Feuilletöne – Sendung 239 – René Descartes, Tocotronic, Pastewka und Cardhu 12

Cogitamus ergo sumus, oder so. Und da wir denken und sind, haben wir Die Prinzipien der Philosophie von René Descartes gelesen, ‘Die Unendlichkeit‘ von Tocotronic gehört, ‘Pastewka‘ gesehen und einen 12-jährigen Cardhu verkostet.

Gelesen

René Descartes – Die Prinzipien der Philosophie (Principia Philosophiae)

René Descartes wurde 1596 in La Haye en Touraine geboren und starb 1650 in Stockholm. Er war Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler. Er gilt als Begründer des modernen frühneuzeitlichen Rationalismus, den u.a. Spinoza, Malebranche und Leibniz weitergeführt haben. Von ihm stammt der berühmte Satz „cogito ergo sum“ („Ich denke, also bin ich.“). Descartes ist außerdem der Begründer der analytischen Geometrie, welche Algebra und Geometrie verbindet. Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten, etwa seine Ablehnung des Gravitationsprinzips oder seine Wirbel-Theorie sind früh durch die newtonsche Physik widerlegt worden. Sie sind jedoch nicht gering zu schätzen, da Descartes einer der wichtigsten und strengsten Vertreter des Mechanizismus war, der die ältere aristotelische Physik abgelöst hat. Sein Ethos der Pflicht und der Selbstüberwindung hat die Literatur der französischen Klassik des 17. Jahrhunderts sehr stark beeinflusst.

Die im ‘Discours de la méthode’ wird die formulierte philosophische Methode in vier Regeln zusammengefasst:
1. Skepsis: Nichts für wahr halten, was nicht klar und deutlich zu erkennen ist, dass es nicht in Zweifel gezogen werden kann.
2. Analyse: Schwierige Probleme in Teilschritten erledigen.
3. Konstruktion: Vom Einfachen zum Schwierigen voranschreiten
4. Rekursion: Immer prüfen, ob bei der Untersuchung Vollständigkeit erreicht ist.

Diese Methode Descartes’ ist stark geprägt von seiner Praxis als Mathematiker. Die vier Grundregeln der Methode sind in seinen Augen eine Anwendung der in der Mathematik üblichen Verfahren und Arbeitsmethoden. Die Idee besteht im Wesentlichen darin, komplexe Probleme derart zu zerlegen, dass ihre einzelnen Elemente qua intuition als wahr erkannt werden können. Erst später erweitert Descartes seine Konzeption um eine metaphysische, indem er hinterfragt, wie die Intuition für die Wahrheit des Erkannten bürgen könne, denn: “Man könnte ja auch in den einfachsten Dingen stets irren.” Die Suche nach unumstößlichen Fakten führt schließlich zum berühmten “cogito ergo sum”, der Grundlage seiner Bewusstseinssphilosophie.

Gehört

TocotronicDie Unendlichkeit

Tocotronic wurde 1993 in Hamburg von Dirk von Lowtzow (Gitarre/Gesang), Jan Müller (Bass) und Arne Zank (Schlagzeug) gegründet. Der Bandname ist abgeleitet von einer japanischen Spielkonsole namens Tricotronic, die wiederum Vorgänger des Game Boy war. Tocotronic wurden sehr schnell zu einem zentralen Teil der Hamburger Schule neben Bands wie Blumfeld oder Die Sterne. Die Musik Tocotronics wird auch gern als Indie-Rock, Indie-Pop oder Diskursrock bezeichnet. Nicht ganz unschuldig am Erfolg der Band ist Bernd Begemann, der in seiner damals im NDR-Fernsehen ausgestrahlten Sendung ‘Bernd im Bademantel’ auch Tocotronic in sein Wohnzimmer einlud, und sie so einem breiterem Publikum bekannt machte. Seit K.O.O.K. aus dem Jahr 1999 erreichte jedes Album die Top 10 der deutschen Album-Charts. Das Album ‘Schall & Wahn’ aus dem Jahre 2010 platzierte sich als erstes Tocotronic-Werk gar auf Platz 1. Tocotronics Alben und Songs sorgen regelmäßig für Aufregung und Jubelstürme in den deutschsprachigen Feuilletons.

