Feuilletöne – Sendung 281 – Günter Seuren, Das Lied von der Erde, Joachim Fuchsberger, Inge Meysel und Eisenhart Lager

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Angekommen im Jahr 2019 ist bei den Feuilletönen die Normalität zurückgekehrt. Alle Rubriken sind wieder da, und so lasen wir ‘Das Experiment’ von Günter Seuren, hörten ‘Das Lied von der Erde’ von Gustav Mahler in verschiedenen Aufnahmen, sahen Joachim Fuchsberger dabei zu, wie er Inge Meysel 1983 im Rahmen der Sendung ‘Heut’ Abend’ interviewte und verkosteten ein Eisenhart Lager von der Liebhart’s Privatbrauerei.

Gelesen

Günter Seuren – Das Experiment (Text)

Der Schriftsteller wurde 1932 in Wickrath am Niederrhein geboren. Er war Mitarbeiter der Illustrierten ‘Neue Post’ in Düsseldorf, für die er kleinere Texte verfasste. Seit 1955 war er freier Schriftsteller und Filmkritiker bei der ‘Deutschen Zeitung’. In den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts stand er der sogenannten ‘Kölner Schule’ des neuen Realismus nahe und verfasste neben erzählerischen Werken auch zahlreiche Hörspiele und Drehbücher für Fernsehspiele. Ab 1986 entstanden im Auftrag von ARD und ZDF eine Reihe von Drehbüchern für Dokumentarfilme; die Dreharbeiten hierfür führten ihn u. a. nach Kanada, Mexiko, Ecuador und Peru.

Wir haben ‘Das Experiment’ aus dem Jahre 2002 gelesen. Wir lesen davon, dass ein Mann nur noch rückwärts geht, nicht mehr vorwärts.

Gehört

Gustav MahlerDas Lied von der Erde

Das Lied von der Erde ist ein sinfonischer Liederzyklus von Gustav Mahler, dennoch gehört das Werk nicht in die Reihe seiner nummerierten Sinfonien, ist aber das neunte symphonische Werk Mahlers dieser Gattung. Mahler selbst gab erst dem nachfolgenden Werk den Titel 9. Sinfonie.

Das Werk entstand in den Jahren 1907 bis 1908. In dieser Zeit beschäftigte Mahler sich mit Nachdichtungen altchinesischer Lyrik. Er komponierte ‘Das Lied von der Erde’ in einer Zeit privater Schicksalsschläge. Zum Einen starb die ältere Tochter Maria Anna im Alter von nur vier Jahren an Diphtherie, zum Anderen hatte er nach einer antisemitisch motivierten Pressekampagne gegen ihn als Direktor der Wiener Hofoper zurücktreten müssen. Außerdem wurde in jenem Jahr auch noch eine schwere Herzkrankheit diagnostiziert, die wenige Jahre später zu seinem Tod führen sollte. Kurz vor der Vollendung des Werkes schrieb er an Bruno Walter – der auch am 20. November 1911 in der Münchener Tonhalle die Uraufführung kurz nach Mahlers Tod leitete: “Ich war sehr fleißig. […] Ich weiß es selbst nicht zu sagen, wie das Ganze benamst werden könnte. Mir war eine schöne Zeit beschieden und ich glaube, daß es wohl das Persönlichste ist, was ich bis jetzt gemacht habe.”

Das Lied von der Erde besteht aus sechs Teilen, in denen Mahler sieben Gedichte aus der Sammlung ‘Die chinesische Flöte’ von Hans Bethge vertont hat. Folgende Lieder hat Mahler im Lied von der Erde vertont:
1. Das Trinklied vom Jammer der Erde
2. Der Einsame im Herbst
3. Von der Jugend
4. Von der Schönheit
5. Der Trunkene im Frühling
6. Der Abschied

Bruno Walter und die Wiener Philharmoniker

Hierbei handelt es sich um eine Aufführung aus dem Jahr 1952. Das heißt, sie kann nicht mehr ganz den klanglichen Ansprüchen der heutigen Zeit genügen. Darauf kommt es aber auch nicht an. Wir wollten einfach eine Aufnahme dabei haben, die von dem Dirigenten geleitet wird, der auch die Uraufführung dirigierte, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie das alles mal geklungen haben könnte als Mahler noch da war, zumindest fast noch da war.

Kent Nagano und das Orchestre symphonique de Montréal

Diese Aufnahme ist aus dem Jahr 2009, also zum Zeitpunkt dieser Aufnahme ca. 10 Jahre alt – oder jung, je nach Sichtweise. Es ist ein eher transparenter Klang, man könnte auch sagen ein französischer Klang. Kent Nagano pflegt einen sehr eleganten Stil, der so gar nicht romantisch ist. Eine moderne Interpretation.

