Archiv: Episoden

  • Daniel Abraham, Kraftwerk, Pose und Hakushu 12

    330 Mal Feuilletöne und immer noch nicht müde. Heute geht es um ‚The Cambist and Lord Iron: A Fairy Tale of Economics‘ von Daniel Abraham, ‚Trans Europa Express‘ von Kraftwerk, um die Serie ‚Pose‘ und um einen 12-jährigen Hakushu.

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    Daniel AbrahamThe Cambist and Lord Iron: A Fairy Tale of Economics (Text) (Audio)

    Daniel James Abraham wurde 1969 geboren. Er ist Schriftsteller, Comicautor, Drehbuchautor und Produzent. Bekannt wurde er als Autor der Fantasy-Serien ‚The Long Price Quartet‘ und ‚The Dagger and the Coin‘ sowie als einer der Autoren der Science-Fiction-Reihe ‚The Expanse‘, die es mittlerweile auch als Serie zu sehen gibt.

    Seine Kurzgeschichten wurden in zahlreichen Publikationen und Anthologien veröffentlicht. Er hat mehrere Preise und Auszeichnungen bekommen.

    ‚The Cambist and Lord Iron: A Fairy Tale of Economics‘ ist eine Novelle aus dem Jahr 2007. Sie wurde ursprünglich in der Anthologie ‚Logorrhea: Good Words Make Good Stories‘ veröffentlicht und 2008 und 2013 erneut veröffentlicht. Außerdem wurde 2009 eine Audioversion über PodCastle zur Verfügung gestellt.

    Es geht in dieser Novelle um Olaf Neddelsohn, der ein Geldwechsler ist und ein ruhiges Leben führt, bis er Lord Iron auffällt, einem brutalen und dekadenten Aristokraten, der ihm unerfüllbare Aufgaben erteilt.

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    KraftwerkTrans Europa Express

    Kraftwerk wurde 1970 in Düsseldorf von Ralf Hütter und Florian Schneider gegründet. Sie gelten als Innovatoren und Pioniere der elektronischen Musik und gehörten zu den ersten Künstlern, die das Genre bekannt machten. Die Band begann in den frühen 70er Jahren als Teil der experimentellen Krautrock-Szene in Westdeutschland, bevor sie sich vollständig mit elektronischen Instrumenten wie Synthesizern, Drum Machines und Vocodern befasste.

    Auf Alben wie ‚Autobahn‘ aus dem Jahr 1974, ‚Radioaktivität‘ aus dem Jahr 1975, ‚Trans Europa Express‘ aus dem Jahr 1977, ‚Die Mensch-Maschine‘ aus dem Jahr 1978 und ‚Computerwelt‘ aus dem Jahr 1981 entwickelteb Kraftwerk einen Stil, wie es ihn bis dahin nicht gegeben hat, der elektronische Musik mit Melodien eingängiger Popmusik verband. Spärliche Arrangements und sich wiederholende Rhythmen, sind ein Mrkenzeichen dieser Musik. Bei Auftritten waren sie meist mit Anzügen und Krawatten zu sehen. Nach der Veröffentlichung von Electric Café aus dem Jahr 1986 verließ Wolfgang Flür die Band. Der langjährige Percussionist Karl Bartos verließ die Band im Jahr 1990. Gründungsmitglied Schneider schied im Jahr 2008 aus.

    Die Arbeit der Band hat eine Vielzahl von Künstlern und Genres beeinflusst, darunter Synth-Pop, Post-Punk, Techno, Electro-Funk, Detroit Techno, Ambient, EBM, Clubmusik und übten entscheidenden Einfluss auf die Anfänge des Hip-Hop aus. 2014 wurde Kraftwerk von der Recording Academy mit einem Grammy Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Die New York Times bezeichnete Kraftwerk 1997 als die ‚Beatles der elektronischen Tanzmusik‘.

    Kraftwerk beeinflusste im Grunde alles und alle die nach ihnen kamen, hervorzuheben sind u.a. David Bowie, Dr. Dre, Siouxsie and the Banshees, Joy Division, The Jesus and Mary Chain, Primal Scream, Björk, Human League, Depeche Mode, Duran Duran, Alphaville, O.M.D., Rammstein, Ultravox, Moby, New Order oder auch Front 242.

    ‚Trans Europa Express‘ ist das sechste Studioalbum von Kraftwerk. Das Album wurde Mitte 1976 in Düsseldorf aufgenommen und im März 1977 auf Kling Klang Records veröffentlicht, dem eigenen Label der Band. Kraftwerk verfeinerte ihren melodisch-elektronischen Stil, auf diesem Album noch einmal, wobei der Schwerpunkt auf Rhythmen mithilfe damals neuartiger Sequencer lag, welche speziell für diese Band gebaut wurden. Der typische Vocoder, der den Gesang verfremdet ist auch auf diesem Album zu hören und ist eines der Markenzeichen der Band. Songs wie ‚Schaufensterpuppen‘ oder ‚Europa Endlos‘ waren stilprägend für spätere Generationen elektronischer Popmusik, Techno, Hip-Hop, Elektropop etc.

    Trans-Europa Express landete in den amerikanischen Charts auf Platz 119. Die LA Times nannte das Album ‚das wichtigste Pop-Album der letzten 40 Jahre‘.

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    Pose – Folge 1

    Die Idee dieser Serie stammt von Ryan Murphy, Brad Falchuk und Steven Canals. Murphy und Falchuk arbeiteten bereits in der Vergangenheit zusammen und schufen u.a. ‚Glee‘ und ‚American Horror Story‘.

    Die Serie, die in den Jahren 1987 und 1988 spielt, behandelt neben der sogenannten Ballroom Culture vor allem das kulturelle Milieu in Lower Manhattan sowie kontrastierend das florierende Imperium Donald Trumps und dessen Umfeld, das von Luxus geprägt ist.

    Laut den Serienmachern ist ‚Pose‘ stark von der Dokumentation ‚Paris Is Burning‘ aus dem Jahr 1990 inspiriert, in der es um die Ballroom Culture und ihre Mitglieder geht.
    Murphy gab außerdem bekannt, dass er alle Einnahmen, die er für die Serie erhält, an LGBT-Organisationen spenden wird.

    Im Sommer 2018 wurde bekanntgegeben, dass die Serie um eine zweite Staffel verlängert wird, die seit dem Sommer des Jahres 2019 zu sehen ist. Kurz darauf wurde bekannt gegeben, dass es auch eine dritte Staffel geben wird.

    Verkostet

    Hakushu 12

    Die Hakushu-Brennerei ist eine japanische Whiskybrennerei. Sie ist im Besitz der Suntory-Gruppe und befindet sich in Hakushū, was mittlerweile ein Teil der Stadt Hokuto ist, inmitten des Waldes an den Hängen des Berges Kaikoma. Die Brennerei wurde 1973 gegründet. Im Jahr 1981 wurde sie durch die Inbetriebnahme einer zweiten Brennerei, ganz in der Nähe des ursprünglichen Standortes erweitert. Die gesamte Produktion konzentriert sich mittlerweile auf den neuen Standort.

    Wie für alle japanischen Whiskys muss man auch für diesen eine stolze Summe hinlegen. Wir besprachen den Malt schon einmal in Episode 213. So um die 140.- € kostet er zum Zeitpunkt dieser Aufnahme mittlerweile, weil er kaum noch zu bekommen ist. Wir erzählen euch in dieser Folge, ob dieser doch sehr hohe Preis in irgendeiner Weise gerechtfertigt ist.

