Urlaub

“Ferien, Leute es sind Ferien, alle machen blau von Flensburg bis nach….äh….. Bielefeld!”

Wir machen bis mitte August eine Pause. Es ist die erste seit langer Zeit. Deswegen ist sie auch gleich einfach mal verlängert worden. 😀

Ab dem 11. August sind wir aber wieder für euch da! Versprochen! 🙂

Wenn ihr mögt, könnt ihr ja derweil ein paar ältere Episoden unserer drolligen Kulturmatinée hören.

Habt ein paar hübsche Tage.

Die Feuilletöne

Feuilletöne – Sendung 213 – Karl Popper, Fabrizio Paterlini, Her Story und Hakushu 12

Karl Popper ist wohl einer der beliebtesten Philosophen unserer Zeit, nicht nur bei uns, deswegen kommen wir natürlich nicht an ihm vorbei und unterhalten uns über ‘Die offene Gesellschaft und ihre Feinde’. Außerdem haben wir ‘Secret Book’ von Fabrizio Paterlini gehört, die erste Staffel der Serie ‘Her Story’ gesehen und einen 12-jährigen Hakushu verkostet.

Gelesen 

Karl Popper – Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

Karl Popper wurde 1902 in Wien geboren. Bereits als Kind interessierten ihn philosophische Fragestellungen. Bevor er Wissenschaftler wurde, hat er alle möglichen Berufe ausgeübt. Von Hilfsarbeiter über Sozialarbeiter bis zum Lehrer auf der Hauptschule. Dann änderte ein schicksalhaftes Ereignis ihn: Während eines Umsturzversuches 1919 wurden führende Wiener Kommunisten von der Polizei verhaftet, woraufhin es einen Sturm auf die Polizeidirektion gab. Mehrere tausend Menschen versuchten, die dort inhaftierte Parteigenossen zu befreien. Die Stadtschutzwache schoss in einer Nebengasse auf eine Demonstrantenmenge, dabei wurden 20 Menschen getötet. Popper erfuhr später, dass die Aktion in Wirklichkeit Teil eines Plans war, über einen Staatsstreich selbst an die Macht zu gelangen. Es gab die marxistischen Doktrin, dass Klassenkämpfe noch viel mehr Tote verursachen würden, wenn man die Revolution nicht schnell genug herbeiführe. Sie hatten also keine Bedenken das Leben von Menschen in Kauf zu nehmen, um an ihre Ziele zu gelangen. Popper war entsetzt und wandte sich vom Marxismus ab. Die politische Lage Österreichs wurde immer schwieriger und schließlich musste auch Popper als Kind jüdischer Eltern emigrieren. Beide Erfahrungen sollten dazu führen, dass Popper immer wieder vor Weltbildern und Ideologien – eben geschlossenen Gesellschaften – gewarnt hat. Für ihn war deshalb die offene Gesellschaft das Erstrebenswerte. Und genau um diese offene Gesellschaft soll es in dieser Folge gehen.

Gehört 

Fabrizio Paterlini – Secret Book

Fabrizio Paterlini wurde in der antiken norditalienischen Stadt Mantua geboren. Paterlini begann mit sechs Jahren Klavier zu spielen. In den 90er Jahren spielte er Cover bekannter Rock-, Pop- oder Jazzstücke in lokalen Bands. Während des Spielens dieser Songs begann er schließlich, Musik zu komponieren. Anfangs handelte es sich bei den Kompositionen oft um Progressiv-Rock. Nach der Jahrtausendwende traf er dann die Entscheidung, sich ausschließlich auf das Klavier zu konzentrieren – das Instrument, was nach eigenen Worten “am besten seine innere Welt ausdrückt”. 2009 wurde seine Debüt-CD veröffentlicht.  2011 veröffentlichte er das Album ‘Morning Sketches’. Ebenfalls 2011 komponierte und veröffentlichte er ein Stück pro Woche. Das Projekt endete schließlich mit 14 Songs, die alle auf ‘Autumn Stories’  aus dem Jahre 2012 zu finden sind. Das aktuelle Album ist auch wieder instrumental, allerdings kommen zum Klavier noch Schlagzeugcomputer, Streicher und Synthesizerklänge hinzu. Ob das Konzept des italienischen Musikers aufgeht, das sagen wir euch in dieser Folge.

Gesehen

Her Story

‘Her Story’ ist eine Web-Serie aus dem Jahr 2016, die ausschließlich für das Internet produziert wurde. Sie erzählt die Geschichte von zwei transgender Frauen, gespielt von Jen Richards und Angelica Ross. Die Serie wurde für den Primetime Emmy Award nominiert.

