Kategorie: Podcast

  • Die Jahre 1978 und 1979 und Laphroaig Triple Wood

    Wir schreiben die Jahre 1978 und 1979 und Herr Martinsen trieb sein Unwesen in der Grundschule. Zur gleichen Zeit klöppelten umtriebige Musiker:innen die 80er, und das schon in dern 70ern! Von alledem ahnte Herr Martinsen zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Er sah zusammen mit seiner Großmutter die ZDF-Hitparade und erfreute sich an den Schlümpfen. Er hörte Roland Kaiser, Gitte und ähnliches. So richtig cool sollte Herr Martinsen Zeit seines Lebens nicht mehr werden, aber ein bisschen cooler als zu diesem Zeitpunkt dann doch. Zum Abschluss der Sendung verkosteten wir noch den Laphroaig Triple Wood.

    Herr Martinsen schimpfte in der Pre-Show u.a. über den Fußball. Ergebnis: Wenn es um Fußball geht, gehet hin und höret Drei 90, die haben wesentlich mehr Ahnung davon: https://drei90.de/

    Die 80er

    1978 – Das Jahr der drei Päpste

    • Papst Paul VI. stirbt nach 15-jährigem Pontifikat 81-jährig.
    • Johannes Paul I. stirbt nach nur 33 Tagen im Amt.
    • Der bisherige Erzbischof von Krakau, Karol Wojtyła, wird nach dem kurzen Pontifikat Johannes Pauls I. als Johannes Paul II. zum Papst gewählt.
    • Der Kranich ist Vogel des Jahres
    • In London wird das erste Baby aufgrund künstlicher Befruchtung geboren.
    • Hans Filbinger tritt als Ministerpräsident von Baden-Württemberg zurück: Als Marinerichter hatte er in unnötiger Schärfe Todesurteile verfolgt, sowie ein Urteil gegen Wehrkraftzersetzung erst nach der Kapitulation gefällt, was er seit April stückweise zu leugnen versucht bzw. „vergessen“ hat. Sein Nachfolger im Amt wird Lothar Späth.
    • Der Friedensvertrag zwischen Japan und der Volksrepublik China wird unterzeichnet und später im Jahr ratifiziert.
    • Johannes Rau wird Ministerpräsident in NRW
    • Bayern: Nachdem die Landtagswahlen vom 15. Oktober 1978 der CSU über 59 % der Stimmen gebracht hatten, wird Franz Josef Strauß als Nachfolger von Alfons Goppel zum Ministerpräsidenten gewählt.
    • In den USA strahlt der Fernsehsender CBS die erste Folge der Serie Dallas aus.
    • Der amerikanische Künstler Gilbert Baker entwirft die Regenbogenflagge. Sie soll ein Symbol für lesbischen und schwulen Stolz darstellen und gleichzeitig die Vielfalt dieser Lebensweise darstellen.
    • Mario Andretti wird Formel-1-Weltmeister.
    • Die deutsche Handballnationalmannschaft der Herren siegt im Finale der Weltmeisterschaft in Dänemark und erringt ihren zweiten WM-Titel nach 1938.
    • Der 1. FC Köln wird deutscher Fußballmeister.
    • Reinhold Messner und Peter Habeler besteigen als erste Menschen den Mount Everest ohne Sauerstoffgerät.
    • Im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft bezwingt Gastgeber Argentinien nach Verlängerung die Elf der Niederlande mit 3:1.
    • starke Schneefälle in Norddeutschland weiten sich zur Schneekatastrophe aus.
    • Herr Martinsen wurde acht und war nunmehr in der zweiten Klasse der Grundschule
    Jahrescharts – Singles
    1. Vader Abraham – Das Lied der Schlümpfe
    2. Boney M. – Rivers of Babylon
    3. Wings – Mull of Kintyre
    4. John Travolta & Olivia Newton-John – You’re the One That I Want
    5. Bee Gees – Stayin’ Alive
    6. Amanda Lear – Follow Me
    7. Bee Gees – Night Fever
    8. Gerry Rafferty – Baker Street
    9. Wishful Thinking – Hiroshima
    10. Eruption feat. Precious Wilson – I Can’t Stand the Rain
    Jahrescharts – Alben
    1. Saturday Night Fever: The Original Movie Sound Track
    2. Pink Floyd – Wish You Were Here
    3. Manfred Mann’s Earth Band – Watch
    4. Genesis – … And Then There Were Three …
    5. ABBA – ABBA
    6. The Alan Parsons Project – Tales of Mystery and Imagination
    7. Boney M. – Nightflight to Venus
    8. The Alan Parsons Project – Pyramid
    9. Supertramp – Crime of the Century
    10. The Alan Parsons Project – I Robot