  • Clue Writing, Field Music, Life of Brian und St. Kilian Fass 2

    Moin Alle! Wir sind mal wieder bei Clue Writing gelandet und lesen diesmal ‚Katharsis‘. Außerdem hörten wir ‚Making a new World‘ von Field Music, sahen ‚Life of Brian‘ und verkosteten das 225-Liter-Fass der ‚Signature Edition Two‘ von St. Kilian.

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    Clue WritingKatharsis

    Rahel und Sarah heißen die beiden Menschen hinter der Literaturplattform ‚Clue Writing‘. Seit 2012 veröffentlichen sie dort wöchentlich Kurzgeschichten, die an einem vorher festgelegten Handlungsort (Setting) spielen und vorgegebene Stichworte (Clues) nach klaren Vorgaben vertexten. So kam im Laufe der Zeit ein Textsammelsurium von mehreren hundert Geschichten zusammen! Und das in allen möglichen Genres. Und so behaupten sie mit Fug und Recht, dass auf Clue Writing jedes Leserherz umworben wird. Man findet bei Clue Writing Krimis, Abenteuergeschichten, Komödien, Charakterstudien, Romantik, Science Fiction und Horror. Da dürfte für alle Menschen etwas dabei sein.

    Diesmal geht es um Leuchtturmwächter Axel, der vor ca. zwei Monaten auf eine Nordseeinsel gezogen ist. Sein Biorhythmus gewöhnt sich gerade an die Zeiten eines Leuchtturmwärters. Außerdem frönt er dem Hobby des Baus von Kuckucksuhren. Er beginnt, Abends nach dem Aufstehen die Nachrichten des Tages zu hören, die von einem Serienmörder berichten…

    Die Autorin ist Sarah, das Setting eine Nordseeinsel und die Clues: Kuckuck, Sonnenlicht, Hobeltisch, Browser-Tab, Einfachheit

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    Field MusicMaking a new World

    Field Music ist eine Band aus Sunderland (im County Tyne and Wear in England), die 2004 gegründet wurde. Der Kern der Band besteht aus den Brüdern David Brewis und Peter Brewis. Ab und zu stößt auch der Keyboarder Andrew Moore hinzu. Zu Field Music gehörten zeitweise auch Mitglieder von Maxïmo Park und The Futureheads.

    Field Music darf wohl als eine der wenigen Bands bezeichnet werden, die die Welle der Indie-Gitarren-Bands Mitte der 2000er Jahre überlebten. Ihre Musik ist sehr vielseitig und die Band hat die unterschiedlichsten Vorbilder. So wird die Band mit KünsterInnen und Bands wie z.B. Steely Dan, XTC, Prefab Sprout, Peter Gabriel, Scritti Politti, Talking Heads oder Todd Rundgren verglichen. Außerdem steuerten sie den Soundtrack für die Dokumentation ‚Drifters‘ bei.

    ‚Making a new World‘ ist das siebte Album der Band. Das Album handelt samt und sonders von den Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs und ist damit ein Konzeptalbum. Die Songs sind aus einem Projekt hervorgegangen, in dessen Rahmen Field Music sie für das Imperial War Museum (IWM) komponiert hatte.

    Die Band hatte ursprünglich überlegt, vorwiegend instrumentale Stücke zu schaffen, aber die Beschäftigung mit dem Thema erster Weltkrieg hat sie schließlich doch dazu bewogen, Songs mit Texten zu schreiben, die jeweils eine Geschichte erzählen. David Brewis beschrieb die Songs als einen Versuch „die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges zu beschreiben“. Die Songs, die die Band für das Projekt schrieb, waren erstmals am 24. Januar 2019 im Imperial War Museum in Salford und am 31. Januar 2019 in London zu hören.

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    Monty PythonLife of Brian

    Terence Graham Parry „Terry“ Jones starb am 21. Januar 2020, zu diesem Anlass haben wir unser heutiges Programm für „Gesehen“ kurzfristig angepasst.

    Terry Jones wurde 1942 in Colwyn Bay in Wales geboren. Er war Mitglied der Comedygruppe Monty Python und außerdem Schauspieler, Schriftsteller, Komiker, Drehbuchautor, Filmregisseur und Historiker.

    Terry Jones war maßgeblich für die innovative, surreale Struktur des Programms von Monty Python verantwortlich. Er gab sein Regiedebüt bereits mit dem ersten Film des Teams, ‚Monty Python and the Holy Grail‘ (dt.: Ritter der Kokosnuss) sowie mit den nachfolgenden Filmen ‚Life of Brian‘ (dt.: Das Leben des Brian) und ‚The Meaning of Life‘ (dt.: Der Sinn des Lebens).

    Außerdem war Terry Jones ein angesehener Historiker, der sich besonders auf das Mittelalter konzentrierte und der mehrere Bücher und Fernsehdokumentationen über diese Epoche veröffentlicht hat. Darüber hinaus war er auch noch Kinderbuchautor.

    Im September 2016 wurde bei Jones eine seltene Form von Demenzerkrankung diagnostiziert. Als Folge litt er an einer primär-progressiven Aphasie (PPA), die seine Kommunikationsfähigkeiten einschränkte. Infolge dieser Krankheit starb Terry Jones im Januar dieses Jahres.

    ‚Monty Pythons Life of Brian‘, meist aber einfach nur ‚Life of Brian‘ genannt, ist eine britische Komödie aus dem Jahr 1979, in der die Comedy-Gruppe Monty Python, bestehend aus Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin die Hauptrolle spielt. Terry Jones schrieb das Drehbuch und führte Regie. Der Film erzählt die Geschichte von Brian Cohen – gespielt von Graham Chapman – einem jungen jüdischen Mann, der am selben Tag wie Jesus geboren wird und anschließend aufgrund von einigen Missverständnissen für den Messias gehalten wird.

    Interessant ist, dass, nachdem EMI Films wenige Tage vor Produktionsbeginn die Finanzierung zurückgezogen hatte, der langjährige Monty-Python-Fan George Harrison die Finanzierung des Filmes übernahm.

    Der Film enthält religiöse Satire, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung umstritten war. Es gab Anklagen wegen Gotteslästerung und Proteste einiger religiöser Gruppen. Neununddreißig lokale Behörden im Vereinigten Königreich verhängten entweder ein völliges Verbot oder sorgten dafür, dass der Film erst ‚Ab 18‘ gesehen werden durfte. Einige Länder wie Irland und Norwegen haben die Vorführung des Filmes ganz verboten. Einige dieser Verbote dauerten noch Jahrzehnte nach Veröffentlichung an. Die Filmemacher nutzten diesen Umstand für ihre Marketingkampagne. Plakate in Schweden lauteten z. B.: „So lustig, dass es in Norwegen verboten ist!“

    Der Film wurde ein Erfolg für Monty Python und trug nicht unwesentlich zu deren Popularität bei. Der Film wurde und wird von mehreren Magazinen, Radiosendern, Fernsehsendern und Webportalen als ‚bester Comedy-Film aller Zeiten‘ ausgezeichnet.

    Verkostet

    St. Kilian – 225 L Amarone-Fass

    Die St. Kilian Distillers ist eine Whisky-Brennerei in Rüdenau – das ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg, südlich der Stadt Aschaffenburg – die 2012 von Andreas Thümmler gegründet wurde. Der Name basiert auf dem iro-schottischen Missionsbischof St. Kilian, der im Auftrag des Papstes in Rom in das Frankenland nach Würzburg gesandt wurde, um die Heiden dort zu christianisieren. Es wird vermutet, dass er auf seinen Reisen in die arabische Region das Pot-Still-Verfahren kennenlernte. Die Brennerei befindet sich in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Textilfärberei.

