Feuilletöne – Sendung 258 – Bachmannpreis 2018

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Es ist wieder so weit! Der alljährliche Bachmannpreis nimmt all unsere Aufmerksamkeit in Anspruch, auch in diesem Jahr! Traditionell! Seit nunmehr 6 Jahren! Hurra!

Bachmannpreis 2018

Die Jury

Hubert Winkels

Hubert Winkels ist seit 2015 Juryvorsitzender. Geboren 1955 in Gohr/Dormagen. Er promovierte über deutsche Gegenwartsliteratur. 1985–1988 war er freier Schriftsteller. Seit 1988 ist er Literaturkritiker für ‘Die ZEIT’. Er ist Fernsehmoderator der Sendungen ‘Dichterclub’ (SWF) und ‘Die Bestenliste’ (SWR/3sat). Seit 1997 ist er Literaturredakteur des Deutschlandfunks. Er ist seit 2011 Jurymitglied des Gert-Jonke-Preises. Außerdem ist er Mitbegründer und Juryvorsitzender des Wilhelm Raabe-Literaturpreises. Er ist seit 2010 Mitglied der Jury

Stefan Gmünder

Stefan Gmünder  wurde 1965 in Bern geboren, lebt aber seit 22 Jahren in Wien. Nach verschiedenen Tätigkeiten in der Zeitungsbranche arbeitet er seit 1998 bei der Wiener Tageszeitung ‘Der Standard’, deren Literaturredakteur er ist. Stefan Gmünder ist Herausgeber des in der Edition Selene erschienenen Bandes ‘Die Republik Nizon. Eine Biographie in Gesprächen’. Er ist seit 2016 beim Bachmannpreis.

Nora Gomringer

Nora Gomringer wurde 1980 geboren. Sie schreibt und vertont  Gedichte. Sie fördert im Auftrag des Freistaates Bayern Künstlerinnen und Künstler internationaler Herkunft. Dies tut sie im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia. Sie ist das erste mal Teil der Jury.

Klaus Kastberger

Klaus Kastberger wurde 1963 in Gmunden in Oberösterreich geboren, er ist Professor für neuere deutschsprachige Literatur am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz und Leiter des Literaturhauses Graz. Außerdem verfasst er Literaturkritiken und Kulturpublizistik u.a. für ‘Die Presse’ und ‘Zeit online’. Er kuratiert von Ausstellungen und Veranstaltungsreihen und leitet Forschungsprojekte. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Österreichische Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Er twittert als @klauskastberger. Er ist seit 2015 Teil der Jury.

Hildegard Elisabeth Keller

Hildegard Elisabeth Keller ist Kritikerin beim Literaturclub des Schweizer Fernsehens SRF, Regisseurin, Gründerin und CEO der Bloomlight Productions GmbH und Literaturprofessorin an der Universität Zürich. Sie ist seit 2009 dabei.

Michael Wiederstein

Michael Wiederstein wurde 1983 in Gummersbach geboren. Er studierte  Germanistik und Allgemeine Literaturwissenschaft in Siegen. 2011 gründete er die Literaturzeitschrift ‘Literarischer Monat’ als Literaturbeilage des ‘Schweizer Monats’. Beide Zeitschriften leitet er als Chefredaktor. Als Initiator des ‘Treibhauses’ – einer Wettbewerbsplattform für literarische Anfänger –  sucht er seit 2012 nach unentdeckten Schreibtalenten. Er ist seit 2017 dabei.

Insa Wilke

Insa Wilke wurde 1978 in Bremerhaven geboren. Sie studierte Germanistik und Geschichte in Göttingen, Rom und Berlin und promovierte 2009. Sie hat u.a. für die Akademie der Künste und die Freie Universität in Berlin gearbeitet.2010 erschien ihr Buch ‘Ist das ein Leben. Der Dichter Thomas Brasch’ Zuletzt publizierte sie als Herausgeberin ‘Bericht am Feuer. Gespräche, Telefonate und E-Mails zum Werk von Christoph Ransmayr’  und ‘Der leidenschaftliche Zeitgenosse. Zum Werk von Roger Willemsen’ und gab Roger Willemsens Zukunftsrede ‘Wer wir waren’ heraus. Auch sie ist das erste mal Teil der Jury.

