Archiv: Episoden

  • Clue Writing, Nils Frahm, John Coltrane und Kevin Hays & Lionel Loueke

    In der 318. Episode der Sendung las Herr Martinsen mal wieder was von Clue Writing, hörte ‚All Encores‘ von Niels Frahm, ‚Blue World‘ von John Coltrane und ‚Hope‘ von Kevin Hays & Lionel Loueke. Außerdem sind wir jetzt auch im Weserfunk mit einer Rubrik zu hören

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    Clue WritingIm Nebel – St. James Infirmary

    Ich habe mal wieder etwas von den tollen Menschen von Clue Writing gelesen. Rahel und Sarah heißen die beiden Menschen hinter der Literaturplattform. Seit 2012 veröffentlichen sie bei Clue Writing wöchentlich Kurzgeschichten, die an einem vorher festgelegten Handlungsort (Setting) spielen und vorgegebene Stichworte (Clues) nach klaren Vorgaben vertexten. So kam im Laufe der Zeit ein Textsammelsurium mit mehreren hundert Geschichten zusammen! Und das in allen möglichen Genres. Und so behaupten sie mit Fug und Recht, dass auf Clue Writing jedes Leserherz umworben wird. Man findet bei Clue Writing Krimis, Abenteuergeschichten, Komödien, Charakterstudien, Romantik, Science Fiction und Horror. Da dürfte für alle Menschen etwas dabei sein.

    St. James Infirmary ist ein amerikanisches Volkslied unbekannten Ursprungs, dessen Copyright sich Joe Primrose und Don Redman 1927 gesichert haben. Nach einer ersten Einspielung durch Louis Armstrong entwickelte sich der Song zum Jazzstandard.

    Diese Geschichte von Clue Writing ist nun quasi eine lyrische Interpretation dieses Blues/Jazz-Klassikers ‚St. James Infirmary‘. Die Autorin ist in diesem Falle Rahel und die Titelvorgabe war ‚Im Nebel‘.

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    Nils Frahm – All Encores

    Nils Frahm wurde 1982 in Berlin geboren, er ist Musiker, Komponist und Produzent. Er ist bekannt für die Kombination von klassischer und elektronischer Musik und für seine unkonventionelle Herangehensweise was das Klavier angeht. So mischt er z. B. Flügel, Klavier, Synthesizer, E-Pianos und Schlagzeugmaschine.

    Zusätzlich zu seiner Soloarbeit hat Frahm mit Künstlern wie Anne Müller, Ólafur Arnalds, F. S. Blumm und Woodkid zusammengearbeitet. Mit Frederic Gmeiner und Sebastian Singwald tritt als ‚Nonkeen‘ auf.

    ‚All Encores‘ ist Schlusspunkt der Encores-Veröffentlichungsreihe, die Improvisation und spontane Ideen von Live-Auftritten mit durchdachten, kontrollierten Aspekten einer konzeptuellen Studio-Produktion vereinen. So sind einzelne Stücke, die seit Jahren live zu hören waren nun erstmals auch auf einem Studioalbum.

    ‚All Encores‘ eine Zusammenfassung der drei bereits veröffentlichten ‚Encores‘ EPs. Lag der Fokus von ‚Encores 1‘ vor allem auf akustischen Klangwelten, Soloklavier und Harmonium, so konzentrierte sich Frahm auf ‚Encores 2‘ verstärkt auf Ambient-Texturen. Auf ‚Encores 3‘ ging es dann in erster Linie um die rhythmischen und elektronischen Aspekte seiner Musik.

    ‚All Encores‘ fasst nun diese drei EPs und deren verschiedenen musikalischen Ausrichtungen auf einem Album zusammen und vermischt diese.

    John ColtraneBlue World

    John William Coltrane war ein US-amerikanischer Jazz-Saxophonist und Komponist. Er arbeitete zu Beginn seiner Karriere im Bebop- und Hardbop-Bereich und war später Pionier des Modal Jazz und führend im Bereich Free Jazz. Er leitete mindestens fünfzig Aufnahmesessions und ist auch auf vielen Alben anderer Musiker zu hören, darunter Miles Davis und Thelonious Monk.

    Er ist einer der einflussreichsten Saxophonisten in der Musikgeschichte. Er erhielt viele posthume Auszeichnungen, darunter einen Pulitzer-Preis im Jahr 2007.

    Seine zweite Frau Alice Coltrane war auch eine wichtige Musikerin des Jazz. Die Kinder Ravi Coltrane, Oran Coltrane und John Coltrane Jr. sind ebenfalls alle Musiker.

    Die Stücke dieses Albums wurden am 24. Juni 1964 im Studio von Rudy Van Gelder in Englewood Cliffs in New Jersey aufgenommen. John Coltrane spielte dabei mit McCoy Tyner am Piano, Jimmy Garrison am Kontrabass und Elvin Jones am Schlagzeug Varianten zuvor aufgenommener Titel seines Bandrepertoires ein. Nachdem die Bänder der Studiosession 2018 wiederentdeckt worden waren, veröffentlichte ‚Impulse! Records‘ zunächst am 16. August 2019 das Titelstück des Albums als Single. Als CD bzw. LP erschienen die Aufnahmen am 27. September 2019.

    Kevin Hays & Lionel Loueke – Hope

    Kevin Hays ist ein US-amerikanischer Jazzpianist und Komponist. Kevin Hays wurde 1968 in New York geboren. Er wuchs in Greenwich in Connecticut auf und erhielt bereits im Alter von sechs Jahren Klavierunterricht. Im Jazz war er zunächst Autodidakt, später hatte er Unterricht bei dem amerikanischen Jazzpianisten Lou Stein.

    Er begann bereits in der High School in New York zu spielen und veröffentlichte 1990 sein erstes Album. Seit dieser Zeit hat er mehr als zwanzig Alben aufgenommen. Er leitete ein langjähriges Trio mit dem Bassisten Doug Weiss und dem Schlagzeuger Bill Stewart, und übernahm den Gesang im ‚New Day Trio‘ in dem Rob Jost den Bass spielte und Greg Joseph das Schlagzeug.

    Lionel Loueke wurde 1973 in Benin geboren, er ist ein in den USA lebender Jazzgitarrist und Sänger, der Fusion-Musik mit stilistischen Anleihen seiner westafrikanischen Heimat spielt. Loueke zog 1990 in die Elfenbeinküste, wo er sein Musik-Studium begann, das er 1994 bis 1998 in Paris an der American School of Modern Music fortsetzte. In Paris kam er auch in Kontakt mit der Musik zeitgenössischer Jazzgitarristen wie Bill Frisell und Pat Metheny.

    Ab 1999 studierte er Jazzgitarre am Berklee College of Music in Boston mit einem Abschluss 2000. 2006 spielte er auf ‚Possibilities und 2007 auf ‚River: The Joni Letters‘ von Herbie Hancock mit. 2008 spielte er sein erstes Album ‚Karibu‘ mit Herbie Hancock und Wayne Shorter als Gästen ein. In den 2010er Jahren war Loueke ausgedehnt auf Tourneen mit Herbie Hancock.