Wir haben uns beide Interpretationen angehört und erzählen euch, was wir von ihnen halten. Und überhaupt, wie wir ‘Das Lied von der Erde’ gehört haben, und wie wir es einordnen.

Gesehen

Heut’ AbendJoachim Fuchsberger interviewt Inge Meysel im Jahre 1983 (YouTube)

Heut’ Abend war eine Talkshow des Bayerischen Fernsehens und des SWF, später auch des NDR. Zunächst wurde die Sendung von wechselnden Moderatoren präsentiert. Ab Dezember 1980 an übernahm dann Joachim Fuchsberger sowohl Moderation als auch Produktion bis zur 300. und letzten Folge. Die Titelmelodie komponierte Klaus Doldinger.

Joachim „Blacky“ Fuchsberger wurde 1927 in Stuttgart geboren. Er war Schauspieler, Synchronsprecher, Hörbuchsprecher und Showmaster.
In einem Zeitraum von rund 60 Jahren war er in über 80 Filmen und Fernsehserien zu sehen. Berühmt wurde er unter anderem durch die Edgar-Wallace-Filmreihe aus den 1960er Jahren, in der er häufig einen Inspektor von Scotland Yard verkörperte. Zudem war er mit Sendungen wie ‘Der heiße Draht’, natürlich ‘Auf Los geht’s los’ und eben ‘Heut’ abend’ als Showmaster erfolgreich. Er starb 2014 in Grünwald in der Nähe von München.

Die Tochter des deutschen jüdischen Kaufmanns Julius Meysel und seiner dänischen Frau Margarete Hansen beendete mit 17 Jahren vorzeitig die Schule und begann 1930 ihre Theaterkarriere in Zwickau, Berlin und Leipzig. Zum ersten Mal stand Inge Meysel im Alter von drei Jahren in der Oper Hänsel und Gretel als Engel auf der Bühne.
In der Zeit von 1933 bis 1945 hatte Inge Meysel als „Halbjüdin“ Auftrittsverbot. Ab den 1960er Jahren stand bei Inge Meysel das Fernsehen im Mittelpunkt. Bekannt wurde sie vor allem in der Rolle der Käthe Scholz in der Fernsehserie Die Unverbesserlichen, die von 1965 bis 1971 produziert wurde. Ihren ersten politischen Auftritt hatte Inge Meysel 1925 mit einer Rede gegen die Todesstrafe auf einer Kundgebung der Berliner Jungdemokraten. Auch an Protesten gegen den Paragraphen 218 beteiligte sie sich bereits in dieser Zeit. Ende der zwanziger Jahre wechselte sie zu den Jungsozialisten.
1972 unterstützte sie den Wahlkampf von Willy Brandt und 1978 gehörte sie neben Alice Schwarzer und acht weiteren Frauen zu den Klägerinnen im sogenannten „Sexismus-Prozess“ gegen den Stern. 1981 lehnte sie das Bundesverdienstkreuz ab, weil es keinen Orden wert sei, dass jemand „sein Leben anständig gelebt hat“. Den Kampf gegen AIDS unterstützte sie durch mehrere Auftritte bei Benefizveranstaltungen.

Im Januar 1987 sprach sie in einem Interview in der Emma über ihre gleichgeschlechtliche Erfahrung: „Männer waren gestrichen, bis 21. Aber da hatte ich schon längst eine Liebesbeziehung zu einer Frau. Schon 1975 sprach sie in einer Theater-Talk-Show über gleichgeschlechtliche Erlebnisse. 1991 trat sie als prominentes Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben in Erscheinung. Inge Meysel starb am 10. Juli 2004 in ihrem Haus im niedersächsischen Bullenhausen.

Verkostet

Liebhart’s Brauerei – Eisenhart Lager

Mithilfe ortsansässiger Handwerksunternehmen wurde die Liebhart’s Brauerei neu aufgebaut. Ende 2004 begann die Planung der Anlagen, im darauffolgenden Jahr wurde der Braukessel angefeuert. Es handelt sich um einen Familienbetrieb. Beim ‘Eisenhart Lager’ handelt es sich um ein Bier, was aus Hopfen und Gerstenmalz aus biologischem besteht. Die Bestandteile dieses Bieres stammen allesamt aus ökologischer Landwirtschaft und werden ohne Zusatz von Agrarchemie oder Pestizide hergestellt.

