Kategorien
Podcast

Bruce Springsteen, Disarstar, Matt Berninger, Plants and Animals und Zafra Master Reserve 21

Mitten im musikalischen Herbst hörten wir ‘Letter to You’ von Bruce Springsteen, ‘Klassenkampf & Kitsch’ von Disarstar, ‘Serpentine Prison’ von Matt Berninger und ‘The Jungle’ von Plants and Animals. Zu guter Letzt verkosteten wir noch den 21-Jährigen Zafra Master Reserve

In der UKW-Sendung gespielte Titel

Bruce Springsteen – Letter to You

Disarstar – Klassenkampf & Kitsch 

Disarstar – Situationen

Matt Berninger – Oh Dearie

Plants and Animals – Love that Boy

Bruce SpringsteenLetter to You 

Bruce Springsteens musikalisches Interesse löste Elvis Presley aus. Der junge Bruce lernte Schlagzeug und brachte sich selbst das Klavier- und Mundharmonikaspielen bei. 1965 war er in einer ersten Band namens ‘Castiles’. Es folgten erste Auftritte in den Bars und Clubs. Musikalisch orientierte er sich jetzt an den Werken von Bob Dylan. 

1968 gründete Springsteen die erste eigene Band mit Namen ‘Earth’. 1969 wurde er Mitbegründer der Band ‘Child’. 1971 wurde dann schließlich die ‘Bruce Springsteen Band’ gegründet. 1972 nahm er bei Columbia Records sein erstes Studioalbum ‘Greetings from Ashbury Park, N. J.’ mit der späteren ‘E Street Band’ auf. Mit ‘Born to Run’ gelang ihm 1975 der kommerzielle Durchbruch.

1978 kam es zur Zusammenarbeit mit Patti Smith, die mit der Springsteen-Komposition ‘Because The Night’ einen Hit einspielte. 1979 beteiligte sich Bruce Springsteen an dem Konzert ‘No Nukes’, bei dem er sich mit anderen Künstlern gegen die Nutzung von Atomkraft einsetzte. Seine Konzerte, die teilweise vier bis fünf Stunden dauerten, glichen Zeremonien und untermauerten seinen Erfolg. Das Doppelalbum ‘The River’ aus dem Jahr 1980 etablierte ihn international als Rock-Star. 1982 erschien ‘Nebraska’.

1984 wurde dann die LP ‘Born In The USA’ veröffentlicht. Das Album verkaufte sich weltweit 21 Millionen Mal, sein bis heute größter Erfolg. 1987 erschien das Album ‘Tunnel of Love’. 1988 begab er sich u.a. mit Sting und Peter Gabriel auf eine Benefiztournee zu Gunsten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Millionenangebote aus der Werbeindustrie lehnte er bis dato stets ab und setzt sich stattdessen für hungernde Menschen in den armen Ländern der Welt ein. Er war Teil von ‘USA for Africa’, die den Song ‘We Are The World’ im Rahmen von Live Aid veröffentlichte und produzierte die Single ‘Sun City’ für ‘Artists United Against Apartheid’. Für den Song ‘Streets of Philadelphia’ zum Film ‘Philadelphia’ wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet, für einen weiteren Song für den Film ‘Dead Man Walking’ wurde er nominiert.

2019 veröffentlichte er ‘Western Stars’, wir besprachen es in Episode 303.

‘Letter to You’ ist nun das zwanzigste Studioalbum von Bruce Springsteen. Es ist das erste Studioalbum mit seiner E Street Band seit ‘High Hopes’ aus dem Jahr 2014. 

Springsteen und die E Street Band trafen sich im Studio von Bruce Springsteen und man beraumte fünf Tage für die Aufnahmen an, war aber schon nach vier Tagen fertig. Die Aufnahmen wurden von Ron Aniello und Springsteen produziert. Springsteen litt davor unter einer Schreibblockade, die im Verlauf von anderthalb Wochen intensiven Songwritings im April 2019 spontan abbrach. 

Das Album wurde live im Studio aufgenommen und mit nur wenigen Overdubs wie Gitarrensoli oder Handclaps versehen. Außerdem enthält es drei Songs, die ursprünglich vor Springsteens 73er Debütalbum ‘Greetings from Asbury Park, NJ’ geschrieben wurden, nämlich: ‘If I Was The Priest’ , ‘Janey Needs a Shooter’ und ‘Song for Orphans’. ‘If I Was The Priest’ wurde bisher nicht von Springsteen veröffentlicht, sondern in den 70er Jahren von Allan Clarke gecovert.