    1979 – das Internationales Jahr des Kindes

    • Die USA und die Volksrepublik China nehmen diplomatische Beziehungen auf.
    • Ajatollah Chomeini kehrt nach 15 Jahren im Exil wieder in den Iran zurück.
    • rund 500 Delegierte von verschiedenen Initiativen gründen zur Europawahl das Listenbündnis Die Grünen.
    • Der Rat der EWG verabschiedet die Vogelschutzrichtlinie. Vogelfallen aller Art werden darin verboten und die Einrichtung von Vogelschutzgebieten den Mitgliedsstaaten zur Pflicht gemacht.
    • Dänemark entlässt Grönland in die Selbstverwaltung.
    • Margaret Thatcher wird von Königin Elisabeth II. zur neuen britischen Premierministerin ernannt.
    • Die SPÖ mit Bundeskanzler Kreisky erhält 51,0 Prozent der Stimmen in Österreich
    • Karl Carstens (CDU) wird zum Bundespräsidenten gewählt.
    • Der Beitrittsvertrag mit Griechenland zur europäischen Gemeinschaft (EG) wird unterzeichnet.
    • erste allgemeine Wahlen zum Europäischen Parlament
    • Franz Josef Strauß wird Kanzlerkandidat der CDU/CSU für die Bundestagswahl 1980.
    • Der Deutsche Bundestag beschließt, bei Mord und Völkermord die Verjährung endgültig aufzuheben.
    • Der irakische Präsident Ahmad Hasan al-Bakr tritt zurück und Saddam Hussein wird sein Nachfolger.
    • Die Bremer Grüne Liste erhält als erste grüne Partei Mandate in einem Landesparlament und zieht mit vier Abgeordneten in die Bremische Bürgerschaft ein.
    • Erste Weltklimakonferenz in Genf
    • Das japanische Unternehmen Sony kommt mit dem weltweit ersten Walkman auf den Markt.
    • Zwei Familien gelingt mit einem selbstgebauten Heißluftballon eine spektakuläre Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland.
    • Das Europäische Währungssystem (EWS) tritt in Kraft.
    • Metaller streiken für 35-Stunden-Woche
    • Beginn der Erstausstrahlung der Puppenspielserie Hallo Spencer
    • Der österreichische Bundespräsident Rudolf Kirchschläger eröffnet das Islamische Zentrum Wien, das die erste Moschee in Österreich beherbergt.
    • Borussia Mönchengladbach wird zum 2. Male nach 1975 UEFA-Cup Sieger
    • Der Hamburger SV wird deutscher Fußballmeister.
    • Jody Scheckter wird als erster Afrikaner Formel-1-Weltmeister.
    • Herr Martinsen war nun neun Jahre jung und in der dritten Klasse der Grundschule, muss aber wegen der immer noch anhaltenden Schneekatastrophe im Winter eher nicht in die Schule
    Jahrescharts – Singles
    1. Peter Maffay – So bist Du
    2. Patrick Hernandez – Born to be alive
    3. Village People – Y.M.C.A.
    4. Blondie – Heart of Glass
    5. Art Garfunkel – Bright Eyes
    6. Dschinghis Khan – Dschinghis Khan
    7. M – Pop Muzik
    8. ABBA – Chiquitita
    9. Dschinghis Khan – Moskau
    10. Racey – Some Girls
    Jahrescharts – Alben
    1. Dire Straits – Dire Straits
    2. The Alan Parsons Project – Pyramid
    3. Pink Floyd – Wish you where here
    4. Supertramp – Breakfast in America
    5. Barclay James Harvest – Gone to Earth
    6. Peter Maffay – Steppenwolf
    7. Richard Clayderman – Träumereien
    8. Manfred Mann’s Earth Band – Angel Station
    9. Richard Clayderman – Ballade pour Adeline
    10. Bee Gees – Spirit having flown

    Verkostet

    Laphroaig – Triple Wood

    Die Brennerei Laphroaig wurde 1815 von den Brüdern Donald & Alex Johnston gegründet. Ursprünglich war sie eine Farm-Destillery für den Eigenbedarf. Der Vater der Gründer errichtete eine der beiden illegalen Brennereien, aus denen später dann Lagavulin wurde. 1923 wurden zwei zusätzliche Brennblasen angeschafft, 1969 zwei weitere. 1974 kam schließlich die letzte hinzu, somit stieg die Anzahl der Brennblasen auf insgesamt sieben.

    Die Brennerei blieb bis 1954 in Familienbesitz. Ian Hunter hinterließ die Brennerei der Sekretärin Bessie Williamson. Diese verkaufte 1967 an Long John Distillers, führte die Destille aber bis sie sich 1972 zur Ruhe setzte weiter. Von nun an wechselte auch Laphroaig die des öfteren die Eigentümer. Seit 2014 gehört Laphroaig zu Beam-Suntory. Seit 1994 ist Laphroaig Hoflieferant des Prince of Wales für Single-Malt-Whisky, der den 15-jährigen Laphroaig einst als seinen Lieblingswhisky bezeichnete.

    Die Lagerhäuser liegen direkt am Meer und werden deswegen bei hohem Wellengang vom Wasser umspült. Das, und die regionalen Bedingungen wie z. B. die Küstenlage, die damit einhergehende Seeluft und das torfige Wasser sollen maßgeblich für den Geschmack des Malts verantwortlich sein. Der Torf stammt von destillerieeigenen Feldern und weist einen hohen Moos-Anteil auf. Allerdings stammt nur noch 25 % des Malzes aus eigener Produktion, etwa 75 % wird von der Port-Ellen-Mälzerei zugekauft. Laphroaig hat einen Rauchanteil von etwas über 40 ppm. Die Jahresproduktion liegt bei ca. zwei Millionen Litern.

    Die Core-Range besteht aus dem 10 Jahre alten Laphroaig, abgefüllt mit 40 %, den wir in Episode 326 verkosteten, dem Triple Wood, abgefüllt mit 48 %, um den es in dieser Sendung gehen soll, den wir aber auch schon in Episode 175 verkostet haben und dem Quarter Cask, ebenfalls abgefüllt mit 48 %, den wir in Episode 142 und Episode 303 verkostet haben. Dieser Malt reift in Bourbonfässern und wird in Sherryfässern gefinisht. Wie alle Laphroaigs spaltet auch dieser Single Malt der die Maltheads in zwei Lager, nämlich in die, die ihn mögen, und in die, die auch diesen Malt komplett ablehnen.

  • Regina Porter, Bryan Ferry, Charité Staffel 2 und St. Kilian

    In Episode 333 lasen wir‘ Die Reisenden‘ von Regina Porter, hörten das Album ‚Live at the Royal Albert Hall 1974‘ von Bryan Ferry, sahen die zweite Staffel der Serie Charité und verkosteten den ‚Signature Edition Two‘ von St. Kilian

    In der Pre-Show erwähnte Sendungen:

    Gelesen

    Regina Porter – Die Reisenden (S. Fischer Verlag)

    Regina Porter wurde in Savannah in Georgia geboren. Sie studierte am Iowa Writer’s Workshop und erhielt mehrere Schreibstipendien. Sie ist eine vielfach ausgezeichnete Theaterautorin und arbeitete u.a. mit Playwrights Horizons, New York Stage & Film und The Women’s Project zusammen. Ihre Texte wurden zudem in der Harvard Review veröffentlicht.

    Übersetzt wurde „Die Reisenden“ aus dem Englischen von Tanja Handels.

    Es geht in diesem Buch um zwei Familien, zwei Hautfarben und die gemeinsame Sehnsucht nach Versöhnung: Von den Bürgerrechtsbewegungen bis zur Obama-Ära wird die Geschichte dieser zwei Familien erzählt – die eine weiß, die andere schwarz.

    Anfang der Sechziger weht Hoffnung durch das Land. Martin Luther King marschiert auf Washington, Amerika hat einen Traum. Der junge James will seine ärmliche irische Herkunft hinter sich lassen und träumt von einer strahlenden Zukunft als Anwalt. Nur wenig später wird die junge Afroamerikanerin Agnes auf der Heimfahrt von ihrem ersten Date von einem weißen Polizisten angehalten. Schreckliche Momente folgen. Agnes zweifelt, ob sie überhaupt eine Zukunft hat.

    Beide ahnen nicht, wie die Geschichte der nächsten Jahrzehnte sie und ihre beiden Familien zusammenführen wird.

