Feuilletöne – Sendung 263 – David Hume, TesseracT, Broadchurch – Staffel 3 und Steinhart Pale Ale

avatar Herr Martinsen Moderator Amazon Wishlist Icon
avatar Frau Windhorst Moderatorin
avatar Feuilletöne Sender Amazon Wishlist Icon Auphonic Credits Icon

Wir sind mal wieder philosophisch unterwegs. Diesmal beschäftigen wir uns mit einem Schotten, nämlich mit David Hume. Außerdem hörten wir ‘Sonder’ von TesseracT, sahen die dritte Staffel von Broadchurch und verkosteten das ‘Steinhart Pale Ale’ von der Liebhart’s Privatbrauerei. Außerdem war Herr Martinsen zu Gast im wunderbaren Weserfunk  Hier kann man es nachhören!

Gelesen

David Hume 

David Hume wurde 1711 in Edinburgh geboren. Als Zwölfjähriger schrieb er sich 1723 an der Universität Edinburgh ein. Er lernte dort Latein, Griechisch, Logik und Metaphysik. Er begann 1726 in Edinburgh das Studium der Rechtswissenschaft. 1729 brach er das Studium ab, da er „eine unüberwindliche Abneigung gegen alles außer gegen Philosophie und allgemeine Gelehrsamkeit“ verspürte. Ab 1734 hielt Hume sich in Frankreich auf. Hume arbeitete hier zwei Jahre lang an der Fertigstellung seines ‘A Treatise (Trittis) of Human Nature’. In London bereitete er ab 1737 das 1740 erschienene Werk zum Druck vor, dem allerdings keine große Resonanz beschieden war. Anonym veröffentlichte Hume selbst eine Rezension der Schrift, was dem Ganzen allerdings auch nur wenig Aufmerksamkeit bescherte. Aber es reichte um ihm den Ruf als Atheist, Materialist und Amoralist einzubringen, aufgrund dessen seine Bewerbung auf den Lehrstuhl für ‘Ethik und Pneumatische Philosophie’ in Edinburgh scheiterte. 1741 und 1742 wurden Humes Essays ‘Moral and Political’ veröffentlicht. Er wurde Bibliothekar des Juristenkollegiums in Edinburgh und begann die Arbeit an seiner seit 1745 geplanten Geschichte Englands. Durch die Bibliothek von 30.000 Bänden, die ihm zur Verfügung stand, konnte er den ersten Band 1754 unter dem Titel ‘History of Great Britain’ veröffentlichen. Er wurde bis weit ins 19. Jahrhundert als der Historiker der englischen Geschichte gefeiert. Ebenso wie die sechs Geschichts-Bände, die bis 1761 erschienen, stieß auch ‘The Natural History of Religion’, das 1757 erschien, in akademischen Kreisen auf Ablehnung. 1761 wurden alle Schriften Humes vom Vatikan auf den Index gesetzt. Er ging 1766 nach London, wohin er den mit Haftbefehl gesuchten Jean-Jacques Rousseau eingeladen hatte, um ihm dort Asyl zu verschaffen. Rousseau floh nach wenigen Monaten aber aus Misstrauen gegenüber Hume, trug seinen Streit mit diesem publizistisch aus und kehrte etwas später nach Frankreich zurück. 1769 kehrte Hume nach Edinburgh zurück, um seinen Lebensabend im heimatlichen Schottland zu verbringen. Über seine letzten Jahre schrieb Humes Freund, der Nationalökonom Adam Smith: „Obwohl er sich sehr viel schwächer fand, verließ ihn sein heiterer Sinn doch nie, und er fuhr fort, wie gewohnt, sich damit zu unterhalten, seine eigenen Werke für eine neue Ausgabe zu berichtigen, Bücher zu seinem Vergnügen zu lesen, Gespräche mit seinen Freunden zu führen und manchmal abends eine Partie Whist zu spielen, ein Spiel, das er besonders mochte.“ Am 25. August 1776 starb David Hume, nachdem er durch eine „chronische Diarrhöe von mehr als einem Jahr Dauer“ zunehmend schwächer geworden war. Nicht zuletzt durch die Umstrittenheit seiner Positionen war sein Einfluss auf zeitgenössische und spätere Denker enorm: „Er hatte nicht die Absicht, die Autoritäten milde zu stimmen, sondern er wollte sie schockieren. Sein skeptisches und metaphysikfreies Philosophieren regte Immanuel Kant zu seiner Kritik der reinen Vernunft an. Mittelbar wirkte dieser Vordenker der Aufklärung auf die modernen Richtungen des Positivismus und der analytischen Philosophie.”