Disarstar – Klassenkampf & Kitsch 

Aufgewachsen und auch zum ersten Mal mit Rap in Berührung gekommen ist Disarstar in Hamburg. Seine ersten musikalischen Gehversuche machte er im Alter von elf Jahren. Zunächst beschränkte er sich auf das Schreiben von Liedtexten, ehe er wenig später dazu überging, diese auch aufzunehmen. Die zu dieser Zeit entstandenen Aufnahmen, die überwiegend dem Streetrap zuzuordnen waren, brachten ihm kleinere Erfolge ein. Alkohol- und Drogenkonsum sowie erste Straftaten, die unter anderem eine Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung zur Folge hatten, standen dem Rapper zu der Zeit jedoch im Weg. Daraufhin wurde ihm ein Sozialarbeiter zugeteilt, der ihm beim Reflektieren seines bisherigen Lebens zur Seite stand und ihm bei seiner Selbstfindung als Mensch und als Rapper half. Sowohl sein Charakter als auch sein Rapstil veränderten sich, sodass der ehemalige Kriminelle sein Augenmerk mehr auf Philosophie und Gesellschaftskritik lenken konnte.

Dies spiegelte sich in Disarstars Musik wider, die nun lyrisch mehr seiner „Abkehr von Substanzmissbrauch und der Hinwendung zur Sinnsuche“ galt. So veröffentlichte er von 2010 bis 2013 eine Reihe von Mixtapes und EPs zum kostenlosen Download. Schließlich wurde das Independent-Label Showdown Records auf ihn aufmerksam, bei dem er 2014 unter Vertrag genommen wurde. Im Zuge dessen erschien das Gratis-Mixtape ‘Manege frei’ sowie die EP Tausend in Einem, welche seine erste kommerzielle Veröffentlichung darstellte. Als Supportact begleitete er Kontra K gegen Ende des Jahres auf dessen Loyal-Tour, auf der er erstmals vor einem größeren Publikum spielte. 2015 folgte die ‘Aus dem Schatten ins Licht’-Tour, auf der Disarstar ebenfalls mitwirkte. Am 26. Juni 2015 erschien sein Debütalbum Kontraste, welches auf Platz 19 der deutschen Albumcharts einstieg. Um die Wartezeit bis zu seinem nächsten Studioalbum zu überbrücken, veröffentlichte er 2016 mit ‘Sturm und Drang’ ein weiteres kostenloses Mixtape.

Im März des Jahres 2020 erschien das Album ‘Klassenkampf & Kitsch’.

Produziert wurde das Album von Dirty Dasmo und Mania Music. Und es wurden Stile auf diesem Album zusammengebracht, die man zunächst vielleicht gar nicht mit Rap in Verbindung bringen würde. Grund genug für uns, das Album näher unter die Lupe zu nehmen.

Matt Berninger – Serpentine Prison

Matthew Donald Berninger ist Singer-Songwriter und vor allem als Sänger der Indie-Rock-Band The National bekannt. 2014 gründete er mit Brent Knopf von Ramona Falls und Menomena das EL VY-Projekt und veröffentlichte im November 2015 das Album ‘Return to the Moon’.

Berninger ist bekannt für seine Baritonstimme.

‘Serpentine Prison’ ist das erste Soloalbum von Matt Berninger, das im Oktober 2020 veröffentlicht wurde. Es wurde von Booker T. Jones produziert und auf Book Records veröffentlicht, einem neuen Label von Concord Records, die von Berninger und Jones gegründet wurden.

Plants and Animals – The Jungle

Plants and Animals sind eine kanadische Indie-Rock-Band aus Montreal, zu der Gitarrist und Sänger Warren Spicer, Nic Basque sowie der Schlagzeuger und Sänger Matthew Woody Woodley gehören. Das Trio spielt bereits seit Kindertagen zusammen. 

Das Debütalbum ‘Parc Avenue’ wurde 2008 veröffentlicht. Das Album wurde komplett auf analogem Band aufgenommen und man kann auch Sarah Neufeld von Arcade Fire darauf hören.

2010 veröffentlichte die Band ihre zweite LP mit dem Titel ‘La La Land’. Ihr drittes Album ‘The End of That’ wurde 2012 veröffentlicht. Schließlich veröffentlichten sie 2016 mit ‘Waltzed in from the Rumbling’ ihr viertes Album, wir sprachen darüber in Episode 161.

Ihr fünftes Album ‘The Jungle’ ist nun im Oktober 2020 erscheinen. Es ist ihr bisher kürzestes Album. ‘The Jungle’ besteht aus nur acht Songs. Das Album wurde in ihrem Studio in Montreal aufgenommen und produziert.

Die Texte spiegeln persönliche Erfahrungen der Band wieder. Laut deren Aussage geht es im Kern um die Idee, dass die Dinge, die wir erben, nicht unbedingt die Dinge sind, die wir wollen. 

Zafra Master Reserve 21

Der in Panama produzierte Zafra Master Reserve 21 Jahre ist nach der ‘Zafra’, einer Bezeichnung für die Zuckerrohrernte benannt und wird daher aus Zuckerrohr gewonnen. Die Destillation erfolgt nach dem Column-Still-Verfahren, also wie bei den meisten Bourbon-Whiskies. Im Anschluss reift der Rum 21 Jahre lang in Bourbonfässern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.