    Gehört

    Bryan Ferry – Live at the Royal Albert Hall 1974

    Bryan Ferry wurde 1945 in Washington, im Nordosten Englands geboren. Er ist Sänger und Songschreiber. Er studierte Kunst an der Newcastle University. Bereits während dieser Zeit galt seine Liebe dem R&B und der Soul- und Popmusik. Nach Tätigkeiten als Kraftfahrer und Restaurator arbeitete er als Kunstlehrer an einer Mädchenschule in London, verfolgte dabei aber weiterhin eine Musikerkarriere. Er gründete 1971 mit Freunden und Bekannten – darunter unter anderem Brian Eno – die Gruppe Roxy Music. Hier wurde er in den 70er Jahren für seinen singulären, vibratolastigen Staccato-Gesang bekannt.

    Ab 1973 strebte er auch eine Solokarriere an, beschränkte sich aber anfangs auf Cover-Versionen bekannter Songs. Er griff dabei gerne Evergreens aus den 1930er-Jahren auf und verlieh den Stücken seine eigene psychologische oder sozialkritische Komponente. ‘In Your Mind’ aus dem Jahr 1977 war sein erstes Album mit ausschließlich eigenen Kompositionen. Bryan Ferry wurde von der Fachpresse von nun an auch als Solist wahrgenommen.

    Im Jahr 1985 veröffentlichte Ferry das Album ‘Boys and Girls’, seine bis dahin erfolgreichste Arbeit als Solo-Künstler. Das Album enthält die erfolgreiche Singleauskopplungen ‘Slave to Love’ und ‘Don’t Stop the Dance’. Einen ebenso großen Erfolg konnte Ferry 1987 mit dem Album ‘Bête Noire’ wiederholen. Das Angebot, den später durch Simple Minds bekannten Song ‘Don’t You (Forget About Me)’ zu singen, lehnte er ab.

    Nach einer ausgedehnten Tournee 1988/89 zog er sich für fünf Jahre aus der Öffentlichkeit zurück. Erst im Frühjahr 1993 veröffentlichte er das Album ‘Taxi’, auf dem er erneut Coverversionen bekannter Songs wie ‘I Put a Spell on You’ von Screamin’ Jay Hawkins sang.

    1999 interpretierte er Titel der Swing-Ära mit Musikern des Pasadena Roof Orchestra. Für die Serie ‘Babylon Berlin’ wurden einige dieser Titel neu aufgenommen.

    Am 11. Juni 2011 wurde er von Königin Elisabeth II. mit dem Titel Commander of the British Empire ausgezeichnet.

    Zu Beginn seiner Solokarriere veröffentlichte Ferry 1973 und 1974 zwei Platten: ‚These Foolish Things‘ und ‚Another Time, Another Place‘, die er jedoch nie live eingespielt hatte. Die Setlist von ‚Live at the Royal Albert Hall 1974‘ bezieht sich auf diese beiden Alben und ist eine deutliche Abkehr von der Musik, die er in den Jahren zuvor mit Roxy Music gemacht hatte und umfasst seine Einflüsse aus den 30er, 40er und 50er Jahren, einschließlich der Songs, die ihn in seiner Jugend geprägt haben.

    Gesehen

    CharitéStaffel 2

    Die Charité ist eine deutsche Fernsehserie, deren erste Staffel wir in Episode 328 besprachen.

    Auch die zweite Staffel wurde in der ARD ausgestrahlt und zwar im Februar 2019. In dieser Staffel hat Anno Saul die Regie geführt, das Drehbuch stammte wie schon in der ersten Staffel von Dorothee Schön und Sabine Thor-Wiedemann. Die zweite Staffel spielt in den Jahren von 1943 bis 1945.

    Die Besetzung wurde wegen der großen Zeitspanne zwischen den beiden Staffeln mit neuen SchauspielerInnen besetzt. Diese Staffel thematisiert die Arbeit des Chirurgen Ferdinand Sauerbruch.

    Die dritte Staffel soll während des Baus der Berliner Mauer spielen und die Arbeit von Otto Prokop, Ingeborg Rapoport und Regine Witkowski thematisieren.

    Verkostet

    St. Kilian – Signature Edition Two

    Die St. Kilian Distillers ist eine Whisky-Brennerei in Rüdenau – das ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg, südlich der Stadt Aschaffenburg – die 2012 von Andreas Thümmler gegründet wurde. Der Name basiert auf dem iro-schottischen Missionsbischof St. Kilian, der im Auftrag des Papstes in Rom in das Frankenland nach Würzburg gesandt wurde, um die Heiden dort zu christianisieren. Es wird vermutet, dass er auf seinen Reisen in die arabische Region das Pot-Still-Verfahren kennenlernte. Die Brennerei befindet sich in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Textilfärberei.

    Gebrannt wird im Pot-Still-Verfahren nach schottischem Vorbild mit den charakteristischen Kupferbrennblasen der Firma Forsyths.
    Am St. Patricks Day 2016 wurde die erste Abfüllung vorgenommen in Ex-American Bourbon-Fässern mit 30 Litern Inhalt. Die ersten 760 Flaschen St. Kilian German Single Malt Whisky werden nach 3 Jahren Reifeprozesse im Jahr 2019 ausgeliefert. 760 Flaschen deswegen, weil es zu diesem Zeitpunkt in Rüdenau 760 Einwohner gab.

    Laut einem Bericht in der Zeitschrift Capital ist St. Kilian Distillers die größte Whisky-Destille in Kontinentaleuropa. Master Distiller ist Mario Rudolf.

    Am Ende unserer kleinen Serie über St. Kilian schauen wir uns nun das Endergebnis der drei Fässer an, die für den ‚Signature Edition Two‘ verwendet wurden. Wir beschäftigen uns also diesmal mit dem Ergebnis dessen, was wir in den vorangegagnen Episoden 327, 329 und 331 verkosteten. In den drei verwendeten Fässern lagerte ursprünglich mal ein italienischer Süßwein namens Amarone.

  • Leonard Cohen und Yamazaki 12

    Wir haben uns diesmal fast ausschließlich mit Leonrad Cohen beschäftigt. Und so lasen wir ‚Was I alone‘, hörten das Debütalbum ‚Songs of Leonard Cohen‘, sahen ‚Portrait of Leonard Cohen‘ und verkosteten den Yamazaki 12 yo.