Die AutorInnen und Texte

Raphaela Edelbauer – Das Loch (Text)

Raphaela Edelbauer wurde 1990 in Wien geboren. Nach der Matura 2008 studierte sie Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst bei Robert Schindel. Danach Studium der Philosophie an der Uni Wien. 2008 Vortrag beim Ludwig-Wittgenstein-Symposium. Ab 2009 Veröffentlichungen in Literaturmagazinen, Anthologien sowie Lesetätigkeit und Auftritte bei Literaturfestivals. Im Mai 2017 fand die Premiere der Extremperformance Literazah in Wien statt. Sie liest auf Einladung von Klaus Kastberger.

Martina Clavadetscher – Schnittmuster (Text)

Martina Clavadetscher wurde 1979  geboren, studierte Germanistik, Linguistik und Philosophie an der Universität Fribourg. Seit 2009 arbeitet sie als Autorin und Dramatikerin sowie als Radiokolumnistin. Ihr Prosadebüt ‘Sammler’ erschien 2014. Für die Spielzeit 2013/2014 war sie Hausautorin am Luzerner Theater. 2016 wurde sie für das Theaterstück ‘Umständliche Rettung’ mit dem Essener Autorenpreis ausgezeichnet. Für das Manuskript “Knochenlieder” erhielt sie den Preis der Marianne und Curt Dienemann-Stiftung. Sie liest auf Einladung von Hildegard E. Keller.

Stephan Lose – Lumumbaland (Text)

Stephan Lohse wurde 1964 in Hamburg geboren. Er studierte Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und war unter anderem am Thalia Theater, an der Schaubühne in Berlin und am Schauspielhaus in Wien engagiert. ‘Ein fauler Gott ist sein Debütroman. Er liest auf Einladung von Hubert Winkels.

Anna Stern – Warten auf Ava (Text)

Anna Stern wurde 1990 in Rorschach geboren. Sie studierte Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich. Seit 2018 Doktorat am Institut für Integrative Biologie. 2017 dann die Teilnahme an der Kunstausstellung ‘EAM Science Meets Fiction’ mit den Kurzgeschichten ‘Karte und Gebiet’ und ‘Quecksilberperlen’. Ihr dritter Roman ‘Denn du bist wild wie die Wellen des Meeres’ erscheint im Januar 2019 bei Salis. Sie  liest auf Einladung von Hildegard E. Keller.

Joshua Groß – Flexen in Miami/Romanauszug (Text)

Joshua Groß wurde 1989 in Grünsberg geboren. Er studierte  Politikwissenschaft, Ökonomie und Ethik der Textkulturen.Joshua Groß hat mehrere Bücher veröffentlicht, außerdem sind seine Texte in verschiedenen Magazinen, Anthologien und Kunstpublikationen erschienen. Er schreibt regelmäßig für die Literaturzeitschrift ‘metamorphosen’. Er liest auf Einladung von Insa Wilke.

Corinna T. Sievers – Der nächste bitte (Text)

Corinna T. Sievers wurde 1965 auf Fehmarn geboren. Sie studierte Politik, Wirtschaft, Musikwissenschaften, Medizin und Zahnmedizin. Während des Studiums verdiente sie sich ihr Geld als Pianistin und als Nachtwache auf Intensivstationen. 1997 schrieb sie in Los Angeles und Kiel ihre Doktorarbeit über die Prognostizierbarkeit von Schönheit. Ihre kieferorthopädische Praxis in Zürich ist spezialisiert auf angeborene Gesichtsfehlbildungen. Seit ihrer Studienzeit entstanden zahlreiche Erzählungen und Gedichte, die sie aber nicht veröffentlichte. Erst ab 2010 veröffentlichte sie ihre Romane. Sie liest auf Einladung von Nora Gomringer.

Ally Klein – Carter/Romanauszug (Text)

Ally Klein wurde 1984 geboren. Sie studierte Philosophie und Literatur. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Im August 2018 erscheint ihr Debütroman ‘Carter’ im Verlag Droschl, dessen Auszug wir hier lesen können. Sie liest auf Einladung von Michael Wiederstein.

Tanja Maljartschuk – Frösche im Meer (Text)

Tanja Maljartschuk wurde 1983 in Iwano-Frankiwsk in der Ukraine geboren. Sie studierte Ukrainische Philologie an der Prykarpattia National Universität und arbeitete einige Jahre als Fernsehjournalistin in Kiew. Seit 2011 lebt sie in Österreich und seit 2014 schreibt sie in deutscher Sprache. Sie liest auf Einladung von Stefan Gmünder.