    2009 wurde er Fellow der in Los Angeles ansässigen gemeinnützigen Organisation für Künstlerförderung United States Artists.

    ‚Hope‘ ist ein Album, bei dem die beiden Musiker musikalische Dialoge führen, bei denen der eine dem anderem nicht ins Wort fällt. Es werden Zwiegespräche mit Piano und Gitarre geführt, die das Gemeinsame wie das Individuelle betonen, eben den Austausch von Gedanken. Postrock-Menschen werden das verstehen. Denn so ähnlich wie im Postrock wird auch hier gesungen oder gesprochen, obwohl hier gar nicht im klassischen Sinne gesungen oder gesprochen wird.

  • Hauke Friederichs, Swans, Jinjer und Sunn O)))

    Herr Martinsen hat in der 317. Episode weider einiges zu erzählen, z. B. über ‚Funkenflug‘ von Hauke Friedrichs. Und über die Alben ‚Leaving Meaning‘ von Swans, ‚Macro‘ von Jinjer und ‚Pyroclasts‘ von Sunn O))). Außerdem liest Herr Martinsen diesmal in der Preshow Dinge vor. Ihr dürft also gespannt sein.

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    Hauke FriederichsFunkenflug

    Hauke Friederichs wurde 1980 in Hamburg geboren, hat in Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Hamburg promoviert und arbeitet als Journalist und Autor. Er schreibt u. a. für ‚Die Zeit‘ und ‚Der Spiegel‘. Zuletzt erschien von ihm in Zusammenarbeit mit Rüdiger Barth ‚Die Totengräber: Der letzte Winter der Weimarer Republik‘.

    Wir befinden uns im Monat August des Jahres 1939. Es herrscht eine Hitzewelle in Mitteleuropa. Die Erntezeit beginnt. Und es sind Sommerferien. Es könnten also unbeschwerte Tage sein, aber es liegt etwas in der Luft. Die einen sagen, ein neuer Krieg stehe bevor. Die anderen meinen, der Frieden sei sicher. In eben diesem unruhigen August schaut die Welt auf den Obersalzberg. Hier verbringt nämlich Adolf Hitler den Sommer. Dieses Buch erzählt die Geschichte jenes Sommers, in dem die Welt am 1. September 1939 um 4:45 Uhr in den 2. Weltkrieg gestoßen wurde. Aus dem Funkenflug entstand ein Weltenbrand, und nichts war mehr wie zuvor.

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    SwansLeaving Meaning

    Swans ist eine US-amerikanische Band, die 1982 von Michael Gira in New York gegründet wurde. Das Frühwerk wird häufig dem No Wave und dem Post-Industrial zugeordnet. Die avantgardistischen Stücke späterer Veröffentlichungen enthalten Anleihen aus Noise- und Post-Rock, aber auch akustisch-folkloristische und orchestrale Einflüsse. Einem breiteren Publikum wurde die Band 1988 durch ihre Coverversion von ‚Love Will Tear Us Apart‘ von Joy Division und das von Bill Laswell produzierte Album ‚The Burning World‘ bekannt.

    Und auch wir besprachen schon ein Album dieser Band, nämlich ‚The Glowing Man‘ in Episode 165.

    ‚Leaving Meaning‘ ist das fünfzehnte Studioalbum der Band. Es wurde am 25. Oktober 2019 veröffentlicht. Die Songs des Albums wurden für Vinyl- und CD-Veröffentlichungen unterschiedlich gemischt und produziert, wobei die CD-Version des Albums den ursprünglichen Mix der Songs sowie den zusätzlichen Titel ‚Some New Things‘ enthält. Wie bei allen Swans-Veröffentlichungen der 2010er Jahre wurde ‚Leaving Meaning‘ mithilfe von Fundraising finanziert.

    Jinjer – Macro

    Jinjer ist eine ukrainische Heavy Metal-Band, die 2009 gegründet wurde. Der Stil der Band umfasst Elemente aus Death Metal, Progressive Rock und Nu Metal. Ihre Einflüsse sind u.a. bei Opeth, Karnivool und Textures zu finden, sowie bei KünsterInnen aus dem Bereich R & B, Soul und Hip-Hop wie z. B. Cypress Hill. Seit ihrer Gründung hat die Band vier Alben und drei EPs veröffentlicht.

    Bekanntheit erlangte die Band unter anderem durch YouTube und den Song ‚Pisces‘, auf den sehr viele ‚Reaction-Videos‘ folgten, aufgrund der besonderen stimmlichen Fähigkeiten der Sängerin Tatiana Shmailyuk. Im Jahr 2016 veröffentlichten sie das dritte Album namens ‚King of Everything‘. 2017 unternahm die Band zwei Tourneen in Europa als Support für die Band ‚Arch Enemy‘. 2018 folgte die erste Tournee durch Nordamerika mit ‚Cradle of Filth‘.

    Am 25. Oktober 2019 veröffentlichten Jinjer das vierte Album namens ‚Macro‘.

    Sunn O))) – Pyroclasts

    Sunn O))) wurde Mitte der 90er von Stephen O’Malley und Greg Anderson als Tribut-Band der amerikanischen Gruppe Earth gegründet. Ihr Name bezieht sich auf den Verstärkerhersteller Sunn. Die schriftliche Darstellung des Namens der Gruppe geht auf das Logo zurück, welches hinter dem Schriftzug ‘Sunn’ von einem Zentrum ausgehende Wellen darstellen soll. Das Logo ist eine Imitation eben dieses Verstärkerherstellers. Mit dem Album ‘Black’ vermengte Sunn O))) den Klang der frühen Veröffentlichungen mit Elementen elektronischer Musik. Seit 2006 begann die Band fortlaufende Kooperationen mit anderen Musikern der Avantgarde und des Extreme Metals. Spätestens seit ‘Monoliths & Dimensions’ gelten Sunn O))) als erfolgreichste und bekannteste Gruppe des Drone Doom.

    ‘Pyroclasts’ ist das neunte Studioalbum Band. Das Album wurde von Steve Albini aufgenommen und abgemischt, der auch schon mit Bands wie Nirvana, Neurosis oder Godspeed You! Black Emperor zusammenarbeitete. Es ist ein experimentelles und improvisiertes Album, das von Steve Albini zur gleichen Zeit wie ‚Life Metal‘ geschrieben und aufgenommen wurde. Sunn O))) und weitere MusikerInnen, die auch schon am Album ‚Live Metal‘ beteiligt waren, nahmen zu Beginn oder am Ende eines jeden Aufnahmetages von ‚Life Metal‘ improvisierte Stücke auf. ‚Pyroclasts‘ ist eine Zusammenstellung vier dieser Stücke. Pyroclasts – auf Deutsch Pyroklasten – sind (Gesteins-)Fragmente, die durch Zerreißen oder Zerbrechen (Fragmentierung) oder durch direkte Kristallisierung infolge vulkanischer Aktivität aus einem festen oder flüssigen vulkanischen Ausgangsmaterial entstanden sind. Daher der Name dieses Albums. Also Stücke, die auch noch da waren, bei denen es aber schade gewesen wäre, sie nicht zu veröffentlichen, könnte man sagen.

