründet wurde. Die ZuschauerInnen können hier Auftritte von Künstlern wie Billy Lockett, Rhye, Jack Garrett, Laura Marling und Roo Panes bewundern. Das alles startete ursprünglich 2009 als Musikblog ‚The Mahogany Blog‘. Schon bald bildete sich eine große Fangemeinde und ein Jahr später, im Juli 2010, wurde der YouTube-Kanal ‚The Mahogany Sessions‘ gestartet.

    In Zusammenarbeit mit Moët Hennessy – Louis Vuitton entwickelte Mahogany Sessions 2017 ein Musik- und Food-Festival mit dem Michelin-Sternekoch Francis Mallman und Live-Musik von Jacob Banks, Ady Suleiman und Jones.

    Verkostet

    Douglas Laing – Big Peat

    Das schottische Whiskyunternehmen wurde 1948 von Fred Douglas Laing gegründet. Douglas Laing & Co. ist ein unabhängiger Scotch Whisky Blender und Abfüller, spezialisiert auf Single Cask Abfüllungen. Das Unternehmen befindet sich in Familienbesitz. Einer der Unternehmensphilosophien lautet „no colouring – no chillltration – no nonsense“. Und so werden die Malts meist in Fassstärke, ungefärbt und nicht kältegefiltriert in die Flaschen abgefüllt.

    Dieser mit 40ppm abgefüllte Blended Malt wurde aus mehreren Islay Whiskys kreiert. Enthalten sind: Ardbeg, Caol Ila und Bowmore und Port Ellen. Der Big Peat hat bei den World Whiskies Awards 2010 den Titel als ‚Best Blended Malt Scotch Whisky‘ abgeräumt. Er ist mit 46% abgefüllt und ist weder gefärbt noch kühlgefiltert.

  • Michelle Marly, Ornette Coleman, Dogs of Berlin und Ben Bracken Islay Single Malt Scotch Whisky

    In unserer 299. Episode lasen wir ‚Madame Piaf und das Lied der Liebe‘ von Michelle Marly, hörten ‚The Shape of Jazz to Come‘ von Ornette Coleman, sahen ‚Dogs of Berlin‘ und verkosteten den Islay Single Malt Scotch Whisky von Ben Bracken.

    Gelesen

    Michelle Marly – Madame Piaf und das Lied der Liebe (Aufbau-Verlag)

    Die Autorin Michelle Marly heißt eigentlich Micaela Jary und wurde 1956 in Hamburg geboren. Sie ist die Tochter des Komponisten Michael Jary. Sie wuchs in Hamburg, München und Lugano auf. In München studierte sie Englisch und Italienisch. Sie arbeitete viele Jahre als Redakteurin, Ressortleiterin und stellvertretende Chefredakteurin für verschiedene Zeitschriften.
    Seit 1993 schreibt Micaela Jary Bücher, unter dem Pseudonym Gabriela Galvani schrieb sie erfolgreich historische Romane, darunter ‚Die Seidenhändlerin‘ im Aufbau-Verlag, der Roman, der 2009 den 2. Platz beim DeLiA-Literaturpreis belegte. 2018 erschien ihre erste Romanbiografie ‚Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe‘ unter dem Pseudonym Michelle Marly. Sie wohnte viele Jahre in Paris und lebt heute in München und Berlin. 2011 bis 2012 war sie Jury-Mitglied für den DeLiA-Literaturpreis. 2012 gehörte sie der Jury für den Putlitzer Preis an und 2013 der Jury für das Genre historischer Kriminalroman für den HOMER Literaturpreis.

    Der Roman beginnt im Jahr 1944 in Paris: Nach Ende der deutschen Besatzung wird die Sängerin Édith Piaf der Kollaboration angeklagt – und fürchtet ein Auftrittsverbot. Während sie ihre Unschuld zu beweisen versucht, lernt sie Yves Montand kennen, einen ungelenken, aber talentierten jungen Sänger. Édith beginnt mit ihm zu arbeiten, und schon bald werden aus den beiden Chansonniers Liebende. Das Glück an Yves’ Seite inspiriert Édith zu einem Lied, das sie zu einer Legende machen könnte – ‚La vie en rose‘.

    Gehört
    Ornette ColemanThe Shape of Jazz to come

    Randolph Denard Ornette Coleman wurde 1930 in Fort Worth in Texas geboren. Er war Jazz-Musiker, der vor allem Alt-, gelegentlich auch Tenorsaxophon, Trompete und Geige spielte und auch ein wichtiger Komponist war. Ornette Coleman gilt als Pionier des Free Jazz und ist der Schöpfer der ‚Harmolodics‘. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen und nach dem Tod seines Vaters als Halbwaise auf. Sein erstes Saxophon bekam er mit 14. Er brachte sich von nun an sowohl das Saxophonspiel als auch das Notenlesen selbst bei. Mit 19 Jahren ging er von seinem Zuhause weg, um Armut und Rassendiskriminierung im Süden der USA zu entfliehen.