Bov Bjerg – Serpentinen (Text)

Bov Bjerg wurde 1965 in Württemberg geboren. Er studierte Linguistik, Niederlandistik, Politik und Literatur in Berlin, Amsterdam und Leipzig. Außerdem gründete die Zeitschrift ‘Salbader’ und verschiedene Berliner Lesebühnen wie ‘Dr. Seltsams Frühschoppen’, ‘Reformbühne Heim&Welt’ oder ‘Mittwochsfazit’. Er verfasste journalistische und literarische Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften, Print und Web. u.a. für die ‘Taz’, sie ‘Süddeutsche Zeitung’, ‘Titanic’, ‘Eulenspiegel’. Weiterhin übersetzte er Texte aus dem Niederländischen und Englischen. Er liest auf Einladung von Klaus Kastberger.

Anselm Neft – Mach’s wie Miltos! (Text)

Anselm Neft wurde 1973 in Bonn geboren. Er studierte Vergleichende Religionswissenschaften, Volkskunde sowie Vor- und Frühgeschichte. Danach übte er viele unterschiedliche Jobs und Berufe aus, wie Deutschlehrer, Musiker, Tellerwäscher und Unternehmensberater. Seit 2004 arbeitet er selbständig als freier Autor und Publizist. Von 2005 bis 2015 war er Mitbegründer und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift ‘EXOT’. In Hamburg betreibt er die Lesebühne ‘Liebe für alle’. Er liest auf Einladung von Nora Gomringer.

Jakob Nolte – Tagebuch einer jungen Frau (Text)

Jakob Nolte wurde 1988 in Gehrden geboren. Seine Theaterstücke wurden mehrfach prämiert und an zahlreichen Bühnen in Europa gespielt. Gemeinsam mit Michel Decar gewann er 2013 den Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin für das Stück ‘Das Tierreich’. Sein Debütroman „ALFF“ wurde 2016 mit dem Kunstpreis Literatur ausgezeichnet. Im selben Jahr war er Stipendiat der Villa Kamogawa in Kyoto. Sein zweiter Roman ‘Schreckliche Gewalten’ stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017. Er ist Mitbegründer von ‘tegelmedia.net’. Er liest auf Einladung von Hubert Winkels

Stephan Groetzner – Destination Austria (Romanauszug) (Text)

Stephan Groetzner wurde 1965 in Hamburg geboren. Er übte verschiedene Tätigkeiten u. a. als Erntehelfer, Kirchenmusiker, Stanzer und Wachtmeister aus. Von 1993 bis 1996 war er Mitglied der Autorenwerkstatt der Universität Köln, ab 1995 auch des Literaturateliers Köln. Er liest auf Einladung von Stefan Gmünder.

Özlem Özgül Dündar – und ich brenne (Text)

Özlem Özgül Dündar wurde 1983 in Solingen geboren. Sie studierte Literatur und Philosophie in Wuppertal und Anschließend am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie schreibt Lyrik, Prosa und szenische Texte, performt mit ihren künstlerischen Kollektiven GID, Kaltsignal und Kanak Attak Leipzig. Für ihr Theaterstück ‘Jardin d’Istanbul’ erhielt sie den Retzhofer Dramapreis. Sie liest auf Einladung von Insa Wilke.

Lennardt Loß – Der Himmel über 9A (Text)

Lennardt Loß wurde 1992 in Braunschweig geboren. Er studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Frankfurt am Main. Seit drei Jahren schreibt er Kurzgeschichten, die in verschiedenen Anthologien erschienen sind. Seit 2017 arbeitet er als freier Autor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Short Story ‘Aschenroda Rindermassaker’ ist für den hr2-Literaturpreis 2018 nominiert. Sein Debütroman erscheint im Frühjahr 2019. Er  liest auf Einladung von Michael Wiederstein.

Preise und Auszeichungen

Ingeborg-Bachmann-Preis

Dieser Preis wird von der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee gestiftet. Es ist der Hauptpreis in Höhe von 25.000 Euro

Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preis ist Tanja Maljartschuk

Deutschlandfunk-Preis

Dieser Preis wird von Deutschlandradio gestiftet. Das ganze in der Höhe von 12.500 Euro

Gewinner des Deutschlandfunk-Preises ist Bov Bjerg

Kelag-Preis

Der Kelag-Preis wird von der  Kärntner-Elektrizitäts-Aktiengesellschaft in Höhe von 10.000 Euro gestiftet.

Gewinnerin des Kelag-Preises ist Özlem Özguel Dündar

3sat-Preis

Auch 3sat vergibt einen Preis. Das Gemeinschaftsprogramm der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ZDF, ORF, SRG und ARD stiftet den 3sat-Preis in Höhe von 7.500 Euro

Gewinnerin des 3sat-Preises ist Anna Stern

BKS Bank Publikumspreis

Der Publikumspreis wird von der BKS Bank in Höhe von 7.000 Euro gestiftet.