Gehört

TesseracTSonder

TesseracT wurde 2003 gegründet und besteht aus Daniel Tompkins (Lead Vocals), Alec “Acle” Kahney (Leadgitarre & Produzent), James Monteith (Rhythmusgitarre), Amos Williams (Bass, Backing Vocals) und Jay Postones (Schlagzeug, Schlagzeug). Sie werden oft als Pioniere des djents und des Progressive Metal bezeichnet. TesseracT veröffentlichten vier Studioalben: ‘One’, ‘Altered State’, ‘Polaris’ und ‘Sonder’, sowie das Live-Album, ‘Odyssey/Scala’. In Folge 130 besprachen wie das Album ‘Polaris’, was uns sehr gut gefiel.

Es handelt sich bei ‘Sonder’ also um das vierte Studioalbum der Band, und es ist erstmal kurz, sehr kurz. Gerade mal 36 Minuten ist es “lang”. Eine weitere Besonderheit ist, dass ‘Sonder’ das erste Album der Band ist, auf dem der Sänger des Vorgängeralbums zu hören ist, nämlich Daniel Tompkins, der zwar auf dem Debüt-Album ‘One’ schon dabei war, aber zwischenzeitlich durch andere Sänger ersetzt wurde. ‘Sonder’ ist ein Konzeptalbum und wird von Tompkins als “Erforschung eines tiefen und verschlingenden Gefühls der Bedeutungslosigkeit” beschrieben. Zum ersten Mal kann man bei TesseracT einen Chor hören, der von Randy Slaugh produziert und dirigiert wurde. Und Poppig ist es geworden, zumindest für TesseracT-Verhältnisse. Ob uns die 36 Minuten gefallen haben? Hört selbst.

Gesehen

Broadchurch – Staffel 3 

Broadchurch ist eine britische Krimi-Drama-Serie des Senders ITV. Es geht um den Tod eines elfjährigen Jungen, die anschließenden Mordermittlungen und deren Auswirkungen auf den Ort Broadchurch, eine fiktive Kleinstadt in Südwestengland. Der Umgang mit Dannys Tod wird über mehrere Jahre hinweg aus einer Vielzahl verschiedener Perspektiven geschildert. In den Staffeln zwei und drei rückt jeweils ein weiteres Verbrechen in den Mittelpunkt. David Tennant spielt die Hauptrolle des Detective Inspector Alec Hardy. Olivia Colman verkörpert Hardys Kollegin Ellie Miller, die selbst in den Fall verwickelt ist. Jede der drei Staffeln umfasst acht Episoden von knapp 50 Minuten Länge. Die erste Staffel wurde 2013 erstausgestrahlt, die zweite 2015. Sie knüpft thematisch und zeitlich direkt an die Ereignisse der ersten Staffel an. Die dritte Staffel wurde 2017 ausgestrahlt. Sie behandelt vordergründig eine neue Straftat in Broadchurch, bindet allerdings die zwischen den Staffeln verstrichene Zeit mit ein. Über die erste Staffel haben wir in Folge 129, über die zweite Staffel in Folge 180 gesprochen.

Verkostet

Liebhart’s Privatbrauerei – Steinhart Pale Ale

Die Geschichte der Brauerei beginnt 2003 mit der Eröffnung der Gasthausbrauerei ‘Sudhaus’ im ‘Liebharts Detmolder Fachwerkdorf’. Dort braute man im kleinen Rahmen für die Gäste Bier. Mithilfe ortsansässiger Handwerksunternehmen wurde die Liebhart’s Brauerei neu aufgebaut. Ende 2004 begann die Planung der Anlagen, im darauffolgenden Jahr wurde der Braukessel angefeuert. Es handelt sich um einen Familienbetrieb, wie der Name der Brauerei schon vermuten lässt. Beim ‘Steinhart Pale Ale’ handelt es sich um ein Bier, dessen Art in Indien getrunken wurde, das Indian Pale Ale, oder “IPA”. Damit es den langen Weg nach Indien überstand, wurde mehr Hopfen und mehr Alkohol verwandt. Gebraut wird das Bier aus Gerstenmalz aus biologischem Anbau, Hopfen und Hefe.

Feuilletöne – Sendung 262 – Ally Klein, ROME, Koch ma! und Vor – Pot Distilled Gin – Navy Strength

avatar Herr Martinsen Moderator Amazon Wishlist Icon
avatar Frau Windhorst Moderatorin
avatar Feuilletöne Sender Amazon Wishlist Icon Auphonic Credits Icon

Während des diesjährigen Bachmannpreis-Wettbewerbs gab es einen Text, der nach Meinung von Herrn Martinsen hervorstach, nämlich ‘Carter’ von Ally Klein, deswegen haben wir jetzt auch den Roman gelesen. Außerdem hörten wir ‘Hall of Thatch’ von ROME, sahen ‘Koch ma!’ mit Zora Klipp und verkosteten einen Vor – Pot Distilled Gin – Navy Strength.

