Feuilletöne – Sendung 259 – Baruch de Spinoza, Patricia Kopatchinskaja/Polina Leschenko – DEUX, Brooklyn Nine-Nine – Episode 1 und Vor – Pot Distilled Gin – Barrel Aged 

avatar Herr Martinsen Moderator Amazon Wishlist Icon
avatar Frau Windhorst Moderatorin
avatar Feuilletöne Sender Amazon Wishlist Icon Auphonic Credits Icon

Endlich geht es weiter mit den PhilosophInnen, diesmal mit Baruch de Spinoza. Außerdem hörten wir das Album ‘DEUX’ von Patricia Kopatchinskaja und Polina Leschenko, die  Bartók, Poulenc und Ravel erklingen lassen, sahen ‘Brooklyn Nine-Nine’, also mal wieder eine Sitcom, wenn das mal gut geht, und zu guter Letzt verkosteten wir auch noch einen Gin.

Gelesen

Baruch de Spinoza

Baruch de Spinoza wurde 1632 als Bento de Espinosa in einem Haus im Amsterdamer Judenviertel – heute Waterlooplein und Umgebung – geboren und als Baruch in der jüdischen Gemeinde eingeführt. Er starb 1677 in Den Haag. Er war Philosoph und Sohn portugiesischer Immigranten sephardischer Herkunft, seine Muttersprache portugisisch. Er gilt als einer der Begründer der modernen Bibel- und Religionskritik.

Er lernte früh Latein und wurde so unter anderem mit dem Gedankengut von Descartes und der Spätscholastik bekannt. Die jüdischen Rationalisten wie Maimonides oder Gersonides waren ihm wohl schon vertraut. Im Jahre 1656 äußerte Spinoza starke Zweifel an verschiedenen für die Gemeinde zentralen Glaubenslehren. 1656 wurde er dann wegen seiner angeblich schlechten Ansichten und Handlungen von der Synagoge ausgeschlossen. Zusätzlich verboten die Rabbiner jeden schriftlichen oder mündlichen Kontakt mit ihm. Spinoza war zu diesem Zeitpunkt lediglich 23 Jahre alt und hatte noch nichts veröffentlicht.

Nach dem Bann verfasste Spinoza eine umfangreiche Verteidigungsschrift, in der er seine bibel- und religionskritischen Ansichten entwickelte, die er dann später in den theologisch-politischen Traktat aufnahm. Spinoza gilt als einer der ersten säkularen Juden. Er lebte ehelos und zurückgezogen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich mit dem Drehen und Schleifen optischer Linsen. Darüber hinaus bezog er Zuwendungen von zwei Gönnern.

Sein Ruf als scharfsinniger Kenner und sein eigenwilliges Weiterentwickeln der Philosophie Descartes’ zog das Interesse vieler Gelehrter auf sich. 1663 veröffentlichte Spinoza die ‘Renati Descartes principiorum philosophiae’ (PPC), das einzige Werk, das zu seinen Lebzeiten unter seinem Namen erschien. 1669 zog er nach Den Haag. Seit 1670 bemühte sich die Kirche bei den staatlichen Stellen, ein Verbot von Spinozas anonym erschienenen ‘Tractatus theologico-politicus’ (TTP) durchzusetzen, was 1674 Erfolg hatte. In Den Haag erhielt Spinoza Besuch bedeutender Gelehrter, darunter 1676 von Gottfried Wilhelm Leibniz. Spinoza starb im Alter von 44 Jahren am 21. Februar 1677, um 3 Uhr nachts in seiner Wohnung an der Paviljoensgracht in Den Haag. Die Umstände seines Todes sind nicht näher bekannt, vielleicht war Tuberkulose die Ursache, damals als Schwindsucht bezeichnet. Der ‘Tractatus politicus’ blieb unvollendet.

Freunde wie Lodewijk Meyer bereiteten Spinozas nachgelassene Manuskripte zur Veröffentlichung vor. Dies erfolgte noch im Todesjahr 1677. Die Veröffentlichungen enthielten die Ethik, den ‘Tractatus politicus’, den ‘Tractatus de intellectus emendatione’ sowie Briefe und seine gleichfalls unvollendete hebräische Grammatik. Autographen von Spinoza werden unter anderem in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek aufbewahrt.

Spinoza nimmt in der Philosophiegeschichte eine Sonderstellung ein. Er gehörte weder einer etablierten philosophischen Schule an, noch begründete er selber eine neue. Dabei war er einer der radikalsten Philosophen der frühen Neuzeit.

Die Philosophie Spinozas hat vor allem ein ethisch-praktisches Ziel: Sie möchte von den illusorischen Lebenszielen das einzig Wahre unterscheiden, das dem Menschen, wenn er es erreichen würde, eine stabile und wirklich befriedigende Freude verschaffen könnte. Um dies zu ermöglichen, entwickelte Spinoza eine Ethik, deren Grundlagen metaphysischer Natur sind. Da aber die Ethik in seinen Augen von der politischen Philosophie untrennbar war, entwickelte er sowohl im Rahmen des ‘Tractatus theologico-politicus’ als auch des ‘Tractatus politicus’ zudem ein eigenständiges politisches Denken.