Gewinnerin des BKS Bank Publikumspreises ist Raphaela Edelbauer

 

Feuilletöne – Sendung 214 – Bachmann-Preis 2017

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Traditionell geht es seit fünf Jahren bei uns um den Bachmann-Preis. Das ist natürlich auch in diesem Jahr nicht anders. Traditionen wollen ja gepflegt werden. Und so beschäftigen wir uns auch in diesem Jahr mit diesem drolligen Preis, der seit 1977 in Klagenfurt verliehen wird.

Die Jury

Hubert Winkels

Hubert Winkels lebt in Köln und Berlin. Er ist seit 2010 Juror beim Bachmannpreis und seit 2015 Juryvorsitzender.

Stefan Gmünder

Er lebt seit 22 Jahren in Wien. Er arbeitet seit 1998 bei der Wiener Tageszeitung ‘Der Standard’ als Literaturredakteur. Er ist seit 2016 Mitglied der Jury des Bachmannpreises.

Meike Feßmann

Sie lebt als freie Literaturkritikerin und Essayistin in Berlin. Sie rezensiert für die Süddeutsche Zeitung, den Tagesspiegel und den Deutschlandfunk. Sie ist seit 2009 Jurymitglied.

Sandra Kegel

Sandra Kegel ist seit 1999 Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie gehört der Jury seit 2015 an.

Klaus Kastberger

Er ist Professor für neuere deutschsprachige Literatur, schreibt Literaturkritiken für ‘Die Presse’, ‘Ö1’, ‘Falter’ und  ‘Zeit online’. Er leitet mehrere Forschungsprojekte, u.a. ‘Handke online’. Jurymitglied des Bachmannpreises ist er seit 2015.

Hildegard Elisabeth Keller

Sie ist Kritikerin des ‘Literaturclub SRF’. Außerdem ist sie Professorin für deutsche Literatur an den Universitäten Bloomington Indiana/USA und Zürich. Der Bachmann-Jury gehört sie seit 2009 an.

Michael Wiederstein (neu dabei)

Er lebt als Publizist in Zürich. Er ist neues Jurymitglied und ersetzt Jury Steiner.

Die Autoren und die Texte

Karin Peschka – Wiener Kindl (Romanauszug)

Karin Peschka wuchs in Oberösterreich auf, ist Mutter eines erwachsenen Sohnes. Sie übte verschiedene berufliche Tätigkeiten aus, beispielsweise Sozialarbeit, Onlineredaktion und Projektmanagement. Seit 2014 ist sie freie Autorin. Sie liest auf Einladung von Stefan Gmünder.

Die Zivilisation bricht zusammen und nur ein Kind und Hunde überleben! ‘Das Dschungelbuch’ in Wien, nachdem alles zusammenbrach.

Björn Treber – Weintrieb

Björn Treber studierte Germanistik und schreibt Lyrik, Prosa und Dramen. Derzeit arbeitet er an einer längeren Prosaarbeit. Seine ersten Texte veröffentlichte er in den ‘manuskripten’. Er liest auf Einladung von Stefan Gmünder.

Die Schilderung eine Begräbnisses. Und damit einhergehend, die Schilderung der Menschen, die bei diesem Begräbnis zugegen sind.

John Wray – Madrigal

John Wray alias John Henderson wuchs in den USA auf. Nach dem Abbruch eines Biologiestudiums lebte er von Gelegenheitsjobs. Seit Beginn des Jahrtausends ist er freier Schriftsteller und veröffentlichte mehrere Romane. Er liest auf Einladung von Sandra Kegel.

Zwei Geschwister, die beide AutorInnen sind. Eine der beiden hat eine Schreibbklockade und muss Psychopharmaka einnehmen. Das und noch viel mehr. Eine Geschichte die von einer zur nächsten mäandert.

Noemi Schneider – Fifty Shades of Gray

Noemi Schneider studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film München Regie im Bereich Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik. Sie arbeitet sie als freie Autorin für Deutschlandfunk Kultur. Nebenbei schreibt sie Kurzgeschichten, Artikel, Reportagen und Essays, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Sie liest auf Einladung von Hubert Winkels.

Zwei Freundinnen auf Urlaubsreise – die eigentlich eine Flucht ist – in Spanien. Sie shoppen, machen klischeehafte touristische Dinge. Eine Metapher über Dekadenz der westlichen Welt und der Situation der Menschen, die ihre Heimat für immer verlassen müssen.

