Episoden

  • Paul McCartney, Grandson, Bohuslav Martinů und Glendronach 15

    Es ist 2021 und wir sind mal wieder ein bisschen anders als noch im letzten Jahr. Wir hören und genießen einfach nur noch. Und wir starten in’s Jahr mit ‚Paul McCartney III‘ von Paul McCartney, ‚Death of an Optimist‘ von Grandson und den zwei Violinkonzerten von Bohuslav Martinů, gespielt von Franz Peter Zimmermann und den Bamberger Symphonikern unter der Leitung von Jakub Hrůša.

    In der UKW-Sendung gespielte Titel

    Wilco – Radio Cure

    Paul McCartney – Big deep Feeling

    Grandson – Identity

    Jakub Hrůša/Franz Peter Zimmermann/Bamberger Symphoniker – Bohuslav Martinů – Voininkonzert Nr. 2 – I. Andante – Poco Allegro

    Paul McCartney – McCartney III

    James Paul McCartney wurde 1942 in Liverpool geboren. Zusammen mit John Lennon gründete er 1959 die Band ‘The Beatles’. Zusammen schrieben sie für diese Band erste Songs, und als dann 1960 George Harrison zu Band stieß, hatten sie noch im selben Jahr erste öffentliche Auftritte im Hamburger Starclub. 1962 wurde Ringo Starr Schlagzeuger der Band, der Rest ist schlicht Geschichte! 1970 verkündete Paul McCartney die Auflösung der Band. Er veröffentlichte zunächst ein Soloalbum, was schlicht ‘McCartney’ hieß und gründete 1972 gemeinsam mit Ehefrau Linda McCartney die Band ‘Wings’. In den achtziger Jahren entstanden ‘Say Say Say’ und ‘This Girl Is Mine’ im Duett mit Michael Jackson und die Alben ‘Pipes Of Peace’ und ‘Flowers In The Dirt’. 1997 wurde er von der Englischen Königin in den Ritterstand erhoben.

    Und jetzt gibt es mal wieder ein neues Album, es ist das 19. Soloalbum von Sir Paul McCartney! ‚McCartney III‘ erschien am 18. Dezember 2020, also zu spät um noch bei uns in die Wertung zu kommen. Das Album soll die Fortsetzung seiner Soloalben ‚McCartney‘ aus dem Jahr 1970 und ‚McCartney II‘ aus dem Jahr 1980 sein. Und wie bei den gerade erwähnten, so hört man auch auf diesem Album Paul McCartney alle Instrumente selber spielen. Es ist das erste Soloalbum von McCartney seit ‚Flowers in the Dirt‘ aus dem Jahr 1989, was den ersten Platz in den UK-Charts erreichte.

    Grandson – Death of an Optimist

    Grandson, ist ein kanadisch-amerikanischer Sänger, Songwriter und Instrumentalist. Er veröffentlichte seine Debüt-EP ‚A Modern Tragedy Vol. 1. 1 im Jahre 2018 und veröffentlichte daraufhin den zweiten Teil ‚A Modern Tragedy Vol. 2‘ 2019. Seine Texte befassen sich mit zeitgemäßen Problemen, die eher weniger Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen.

    2020 veröffentlichte er sein Debütalbum namens ‚Death of an Optimist‘. In einem Interview mit dem NME sagte Grandson, dass ‚Death of an Optimist‘ ein kritischer Blick auf den aktuellen Stand der Dinge und auf das Jahr 2020 im Allgemeinen sei. Grandson: „Es geht sowohl um den Ursprung des Ganzen, als auch um die Folgen. Es geht um Hoffnung, um Angst und um die Möglichkeit optimistisch zu sein im Jahr 2020.“

    Jakub Hrůša/Franz Peter Zimmermann/Bamberger Symphoniker – Bohuslav Martinů – Violinkonzerte I und II + Bartók: Sonate für Violine

    Die Bamberger Symphoniker sind einer der bekanntesten Orchester Deutschlands. Das Orchester wurde 1946 hauptsächlich von Musikern gegründet, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei vertrieben wurden und zuvor Mitglieder der Deutschen Philharmonie in Prag waren. Das Orchester erhielt 1993 den Titel ‚Bayerische Staatsphilharmonie‘. Spielort des Orchesters ist seit 1993 die Konzerthalle Bamberg, die eigens für das Orchester errichtet wurde. Das Orchester erhält finanzielle Unterstützung von der Stadt Bamberg, dem Landkreis Oberfranken und dem Landkreis Bamberg. Joseph Keilberth war der erste Chefdirigent des Orchesters. Weitere Dirigenten waren James Loughran, Horst Stein und Jonathan Nott. Herbert Blomstedt wurde 2006 zum Ehrendirigenten des Orchesters ernannt. Christoph Eschenbach wurde 2016 ebenfalls zum Ehrendirigenten des Orchesters ernannt.