Gehört

Patricia Kopatchinskaja/Polina Leschenko – DEUX – Bartók, Poulenc, Ravel

Patricia Kopatchinskaja wurde 1977 in Chișinău in der Moldauischen SSR geboren, was wiederum ein Teil der Sowjetunion war. Sie ist eine moldauisch-österreichisch-schweizerische Geigerin. Ihre Mutter ist ebenfalls Geigerin, ihr Vater Viktor spielt das Zymbal, ein Hackbrett. Weil ihre Eltern ausgedehnte Konzertreisen durch die Sowjetunion unternahmen, wuchs Patricia überwiegend bei ihren Großeltern auf. Ab ihrem sechsten Lebensjahr nahm sie Geigenunterricht. 1989 emigrierte die Familie nach Wien und nahm die österreichische Staatsbürgerschaft an. Sie studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Komposition und Violine. Im Alter von 21 Jahren wechselte sie als Stipendiatin an die damalige Hochschule für Musik und Theater in Bern. Dort diplomierte sie im Jahr 2000 mit Auszeichnung. Viele KomponistInnen haben ihr bereits Werke gewidmet. Sie komponiert gelegentlich auch selbst.

Polina Leschenko wurde in St. Petersburg geboren und begann im Alter von sechs Jahren, Klavier zu spielen. Zwei Jahre später gab sie ihr Solo-Debüt mit dem Leningrader Symphonieorchester. Im Alter von 16 Jahren erhielt sie ihr Diplom mit der höchsten Auszeichnung des Königlichen Konservatoriums Brüssel. Sie arbeitet mit Orchestern auf der ganzen Welt zusammen. Polina Leschenko ist eine versierte und bewunderte Kammermusikerin und tritt häufig auf Festivals auf.  Die Saison 2009/2010 umfasst Konzertauftritte mit dem Hallé Orchester, den London Mozart Players, dem Scottish Chamber Orchestra, mit der Armenian Philharmonic, dem Irish Chamber Orchestra, dem I Pomeriggi Musicali und dem Bern Symphony Orchestra. Die Saison umfasst auch Kammermusik und Konzerte in Großbritannien und Europa, einschließlich des Brucknerfests, der Pharos-Stiftung und des Schwetzinger Festivals.

Auf dieser Aufnahme namens ‘DEUX‘ spielen die zwei Musikerinnen die 4. Sonate für Violine und Klavier von Francis Poulenc, die 2. Sonate für Violine und Klavier von Béla Bartók und ‘Tzigane’ von Maurice Ravel. Außerdem spielt Polina Leschenko ‘Coppélia Waltz’ aus dem Balett ‘Coppélia’ des französischen Komponisten Léo Delibes. 

Gesehen

Brooklyn Nine-Nine – Episode 1

Bei Brooklyn Nine-Nine handelt es sich um eine US-Sitcom, die seit 2013 ausgestrahlt wird. 2018 setzte Fox die Serie nach fünf Staffeln ab. Nur einen Tag später gab NBC  bekannt, die Serie zu übernehmen. Durch den Wechsel wurde die Serie nun für eine mindestens 13 Folgen umfassende 6. Staffel verlängert.

Es geht in dieser Serie um eine Gruppe Detectives im fiktionalen 99. Revier des NYPD in Brooklyn. Geleitet wird das Revier vom neu ernannten Captain Raymond Holt. Jake Peralta zeichnet sich durch seine alberne Art aus. Seine Kollegin Amy Santiago ist eine regelversessene und loyale Polizistin, die stets um die Gunst des Captains bemüht ist. Charles Boyle ist der beste Freund von Jake, er ist ein sehr unsicherer Mensch. Aber auf dem kulinarischen Gebiet ist er Experte. Rosa Diaz ist sehr selbstsicher und kühl in ihrem Verhalten. Dann sind da noch die faulen und inkompetenten Michael Hitchcock und Norm Scully. Und Sergeant Terry Jeffords, ein Familienmensch, den anfangs Angst plagt, im Dienste seiner Polizeiarbeit zu sterben, da seine Kinder in diesem Fall ohne Vater aufwachsen müssten. Er ist der direkte Vorgesetzte der Detectives. Komplettiert wird die Abteilung durch Administratorin Gina Linetti, die außerdem als Holts Assistentin fungiert.

Verkostet (Danke an Kirsch Whisky)

Vor – Pot Distilled Gin – Barrel Aged 

Die Eimverk Brennerei wurde 2011 gegründet. Diesmal verkosten wir den Vor – Pot Distilled Gin – Barrel Aged welcher in Eichenfässern reifen durfte. Diesmal also keinen Whisky, keinen Malt, keinen Bourbon, sondern Gin. 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.