    In Los Angeles schlug er sich zunächst mit Hilfsjobs durch und eignete sich 1950 wiederum im Selbststudium Harmonielehre und Musiktheorie an. Hier entwickelte er auch eigenen musikalischen Konzepte und fand Unterstützer. u.a. in Billy Higgins (Schlagzeug) und Charlie Haden (Bass). Diese lernte er 1958 in der Band von Paul Bley (Klavier) kennen, die um Coleman und Cherry erweitert wurde, bevor sie durch Bleys Ausstieg zum Ornette Coleman Quartet wurde.
    Die Band spielte in kleinen Clubs in Los Angeles. Ihren ersten Plattenvertrag erhielt sie nur durch Zufall, denn eine Plattenfirma kaufte eines von Colemans Arrangements. Sie fand aber außer dessen Gruppe niemand, der dieses auch spielen konnte.

    ‚The Shape of Jazz to Come‘ ist das zweite Studioalbum von Ornette Coleman, das den Übergang zum Free Jazz und Avantgarde Jazz vollzieht. Am 22. Mai 1959 aufgenommen, bestand die Besonderheit dieses Albums im Verzicht auf konventionelle Harmoniewechsel. Teilweise löst sich die Musik hier erstmals vom traditionellen Jazz-Formschema.

    Alle sechs Titel des Albums sind Eigenkompositionen von Ornette Coleman. Den Titeln ist gemeinsam, dass sie zwar noch am traditionellen Ablauf von Jazzstücken, also an ‚Thema – Improvisationen – Thema‘ orientiert sind, sich aber von den damals gebräuchlichen harmonischen Strukturen lösen, was durch kommunikative Musikalität ermöglicht wurde. Die Solisten sind dadurch nicht an harmonische Vorgaben gebunden und genießen wesentlich größere Freiheiten im Umgang mit dem eigenen Tonmaterial. Dieses Konzept war ein entscheidender Schritt in der Entwicklung des ‚Free Jazz‘, ein Begriff der später durch ein weiteres Album von Coleman geprägt wurde.

    ‚Lonely Woman‘ – der erste Song aus dem Album – ignoriert schlicht die Regeln des Bebop. Der schnelle Rhythmus steht konträr zu den beiden Bläsern, die das Thema in einem langsamen Rubato darüber spielen. Haden spielt auf dem Bass eher Akzente als dass er eine metrische Orientierung verfolgt. Die Melodie wird in den Soli kaum noch aufgenommen und die Grundstimmung des Stückes schwankt zwischen verschiedenen Emotionen: Sorge, Sympathie und Resignation. Das Stück genießt mittlerweile den Rang eines Standards und ist vermutlich die Komposition von Coleman, die am häufigsten von anderen Jazzmusikern gespielt wird.

    Die Stücke bewegen sich zwischen Unrast, Aufgekratztsein, Glück und Trauer, das Stück erlaubt den Solisten diesen Gefühle nachzuspüren, was Coleman in besonders humorvoller Weise gelingt. Also ganz ähnlich wie bei der Zwölftontechnik, wo es ja auch auf Stimmungen und Bilder ankommt.

    Das Foto auf dem Cover, ein Porträt von Coleman, wurde von Lee Friedlander aufgenommen.

    Das Album und Colemans Konzept lösten bei seiner Erscheinung heftige Kontroversen aus. Das Jazzpublikum tat sich zunächst schwer, in der freien Improvisation Strukturen zu erkennen, was zu Vorwürfen der Beliebigkeit und mangelnder Fähigkeiten führte. Auch Jazzgrößen wie Miles Davis verweigerten Colemans Musik zum damaligen Zeitpunkt die künstlerische Anerkennung. Dennoch wurde dem Album dadurch natürlich eine große Aufmerksamkeit geschenkt. Obwohl die Kontroverse über Tradition und Avantgarde im Jazz bis heute andauert, und Musiker wie Wynton Marsalis diese Musik bis heute nicht akzeptieren, wird ‚The Shape of Jazz to Come‘ heute überwiegend als Klassiker der Jazzgeschichte wahrgenommen. Ob man es mag oder nicht, es ist eines der wichtigsten Alben der Musikgeschichte, auch außerhalb des Jazz‘. Ornette Coleman hat eine eigene Harmonielehre geklöppelt, ein eigenes Musikgenre in die Welt gesetzt und Musikgeschichte geschrieben.

    Gesehen

    Dogs of Berlin

    Dogs of Berlin ist eine deutschsprachige Dramaserie des Streaminganbieters Netflix und nach Dark die zweite deutsche Produktion bei Netflix. Die Dreharbeiten begannen 2017 in Berlin unter der Regie von Christian Alvart und Produzent Sigi Kamml. In den Hauptrollen sind Fahri Yardım und Felix Kramer zu sehen, sie spielen ein Ermittlergespann, das gegen die Verbrechen der Berliner Unterwelt den Kampf aufnimmt. Die Serie ist seit Dezember 2018 bei Netflix zu sehen.