    Im September 2016 wurde Jakub Hrůša der fünfte Chefdirigent der Bamberger Symphoniker. Hrůša studierte zunächst Klavier und Posaune und entwickelte während seiner Studienzeit in Brünn ein Interesse am Dirigieren. Später studierte er Dirigieren an der Akademie der darstellenden Künste in Prag. Von 2005 bis 2015 war Hrůša Chefdirigent der Prager Philharmonie. 2005 und 2006 war er Chefdirigent der Bohuslav Martinů Philharmonie. 2015 wurde Hrůša nach nur fünf Auftritten als Gastdirigent zum nächsten Chefdirigenten der Bamberger Symphoniker ernannt, mit einem Vertrag über 4 Spielzeiten. Der Vertrag wurde mittlerweile bis 2026 verlängert.

    Franz Peter Zimmermann ist ein Vilolinist. Er spielte u.a. mit dem Boston Symphony Orchestra, dem National Symphony Orchestra Washington, dem Chicago Symphony Orchestra, den Berliner Philharmoikern, dem Philharmonia Orchestra und dem Bayrischen Radio Sinfonie Orchester. Dirigenten mit denen er u.a. zusammenarbeitete waren u.a. Paavo Berglund, Wolfgang Sawallisch, Bernhard Haitink und Mariss Jansons

    Bohuslav Jan Martinů war ein tschechischer Komponist. Er schrieb 6 Symphonien, 15 Opern, 14 Ballette und eine große Auswahl an Orchester-, Kammer-, Gesangs- und Instrumentalwerken. Nachdem Martinů 1923 die Tschechoslowakei in Richtung Paris verlassen hatte, zog er sich bewusst vom romantischen Stil zurück, in dem er ausgebildet wurde. Er experimentierte nun mit modernen französischen Stilen. Er übernahm aber auch Jazz-Phrasen, zum Beispiel in der ‚Kitchen Revue‘. In den frühen 1930er Jahren fand er seine Hauptquelle für seinen eigenen Kompositionsstil: den Neoklassizismus, den er weit über das hinaus entwickelte, als das, was man bis dato von Komponisten kannte, die z.B. Strawinsky als Vorbild hatten. Er wurde oft mit Prokofiev und Bartók wegen seiner innovativen Einbeziehung tschechischer Volkselemente in die Musik verglichen. Während seines gesamten Schaffens verwendete er böhmische und mährische Volksmelodien.

    Das erste Violinkonzert stammt aus dem Jahr 1933 und wurde in Paris uraufgeführt. Es hat besteht aus den Sätzen I. Allegro Moderato, II. Andante und III. Allegretto. Das zweite Violinkonzert stammt aus dem Jahr 1943 und wurde in New York uraufgeführt. Es hat besteht aus den Sätzen I. Andante – Poco Allegro, II. Andante Moderato und III. Poco Allegro. Beigefügt wurde dem Ganzen noch die Sonate für Violine von Béla Bartók mit den Sätzen I. Tempo di Ciaccona, II. Fuga. Risoluto, non troppo vivo, III. Melodia. Adagio und IV. Presto.

    Glendronach 15

    Die Glendronach-Brennerei ist eine Whiskybrennerei in Aberdeenshire, im Highland Whisky District. Die Brennerei war ursprünglich im Besitz der BenRiach Distillery Company Ltd.

    Die Brennerei wurde 1826 als zweite Brennerei von BenRiach gegründet. Die Glendronach-Brennerei wurde um 1960 von Teachers and Sons Ltd gekauft. 2006 ging die Brennerei dann an Chivas Brothers Ltd, die wiederum ein Teil der Pernod Ricard-Gruppe sind. 2008 wurde Glendronach an die BenRiach Distillery Company verkauft. Glendronach hat eine eigenen Mälzerei, zwei Waschstills sowie zwei Spirit Stills. 2016 wurde die Glendronach Distillery von der Brown-Forman Corporation gekauft, die u.a. Jack Daniels herstellen. Der Deal umfasste außer Glendronach auch die Brennereien BenRiach und Glenglassaugh.

    Es handelt sich hier um den 15-jährigen Glenfronach, der ursprünglich 15 Jahre in Oloroso-Gässern lagern durfte. Eigentlich vom Markt genommen, ist er nun wieder da, allerdings sind zu den Oloroso Fässern, jetzt auch PX-Fässern mit dabei. Er ist nicht gefärbt oder kühlgefiltert und wird mit 46% abgefüllt.

  • Die Besten 2020

    Es ist soweit! Die Hörer:Innen und wir verkünden unsere Alben und Bücher des Jahres! Hurra!

    Bücher des Jahres

    Hörer:Innen

    1. Mara Pfeiffer – Vergiftete Hoffnung (33%)

    2. Cornelia Travnicek – Feenstaub (22%)

    2. Anna Stern – das alles hier, jetzt (22%)

    3. Sigrid Nunez – Der Freund (11%)

    3. Olivia Wenzel – 1000 Serpentinen Angst (11%)

    Frau Eichler

    1. Anna Stern – das alles hier, jetzt (Besprochen in Episode 360)

    “das alles hier, jetzt” ist mein Buch des Jahres geworden, weil es so herrlich mit Form und Sprache zu spielen weiß, sich tatsächlich innovativ anfühlt, und trotzdem eine anrührende und interessante Geschichte von kollektiver Trauer zu erzählen weiß, die noch nicht einmal weit hergeholt ist. Es ist leicht, sich mit der Gruppe der Protagonist:Innen zu identifizieren, trotz der formellen Experimente, und das zeugt wirklich von Anna Sterns Fähigkeiten als Autorin.

