Feuilletöne – Sendung 240 – Lu Bonauer, alt-J, Negative Space und Mjölnir Nordic Lager

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In dieser Folge haben wir ‘Fliehende Lichter’ von Lu Bonauer gelesen, ‘Relaxer’ von alt-J gehört, den Kurzfilm ‘Negative Space’ gesehen und das Mjölnir Nordic Lager der Wacken Brauerei verkostet.

Gelesen

Link zum Interview mit Bücherstadtkurier

Lu Bonauer – Fliehende Lichter – Erzählungen (Kommode-Verlag)

Lu Bonauer wurde 1973 in Basel geboren, er schreibt Prosa und Lyrik.

Er studierte Architektur in Biel und Medien/Publizistik in Zürich. Nach verschiedenen beruflichen Stationen und längeren Auslandsaufenthalten in Südamerika ist er derzeit für verschiedene Architekturbüros im Bereich Medien- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Seine Texte wurden bei verschiedenen Wettbewerben ausgezeichnet, unter anderem war er Gewinner des Schreibwettbewerbs OpenNet der Solothurner Literaturtage und des Monatstextes März 2002 des Literaturhaus Zürich. 2017 erschien der Erzählband ‘Fliehende Lichter’

Es geht in diesen Erzählungen u.a. um einen Rastlosen, der die Flucht mit einer Unbekannten wagt. Um einen jungen Mann, der sich auf die Suche nach seinem verschollenen Freund begibt. Um eine Frau mit himmelblauen Schuhen und einem Faible für das Unsichtbare, die in das Leben des Erzählers tritt, wieder verschwindet und bloß ihre Stimme hinterlässt. Was sich in diesem Buch in den Erzählungen thematisch durchzieht, ist die Flucht, der ungewisse Zustand zwischen Aufbruch und Ankommen. Sie handeln von Figuren, die um Identität und Existenz ringen, und die Unfähig sind eine reale Verbindung mit anderen und sich selbst herzustellen. Und davon, wie dennoch ein Gefühl von Zufriedenheit an unerwarteten Orten, mit unerwarteten Menschen entstehen kann.

Gehört

alt-JRelaxer

alt-J ist eine Band aus Leeds. Angefangen hat alles im Jahr 2007. Damals trafen sich die Bandmitglieder an der Universität Leeds, wo sie Kunst und englische Literatur studierten. Im zweiten Studienjahr spielte Newman Sainsbury dann ein paar seiner komponierten Lieder vor. Sainsbury war begeistert und so beschlossen die beiden eine Band zu gründen. Die ersten Aufnahmen der Band entstanden in den Schlafräumen der Universität. 2012 gewann alt-J den renommierten Mercury Prize für das erste Album namens ‘An Awesome Wave’. Bei den BRIT Awards 2013 war die Band in drei Kategorien nominiert. 2014 verließ Gwil Sainsbury die Band. Die übriggebliebenen Bandmitglieder bekräftigten bereits zwei Tage später, dass die Band weiter an ihrem schon begonnnenem zweiten Album arbeite. Das Album ‘This Is All Yours’ erschien im Jahr 2014. In dieser Folge soll es um ‘Relaxer’ gehen.

Es ist das dritte Studioalbum der Band und erschien 2017. Das Album wurde in London mit dem Produzenten Charlie Andrew aufgenommen, der auch schon die ersten beiden Alben von alt-J produzierte. Die Songs wurden zum einen während der Aufnahme des Albums komponiert, zum anderen handelt es sich um Songs aus der Zeit, als die Bandmitglieder noch an der Universität von Leeds studierten. Die auf dem Album zu hörenden Streicher wurden allesamt von alt-J arrangiert und vom London Metropolitan Orchestra gespielt. ‘House of the Rising Sun’ ist ein Cover des Folksongs, den die meisten wahrscheinlich von ‘The Animals’ kennen, hier allerdings mit zusätzlichen eigenen Strophen. In den Songs ‘3WW’ und ‘Deadcrush’ hört man Ellie Rowsell von Wolf Alice, im Song ‘Last Year’ Marika Hackman, die beide auch schon auf alt-Js vorherigen Alben sangen. Das Album wurde für den Mercury Prize 2017 nominiert.