    Die Geschichte handelt von einem Mord an einem deutsch-türkischen Fußball-Nationalspieler, der am Vortag eines internationalen Fußballspiels einem Verbrechen zum Opfer fällt.
    Möglich erscheint vieles, etwa dass Neonazis hinter dem Mord stecken oder der türkische Familienclan des Fußball-Superstars. Die Ermittlungen gehen jedoch auch in die Richtung der Berliner Libanesen-Mafia, bis am Ende sogar hohe Beamte der Hauptstadt ins Visier geraten.

    Verkostet

    Ben Bracken

    Ben Bracken keine Brennerei, sondern ein Label, was bei Lidl verkauft wird. Es handelt sich um verschiedene Malts, die aus verschiedenen Brennereien verschiedener Regionen stammen. Deswegen gibt’s auch keine Geschichte zu diesem Malt. Wir haben uns insgesamt Drei dieser Malts vorgenommen. Zwei haben wir schon probiert, in Episode 297 und 298. Der letzte in dieser Serie ist der ‚Islay Single Malt Scotch Whisky‘, der also von der Insel Islay stammt. Er ist mit 40% abgefüllt sowie gefärbt und kühlgefiltert.

  • Gerhard Henschel, Vampire Weeekend, Familie Braun und Ben Bracken Speyside Single Malt Scotch Whisky

    298 Folgen Feuilletöne gibt es nun bereits, und wir lasen diesmal den ‚Liebesroman‘ von Gerhard Henschel, hörten ‚Father of the Bride‘ von Vampire Weekend, sahen ‚Familie Braun‘ und verkosteten den ‚Speyside Single Malt Scotch Whisky‘ von Ben Bracken.

    Gelesen

    Gerhard Henschel – Liebesroman (Hoffmann und Campe)

    Gerhard Henschel wurde 1962 geboren und lebt heute als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg. Sein Briefroman ‘Die Liebenden’ aus dem Jahre 2002 begeisterte die KritikerInnen ebenso wie die Abenteuer seines Erzählers Martin Schlosser, um den es heute mal wieder gehen soll und von dem wir heute den dritten von acht Bänden lesen, nämlich ‘Liebesroman’. Zusammen ergibt sich dann am Ende eine vollständige Chronik des Lebens von Martin Schlosser. Wir besprachen zwei dieser Romane bereits in Episode 286 und 291

    Der Liebesroman ist das dritte Buch über die Erlebnisse des heranwachsenden Martin Schlosser. Der Roman beginnt am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien 1978 mit einem kühnen Plan zur Eroberung des Herzens einer heißgeliebten Mitschülerin und führt uns durch zwei Jahre voller Schikanen in der Schule, z.B. die Ungerechtigkeit der Oberstufe, in der man Mathe nicht abwählen kann. Martin Schlosser zweifelt am Sinn des Lebens und verzweifelt immer mehr an der emsländischen Kleinstadt Meppen. Auch in diesem Roman geht es um den unglaublich anstrengenden Alltag des Martin Schlosser. Es geht um die Reinigung der Hamsterkäfige, um die schreckliche Goldene-Hochzeit-Feier der Großeltern und um die noch viel böser endende Silberhochzeitsfeier der Eltern bis hin zu der berechtigten Vorfreude auf eine Zukunft, in der sich hoffentlich alles ändern wird.

    Gehört

    Vampire WeekendFather of the Bride

    Die Geschichte von Vampire Weekend begann als Studenten der New Yorker Columbia University traten Ezra Koenig und Chris Tomson zunächst als Comedy-Rap-Duo unter dem Namen L’Homme Run auftraten, bevor sie 2006 mit ihren Kommilitonen Rostam Batmanglij und Chris Baio die aktuelle Formation der Band bildeten und sich nach dem Titel eines Films benannten, den Koenig mit Freunden aufnahm.

    Über die Blogosphäre gelangte Vampire Weekend bald zu größerer Bekanntheit und machte durch eine Konzertkritik in der New York Times auf sich aufmerksam. 2007 nahm die Band ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf und landete mit ‚Cape Cod Kwassa Kwassa‘ einen ersten Single-Erfolg. Das Album war im Frühjahr 2008 mehrere Wochen lang in den amerikanischen Albumcharts vertreten. 2008 hatte Vampire Weekend erste Fernsehauftritte in der ‚Late Show with David Letterman‘ und der BBC-Sendung ‚Later with Jools Holland‘.
    2010 erschien das zweite Album der Band, ‚Contra‘.

    Das dritte Album ‚Modern Vampires of the City‘ wurde 2013 veröffentlicht. Es konnte sich wie schon sein Vorgänger an der Spitze der US-amerikanischen Charts positionieren und wurde im Dezember vom Musikmagazin Rolling Stone zum besten Album des Jahres gekürt. Bei den Grammy Awards 2014 erhielt es die Auszeichnung für das beste Alternative-Album.