    2. Sigrid Nunez – Der Freund (Besprochen in Episode 340)

    “Der Freund” ist ein wunderschönes und ziemlich modernes Buch über Trauer, über Abschied, über gegenseitige Heilung und irgendwie auch über die gleichermaßen lustige wie tiefgründige Beziehung zwischen Mensch und Hund. 

    Ich hatte wirklich viel Spaß beim Lesen, habe aber auch die eine oder andere Träne verdrückt und muss rückblickend sagen, dass ich dieses Buch sehr viel mehr genossen habe, als zuerst gedacht. Sigrid Nunez ist eine ausgesprochen gute Schriftstellerin, die hier ihr handwerkliches Geschick mit viel Herz und Witz in eine anrührende und gleichzeitig unterhaltsame Geschichte verwandelt.

    3. Mara Pfeiffer – Vergiftete Hoffnung (Besprochen in Episode 364)

    Mein Platz 3 ist eine unheimlich gelungene Mischung aus Drama und Krimi, die zwar wieder im Umfeld des Fußball, genauer gesagt des FSV Mainz 05 spielt, aber es erneut, wie schon ihr Vorgänger (“Im Schatten der Arena”) schafft, mich in den Bann zu ziehen und herrlich zu unterhalten. Obwohl ich sowohl Genre als auch Thema und Setting sonst so gut wie nie freiwillig aus dem Bücherregal ziehen würde. Bei Mara Pfeiffer aber beginne ich mir sicher zu werden, dass ich mich auf Qualität verlassen kann und ein Buch bekomme, dass ich in einem Stück weglesen möchte, weil es so lebendig und kurzweilig und trotzdem vielschichtig erzählt.

    Herr Martinsen

    1. Cornelia Travnicek – Feenstaub (Besprochen in Episode 338)

    Ein Buch mit dem ich erst so ein bisschen Anlaufschwierigkeiten hatte, weil es anfänglich den Anschein machte, als handele es sich um einen Fantasyroman. Die ersten 15 – 20 Seiten hatte ich so meine Schwierigkeiten. Einen Canetti-Moment, der mich schon nach den ersten Sätzen dieses Buch zu Ende lesen lassen mag hatte dieses Buch für mich erstmal nicht. Ich legte das Biuch erstmal weg, las es am nächsten Tag weiter und nach der Hälfte des Buches konnte ich es dann nicht mehr weglegen, weil die Geschichte so spannend war. Nach zwei Stunden hatte ich das Buch schlicht durchgelesen. Ein unfassbar starkes Buch, was mich mehrmnals zu Tränen rührte. Es geht in diesem Buch darum, wie wir mit Menschen umgehen. Lesen!

    2. Anna Stern – das alles hier, jetzt (Besprochen in Episode 360)

    Es geht hier um eine Gruppe von Freunden, den Verlust eine geliebten Person, die daraus folgende Ohnmacht und das Überwinden des Ganzen. Es werden zwei Stränge parallel erzählt. Ein Erzählstrang erzählt die Geschichte vor dem Tod der Verstorbenen, der andere den nachdem sie gestorben ist. Auf den letzten Seiten wird die Geschiche dann zu Ende erzählt. Sehr gut gezeichnete Figuren in den Roman. Die Autorin mag die Figuren, von denen der Roman handelt. Eine Art des Erzählens, die sich so noch nicht kannte. Schön.

    3. Mara Pfeiffer – Vergiftete Hoffnung (Besprochen in Episode 364)

    Das Buch macht da weiter wo der erste Roman auffhörte. Auch hier geht es wieder um einen Kriminalfall, der gelöst werden will. Diesmal geht es um den Mainz 05-Profi Finn Ringer, dessen geplantes Coming-out ihr bester Freund im ersten Roman mit dem Leben bezahlen musste. Doch als dieser von Ugonna Okorie erzählt, ist ihre Neugierde geweckt. Und sie stürzt sich wie schon im ersten Roman in die Recherche. Dankbar, den privaten Schwierigkeiten zu entkommen, denn ihr Freund Hans möchte mit ihr zusammenziehen, Sohn Luca eine zweite Katze – und dann fordert der Vater von Luca auch noch das Sorgerecht für ihn. Genau so toll geschrieben wie der erste Roman. In diesem Fall fand ich die private Geschichte, die sich um Jo rankte noch viel spannender als den eigentlichen Fall von dem der Roman handelt. Wiedermal ein Buch, was man Menschen schenken sollte, die bis jetzt noch nicht so gern lesen. Danach fangen sie damit an. Zumidest werden sie schon mal den ersten Roman lesen wollen.