Daniel Goetzsch – Der Name (Romanauszug)

Daniel Goetsch studierte Rechtswissenschaft, hat bereits mehrere Romane, Theaterstücke und Hörspiele verfasst. Er wurde bereits mehrmals mit Preisen und Auszeichnungen bedacht und lebt seit 2004 als freiberuflicher Autor in Berlin. Er liest auf Einladung von Hildegard E. Keller. 

Der Text handelt von Maxim, einem Deutschen, der nach dem 2. Weltkrieg nun als Amerikaner in Wiesbaden stationiert ist. Eine Geschichte, die Deutschland kurz nach dem zweiten Weltkrieg aus der Sicht eines aus Deutschland emigrierten Soldaten beschreibt, der nunmehr amerikanischer Staatsbürger ist.

Ferdinand Schmalz – mein lieblingstier heißt winter

Ferdinand Schmalz studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften. Er erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen. Sein Stück ‘dosenfleisch’ wurde im Juni 2015 zur Eröffnung der Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin in einer Inszenierung des Wiener Burgtheaters uraufgeführt. Er liest auf Einladung von Sandra Kegel.

Doktor Schauer möchte nicht mehr leben, da er an einer Krebserkrankung leidet, und der Lebensmittellieferant Herr Schlicht – der Eismann – soll ihm helfen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Und um den Feuerwerker Fabian, der den Tod als solches nicht als etwas Natürliches hinnehmen will.

Barbi Makovic – Die Mieter

Barbi Makovic studierte Germanistik. 2009 sorgte sie mit einem Thomas Bernhard-Remix-Roman ‘Ausgehen’ für Aufmerksamkeit. In den Jahren 2011 und 2012 war sie Stadtschreiberin in Graz, die Ergebnisse dieser Jahre erschienen 2012 als „Graz, Alexanderplatz“. Auch sie wurde mehrmals ausgezeichnet. Sie liest auf Einladung von Klaus Kastberger.

Marta und Evi sind Geschwister. Marta hat vor längerer Zeit die Wohnung verlassen. Jetzt, wo alle anderen Bewohner auf ungeklärte Weise umgekommen sind, kommt sie zurück zur Wohnung und zu Evi. Der Besitzer der Immobilie ist Gerhard. Eine Geschichte, in der die Wohnung als Metapher für einen Staat fungiert. Die Wohnung besitzt die Menschen und nicht umgekehrt.

Verena Dürr – Memorabilia

Verena Dürr ist Autorin, Musikerin und Küchenhilfe. Sie studierte medienübergreifende Kunst, war bereits in verschiedenen künstlerischen Bereichen unterwegs – u.a. Video, Performance und Objekt. Allerdings konzentrierte sie ihr Schaffen zunehmend auf das Schreiben und die Musik. Sie liest auf Einladung von Klaus Kastberger.

Es geht in diesem Text um Gegenstände, die einen Kulturwert haben, somit dem normalen Warenkreislauf entzogen sind und dadurch zu hohem Wert gelangen. Alles hat in diesem Text einen Wert. Und zwar ausschließlich einen monetären Wert.

Jackie Thomae – Cleanster

Sie begann mit dem Schreiben von Plattenkritiken für Szene- und Stadtmagazine, danach schrieb sie Texte, Sketche und Moderationen und arbeitete unter anderem als Ghostwriterin. 2015 erschien ihr erster Roman ‘Momente der Klarheit’. Ihr zweiter Roman wird 2018 erscheinen. Sie liest auf Einladung von Hubert Winkels.

Es prallen in diesem Text zwei Welten aufeinander. Auf der anderen Seite eine wohl situierte Frau, der es gut geht, die nach sinnvollen Beschäftigungen sucht und eine Putzhilfe anstellt. Und auf der einen Seite die Putzhilfe, ein Mann, der in einer komplett entgegengesetzten Welt lebt.

Jörg-Uwe Albig – In der Steppe

Jörg-Uwe Albig studierte Musik und Kunst, war Altenpfleger und Redakteur in Hamburg. Außerdem lebte er zwei Jahre als Korrespondent einer deutschen Kunstzeitschrift in Paris. Seit 1993 arbeitet er als Autor und Reporter in Berlin. Er liest auf auf Einladung von Meike Feßmann.