    ‚Father of the Bride‘ ist das erste Album der Band nach fast sechs Jahren und das erste Album nach dem Ausscheiden des Multiinstrumentalisten und Produzenten Rostam Batmanglij. Das Album wurde hauptsächlich von Ariel Rechtshaid – der auch schon ‚Modern Vampires of the City‘ produzierte – und dem Sänger der Band Ezra Koenig produziert. Es enthält u.a. Gastauftritte von Danielle Haim, Steve Lacy, Dave Macklovitch von Chromeo, DJ Dahi, Sam Gendel, BloodPop, Mark Ronson und Batmanglij.

    Das Album ist musikalisch vielfältig und stark referentiell. Dunkle und direkte Texte interagieren mit einer musikalisch hellen musikalischen Stimmung und es hat einen stärkeren amerikanischen Einfluss als vorherige Werke von Vampire Weekend.

    Gesehen

    Familie Braun

    Familie Braun ist eine Dramedy-Serie über zwei Neonazis, die sich plötzlich um die sechsjährige schwarze Tochter des einen der beiden kümmern müssen. Die Serie besteht aus acht jeweils nur wenige Minuten dauernden Folgen. Die Serie wurde vorab bei YouTube gezeigt. 2016 im Rahmen der Reihe ‚Das kleine Fernsehspiel‘ auch im ZDF ausgestrahlt. Zum Sendestart waren alle Folgen bereits in der Mediathek des Senders abrufbar.

    Es geht in dieser kurzen Serie um Thomas und Kai. die beiden sind zwei junge Neonazis, die gemeinsam eine Plattenbauwohnung in Berlin bewohnen. Eines Tages steht eine junge Frau aus Eritrea vor Thomas‘ Tür, mit er 2009 einen One Night Stand hatte. Das Ergebnis dieser Nacht ist die sechsjährige Tochter Lara. Thomas soll sich von nun an um Lara kümmern, denn die Frau soll abgeschoben werden.

    Während Thomas eher ratlos ist, will Kai zunächst mit dem schwarzen Mädchen nichts zu tun haben. Er will sie unter allen Umständen wieder loswerden, was natürlich nicht gelingt. Mit der Zeit wächst Thomas in seine Vaterrolle hinein. Dadurch gerät er wiederholt mit seinem Mitbewohner aneinander.

    Verkostet

    Ben Bracken

    Ben Bracken keine Brennerei, sondern ein Label, das bei Lidl verkauft wird. Es handelt sich um verschiedene Malts, die aus verschiedenen Brennereien verschiedener Regionen stammt. Deswegen gibt’s auch keine Geschichte zu diesem Malt. Wir haben uns Drei dieser Malts vorgenommen. Den Anfang macht der ‚Speyside Single Malt Scotch Whisky‘, der also aus der Speyside stammt. Er ist mit 40% abgefüllt und gefärbt und kühlgefiltert.

  • Yrsa Daley-Ward, The Pirate Ship Quintet, Derry Girls Season 1 und Ben Bracken Highland Single Malt Scotch Whisky

    In unserer 297. Folge haben wir ‚Alles, was passiert‘ von Yrsa Daley-Ward gelesen, ‚Emitter‘ von The Pirate Ship Quintet gehört, die erste Staffel der Serie ‚Derry Girls‘ gesehen und den ‚Highland Single Malt Scotch Whisky‘ von Ben Bracken verkostet.

    Gelesen

    Yrsa Daley-Ward – Alles was passiert ist (Aufbau Verlag)

    Yrsa Daley-Ward wurde 1989 in England geboren. Sie ist Schriftstellerin, Modell, Schauspielerin und Feministin. Sie hat westindische und afrikanische Wurzeln. Ihre Mutter ist aus Jamaika, der Vater aus Nigeria, aufgewachsen ist sie aber bei ihren Großeltern in der nordenglischen Kleinstadt Chorley. Bekanntheit erlangte sie mit ihrem Debüt ‚Bone‘. Ihre Memoiren ‚The Terrible‘ veröffentliche sie im Jahr 2018. Ihren ersten Gedichtband veröffentlichte sie als Selfpublisher, er verkaufte sich über 20.000 Mal. Sie lebt in London und Los Angeles. „Ich erzähle Geschichten“, sagt sie, „von Stärke und von Dunkelheit.“ ‚Alles, was passiert ist‘ ist ihr erstes Buch auf Deutsch.

    ‚Alles, was passiert ist‘ ist die Geschichte von Yrsa Daley-Ward. Sie erzählt eben alles, was ihr passiert ist. Auch die schrecklichen Dinge. Sie erzählt von ihrer Kindheit im Nordwesten Englands, von ihrer mit dem Leben hadernden Mutter Marcia, von deren Freund Linford, mit dem man mal Spaß, aber noch öfter Ärger hat, und von ihrem kleinen Bruder Roo, der sich in den Sternen am Himmel die ganze Welt ausmalt. Sie erzählt vom Aufwachsen und davon, wie es ist, die eigene Sexualität zu entdecken, von dunklen Stunden voller bunter Pillen und Pülverchen und von Begegnungen mit den falschen Leuten.

    Gehört

    The Pirate Ship Quintet – Emitter

    Die Band kommt aus Bristol in Südwestengland. Sie besteht aus fünf Kernmitgliedern, hat aber seit ihren Anfängen immer wieder mit zahlreichen anderen Musikern zusammengearbeitet.