Verkostet

Hakushu 12 

Die Hakushu-Brennerei ist eine japanische Whiskybrennerei. Sie ist im Besitz der Suntory-Gruppe und befindet sich in Hakushū, was mittlerweile ein Teil der Stadt Hokuto ist, inmitten des Waldes an den Hängen des Berges Kaikoma. Die Brennerei wurde 1973 gegründet. Im Jahr 1981 wurde sie durch die Inbetriebnahme einer zweiten Brennerei, ganz in der Nähe des ursprünglichen Standortes erweitert. Die gesamte Produktion konzentriert sich mittlerweile auf den neuen Standort. Wie für alle japanischen Whiskys muss man auch für diesen eine stolze Summe hinlegen. So um die 90.- € kostet er zum Zeitpunkt dieser Aufnahme. Wir erzählen euch in dieser Folge, ob dieser doch sehr hohe Preis in irgendeiner Weise gerechtfertigt ist.

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Feuiilletöne – Sendung 212 – Kleine Aster, Cold Weather Company, Please like me und Glen Breton 10

Diesmal ohne Philosophie aber dafür mit Lyrik von Gottfried Benn, von ihm haben wir das Gedicht ‘Kleine Aster’ gelesen. außerdem mit ‘A Folded Letter’ von Cold Weather Company, mit der ersten Staffel von ‘Please like me’ und mit einem 10-jährigen Glen Breton, einem Single Malt aus Kanada.

Gelesen

Gottfried Benn – Kleine Aster (Text)

Gottfried Benn wurde 1886 in Mansfeld in Brandenburg geboren und starb am 7. Juli 1956 in Berlin. Er war ein Arzt, Dichter und Essayist. Er gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den Expressionistischen Dichtern. Wir haben in unserer vorletzten Folge, in Folge 209 über die Erzählung ‘Gehirne’ gesprochen und nehmen das zum Anlass, auch einmal ein Gedicht dieses Lyrikers zu lesen. Diese sind viel bekannter als alles andere von ihm. Wir haben uns gleich eines seiner bekanntesten vorgenommen, nämlich ‘Kleine Aster’. Es ist 1912 im Rahmen seiner Gedichtsammlung ‘Morgue’ erschienen. 

Gehört 

Cold Weather Company – A Folded Letter

Cold Weather Company ist eine Band aus New Jersey, sie wurde gegründet im Jahre  2011. 2015 veröffentlichten die Band das Debutalbum ‘Somewhere New’.  Und schon ein Jahr später folgte ihr zweites Album, ‘A Folded Letter’. Um dieses Album soll in dieser Sendung gehen. Was die Band musikalisch macht, nennt man wohl gemeinhin Alternative Folk. Dieses Album wurde von Frau Windhorst vorgeschlagen. Was Herr Martinsen von dem Ganzen hält, das erfahrt ihr in dieser Folge.

Gesehen

Please like meStaffel 1

‘Please like me’ ist eine australische Comedy-Serie der ABC (Australian Broadcasting Corporation), die von Josh Thomas geschrieben wurde und der auch die Hauptrolle spielt. Thomas hat auch die Drehbücher für die meisten Episoden geschrieben. Die Serie wurde 2013 das erste mal ausgestrahlt. 2017 kündigte Josh Thomas an, dass die 4. Staffel die letzte war und erklärte: “Wir sind wirklich glücklich mit dem, was wir gemacht haben und sind der Meinung, sie ist zu Ende erzählt.” Es geht um Josh, dessen Leben gut zu laufen scheint – er hat eine Freundin, wohnt mit seinem besten Freund Tom zusammen und fühlt sich eigentlich ziemlich erwachsen. Eines Tages wird jedoch alles auf den Kopf gestellt, als Claire die Beziehung der beiden beendet, weil er ihrer Meinung nach schwul ist. Toms attraktiver Arbeitskollege Geoffrey meldet gleich Interesse an und lädt sich selbst nicht nur zum Abendessen ein, sondern auch gleich dazu, die Nacht bei ihm zu verbringen.

Verkostet

Glen Breton 10

Glenora Distillers ist ein Brennerei mit Sitz in Glenville in Nova Scotia in Kanada. Sie haben den ersten Single-Malt-Whisky in Kanada hergestellt. Da im Namen des Whiskys der Name ‘Glen’ vorkommt, gab es eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Scotch Whisky Association, die Glenora Distillers untersagen lassen wollte, dieses zu tun. Die Auseinandersetzung wurde von Glenora Distillers gewonnen, wie man sieht.