    Das Album ‘Pyroclasts’ wird von der Band als Schwesteralbum zum Album ‘Life Metal’ gesehen, was ebenfalls im Jahre 2019 veröffentlicht wurde. Wir besprachen es in Episode 306.

  • Clue Writing, Wilco, Nick Cave & the Bad Seeds und Elbow

    Es geht in dieser Episode mal wieder um einen Text von Clue Writing, diesmal hat Herr Martinsen ‚Der Himmel ist ein Spinnennetz‘ gelesen. Und er hat auch in Episode 316 wieder viele spannende Sachen gehört. Und zwar ‚Ode to Joy‘ von Wilco, ‚Ghosteen‘ von Nick Cave & The Bad Seeds und ‚Giants of all Sizes‘ von Elbow.

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    Clue WritingDer Himmel ist ein Spinnennetz

    Ich habe mal wieder etwas von den tollen Menschen von Clue Writing gelesen. Rahel und Sarah heißen die beiden Menschen hinter der Literaturplattform. Seit 2012 veröffentlichen sie bei Clue Writing wöchentlich Kurzgeschichten, die an einem vorher festgelegten Handlungsort (Setting) spielen und vorgegebene Stichworte (Clues) nach klaren Vorgaben vertexten. So kam im Laufe der Zeit ein Textsammelsurium mit mehreren hundert Geschichten zusammen! Und das in allen möglichen Genres. Und so behaupten sie mit Fug und Recht, dass auf Clue Writing jedes Leserherz umworben wird. Man findet bei Clue Writing Krimis, Abenteuergeschichten, Komödien, Charakterstudien, Romantik, Science Fiction und Horror. Da dürfte für alle Menschen etwas dabei sein.

    In der heutigen Geschichte ist Martin nach einer nicht näher beschriebenen Katastrophe der letzte noch lebende Mensch. Es hat sich in ein Trafohäuschen gerettet, was ihn offensichtlich vor dem Tod bewahrte. Nun ist er nicht mehr von anderen Menschen umgeben, sondern von Fleischpuzzles.

    Die Autorin dieses Textes ist Sarah, das Setting soll ein Güterbahnhof sein und die Clues sind: Vogelnest, Vorzugspaket, Hick, Spinnennetz, Trichter

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    WilcoOde to Joy

    Wilco ist eine Band aus Chicago, Illinois. Die Band wurde 1994 von den verbleibenden Mitgliedern der Alternative-Country-Band Uncle Tupelo gegründet. Die Besetzung von Wilco änderte sich während des Anfangszeit recht häufig, nur Sänger Jeff Tweedy und Bassist John Stirratt blieben von der ursprünglichen Formation übrig. Seit Anfang 2004 besteht das Lineup unverändert aus Tweedy, Stirratt, dem Gitarristen Nels Cline, dem Multiinstrumentalisten Pat Sansone, dem Keyboarder Mikael Jorgensen und dem Schlagzeuger Glenn Kotche. Wilco hat bisher elf Studioalben und ein Live-Doppelalbum veröffentlicht.

    Wilcos Musik wurde von einer Vielzahl von Künstlern und Stilen inspiriert, darunter Bill Fay, The Beatles und Television. Und sie wiederum haben mittlerweile ebenfalls eine Reihe von KünstlerInnen beeinflusst. Die Band setzte zunächst den Alternative-Country von Uncle Tupelo fort, hat aber seitdem immer wieder neue, zum Teil auch experimentelle Dinge in ihre Musik eingeflochten. Wilcos Musikstil hat sich also im Laufe der Zeit von einem Country-Rock-Sound zu einem vielseitigen Indie-Rock-Sammelsurium entwickelt, das viele Genres abdeckt.

    ‚Yankee Hotel Foxtrot‘ ist mit über 670.000 verkauften Exemplaren das erfolgreichste Album der Band. Wilco gewann zwei Grammy Awards für ‚A Ghost Is Born‘. 2015 veröffentlichte Wilco das neunte Studioalbum ‚Star Wars‘, das wir in Episode 126 besprachen und 2016 das zehnte namens ‚Schmilco‘, das in Episode 178 Thema war.

    ‚Ode to Joy‘ ist nun also das elfte Studioalbum der Band Wilco. Es wurde am 4. Oktober 2019 veröffentlicht und soll in dieser Folge besprochen werden. Die Band nahm das Album Anfang 2019 in ihren Chicagoer Studios auf. Im Juli kündigten sie das Album an, veröffentlichten die erste Single ‚Love Is Everywhere (Beware)‘ und gaben die dazugehörigen Tourdaten bekannt. Im September 2019 wurde ‚Everyone Hides‘, die zweite Single des Albums veröffentlicht.

    Nick Cave & the Bad SeedsGhosteen

    Nick Cave & The Bad Seeds sind eine australische Band, die 1983 in Melbourne von dem Sänger Nick Cave, dem Multiinstrumentalisten Mick Harvey und dem Gitarristen Blixa Bargeld gegründet wurde. Die Band bestand im Laufe der Zeit aus wechselnden MusikerInnen. Derzeit besteht die Band aus Nick Cave, dem Geiger und Multiinstrumentalisten Warren Ellis, dem Bassisten Martyn P. Casey, dem Gitarristen George Vjestica, dem Keyboarder und Percussionisten Toby Dammit und den Schlagzeugern Thomas Wydler und Jim Sclavunos.

    Aufgrund ihrer düsteren musikalischen Mischung aus Blues, Chanson, New Wave und Indie-Rock gelten Nick Cave & The Bad Seeds als eine der originellsten und populärsten Erscheinungen des Post-Punks und des Indie-Rocks aus den 80er Jahren bis zur heutigen Zeit.

    Ghosteen ist das siebzehnte Studioalbum der Band. Es wurde ebenfalls am 4. Oktober 2019 veröffentlicht. Ghosteen ist ein Doppelalbum und der finale Teil einer Albumtrilogie, die mit ‚Push the Sky Away‘ aus dem Jahre 2013 begann und mit ‚Skeleton Tree‘ aus dem Jahre 2016 weitergeführt wurde, welches wir in Episode 184 besprachen.

    Im Juli 2015 starb der 15-jährige Sohn von Nick Cave während der Aufnahmen für das sechzehnte Studioalbum der Bad Seeds, also während ‚Skeleton Tree‘. Die lyrischen Texte von Skeleton Tree und die teils düsteren und verstörenden Klänge führten zu den falschen Vorstellungen, dass es sich bei dem Album um die Verarbeitung dieses Todes handelt. Der Großteil der Songs auf diesem Album wurden bereits vor dem Tod des Sohnes geschrieben, wobei Cave allerdings ein paar Texte während der letzten Sessions des Albums ein wenig veränderte.