    Gelesen

    Leonard Cohen – Was I alone (Canongate Books)

    Leonard Norman Cohen wurde 1934 in Montreal geboren und starb 2016 im Haus seines Sohnes in Los Angeles. Er war einer der bedeutendsten Singer-Songwriter und Schriftsteller. Außerdem war er Dichter und Maler.

    Nachdem er sich in Kanada bereits mit Gedichten und Romanen einen Namen gemacht und mit dem Roman ‘Beautiful Losers’ aus dem Jahr 1966 einen internationalen Bestseller gelandet hatte, veröffentlichte er 1967 sein erstes Album namens ‘Songs of Leonard Cohen’, was wir in dieser Episode ebenfalls besprechen werden.

    Während seines künstlerischen Wirkens von 1956 bis 2016 schrieb Leonard Cohen zahlreiche Gedichtsammlungen und Romane und veröffentlichte vierzehn Studioalben. In seinem Werk wurden immer wieder die Fragen nach Liebe, Freundschaft, Lebenssinn, menschlichem Leid, Tod und Spiritualität in den Mittelpunkt gestellt.

    Leonard Cohen erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter neun Juno Awards, den Order of Canada, den Ordre National du Québec sowie den Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur. 1991 wurde er in die Canadian Songwriters Hall of Fame, 2006 in die Canadian Music Hall of Fame und 2008 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. 2018 wurde Leonard Cohen posthum ein Grammy verliehen.

    Wer Leonard Cohen kennt weiß, dass er der Meister der Reduktion, des Weglassens war. Er brauchte nicht viele Worte, um zu sagen, was er sagen wollte. Das Weglassen der Worte war einer seiner großen Stärken. Und deswegen heißt dieser Gedichtband auch nicht ‚The Fire‘, sondern eben ‚The Flame‘, also Flamme und nicht Feuer. Flamme reicht, Feuer wäre zuviel des Guten. ‚The Flame‘ ist das lyrische Vermächtnis Leonard Cohens. Es wurde im Jahr 2018 veröffentlicht. Der Grundton ist dieser typische Cohen-Ton, also eher melancholisch aber nicht resignierend. Wir haben uns ‚Was I alone‘ als ein Beispiel von vielen herausgepickt.

    Gehört

    Leonard CohenSongs of Leonard Cohen

    Das letzte Album, was zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde ist ‘You Want It Darker’. Es erschien 2016, drei Wochen vor seinem Tod. Wir besprachen es in Episode 186. Seine Songs wurden von zahlreichen Künstlern gecovert. Und er hatte einen nicht unwesentlichen Einfluss auf Bands wie Joy Division, Sisters of Mercy oder The Cure. Zu den bekanntesten Liedern zählen natürlich ‘Suzanne’, ‘Bird on a Wire’ und ‘So Long, Marianne’ zu Beginn seiner Karriere, sowie in den 80er Jahren ‘First We Take Manhattan’ und natürlich ‘Hallelujah’.

    ‘Thanks for the Dance’ erschien posthum am 22. November 2019. Es war die erste Veröffentlichung nach Cohens Tod. Wir besprachen es in Episode 321

    Es soll in dieser Sendung ‚Songs of Leonard Cohen‘ gehen. Es ist das Debütalbum des kanadischen Singer-Songwriters, das am 27. Dezember 1967 veröffentlicht wurde. Das kommerziell erfolgreiche Album auf dem auch der Song ‘Suzanne’ zu hören ist, machte ihn mit melodisch einfachen Folksongs international bekannt und leitete eine fast 50 Jahre andauernde Musikkarriere ein.

    Zunächst ließ Produzent John hammond Leonard Cohen die Gitarrenparts für ‚Master Song‘ und ‚Sisters of Mercy‘ zusammen mit dem Jazzbassisten Willie Ruff einspielen und holte anschließend einige Session-Musiker dazu, was Cohen nervös machte. Die professionellen Musier haben Cohen – zu dem Zeitpunkt ein Neuling im Studio – durch ihr Können verunsichert. Cohen hat dann darum gebeten einen Riesenspiegel ins Studio zu bringen, weil er, wie er erklärte, schon immer vor einem Spiegel gespielt habe. Er fühlte sich wohl, als er sich selbst beim Spielen zusah. Und es gab ihm wohl Sicherheit.

    Nachdem John Hammond die Aufnahmen abgebrochen hatte, übernahm John Simon die Rolle des Produzenten. Aber auch Simon und Cohen gerieten in Streit, und zwar wegen Instrumentierung und Mix. Cohen wollte, dass das Album spärlich klingt, während Simon der Meinung war, dass die Songs von Arrangements mit Streichern und Hörnern profitieren würden. Als Leonard Cohen das Ergebnis hörte, war er nicht sonderlich glücklich. Die Orchestrierung ‚Suzanne‘ empfand er als übertrieben, während sich einiges andere nach seinem Dafürhalten wiederum zu leise anhörte. Es gab sogar Drums, und davon war vorher überhaupt keine Rede. Es konnten zwar im Nachhinein noch einige Änderungen an den Aufnahmen vorgenommen werden, doch einige von Simons Ergänzungen konnten nicht mehr vom Vier-Spur-Masterband entfernt werden.

    Dennoch enthält das Album einige der berühmtesten Songs von Cohen. Leonard Cohen: „Ich habe fast alles in Montreal über einen Zeitraum von vielleicht vier Jahren geschrieben. Ich hatte viele, viele lyrische Ideen. Manchmal hatte ich eine kleine Melodie und ein paar hübsche Verse, aber manchmal hat alles vom ursprünglichen Gefühl des Liedes weggeführt. Komponieren ist ein sehr schmerzhafter Prozess, weil man viele gute Sachen wegwerfen muss.“

    ‚Master Song‘ ist laut Cohens Aussage auf einer Bank an einer Straßenecke in Montréal geschrieben worden. „Ich erinnere mich, dass ich auf dieser Bank saß und den Text zu diesem Song schrieb“, so Cohen.

    ‚Sisters of Mercy‘ entstand während eines Schneesturms in Edmonton, wo er zwei junge Rucksacktouristen namens Barbara und Lorraine traf. Sie schliefen ein und er sah ihnen beim Schlafen zu. Und als sie aufwachten, war das Lied fertig und er hat es ihnen vorgespielt. ‚Stranger Song‘ befasst sich mit Verlust und der Natur der Liebe. ‚So Long, Marianne‘ schrieb er in zwei unterschiedlichen Hotels für seine damalige Liebste

    Als das Album veröffentlicht wurde hatte Cohen bereits die Rechte an ‚Suzanne‘ und ‚Stranger Song‘ abgegeben. Und zwar an den Arrangeur Jeff Chase. Cohen sagte in den 90ern: „Jemand, der klüger als ich war hat mich dazu gebracht zu unterschreiben. Ich habe u.a. ‚Suzanne‘, ‚Stranger Song‘ und ‚Dress Rehearsal Rag‘ verloren. Ich habe sie unlängst zurückbekommen, aber ich habe viel Geld verloren.“

    Gesehen

    Leonard CohenPortrait of Leonard Cohen

    In dieser Dokumentation begleitete der britische Filmemacher Tony Palmer 1972 den damals 37-jährigen Leonard Cohen auf seiner Welttournee durch 20 Städte, das die BBC später restaurieren ließ.