Ein Archäologe, der Fossilien ausgräbt und zeitlich einordnet. In eines dieser alten Dinge – eine alte Kapelle – verliebt sich der Protagonist dieses Textes. Verliebt in die Kapelle St. Maria Magdalena.

Eckhart Nickel – Hysteria

Eckhart Nickel hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und über Thomas Bernhard promoviert. Er arbeitete als Buchhändler und Journalist. Er war Mitglied des Popliterarischen Quintetts ‘Tristesse Royale’ und von 2004 bis 2006 Chefredakteur des Literaturmagazins ‘DER FREUND’. Auch Juror war er bereits, und zwar beim Clemens-Brentano-Preis. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Er liest auf Einladung von Michael Wiederstein.

Ein Mann möchte Himbeeren auf einem Biomarkt kaufen, die Beeren empfindet er als anders als sonst, gar als bedrohlich. Er bekommt eine Panik-Attacke und flieht. Dabei gerät er in eine Zeitschneise. Zwischen Vergangenheit und Zukunft plagen ihn Auflösungserscheinungen.

Gianna Molinari – Loses Mappe

Sie studierte von 2009 bis 2012 Literarisches Schreiben und Neuere Deutsche Literatur. Sie ist Mitgründerin der Kunstaktionsgruppe ‘Literatur für das, was passiert’. Sie liest auf Einladung von Hildegard E. Keller.

In diesem Text geht es um zwei Wachmenschen, die nicht mitbekommen, dass ein Verbrechen geschieht. Aber nicht nur sie. Niemand bekommt es mit. Und niemand weiß was geschah oder wer der Mensch war, der betroffen war.

Maxi Obexer – Europas längster Sommer

Maxi Obexer kommt aus Südtirol, ist Theaterautorin und Schriftstellerin. Sie ist Gründerin des Neuen Instituts für Dramatisches Schreiben und studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaften in Wien und Berlin. Gastprofessuren nahm sie u.a. an der Georgetown University, Washington DC, am Dartmouth College NH und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig war. Sie liest auf Einladung von Meike Feßmann.

Eine Italienerin, die nach Deutschland einreist, denkt sich in die Schicksale der Menschen – und die bürokratischen Hürden denen sie ausgesetzt sind – hinein, die nicht aus EU-Ländern kommen und ebenfalls einreisen wollen.

Urs Mannhart – Ein Bier im Banja

Auch Urs Mannhart wurde schon mehrmals veröffentlicht und ausgezeichnet. Er liest auf Einladung von Michael Wiederstein.

Ein Text, der ein patriarchisches System beschreibt, in dem die männlichen Menschen “wilde” Tiere jagen und Frauen zwar formell besser ausgebildet sind, sich aber um den Haushalt kümmern und die Männer fragen müssen, wenn sie jemanden anrufen mögen.

Die Preise

Ingeborg-Bachmann-Preis: Ferdinand Schmalz – mein lieblingstier heißt winter

Deutschlandfunk-Preis: John Wray – Madrigal

Kelag-Preis: Eckhart Nickel – Hysteria

3sat-Preis: Gianna Molinari – Loses Mappe

BKS-Bank-Publikumspreis: Karin Peschka – Wiener Kindl

Feuilletöne – Sendung 166 – Der Ingeborg-Bachmann-Preis 2016

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Auch in diesem Jahr beschäftigen wir uns selbstverständlich mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis. Es ist gute Tradition in unserer Sendung. Wir machen das bereits seit 2012. “Gute” Tradition ist es auch, dass vorher schon immer ein bisschen Aufregung herrscht. Und so gab es auch diesmal im Vorfeld des Bachmannpreises wieder viel Gesprächsstoff.

Jurymitglieder waren diesmal:

Hubert WinkelsKlaus KastbergerSandra KegelStefan Gmünder, Meike FeßmannJuri Steiner und Hildegard Elisabeth Keller.

Texte:

Stefanie Sargnagel – Penne vom Kika (Auf Einladung von Sandra Kegel) –> BKS-Bank-Publikumspreis

Es handelt sich um einen Text, der vom Schreiben eines Bachmanntextes handelt. Aber es geht auch um Zerfall, Zerstörung und Vergehen. Eine Gegenüberstellung von Kreation und Depression.

Sascha Macht – Das alte Lied von Señor Magma (Auf Einladung von Hildegard E. Keller)

Es handelt sich um einen fiktionalen, in der Zukunft spielenden Text. Er spielt in einem fiktiven Land in Südamerika. Ein gescheiterter Sprachwissenschaftler, der alle Orte des Scheiterns noch einmal aufsucht.