    ‚Emitter‘ ist das dritte Album des britischen Instrumentalensembles The Pirate Ship Quintet. Das Album hat die Band selbst aufgenommen und abgemischt, weil sie die vollständige Kontrolle über Richtung und Nuance der Platte haben wollten. Gemastert hat es in den USA der renommierte Musiker und Produzent James Plotkin, der schon mit Sunn O))) zusammengearbeitet hat.

    Das Album enthält eine Reihe von Gastmusikern, darunter die klassische Komponistin Emily Hall, die die Stimmen des Chores zu den Songs ‚Companion‘ und ‚Wreath‘ arrangiert hat. Einige Gesangsparts kommen von den SängerInnen Blythe Pepino und der Singer-Songwriterin Emily Barker.
    Auf dem Titeltrack ‚Emitter‘ ist der Jazzsaxophonist Andrew Hayes zu hören. Sandy Barta, welche Cellistin des London Symphony Orchestra und des BBC National Orchestra of Wales ist, spielt auch in einigen Songs dieses Albums.

    Gesehen

    Derry Girls Season 1

    Derry Girls ist eine nordirische Coming-of-Age-Serie aus dem Jahr 2018. Erdacht wurde sie von Lisa McGee. Die Serie handelt vom Alltagsleben einer Teenagergruppe während des Nordirlandkonflikts Anfang der 1990er-Jahre. Die erste Staffel ist 2018, die zweite Staffel 2019 ausgestrahlt worden. Channel 4 kündigte außerdem am Abend des zweiten Staffelfinales an, dass die Serie um eine weitere Staffel verlängert werde.

    Die Serie spielt in der nordirischen, katholisch geprägten Stadt Derry. Es geht um den Alltag der Teenager Erin, Erins Cousine Orla sowie deren Freundinnen Clare, Michelle und Michelles britischem Cousin James. Gegen Ende der ersten Staffel stößt noch die aus der Ukraine geflüchtete Katya zur Gruppe.

    Verkostet

    Ben Bracken Highland Single Malt Scotch Whisky

    Ben Bracken ist keine Brennerei, sondern ein Label, das bei Lidl verkauft wird. Es handelt sich um verschiedene Malts, die aus verschiedenen Brennereien verschiedener Regionen stammen. Deswegen gibt’s auch keine Geschichte zu diesem Malt. Wir haben uns Drei dieser Malts vorgenommen. Den Anfang macht der ‚Highland Single Malt Scotch Whisky‘, der dem Namen nach also aus den Highlands stammt. Er ist mit 40% abgefüllt und sowohl gefärbt als auch kühlgefiltert.

  • Ashley Curtis, Damien Jurado, Dara Ó’Brian und Ballechin 12

    In unserer 296. Folge lasen wir ‚Hexeneinmaleins‘ von Ashley Curtis, hörten ‚In the Shape of a Storm‘ von Damien Jurado, sahen das Programm aus dem Jahr 2010 ‚This Is The Show‘ von Dara Ó Brian und verkosteten einen 12-jährigen Ballechin, der in Fassstärke daherkommt und eine Single-Cask-Abfüllung ist.

    Gelesen

    Ashley Curtis – Hexeneinmaleins (Kommode Verlag)

    Ashley Curtis ist der Autor von ‚Irrtum und Verlust – Ein Plädoyer für das Staunen‘, erschienen im Kommode Verlag im Jahre 2017, ‚O Switzerland!: Reiseberichte von 57 v. Chr. bis heute‘ erschienen bei Bergli Books im Jahre 2018 und ‚Warum haben die Schweizer so grossartigen Sex? 66 überraschende Fragen mit Antworten «Made in Switzerland»‘, ebenfalls erschienen bei Bergli Books im Jahre 2018. Er lebt im Val d’Hérens in der Schweiz, wo er als Schriftsteller, Lektor und Übersetzer tätig ist.

    Hexeneinmaleins ist ein literarischer Krimi, in dem der Mord an einem prominenten Wissenschaftler während einer Aufführung von Macbeth die Polizeiermittler unmittelbar in die Kontroverse um die Urheberschaft zieht und in die Debatte darüber, wer die Shakespeare zugeschriebenen Werke tatsächlich verfasst hat. Dann wird Professor Adrian Thompson ermordet. Dieser hatte im Vorfeld der Konferenz verlauten lassen, er habe den entscheidenden Beweis gefunden, um den Streit um die Urheberschaft ein für alle Mal zu klären.

    Kriminalkommissar Ian Stokes wird mit dem Fall betreut, den er nie wollte. Seine Beziehung zu Akademikern ist belastet: Seine Eltern sind beide Professoren an der Universität. Entschlossen, den Mörder zu finden, bittet er widerwillig seine Mutter, ihm beim Aufdecken des Geheimnisses zu helfen. Ihre parallel laufenden strafrechtlichen und akademischen Untersuchungen führen beide unabhängig voneinander zum Täter, aber auch zurück in die Vergangenheit und zum Abbruch ihrer Beziehung vor vielen Jahren. Der Roman spielt in Stratford-upon-Avon im Jahre 2006. Die tatsächliche Geschichte der historischen Kontroverse um Shakespeare und de Vere ist ebenfalls Teil dieses Romans.