Gesehen

Negative Space (Kurzfilm)

Bei diesem Kurzfilm handelt es sich um eine französische Produktion von Ikki Films aus dem Jahr 2015. Ru Kuwahata und Max Porter haben sowohl Regie geführt, als auch das Drehbuch geschrieben.

Es geht um Sam und dessen Vater, der nie zu Hause ist, weil er ständig auf irgendeiner Geschäftsreise ist. Aber es gibt eine Sache, die Vater und Sohn miteinander verbindet: Sams Vater hat ihm beigebracht, wie man perfekt seinen Koffer packt, sodass möglichst viele Kleider und Gegenstände auf möglichst wenig Raum Platz finden.

Verkostet

Mjölnir Nordic Lager

Das Mjölnir Nordic Lager wird von der Wacken-Brauerei – einer kleinen Craftbeer Brauerei in Wacken – hergestellt. Diese wurde Anfang 2016 von drei Bier-Enthusiastenin Wacken in Schleswig-Holstein gegründet. Untergebracht ist das alles in einem umgebauten ehemaligen Supermarkt. 2000 Liter pro Brauvorgang werden produziert. Gegärt und gelagert wird das Bier in fünf Edelstahltanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 220hl. Zudem hat man sich dazu entschieden eine eigene Abfüllunganlange zu betreiben – also genau so wie Springbank das auch macht. Das Bier wird also in Wacken gebraut, vergoren, gelagert und abgefüllt. Das Team besteht zurzeit aus den drei Gründern, einem Braumeister, einem Vertriebsleiter, einem Kaufmann, zwei Lehrlingen und einer Aushilfe.

Feuilletöne – Sendung 234 – Marcel Proust, Himmelsrandt, Der Barbier von Sevilla und Detmolder Landbier

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Frohes Neues, oder so! Wir starten ins Jahr 2018 wie gewohnt mir allen Rubriken, die ihr kennt. Alles wie immer. Der Alltag macht sich im Hause Feuilletöne breit. Und da gibt es so einiges zu besprechen: Wir haben den ersten Band der Romanreihe ‘Auf der Suche nach der verlorenen Zeit’ von Marcel Proust gelesen, ‘4 moments & rain’ von Himmelsrandt gehört, Rossinis Oper ‘Der Barbier von Sevilla’ bei ARTE gesehen und das Detmolder Landbier verkostet.

Gelesen

Marcel Proust – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Band 1 (Reclam)

Marcel Proust wurde am 10. Juli 1871 im Pariser Vorort Auteuil geboren. Seit seiner Kindheit litt er an schwerem Asthma. Im Gymnasium begann er sich für das zu interessieren, was künftig sein Leben bestimmen sollte, nämlich Theater, Lesen und Schreiben. Er studierte Jura an der Sorbonne und Diplomatie an der École des Sciences Politiques in Paris. Das war auch die Zeit, in der er Zugang zur gehobenen bürgerlich-adeligen Salonkultur von Paris fand. Er schloss 1893 sein Jura-Studium ab, ohne jemals einen juristischen Beruf auszuüben.

1896 veröffentlichte er unter dem Titel ‘Les Plaisiers et les jours’ eine Sammlung erster Erzählungen. Um die Jahrhundertwende setzte er sich mit dem Werk des englischen Kunstkritikers und Historikers John Ruskin auseinander, von dem er einige Schriften in französischer Übersetzung veröffentlichte, die sich mit der Natur des Lesens und seiner Auswirkung auf den Leser befassten. Daraus entwickelte Proust eine eigene Anschauung von Literaturkritik, wonach das Lesen ein Akt der Kommunikation inmitten der Einsamkeit darstellte. Autor und Buch sind nach Auffassung Prousts zwei unabhängige Einheiten, wobei das Buch nicht den Autor repräsentiert, sondern die LeserInnen zu ihren eigenen inneren Selbst führen soll. Der eigentliche Schlüssel liegt also nicht in einem Buch, sondern bei denen, die das Buch lesen. Proust blieb unverheiratet und ohne eigene Familie. Er starb am 18. November 1922 an Lungenentzündung in Paris.