Gelesen

Ally Klein – Carter (Literaturverlag Droschl)

Ally Klein, 1984 geboren, studierte Philosophie und Literatur. Sie lebt und arbeitet in Berlin. Carter ist ihre erste literarische Veröffentlichung.

Die “Titelheldin” dieses Romans ist Carter. Carter ist eine beeindruckende Erscheinung, die alle Menschen um sich herum in ihren Bann zieht. Auch das namenlose Ich dieser Geschichte buhlt um sie. Es pendelt zwischen Anziehung und Ablehnung, Annäherung und Distanz. Ein außergewöhnlich intensiver und beeindruckender Roman. In welcher Weise? Und ist das auch wirklich gut? Reicht das um ein guter Roman zu sein? Wir klären es zumindest für uns in dieser Folge.

Gehört

ROME – Hall of Thatch

ROME ist eine luxemburgische Band, die 2005 von Singer-Songwriter Jérôme Reuter gegründet wurde. ROME veröffentlichte die EP ‘Berlin’ im Jahre 2006 sowie im selben Jahr das Debütalbum ‘Nera’. Es folgten ‘Confessions d’Un Voleur d’Ames’, ‘Masse Mensch Material’, ‘Flowers from Exile’ und ‘Nos Chants Perdus’. 2011 folgte ‘Die Ästhetik des Widerstands’ 2014 veröffentlichte die Band ‘A Passage To Rhodesia’, ein Konzeptalbum zum Rhodesischen Bürgerkrieg der 60er und 70er Jahre. ROME auf einen eindeutigen Stil festzulegen ist ein bisschen schwierig. In den Anfängen mischten sie Post-Industrial und Folk Noir mit experimentellem und elektronischem Pop. Danach gewann die Traditionen des französischem Chansons und des amerikanischen Folk Noir zunehmend an Einfluss. ROME selbst bezeichnet den Stil als “Chanson Noir”. Jérôme Reuter nennt als seine wichtigsten musikalischen Einflüsse die französischen Chansonniers Jaques Brel und Léo Ferré sowie den Philosophen und Autor Albert Camus. Zahlreiche Alben der Band sind Konzeptalben.

Das Vorgängeralbum ‘The Hyperion Machine’ hatte sehr viel philosophische und literarische Bezüge, die sich auf das Äußere bezogen. Das ist auf dem aktuellen Album anders, hier befasst sich der Luxemburger mit seinen inneren Dämonen. Akustikgitarren, unheilvolle Chöre und Tribalrhythmen schaffen eine besondere Stimmung. Dazu die rauen und schroffen Stimme, die bisweilen an eine Mischung aus Dan Mangan und Justin Sullivan (New Model Army) erinnert. Für ein gerüttelt Maß an Melancholie sorgen dezente Pianoakkorde. Die Ideen für die Platte sammelte Jérôme Reuter in Vietnam. Er gab dort regelmäßig Konzerte. Anschließend erkundete er das Land und nahm mit einem Aufnahmegerät Gesänge und Gebete auf, die man auf dem Album auch hören kann. Mit ‘Hall Of Thatch’ tritt Jérôme Reuter eine Reise in seine eigene Psyche an, ähnlich wie es Dan Magan auf dem ein oder anderen Album auch schon tat. Er selber beschreibt dieses Album mit den Worten: “Reaktion auf das, was aktuell vor sich geht”.

Gesehen

Koch ma! (YouTube)

Über die Köchin dieses YouTubeFormats wissen wir nur, dass sie Zora Klipp heißt, dass sie mal dies und mal das kocht und das meist mit GästInnen. Es geht um frische, regionale Produkte und vor allem um Spaß am Kochen. Jeden zweiten Donnerstag gibt es eine neue Folge, jedes Mal mit anderem Thema und einem anderen Mensch. Gedreht wird das alles im ‘Kliemannsland’, dort wird parallel ein Restaurant entstehen, was Zora auch führen wird. Es wird vor allem regional, saisonal gekocht und Zora besorgt ihre Zutaten immer selbst. Egal ob das bedeutet, dass sie ernten, sammeln, herstellen oder sogar schlachten muss. 