‘Die Unendlichkeit’ aus dem Jahr 2018 ist das zwölfte Studioalbum der wichtigsten deutschsprachigen Band der letzten fünfhundertmillionentrilliarden Jahre. Und diesmal ist mal wieder alles ein bisschen anders als zuvor. Denn diesmal geht es autobiographisch zu. Dirk von Lowtzow singt uns sein Leben und wir dürfen zuhören, wie er als kleiner Junge in Freiburg aufwächst und nicht wirklich ‘Tapfer und grausam’ war, wie er sich als Jugendlicher an seiner ‘Electric Guitar’ festhielt, wie er in dem Song ‘Hey Du’ homophoben Menschen begegnete, ‘1993’ nach Hamburg ging, in ‘Ausgerechnet Du hast mich gerettet’ von Berlin gerettet wird und uns schließlich singt, dass ‘Alles was ich immer wollte war alles’ war.

Gesehen

Pastewka – Staffel 8

Bastian Pastewka wurde 1972 in Bochum geboren und ist Schauspieler, Komiker, Drehbuchautor, Synchronsprecher und Hörbuchinterpret. In der Serie Pastewka spielt er sich schlicht selbst (oder vielmehr eine fiktionale Version davon). Der Schauplatz der Serie ist Köln. Die Sitcom wurde 2005 das erste mal in Sat.1 gezeigt, wo die Serie auch bis zur 7. Staffel im Jahr 2014 lief. Im Jahr 2018 wurde Pastewka dann auf Amazon Prime Video mit der 8. Staffel fortgesetzt. Pastewka wurde unter anderem mit der Rose d’Or und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet und war viermal für den Grimme-Preis nominiert.

Es geht in dieser Serie um die Alltagswidrigkeiten, denen Bastian Pastewka ausgesetzt ist. Diese basieren allerdings nicht auf wahren Erlebnissen Pastewkas. Pastewka meint es hier meist gut, wird aber oft falsch verstanden und macht daraufhin die Situation noch schlimmer. Im Mittelpunkt stehen dabei Beziehungsschwierigkeiten mit der Freundin Anne, Familienprobleme mit dem Bruder Hagen oder dessen Tochter Kim. Aber auch der Kleinkrieg mit seiner Nachbarin und Hagens späterer Freundin Frau Bruck wegen diverser Lappalien machen ihm das Leben nicht gerade leichter. Das Fortbewegungsmittel des Serienhelds ist meist ein roter Saab 900. Der zentrale Handlungsort der ersten fünf Staffeln ist Bastians Wohnung in der Emmastraße 1 in Köln. Ab der sechsten Staffel zieht er in der Serie mit der Freundin zusammen nach Köln-Marienburg.

Verkostet

Cardhu 12

Cardhufrüher Cardowist eine Whisky-Brennerei in der Nähe des Ortes Cardow in der Speyside. 1824 wurde die Brennerei Cardow durch John und Helen Cumming gegründet. 1884 folgete dann ein Neuaufbau auf einem benachbarten Gelände. Die alten Brennblasen wurden an William Grant verkauft, der damit Glenfiddich ausstattete. 1960 wurde die Brennerei von vier auf sechs Brennblasen erweitert. Schließlich folgte 1983 die Umbenennung der Brennerei in Cardhu. Seit 1987 gehört die Brennerei zum Getränkekonzern Diageo.

Der Whisky aus dieser Brennerei bildet noch einen wichtigen Bestandteil der Johnnie Walker BlendsDiageo baut aber für die Blends eine eigene Distillery. Es gibt von dieser Brennererei einen 12-jährigen, einen 15-jährigen, einen 18-jährigen und einen 22-jährigen Single-Malt. Und dann gab es noch den sogenannten Pure Malt’, dessen Bestandteile mindestens 12 Jahre alte Single Malts aus benachbarten Speyside-Brennereien sind. Das erregte die Gemüter im Jahre 2003, da dieser in einer nahezu identischen Flasche wie der Single-Malt-Whisky abgefüllt wurde. Diageo zog diesen Whisky daraufhin 2004 wieder zurück.

Feuilletöne – Sendung 138 – Alben des Jahres 2015

Neuigkeiten   

Die Neuigkeiten gehen in die ewigen Feuilletönegründe.