Als Proust im Januar 1909 einen Zwieback – im Roman ist es eine Madeleine – in seinen Tee taucht, wird er in seine Kindheit zurückversetzt. Er zieht sich von der Welt zurück, um einen Roman zu schreiben, von dem der erste Entwurf im September 1912 fertig wird. Der erste Band ‘Auf dem Weg zu Swann’ wurde von Verlagshäusern aus verschiedenen Gründen abgelehnt und erschien auf eigene Kosten 1913. Zu diesem Zeitpunkt waren von Proust nur drei Bände geplant. Der Roman gilt als Hauptwerk von Proust, der stark autobiographische Züge trägt und sich mit dem Wesen menschlicher Identität befasst. Für den nachfolgenden Band erhielt der Schriftsteller 1917 den Goncourt-Preis. Der Roman erzählt die Geschichte von Prousts eigenem Leben als allegorische Suche nach der Wahrheit und ist eines der wichtigsten Werke der Literaturgeschichte. Die letzten drei Bände des Romans wurden posthum veröffentlicht. Wir haben für diese Folge der Sendung den ersten Band gelesen.

Gehört

Himmelsrandt – 4 moments & rain (Album kaufen)

‘4 moments & rain’ ist das zweite Album, das der Bratschist und Pianist bekannte Peter Honsalek unter dem Namen Himmelsrandt veröffentlicht hat. Das Album besteht aus zwei Teilen. Die ersten vier Stücke bilden ein zusammenhängendes Werk, bestehend aus ‘Autumn Rain’, ‘End of all Life’, ‘Autumn Winds’ und ‘Levitating’. Der zweite Teil des Albums wurde bereits als EP veröffentlicht, allerdings wurden die Stücke für dieses Album noch einmal neu eingespielt. Auch auf diesem Album hört man Viola und Piano. Zusätzlich kommen Harmonium, Cembalo und Synthesizer zum Einsatz. Und anders als auf dem letzten Album gibt es diesmal auch ein paar elektronische Drums zu hören. Wir freuen uns, dass wir auch das zweite Album dieses Künstlers in der Sendung vorstellen dürfen.

Gesehen

ARTE – Gioachino Rossini – Der Barbier von Sevilla

Wir haben uns die neue Produktion des französischen Regisseurs Laurent Pelly von ‘Der Barbier von Sevilla’ in der ARTE-Mediathek angesehen. Das ganze wurde auf der Bühne des Pariser Théâtre des Champs-Elysées dargeboten. Es spielte das Orchester Cercle de l’Harmonie unter der Leitung von Jérémie Rhorer.

Die Uraufführung dieser Oper im jahre 1816 war ein Fiasko, was vor allem an den zahlreichen Gegnern Rossinis lag. Mittlerweile ist ‘Der Barbier von Sevilla’ ein Riesenerfolg geworden und aus keinem Opernhaus der Welt wegzudenken. Rossini war erst 23 Jahre alt, als er diese fröhliche Oper nach einem Libretto von Cesare Sterbini komponierte, das wiederum auf einem Theaterstück von de Beaumarchais basierte. Die Oper handelt von Graf Almaviv, der sich in das junge Waisenmädchen Rosina verliebt. Mit allen Mitteln versucht er Rosina ihrem Vormund Bartolo zu entreißen, der aber ebenfalls Rosina heiraten möchte. Dank der Hilfe seines ehemaligen Dieners Figaro gelingt es dem Grafen aber Rosina für sich zu gewinnen.

Es singen u.a. Florian Sempey als Figaro, Michele Angelini als Graf Almaviv und Catherine Trottmann als Rosina.

Verkostet

Detmolder Landbier

Wir sind im Lipperland und haben ein Bier der Privat-Brauerei Strate verkostet. Die Brauerei wurde 1853 von Adolf Hüppe gegründet. Der Sitz der Brauerei war damals in der heutigen Volkshochschule der Stadt Detmold. Da eine Expansion innerhalb der Stadt nicht möglich war, erwarb die Brauerei Grundstücke an der Palaisstraße, wo das heutige Brauereigebäude entstand. Seit 1863 wird dort gebraut. Das Unternehmen wird bereits in der fünften Generation als Familienunternehmen geführt. Die derzeitige Geschäftsleitung besteht aus Renate Strate und den Töchtern Simone und Friederike. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 30 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung. 1979 wurde die nostalgische Bügelverschlussflasche wieder eingeführt. Renate Strate übernahm den Verkauf und das Marketing. Die Tochter Friederike wurde zeitgleich „Jüngste Braumeisterin Deutschlands“. Soweit es möglich ist, kommen alle benötigten Leistungen aus Lippe bzw. dem Absatzgebiet der Brauerei: Bestickungen, Werbematerialien, Displays, Plakate, Dienstleistungen; alles wird an heimische Unternehmen vergeben. Wir haben diesmal das Detmolder Landbier verkostet. Es handelt sich um ein Dunkelbier, dass mit einer Stammwürze von 11°P und einem Alkoholgehalt 4,8 % in die Flasche kommt.