    Das ist nun auf diesem Album anders. Hier geht es nun tatsächlich um das Ableben des Sohnes. Das gesamte Album handelt genau davon. Im ersten Teil des Albums gibt es acht Songs, die die Kinder der Songs des zweiten Teils darstellen sollen. Im zweiten Teil des Albums gibt es zwei Songs, die vom gesprochenen Track ‚Fireflies‘ unterbrochen werden; dieser Teil soll die Eltern der vorangegangenen Songs darstellen. Es handelt sich bei diesem Album natürlich auch ein wenig um eine Therapie für Nick Cave selbst, und es ist gar nicht so einfach dieses Album einzuordnen und zu bewerten.

    ElbowGiants of all Sizes

    Elbow ist eine Indie-Band, die 1997 in Manchester gegründet wurde. Die Band besteht aus Guy Garvey, Craig Potter, Mark Potter und Pete Turner. Sie spielen bereits seit dem Jahr 1990 zusammen und nennen sich seit 1997 Elbow.

    Die Band hat bisher acht Studioalben veröffentlicht. ‚Little Fictions‘ aus dem Jahr 2017 besprachen wir in Epsiode 196. All Ihre Studioalben erreichten die Top 15 der britischen Album-Charts.

    2008 gewann Elbow den Mercury Music Prize für ihr Album ‚The Seldom Seen Kid‘ und 2009 den Brit Award.

    ‚Giants of All Sizes‘ ist das achte Studioalbum der Band und wurde am 11. Oktober 2019 veröffentlicht. Das Album hat einen düstereren Ton als frühere Elbow-Alben. Die Texte von Sänger Guy Garvey nehmen auf diesem Album u.a. Bezug auf den Brexit und den Tod seines Vaters und zweier enger Freunde. Garvey gab an, dass diese Todesfälle die Band stark beeinflussten und so dieses Album an einen „dunkleren Ort“ führten.

    Garvey gab aber auch an, dass das Album trotz des gedämpften Tons versucht, Trost in persönlichen Beziehungen zu finden. ‚My Trouble‘ und ‚On Deronda Road‘ sind eine Hommage an seine Frau und seinen Sohn. ‚On Deronda Road‘ beschreibt eine Busreise, die Garvey mit seinem kleinen Sohn in Südlondon unternahm. In dem Song ‚Weightless‘ stellt Garvey Ähnlichkeiten und Zusammenhänge zwischen sich selbst, seinem neugeborenen Sohn und seinem sterbenden Vater her und sagt: „Die Geburt des Kindes hat mir wirklich durch den Tod meines Vaters geholfen, weil er den Tod meines Vaters zu einem Teil der Dinge gemacht hat und nicht nur zu einem Ende. Und es machte mein eigenes Leben zu einem Teil der Dinge und nicht zum Sinn der Dinge.“

    Das Album wurde von den Kritikern vielfach gelobt und stieg als Nummer Eins in die UK Albums Chart ein. Damit wurde es das dritte Studioalbum der Band in Folge, das den ersten Platz in den Charts einnehmen konnte.

  • Ralf Koerrenz, Opeth, IQ und Klone

    Wir sind mittlerweile zum 315. Mal kulturell unterwegs. Herr Martinsen hat diesmal ‚Die Knöpfe‘ von Ralf Koerrenz gelesen. Und es wird prog-rockig, und da freut sich der kleine Herr Martinsen, denn Prog-Rock mag er sehr. Und so hörte er ‚In Cauda Venenum‘ von Opeth, ‚Resistance‘ von IQ und ‚Le Grand Voyage‘ von Klone. Drei Bands, die allesamt eine spannende Geschichte hinter sich haben.

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    Ralf KoerrenzDie Knöpfe – Die Reise zum Mittelpunkt des Selbst (Ferdinand Schöningh Verlag)

    Ralf Koerrenz wurde 1963 in Köln geboren. Er ist Pädagoge, Theologe und Wissenschaftsmanager. Er lehrt als Professor für Historische Pädagogik und Globale Bildung an der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

    Nach dem Abitur studierte Koerrenz zunächst Evangelische Theologie, später auch Erziehungswissenschaft, Germanistik und Philosophie an der Universität Bonn, zeitweise auch an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal.

    Nach dem Staatsexamen promovierte er an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn in Erziehungswissenschaft. Es folgte an der Evangelisch-Theologischen Fakultät die Promotion in Evangelischer Theologie.

    1996 habilitierte er an der Universität Tübingen in Allgemeiner Pädagogik.

    Nach der Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschuldozent in Tübingen übernahm er eine Professur für Historische Pädagogik an der Universität Jena, die 2004 in einen Lehrstuhl für Historische Pädagogik und Erziehungsforschung umgewandelt wurde.

    Zunächst hat man den Eindruck, dass es sich bei diesem Buch, „Die Knöpfe“, schlicht um eine Gedichtsammlung handelt. Ist es auch, aber da ist mehr.

    Es geht um die Reise, die ein Wesen von Geburt an nimmt. Was alles passiert, welche Prüfungen dieses Wesen über sich ergehen lassen muss. Besteht es diese, bekommt es Knöpfe, die das Wesen von nun an mithilfe eines Gewandes schützen. Und nur so wird es am Ende das, was es ist.

    Ein philosophisches Buch, was natürlich hervorragend in diese Sendung passt.

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    OpethIn Cauda Venenum

    Opeth ist eine Metal-Band aus Stockholm, die zunächst Death Metal spielte und später immer mehr Einflüsse aus Progressive Rock und Progressive Metal verarbeitete. Eine Band, die sich mehr als einmal gewandelt hat. Nicht die letzte in dieser Episode.

    Der Bandname wurde dem Roman ‚Der Sonnenvogel‘ von Wilbur Smith entnommen, in diesem Roman ist Opet die ‚Stadt des Mondes‘. Die Band fügte dem Wort lediglich den Buchstaben ‚h‘ hinzu.

    Als der Gründer David Isberg noch Chef der Band war und der jetzige Sänger und Kopf der Band Mikael Åkerfeldt noch nicht eingestiegen war, orientierte sich die Musik Opeths am Black Metal.

    Die ersten Alben der Band waren dem Death Metal zuzuordnen, im Laufe der Zeit wurden aber immer mehr neue Elemente in die Kompositionen integriert, und so wurde Opeth später eher dem Progressive Metal zugerechnet.

    Der Musikstil wechselte spätestens ab ‚My Arms, Your Hearse‘. Jetzt gab es auf einmal neben den brachialen Metal-Passagen auch ruhige, melancholische Passagen, manchmal gar mit balladeskem Charakter.