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Feuilletöne – Sendung 211 – Albert Camus, Sunwook Kim, Robin Hood und Glenfarclas 12

Albert Camus! Endlich! Zumindest sagt das Herr Martinsen. Ob Frau Windhorst ebenso begeistert ist, das erfahrt ihr in dieser Sendung. Außerdem hörten wir Sunwook Kim mit ‘Ludwig van Beethoven/Piano Sonatas’, sahen den Zeichentrickfilm ‘Robin Hood’ aus dem Jahre 1973 und verkosteten einen 12-jährigen Glenfarclas.

Gelesen

Albert CamusDer Mythos des Sisyphos und Der Mensch in der Revolte

Albert Camus schrieb im Jahre 1942 ‘Der Mythos des Sisyphos’ und im Jahre 1951 ‘Der Mensch in der Revolte’. Diese beiden Werke sind die beiden philosophischen Hauptwerke des Franzosen, der aber auch in seinen Romanen immer wieder seine Philosophie zum Ausdruck bringt. Im Zentrum dieser Philosophie steht das Absurde. Erkennt “Mensch” die Sinnlosigkeit der Welt, so stürzt es diesen im Verlaufe seines Strebens nach ebendiesem Sinn in tiefste existentielle Krisen. „Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“, sagt Camus. Das menschliche Streben nach Sinn in einer sinnleeren Welt muss notwendigerweise vergeblich sein. Da es laut Camus kein transzendentes Wesen gibt, welches zumindest Dinge angestoßen hat, kann es auch keinen Sinn geben. Somit gibt es auch keine Hoffnung und keinen Trost auf Erlösung oder ähnliches. Sinn ergeben Dinge, die gemacht wurden – nicht die, die da sind, ohne gemacht worden zu sein. Was also tun? Um nicht zu resignieren, fordert Camus den auf sich allein gestellten Menschen, unabhängig von einem Gott und dessen Gnade selbstbestimmt sein Bewusstsein neuer Möglichkeiten zu nutzen. Letzteres haben wir auch schon bei Sartre gehört. Camus folgert, dass der Mensch sich in Auflehnung, Widerspruch und Revolte üben möge. Außerdem könne man, da man nur ein Leben habe, auch nur dieses eine Leben leben. Deswegen solle man es unbedingt so leben, dass es so viel Spaß wie möglich machen möge.

Gehört

Sunwook KimLudwig van Beethoven/Piano Sonatas

Sunwook Kim wurde 1988 in Seoul geboren. Er begann im Alter von drei Jahren Klavier zu spielen, studierte an der Korea National University of Arts sowie an der Royal Academy of Music in London. Er spielte bereits mit etlichen weltbekannten Orchestern zusammen. Hier nun hat er die Klaviersonaten Nr. 8, Nr. 14 und Nr. 23 von Ludwig van Beethoven eingespielt. Er hat sich drei der bekanntesten Beethoven-Sonaten ausgesucht und wir sprechen in dieser Folge darüber ob uns die Interpretationen dieser Klaviersonaten gefallen haben.

Gesehen

Robin Hood (IMDb)

Robin Hood ist in diesem Fall ein Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios aus dem Jahr 1973. Es geht um den legendären englischen Volkshelden Robin Hood. Die Geschichte wird hier von Tieren gespielt, die die menschlichen Rollen samt ihrer Eigenschaften komplett übernehmen. Der Film wurde 1974 für den Song ‘Love’ für den Oscar nominiert und erhielt 1976 die Goldene Leinwand. Wir haben uns den Film angesehen und teilen mit euch unsere Eindrücke.

Verkostet

Glenfarclas 12 

Glenfarclas (was so etwas Ähnliches wie ‘Tal des grünen Grases’ heißt) wurde 1836 von Robert Hay gegründet, bekam 1844 die Lizenz, um Whisky zu brennen, und wurde 1865 an John Grant verkauft. Dessen Nachfahren renovierten die Brennerei 1896 und sind noch heute die Besitzer. Keine Schließungen, keine drölfzig Besitzerwechesel. In den Jahren 1960 und 1976 wurde um jeweils zwei auf heute insgesamt sechs Brennblasen erweitert. Und fertig. Es gibt in der Core-Range von Glenfarclas einen 8, 10, 12, 15, 17, 21, 25, 30 und gar einen 40-Jährigen Whisky. Außerdem den 105 Cask Strength und eine Menge Sonderabfüllungen. Aber auch bei Glenfarclas werden langsam die Fässer knapp, und so ist der 30-jährige in den letzten 2 Jahren fast doppelt so teuer geworden. Alle Brennblasen werden direkt befeuert, das ist in Schottland mittlerweile einmalig. Es wird ausschließlich in Dunnage-Warehouses gelagert und es kommen bei Glenfarclas Oloroso-Sherry-Fässer zum Einsatz.