    Der Film über die diese Tour, die in Dublin begann und in Jerusalem endete, sollte eigentlich ein Promotionfilm für Leonard Cohen werden, dessen Verkaufszahlen zu dem Zeitpunkt eher schlecht waren.

    Es kam aber anders, denn der Film zeigt die Tour wie sie war, mit allen Unzulänglichkeiten, technischen Problemen und allem emotionalen Auf und Ab. Der Film zeigt Cohen und seine Band Backstage, auf der Bühne und im Tourbus. Außerdem werden Begegnungen mit Fans und gezeigt. Das Ergebnis war so authentisch, dass es Cohens Management zunächst sperren und umschneiden ließ; erst 2009 konnte die ursprüngliche Fassung des Films wiederhergestellt werden.

    Und es gibt natürlich auch mal wieder hübsch melancholische Cohen-Zitate, wie z.B dieses: „Alle meine Songs haben eine politische Bedeutung, weil Einsamkeit der politische Status Quo ist. Und wir sind einsam, weil wir es nicht schaffen zueinanderzufinden.“

    Verkostet

    Yamazaki 12

    Die Yamazaki ist eine japanische Whiskybrennerei in Shimamoto in der Präfektur Osaka in Japan. Die Brennerei wurde 1923 eröffnet und gehört Beam-Suntory. Es war Japans erste Single Malt-Brennerei. Die Vorgängerfirma von Suntory wollte einen ernst zu nehmenden Whisky produzieren und stellte deshalb Taketsuru Masataka ein, den er 1924 zum Direktor der Yamazaki-Brennerei ernannte. Dieser war Nachfahre einer Sake-Brauer-Familie aus dem 17. Jahrhundert und war 1918 nach Schottland gereist, um an der Universität Glasgow zu studieren und die Herstellung des Scotch Whisky vor Ort zu erlernen. 1929 konnte der erste Whisky angeboten werden. Aufgrund von Differenzen schied Taketsuru 1934 aus der Firma aus und gründete im selben Jahr das spätere Nikka.

    In der „Whisky Library“ der Brennerei sind siebentausend Flaschen Single Malt zu sehen. Die Brennerei wurde mit etlichen Preisen bedacht.

    Wir haben den 12-jährigen probiert, der mittlerweile natürlich sehr teuer ist, wie es sich für einen japanischen Whisky gehört. Zum Zeitpunkt der Aufnahme kostet er ca. 120.- €, wenn er denn überhaupt lieferbar ist.

  • Ginette Kolinka, Torres, Die Sendung mit der Maus und St. Kilian 325

    Diesmal haben wir ‚Rückkehr nach Birkenau‘ von Ginette Kolinka gelesen, ‚Silver Tongue‘ von Torres gehört, ‚Die Sendung mit der Maus‘ gesehen und das 325-Liter-Fass des ‚Signature Edition Two‘ verkostet, was am Ende einen Anteil von 61% des fertigen Whiskys ausmacht.

    Gelesen

    Ginette Kolinka – Rückkehr nach Birkenau (Aufbau Verlag)

    Ginette Kolinka wurde 1925 geboren. Sie ist damit heute mittlerweile 94 Jahre alt, lebt in Paris, hält Vorträge und führt regelmäßig Schulklassen durch das ehemalige Vernichtungslager in Auschwitz.

    Ins Deutsche übersetzt wurde ihr Buch ‚Rückkehr nach Birkenau‘ von Nicola Denis. Sie übersetzte u. a. auch Werke von Alexandre Dumas, Honoré de Balzac, Éric Vuillard, Olivier Guez und Anne Dufourmantelle. Nicola Denis lebt ebenfalls seit vielen Jahren in Frankreich.

    Die Handlung des Buches beginnt im März 1944, zu diesem Zeitpunkt wird Ginette Kolinka zusammen mit ihrem Vater, ihrem Bruder und ihrem Neffen von Frankreich nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Ginette sollte die Einzige sein, die Monate später nach Frankreich zurückkehren wird. Sie schildert, wie sie die Schläge, den Hunger, die Kälte, die Nacktheit, den Hass und das Grauen insgesamt in diesem Lager überlebt hat. Sie erzählt, wie notwendig das Festhalten an der Weiblichkeit für sie war. Ein Kleid, welches ihr die spätere französische Politikerin Simone Veil im Lager schenkte, gab ihr Würde und Kraft zum Überleben.

    Gehört

    Torres – Silver Tongue

    Mackenzie Scott wurde 1991 in Florida geboren, ist Sängerin, Songwriterin und Autorin, die unter dem musikalischen Pseudonym Torres auftritt. Neben der Musik schreibt sie Gedichte und Kurzgeschichten.

    In jungen Jahren war es der Broadway, der sie dazu brachte, Musik zu machen. Ihre Live-Auftritte sind entsprechend dramaturgisch durchdacht und sie glaubt, dass dies auf ihre frühen Erfahrungen mit dem Musiktheater zurückzuführen ist. Zu ihren musikalischen Einflüssen zählen u.a. Brandi Carlile und Fleetwood Mac.

    Wie schon auf den vergangenen Alben, so changiert auch ‚Silver Tounge‘ zwischen modernem Elektro-Pop und 90er-Jahre-Alternative. Deswegen fällt es auch schwer die Musik in irgendwelche Schubladen zu packen. Und das wiederum macht es dann auch schwerer, erfolgreich zu sein. Das dachte sich auch ihr ehemaliges Label und ließ Torres fallen. Neues Label, neues Glück. Sie ist nunmehr bei Merge Records untergekommen. Der Anteil des Pop ist allerdings zusammengeschrumpft. Es geht eher etwas rockiger auf diesem Album zu.

    Gesehen

    Die Sendung mit der Maus

    Die Sendung mit der Maus ist eine der erfolgreichsten Kinderserien im deutschen Fernsehen und wird seit 1971 am Sonntagvormittag im ersten Programm der ARD übertragen. Produziert wird das alles vom WDR in Zusammenarbeit der übrigen Sendeanstalten der ARD. Die Sendung gilt als eine Art ‚Schule der Nation‘.