    Dieser Gegensatz fand sich auch im Gesang von Mikael Åkerfeldt wieder, der zu diesem Zeitpunkt zwischen einer klaren Gesangsstimme und tiefem Growling variierte.

    Mit dem Album ‚Heritage‘ ließ die Band die früheren Death-Metal-Einflüsse nun komplett hinter sich und bezog sich vor allem auf den Progressive-Rock der 70er Jahre.

    Mit ‚Pale Communion‘ und ‚Sorceress‘ wurde dieser Weg fortgesetzt. Auch das Growling gehört nunmehr der Vergangenheit an.

    Und genau dieser Weg wird nun auch auf dem neuen Album ‚In Cauda Venenum‘ wiederum fortgesetzt. Prog-Rock in Reinkultur könnte man sagen. Im Gegensatz zur Band IQ, die sich musikalisch eher auf Genesis oder Yes berufen, geht es hier eher in Richtung King Crimson und vor allem in Richtung Emerson, Lake & Palmer. Letztere wurden in der jüngeren Vergangenheit offensichtlich recht ausgiebig gehört, denn da sind schon ordentliche Referenzen wahrzunehmen.

    Opeth ist sicher eine der interessantesten und spannendsten Bands der letzten 20 Jahre. Sie haben es auch hier wieder geschafft, sich in eine Richtung weiter zu entwickeln, die vielleicht auch noch gar nicht abgeschlossen scheint. Es handelt sich um Album in englischer und schwedischer Sprache. Ein spannendes Album. Auch ein gutes? Gehet hin und höret.

    IQ – Resistance

    IQ ist eine britische Band des Progressive-Rocks aus Southampton. Neben Marillion, Pendragon oder auch Pallas zählen sie zu den typischen Vertretern des Neo-Prog, einer in den 80er Jahren entstandenen zweiten Generation des Progressive Rocks.

    Die Band orientierte sich zunächst an ihre musikalischen Vorbildern wie z. B. Genesis oder Yes, entwickelte aber schnell einen eigenen Stil.

    Die Live-Auftritte der Band zeichnen sich durch Lichteffekte, Film- und Diaprojektionen aus, die ein wenig an die frühen Pink Floyd erinnern, sowie durch das Auftreten des als charismatisch geltenden Sängers Peter Nicholls.

    Anfang der 80er Jahre entstanden die klassischen Studioalben ‚Tales from the Lush Attic‘ und ‚The Wake‘ sowie das Live-Album ‚Living Proof.‘

    Als sich dann Mitte der Achtzigerjahre u.a. durch den Erfolg der Band Marillion ein allgemeines Prog-Rock-Revival abzeichnete, erhielt auch IQ einen Plattenvertrag bei einem Major-Label, verlor aber dafür im Gegenzug den charismatischen Frontmann Peter Nicholls.

    Mit dem nachvollgenden Sänger Paul L. Menel wurden die Alben ‚Nomzamo‘ – welches auch den einzigen Single-Erfolg IQs, den Song ‚Promises‘, enthielt – und ‚Are You Sitting Comfortably?‘ eingespielt.

    Nachdem das Label, das IQ unter Vertrag genommen hatte, von einem anderen Unternehmen übernommen wurde, verlor die Band 1989 den Major Deal, was zunächst sogar auf das Ende der Band zu hinzudeuten schien. Menel und Bassist Tim Esau verließen die Band, um sich einem Pop-Projekt zu widmen. Zu Aufnahmen kam es allerdings nicht.

    Nachdem bei IQ zunächst einige Zeit nichts mehr passierte, führte ein durch einen französischen Club-Besitzer initiiertes Reunion-Konzert mit Peter Nicholls schließlich zu einer erneuten Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Sänger.

    1993 erschien die das Album ‚Ever‘. Musikalisch knüpft das Album eher wieder an den Stil der frühen Phase der Band an. Zur Vermarktung ihrer Tonträger gründete die Band das eigene Label GEP.

    Mit ‚Subterranea‘ veröffentlichten sie 1997 ein Konzeptalbum. Es erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich aus Liebe zu einer Frau einer Revolution gegen einen fiktiven Überwachungsstaat anschließt. Letztendlich scheitert aber beides an der Angepasstheit und Lethargie des Protagonisten. Die Erkenntnis darüber mündet in dem 20-minütigen, sehr emotional gehaltenen Finale des Albums. Basierend auf der Geschichte dieses Konzeptalbums wurde ein Spielfilm gedreht. Der Spielfilm wurde am 5. Juni 2015 beim Reno Film Festival uraufgeführt.

    Seit dieser Zeit veröffentlichen IQ wieder stetig neue Alben. Und nun haben sie mit ‚Resistance‘ ein Album veröffentlicht, was fast zwei Stunden lang ist. Das heißt, es werden zwei CDs und drei Vinyl-Schalplatten gebraucht um das Album auf physischen Datenträgern zu veröffentlichen.

    Zwei Stunden? Kann das gutgehen? Wo Herr Martinsen doch immer schon schimpft, wenn ein Album auch nur einen Hauch zu lang ist. Soviel vorweg, es klappt. Es klappt sogar sehr gut. IQ kann zwei Stunden füllen. Sie nehmen uns auf eine Reise in ein Prog-Rock-Land aus Genesis oder Yes und natürlich auch eine ganze Schippe sich selbst. Und sie sind ein wenig metaliger geworden. Es gibt hier recht viele härtere Riffs zu hören. Diese Band traut sich was. Ob es allerdings für ein ‚Rennt‘ reicht, das wird sich zeigen. Hört selbst.

    Klone – Le Grand Voyage

    Klone ist eine ehemalige Progressive-Death-Metal-Band – man muss es wirklich so sagen, denn mit Progressive-Death-Metal-Band haben sie nun wirklich nichts mehr zu tun – aus Frankreich, die mittlerweile etwas macht, was es vielleicht vorher so noch gar nicht gab. Ich nenne es einfach mal Alternative-Rock-Pop-Progressive-Postrock-Metal. Klone wurde im Jahr 1995 in Poitiers gegründet. In den Folgejahren entwickelten sie einige Stücke und hatten einige kleinere Auftritte.

    Das erste Album namens ‚Duplicate‘ veröffentlichten sie im Jahr 2003 in Eigenregie.
    Im Jahr 2004 folgte die EP ‚High Blood Pressure‘. Nach dieser Veröffentlichung folgte eine Tour zusammen mit Gojira, Aborted, Psykup, Scarve, Defdump, Drowning, Sleepers, Comity, Eyeless, Stereotypical Working Class und Hertz and Silence.

    Die Band spielte im folgenden Jahr auf dem Hellfest. Dort kamen sie mit dem Chef von ‚Season of Mist‘ in Kontakt und es kam zu einem Vertrag für zwei Alben.
    Im Jahr 2008 wurde das Album ‚All Seeing Eye‘ veröffentlicht. Die Produktion dauerte vier Monate und wurde von Sylvain Biguet übernommen, der auch schon Trepalium, Comity und Mistaken Element produzierte. Es folgte eine Tour durch Frankreich und einige andere europäische Länder.