Marko Dinić – Als nach Milošević das Wasser kam (Romanauszug) (Auf Einladung von Klaus Kastberger)

Spielt in Jugoslawien. Ein junger Mensch macht in den Nullern dort Abitur. Ein Text, der den Konflikt zwischen Vater und Sohn, zwischen Täter und nachfolgender Generation behandlet.

Bastian Schneider – MEZZANIN (Auf Einladung von Stefan Gmünder)

Es handelt sich um Kurzprosa. Es sind 29 Stücke, 29 Beobachtungen. Der Protagonist flaniert durch verschiedene Szenerien. Die Stücke haben keinen Bezug zueinander.

Selim Özdogan – Ein geheimer Akkord (Auf Einladung von Stefan Gmünder)

Ein Bericht eines Hasen, verkleidet als Mensch, der nach zwölf Jahren plötzlich da war und genau so plötzlich auch wieder weg. Des Weiteren ein Mensch, der sich plötzlich damit konfrontiert sieht, ohne Hase dazustehen und dessen Vater. Auch hier wieder Vater-Sohn-Konflikt.

Julia Wolf – Walter Nowak bleibt liegen (Romanauszug, 1. Kapitel) (Auf Einladung von Hubert Winkels) –> 3sat-Preis

Walter Nowak liegt schwer verletzt im Bad seines Hauses und ruft sich die Ereignisse in Erinnerung, die in in diese Situation gebracht haben.

Jan Snela – Araber und Schakale (Auf Einladung von Meike Feßmann)

Ein junger Mann wartet auf die Liebste. Die Liebste kommt mit einem arabischen Mensch samt Schakale zurück in die Wohnung, um ihm so mitzuteilen, das sie ihn verlassen will.

Isabelle Lehn – Binde zwei Vögel zusammen (Auf Einladung von Meike Feßmann)

Der Text erzählt von der Simulation eines Bombenangriffs des Afghanischen Krieges in der fränkischen Schweiz, der Eliminierung Osama Bin Ladens, die in New Mexico gespielt wird.

Tomer Gardi – Ohne Namen (Auf Einladung von Klaus Kastberger)

Ein Text der im sogenannten Broken German geschrieben ist. Alles ist ofensichtlich Falsch oder Fremd. Koffer werden vertauscht. Mutter und Sohn haben jetzt die falschen Koffer. Der Inhalt der Koffer wird falsch benutzt. Arme werden in Hosenbeine Gesteckt. Überall herrscht Fremde.

Sylvie Schenk – Schnell, Dein Leben (Romanauszug) (Auf Einladung von Hubert Winkels)

Ein Text der sehr autobiographisch angelehnt ist. Die gemeinsame deutsch-französische, schwierige Geschichte der Nachkriegszeit wird in diesem Text Thematisiert.

Ada Dorian – Betrunkene Bäume (Romanauszug) (Auf Einladung von Hildegard E. Keller)

Hier gibt es zwei parallele Geschichten. Die von Zuhause ausreißende junge Frau, weil ihr Vater einen Job in Russland angenommen hat. Sie landet in einem Mehrfamilienhaus in dem der Spätaussiedler Erich lebt, der seinerseits Russland verlassen hat.

Sharon Dodua Otoo – Herr Gröttrup setzt sich hin (Auf Einladung von Sandra Kegel) –> Ingeborg-Bachmann-Preis

Eine Geschichte aus der Sicht eines Eis, das sich die Frechheit rausnimmt nicht hart zu werden. Eine Geschichte über Herr und Frau Gröttrup, die durch das nicht harte Ei aus ihrer Routine rausgerissen werden.

Astrid Sozio – Das verlassenste Land (Auf Einladung von Juri Steiner)

Eine einsame, alte Hotelwirtin begegnet den eigenen Schreckgespenstern in der Wirklichkeit: Ein Flüchtlingsmädchen, was auf die Schwester wartet.

Dieter Zwicky – Los Alamos ist winzig (Auf Einladung von Juri Steiner) –> Kelag-Preis

Die Geschichte spielt in Los Alamos, der Ort wo die Atombombe entwickelt wurde. Der Mann eines Ehepaars erkrankt an Krebs, besiegt ihn, sagt es aber der Frau nicht, weil er durch die Krankheit in der guten Position ist, dass die Frau den eigentlich für ihn vorgesehen Posten besetzt hat. Und so arbeitet sie viel, braucht Alkohol um Abends einschlafen zu können und er lebt ein sehr entspanntes Leben.