    Ursprünglich wurde die Sendung ‚Lach- und Sachgeschichten für Fernsehanfänger‘ genannt, und das war natürlich mal wieder umstritten, da nach damaligen deutschem Recht das Fernsehen für Kinder unter sechs Jahren verboten war. Und natürlich wurde die Sendung zunächst von Lehrern und pädagogischen Fachkräften abgelehnt und galt als schlecht für die Entwicklung der Kinder.

    Mittlerweile wurde die Sendung aber mit über 75 Preisen ausgezeichnet. Tja. So kann man sich irren. Die erste Doktorarbeit über das Programm wurde 1991 geschrieben. Seit 1999 ist sie auch im Internet zu finden. ‚Die Sendung mit der Maus‘ erhielt am ersten Tag ihres Internetdaseins bereits 2.400 E-Mails und 4 Millionen Zugriffe.

    Verkostet

    St. Kilian – 325-L-Amarone-Fass

    Die St. Kilian Distillers ist eine Whisky-Brennerei in Rüdenau – das ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg, südlich der Stadt Aschaffenburg – die 2012 von Andreas Thümmler gegründet wurde. Der Name basiert auf dem iro-schottischen Missionsbischof St. Kilian, der im Auftrag des Papstes in Rom in das Frankenland nach Würzburg gesandt wurde, um die Heiden dort zu christianisieren. Es wird vermutet, dass er auf seinen Reisen in die arabische Region das Pot-Still-Verfahren kennen lernte. Die Brennerei befindet sich in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Textilfärberei.

    Gebrannt wird im Pot-Still-Verfahren nach schottischem Vorbild mit den charakteristischen Kupferbrennblasen der Firma Forsyths.
    Am St. Patricks Day 2016 wurde die erste Abfüllung vorgenommen in Ex-American Bourbon-Fässern mit 30 Litern Inhalt. Die ersten 760 Flaschen St. Kilian German Single Malt Whisky werden nach 3 Jahren Reifeprozesse im Jahr 2019 ausgeliefert. 760 Flaschen deswegen, weil es zu diesem Zeitpunkt in Rüdenau 760 Einwohner gab.

    Laut einem Bericht in der Zeitschrift Capital ist St. Kilian Distillers die größte Whisky-Destille in Kontinentaleuropa. Master Distiller ist Mario Rudolf.

    In unserer ersten Verkostung dieser Serie, die am Ende aus vier Teilen bestehen wird, schauen wir uns das dritte und letzte der drei Fässer an, die für die ‚Signature Edition Two‘ verwendet werden. Am Ende werden wir diesen dann natürlich auch verkosten. Wir beschäftigen uns diesmal also mit dem 325-Liter-Fass, in dem ursprünglich mal ein italienischer Süßwein namens Amarone lagerte, der einen Anteil von 61% des ‚Signature Edition Two‘ ausmacht.

  • Daniel Abraham, Kraftwerk, Pose und Hakushu 12

    330 Mal Feuilletöne und immer noch nicht müde. Heute geht es um ‚The Cambist and Lord Iron: A Fairy Tale of Economics‘ von Daniel Abraham, ‚Trans Europa Express‘ von Kraftwerk, um die Serie ‚Pose‘ und um einen 12-jährigen Hakushu.

    Gelesen

    Daniel AbrahamThe Cambist and Lord Iron: A Fairy Tale of Economics (Text) (Audio)

    Daniel James Abraham wurde 1969 geboren. Er ist Schriftsteller, Comicautor, Drehbuchautor und Produzent. Bekannt wurde er als Autor der Fantasy-Serien ‚The Long Price Quartet‘ und ‚The Dagger and the Coin‘ sowie als einer der Autoren der Science-Fiction-Reihe ‚The Expanse‘, die es mittlerweile auch als Serie zu sehen gibt.

    Seine Kurzgeschichten wurden in zahlreichen Publikationen und Anthologien veröffentlicht. Er hat mehrere Preise und Auszeichnungen bekommen.

    ‚The Cambist and Lord Iron: A Fairy Tale of Economics‘ ist eine Novelle aus dem Jahr 2007. Sie wurde ursprünglich in der Anthologie ‚Logorrhea: Good Words Make Good Stories‘ veröffentlicht und 2008 und 2013 erneut veröffentlicht. Außerdem wurde 2009 eine Audioversion über PodCastle zur Verfügung gestellt.

    Es geht in dieser Novelle um Olaf Neddelsohn, der ein Geldwechsler ist und ein ruhiges Leben führt, bis er Lord Iron auffällt, einem brutalen und dekadenten Aristokraten, der ihm unerfüllbare Aufgaben erteilt.

    Gehört

    KraftwerkTrans Europa Express

    Kraftwerk wurde 1970 in Düsseldorf von Ralf Hütter und Florian Schneider gegründet. Sie gelten als Innovatoren und Pioniere der elektronischen Musik und gehörten zu den ersten Künstlern, die das Genre bekannt machten. Die Band begann in den frühen 70er Jahren als Teil der experimentellen Krautrock-Szene in Westdeutschland, bevor sie sich vollständig mit elektronischen Instrumenten wie Synthesizern, Drum Machines und Vocodern befasste.

    Auf Alben wie ‚Autobahn‘ aus dem Jahr 1974, ‚Radioaktivität‘ aus dem Jahr 1975, ‚Trans Europa Express‘ aus dem Jahr 1977, ‚Die Mensch-Maschine‘ aus dem Jahr 1978 und ‚Computerwelt‘ aus dem Jahr 1981 entwickelteb Kraftwerk einen Stil, wie es ihn bis dahin nicht gegeben hat, der elektronische Musik mit Melodien eingängiger Popmusik verband. Spärliche Arrangements und sich wiederholende Rhythmen, sind ein Mrkenzeichen dieser Musik. Bei Auftritten waren sie meist mit Anzügen und Krawatten zu sehen. Nach der Veröffentlichung von Electric Café aus dem Jahr 1986 verließ Wolfgang Flür die Band. Der langjährige Percussionist Karl Bartos verließ die Band im Jahr 1990. Gründungsmitglied Schneider schied im Jahr 2008 aus.