    Gebrannt wird im Pot-Still-Verfahren nach schottischem Vorbild mit den charakteristischen Kupferbrennblasen der Firma Forsyths.
    Am St. Patricks Day 2016 wurde die erste Abfüllung vorgenommen in Ex-American Bourbon-Fässern mit 30 Litern Inhalt. Die ersten 760 Flaschen St. Kilian German Single Malt Whisky werden nach 3 Jahren Reifeprozesse im Jahr 2019 ausgeliefert. 760 Flaschen deswegen, weil es zu diesem Zeitpunkt in Rüdenau 760 Einwohner gab.

    Laut einem Bericht in der Zeitschrift Capital ist St. Kilian Distillers die größte Whisky-Destille in Kontinentaleuropa. Master Distiller ist Mario Rudolf.

    In unserer ersten Verkostung dieser Serie, die am Ende aus vier Teilen bestehen wird, schauen wir uns das erste der drei Fässer an, die für die ‚Signature Edition Two‘ verwendet werden. Am Ende werden wir diesen dann natürlich auch verkosten. Wir beschäftigen uns diesmal mit dem 225 L Fass, in dem ursprünglich mal ein italienischer Süßwein namens Amarone lagerte, der einen Anteil von 36% des ‚Signature Edition Two‘ ausmacht.

  • Van der Graaf Generator, Charité und Nikka from the Barrel

    Zum 328. Mal sind wir kulturell für euch unterwegs, und wir hörten ‚Do not Disturb‘ von Van der Graaf Generator, sahen die erste Folge der Serie ‚Charité‘ und verkosteten den Nikka from the Barrel.

    Gehört

    Van der Graaf GeneratorDo not Disturb

    Van der Graaf Generator ist eine englische Progressive-Rock-Band, die 1967 in Manchester vom Singer-Songwritern Peter Hammill und Chris Judge Smith gegründet wurde. Sie war die erste Band des Labels ‚Charisma Records‘, bei dem wenig später auch Genesis ihre Alben veröffentlichten. Sie hatten nie großen kommerziellen Erfolg, wurden jedoch in den 70er Jahren in Italien recht populär. Die Band besteht immer noch. Die aktuelle und langjährigen Besetzung besteht außer aus dem Gründungsmitglied Peter Hammill auch noch aus dem Organisten Hugh Banton und dem Schlagzeuger Guy Evans – beide sind seit 1968 in der Band.

    Die Mitglieder der Band lernten sich in der Universität in Manchester kennen. In frühen Jahren kam es zu mehreren Umbesetzungen. Das erste Album ‚The Least We Can Do Is Wave to Each‘ wurde 1970 veröffentlicht und war das einzige Album, das es in die Charts schaffte. Das zweite Album ‚H to He, Who Am the Only‘ wurde ebenfalls im Jahre 1970 in der klassischen Besetzung von Hammill, Banton, Evans und dem Saxophonisten David Jackson veröffentlicht. Mit dem Album ‚Pawn Hearts‘ aus dem Jahr 1971 erzielte das Quartett einen verhältnismäßig großen Erfolg in Italien. Nach mehreren anstrengenden Tourneen trennte sich die Band im Jahr 1972. 1975 kam man wieder zusammen und tourte durch Italien. 1978 erfolgte dann die erneute Trennung. Nach vielen Jahren kam es schließlich bei einem Auftritt in der Royal Festival Hall und einer kurzen Tournee im Jahr 2005 zu einer Reunion. Seitdem ist die Band als Trio weiterhin aktiv, nimmt Alben auf und tourt regelmäßig.

    Die Alben dieser Band waren in der Regel sowohl textlich als auch musikalisch wesentlich dunkler als die viele ihrer Progressive-Rock-Kollegen – eine Eigenschaft, die sie mit King Crimson teilten, deren Gitarrist Robert Fripp auf zwei ihrer Alben dann auch als Gastmusiker zu hören ist. Gitarrensoli waren eher die Ausnahme als die Regel. Vielmehr dominiert Hugh Bantons von der Klassik beeinflusstes Orgelspiel, und bis zu seinem Ausstieg auch das Saxophonspiel von David Jackson. Peter Hammill ist der wichtigste Songwriter der Band, arrangiert werden die Songs dann aber von der gesamten Band. In den Texten die ausnahmslos von Peter Hammill stammen geht es um Themen wie Sterblichkeit, Besessenheit, Abhängigkeit oder Verlust. Seine Stimme war während seiner gesamten Karriere ein markanter Bestandteil der Musik der Band und hat sehr viele nach ihm beeinflusst, u.a. Fish von Marillion, Roger Waters von Pink Floyd oder Peter Gabriel von Genesis. Und obwohl die Band im Allgemeinen bis heute kommerziell komplett erfolglos war und ist, haben sie viele Musiker aus verschiedenen Genres extrem beeinflusst.

    ‚Do Not Disturb‘ ist das dreizehnte Studioalbum der Band. Es wurde 2016 veröffentlicht. Peter Hammill hatte Hugh Banton und Guy Evans Aufnahmen mit neuen Ideen geschickt, die diese dann eine Woche lang bearbeiteten, eine weitere Woche lang aufnahmen und weitere sechs Monate lang im Homestudio produzierten.

    Peter Hammill hat angedeutet, dass dieses das letzte Van-der-Graaf-Album sein könnte. Wenn dem so ist, dann haben die Gewinner des Prog’s Lifetime Achievement Award ein wahrlich würdigen Abschluss Ihrer Karriere veröffentlicht. Sie sind definitiv einer der größten und bedeutensten progressiven Bands. Alles was man von dieser Band kennt, ist auf diesem Album in Hülle und Fülle vorhanden. Handwerklich hervorragende Musik, tolle Texte, phantastische Melodien und eine beeindruckende Atmosphäre. Und die Stimme von Peter Hammill, tja, man mag sie oder man mag sie nicht.

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    Charité – Folge 1

    Die Charité ist eine deutsche Fernsehserie.

    In der ersten Staffel führte Sönke Wortmann Regie und die Grimme-Preis-Preisträgern Dorothee Schön und Sabine Thor-Wiedemann schrieben das Drehbuch. Die erste Staffel der Serie spielt im Jahr 1888 und den folgenden Jahren in der Berliner Charité. Es sind die Jahre die den medizinischen Fortschritt, an dem die Charité maßgeblich beteiligt war, prägten. Die erste Staffel wurde 2017 in der ARD ausgestrahlt und ist seit April 2018 auch bei Netflix zu sehen.

    Die zweite Staffel wurde im Februar 2019 wiederum in der ARD ausgestrahlt. In dieser Staffel hat Anno Saul die Regie geführt, das Drehbuch stammte wiederum von Dorothee Schön und Sabine Thor-Wiedemann. Die zweite Staffel spielt in den Jahren von 1943 bis 1945. Die Besetzung wurde wegen der großen Zeitspanne zwischen den beiden Staffeln mit neuen SchauspielerInnen besetzt. Diese Staffel thematisiert die Arbeit des Chirurgen Ferdinand Sauerbruch. Die dritte Staffel soll während des Baus der Berliner Mauer spielen und die Arbeit von Otto Prokop, Ingeborg Rapoport und Regine Witkowski thematisieren.