    Das Album ‚Black Days‘ wurde im Jahr 2010 veröffentlicht. Auf dem Album war auch eine Coverversion von Björks ‚Army of Me‘ enthalten. Auf diesem Album waren der neue Bassist Jean Etienne Maillard und Schlagzeuger Florent Marcadet zu hören, letzterer verließ die Band aber bereits wieder.

    Im Jahr 2011 veröffentlichte sie die EP ‚The Eye of Needle‘.

    2015 erschien dann ‚Here comes the Sun‘, ein Album was sich mit den anderen Alben davor überhaupt nocht mehr vergleichen lässt. Sie hatten nun offensichtlich ihren eigenen Stil mehr oder weniger gefunden, der sie recht einzigartig macht. Wir haben dieses Album in unserer Episode 124 besprochen.

    2017 veröffentlichten Sänger Yann Ligner und die beiden Gitarristen Guillaume Bernard und Aldrick Guadagnino zusammen mit Armelle Dousset, die auf diesem Album Akkordeon und Schlagzeug spielt, ein Live-Unplugged-Album, das zwar live, aber ohne Publikum aufgenommen wurde. Und nun im Jahre 2019 gibt es neues Album zu hören, ‚Le Grand Voyage‘

    Klone gehen hier den Weg, den sie mit den Alben davor beschritten haben, konsequent weiter. Das ist was ganz eigenes. Atmosphärische Postrock-Klänge, verzerrte Gitarren, unfassbar schöne Melodien und Melancholie noch und nöcher. Und dann ist da noch Yann Ligner, der einem wahrscheinlich auch das Telefonbuch vorlesen könnte, und man würde es immer noch hören.

    Selbst Saxophon- und Synthie-Parts sind auf diesem Album zu finden.

    Es ist eine Mischung aus Marillion, Opeth und irgendwas eigenem, das es noch zu ergründen gilt. Alternative-Rock-Pop-Progressive-Postrock-Metal eben.

  • Clue Writing, Herbert Blomstedt, Avishai Cohen und Yonathan Avishai und Claudio Abbado

    Episode 314 und endlich mal wieder ein Text von unserer Freunden Clue Writing! Hurra! Herr Martinsen hat ‚Beates Heizöl-Problem‘ gelesen. Und er hat natürlich auch wieder viel gehört, nämlich die 9. Symphonie von Gustav Mahler, gespielt von den Bamberger Symphonikern unter der Leitung von Herbert Blomstedt, ‚Play the Room‘ von Avishai Cohen und Yonathan Avishai und die 9. Symphonie von Anton Bruckner, gespielt vom Lucerne Festival Orchester unter der Leitung von Claudio Abbado.

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    Clue WritingBeates Heizöl-Problem

    Wir haben mal wieder etwas von den tollen Menschen von Clue Writing gelesen. Rahel und Sarah heißen die beiden Menschen hinter der Literaturplattform namens Clue Writing. Seit 2012 veröffentlichen sie wöchentlich Kurzgeschichten, die an einem vorher festgelegten Handlungsort (Setting) spielen und vorgegebene Stichworte (Clues) nach klaren Vorgaben vertexten. So kam im Laufe der Zeit ein Textsammelsurium mit mehreren hundert Geschichten zusammen! Und das in allen möglichen Genres. Und so behaupten sie mit Fug und Recht, dass auf Clue Writing jedes Leserherz umworben wird. Man findet bei Clue Writing Krimis, Abenteuergeschichten, Komödien, Charakterstudien, Romantik, Science Fiction und Horror. Da dürfte für alle Menschen etwas dabei sein.

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    Herbert Blomstedt/Bamberger SymphonikerGustav Mahler9. Symphonie

    Herbert Blomstedt wurde 1927 geboren und ist ein schwedischer Dirigent.

    Herbert Blomstedt wurde aber nicht in Schweden geboren, sondern in Springfield/Massachusetts. Zwei Jahre nach seiner Geburt zogen seine schwedischen Eltern aber in ihr Herkunftsland zurück. Blomstedt lebte in seiner Jugend zum Teil aber auch in Finnland. Er studierte an der Königlichen Musikhochschule Stockholm und der Universität Uppsala, gefolgt von einem Studium der zeitgenössischen Musik in Darmstadt. Außerdem Barockmusik an der Schola Cantorum Basiliensis. Weiterhin studierte er Dirigieren an der Juilliard School und bei Leonard Bernstein im Berkshire Music Center von Tanglewood.

    Er war bereits Musikdirektor bzw. Chefdirigent des Norrköping Symphony Orchestra von 1954–1962, des Oslo Philharmonic Orchestra von 1962–1968, des Danish Radio Symphony Orchestra von 1967–1977 und des Swedish Radio Symphony Orchestra von 1977–1982. Von 1975 bis 1985 leitete er als Chefdirigent die Dresdner Staatskapelle. Von 1985 bis 1995 war er Musikdirektor der San Francisco Symphony. Danach war er Chefdirigent beim Norddeutschen Rundfunksinfonieorchester von 1996–1998 und dem Leipziger Gewandhausorchester von 1998–2005.

    Derzeit ist Blomstedt immer noch Gastdirigent des San Francisco Symphony Orchestra und Ehrendirigent der Bamberger Symphoniker, des Danish National Symphony Orchestra, des NHK Symphony Orchestra, des Swedish Radio Symphony Orchestra, des Leipziger Gewandhausorchesters und der Staatskapelle Dresden.

    Die Bamberger Symphoniker (Bayerische Staatsphilharmonie) sind ein deutsches Orchester mit Sitz in Bamberg. Das Orchester wurde 1946 von deutschen Musikern gegründet, die im Rahmen der Beneš-Dekrete aus der Tschechoslowakei vertrieben wurden und zuvor Mitglieder der Deutschen Philharmonie in Prag waren. Das Orchester erhielt 1993 den Titel der Bayerischen Staatsphilharmonie.

    Gustav Mahler lebte von 1860 bis 1911 und war ein österreichisch-böhmischer Komponist und Dirigent. Als Komponist fungierte er als Brücke zwischen der österreichisch-deutschen Tradition des 19. Jahrhunderts und der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts. Während zu Lebzeiten sein Status als Dirigent unbestritten war, wurde seine eigene Musik erst nach langer Zeit relativer Vernachlässigung bekannt. Das Verbot ihrer Aufführung in weiten Teilen Europas während der NS-Zeit trugen das ihrige dazu bei. Nach 1945 wurden seine Kompositionen von einer neuen Generation wiederentdeckt, so wurde Mahler zu einem der am häufigsten gespielten und aufgenommenen Komponisten der Gegenwart. In einer Umfrage des BBC Music Magazine im Jahre 2016 hatten 151 befragte Dirigenten drei seiner Symphonien unter den zehn besten Symphonien aller Zeiten eingestuft.