Feuilletöne – Sendung 273 – Juna Grossmann, Chilly Gonzales, Delvon Lamarr Organ Trio, Aufschneider und Dat Blonde

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Wir haben diesmal ein wichtiges Buch über ein wichtiges Thema gelesen, nämlich über das Thema Antisemitismus, es heißt ‘Schonzeit Vorbei’ und ist von Juna Grossmann. Außerdem haben wir ‘Solo Piano III’ von Chilly Gonzales und ‘Close but no Cigar’ vom Delvon Lamarr Trio gehört, den Zweiteiler ‘Aufschneider’ gesehen und ‘Dat Blonde’ von der Liebhart’s Privatbrauerei verkostet.

Gelesen

Juna Grossmann – Schonzeit Vorbei (Droemer Knaur)

Juna Grossmann wurde 1976 in (Ost-)Berlin geboren. Sie hat Sonderpädagogik studiert und arbeitet seit vielen Jahren in Gedenkstätten und Museen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin erstellte sie die Ausstellung ‘Kriegsgefangene Rotarmistinnen im KZ’. Sowjetische Militärmedizinerinnen in Ravensbrück.’ Seit 2009 leitet sie das Ausstellungsbüro eines Berliner Museums. Außerdem ist sie Beraterin für Social-Media-Auftritte für Gedenkstätten und Kultureinrichtungen. Seit 2008 betreibt Juna Grossmann den Blog irgendwiejuedisch.com und engagiert sich ehrenamtlich bei rentajew.org.

Juna Grossmann beobachtet seit Jahren, wie offene judenfeindliche Angriffe zunehmen, lauter werden und bedrohlicher. In diesem Buch schildert sie wie Juden unter diesem zunehmend permanenten antisemitischen Beschuss leben müssen, berichtet vom Wachsen einer Angst, die sie vor einigen Jahren noch nicht kannte, und davon, wie sie eines Tages merkte, dass auch sie mittlerweile auf gepackten Koffern lebt, bereit zur Flucht vor eben diesem Hass. Weil sie sich aber damit nicht abfinden will, geht sie in die Öffentlichkeit, schreibt  dieses Buch und appelliert an die Mitbürger: „Steht zu uns, helft uns, greift ein! Denn auch für euch ist die Schonzeit vorbei.”

Links zum Thema:

Kompetenzzentrum Prävention und Empowerment der ZWST e.V.

Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS)

Amadeu Antonio Stiftung

Antidiskriminierung in der Arbeitswelt

Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus

Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V.

Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus

Gehört

Chilly Gonzales – Solo Piano III

Chilly Gonzales heißt eigentlich Jason Charles Beck und wurde 1972 in Montréal geboren. Er ist Pianist, Produzent und Komponist. Derzeit lebt er in Köln und lebte zuvor mehrere Jahre in Paris. Bekannt ist er für seine Alben mit eingängigen, klassischen Klavierkompositionen, vor allem auf den Alben ‘Solo Piano I’ aus dem Jahre 2004 und ‘Solo Piano II’ aus dem Jahre 2012. Gonzales ist Teil der Sendung ‘Pop Music Masterclass’ des WDRs, des Dokumentarfilms ‘Classical Connections’ von BBC Radio 1, ‘Die Geschichte der Musik’ von Arte und ‘Music’s Cool with Chilly Gonzales’ der Beats1-Radioshow von Apple Music. Er schrieb mehrere Zeitungsartikel für The Guardian, Vice, Billboard und andere. Er ist der jüngere Bruder des erfolgreichen Filmkomponisten Christophe Beck.

Wie schon auf den vorangegangenen ‘Solo Piano I’ und ‘Solo Piano II’, hört man hier ausschließlich Chilly Gonzales das Piano spielen – wie der Titel  auch schon vermuten lässt. Es finden sich aber ein paar mehr Dissonanzen, Spannungen und impressionistische Ausflüge als auf den beiden vorangegangenen Alben dieser Art. Es scheint, als wäre er musikalisch ein bisschen mutiger geworden. Das erzeugt musikalische Spannung in den einzelnen Stücken und trägt auch dazu bei, dass es nicht langweilig wird. Und so spielt sich Chilly Gonzales durch die unterschiedliche Epochen der klassischen Klaviermusik. Ob das alles für den grünen Klee reicht?

Delvon Lamarr Organ Trio – Close but no Cigar

Delvon Lamarr Organ Trio oder auch DLO3 ist eine 2015 gegründete amerikanische Soul-Jazz-Gruppe. Die Band bestand ursprünglich aus dem Keyboarder Delvon Lamarr an der Hammond Orgel, dem Gitarristen Colin Higgins und dem Schlagzeuger David McGraw. Schon bald ersetzte der Jimmy James Colin Higgins. Ende 2018 ersetzte Schlagzeuger Doug Octa Port McGraw. Alle Mitglieder stammen aus der Musikszene von Seattle. Ursprünglich war Delvon Lamarr Schlagzeuger und Trompeter, wechselte aber im Alter von 22 Jahren zur Orgel. Die Band tourte sowohl durch die USA als auch international und trat bei verschiedenen Musikfestivals auf.