    Die Arbeit der Band hat eine Vielzahl von Künstlern und Genres beeinflusst, darunter Synth-Pop, Post-Punk, Techno, Electro-Funk, Detroit Techno, Ambient, EBM, Clubmusik und übten entscheidenden Einfluss auf die Anfänge des Hip-Hop aus. 2014 wurde Kraftwerk von der Recording Academy mit einem Grammy Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Die New York Times bezeichnete Kraftwerk 1997 als die ‚Beatles der elektronischen Tanzmusik‘.

    Kraftwerk beeinflusste im Grunde alles und alle die nach ihnen kamen, hervorzuheben sind u.a. David Bowie, Dr. Dre, Siouxsie and the Banshees, Joy Division, The Jesus and Mary Chain, Primal Scream, Björk, Human League, Depeche Mode, Duran Duran, Alphaville, O.M.D., Rammstein, Ultravox, Moby, New Order oder auch Front 242.

    ‚Trans Europa Express‘ ist das sechste Studioalbum von Kraftwerk. Das Album wurde Mitte 1976 in Düsseldorf aufgenommen und im März 1977 auf Kling Klang Records veröffentlicht, dem eigenen Label der Band. Kraftwerk verfeinerte ihren melodisch-elektronischen Stil, auf diesem Album noch einmal, wobei der Schwerpunkt auf Rhythmen mithilfe damals neuartiger Sequencer lag, welche speziell für diese Band gebaut wurden. Der typische Vocoder, der den Gesang verfremdet ist auch auf diesem Album zu hören und ist eines der Markenzeichen der Band. Songs wie ‚Schaufensterpuppen‘ oder ‚Europa Endlos‘ waren stilprägend für spätere Generationen elektronischer Popmusik, Techno, Hip-Hop, Elektropop etc.

    Trans-Europa Express landete in den amerikanischen Charts auf Platz 119. Die LA Times nannte das Album ‚das wichtigste Pop-Album der letzten 40 Jahre‘.

    Gesehen

    Pose – Folge 1

    Die Idee dieser Serie stammt von Ryan Murphy, Brad Falchuk und Steven Canals. Murphy und Falchuk arbeiteten bereits in der Vergangenheit zusammen und schufen u.a. ‚Glee‘ und ‚American Horror Story‘.

    Die Serie, die in den Jahren 1987 und 1988 spielt, behandelt neben der sogenannten Ballroom Culture vor allem das kulturelle Milieu in Lower Manhattan sowie kontrastierend das florierende Imperium Donald Trumps und dessen Umfeld, das von Luxus geprägt ist.

    Laut den Serienmachern ist ‚Pose‘ stark von der Dokumentation ‚Paris Is Burning‘ aus dem Jahr 1990 inspiriert, in der es um die Ballroom Culture und ihre Mitglieder geht.
    Murphy gab außerdem bekannt, dass er alle Einnahmen, die er für die Serie erhält, an LGBT-Organisationen spenden wird.

    Im Sommer 2018 wurde bekanntgegeben, dass die Serie um eine zweite Staffel verlängert wird, die seit dem Sommer des Jahres 2019 zu sehen ist. Kurz darauf wurde bekannt gegeben, dass es auch eine dritte Staffel geben wird.

    Verkostet

    Hakushu 12

    Die Hakushu-Brennerei ist eine japanische Whiskybrennerei. Sie ist im Besitz der Suntory-Gruppe und befindet sich in Hakushū, was mittlerweile ein Teil der Stadt Hokuto ist, inmitten des Waldes an den Hängen des Berges Kaikoma. Die Brennerei wurde 1973 gegründet. Im Jahr 1981 wurde sie durch die Inbetriebnahme einer zweiten Brennerei, ganz in der Nähe des ursprünglichen Standortes erweitert. Die gesamte Produktion konzentriert sich mittlerweile auf den neuen Standort.

    Wie für alle japanischen Whiskys muss man auch für diesen eine stolze Summe hinlegen. Wir besprachen den Malt schon einmal in Episode 213. So um die 140.- € kostet er zum Zeitpunkt dieser Aufnahme mittlerweile, weil er kaum noch zu bekommen ist. Wir erzählen euch in dieser Folge, ob dieser doch sehr hohe Preis in irgendeiner Weise gerechtfertigt ist.

  • Clue Writing, Field Music, Life of Brian und St. Kilian Fass 2

    Moin Alle! Wir sind mal wieder bei Clue Writing gelandet und lesen diesmal ‚Katharsis‘. Außerdem hörten wir ‚Making a new World‘ von Field Music, sahen ‚Life of Brian‘ und verkosteten das 225-Liter-Fass der ‚Signature Edition Two‘ von St. Kilian.

    Gelesen

    Clue WritingKatharsis

    Rahel und Sarah heißen die beiden Menschen hinter der Literaturplattform ‚Clue Writing‘. Seit 2012 veröffentlichen sie dort wöchentlich Kurzgeschichten, die an einem vorher festgelegten Handlungsort (Setting) spielen und vorgegebene Stichworte (Clues) nach klaren Vorgaben vertexten. So kam im Laufe der Zeit ein Textsammelsurium von mehreren hundert Geschichten zusammen! Und das in allen möglichen Genres. Und so behaupten sie mit Fug und Recht, dass auf Clue Writing jedes Leserherz umworben wird. Man findet bei Clue Writing Krimis, Abenteuergeschichten, Komödien, Charakterstudien, Romantik, Science Fiction und Horror. Da dürfte für alle Menschen etwas dabei sein.

    Diesmal geht es um Leuchtturmwächter Axel, der vor ca. zwei Monaten auf eine Nordseeinsel gezogen ist. Sein Biorhythmus gewöhnt sich gerade an die Zeiten eines Leuchtturmwärters. Außerdem frönt er dem Hobby des Baus von Kuckucksuhren. Er beginnt, Abends nach dem Aufstehen die Nachrichten des Tages zu hören, die von einem Serienmörder berichten…

    Die Autorin ist Sarah, das Setting eine Nordseeinsel und die Clues: Kuckuck, Sonnenlicht, Hobeltisch, Browser-Tab, Einfachheit

    Gehört

    Field MusicMaking a new World

    Field Music ist eine Band aus Sunderland (im County Tyne and Wear in England), die 2004 gegründet wurde. Der Kern der Band besteht aus den Brüdern David Brewis und Peter Brewis. Ab und zu stößt auch der Keyboarder Andrew Moore hinzu. Zu Field Music gehörten zeitweise auch Mitglieder von Maxïmo Park und The Futureheads.