Gelesen

Blumfeld / Jochen DistelmeyerEines Tages

‘Eines Tages’, Lyrik von Jochen Distelmeyer. Erschienen ist diese Lyrik auf dem Album ‘Old Nobody’ der Band Blumfeld. Dass Jochen Distelmeyer nicht nur Singen kann, sondern auch schreiben, weiß man spätestens seit seinem Roman ‘Otis’. Man hätte es aber auch schon vorher wissen können, denn dieses Gedicht ist aus dem Jahre 1999. ‘Eines Tages’ steckt voller Anspielungen an ‘Das dreißigste Jahr’, von Ingeborg Bachmann. Eine Erzählung, die von einem Mann handelt, der kurz davor ist 30 Jahre alt zu werden. Dieses Gedicht ist gesprochene Musik. Wunderbare Lyrik!

Gehört – Die Alben des Jahres 2015

HörerInnen

  1. Tocotronic – Das rote Album (Homepage) (Spotify)
  2. TesseracT Polaris (Homepage) (Apple Music)
  3. Klone – Here comes the Sun (Homepage) (Spotify) (Apple Music)
  4. Caspian – Dust and Disquiet (Homepage) (Apple Music)
  5. Björk Vulnicura (Homepage) (Apple Music)

Frau Windhorst

  1. TesseracT Polaris (Homepage) (Apple Music)
  2. Metric Pagans in Vegas (Homepage) (Apple Music)
  3. Ibeyi Ibeyi (Homepage) (Apple Music)
  4. Wilco Star Wars (Homepage) (Apple Music)
  5. Björk Vulnicura (Homepage) (Apple Music)

Herr Martinsen

  1. Björk Vulnicura (Homepage) (Apple Music)
  2. Caspian – Dust and Disquiet (Homepage) (Apple Music)
  3. Girls in Airports – Fables (Homepage) (Apple Music)
  4. Wilco Star Wars (Homepage) (Apple Music)
  5. TesseracT Polaris (Homepage) (Apple Music)

Gesehen

Rita – Staffel 3 (IMDb)

Lehrerin Rita hat auch in der dritten Staffel einiges vor sich: Das Thema Inklusion verursacht in der Schule Probleme, ebenso wie der zur Behebung ebenjener eingestellte “Motivationscoach”. Läuse, Eltern, Sexualkunde, Marijuana, eine überforderte Direktorin – Rita bleibt von nichts verschont und ihre Zuschauer freuen sich über köstliche Unterhaltung mit Tiefgang in dieser vielleicht besten Staffel der dänischen Erfolgsserie.

Verkostet: Die Whiskies, die immer wiederkehren

Herr Martinsen: Highland Park 12

Die Highland Park-Brennerei ist in Kirkwall auf der Orkney-Insel Mainland in Schottland zu finden. Es ist die nördlichste Whiskybrennerei Schottlands. Die Geschichte Highland Parks begann wohl schon 1798, als angeblich ein gewisser Magnus Eunson auf dem jetzigen Gelände der Destillerie anfing schwarz zu brennen. 1825 wurde die heutige Brennerei erbaut, die dann 1826 die Lizenz zum Destillieren erhielt. Im März 2006 verstarb die Destilleriekatze Barley bei einem Autounfall. Damit endete eine 200 Jahre alte Tradition, denn einen Nachfolger wird es nicht mehr geben. Highland Park ist eine der wenigen Brennereien, die heute noch selber in einer eigenen Tennenmälzerei mälzt. 20% des Gesamtbedarfs werden damit abgedeckt.

Frau Windhorst: Lagavulin 16

Lagavulin ist eine Whiskybrennerei auf Islay. Bereits seit 1742 wurde am Standort der heutigen Brennerei Whisky gebrannt. Die erste legale Brennerei wurde jedoch erst 1816 durch John Johnston gegründet, dem Vater der Gründer von Laphroaig. Heute gehört die Brennerei Diageo. Eine eigene Mälzerei gibt es nicht mehr, dort befindet sich nunmehr das Besucherzentrum. Das verwendete Malz wird aus den Port Ellen Maltings bezogen.

Empfehlungen

Auch die Empfehlungen haben keine Lust mehr im Jahr 2016 und gehen ebenfalls in Rente.