    Verkostet

    Nikka from the Barrel

    Yamazaki ist eine Whiskybrennerei von Beam-Suntory in Shimamoto, Präfektur Osaka.
    Dort wird der gleichnamige Single-Malt-Whisky Yamazaki Whisky hergestellt. Der Hauptgrund für die Wahl des Firmensitzes war die herausragende Wasserqualität der Gegend, die minaseno genannt wird. Des Weiteren bringt die Lage am Fuße des Bergs Tennōzan sowie nahe am Zusammenfluss der drei Flüsse Katsura, Kizu und Uji ein besonderes Klima hervor, das vor allem von einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit geprägt ist.

    ‚Nikka From The Barrel‘ ist ein Blended Whisky, also ein Whisky der aus Grain- und Maltwhisky besteht, die in einem Fass vermählt wurden. Der Blend wurde dann in Fassstärke mit 51.4% abgefüllt. Er ist gefärbt und kühlgefiltert.

  • Hanns Dieter Hüsch, Nils Landgren & Jan Lundgren, The Witcher und St. Kilian

    Zum 327. Mal sind wir kulturell unterwegs und wir lasen ‚Bedenkt‘ von Hanns Dieter Hüsch, hörten ‚Kristallen‘ von Nils Landgren & Jan Lundgren, sahen die erste Folger der Serie ‚The Witcher‘ und verkosteten einen Malt aus einem Amarone-Fass, welcher einen Teil des ‚Signature Edition Two‘ von St. Kilian ausmacht.

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    Hanns Dieter Hüsch – Bedenkt (Text)

    Hanns Dieter Hüsch wurde 1925 in Moers geboren. Er war Kabarettist, Schriftsteller, Kinderbuchautor, Schauspieler, Liedermacher, Synchronsprecher und Rundfunkmoderator.
    Mit über 53 Jahren auf deutschsprachigen Kabarettbühnen und 70 eigenen Programmen galt er als einer der produktivsten und erfolgreichsten Vertreter des literarischen Kabaretts im Deutschland des 20. Jahrhunderts. Er war ab 1999 Schirmherr des Kabarettpreises ‚Das Schwarze Schaf‘. Johannes Rau nannte ihn den ‚Poeten unter den Kabarettisten‘.

    Hüsch wuchs im niederrheinischen Moers auf und litt bis zum Alter von 14 Jahren an einer Missbildung seiner Füße und musste sich deswegen mehreren Operationen unterziehen. Er war gezwungen, in unförmigen Filzpantoffeln herumzulaufen, da ihm keine Schuhe passten, und er konnte dadurch kaum mit anderen Kindern spielen.
    Mit 22 Jahren begann Hüsch in Mainz zu studieren. Er selbst sagt, er habe aber nicht studiert, er habe Kabarettstücke geschrieben. 1949 zog er nach Stuttgart, wo er eine Anstellung beim örtlichen Radiosender erhielt. Er arbeitete als Autor, Songwriter und Radiokommentator. 1955 gründete Hanns Dieter Hüsch sein erstes Kabarettensemble ‚Arche Nova‘, das in Süddeutschland und der Schweiz bekannt wurde.

    Ab 1965 veröffentlichte Hüsch Schallplatten mit literarischen Kabarettstücken, Chansons und Gedichten. Er veröffentlichte bis zu seinem Tod mehr als 50 Alben. 1967 schloss er sich der linken deutschen Studentenbewegung an und trat in Berlin und auf Burg Waldeck auf. Aber einige Elemente der Studentenbewegung mochten Hüschs gewaltfreie Haltung nicht. Das belastete ihn sehr. Er war enttäuscht und verletzt und entschloss sich, jahrelang nicht in Deutschland aufzutreten und zog in die Schweiz.

    1972 kehrte er auf die deutschen Kabarettbühnen zurück und wurde mit mehr als 200 Aufführungen pro Jahr einer der produktivsten und erfolgreichsten Vertreter des literarischen Kabaretts in Deutschland. 1988 verließ Hüsch Mainz und zog nach Köln. 1996 erkrankte Hüsch an Lungenkrebs. Bis Ende 2000 tourte er mit seinem Abschiedsprogramm ‚Wir sehen uns wieder‘ in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 2001 beendete ein Schlaganfall seinen Plan, König Lear am Staatstheater Dresden zu spielen. Die durch Schlaganfall und Krebs verursachten Komplikationen führten dazu, dass er das Haus nicht mehr verlassen konnte. Hanns Dieter Hüsch starb 6 Monate nach seinem 80. Geburtstag in Werfen/Windeck im Rhein-Sieg-Kreis.

    Mehr als 3,5 Millionen Menschen haben Hanns Dieter Hüschs Live-Auftritte zwischen den Jahren 1947 und 2000 gesehen. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz und zweimal den Deutschen Kleinkunstpreis. Er erhielt außerdem die Ehrenbürgerschaft von Moers und Mainz, den Kulturpreis Nordrhein-Westfalen, den Kasseler Literaturpreis 1995 und den Kulturpreis Rheinland-Pfalz sowie eine Reihe weiterer Auszeichnungen.

    Die Erstveröffentlichung dieses Gedichts erfolgte ohne Titel und erschien in ’nobis. Mainzer Studentenzeitung‘ in Ausgabe 77 im Jahre 1958.

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    Nils Landgren & Jan Lundgren – Kristallen

    Nils Landgren wurde 1956 in Degerforsin in der Provinz Värmland in Schweden geboren. Er ist Posaunist und Sänger. Er ist auch einer der erfolgreichsten europäischen Jazzmusiker. Seine bekannteste Formation ist die Nils Landgren Funk Unit. Den Spitznamen ‚Mr. Red Horn‘ trägt er wegen seiner roten Posaune.

    Zwischen 1972 und 1978 studierte er klassische Posaune an der Musikhochschule in Karlstad und Arvika in Schweden. Nach einem Treffen mit dem schwedischen Folk-Jazz-Pionier Bengt-Arne Wallin und dem Posaunisten Eje Thelin war Landgren überzeugt von der strengen klassischen Musik zur Improvisation des Jazz wechseln zu müssen und mit der Entwicklung eines eigenen Klangs und eigener Herangehensweise an die Musik zu beginnen.

    Nach seinem Abschluss zog Landgren nach Stockholm, um als professioneller Posaunist zu arbeiten. Nils Landgren hat in vielen Genres gearbeitet: Jazz, Rock, Soul, Hip Hop oder Big Band. Nach eigener Aussage ist er auf mindestens 500 Alben von internationalen Stars wie z. B. ABBA, The Crusaders, Eddie Harris, Bernard Purdie, Wyclef Jean oder Herbie Hancock zu hören.

    1983 nahm er sein Debütalbum als Solokünstler auf. Seinen Durchbruch über Skandinavien hinaus hatte er 1994 beim Jazz Baltica Festival in Salzau.

    Jan Lundgren wurde 1966 in Kristianstad in Schweden geboren. Er ist Pianist des Modern Jazz.

    Er wuchs in Ronneby auf und studierte in Malmö in der Zeit von 1986–1991. Während dieser Zeit spielte er in zahlreichen schwedischen Jazzbands. Im Jahr 1994 erschien sein erstes Album unter eigenem Namen, ‚Conclusion‘. 1995 gründete er sein eigenes Trio. Mit diesem gewann er 1997 den Preis Gyllene Skivan für das Album ‚Swedish Standards‘, auf dem Lundgren alte Kirchenlieder und schwedische Volkslieder bearbeitete.

    Außerdem spielte er mit Musikern wie Benny Golson, Johnny Griffin, Herb Geller, Bill Perkins und Conte Candoli zusammen. 2005 tourte er mit Lee Konitz durch Schweden. 2007 nahm er mit Richard Galliano und Paolo Fresu das Album ‚Mare Nostrum‘ auf und spielte auf dem JazzBaltica-Festival. Im selben Jahr erschien das Album ‚Magnum Mysterium‘, auf dem er Renaissance-Musik neu interpretiert.