    Alben des Jahres

    Hörer:Innen

    1. Phoebe Bridgers – Punisher (21%)

    2. Fiona Apple – Fetch the Bolt Cutters (14%)

    3. A. A. Williams – Forever Blue (11%)

    4. Katatonia – City Burials (7%)

    4. Travis – 10 Songs (7%)

    4. Deftones – Ohms (7%)

    Frau Eichler

    1. A. A. Williams – Forever Blue (Besprochen in Episode 371)

    Diese einzigartige Verbindung von Post Rock mit geisterhaft-engelsgleichem Gesang, zahlreichen unterschiedlichen Elementen aus klassischer und moderner Musik, Rock, Pop, Indie, einer ebenso vielfältigen Instrumentierung und dieser generell wunderschön melancholischen Stimmung ist einfach umwerfend. Es zeichnet die Düsterheit dieses Jahres genauso gut musikalisch nach, wie es uns gleichzeitig Hoffnung und Wärme spendet.

    Dieses Album war das letzte, das wir in der letzten regulären Sendung dieses Jahres besprochen haben, und es hat in letzter Minute für mich noch alle anderen Alben vom Thron gestoßen. Ich bin begeistert von dieser neuen Künstlerin am Musikhimmel, A. A. Williams, und kann nur Danke sagen für dieses kleine Meisterwerk, “Forever Blue”. Es hat sich auf meinen Platz 1 gearbeitet, weil es zwar ins Jahr passt, aber auch weit darüber hinaus zeitlos Bestand haben wird.

    2. Bring Me The Horizon – Post Human: Survival Horror (Besprochen in Episode 370)

    Bring Me The Horizon haben aus meiner Sicht in diesem Jahr Rock und Metal endgültig zurück in den Mainstream geholt. Das haben sie nicht allein gemacht, natürlich, sie hatten einige Hilfe von Kolleg:Innen aus dem Rockpop und Poppunk. 

    Auf ganz persönlicher Ebene ist “Post Human: Survival Horror” auch irgendwie mein Album des Jahres, denn ich habe es vermutlich öfter gehört als jedes andere. Es hat mich einfach abgeholt mit dieser Mischung aus Pop-Rock- bis Nu-Metal- artigen Klängen meiner Musik-Geschmack prägenden Jugendjahre, dem unerwartet politischen Ansatz bei der Verarbeitung der globalen Ereignisse in 2020, und dieser wahnsinnig perfektionistischen Produktion, die jeden einzelnen Ton auf richtige Weise an die richtige Stelle setzt. Dieses Album ist nicht einfach nur gut, es ist für mich der Soundtrack für das Jahr 2020. Gleichzeitig ist es nur der erste Teil einer vierteiligen EP-Serie, auf die ich sehr gespannt bleibe.

    3. Phoebe BridgersPunisher (Besprochen in Episode 363)

    So unheimlich originell und wunderschön das ganze Album ist, ich hätte es schon allein wegen des letzten Songs “I Know The End” in die Top 5 dieses Jahres gewählt. Was für eine Explosion musikalischer Gefühle, was für ein kreatives Finale. Richtig gut.

    Aber auch sonst ist „Punisher“ einfach grandios. Zunächst bekommt man Singer-Songwriter-Musik mit wunderschönen und nachdenklichen Texten, zauberhaften Melodien und einer spannenden und hervorragenden modernen Produktion. Aber dabei bleibt es nicht: Zumeist kleine, subtile Effekte und Einspieler und Arrangements machen die ohnehin schon originellen Songs noch interessanter und bedeutungsvoller. Und es lohnt sich, immer und immer wieder genau hinzuhören, es gibt so viel zu entdecken!

    4. KatatoniaCity Burials (Besprochen in Episode 370)

    Dieses Album lohnt sich, mehrmals zu hören. Von härteren Rocksongs zu fast schon Pop-artigen Refrains ist hier eine Menge zu entdecken. Vor allem aber innerhalb der Songs: Überall verstecken Katatonia kleine Schätze. Hier ein metallisches Gitarrensolo, da eine eingängige Melodie, dort ein unerwartet spannendes Schlagzeug, dann plötzlich ein dramatisches Gefühlsbekenntnis. Mit dieser Platte bin ich eindeutig IMMER noch nicht durch. Eines der vielseitigsten Alben des Jahres!

    5. Fiona Apple – Fetch the Bolt Cutters (Besprochen in Episode 343)

    Verrückte Rhythmen, die trotzdem nicht nerven! Verrücktes Klavier! Verrückter Gesang! Verrücktes Alles! Und das Klavier ist ebenso grandios wie der Rest, nicht nur ein Beiwerk, es darf sich richtig austoben. Toller Bass! Tolle Songs! Mehr davon!
    Und: Es gibt eindeutig zu wenig Hundegebell in der Musik. Deshalb ein Extra-Sternchen für den Titelsong “Fetch the bolt cutters”.

    Dieses Album hört sich an wie ein wilder Trip durch das bunte Hirn der Künstlerin. Hin und her, hier und da, meditativ und aufrüttelnd, wild und lieblich. Faszinierend!