    Gehört

    Damien Jurado – In the Shape of a Storm

    Damien Jurado wurde 1972 in Seattle im Bundesstaat Washington geboren. Anfang der 90er Jahre nahm er seine ersten Demotapes unter eigenem Namen auf. 1995 kam es zu einem Plattenvertrag mit Sub Pop Records. Hier veröffentlichte er in den folgenden Jahren zwei EPs und das Debütalbum ‚Waters Ave S‘. Anfang 2002 erschien ‚I Break Chairs‘, die er mit befreundeten Musikern als ‚Damien Jurado and Gathered in Song‘ veröffentlichte. Damit war der Vertrag mit Sub Pop erfüllt und er wechselte zum damals noch sehr kleinen Label Secretly Canadian. 2012 erschien sein zehntes Studioalbum ‚Maraqopa‘, mit dem er erstmals den Sprung in die Billboard-Charts schaffte. Insgesamt kommt Damien Jurado heute auf über 30 Veröffentlichungen, die zum großen Teil auf kleinen und Kleinstlabels erschienen sind.

    Für sein 14. Studioalbum lässt Damien Jurado Drums und alles andere einfach mal komplett weg und wir hören ausschließlich akustische Gitarre und Gesang. In der Vergangenheit hat Jurado immer wieder auf Konzeptalben gesetzt – es ging um Kosmos, Mörder und andere Dinge. Wir besprachen ‚Visions of us in the Land‘ in Episode 152. Auch davon ist hier nichts mehr vorhanden.

    Auf ‚In the Shape of a Storm‘ singt Mr. Jurado aus seinem Leben, von konkreten Momenten. „Es gibt nichts zu verbergen“, verkündet er im Album-Opener ‚Lincoln‘. Und das scheint auch der Tenor dieses Albums zu sein, insofern ist das Konzept in diesem Fall vielleicht Intimität. Liebe macht einen großen Teil der Texte auf diesem Album aus. ‚Newspaper Gown‘ und ‚Where You want Me to be‘ erzählen von einer geheimen Sehnsucht, während ‚Oh Weather‘ und ‚Throw Me Now Your Arms‘ vor Romantik nur so strotzen. ‚Anchors‘ und ‚Hands on the Table‘ erzählen wieder von der Liebe und in ‚In the Shape of a Storm‘ ist er auf der Suche nach Trost. Die Songs sind wie Szenen einer romantischen Montage ineinander verwoben. Eine Erzählung über Dinge, die verloren und gewonnen wurden.

    Gesehen

    Dara Ó’Brian – This Is The Show

    Dara Ó Brian wurde 1972 in Bray, County Wicklow geboren. Er ist Comedian, Fernsehmoderator und Autor. Er besuchte eine katholische Knabenschule in Dublin und studierte anschließend Mathematik und Theoretische Physik am University College Dublin. Zu dieser Zeit war er auch Teil des Debattierclubs der Universität und produzierte die Universitätszeitung mit. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Moderator von Kinder- und Familiensendungen für den öffentlichen Rundfunksender Irlands, RTÉ.

    Nach einigen Jahren begann er, als Comedian durch Europa zu touren und wurde in der englischsprachigen Welt zusehends bekannt und erfolgreich, so dass er mittlerweile häufig über 150 Auftritte pro Tour absolviert. Seit 2006 tritt er in der Dokumentarserie ‚Three Men in a Boat‘ auf. Bekannt ist er in Großbritannien auch als Co-Moderator der Fernsehshows ‚The Panel‘ und ‚Mock the Week‘.

    Verkostet

    Ballechin 12 SC CS

    Edradour ist eine der kleinsten schottischen Whiskybrennereien und die mit den kleinsten Brennblasen Schottlands. Sie liegt in einem Tal östlich von Pitlochry. Von den Angestellten werden mittlerweile ca. 24 Fässer mit ca. 5440 Liter Destillat pro Woche hergestellt. Jährlich kommen jedoch über 100.000 Besucher zu dieser Destillerie, deshalb werden zusätzlich fast 20 Fremdenführer beschäftigt.

    Es wurde mittlerweile eine zweite Brennerei unweit der jetzigen gebaut, welche die gleichen Brennblasen hat. Edradour und Ballechin kommen also nicht mehr aus einer Brennerei, sondern jeweils aus einer eigenen. Die jährliche Produktionsmenge hat sich damit verdoppelt. Wir haben uns den 12-jährigen Ballechin in Fassstärke und Einzelfassabfüllug vorgeknöpft. Der Malt ist nicht gefärbt oder kühlgefiltert. Er wurde mit 53,9% abgefüllt.