    Außerdem arbeitet Lundgren mit Nils Landgren und Magnus Lindgren und mit dem Nordic Vocal Ensemble zusammen. Auch bildet er ein Duo mit dem Pianisten Carsten Dahl.

    Er sieht sich in der Tradition schwedischer Pianisten von Jan Johansson über Bobo Stenson bis hin zu Esbjörn Svensson. Lundgren bezieht Einflüsse der zeitgenössischen und der klassischen Musik sowie der skandinavischen Folk-Tradition in seinen Jazzstil mit ein.

    Dieses Album, ‚Kristallen‘, changiert zwischen schwedischer Folklore und traditionellem Jazz. Nils Landgren und Jan Lundgren sind auf diesem Album in einem sehr intimen Rahmen zu hören: nur die beiden, sonst nichts. Ein Album bei dem es ums Zuhören geht. Sowohl was die beiden Musiker angeht – sie hören einander auf diesem Album sehr genau zu – als auch was die ZuhörerInnen angeht. Denn genauer zuhören sollte man schon, wie das beim Jazz des Öfteren eben so ist. Temporeiches sucht man auf diesem Album vergebens. Es scheint, als spielten die beiden völlig entspannt und ohne Druck. So als träfen sie sich im Wohnzimmer, um zu spielen.

    Das Repertoire dieses Albums reicht vom reichen Fundus schwedischer Volksmusik, aus dem sie beide schöpfen können, über amerikanische Jazz-Literatur bis hin zu den Beatles. Außerdem hat Jan Lundgren auch ein paar eigene Kompositionen zu diesem Album beigetragen. Es ist voller Wärme und voller Wohlklang.

    Jazz, der nicht anstrengt, geht das überhaupt? Das gilt es in dieser Episode der Feuilletöne herauszufinden.

    Gesehen

    The Witcher – Folge 1

    The Witcher ist eine US-amerikanisch-polnische-Fantasyserie von Lauren Schmidt Hissrich. Es basiert auf der gleichnamigen Buchreihe des polnischen Schriftstellers Andrzej Sapkowski. Die erste Staffel mit acht Folgen wurde im Dezember des Jahres 2019 bei Netflix veröffentlicht. Noch bevor die Ausstrahlung der ersten Staffel begonnen hatte, wurde eine zweite Staffel mit acht Folgen für 2021 angekündigt. Mit den Dreharbeiten soll bereits Anfang 2020 in London begonnen werden.

    The Witcher spielt in einer fiktiven, mehr oder weniger mittelalterlichen Welt in einem Land, das nur ‚Kontinent‘ genannt wird. Es handelt sich um die Geschichte des einsamen Geralt von Rivia – gespielt von Henry Cavill – der Zauberin Yennefer von Vengerberg – gespielt von Anya Chalotra – und der Prinzessin Ciri – gespielt von Freya Allan. Die erste Staffel basiert auf dem Band ‚The Last Wish‘ sowie Teilen von ‚Sword of Destiny‘; Sammlungen von Kurzgeschichten, die der Hauptsaga von Witcher vorausgehen. Es handelt von Ereignissen, die die drei Hauptfiguren vor ihren ersten Begegnungen geprägt haben. Wir haben uns die erste Folge dieser Serie angeguckt.

    Verkostet

    St. Kilian – 50 L Amarone-Fass

    Die St. Kilian Distillers ist eine Whisky-Brennerei in Rüdenau – das ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg, südlich der Stadt Aschaffenburg – die 2012 von Andreas Thümmler gegründet wurde. Der Name basiert auf dem iro-schottischen Missionsbischof St. Kilian, der im Auftrag des Papstes in Rom in das Frankenland nach Würzburg gesandt wurde, um die Heiden dort zu christianisieren. Es wird vermutet, dass er auf seinen Reisen in die arabische Region das Pot-Still-Verfahren kennenlernte. Die Brennerei befindet sich in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Textilfärberei.

    Gebrannt wird im Pot-Still-Verfahren nach schottischem Vorbild mit den charakteristischen Kupferbrennblasen der Firma Forsyths.
    Am St. Patricks Day 2016 wurde die erste Abfüllung vorgenommen in Ex-American Bourbon-Fässern mit 30 Litern Inhalt. Die ersten 760 Flaschen St. Kilian German Single Malt Whisky werden nach 3 Jahren Reifeprozesse im Jahr 2019 ausgeliefert. 760 Flaschen deswegen, weil es zu diesem Zeitpunkt in Rüdenau 760 Einwohner gab.

    Laut einem Bericht in der Zeitschrift Capital ist St. Kilian Distillers die größte Whisky-Destille in Kontinentaleuropa. Master Distiller ist Mario Rudolf.

    In unserer ersten Verkostung dieser Serie, die am Ende aus vier Teilen bestehen wird, schauen wir uns das erste der drei Fässer an, die für die ‚Signature Edition Two‘ verwendet werden. Am Ende werden wir diesen dann natürlich auch verkosten. Wir starten mit einem 50-Liter-Fass, in dem ursprünglich ein italienischer Süßwein namens Amarone lagerte. Dieser macht später einen Anteil von 3% des ‚Signature Edition Two‘ aus.

  • Oscar Wilde, Eric Dolphy, Derry Girls und Laphroaig 10

    2020! Episode 326! Wir sind wieder hier, in unser’m Revier! Na ja, oder so ähnlich. Alles ist, wie es (fast) immer war. Alles ist wieder normal, und zwar in jeder Hinsicht. Also im Rahmen unserer Möglichkeiten. Wir lasen ‚The Canterville Ghost‘ von Oscar Wilde, hörten ‚Out to Lunch!‘ von Eric Dolphy, sahen die zweite Staffel der Derry Girls und verkosteten den 10-jährigen Laphroaig.

    Gelesen

    Oscar WildeThe Canterville Ghost (Text auf englisch) (Text auf deutsch)

    Oscar Fingal O’Flahertie Wills Wilde wurde 1854 in Dublin geboren. Als Lyriker, Romanautor, Dramatiker und Kritiker wurde er zu einem der bekanntesten und gleichzeitig umstrittensten Schriftsteller im viktorianischen Großbritannien. Aus seiner Ehe mit Constance Lloyd gingen zwei Söhne hervor. Wegen homosexueller ‚Unzucht‘ wurde er zu zwei Jahren Zuchthaus mit harter Zwangsarbeit verurteilt, diese ruinierten seine Gesundheit nachhaltig. Nach seiner Entlassung lebte er verarmt in Paris, wo er im Jahre 1900 im Alter von 46 Jahren starb.

    Die Erzählung ‚The Canterville Ghost‘ erschien 1887 in der Londoner Zeitschrift ‚The Court and Society Review‘ – sie war das erste erzählerische Werk von Oscar Wilde. Als Gesellschaftssatire beginnend, führt der Autor die Erzählung im Stil einer Burleske weiter, um sie romantisch-sentimental ausklingen zu lassen. Wilde selbst bezeichnete die Erzählung als „hylo-idealistische romantische Erzählung“.

    Damit aber auch kurz zur Handlung: Der amerikanische Botschafter Hiram B. Otis zieht mit seiner Familie in das Schloss Canterville ein, das er trotz der Warnungen vor einem Gespenst gekauft hat. Bei dem Gespenst handelt es sich um einen Vorfahren der Cantervilles, der vor etwa 300 Jahren seine Frau umgebracht hatte. Dieses Familiengespenst soll für zahlreiche Nervenzusammenbrüche oder Todesfälle früherer Besitzer verantwortlich sein.