    Herr Martinsen

    1. Field MusicMaking a new World (Besprochen in Episode 329)

    ‘Making a new World’ ist das siebte Album der Band. Das Album handelt samt und sonders von den Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs, ist also ein Konzeptalbum. Die Songs sind aus einem Projekt hervorgegangen, in dessen Rahmen Field Music sie für das Imperial War Museum (IWM) komponiert hatte.
    Die Band hatte ursprünglich überlegt, vorwiegend instrumentale Stücke zu komponieren, aber die Beschäftigung mit dem Thema erster Weltkrieg hat sie schließlich dazu bewogen, Songs mit Texten zu schreiben, die jeweils eine Geschichte erzählen. David Brewis beschrieb die Songs als einen Versuch “die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges zu beschreiben”.
    Ja und den folgenden Absatz habe ich einfach kopiert, denn er passt einfach zu beiden Bands: Und als ich den ersten Song hörte, dachte ich so bei mir: „Warum sind die nicht erfolgreicher?“ Und die Antwort lautet natürlich, weil sie nicht wollen. Sie wehren sich mit Händen und Füßen gegen jede Art von Erfolg. Der erste Track des Albums ‚Sound Ranging‘ macht schon klar, dass es nicht darum geht zu gefallen. Im Grunde genommen sagt schon dieser Song: „Alle die keine Lust haben auf diese Art von Musik, können schon mal gehen, Tschüss! So! Und jetzt, wo wir unter uns sind, da kann es ja weitergehen.“ Und das ist eben eine Haltung, die ich sehr mag. Und das ist dann eben einfach mal Kunst, so! Auch hier also eines dieser Alben, bei denen mal wieder die Kunst nicht zu einer/einem kommt, sondern man zur Kunst gehen muss. Anstrengen ist das Stichwort! Dann muss man sich eben anstrengen, fertig! Gilt also auch hier!
    Was man hier hört ist eine wilde und auch anspruchsvolle Mischung aus XTC, Prefab Sprout, Peter Gabriel, Tony Banks, Scritti Politti, Talking Heads und somit natürlich auch Roxy Music.
    Teilweise verstören sie, weil die Stücke die angedeuteten Erwartungen nicht erfüllen, sondern mit anderen Dingen weitermachen. Das ist ein Album, was nirgens reingehört, nirgens einzuordnen ist. Ein wildes Sammelsurium von Stilen, die es zwar alle schon gibt, aber in dieser Kombination auch noch nicht auftauchten. Wenn ich einen Versuch starten sollte, so würde ich sagen, es handelt sich um Progressive-Art-Post-Punk-Rock.

    2. KatatoniaCity Burials (Besprochen in Episode 370)

    Das ist das Album, was ich in diesem Jahr mit Sicherheit am meisten gehört habe. Ein Album voller Melodien und voller vertrakter Rhythmen, die aber so gut eingebunden sind, dass sie nicht überfordern oder gar nerven. Das Album ist 52 Minuten lang und gehört damit zu den längeren, aber schimpfen muss ich da trotzdem nicht, weil diese 52 Minuten voller toller Musik ist, die nie langweilig wird. Im Gegenteil, man stellt meist verwundert fest, dass das Album schon vorbei ist, wo es doch gerade erst anfing. Es gibt auf diesem Album keinen einzgen Song, der nicht irgendwas kann. Kein Füllmaterial!
    Dieses Album macht süchtig. Man möchte es immer wieder hören. Und dass, obwohl es recht lang ist. Und das ist eine Qualität, die wahrlich nicht jede Band und jedes Album hat. Diese herrliche Melancholie, die dieses Album verströmt ist geradezu atemberaubend. Ich war vom allerersten Ton an verzückt.
    Tolle Songs! Tolle Melodien! Tolle Atmosphäre! Tolle Stimme! Progressive-Dark-Doom-Metal-Rock!

    3. Phoebe BridgersPunisher (Besprochen in Episode 363)

    Dieses Album wuchs im Laufe der Zeit immer mehr bei mir. Das war erst gar nicht in der Liste der besten 5 und zack, landete es auf Platz 3. Wie kam es dazu? Ich fand es von Anfang an toll, fand aber andere zunächst noch toller. Ich musste es erst mehrmals hören, damit es bei mir richtig einschlug. Es mischen sich hier Folk, Indie und Emo miteinander. Wobei es sich bei diesem Album um ein Album handelt, was für sich allein steht. Es ist melancholisch, also etwas was ich sehr mag. Es ist atmosphärisch, etwas was ich auch sehr mag. Es erzählt Geschichten, was ich ebenfalls mag.
    Es geht darum nicht zu wissen, wie etwas ist. Es geht um den Zweifel. Vielleicht kann man das von diesem Album in die nächsten Jahre mitnehmen, denn nichts ist besser als der Zweifel. Menschen, die genau wissen wie es geht und ihre eigenen Fakten fernab der Realität haben gibt es wahrlich schon genug. Und dass Jenny Lee Lindberg hier bei einigen Songs den Bass spielt ist natürlich auch ziemlich cool. Ich mag dieses leicht Verspulte dieser amerikanischen Künstler:Innen aus irgendeinem Grund sehr gern.