‘Close But No Cigar’ ist das erste Studioalbum des Trios, es wurde im Frühling des Jahres 2018 veröffentlicht. Im selben Jahr veröffentlichte die Band bereits ein Live-Album mit dem Titel ‘Live at KEXP!’ Soul Jazz ist es, was die geneigten HörerInnen hier zu hören bekommen. Und der Name ist Programm. Die Musik tief im Funk der 60er und 70er Jahre verwurzelt und ausschließlich instrumental. Der Bass wird vollständig von Delvon Lamarr mit der Hammond-Orgel gespielt, was allein schon ziemlich faszinierend ist, aber auch die anderen beiden Musiker sind phantastisch. Dieses Album ist noch mit Port McGraw am Schlagzeug entstanden, der ja mittlerweile nicht mehr Teil der Band ist. Close But No Cigar heißt in etwa so viel wie fast gut oder fast richtig. Gilt das auch für das Album?

Gesehen

Aufschneider

Bei ‘Aufschneider’ handelt es sich um einen zweiteiligen österreichischen Fernsehfilm von David Schalko und Josef Harder, aus dem Jahre 2009. Dieser Zweiteiler handelt vom Chef der Pathologie eines Krankenhauses in Österreich Dr. Fuhrmann. Sein Gegenspieler in dieser Klinik ist der Chirurg Dr. Böck. Da sich beide nicht mögen, versucht Fuhrmann fortwährend Dr. Böck einen Kunstfehler nachzuweisen. Außerdem zieht seine Tochter Feli plötzlich zu ihm und wirft ein Auge auf den neuen Assistenten Winkler, was ihm missfällt. Dazu hat die Ex-Frau ausgerechnet mit Primar Dr. Böck eine Affäre. Zudem entführt Fuhrmanns Kollegin Dr. Wehninger ihren toten Vater aus der Pathologie, um ihn nicht obduzieren zu müssen. Gemeinsam wird der Leichnam unter etlichen Umständen wieder zurückgebracht. Das Ganze fliegt jedoch auf und Dr. Fuhrmann wird suspendiert. Dr. Böck operiert indessen einem Gaddafi-Sohn das falsche Knie und wird ebenfalls suspendiert. Außerdem ist Dr. Fuhrmanns Ex-Frau Schwanger, was die Beziehung zu Dr. Böck mehr und mehr belastet. Auch Fuhrmann ist von dieser Nachricht nicht begeistert. Hinzu kommt eine plötzliche Schwangerschaft von Tochter Feli. Während einer Liebesnacht mit Dr. Wehninger entdeckt Fuhrmann eine Veränderung an seiner Brust und versucht sich am nächsten Tag selbst zu operieren. Nachdem er dabei kollabiert, wird er von Dr. Böck gerettet. Und dann gibt es da noch einen Handel mit Hornhäuten von Verstorbenen durch die beiden Gehilfen der Pathologie und die Bestatterin Anke.

Verkostet

Liebharts Privatbrauerei – Dat Blonde

Wir sind mal wieder bei der Liebhartsbrauerei und haben diesmal ‘Dat Blonde’ verkostet. Es ist vegan, unfiltriert, wird aus Zutaten aus ökologischem Landbau gebraut und ist extra lange gereift. Es wird Hallertauer Aromahopfen verwandt.

Feuilletöne – Sendung 271 – Marcel Proust, Paul Simon, Paul Weller, The Haunting of Hill House und Bio Reisbier Dunkel

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Der vorletzte Teil von ‘Auf der Suche nach der verlorenen Zeit’ wartet auf uns in dieser Episode. Außerdem haben wir zwei Pauls gehört, nämlich ‘In the Blue Light’ von Paul Simon und ‘True Meanings’ von Paul Weller. Gesehen haben wir diesmal den Piloten der Netflix-Serie ‘The Haunting of Hill House’ und verkostet wurde eine Bio Reisbier Dunkel von der Liebhart’s Brauerei. Ach ja, und Herr Martinsen war zum zweiten mal beim tollen Weserfunk zu Gast!