Feuilletöne – Sendung 227 – Gotthold Ephraim Lessing, Marko Cirkovic, Streetphilosophy und Dithmarscher Naturtrüb

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In der vorletzten regulären Sendung des Jahres 2017 wendeten wir uns Gotthold Ephraim Lessing und seinem Gedicht ‘Ich’ zu, hörten die Symphonie ‘Die Nacht’ von Marko Cirkovic, sahen die von Ronja von Rönne moderierte Sendung  ‘Streetphilosophy’, die von ARTE produziert wird und wir verkosteten noch einmal ein Dithmarscher, diesmal das Naturtrübe. 

Gelesen

Gotthold Ephraim LessingIch

Gotthold Ephraim Lessing wurde 1729 in Kamenz, Markgraftum Oberlausitz geboren und starb 1781 in Braunschweig. Er war ein bedeutender Dichter, Dramaturg, Philosoph und Kritiker der deutschen Aufklärung. Mit seinen Dramen – zum Beispiel Nathan der Weise –  und seinen theoretischen Schriften, die vor allem dem Toleranzgedanken verpflichtet sind, hat Lessing der weiteren Entwicklung des Theaters einen wesentlichen Weg gewiesen und die öffentliche Wirkung von Literatur nachhaltig beeinflusst. Lessing ist der erste deutsche Dramatiker, dessen Werk bis heute ununterbrochen in den Theatern aufgeführt wird. Wir haben einer seiner Gedichte gelesen, also mal was für das er eher nicht ganz so bekannt war. Meistens wird er ja doch eher mit seinen Theaterstücken in Verbindung gebracht.

Gerhört

Marko Cirkovic – Symphonie “Die Nacht”

Cirkovic wurde 1993 in Karlsruhe geboren, hat mit 11 Jahren Violin-Unterricht bekommen, damit 4 Jahre später aufgehört und anschließend ein paar Wochen Klavier gelernt. Schon zu dieser Zeit hat er angefangen am Klavier zu improvisieren und eigene kleine Werke zu komponieren. Nach der Schule hat er zunächst eine kaufmännische Laufbahn eingeschlagen, aber nie wirklich von der Musik abgelassen. Im Alter von 20 hat er angefangen erste Konzepte für Orchesterwerke zu schaffen um dann 2016 das erstes Stück namens “Home” zu veröffentlichen. Kurz darauf folgte die Tondichtung ‘das Finstere Tal’, welches der erste Schritt in Richtung ernster Musik darstellte. Es folgten viele weitere Tondichtungen. 2017 verstarb seine Mutter sehr überraschend. Mit der ersten Symphonie nun hat er versucht eben das zu verarbeiten und in Musik zu transportieren. Seit dem arbeitet er fast ausschließlich an weiteren Symphonien.