    4. WireMind Hive (Besprochen in Episode 354)

    Wire sind die Erfinder des Eukalyptusbonbons am Stiel, denn sie haben den Post-Punk quasi (mit) erfunden. Das ist doch schon mal was! 44 Jahre nach der Gründung dieser Band nun also dieses Album. Und schon wieder eine Band, die sich mit Händen und Füßen gegen den Erfolg stemmen. Und wie immer wenn ich Wire höre, denek ich so was wie: „Ach guck mal, das geht ja auch. Das ist ja auch spannend.“ Mal eine ganz andere Art die (musikalischen) Dinge zu verarbeiten. Wire kommt mal wieder aus einer ganz anderen Ecke.
    Und als ich den ersten Song hörte, dachte ich so bei mir: „Warum sind die nicht erfolgreicher?“ Und die Antwort lautet natürlich, weil sie nicht wollen. Sie wehren sich mit Händen und Füßen gegen jede Art von Erfolg. Der erste Track des Albums ‚Be like them‘ macht schon klar, dass es nicht darum geht zu gefallen. Im Grunde genommen sagt schon dieser Song: „Alle die keine Lust haben auf diese Art von Musik, können schon mal gehen, Tschüss! So! Und jetzt, wo wir unter uns sind, da kann es ja weitergehen.“ Und das ist eine Haltung, die ich sehr mag. Und das ist eben Kunst, fertig! Eines dieser Alben, bei denen mal wieder die Kunst nicht zu einer/einem kommt, sondern man zur Kunst gehen muss. Anstrengen ist das Stichwort! Dann muss man sich eben anstrengen, fertig!
    Wire ging es noch nie darum zu gefallen. Sie singen auf diesem Album, dass alles anfing schlimm zu werden als jemand anfing einen Popsong mitzusummen. Dieses Album ist voller Ironie und voller Distanz zu allem anderen und zu sich selbst. Wer in den 80ern mit Post-Rock sozialisiert wurde wird hier sehr viel Freude haben. Es gibt eine ‚Fade to Grey‘-Hommage auf diesem Album. Es ist einer der besseren Alben von Wire, ja es ist sogar meiner Meinung nach eines der richtig guten.

    5. A. A. Williams – Forever Blue (Besprochen in Episode 371)

    Was man hier hört ist eine gute Prise Post-Rock, ein bisschen Metal, ein bisschen Nick Cave, ein bisschen Leonard Cohen. Und was für tolle Melodien. Und was für eine tolle Dynamik. Melancholie im Überfluss. Dieses Album macht neue Dinge! Es handelt sich um eine Kombination aus Genres, die es so noch nicht in gab. Ein richtig großes Album! Ein wichtiges Album! Zu Tränen rührend und doch ist es voller Wärme und voller Zuversicht. Es ist ein bisschen so, als würde man die Musik von Ólafur Arnalds und Nils Frahm mit Sigur Rós, Caspian und Leonard Cohen kreuzen. Dieses Album gehört auf jede Liste, so auch auf diese!
    Es hat eine Sanftheit und eine Wucht, die mich sofort in den Bann gezogen hat. Die klassische Ausbildung, die A. A. Williams genossen hat spielt hier eine gewichtige Rolle. Denn genau das passiert hier. Es wird Klassik mit Post-Rock und Folk gemischt. Und das auf eine Art, die mir jedenfalls einmalig erscheint und die ich so auch noch nie hörte.

  • Special – Post-Rock mit Lara!

    Diesmal geht es mal wieder um den Post-Rock. Und weil wir davon gar nicht mal so wahnsinnig viel Ahnung haben, haben wir uns eine Gästin eingeladen, nämlich zum dritten Mal die wunderbare Lara.

    Lara

    Lara ist unter dem Namen @VegaVoid bei Twitter unterwegs und ist seinerzeit höchst offiziell von Herrn Martinsen zur Diplom-Postrockologin ernannt worden.

    Post-Rock

    Post-Rock ist wieder einmal eines dieser Musikgenres, das sich nicht so recht einordnen lässt. Post-Rock ist Musik, die von Instrumenten gekennzeichnet ist, die gewöhnlich mit Rock verbunden werden, die hier aber andere Aufgaben übernehmen als beim klassischen Rock. So übernehmen z. B. Gitarren quasi den Gesang. Deshalb sind Post-Rock-Songs oft instrumental. Außerdem gibt es nicht die für den Rock typische Struktur der Strophe und des Refrains. Es gibt sehr unterschiedliche musikalische Ausdrucksweisen, sodass es sehr schwer fällt, eine allgemein gültige Aussage über den Sound von Post-Rock zu machen.

    Bands, Alben und Dinge über die wir Sprachen

    Das dunk!Festival

    pg.lost – Oscillate

    Hum – Inlet

    A.A. Williams – Forever Blue

    CaspianOn Circles

    Mountain – Our Engines Stall (Album erscheint im Jahr 2021)

  • Special – Linux mit Ingo Ebel

    Es geht weiter mit unseren Specials. Und das erste mal ist Ingo dabei. Er erklärt uns warum Open Source und vor allem Linux toll sind.

    Ingo

    Der Binärgewitter Podcast

    Radio Tux Podcast (Wikipedia)

    Nextcloud Podcast

    Bei Twitter (@ingoebel)

    Linux und Open Source

    Free Software FoundationGNU-Projekt

    Richard Stallman

    Linus TorvaldsDas Buch von Linus Torvalds: ‚Just for Fun‘

    Mark Shuttleworth

    Canonical

    Linux-Kernel

    Der Pinguin ‚Tux‘

    Linux Distributionen
    Linux GUIs
  • Special – Fußball mit Kim vom Weserfunk

    Da ist es, unser erstes Special für dieses Jahr! Und zum zweiten Mal ist Kim vom Weserfunk bei uns zu gast. Wir sprechen mit ihm über den Fußball und Werder im Jahr 2020.