Gelesen

Marcel ProustAuf der Suche nach der verlorenen Zeit – Teil VI – Die Entflohene

Marcel Proust wurde 1871 geboren. Im Gymnasium begann er sich für das zu interessieren, was künftig sein Leben bestimmen sollte, nämlich Theater, Lesen und Schreiben. Er schloss 1893 sein Jura-Studium ab, ohne jemals einen juristischen Beruf auszuüben. Laut Proust liegt der Schlüssel nicht in einem Buch, sondern bei denen, die das Buch lesen. Als Proust im Januar 1909 einen Zwieback – im Roman ist es eine Madeleine – in seinen Tee taucht, wird er in seine Kindheit zurückversetzt. Er zieht sich von der Welt zurück, um einen Roman zu schreiben, von dem der erste Entwurf im September 1912 fertig wird. Der erste Band ‘Auf dem Weg zu Swann’ wurde von Verlagshäusern abgelehnt und erschien auf eigene Kosten im Jahre 1913. Zu diesem Zeitpunkt waren von Proust nur drei Bände geplant. Der Roman erzählt die Geschichte von Prousts eigenem Leben als allegorische Suche nach der Wahrheit und ist eines der wichtigsten Werke der Literaturgeschichte. Marcel Proust starb 1922 an einer Lungenentzündung in Paris. Die letzten drei Bände des Romans wurden posthum veröffentlicht. Wir haben für diese Folge der Sendung den sechsten Band gelesen.

Dieser Teil des Romans steht zunächst im Zeichen der Trauer und der Trauerbewältigung. Der Erzähler reist – nachdem Albertine ob eines Reitunfalls zu Tode gekommen ist – nach Venedig und sucht dort nach erotischen Abenteuern. Er kann aber nicht sagen, „was von meiner leidenschaftlichen Suche nach Venezianerinnen auf diese selbst, was auf Albertine, was auf meinen alten Wunsch von damals zurückzuführen war, nach Venedig zu reisen?“ Bei einem Spaziergang trifft er seine Jugendgeliebte Gilberte wieder. Sie hat inzwischen reich geerbt. Bei der Heimfahrt erfährt er von der Heirat Gilbertes. Zurück in Frankreich, macht Marcel einen Besuch bei Gilberte, deren Mann noch immer beim Militär ist und der inzwischen ein überraschendes außereheliches Liebesleben führt.

Gehört

Paul SimonIn the Blue Light

Paul Frederic Simon wurde 1941 in Newark in New Jersey geboren. Er ist Singer-Songwriter und Schauspieler. Seine musikalische Karriere überdauert mittlerweile sieben Jahrzehnte. Sein Ruhm und kommerzieller Erfolg begann als eine Hälfte des Duos ‘Simon & Garfunkel’ – ursprünglich hießen sie Tom & Jerry – welches er 1956 mit Art Garfunkel gegründet hatte. Simon war der Komponist fast aller Songs des Duos, darunter u.a. ‘The Sound of Silence’, ‘Mrs. Robinson’ oder ‘Bridge over Troubled Water’. Das Duo trennte sich 1970 auf dem Höhepunkt ihrer Popularität und Simon begann eine erfolgreiche Solo-Karriere und nahm drei gefeierte Alben in den nächsten fünf Jahren auf. Im Jahr 1986 veröffentlichte er ‘Graceland’, ein Album, das von South African Township Musik inspiriert wurde. Es wurden ca. 14 Millionen Exemplare weltweit bei seiner Veröffentlichung verkauft und bleibt sein bekanntestes Solo-Werk. Er schrieb außerdem das Drehbuch für den Film ‘One-Trick Pony’ im Jahre 1980 und spielte auch die Hauptrolle. Ferner schrieb er 1998 das Broadway-Musical ‘The Capeman’. 2016 veröffentlichte er sein 13. Solo-Album, ‘Stranger to Stranger’, das Platz eins der US-Amerikanischen Album Charts und der UK-Album Charts erreichte. Paul Simon wurde bis jetzt mit 16 Grammys ausgezeichnet, darunter drei für das Album des Jahres und einen Lifetime Achievement Award. Im Jahr 1986 erhielt er den Ehrendoktor für Musik von Berklee College of Music, wo er derzeit im Kuratorium sitzt. Im Jahr 2001 wurde er in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen und 2006 wurde er als einer der “100 People Who Shaped the World” vom Time Magazin genannt. Neben vielen anderen Ehrungen war er der erste Empfänger des ‘Gershwin Prize for Popular Song’ der Library of Congress im Jahr 2007. Im Jahr 2011 erklärte der Rolling Stone Paul Simon zu einem der 100 größten Gitarristen aller Zeiten. Im Jahr 2015 wurde er vom Rolling Stone zu einem der 100 besten Songwriter aller Zeiten ernannt.