    Field Music darf wohl als eine der wenigen Bands bezeichnet werden, die die Welle der Indie-Gitarren-Bands Mitte der 2000er Jahre überlebten. Ihre Musik ist sehr vielseitig und die Band hat die unterschiedlichsten Vorbilder. So wird die Band mit KünsterInnen und Bands wie z.B. Steely Dan, XTC, Prefab Sprout, Peter Gabriel, Scritti Politti, Talking Heads oder Todd Rundgren verglichen. Außerdem steuerten sie den Soundtrack für die Dokumentation ‚Drifters‘ bei.

    ‚Making a new World‘ ist das siebte Album der Band. Das Album handelt samt und sonders von den Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs und ist damit ein Konzeptalbum. Die Songs sind aus einem Projekt hervorgegangen, in dessen Rahmen Field Music sie für das Imperial War Museum (IWM) komponiert hatte.

    Die Band hatte ursprünglich überlegt, vorwiegend instrumentale Stücke zu schaffen, aber die Beschäftigung mit dem Thema erster Weltkrieg hat sie schließlich doch dazu bewogen, Songs mit Texten zu schreiben, die jeweils eine Geschichte erzählen. David Brewis beschrieb die Songs als einen Versuch „die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges zu beschreiben“. Die Songs, die die Band für das Projekt schrieb, waren erstmals am 24. Januar 2019 im Imperial War Museum in Salford und am 31. Januar 2019 in London zu hören.

    Gesehen

    Monty PythonLife of Brian

    Terence Graham Parry „Terry“ Jones starb am 21. Januar 2020, zu diesem Anlass haben wir unser heutiges Programm für „Gesehen“ kurzfristig angepasst.

    Terry Jones wurde 1942 in Colwyn Bay in Wales geboren. Er war Mitglied der Comedygruppe Monty Python und außerdem Schauspieler, Schriftsteller, Komiker, Drehbuchautor, Filmregisseur und Historiker.

    Terry Jones war maßgeblich für die innovative, surreale Struktur des Programms von Monty Python verantwortlich. Er gab sein Regiedebüt bereits mit dem ersten Film des Teams, ‚Monty Python and the Holy Grail‘ (dt.: Ritter der Kokosnuss) sowie mit den nachfolgenden Filmen ‚Life of Brian‘ (dt.: Das Leben des Brian) und ‚The Meaning of Life‘ (dt.: Der Sinn des Lebens).

    Außerdem war Terry Jones ein angesehener Historiker, der sich besonders auf das Mittelalter konzentrierte und der mehrere Bücher und Fernsehdokumentationen über diese Epoche veröffentlicht hat. Darüber hinaus war er auch noch Kinderbuchautor.

    Im September 2016 wurde bei Jones eine seltene Form von Demenzerkrankung diagnostiziert. Als Folge litt er an einer primär-progressiven Aphasie (PPA), die seine Kommunikationsfähigkeiten einschränkte. Infolge dieser Krankheit starb Terry Jones im Januar dieses Jahres.

    ‚Monty Pythons Life of Brian‘, meist aber einfach nur ‚Life of Brian‘ genannt, ist eine britische Komödie aus dem Jahr 1979, in der die Comedy-Gruppe Monty Python, bestehend aus Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin die Hauptrolle spielt. Terry Jones schrieb das Drehbuch und führte Regie. Der Film erzählt die Geschichte von Brian Cohen – gespielt von Graham Chapman – einem jungen jüdischen Mann, der am selben Tag wie Jesus geboren wird und anschließend aufgrund von einigen Missverständnissen für den Messias gehalten wird.

    Interessant ist, dass, nachdem EMI Films wenige Tage vor Produktionsbeginn die Finanzierung zurückgezogen hatte, der langjährige Monty-Python-Fan George Harrison die Finanzierung des Filmes übernahm.

    Der Film enthält religiöse Satire, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung umstritten war. Es gab Anklagen wegen Gotteslästerung und Proteste einiger religiöser Gruppen. Neununddreißig lokale Behörden im Vereinigten Königreich verhängten entweder ein völliges Verbot oder sorgten dafür, dass der Film erst ‚Ab 18‘ gesehen werden durfte. Einige Länder wie Irland und Norwegen haben die Vorführung des Filmes ganz verboten. Einige dieser Verbote dauerten noch Jahrzehnte nach Veröffentlichung an. Die Filmemacher nutzten diesen Umstand für ihre Marketingkampagne. Plakate in Schweden lauteten z. B.: „So lustig, dass es in Norwegen verboten ist!“

    Der Film wurde ein Erfolg für Monty Python und trug nicht unwesentlich zu deren Popularität bei. Der Film wurde und wird von mehreren Magazinen, Radiosendern, Fernsehsendern und Webportalen als ‚bester Comedy-Film aller Zeiten‘ ausgezeichnet.

    Verkostet

    St. Kilian – 225 L Amarone-Fass

    Die St. Kilian Distillers ist eine Whisky-Brennerei in Rüdenau – das ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg, südlich der Stadt Aschaffenburg – die 2012 von Andreas Thümmler gegründet wurde. Der Name basiert auf dem iro-schottischen Missionsbischof St. Kilian, der im Auftrag des Papstes in Rom in das Frankenland nach Würzburg gesandt wurde, um die Heiden dort zu christianisieren. Es wird vermutet, dass er auf seinen Reisen in die arabische Region das Pot-Still-Verfahren kennenlernte. Die Brennerei befindet sich in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Textilfärberei.

    Gebrannt wird im Pot-Still-Verfahren nach schottischem Vorbild mit den charakteristischen Kupferbrennblasen der Firma Forsyths.
    Am St. Patricks Day 2016 wurde die erste Abfüllung vorgenommen in Ex-American Bourbon-Fässern mit 30 Litern Inhalt. Die ersten 760 Flaschen St. Kilian German Single Malt Whisky werden nach 3 Jahren Reifeprozesse im Jahr 2019 ausgeliefert. 760 Flaschen deswegen, weil es zu diesem Zeitpunkt in Rüdenau 760 Einwohner gab.

    Laut einem Bericht in der Zeitschrift Capital ist St. Kilian Distillers die größte Whisky-Destille in Kontinentaleuropa. Master Distiller ist Mario Rudolf.

    In unserer ersten Verkostung dieser Serie, die am Ende aus vier Teilen bestehen wird, schauen wir uns das erste der drei Fässer an, die für die ‚Signature Edition Two‘ verwendet werden. Am Ende werden wir diesen dann natürlich auch verkosten. Wir beschäftigen uns diesmal mit dem 225 L Fass, in dem ursprünglich mal ein italienischer Süßwein namens Amarone lagerte, der einen Anteil von 36% des ‚Signature Edition Two‘ ausmacht.