    Und vergesst nicht, abzustimmen!

    Die besten Alben 2020: https://www.feuilletoene.de/beste-alben-des-jahres-2020/

    Die besten Bücher 2020: https://www.feuilletoene.de/beste-buecher-des-jahres-2020/

    Links zur Sendung

    Weserfunk

    Hör mal Werder Hämmert

    Worum-Podcast

    Deichfums

    Primier League

    Rafael Buschmann – Football Leaks

    DFB

    DFL

    Jürgen Klinsmann

    Werder

    Florian Kohfeldt

    Marco Bode

    Fußballkultur

    11 Freunde

    ballesterer

  • Tim Minchin, The Nels Cline Singers, Baxter Dury, A.A. Williams und Gooderham and Worts Four Grain

    Die letzte reguläre Sendung im Jahr 2020! Und wir hören, hören, hören und hören. Und zwar ‚Apart Together‘ von Tim Minchin, ‚Share The Wealth‘ von The Nels Cline Singers, ‚The Night Chancers‘ von Baxter Dury und ‚Forever Blue‘ von A.A. Williams. Zu guter Letzt beenden wir auch unsere kleine Kanada-Serie mit dem Gooderham and Worts Four Grain.

    Gehet hin und stimmet ab!

    Hier entlang für die besten Alben des Jahres -> https://www.feuilletoene.de/beste-alben-des-jahres-2020/

    Hier entlang für die besten Bücher des Jahres! -> https://www.feuilletoene.de/beste-buecher-des-jahres-2020/

    In der UKW-Sendung gespielte Titel

    Tim Minchin – I’ll take lonely tonight

    The Nels Cline Singers – Beam/Spiral

    Baxter Dury – Carla’s got a Boyfriend

    A.A. Williams – Melt

    Tim Minchin – Apart Together

    Tim Minchin ist ein australischer Komiker, Schauspieler, Schriftsteller, Musiker und Songwriter, der sich selbst als komödiantischen Minnesänger bezeichnet. Er wurde in Northampton geboren, seine australischen Eltern zogen aber zurück nach Perth, wo er auch aufwuchs.

    Minchin ist bekannt für seine musikalische Satire. Er veröffentlichte in dieser Rolle sechs CDs, fünf DVDs und ist mit seinen Live-Comedy-Shows weltweit unterwegs gewesen. Mit seinem Programm ‚Darkside‘ machte er auf sich aufmerksam und erzielte erste Erfolge beim Melbourne International Comedy Festival und beim Edinburgh Festival Fringe.

    Ein Dokumentarfilm über ihn, nämlich ‚Rock N Roll Nerd‘ wurde 2008 im Kino veröffentlicht und 2009 im australischen Fernsehen ausgestrahlt. Er ist Komponist und Texter des mit dem Olivier Award, Tony Award und Grammy Award nominierten Musicals ‚Matilda‘, das auf dem gleichnamigen Buch von Roald Dahl basiert. Sein Musical ‚Groundhog Day‘ hatte 2016 in London Premiere, gewann ebenfalls einen Olivier Award und wurde im Frühjahr 2017 am Broadway aufgeführt.

    2013 verlieh ihm die University of Western Australia den Ehrendoktor für seinen Beitrag zur Kunst und seine herausragenden Leistungen und weltweite Anerkennung als Komponist, Texter, Schauspieler, Schriftsteller und Komiker. Im Jahr 2015 wurde ihm eine zweite Ehrendoktorwürde von der Mountview Academy of Theatre Arts verliehen. Am Australia Day 2020 wurde er zum Mitglied des Order of Australia ernannt.

    Nach langen Tourreen und zwischenzeitlichem Umzug in die USA 2013, u.a. wegen seiner Musicals, kehrte er 2018 nach Australien zurück. Er kündigte an, dass er an einem Album arbeiteten würde und war zum ersten Mal seit acht Jahren auf der ‚Back: Old Songs, New Songs, Fuck You Songs-Tour‘ in den Jahren 2019 und 2020 wieder in Australien, Neuseeland und Großbritannien zu sehen.

    Im März 2020 unterschrieb Minchin einen Plattenvertrag und im November 2020 erschien sein Debüt-Studioalbum ‚Apart Together‘. Das Album enthält u.a. vier Songs, die auf der 2019/20er-Tour gespielt wurden. Namentlich sind das ‚If This Plane Goes Down‘, ‚Leaving LA‘, ‚I’ll Take Lonely Tonight‘ und ‚Carry You‘, die allesamt für die TV-Serie ‚Upright‘ geschrieben wurden, in der Minchin mitspielte, das Drehbuch mitschrieb und auch einer der Regisseure war.