‘In the Blue Light’ ist das vierzehnte Solo-Studioalbum von Paul Simon. Produziert wurde es von Paul Simon und Roy Halee. Das Album wurde am 7. September 2018 veröffentlicht. Es besteht aus neuen Interpretationen bereits veröffentlichter Songs. Paul Simon hat z.B. ursprüngliche Arrangements, harmonische Strukturen oder Texte verändert. Das Album wurde mit Gastmusikern wie z.B. Bill Frisell, Wynton Marsalis, Bryce Dassner von The National, Joe Lovano, Steve Gadd oder Jack DeJohnette aufgenommen. Der Titel des Albums stammt von dem Song “How the Heart Approaches What It Yearns” von dem Album ‘One-Trick Pony’ aus dem Jahr 1980. Paul Simon lässt sich auf diesem Album mal wieder nicht lumpen und chanchiert u.a. zwischen Dixieland, Neoklassik, Jazz und anspruchsvollen Pop. Elaborierte Piano und Saxophonpassagen wechseln sich mit Akustikgitarre ab. Und über die Texte braucht man bei Paul Simon sowieso keine weiteren Worte zu verlieren. Ob das alles reicht um uns nach der letzten Woche wieder milder zu stimmen?

Paul WellerTrue Meanings

John William ‘Paul’ Weller Jr. wurde 1958 in Woking in der Grafschaft Surrey geboren. Er ist Sänger, Gitarrist und Komponist. Bekannt wurde er vor allem mit der Punkrock-New Wave-Mod Revival Band ‘The Jam’. Diese Band existierte zwischen 1972 -1982. Danach hatte er weiteren Erfolg mit ‘The Style Council’ von 1983-1989, die Band spielte sogenannten Blue-Eyed Soul, also Soul, der von weißen Menschen gespielt wird. Schließlich etablierte er sich ab 1991 als Solokünstler. Er prägte nicht nur die Musik sondern auch die dazugehörige Mode einer ganzen Generation. Man denke nur an ‘Fred Perry’. Einer der diese Musik und die damit einhergehende Mode sehr mag und auch von eben jener bis heute sehr geprägt wurde, ist einer der beiden Feuilletöne. Trotz seiner weit verbreiteten Anerkennung als Sänger, Texter und Gitarrist ist Weller eher in Europa bekannt und da auch nur in Teilen. Ein Großteil seines Songwritings ist in der britischen und europäischen Kultur verwurzelt. Er ist die Hauptfigur des Mod Revivals der 70er und 80er Jahre und wird oft als “The Modfather” bezeichnet. The Daily Telegraph schreib einmal über Paul Weller: “Abgesehen von David Bowie ist es schwer einen britischen Künstler zu finden, der eine so abwechslungsreiche, lang anhaltende und zukunftsweisende Karriere hatte.” Die BBC beschrieb ihn 2007 als ” einer der am meisten verehrten Interpreten der letzten 30 Jahre.” Im Jahr 2012 gehörte er zu den britischen Kulturschaffernden, die vom Künstler Sir Peter Blake ausgewählt wurden, als dieser eine neuen Version des Albumcovers von ‘Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band’ erstellte. Er erhielt vier Brit Awards.

Dem mittlerweile 60-jährigen Modfather ist mit dem 26. Album mal wieder eine Überraschung gelungen. Immer wieder auf der Suche nach neuen Dingen waren die letzten Alben Paul Wellers eher durch musikalische Ruhelosigkeit und Wut geprägt, denn durch Ruhe und Gelassenheit. Auf diesem Album ist mal wieder alles anders. Eine Reihe von sanften Liedern hört man hier, die ihn schließlich in die Singer-Songwriter Richtung gleiten lassen. Paul Weller klingt mit dieser introspektiven Musik und den Texten eines offensichtlich zufriedenen Menschen plötzlich gelassen, eine Eigenschaft, die man bei ihm in der Vergangenheit nicht allzu häufig antraf und die ihn wohltuend abhebt von all diesen unzufriedenen, grau gewordenen, zynischen Männern zwischen 50 und 60. Und dann ist da bisweilen auch noch diese üppige Orchestrierung, die immer am Rande des Kitsches schrammt, die aber als perfekter Unterbau für seine Stimme fungiert. Älter, ja. Aber kein bisschen verbittert. Endlich mal! Und wir? Was sagen wir zu alledem?

Gesehen

The Haunting of Hill House – Pilotfolge

The Haunting of Hill House ist eine US-amerikanische Horrorserie von Mike Flanagan. Die Serie basiert auf den gleichnamigen Roman von Shirley Jackson. Die Handlung weicht aber zum Teil von der Romanvorlage ab, wodurch es einige inhaltliche Unterschiede zur eigentlichen Geschichte der Buchvorlage gibt.
Es ist bereits das dritte mal, dass der Roman Vorlage für einen Film oder eine Serie wurde. Die erste Staffel der Serie wurde im Herbst 2018 auf Netflix veröffentlicht.