133-Party im Blitz, Metric, Peaches, Fargo und Aberlour 15

Neuigkeiten   

Jochen Diestelmeyer veröffentlicht im Februar ein neues Album
Neues Kant-Lexikon.
Schubert-Archiv im Internet öffentlich zugänglich (Homepage)
Tocotronic geben im April ein paar Zusatzkonzerte

Adele mag nicht gestreamt werden.
Crowdfunding: “Wie der Jazz nach Deutschland kam”
Whisky of the Year (Jim Murray’s Whisky Bible) → Canada’s Crown Royal Northern Harvest Rye Edition

Gelesen
Elias Canetti – Party im Blitz

Party im Blitz wurde erst nach Canettis Tod im Jahre 2005 veröffentlicht und blieb unvollständig. Es ist also nicht der vierte Teil der Autobiographie, sondern lediglich ein Fragment. Canetti beschreibt hier seine Erlebnisse in England von 1938 bis 1971. Auch hat Canetti seine Erinnerungen erst viele Jahre nach seiner Zeit in England nieder geschrieben. Wie schon im dritten Teil erinnert Canetti sich auch hier an Persönlichkeiten: Maler, Dichter, Literaturkritiker und auch Liebschaften.

Gehört

MetricPagans in Vegas (Homepage) (Apple Music)

Das sechste Album der kanadischen Band aus Toronto, und überraschenderweise ein durch und durch elektronisches. Sie haben also den entgegengesetzten Weg eingeschlagen im Vergleich zu Daft Punk damals mit ihrem Album ‘Random Access Memories’, das sie ihrerzeit komplett mit echten Instrumenten bestritten haben. Hier nun also alles genau in die entgegengesetzte Richtung: Metric haben die Synthesizer ausgepackt. Hübsche Melodien, tanzbar, aber nie komplett dem Mainstream verfallen.

PeachesRub (Homepage) (Apple Music)

Peaches redet, singt und musiziert über Sex, Körperlichkeit, Gender und Freiheit. Das macht sie entspannt und unprätentiös. Humor, der so geschickt in die Songs gestrickt wurde, dass die Ernsthaftigkeit nie zu kurz kommt. Lachen darf und soll man auf diesem Album. Nachdenken aber ebenso. Musikalisch befinden wir uns im elektronischen Bereich. Elektronische Beats, die sofort dazu animieren, sich zu bewegen und zu dieser Musik zu tanzen.

Gesehen

Fargo – Staffel 1 (IMDb)

Mitten im Winter hat Lorne Malvo in seinem Auto einen Zusammenstoß mit einem Reh. Im Anschluss flieht ein in Unterwäsche gekleideter Mann aus dem Kofferraum in den Wald. Malvo ist gezwungen, in der nächst gelegenen Kleinstadt zu verweilen und trifft dort auf den Versicherungskaufmann Lester Nygaard. Kurz darauf ereignen sich eine Reihe brutaler Morde. Schnell fällt der Verdacht auf Malvo und Nygaard.

Verkostet

Aberlour 15 Jahre

Das erste Mal kosten wir Dinge. Diesmal haben wir uns in die Speyside begeben, nach Aberlour. Die haben ein Cuvée aus 15-jährigen Bourbon- und Sherry-Fässern abgefüllt. Und wir haben probiert.

Empfehlungen

John GrantGrey Tickles, Black Pressure (Homepage) (Apple Music)
RustieEvenifudontbelieve (Homepage) (Apple Music)

111-Tocotronic, Avengers und Gloria G. Brame

Neuigkeiten

Maja Michailowna Plissezkaja verstarb mit 89 Jahren
– Muppet Show kommt zurück

Gelesen

Gloria G. BrameA Fetish for Men

Wenn Intellektuelle versuchen, sich literarisch mit Sex zu befassen, geht das nicht immer gut. Gloria Brame allerdings ist nicht nur eine international gefeierte Sex-Therapeutin (BDSM, Fetischismus, sexuelle Dysfunktion) und in der klinischen Forschung tätig, sie hat auch verdammt spannende Geschichten zu erzählen. Als Tochter von Holocaust-Überlebenden in Brooklyn hatte sie eine – sehr untertrieben ausgedrückt – eher schwierige Kindheit und Jugend, aber umso mehr Neugier und Stärke, sich die eigene Freiheit nicht nehmen zu lassen. “A Fetish for Men” ist nach “Naked Memory“ ein weiterer Teil ihrer Memoiren, in dem sie ihren gleichermaßen unterhaltsamen wie intellektuellen Schreibstil weiterentwickelt: Sie schafft es, in einem Atemzug von tief philosophischen Gedanken zu schrullig-erotischen Sexgeschichten zu springen, ohne je langweilig oder prätentiös zu werden. Dieser kurze Einblick in ihre bewegte Jugend und Entdeckung ihrer Sexualität ist aufklärend, herausfordernd, unterhaltend, intelligent, ehrlich, schmerzhaft und zuweilen schwer zu verdauen.