Gesehen

Ronja von Rönne/ARTEStreetphilosophy

Ronja Larissa von Rönne wurde 1992 in Berlin geboren und ist Bloggerin, Journalistin und Schriftstellerin. Sie wuchs im oberbayerischen Grassau auf und studierte zunächst Theaterwissenschaften, und später auch Publizistik und Rechtswissenschaften in München. Anschließend in Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus. Seit 2012 betreibt sie das Blog Sudelheft. Ab 2015 schrieb von Rönne für die Tageszeitung ‘Die Welt’ und seit 2017 für ‘Die Zeit’ und ‘Zeit Online’. Im Jahr 2015 wurde sie von dem Journalisten und Literaturkritiker Hubert Winkels zum Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis nach Klagenfurt eingeladen. Dort las sie den Text ‘Welt am Sonntag’. Im selben Jahr trat sie in dem Video für Song ‘Bussi Baby’ der Band Wanda auf. 2016 veröffentlichte sie ihren Debütroman ‘Wir kommen’, über den wir in unserer Sendung schon sprachen. 2017 folgte ‘Heute ist leider schlecht: Beschwerden ans Leben’ eine Auswahl ihrer Kolumnen aus der ‘Welt am Sonntag’, ihrem Blog Sudelheft und einiger neuer Texte. Sie moderierte zusammen mit Ingo Zamperoni ‘Überzeugt uns!’, bei der anlässlich der Bundestagswahl 2017 Politiker Fragen von Jungwählern beantworteten. Und nun gibt es eine neue Staffel der Sendung ‘Streetphilosophy’ bei ARTE, Ronja von Rönne moderiert und das passt natürlich wieder genau zu uns!

Verkostet

Dithmarscher Naturtrüb

Die Dithmarscher Privatbrauerei Karl Hintz hat ihren Sitz immer noch in Marne, und das liegt auch immer noch im Kreis Dithmarschen an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Die Brauerei wurde auch immer noch im Jahr 1884 von Christian Hintz gegründet und befindet sich seitdem in Familienbesitz. Diesmal geht es um Dithmarscher Naturtrüb. Dieses Bier wurde also nicht gefiltert!

132-Junge Hunde, Girls in Airport, Andra Day und Der kleine Topf von Anatole…

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Neuigkeiten

ARTE erklärt mal wieder die Oper. Diesmal mit den Händen.
E-Book-Quartalsbericht des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
Neil Young ist 70!
Elvis Presleys mit Blattgold überzogener Flügel, wurde für über 600.000 US-Dollar versteigert.

Gelesen

Cornelia Travnicek – Junge Hunde (Homepage)

Im lang erwarteten Roman “Junge Hunde” geht es um zwei junge Menschen, die sich auf den Weg machen, anzukommen. Zu suchen und zu finden. Es geht um Johanna und Ernst, die seit ihrer Kindheit befreundet sind. Es geht um Freundschaft, Familie, was das eigentlich ist und um Veränderungen. Verändert man sich selbst oder wird man verändert? Und natürlich ist auch der Ausschnitt zu lesen, der im Rahmen des Bachmannpreises bereits vom Publikum ausgezeichnet wurde.

Gehört – Double Feature im November

Girls in Airport – Fables (Homepage) (Apple Music)

Jazz aus Dänemark, der so richtig traditionell nicht sein mag. “Fables” einzuordnen, fällt nicht leicht. Am ehesten könnte man diese Band mit Tortoise vergleichen, allerdings mit weniger Schlagzeug und Bass, dafür mit mehr Saxophon. Was man hier hört, klingt ein wenig wie Freejazz, der das Label nicht haben will. Es ist eine wilde Mischung aus Jazz, Ambient, Indie und Weltmusik. Post-Jazz wäre ein hübsches Wort. Ein schwebender Sound, der es einem schwer macht, sich zu entziehen. Mal wieder ein Beispiel dafür, dass der Jazz noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Dieser Jazz ist jung, modern, anders und kommt aus Dänemark.

Andra Day – Cheers to the Fall (Homepage) (Apple Music)

Auf diesem Debüt Album werden die einzelnen Phasen einer zerbrochenen Beziehung nachgezeichnet. Textlich geht das alles schon mal in die richtige Richtung. Und für die Kenner: Der Bassist dieses Albums ist kein geringerer als Pino Palladino. Balladen, die an die späten 60er erinnern. Ein bisschen Motown, ganz leichte Anleihen an die Discomusik der 70er. Das alles sind die Zutaten dieses Albums. Und dann natürlich diese Stimme. Die große Anzahl Balladen unter den 13 Songs kann evtl. für den einen oder die andere ein wenig ermüdend sein, wenn man aber genau hinhört, gibt es immer wieder kleine und feine Unterschiede, die jeden Song für sich stehen lässt.