120-Der Bachmann-Preis 2015

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Neuigkleiten
Rainald Götz erhält den Georg-Büchner-Preis
Neuer Roman ‘Junge Hunde’ von Cornelia Travnicek im Oktober

Die Jury
Hubert Winkels
Klaus Kastberger
Sandra Kegel
Stefan Gmünder
Meike Feßman
Juri Steiner
Hildegard Elisabeth Keller

Die Texte

Katerina Poladjan Es ist weit bis Marseille (Romanauszug)

Dieser Text handelt von einem vermeintlichen One-Night-Stand. Es gibt mehrere Perspektiven und Figuren.

Nora Gomringer Recherche

Es geht um eine Recherche der Autorin Nora Bossong. Sie befragt die Menschen eines Hauses ob des Todes eines Jungen. Die Autorin wird wiederum beobachtet von den Menschen, die sie befragt. Obendrein gibt es eine Erzählerinstanz. Alle Beobachter werden wiederum von all den anderen beobachtet.

Saskia Hennig von LangeHierbleiben

Es geht um einen sich mit sich selbst beschäftigenden Mensch. Der Mensch flieht vor der Nachricht, dass ein gemeinsames Kind geboren werden soll. Diese Gedanken werden umrahmt von einer Autofahrt, die in einem Unfall mündet.

Sven Recker Brot, Brot, Brot

Drei Menschen, die versuchen mit Ihrem Leben zurecht zu kommen und jeweils scheitern. Der Text spielt zu einem Großteil in einer Psychatrie, die als Böse beschrieben wird. Die Wörtliche Rede spielt hier eine übergeordnete Rolle.

Valerie FritschDas Bein

Der Text nimmt die Jahreszeiten als Vehikel, um diese Geschichte zu erzählen. Der Sohn verbringt den Sommer und den Herbst bei seinem Vater. Im Winter stirbt der Vater. Ein Text des Memento mori.

Peter Truschner RTL-Reptil

Der Text schlüpft in die Haut eines Mannes an der Schwelle zur Selbstauflösung.

(Michaela) Falkner Krieger sein, Bruder sein – Manifest 47

Ein Text wider die Ordnung, die mit Exekution gleichgesetzt wird. Dieser Text bedient sich der Kunstform der Parabel.

Tim Krohn Zum Paradies

Der Text erzählt die Schöpfungsgeschichte der Bibel noch einmal neu. Es werden zeitgemäße Themen im Rahmen dieser neu erzählten Geschichte verhandelt.

Monique Schwitter Esche

Es geht darum, dass Vergangenheit abrufbar bleibt, dass der Mensch sich erinnert. Die Person, die sich hier erinnert, heißt Nathanael, die gleichzeitig der Sandmann ist.

Ronja von Rönne Welt am Sonntag

Ein junger Mensch wacht auf, und fühlt sich nicht gut. Der Mensch befindet sich in Karlsruhe, in einem Hotel. Im Laufe des Tages regt sich dieser Mensch über Kleinigkeiten auf. Nur um am Ende des Tages zu festzustellen, dass eigentlich doch alles ganz gut ist.

Jürg Halter Erwachen im 21. Jahrhundert

Ein Mitteleuropäer ist nach einem Albtraum zurück im 21. Jahrhundert. In diesem Text verarbeitet nun dieser Mensch diesen Albtraum, mithilfe der Angst.

Anna Baar – Farbe des Granatapfels/Romanauszug

Ein Text über die Beziehung, eines sich in der Adoleszenz befindlichen Mädchens, zu Ihrer Großmutter.

Teresa Präauer Oh, Schimmi

Ein Text, der eine Metapher, nämlich die Metapher ‘Ich mach mich zum Affen’, wörtlich nimmt.

Dana Grigorcea Das Primäre Gefühl der Schuldlosigkeit/Romanauszug

Der Text erzählt von dem Leben in Rumänien, vor, während, und am Ende auch kurz nach der sogenannten Wende.

Die Gewinner des Bachmann-Preis
Ingeborg-Bachmann-Preis (25.000 €): Nora Gomringer – Recherche
Kelag-Preis (10.000 €): Valerie Fritsch – Das Bein
3sat-Preis (7.500 Euro): Dana Grigorcea – Das Primäre Gefühl der Schuldlosigkeit
BKS Bank-Publikumspreis (7.000 €): Valerie Fritsch – Das Bein
Stadtschreiber-Stipendium der Stadt Klagenfurt (5.000 Euro; gekoppelt an den Publikumspreis): Valerie Fritsch – Das Bein

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