    Die Erzählung beinhaltet eine ambivalente Gesellschaftskritik. Einerseits wird der damalige amerikanische Zeitgeist der ‚Neuen Welt‘, und der damit einhergehende bedingungslose Materialismus und die Domestizierung alles Übernatürlichen satirisch dargestellt. Andererseits wird der im 19. Jahrhundert in England vorherrschende romantische Glaube an das Übernatürliche persifliert, indem die Engländer der ‚Alten Welt‘ eine parodistisch überzogene Angst vor dem Gespenst an den Tag legen.

    Gehört

    Eric DolphyOut to Lunch!

    Eric Allan Dolphy, Jr. wurde 1928 in Los Angeles geboren. Er war Altsaxophonist, Bassklarinettist und Flötist. Er spielte aber auch Klarinette und Piccoloflöte. Sein Einsatz der Bassklarinette trug dazu bei das Instrument im Jazz zu etablieren. Dolphy erweiterte die Möglichkeiten des Altsaxophons und gehörte zu den ersten bedeutenden Solisten der Querflöte im Jazz.

    Sein Improvisationsstil zeichnete sich durch die Verwendung großer Intervalle aus und durch die Verwendung einer Reihe erweiterter Techniken. Er machte das um die Klänge menschlicher Stimmen und Tiere zu imitieren. Obwohl Dolphys Werk manchmal als Free Jazz eingestuft wird, wurzelten seine Kompositionen und Soli oft in konventioneller (wenn auch stark abstrahierter) tonaler Bebop-Harmonie und melodischen Linien, die auf die Einflüsse moderner klassischer Komponisten wie Béla Bartók und Igor Strawinsky schließen lassen.

    Out to Lunch! ist ein Album aus dem Jahr 1964. Es war seine einzige Aufnahme für das Label Blue Note als Bandleader. Heute gilt dieses Album allgemein als eines der besten Alben in der Geschichte des Labels und als einer der Höhepunkte des Avantgarde-Jazz der 60er Jahre, in Dolphys Œeuvre und des Jazz überhaupt.

    Einige Monate nach der Aufnahme des Albums ging Eric Dolphy auf eine Europatournee mit Charles Mingus. Er starb kurz danach 1964 an einem diabetischen Schock in Berlin.

    Gesehen

    Derry GirlsSeason 2

    Derry Girls ist eine nordirische Coming-of-Age-Serie aus dem Jahr 2018. Erdacht wurde sie von Lisa McGee. Die Serie handelt vom Alltagsleben einer Teenagergruppe während des Nordirlandkonflikts Anfang der 1990er-Jahre. Die erste Staffel ist 2018, die zweite Staffel 2019 ausgestrahlt worden. Channel 4 kündigte außerdem am Abend des zweiten Staffelfinales an, dass die Serie um eine weitere Staffel verlängert werde.

    Die Serie spielt in der nordirischen, katholisch geprägten Stadt Derry. Es geht um den Alltag der Teenager Erin, Erins Cousine Orla sowie deren Freundinnen Clare, Michelle und Michelles britischem Cousin James. Gegen Ende der ersten Staffel stößt noch die aus der Ukraine geflüchtete Katya zur Gruppe. Es ist die meistgesehene nordirische Serie, die es jemals gab, und wir haben für diese Sendung ihre zweite Staffel angesehen.

    Verkostet

    Laphroaig 10

    Die Brennerei Laphroaig wurde 1815 von den Brüdern Donald & Alex Johnston gegründet. Ursprünglich war sie eine Farm-Destillery für den Eigenbedarf. Der Vater der Gründer errichtete eine der beiden illegalen Brennereien, aus denen später dann Lagavulin wurde. 1923 wurden zwei zusätzliche Brennblasen angeschafft, 1969 zwei weitere. 1974 kam schließlich die letzte hinzu, somit stieg die Anzahl der Brennblasen auf insgesamt sieben.

    Die Brennerei blieb bis 1954 in Familienbesitz. Ian Hunter hinterließ die Brennerei der Sekretärin Bessie Williamson. Diese verkaufte 1967 an Long John Distillers, führte die Destille aber bis sie sich 1972 zur Ruhe setzte weiter. Von nun an wechselte auch Laphroaig die des öfteren die Eigentümer. Seit 2014 gehört Laphroaig zu Beam-Suntory.
    Seit 1994 ist Laphroaig Hoflieferant des Prince of Wales für Single-Malt-Whisky, der den 15-jährigen Laphroaig einst als seinen Lieblingswhisky bezeichnete.

    Die Lagerhäuser liegen direkt am Meer und werden deswegen bei hohem Wellengang vom Wasser umspült. Das, und die regionalen Bedingungen wie z. B. die Küstenlage, die damit einhergehende Seeluft und das torfige Wasser sollen maßgeblich für den Geschmack des Malts verantwortlich sein. Der Torf stammt von destillerieeigenen Feldern und weist einen hohen Moos-Anteil auf. Allerdings stammt nur noch 25% des Malzes aus eigener Produktion, etwa 75 % wird von der Port Ellen-Mälzerei zugekauft. Laphroaig hat einen Rauchanteil von etwa 40 ppm. Die Jahresproduktion liegt bei ca. zwei Millionen Litern.

    Die Core-Range besteht aus dem 10 Jahre alten Laphroaig, abgefüllt mit 40%, um den es in dieser Sendung gehen soll; dem Triple Wood, abgefüllt mit 48%, den wir in Episode 175 verkostet haben; und dem Quarter Cask, ebenfalls abgefüllt mit 48%, den wir in Episode 142 und Episode 303 verkostet haben. Der Malt reift ausschließlich in Bourbonfässern und gilt als der Single Malt der die Maltheads in zwei Lager spaltet, nämlich in die, die ihn mögen, und in die, die diesen Malt komplett ablehnen.

  • Die Besten des Jahres 2019

    Es ist mal wieder so weit. Wir küren die Besten Alben und Bücher des Jahres! Seid gespannt! Und das dürfte gerade bei Frau Eichler diesmal sehr spannend werden, denn sie war ja sehr lange nicht mehr da. Und ja, Frau Eichler ist endlich wieder da! \o/

    Die Bücher des Jahres!

    HörerInnen

    1. Laura Meyer – DestinedWetterleuchten (53%)

    2. Emilia Smechowski – Rückkehr nach Polen (10%)

    3. Sarah Kuttner – Kurt (8%)

    4. Berni Mayer – Ein gemachter Mann (6%)

    4. Gabriele Tergit – Die Effingers (6%)

    5. Ece Temelkuran – Wenn Dein Land nicht mehr Dein land ist oder sieben Wege in die Diktatur (4%)

    Frau Eichler

    1. Yrsa Daley-Ward – Alles was passiert ist (Aufbau-Verlag)

    ‘Alles, was passiert ist’ ist die Geschichte von Yrsa Daley-Ward. Sie erzählt eben alles, was ihr passiert ist. Auch die schrecklichen Dinge. Sie erzählt von ihrer Kindheit im Nordwesten Englands, von ihrer mit dem Leben hadernden Mutter Marcia, von deren Freund Linford, mit dem man mal Spaß, aber noch öfter Ärger hat, und von ihrem kleinen Bruder Roo, der sich in den Sternen am Himmel die ganze Welt ausmalt. Sie erzählt vom Aufwachsen und davon, wie es ist, die eigene Sexualität zu entdecken, von dunklen Stunden voller bunter Pillen und Pülverchen und von Begegnungen mit den falschen Leuten.