    Avishai Cohen/Yonathan Avishai – Playing the Room

    Avishai Cohen ist ein in New York ansässiger Jazzmusiker und Komponist, der aus Tel Aviv kommt.

    Avishai Cohen wuchs in einer musikalischen Familie auf. So spielen die Schwester Anat Cohen und Bruder Yuval Cohen beide Saxophon. Im Alter von acht Jahren fragte Avishai seine Mutter, ob er mit dem Trompetenunterricht beginnen könne. Im Alter von zehn Jahren begann Avishai in der Rimon Big Band zu spielen. Er erinnert sich: „Ich hatte eine Kiste, auf der ich stand.“ Als Teenager tourte Avishai bereits mit dem Israeli Philharmonic Orchestra.

    Er besuchte das Berklee College of Music in Boston. Nach Abschluss seines Studiums gewann er 1997 den 3. Platz bei der Thelonious Monk Jazz Trumpet Competition. Cohen zog nach New York City, wo er begann, seine Musik zusammen mit Jason Lindner und dem Bassisten Omer Avital in kleinen Jazz Clubs zu spielen. Da er anfangs häufig mit dem Bassisten Avishai Cohen verwechselt wurde, nannte er sein Debütalbum 2003 The Trumpet Player. Er hat mit mehreren Jazzcombos gespielt, zu denen auch Musiker des SFJAZZ Collective gehören. Cohen selbst gibt an, sein Spiel sei sehr stark von Miles Davis beeinflusst worden.

    Yonathan Avishai kommt ebenfalls aus Tel Aviv und ist Pianist und Komponist. Er wuchs in Israel und Japan auf und begann schon in jungen Jahren, Klavierunterricht zu nehmen. Er entdeckte bald den Jazz. Bereits im Alter von 14 Jahren gründete er eigene Bands und trat in Clubs und auf Festivals in Israel auf. Er begleitete oft amerikanische Musiker wie Walter Blanding Jr., Marcus Printup und Allan Harris in Israel und wurde Teil der Band von Arnie Lawrence.

    2002 zog Avishai in die Dordogne, wo er sich in der lokalen Kulturszene engagierte. Zugleich gründete er mit Omer Avital, Avishai Cohen und Daniel Freedman das Third World Love Quartet. Die Band nahm fünf Alben auf und trat weltweit auf. Außerdem studierte er Musiktherapie in Bordeaux, woraufhin er Workshops in Einrichtungen für Sonderschulen, Grundschulen und Musikschulen leitete. 2012 zog Avishai in das Département Yonne und schloss sich dem Quintett des Bassisten Omer Avital an.

    International bekannt wurde er als Pianist im Quartett des Trompeters Avishai Cohen, mit dem er tourte und zwei Alben veröffentlichte. Dort erschien 2019 auch das dritte Album seines Trios Modern Times. Und ebenfalls 2019 erschien eben auch das mit Avishai Cohen entstandene Duoalbum ‚Playing the Room‘, um welches es in dieser Episode gehen soll.

    Claudio Abbado/Lucerne Festival OrchestraAnton Bruckner9. Symphonie

    Claudio Abbado lebte von 1933 bis 2014 und war ein italienischer Dirigent. Er war Musikdirektor der Mailänder Scala, Chefdirigent des London Symphony Orchestra, ständiger Gastdirigent des Chicago Symphony Orchestra, Musikdirektor der Wiener Staatsoper, Gründer und Direktor des Lucerne Festival Orchestra, Musikdirektor vom Jugendorchester der Europäischen Union und Chefdirigent der Berliner Philharmoniker.

    Das Lucerne Festival Orchestra ist ein Saisonorchester, das während des jährlichen Lucerne Festivals in der Schweiz spielt.

    Das Lucerne Festival hatte bereits 1938 ein ansässiges Orchester, bei dem Arturo Toscanini das erste Konzert dieses Ensembles dirigierte. Von 1943 bis zu seiner Auflösung 1993 bestand das Festivalorchester hauptsächlich aus Musikern aus der Schweiz. Einige Jahre später entstand ein Festivalorchester, das sich aus Spielern des Gustav Mahler Jugendorchesters und des European Union Youth Orchestra zusammensetzte.

    Die jüngste Wiederbelebung des Orchesters erfolgte auf Betreiben von eben jenem Claudio Abbado im Jahr 2000. Kern des Ensembles ist das Mahler Chamber Orchestra. Außerdem besteht das LFO aus SolistInnen und OrchestermusikerInnen wie z.B. aus Mitgliedern des Alban Berg Quartetts oder des Hagen Quartetts. Das Orchester umfasst auch MitgliederInnen von Orchestern, mit denen Abbado eine Verbindung hatte, wie den Berliner Philharmonikern, des London Symphony Orchestra oder der Wiener Philharmoniker.

    Abbado wählte jedes Orchestermitglied persönlich aus, und die Musiker versammeln sich auch noch heute jährlich Anfang August in Luzern für insgesamt drei Wochen mit zehn Probentagen. Danach spielt das Orchester die Eröffnungskonzerte des Festivals. Eine übergeordnete Philosophie, die Abbado betonte, war, dass die Musiker einander zuhören wie in der Kammermusik, jedoch im Kontext eines vollständigen Orchesterensembles. Die Proben beginnen mit einzelnen Instrumentengruppen bevor sich das gesamte Ensemble mit den DirigentInnen versammelt.

    Josef Anton Bruckner lebte zwischen 1824 und 1896. Er war ein österreichischer Komponist, Organist und Musiktheoretiker, der vor allem für seine Symphonien, Messen, das Te Deum und seine Motetten bekannt ist. Die Symphonien werden aufgrund ihrer reichen harmonischen Sprache, ihres stark polyphonen Charakters und ihrer beträchtlichen Länge als Symbol für die Endphase der österreichisch-deutschen Romantik angesehen. Bruckners Kompositionen bestimmten den damaligen zeitgenössischen musikalischen Radikalismus aufgrund ihrer Dissonanzen, unvorbereiteten Modulationen und Harmonien.

    Anders als andere Musiker und Komponisten seiner Zeit wie z.B. Richard Wagner oder Hugo Wolf zeigte Bruckner extreme Demut vor anderen Musikern, insbesondere vor schon erwähntem Wagner. Der vermeintliche Unterschied zwischen dem Menschen Bruckner auf der einen und dem Komponisten Bruckner auf der anderen Seite erschwert es, sein Leben so zu beschreiben, dass ein klarer Zusammenhang zwischen ihm und seiner Musik entsteht. Hans von Bülow beschrieb ihn als „Halb Genie, halb Trottel“. Bruckner war sehr selbstkritisch und überarbeitete seine Kompositionen häufig. Es gibt mehrere Versionen vieler seiner Werke.