Verkostet

Liebharts Privatbrauerei – Bio Reisbier Dunkel

Mithilfe ortsansässiger Handwerksunternehmen wurde die Liebhart’s Brauerei neu aufgebaut. Ende 2004 begann die Planung der Anlagen, im darauffolgenden Jahr wurde der Braukessel angefeuert. Es handelt sich um einen Familienbetrieb. Beim ‘Bio Reisbier Dunkel’ handelt es sich um ein glutenfreies Reisbier – in diesem Fall ist es ein dunkles Landbier. Es ist mild gehopft und Glutenfrei. Es ist außerdem frei von Hirse und Mungobohnen. Die Bestandteile dieses Bieres stammen allesamt aus ökologischer Landwirtschaft und werden ohne Zusatz von Agrarchemie oder Pestizide hergestellt.

Feuilletöne – Sendung 263 – David Hume, TesseracT, Broadchurch – Staffel 3 und Steinhart Pale Ale

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Wir sind mal wieder philosophisch unterwegs. Diesmal beschäftigen wir uns mit einem Schotten, nämlich mit David Hume. Außerdem hörten wir ‘Sonder’ von TesseracT, sahen die dritte Staffel von Broadchurch und verkosteten das ‘Steinhart Pale Ale’ von der Liebhart’s Privatbrauerei. Außerdem war Herr Martinsen zu Gast im wunderbaren Weserfunk  Hier kann man es nachhören!

Gelesen

David Hume 

David Hume wurde 1711 in Edinburgh geboren. Als Zwölfjähriger schrieb er sich 1723 an der Universität Edinburgh ein. Er lernte dort Latein, Griechisch, Logik und Metaphysik. Er begann 1726 in Edinburgh das Studium der Rechtswissenschaft. 1729 brach er das Studium ab, da er „eine unüberwindliche Abneigung gegen alles außer gegen Philosophie und allgemeine Gelehrsamkeit“ verspürte. Ab 1734 hielt Hume sich in Frankreich auf. Hume arbeitete hier zwei Jahre lang an der Fertigstellung seines ‘A Treatise (Trittis) of Human Nature’. In London bereitete er ab 1737 das 1740 erschienene Werk zum Druck vor, dem allerdings keine große Resonanz beschieden war. Anonym veröffentlichte Hume selbst eine Rezension der Schrift, was dem Ganzen allerdings auch nur wenig Aufmerksamkeit bescherte. Aber es reichte um ihm den Ruf als Atheist, Materialist und Amoralist einzubringen, aufgrund dessen seine Bewerbung auf den Lehrstuhl für ‘Ethik und Pneumatische Philosophie’ in Edinburgh scheiterte. 1741 und 1742 wurden Humes Essays ‘Moral and Political’ veröffentlicht. Er wurde Bibliothekar des Juristenkollegiums in Edinburgh und begann die Arbeit an seiner seit 1745 geplanten Geschichte Englands. Durch die Bibliothek von 30.000 Bänden, die ihm zur Verfügung stand, konnte er den ersten Band 1754 unter dem Titel ‘History of Great Britain’ veröffentlichen. Er wurde bis weit ins 19. Jahrhundert als der Historiker der englischen Geschichte gefeiert. Ebenso wie die sechs Geschichts-Bände, die bis 1761 erschienen, stieß auch ‘The Natural History of Religion’, das 1757 erschien, in akademischen Kreisen auf Ablehnung. 1761 wurden alle Schriften Humes vom Vatikan auf den Index gesetzt. Er ging 1766 nach London, wohin er den mit Haftbefehl gesuchten Jean-Jacques Rousseau eingeladen hatte, um ihm dort Asyl zu verschaffen. Rousseau floh nach wenigen Monaten aber aus Misstrauen gegenüber Hume, trug seinen Streit mit diesem publizistisch aus und kehrte etwas später nach Frankreich zurück. 1769 kehrte Hume nach Edinburgh zurück, um seinen Lebensabend im heimatlichen Schottland zu verbringen. Über seine letzten Jahre schrieb Humes Freund, der Nationalökonom Adam Smith: „Obwohl er sich sehr viel schwächer fand, verließ ihn sein heiterer Sinn doch nie, und er fuhr fort, wie gewohnt, sich damit zu unterhalten, seine eigenen Werke für eine neue Ausgabe zu berichtigen, Bücher zu seinem Vergnügen zu lesen, Gespräche mit seinen Freunden zu führen und manchmal abends eine Partie Whist zu spielen, ein Spiel, das er besonders mochte.“ Am 25. August 1776 starb David Hume, nachdem er durch eine „chronische Diarrhöe von mehr als einem Jahr Dauer“ zunehmend schwächer geworden war. Nicht zuletzt durch die Umstrittenheit seiner Positionen war sein Einfluss auf zeitgenössische und spätere Denker enorm: „Er hatte nicht die Absicht, die Autoritäten milde zu stimmen, sondern er wollte sie schockieren. Sein skeptisches und metaphysikfreies Philosophieren regte Immanuel Kant zu seiner Kritik der reinen Vernunft an. Mittelbar wirkte dieser Vordenker der Aufklärung auf die modernen Richtungen des Positivismus und der analytischen Philosophie.”