    2. Ece Temelkuran – Wenn Dein Land nicht mehr Dein Land ist oder sieben Wege in die Diktatur (Hoffmann und Campe Verlag)

    Das Buch “Wenn Dein Land nicht mehr Dein Land ist” wurde von Michaela Grabinger aus dem Englischen übersetzt. Egal ob Erdoğans Türkei, der Brexit oder Wahlen in den Mitgliedsstaaten der EU, die Rechtspopulisten erfreuen sich neuer Rekordwerte. Der Populismus ist zur globalen Krankheit geworden. Ece Temelkuran fahndet in diesem Buch nach den Ursachen und macht sieben wiederkehrende Schritte aus, zu denen Möchtegern-Diktatoren in aller Welt greifen, um an die Macht zu gelangen. Dieses Buch möchte uns nachdrücklich den Blick schärfen, auf dass wir antidemokratische Tendenzen beizeiten und vor allem rechtzeitig erkennen. Das Buch ist aber auch eine Aufforderung, ins Gespräch zu kommen über das, was notwendig ist, wenn wir weiterhin friedlich zusammenleben wollen. Wir haben das Buch gelesen und sprechen in dieser Episode darüber.

    3. Berni Mayer – Ein gemachter Mann (Dumont)

    Es geht in diesem Roman um Robert Bley. Die Schule ist vorbei, endlich kann Robert weg von zu Hause, weg von der Gärtnerei des Vaters, und das tun, was er schon immer tun wollte. Was auch immer das sein soll. Auf jeden Fall in die Stadt ziehen und studieren, eine eigene Wohnung finden, neue Freunde, eine neue Band – und vor allem: die richtige Freundin, am besten eine Psychologin. Mit Antonia erlebt er seine eigene sexuelle Revolution.

    4. Emilia Smechowski – Rückkehr nach Polen (Hanser Literaturverlage)

    Polen ist das Land, das sie als Kind verließ und in das sie nun zurückkehrt, um dort zu leben, als Bürgerin dieses Landes. Emilia Smechowski porträtiert in diesem Buch ein zerrissenes Polen. Der Riss geht mitten durch die Familien: Er ist präsent, wenn beim Sonntagsessen über Politik gestritten oder geschwiegen wird.

    5. Sarah Kuttner – Kurt (S. Fischer Verlag)

    Lena hat mit ihrem Freund Kurt ein Haus gekauft. Es scheint, als wäre ihre größte Herausforderung, sich an die neuen Familienverhältnisse zu gewöhnen, daran, dass Brandenburg nun Zuhause sein soll. Doch als der kleine Kurt bei einem Sturz stirbt, bleiben drei Erwachsene zurück, deren Zentrum in Trauer implodiert. 

    Herr Martinsen

    1. Gabriele Tergit – Effingers (Schöffling und Co)

    Es handelt sich bei ‘Die Effingers’ um einen Familienroman – eine Chronik der Familie Effinger über vier Generationen hinweg. Außer dass sie Juden sind, unterscheidet sich ihr Leben in nichts von dem anderer gebildeter Bürger im Berlin der Jahrhundertwende. Es geht um Glück, Schmerz, Leichtsinn, Erfolg und Scheitern, wie anderswo auch. Ein typisch deutsches Bürgerschicksal in Berlin.

    Als sich dann der Nationalsozialismus breitmacht, wird die Geschichte der Effingers von einer deutschen zu einer jüdischen. Wer wachsam ist, wandert aus.
    Die Geschichte der Familie Effinger beginnt mit einem Brief des 17-jährigen Lehrlings Paul Effinger, und ebenso endet sie mit einem Brief: dem Abschiedsbrief des nunmehr 80-Jährigen kurz vor seiner Deportation in die Vernichtungslager.

    2. Emilia Smechowski – Rückkehr nach Polen (Hanser Literaturverlage)

    Polen ist das Land, das sie als Kind verließ und in das sie nun zurückkehrt, um dort zu leben, als Bürgerin dieses Landes. Emilia Smechowski porträtiert in diesem Buch ein zerrissenes Polen. Der Riss geht mitten durch die Familien: Er ist präsent, wenn beim Sonntagsessen über Politik gestritten oder geschwiegen wird.

    3. Sarah Kuttner – Kurt (S. Fischer Verlag)

    Lena hat mit ihrem Freund Kurt ein Haus gekauft. Es scheint, als wäre ihre größte Herausforderung, sich an die neuen Familienverhältnisse zu gewöhnen, daran, dass Brandenburg nun Zuhause sein soll. Doch als der kleine Kurt bei einem Sturz stirbt, bleiben drei Erwachsene zurück, deren Zentrum in Trauer implodiert.

    4. Berni Mayer – Ein gemachter Mann (Dumont)

    Es geht in diesem Roman um Robert Bley. Die Schule ist vorbei, endlich kann Robert weg von zu Hause, weg von der Gärtnerei des Vaters, und das tun, was er schon immer tun wollte. Was auch immer das sein soll. Auf jeden Fall in die Stadt ziehen und studieren, eine eigene Wohnung finden, neue Freunde, eine neue Band – und vor allem: die richtige Freundin, am besten eine Psychologin. Mit Antonia erlebt er seine eigene sexuelle Revolution.

    5. Maxim Leo – Wo wir zu Hause sind (Kiepenheuer & Witsch)

    Es geht in diesem Buch um die Geschichte einer jüdischen Familie, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde zerstreut wurde, und deren Kinder und Enkel nach Berlin zurückfinden, in die Heimat ihrer Vorfahren Irmgard und Hans – zwei Berliner Jura-Studenten – die 1934 nach Israel auswanderten und in einem Kibbuz unweit der Golanhöhen ihre Kinder großzogen.

    Die Alben des Jahres!

    HörerInnen

    1. Leonard CohenThanks for the Dance (14%)

    2. ToolFear Inoculum (12%)

    3. Nick Cave & the Bad SeedsGhosteen (7%)

    3. Richard Dawson – 2020 (7%)

    3. Amanda PalmerThere will be no Intermission (7%)

    3. Sunn O))) – Life Metal und Pyroclasts (7%)

    Frau Eichler

    1. The Pirate Ship Quintet – Emitter

    ‘Emitter’ ist das dritte Album des britischen Instrumentalensembles The Pirate Ship Quintet. Das Album hat die Band selbst aufgenommen und abgemischt, weil sie die vollständige Kontrolle über Richtung und Nuance der Platte haben wollten. Gemastert hat es in den USA der renommierte Musiker und Produzent James Plotkin, der schon mit Sunn O))) zusammengearbeitet hat.

    Das Album enthält eine Reihe von Gastmusikern, darunter die klassische Komponistin Emily Hall, die die Stimmen des Chores zu den Songs ‘Companion’ und ‘Wreath’ arrangiert hat. Einige Gesangsparts kommen von den SängerInnen Blythe Pepino und der Singer-Songwriterin Emily Barker.
    Auf dem Titeltrack ‘Emitter’ ist der Jazzsaxophonist Andrew Hayes zu hören. Sandy Barta, welche Cellistin des London Symphony Orchestra und des BBC National Orchestra of Wales ist, spielt auch in einigen Songs dieses Albums.