  • Anna Stern, Talk Talk, Doctor Who – Staffel 9, Tomatin 11 SC

    Wir lasen in unserer 295. Episode ‚Wild wie die Wellen des Meeres‘ von Anna Stern, hörten ‚The Colour of Spring‘ von Talk Talk, sahen die neunte Staffel der Serie ‚Doctor Who‘ und verkosteten eine 11-jährige Single-Cask-Abfüllung der Brennerei Tomatin.

    Gelesen

    Anna Stern – Wild wie die Wellen des Meeres (Salisverlag)

    Anna Stern wurde 1990 in Rorschach geboren, lebt mittlerweile aber in Zürich. Sie studierte Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich. 2017 nahm sie an der Kunstausstellung EAM Science Meets Fiction mit den Kurzgeschichten ‚Karte und Gebiet‘ und ‚Quecksilberperlen‘ teil. 2014 erschien ihr erster Roman ‚Schneestill‘, 2017 folgte der Erzählband ‚Beim Auftauchen der Himmel‘. Sie ist die Gewinnerin des 3sat-Preises beim Bachmannpreis des Jahres 2018. Die Arbeit an ‚Wild wie die Wellen des Meeres‘ wurde von der Pro Helvetia und dem Kanton St. Gallen unterstützt.

    Wild wie die Wellen des Meeres

    Der Roman erzählt die Geschichte eines jungen Paares von ihrem vermeintlichen Ende hin zu ihren Anfängen. Sie handelt vom Umgang mit Trauer, der Unausweichlichkeit der Vergangenheit und von der trügerischen Authentizität von Erinnerungen. Im Zentrum des Romans steht Ava, die der Enge der Beziehung mit Paul und der Kleinstadt entfliehen möchte. Sie macht sich auf den Weg in die schottischen Highlands, um dort ein Praktikum auf einer Feldstation in einem Biosphärenreservat zu absolvieren. Während sie nun in der Natur zu sich findet und ihre Vergangenheit hinter sich lassen will, bleibt Paul zurück in Rorschach, kämpft um die Liebe beider und eine gemeinsame Zukunft.

    Interessant ist auch, dass die Charaktere Paul und Ava den Leserinnen und Lesern bereits aus Anna Sterns ‚Der Gutachter‘ bekannt sind. Auch Protagonisten aus ihrem ersten Roman ‚Schneestill‘ sowie aus ihren Erzählungen treten in diesem Roman auf. Ob ‚Wild wie die Wellen des Meeres‘ sich ohne Vorkenntnisse ebenso erschließen lässt, das klären wir in dieser Episode.

    Gehört

    Talk TalkThe Colour of Spring

    Talk Talk wurde 1981 gegründet und bestand aus Mark Hollis (Gesang, Gitarre, Klavier), Lee Harris (Schlagzeug) und Paul Webb (Bass). Mit den Singles ‚Talk Talk‘ aus dem Jahre 1982, ‚It’s My Life‘, ‚Dum Dum Girl‘, ‚Renée‘ und ‚Such a Shame‘ aus dem Jahr 1984 erzielte die Gruppe bereits mit den ersten beiden Alben Chart-Erfolge. Mit den Singles ‚Life’s What You Make‘ und ‚Living in Another World‘ haben sie in Europa und UK weitere Erfolge erzielt.

    1988 veröffentlichten sie ihr viertes Album ‚Spirit of Eden‘, was von der Kritik hoch gelobt wurde, aber kommerziell weniger erfolgreich war, vor allem aber Pionierarbeit in Richtung Post-Rock leisten konnte. Streitigkeiten mit dem Label der Band, EMI, führten zu rechtlichen Auseinandersetzungen. Webb verließ die Band, und diese wechselte zu Polydor um das letztes Album, ‚Laughing Stock‘ im Jahr 1991 zu veröffentlichen. Danach löste sich die Band auf. Sänger Mark Hollis veröffentlichte 1998 noch ein Soloalbum, bevor er sich aus der Musikindustrie zurückzog. Paul Webb und Lee Harris spielten danach noch in mehreren Bands zusammen. Im Jahre 2019 starb Sänger und Gitarrist Mark Hollis.

    The Color of Spring

    ‚The Color of Spring‘ ist das dritte Studioalbum der Band Talk Talk, veröffentlicht im Jahre 1986. Musikalisch entfernten sich Talk Talk mit diesem Album vom Synthie-Pop des ersten und den New Wave-Einflüssen des zweiten Albums. Zunehmend fanden Gitarren, Piano und Orgel bei Songs wie ‚Life’s What You Make It‘, ‚Living in Another World‘ oder auch ‚Give It Up‘ Verwendung. Der Sound wurde organischer und Improvisationen spielten eine größere Rolle.

    Das Album wurde zum meistverkauften Studioalbum der Band und erreichte die Top 20 zahlreicher Länder. Es schaffte es auf Platz 1 der niederländischen Charts. In UK erreichte es Platz 8, in den USA war es das letzte Album der Band, das die Billboard 200 erreichten konnte. In Deutschland erreichte das Album Platz 11, in Österreich Platz 16 und in der Schweiz Platz 3. Sowohl ‚Life’s What You Make It‘ als auch ‚Living in Another World‘ wurden Singlehits. Das Albumcover wurde wie die übrigen Cover der Band von James Marsh entworfen.