Gehört

Tocotronic – Das rote Album (Homepage) (Spotify)

Da ist es, das 11te Album der Band. Nachdem sie sich das letzte mal mit dem Älterwerden und dem Vergehen beschäftigt haben, geht es diesmal um die Liebe. Und was ist das? Pop?
Eingängige wunderschöne Popmusik. Richtige Ohrwurmqualitäten hat dieses Album. Diese Musik, bekommt man so schnell nicht mehr aus dem Kopf. Was die Texte angeht, so braucht man eigentlich kein Wort mehr über diese Band zu verlieren. Es ist Tocotronic, und so sind auch die Texte auf diesem Album. Viele Texte von Ihnen könnten einfach so als Überschrift eines Artikels, eines Aufrufes oder eben auf T-Shirts stehen. So was konnten sie schon immer. Das können sie auch heute noch. Nur, dass es eben diesmal um die Liebe geht. Und das ist gefährlich, denn da droht es sehr schnell kitschig zu werden. Dirk von Lowtzow wäre nicht Dirk von Lowtzow, wenn er diese Klippen nicht meisterhaft umschiffen würde. Es wird über die verschiedene Formen und Aggregatszustände der Liebe gesungen. Das wird dann zum Teil sogar wieder ein wenig politisch. Ganz ohne geht ja auch nicht. Musikalisch wandelten Tocotronic schon immer auf der Wegscheide zwischen Rock, Grunge oder Punkrock, waren aber auch immer große Fans des Pop. Und dieser Pop, steht auf diesem Album eindeutig im Vordergrund. Joy Division, The Cure und ein Hauch Pet Shop Boys. Die Songs sind so zugänglich, wie man es eigentlich noch nie erlebt hat. Nie waren sie poppiger, zugänglicher und ohrwurmiger. Ein zauberhaftes Album.

Gesehen

Avengers – Age of Ultron (IMDb)

„Avengers: Age of Ultron“ ist der nun zweite Avengers-Film im Marvel Cinematic Universe (MCU) und schließt an die Ereignisse von “Captain America: The Winter Soldier” sowie die Serie “Agents of S.H.I.E.L.D.“ an. Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Marvel baut sich seit 2008 (Iron Man) und für viele Jahre in die Zukunft ein neues Universum für all die illustren Charaktere, die in verschiedenen Formen in den letzten 75 Jahren ihre Comics bevölkert haben und baut dabei einen Berg an Medien mit einem Grad an Intertextualität, der seinesgleichen sucht. Alles ist verwoben, hier wird auf etwas angespielt, dort wird etwas angedeutet, da wieder etwas enthüllt – und doch funktionieren die Filme und Serien auch für sich allein genommen noch erstaunlich gut.
Hier kämpfen sich also die aktuellen Avengers Iron Man, Captain America, Thor, der Hulk, Hawkeye und Black Widow über den Bildschirm. Mittelpunkt der Story ist ein Roboter mit künstlicher Intelligenz, Ultron. Er entstand, als Tony Stark sich in den Kopf gesetzt hatte, eine übermächtige künstliche Intelligenz könne doch die Menschheit sicher viel besser beschützen sodass unsere Superhelden öfter mal Urlaub machen können. Weit gefehlt: Wie wir aus Jahrzehnten der Science-Fiction wissen, ist die beste Möglichkeit, die Erde zu retten, die Menschheit zu vernichten. So sieht es auch Ultron, der nun also aufgehalten werden muss. Wie praktisch, wenn man einen anderen übermächtigen Androiden dabei hat, der die Menschheit gerade lieb gewinnt.

re:publica

Empfehlungen

– 15.05. um 20.10 Uhr im DLF – Winston Churchill – Auf dem Schlachtfeld der Worte
– Ricardo Muti und das CSO mit der 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven kostenlos zu sehen. (YouTube) (CSO)