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Feuilletöne – Sendung 210 – Gottfried Benn, Maxïmo Park, Star Trek – Next Generation und Ardbeg Corryvreckan

Wir nehmen uns mal wieder eine Woche frei von unseren Philosophen und haben ‘Gehirne’ von Gottfried Benn gelesen, ‘Risk to Exist’ von Maxïmo Park gehört, die erste Staffel von Star Trek – Next Generation gesehen und einen Ardbeg Corryvreckan verkostet.

Gelesen

Kurzgeschichte

Gottfried Benn – Gehirne

Die Erzählung erschien 1916. Es geht um den Arzt Rönne. Dieser seziert zweitausend Leichen, und versteht nicht, dass andere Gehirne mithilfe des eigenen zu verstehen sind. Er ist nunmehr nicht mehr in der Lage, als Subjekt einem Objekt handelnd gegenüberzutreten. Er ist nicht mehr fähig, Passiertes als solches wahrnehmen zu können. Er fühlt sich hilflos und allem ausgeliefert. Die Welt bedrängt ihn, so dass er sich immer mehr zurückzieht. Sieht man ihn am Anfang noch als Reisenden und als praktizierenden Arzt, so kommt sein Handeln irgendwann auch im Bereich des Alltags immer mehr zum erliegen. Wie bei einer Marionette muss er selbst seine Hände nehmen, damit etwas passiert. Er sieht sich als Opfer seines eigenen Handelns, da er sich der Diskrepanz bewusst wird, die zwischen Erleben und Realität herrscht. Rönne ahnt nun, dass nichts von dem wirklich ist, was er wahrnimmt. Selbst sein eigenes Dasein stellt er in Frage.

Gehört

Maxïmo ParkRisk to Exist

Maxïmo Park ist eine britische Band, die im Jahr 2000 in Newcastle-upon-Tyne gegründet wurde. Die Band besteht aus Paul Smith (Gesang), Duncan Lloyd (Gitarre), Lukas Wooller (Keyboard) und Tom English (Schlagzeug). Die Band hat sechs Alben veröffentlicht. Das Debüt-Album wurde gar für den Mercury Prize nominiert. Nun also das sechste Album, es trägt den Titel ‘Risk to Exist’ und ist ein typisches Maxïmo-Park-Album. Alles was man bei dieser Band in der Vergangenheit so hörte, findet man auch hier wieder – inklusive des hübschen Newcastle-Akzents des Herrn Paul Smith. Ob das immer noch gut ist, das sagen wir euch in dieser Folge.

Gesehen

Star Trek – Next GenerationStaffel 1 (IMDb)

Star Trek ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Serie, die von Paramount Pictures produziert wurde. Sie basiert auf der von Gene Roddenberry erdachten Fernsehserie Star Trek (zu deutsch: Raumschiff Enterprise) und spielt ein Jahrhundert später. Ab 1987 wurde Star Trek – The Next Generation im US-amerikanischen TV ausgestrahlt. Es geht um die Besatzungsmitglieder des Raumschiffs und ihre Missionen und Abenteuer. Erzählt wird von ihrer Konfrontation mit fremden Welten, bislang unbekannten Lebensformen, neuen Zivilisationen, astrophysikalischen Phänomenen sowie von familiären Angelegenheiten. Im Pilotfilm und den 24 Episoden der ersten Staffel thematisiert Star Trek auch soziale, politische, philosophische und ethische Probleme.

Verkostet

Ardbeg Corryvreckan

Wir haben ja schon einige Ardbeg-Abfüllungen probiert und diesmal ist der Corryvreckan dran, der mit seinen 57,1 % schon ein bisschen Dampf mitbringt. Es gibt Ardbeg wohl seit 1815. Seit 2004 gehört Ardbeg zu Moët Hennessy Louis Vuitton. Der Name stammt vom Gälischen ‘ard bheag’ und bedeutet so viel wie ‘kleine Anhöhe’.

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