Gehört

TesseracTSonder

TesseracT wurde 2003 gegründet und besteht aus Daniel Tompkins (Lead Vocals), Alec “Acle” Kahney (Leadgitarre & Produzent), James Monteith (Rhythmusgitarre), Amos Williams (Bass, Backing Vocals) und Jay Postones (Schlagzeug, Schlagzeug). Sie werden oft als Pioniere des djents und des Progressive Metal bezeichnet. TesseracT veröffentlichten vier Studioalben: ‘One’, ‘Altered State’, ‘Polaris’ und ‘Sonder’, sowie das Live-Album, ‘Odyssey/Scala’. In Folge 130 besprachen wie das Album ‘Polaris’, was uns sehr gut gefiel.

Es handelt sich bei ‘Sonder’ also um das vierte Studioalbum der Band, und es ist erstmal kurz, sehr kurz. Gerade mal 36 Minuten ist es “lang”. Eine weitere Besonderheit ist, dass ‘Sonder’ das erste Album der Band ist, auf dem der Sänger des Vorgängeralbums zu hören ist, nämlich Daniel Tompkins, der zwar auf dem Debüt-Album ‘One’ schon dabei war, aber zwischenzeitlich durch andere Sänger ersetzt wurde. ‘Sonder’ ist ein Konzeptalbum und wird von Tompkins als “Erforschung eines tiefen und verschlingenden Gefühls der Bedeutungslosigkeit” beschrieben. Zum ersten Mal kann man bei TesseracT einen Chor hören, der von Randy Slaugh produziert und dirigiert wurde. Und Poppig ist es geworden, zumindest für TesseracT-Verhältnisse. Ob uns die 36 Minuten gefallen haben? Hört selbst.

Gesehen

Broadchurch – Staffel 3 

Broadchurch ist eine britische Krimi-Drama-Serie des Senders ITV. Es geht um den Tod eines elfjährigen Jungen, die anschließenden Mordermittlungen und deren Auswirkungen auf den Ort Broadchurch, eine fiktive Kleinstadt in Südwestengland. Der Umgang mit Dannys Tod wird über mehrere Jahre hinweg aus einer Vielzahl verschiedener Perspektiven geschildert. In den Staffeln zwei und drei rückt jeweils ein weiteres Verbrechen in den Mittelpunkt. David Tennant spielt die Hauptrolle des Detective Inspector Alec Hardy. Olivia Colman verkörpert Hardys Kollegin Ellie Miller, die selbst in den Fall verwickelt ist. Jede der drei Staffeln umfasst acht Episoden von knapp 50 Minuten Länge. Die erste Staffel wurde 2013 erstausgestrahlt, die zweite 2015. Sie knüpft thematisch und zeitlich direkt an die Ereignisse der ersten Staffel an. Die dritte Staffel wurde 2017 ausgestrahlt. Sie behandelt vordergründig eine neue Straftat in Broadchurch, bindet allerdings die zwischen den Staffeln verstrichene Zeit mit ein. Über die erste Staffel haben wir in Folge 129, über die zweite Staffel in Folge 180 gesprochen.

Verkostet

Liebhart’s Privatbrauerei – Steinhart Pale Ale

Die Geschichte der Brauerei beginnt 2003 mit der Eröffnung der Gasthausbrauerei ‘Sudhaus’ im ‘Liebharts Detmolder Fachwerkdorf’. Dort braute man im kleinen Rahmen für die Gäste Bier. Mithilfe ortsansässiger Handwerksunternehmen wurde die Liebhart’s Brauerei neu aufgebaut. Ende 2004 begann die Planung der Anlagen, im darauffolgenden Jahr wurde der Braukessel angefeuert. Es handelt sich um einen Familienbetrieb, wie der Name der Brauerei schon vermuten lässt. Beim ‘Steinhart Pale Ale’ handelt es sich um ein Bier, dessen Art in Indien getrunken wurde, das Indian Pale Ale, oder “IPA”. Damit es den langen Weg nach Indien überstand, wurde mehr Hopfen und mehr Alkohol verwandt. Gebraut wird das Bier aus Gerstenmalz aus biologischem Anbau, Hopfen und Hefe.