Gesehen

Eric Montchaud – Der kleine Topf von Anatole (ARTE)

Der sechsjährige Junge Anatol zieht einen kleinen Topf hinter sich her, der aus ungeklärter Ursache eines Tages einfach da war. Seit dieser Zeit ist er mit diesem Topf unterwegs und wird ihn nicht mehr los. Aber der Topf stellt einen Makel dar und andere Menschen stören sich daran. Auch für Anatol ist das Leben mit diesem Topf immer wieder schwierig. Er erschwert ihm vieles. Irgendwann hat er genug, versteckt sich, will niemanden mehr sehen und mag auch nicht mehr gesehen werden. Ein Film über tolle Menschen, die das Tolle in tollen Menschen erkennen.

Verkostet

Bald verkosten wir hier leckere Dinge 🙂

Empfehlungen

Christian Ramond/Theo Jörgensmann/Christopher DellThe Art of Making – Tribute (Apple Music)
Christian Scott – Stretch Music (Homepage) (Apple Music)

123-Chucks, Carl Nielsen und Im Angesicht des Verbrechens

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Neuigkeiten

Steve Jobs’ Biographie als Oper
Kermit und Miss Piggy trennen sich
Chucks kommt in die Kinos (Homepage)

Gelesen
Cornelia TravnicekChucks

Die Geschichte einer jungen Frau namens Mae, deren Bruder stirbt und die ihrer Familie entflieht. Sie lernt Mara kennen und lebt fortan auf der Straße. Als Punk zieht sie durch die Straßen Wiens, lebt von Dosenbier und den Gesprächen mit ihrer Freundin Mara. Sie lernt Jakob kennen, und lebt vorübergehend mit ihm zusammen genau das entgegengesetzte Leben, in dem alles geplant ist. Im Aids-Hilfe-Haus, wo sie Sozialstunden ableisten muss, wegen eines Körperverletzungsdelikts, lernt sie Paul kennen und verliebt sich in ihn. Als bei ihm die Krankheit ausbricht, beginnt Mae gegen sein Verschwinden anzukämpfen.

Gehört zum 150. Geburtstag von Carl Nielsen
Die 4. Symphonie (Das Unauslöschliche) in folgenden Aufnahmen:

Neeme JärviGötheburger Symphonie Orchester (Homepage) (Spotify)

Die Gemäßigte. Von nichts zu viel oder zu wenig. Neeme Järvi eben.

Theodore KucharJanacek Philharmonic Orchestra (Homepage) (Spotify)

Die Straffe. Unromantisch. Musikalisch nicht ganz perfekt.

Herbert Blomstedt – San Francisco Symphony (Homepage) (Spotify)

Die Akademische. Sauber. Klar. Typisch Blomstedt. Ohne Firlefanz.

Ole SchmidtLondon Symphony Orchestra (Homepage) (Spotify)

Die Authentische. Wohl die, die dem was Carl Nielsen sich gedacht hat, am nächsten kommt.

Gesehen
Im Angesicht des Verbrechens (IMDb)

Marek und Sven, unsere Protagonisten, sind Polizisten beim LKA. Sie ermitteln in russisch-jüdischen Mafia-Milieus. Wir begegnen einem düsteren, korrupten Berlin, in dem zwei junge Ukrainerinnen in der Zwangsprostitution landen und der Mörder von Marks Bruder noch immer frei herumläuft.

Neben den hervorragenden Schauspielern ist bei dieser zehnteiligen Miniserie vor allem der Stil der Regie zu erwähnen. In einer fast schon poetischen Mischung von modernem Fernsehen und 70er-Jahre-Agententhriller wird hier Action und Langsamkeit gleichermaßen zelebriert. Man nimmt sich Zeit für ausführliche Milieustudien und die Entwicklung der Figuren und ist dabei, wie im deutschen TV selten, niemals zimperlich. Zuschauer werden herausgefordert statt berieselnd unterhalten. Vergleiche mit amerikanischen Perlen wie The Wire sind nicht ganz fehl am Platz.

Empfehlungen

Peace ‘n’ Pop auf ARTE

  • Teil 1: Sonntag, 09. August um 22:00 Uhr (Wiederholung am Montag, 17.08. um 2:25 Uhr und am Sonntag, 23.08. um 2:05 Uhr)
  • Teil 2: Sonntag, 09. August um 22:55 Uhr (Wiederholung am Montag, 17.08. um 3:20 Uhr und am Sonntag, 23.08. um 3:00 Uhr)