    2. Amanda PalmerThere will be no Intermission

    Dieses Album vereint Songs, die in den letzten sechs Jahren für Patreon geschrieben wurden, aber auch neue Songs und spiegelt die Zeiten wider, in denen wir leben. Es ist ein offenes und ehrliches Album, auf dem sich Palmer gegen alles was in der Welt vorgeht und gegen alles was in dieser Welt lebt stellt. Produziert wurde es von John Congleton. Die 10 Tracks des Albums werden außerdem mit kurzen Instrumentals von Jherek Bischoff angereichert. ‘There will be no Intermission’ ist ein Album, das mal wieder in Gänze gehört werden muss. Amanda Palmer ist eine Künstlerin, die sich dafür engagiert, das zu tun zu können, was sie auf dieser Erde am liebsten tut. Und das hört man mal wieder.

    3. Sunn O)))Live Metal

    ‘Life Metal’ ist das achte Studioalbum Band. Das Album wurde von Steve Albini aufgenommen und abgemischt, der auch schon mit Bands wie Nirvana, Neurosis oder Godspeed You! Black Emperor zusammenarbeitete. Das komplette Album wurde komplett mit analogen Bandmaschinen aufgenommen. Der Titel ‘Life Metal’ ist ein humoristischer Titel, der den Unterschied von ihnen zum Death Metal humorvoll aufzeigen soll, und überhaupt den Unterschied zu allem anderen, was nicht in irgendeiner Form düster und finster ist. Neben Greg Anderson und Stephen O’Malley sind auf dem Album diesmal Tos Nieuwenhuizen, Tim Midyett, Hildur Guðnadóttir und Anthony Pateras als GastmusikerInnen zu hören.

    4. Leonard CohenThanks for the Dance

    ‘Thanks for the Dance’ ist ebenfalls das fünfzehnte Studioalbum eines Künstlers, in diesem Falle das des kanadischen Singer-Songwriters Leonard Cohen, das am 22. November 2019 erschien. Es ist die erste Veröffentlichung nach Cohens Tod im November 2016. Das Album gilt als Fortsetzung von ‘You Want It Darker’ aus dem Jahr 2016. Die Vocal-Tracks des Albums wurden während eben dieser Sessions aufgenommen.

    Cohens Sohn Adam Cohen stellte das Album in Nähe des alten Hauses seines Vaters fertig. In Bezug auf die Tracks bemerkte Adam Cohen: “Hätten wir mehr Zeit gehabt, es wäre ein weiteres Leonard Cohen-Album zu seinen Lebzeiten geworden. Wir führten bereits Gespräche darüber, welche Instrumentierung er wollte und welche Gefühle er auf dem Album vermittlen wollte. Leider musste ich das Album nun ohne ihn fertigstellen”

    5. TOOLFear Inoculum

    Das Album besteht aus zehn Songs und ist mit einer Laufzeit von knapp 80 Minuten mal wieder eines der längeren. Die digitale Version des Albums enthält drei Intermezzi, die aus Danny Careys ursprünglichem Plan übrig blieben, das Album ursprünglich nur aus einem einzigen langen Stück bestehen zu lassen. ‘The Concept of Seven’ ist sowohl musikalisch als auch konzeptionell ein wiederkehrendes Thema auf diesem Album. Justin Chancellor und Adam Jones schrieben die Gitarrenriffs in ungewöhnlichen Taktarten, die sich auf die Nummer Sieben beziehen, während James Keenan lyrische Ideen einbrachte, die sich auf ebendiese Zahl Sieben beziehen. Das Album beschäftigt sich aber auch mit dem Konzept des ‘Älter- und Weiserwerdens’. Der Sänger erklärte, dass das Album davon handele, “zu erfassen wo wir gerade sind, zu erkennen woher wir gekommen sind und was wir durchgemacht haben”. Keenan sagte ebenfalls, dass Geduld und mehrfaches Zuhören erforderlich seien, um das Album zu verstehen. Er verglich es mit einem sich langsam entwickelnden Film.

    Herr Martinsen

    1. Klone – Le Grand Voyage

    Klone gehen hier den Weg, den sie mit ‚Here comes the Sun‘ davor beschritten haben, konsequent weiter. Es ist das siebte Album der Band. Und diese Musik ist was ganz eigenes. Atmosphärische Postrock-Klänge, verzerrte Gitarren, unfassbar schöne Melodien und Melancholie noch und nöcher.

    Und dann ist da noch Yann Ligner, der einem wahrscheinlich auch das Telefonbuch vorlesen könnte, und man würde es immer noch hören. Selbst Saxophon- und Synthie-Parts sind auf diesem Album zu finden.Es ist eine Mischung aus Marillion, Opeth und irgendwas eigenem, das es noch zu ergründen gilt. Alternative-Rock-Pop-Progressive-Postrock-Metal eben.

    2. Leonard CohenThanks for the Dance

    ‘Thanks for the Dance’ ist ebenfalls das fünfzehnte Studioalbum eines Künstlers, in diesem Falle das des kanadischen Singer-Songwriters Leonard Cohen, das am 22. November 2019 erschien. Es ist die erste Veröffentlichung nach Cohens Tod im November 2016. Das Album gilt als Fortsetzung von ‘You Want It Darker’ aus dem Jahr 2016. Die Vocal-Tracks des Albums wurden während eben dieser Sessions aufgenommen.

    Cohens Sohn Adam Cohen stellte das Album in Nähe des alten Hauses seines Vaters fertig. In Bezug auf die Tracks bemerkte Adam Cohen: “Hätten wir mehr Zeit gehabt, es wäre ein weiteres Leonard Cohen-Album zu seinen Lebzeiten geworden. Wir führten bereits Gespräche darüber, welche Instrumentierung er wollte und welche Gefühle er auf dem Album vermittlen wollte. Leider musste ich das Album nun ohne ihn fertigstellen”

    3. ElbowGiants of all Sizes

    ‘Giants of All Sizes’ ist das achte Studioalbum der Band und wurde am 11. Oktober 2019 veröffentlicht. Das Album hat einen düstereren Ton als frühere Elbow-Alben. Die Texte von Sänger Guy Garvey nehmen auf diesem Album u.a. Bezug auf den Brexit und den Tod seines Vaters und zweier enger Freunde.

    Garvey gab an, dass diese Todesfälle die Band stark beeinflussten und so dieses Album an einen “dunkleren Ort” führten. Garvey gab aber auch an, dass das Album trotz des gedämpften Tons versucht, Trost in persönlichen Beziehungen zu finden. ‘Giants of All Sizes’ ist das dritte Studioalbum der Band in Folge, das den ersten Platz in den Charts einnehmen konnte.

    4. The Flaming LipsKing’s Mouth

    ‘King’s Mouth’ ist das fünfzehnte Studioalbum einer Band, nämlich das der The Flaming Lips. Es wurde am Record Store Day, also am 13. April 2019 als limitierte Auflage von 4.000 goldfarbenen Schallplatten veröffentlicht. Die offizielle Version wurde dann sechs Tage später veröffentlicht.

    Bei ‘King’s Mouth’ handelt es sich mal wieder um ein Konzeptalbum, das als Soundtrack zu einer gleichnamigen Kunstausstellung von Sänger Wayne Coyne konzipiert wurde, diese wurde aber bereits 2017 eröffnet. Auf dem Album ist der Gitarrist von The Clash Mick Jones zu hören, der gleichzeitig Erzähler auf diesem Album ist. Das Album erzählt die Geschichte vom Leben und Tod eines Riesenkönigs, der die Menschen in seiner Stadt rettet. Jeder Track ist ein Kapitel dieser im wahrsten Sinne des Wortes fantastischen Geschichte.

    5. Niels Frevert – Putzlicht

    Und nun also ‘Putzlicht’, das siebte Album. Veröffentlicht wurde es wie das Album zuvor bei Grönland Records, also beim Label des Sängers Herbert Grönemeyer.