    Seine Werke – hier insbesondere die Symphonien – wurden von Kritikern – hier insbesondere der einflussreiche Kritiker Eduard Hanslick – gern auf ihre Länge und den Gebrauch von Wiederholungen reduziert. Und auch Bruckners Neigung, viele seiner Werke zu überarbeiten, oft auch mit Unterstützung von Kollegen, und seine offensichtliche Unentschlossenheit, welche der Versionen er denn nun bevorzuge, gereichten ihm auch nicht eben zum Vorteil. Auf der anderen Seite wurde Bruckner von späteren Komponisten einschließlich seines Freundes Gustav Mahler sehr bewundert.

  • KiWi Musikbibliothek, The Murder Capital, Belle and Sebastian und Man & The Echo

    Ist Frau Eichler aus dem Haus, tanzt Herr Martinsen auf dem Tisch. So lautet ein altes Sprichwort. Deswegen ist Herr Martinsen in Episode 313 endgültig komplett musikalisch unterwegs, also fast jedenfalls. Er hat in die ‚KiWi Musikbibliothek‘ reingelesen, hörte ‚When I have Fears‘ von The Murder Capital, ‚Days of the Bagnold Summer‘ von Belle and Sebastian und ‚Men of the Moment‘ von Man & The Echo

    Gelesen

    KiWi Musikbibliothek

    Mit vier Titeln zum Auftakt beginnt der KiWi-Verlag eine neue Reihe zum Thema Musik. Bekannte Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstler, Musikerinnen und Musiker schreiben über ihre Lieblingsband oder ihre liebsten Sängerinnen und Sänger: radikal subjektive Liebeserklärungen auf knapp 100 Seiten.
    Den Auftakt machen Thees Uhlmann über Die Toten Hosen, Sophie Passmann über Frank Ocean, Anja Rützel über Take That und Tino Hanekamp über Nick Cave. Diesen Büchern folgend sind vier bis sechs weitere Titel pro Jahr geplant.

    Und wenn es um Musik geht, da ist Herr Martinsen natürlich sofort dabei, deswegen hat er sich das Ganze angeguckt und in ein paar dieser Werke reingeguckt. Ein schickes kleines Musikzimmer soll es laut Verlag werden. Hört sich gut an. Ob es das auch für Herrn Martinsen ist, das hört ihr in dieser Episode.

    Gehört

    The Murder CapitalWhen I have Fears

    The Murder Capital sind eine irische Post-Punk-Band aus Dublin. Die Band wird gerne mit Bands wie Idles, Slaves, Shame oder der irischen Band Fontaines DC verglichen.

    2019 veröffentlichten The Murder Capital das Debütalbum ‚When I Have Fears‘.

    Die Texte der Band handeln u.a. von ihrer Heimatstadt: „Es fühlt sich einfach so an, als gäbe es jede Menge verdammter Hotels in Dublin, an deren Stelle aber besser neue Wohnungen entstehen hätten können. Überall in der Stadt stehen Kräne.“ Es geht um Obdachlosigkeit, Selbstmord und psychische Probleme. „Wir wollen nur so viel wie möglich über Dinge reden und sicherstellen, dass die Regierung mitbekommt, dass wir mit dem, was ist, nicht zufrieden sind.“

    Sie singen also über die Misstände in Dublin, was auf der einen Seite boomt, aber eben dabei auch viele Menschen einfach zurücklässt. Davon handelt dieses Album. Man fühlt sich des Öfteren an New Model Army erinnert. Der Sänger James McGovern hat eine recht ähnliche Stimme und auch sonst ist der Sound dieser Band ebenjenen recht Nahe.

    Belle and Sebastian – Days of the Bagnold Summer

    Was diese Band macht, wird als Twee-Pop, Baroque-Pop, Jangle-Pop oder einfach Indie- bzw. Folk-Pop beschrieben. Charakteristisch für die Texte des Songwriters Stuart Murdoch sind kleine Geschichten, die Episoden aus dem Leben von Außenseitern im Teenager-Alter erzählen. Von ca. 1996–2001 wurden die Alben größtenteils von der Band selbst produziert und hatten häufig eher nüchterne Arrangements, die in Richtung Folk gingen.

    Erst mit der Veröffentlichung des Albums ‚Dear Catastrophe Waitress‘ aus dem Jahr 2003 holte die Band sich mit Trevor Horn professionelle Hilfe ins Studio. Das Ergebnis war ein Sound, der deutlich polierter und poppiger war als der Sound der Vorgängeralben. Die Band verfolgte diesen Weg weiter und veröffentlichte im Jahre 2006 ‚The Life Pursuit‘, diesmal mit Tony Hoffer als Produzenten.

    Eine Besonderheit von Belle and Sebastian ist, dass seit dem dritten Album ‚The Boy with the Arab Strap‘ anstelle von Stuart Murdoch auch andere Bandmitglieder bei einigen Liedern den Gesang übernehmen. Ab dem Album ‚Girls in Peacetime Want to Dance‘ weist stilistisch eine größere Bandbreite auf. Neben den klassischeren Songs gibt es Anleihen von Disco, Klezmer, Soul und Europop zu hören.

    ‚Days of the Bagnold Summer‘ ist der Soundtrack für Simon Birds filmische Adaption von Joff Winterharts gleichnamiger Graphic Novel. Die Band wurde vom Regisseur zu einer Zeit engagiert, als Stuart Murdoch einige der älteren Songs überarbeitete, sodass genau diese Songs den Soundtrack bilden. ‚Get Me Away from Here I’m Dying‘ und ‚I Know Where the Summer Goes‘ wurden für den Film neu aufgenommen, während ‚Safety Valve‘ aus dem Jahr 1993 stammt. Das alles klingt wie aus einem Guss. Die älteren Songs harmonieren mit einer Handvoll neuer Songs, und machen aus diesem Album ein recht homogenes Werk. ‚Days of the Bagnold Summer‘ ist somit ein Soundtrack, der auch als Album funktionieren könnte.

    Man & The Echo – Men of the Moment

    Die Band um die beiden Songwriter Gaz Roberts, der Gitarre spielt und singt und Joe „Fush“ Forshaw, der den Bass spielt, kommt aus der Industriestadt Warrington am River Mersey. Die beiden haben bereits länger miteinander musiziert und gründeten 2013 Man & The Echo.

    Das Quartett besteht außeredm aus Drummer Joey Bennett und Keyboarder Chris Gallagher.
    Gemeinsam mit Paul Wellers langjährigem Weggefährten Jan „Stan“ Kybert nehmen Man & The Echo ihre Debütsingle ‚Honeysucker‘ im Jahr 2015 auf – einen poppigen Ohrwurm gegen Populismus. Musikalisch bewegt sich die Band zwischen Rock, Indie, Soul und New Wave. Laut eigener Aussage wollen sie Musik machen, die „niemals langweilig“ ist.

    ‚Men of the Moment‘ ist das zweite Album der Band. Es wurde von Raf Rundell produziert und ist eine Mixtur aus Indie-Pop mit Dance-Elementen und typisch britischem Humor, Sarkasmus und Ironie.