    The Nels Cline Singers – Share the Wealth

    Nels Cline wurde 1956 in Los Angeles geboren und ist ein US-amerikanischer Gitarrist des Modern Creative Jazz. Er absolvierte die University Senior High School in Los Angeles. Er gründete ein eigenes, zunächst am Fusion Jazz orientiertes Trio, The Nels Cline Singers, war häufig Teil von Duo-Projekten, z.B. mit Thurston Moore oder Elliott Sharp. Weiterhin arbeitete er mit Charlie Haden, Wadada Leo Smith, Tim Berne, Stacy Rowles, Jessica Lurie und Steuart Liebig, aber auch mit Mike Watt oder Willie Nelson zusammen. Auf Gregg Bendians Album ‘Interstellar Space Revisited’ übertrug er den Part von John Coltrane auf die Gitarre. Im Acoustic Guitar Trio mit Jim McAuley und Rod Poole beschäftigte er sich mit mikrotonaler Improvisation. “Nebenberuflich” ist Nels Cline Gitarrist der Band Wilco. 2013 nahm er gemeinsam mit Medeski, Martin & Wood ‚Woodstock Sessions, Vol. 2‘ auf. Wolf Kampmann bezeichnet Cline als einen der wenigen stilprägenden Jazzgitarristen der amerikanischen Westküste. Nels Cline gilt als einer der Topgitarristen der Gegenwart. Gerade im Jazz ist er einer der prägenden Gitarristen der letzten 20 Jahre.

    In Nels Clines dritter Blue-Note-Veröffentlichung ‚Share The Wealth‘ hören wir ihn zusammen mit seinem langjährigen Projekt The Nels Cline Singers mit dem Saxophonisten Skerik, Keyboarder Brian Marsella, Bassist Trevor Dunn, Schlagzeuger Scott Amendola und dem brasilianischen Percussionisten Cyro Baptista.

    Baxter Dury – The Night Chancers

    Baxter Dury kommt aus Buckinghamshire, nordwestlich von London. Er ist Indie-Musiker und Sänger und darüber hinaus der Sohn von Ian Dury, der sich gemeinsam mit ihm auf dem Album-Cover für ‚New Boots and Panties!!‘ abbilden ließ – Baxter war zu diesem Zeitpunkt fünf Jahre alt.

    2002 wurde seine EP ‚Oscar Brown‘ ‚Record of the Week‘ im New Musical Express (NME).

    ‚The Night Chancers‘ ist das sechste Studioalbum von Baxter Dury. Es wurde 2019 in den Hoxa Studios in West Hampstead aufgenommen und im März des Jahres 2020 veröffentlicht.

    A.A. Williams – Forever Blue

    Die Singer-Songwriterin A.A. Williams ist die Senkrechtstarterin der britischen Musikszene schlechthin. Im April 2019 trat sie zum ersten Mal auf und kaum ein Jahr später veröffentlicht sie ihr Debütalbum ‚Forever Blue‘.

    Eigentlich ist sie mit Klassik groß geworden. Schon mit sechs Jahren bekam sie Klavierstunden, später lernte sie Cello. Als Teenagerin hörte sie aber am liebsten die Deftones, deren aktuelles Album wir übrigens in der Episode 366 besprachen.

    Gitarre brachte sie sich erst spät selbst bei, nachdem sie eine auf der Straße gefunden hatte, auf der ein Zettel angepinnt war mit der Aufschrift ‚Zu verschenken!‘. Erst schrieb sie eigene Songs. In diese baut sie immer wieder Klavier- und Celloklänge ein, was ihrer Musik hier und da einen klassischen Anstrich verleiht. Und so ist es auch auf diesem Album. Wir hören hier Singer-Songwriter-Folk-Dark-Wave-Post-Rock-Metal.

    Nur das Schlagzeug von Geoff Holroyde wurde in einem professionellen Tonstudio aufgezeichnet und die Beiträge der Gastsänger Johannes Persson und Fredrik Kihlberg von der schwedischen Post-Metal Band ‚Cult of Luna‘ und der von Tom Fleming, dem ehemaligen Songwriter und Sänger der Indie-Band ‚Wild Beasts‘. Der Rest wurde zusammen mit Bassist und Ehemann Thomas Williams in Eigenregie in ihrer Wohnung in London aufgenommen.

    Gooderham and Worts Four Grain

    Gooderham and Worts ist eine der ältesten Whisky-Marken in Kanada, sie begann 1832 als Getreidemühlen- und Schifffahrtsunternehmen. Sie brachten ihren Whisky 1837 auf den Markt und dieser entwickelte sich schnell zu einem Bestseller, so sehr, dass dieser zeitweise sogar über ein Viertel des gesamten Alkoholabsatzes in Kanada ausmachte. Später kaufte Hiram Walker die Marke, die so zu einer der größten Brennereien der Welt wurde.

    Die ursprüngliche Brennerei wurde 1990 im Rahmen des Umbaus des „Distillery District“ in Toronto geschlossen. Gooderham and Worts Four Grain-Whisky wird jetzt in Windsor in Ontario von Corby Spirits hergestellt, die wiederum zu Pernod Ricard gehören hergestellt.

    Der Four Grain ist ein Blended Whisky. Er besteht aus Mais, Gerste, Roggen und Weizen, die alle getrennt mit einer Kombination aus Pot- und Column-Stills destilliert werden. Das alles wird dann sowohl in Virgin Oak als auch in Ex-Bourbon-Fässern gereift. Der Whisky wird mit 44,4% abgefüllt und ist gefärbt und kühlgefiltert.