    Gesehen

    Doctor WhoStaffel 9

    Doctor Who ist eine britische Science-Fiction-Fernsehserie, die seit 1963 von der BBC produziert wird. Die Serie handelt vom gleichnamigen Zeitreisenden, der nur als ‚Der Doktor‘ bekannt ist, allerdings im Laufe der Jahre von verschiedenen Schauspielern verkörpert wurde. Der Doktor reist mit seinen Begleitern in der Zeit-Raum-Maschine TARDIS – eine Abkürzung für „Time And Relative Dimensions In Space“ -, die wie eine alte britische Polizei-Notrufzelle aussieht, und wird dabei in verschiedene Abenteuer verwickelt. Es handelt sich beim Doktor immer prinzipiell um dieselbe Person, die aber durch Inkarnation immer wieder unterschiedlich aussieht und sogar unterschiedlichen Geschlechts sein kann. Die Serie wurde zunächst von 1963 bis 1989 durchgehend ausgestrahlt. 1996 gab es einen Fernsehfilm. Seit 2005 wird die Serie in einer Neuauflage wieder fortgesetzt.

    Der erste Doktor wurde zwischen 1963–1966 von William Hartnell verkörpert, es folgten Patrick Troughton, Jon Pertwee, Tom Baker, Peter Davison, Colin Baker, Sylvester McCoy, Paul McGann; dann in der Neuauflage Christopher Eccleston, David Tennant, Matt Smith, John Hurt und Peter Capaldi. Seit 2017 spielt Jodie Whittaker den dreizehnten Doktor, sie ist die erste weibliche Inkarnation der Figur.

    Doctor Who ist die bisher am längsten laufende und erfolgreichste Science-Fiction-Fernsehserie und steht damit im Guinness-Buch der Rekorde. Auch ist sie ein wichtiger Teil der britischen Popkultur. Sie nahm Einfluss auf Generationen britischer Fernsehproduzenten, -autoren und -darsteller, die mit Doctor Who aufwuchsen. Die Fans der Serie und des auf ihr basierenden fiktiven Universums – was Whoniverse genannt wird – werden als Whovians bezeichnet. Die Serie erhielt Preise von Kritikern und von Zuschauern, z. B. die BAFTA-Auszeichnung für die beste Dramaserie 2006, und gewann seit 2005 fünfmal in Folge den National Television Award in der Kategorie Drama.

    Staffel 9

    Die neunte Staffel Doctor Who hatte im Herbst 2015 mit ‚The Magician’s Apprentice‘ Premiere und endete im Dezember des selben Jahres mit der Episode ‚Hell Bent‘. Die Serie wurde von Steven Moffat und Brian Minchin geschrieben. Nikki Wilson, Peter Bennett und Derek Ritchie dienten als Produzenten. Die Serie ist nach der Wiederbelebung dieser Serie im Jahr 2005 die neunte und insgesamt die fünfunddreißigste Staffel. Es ist die zweite Stafffel mit Peter Capaldi als zwölftem Doktor. Außerdem spielt Jenna Coleman zum letzten Mal Clara Oswald. Die Geschichte der Serie handelt vom Rätsel des Hybriden, einer Kombination zweier großer Kriegerrassen. Die Forschungen des Doktors führen ihn letztendlich zurück zu seinem Heimatplaneten Gallifrey.

    Verkostet

    Tomatin 11 SC

    1897 begann die Brennerei zu produzieren, 1906 ging sie aber schon wieder bankrott, wurde aber bereits 1909 wieder eröffnet. Bis zum Jahr 1956 zählte sie mit zwei Brennblasen zu den kleineren Destillerien. Es kamen dann zwei Brennblasen hinzu. 1958 wurden zwei weitere eingebaut. 1961 wurden erneut vier Brennblasen hinzugefügt und 1964 gar durch eine weitere ergänzt. Damit war Tomatin zumindest kurzfristig die einzige schottische Whiskybrennerei mit einer ungeraden Anzahl von Stills. 1974 wurden wiederum drei weitere Brennblasen eingebaut und die eigene Mälzerei stillgelegt, seitdem wird das Malz von den Glen Ord Maltings bezogen. Zum damaligen Zeitpunkt war Tomatin die größte schottische Destillerie mit einem Jahresausstoß von 12 Millionen Liter Alkohol pro Jahr.

    1985 war Tomatin mal wieder insolvent und wurde 1986 von japanischen Kapitalgebern übernommen, die wiederum neun weitere Brennblasen einbauten. Tomatin wurde damit zur ersten schottischen Whiskybrennerei, deren Eigentümer aus Japan kommen. Gemessen am Ausstoß, gehört sie heute zu den zehn größten Brennereien Schottlands. Wir haben den 11-jährigen verkostet, der mit 59,1 % abgefüllt wurde, es handelt sich um eine Single-Cask-Abfüllung. Der Malt ist nicht gefärbt oder kühlgefiltert.