Verkostet (Danke an Kirsch Whisky)

Vor – Pot Distilled Gin – Navy Strength 

Die Eimverk Brennerei wurde 2011 gegründet. Diesmal verkosten wir den Vor – Pot Distilled Gin – Navy Strength welcher mit hübschen 57% abgefüllt wurde. Diesmal also mal wieder keinen Whisky, keinen Malt, keinen Bourbon, sondern Gin. 

Feuilletöne – Sendung 261 – Marcel Proust, Bodega, The Alienist und Ballechin 11 SFTC

avatar Herr Martinsen Moderator Amazon Wishlist Icon
avatar Frau Windhorst Moderatorin
avatar Feuilletöne Sender Amazon Wishlist Icon Auphonic Credits Icon

Wir sind beim dritten Teil von ‘Auf der Suche nach der verlorenen Zeit’ von Marcel Proust angelangt, hörten ‘Endless Scroll’ von Bodega, sahen die Serie ‘The Alienist’ und verkosteten einen Ballechin SFTC 11 Bordeaux.

Gelesen 

Marcel ProustAuf der Suche nach der verlorenen Zeit IIIDie Welt der Guermantes

Marcel Proust wurde am 10. Juli 1871 im Pariser Vorort Auteuil geboren. Seit seiner Kindheit litt er an schwerem Asthma. Im Gymnasium begann er sich für das zu interessieren, was künftig sein Leben bestimmen sollte, nämlich Theater, Lesen und Schreiben. Er schloss 1893 sein Jura-Studium ab, ohne jemals einen juristischen Beruf auszuüben. 1896 veröffentlichte er unter dem Titel ‘Les Plaisiers et les jours’ eine Sammlung erster Erzählungen. Laut Proust liegt der Schlüssel nicht in einem Buch, sondern bei denen, die das Buch lesen. Als Proust im Januar 1909 einen Zwieback – im Roman ist es eine Madeleine – in seinen Tee taucht, wird er in seine Kindheit zurückversetzt. Er zieht sich von der Welt zurück, um einen Roman zu schreiben, von dem der erste Entwurf im September 1912 fertig wird. Der erste Band ‘Auf dem Weg zu Swann’ wurde von Verlagshäusern aus verschiedenen Gründen abgelehnt und erschien auf eigene Kosten im Jahre 1913. Zu diesem Zeitpunkt waren von Proust nur drei Bände geplant. Der Roman gilt als das Hauptwerk von Proust, der stark autobiographische Züge trägt und sich mit dem Wesen menschlicher Identität befasst. Für den 2. Band erhielt der Schriftsteller 1917 den Goncourt-Preis. Der Roman erzählt die Geschichte von Prousts eigenem Leben als allegorische Suche nach der Wahrheit und ist eines der wichtigsten Werke der Literaturgeschichte. Marcel Proust starb am 18. November 1922 an Lungenentzündung in Paris. Die letzten drei Bände des Romans wurden posthum veröffentlicht. Wir haben für diese Folge der Sendung den dritten Band gelesen.

Gehört

Bodega – Endless Scroll

Die Band hieß eigentlich Bodega Bay, wurde 2013 gegründet und veröffentlichte 2015 ein Album namens ‘Could Be Your Life’, das 2015 auf dem internen Mikrofon eines Macs und mithilfe von GarageBand aufgenommen wurde. Danach löste sich diese Band erst einmal auf, nur um sich dann als Bodega neu zu gründen. Sie begannen Shows in New York und Umgebung zu spielen. Im Juli 2018 erschien das aktuelle Album ‘Endless Scroll’. Anschließend tourte Bodega zum ersten Mal als Headliner durch die USA. 

Eigentlich ist es gar kein Debütalbum, weil auf diesem Album auch Songs von Bodega Bay drauf sind. Aber da es sich um einen neuen Namen handelt und auch neue MusikerInnen dabei sind, bleiben wir mal bei ‘Debütalbum’. Es ist eine Mischung aus nervösen Rhythmen, dem typischen 80er-Jahre Post-Punk Sound a la B52’s oder Sugarcubes. 

Gesehen

The AlienistStaffel 1 

The Alienist ist eine US-amerikanische Dramaserie, die auf dem gleichnamigen Roman von Caleb Carr basiert. Die zehnteilige Serie wurde 2018 auf TNT in den USA ausgestrahlt. Die Hauptdarsteller sind Daniel Brühl, Luke Evans und Dakota Fanning. Die Serie spielt in New York des Jahres 1896.

Junge, männliche Prostituierte, die sich als junge Mädchen verkleidet Männern anbieten, fallen einer grausamen Mordserie zum Opfer. Der neue Polizeichef Theodore Roosevelt will mit der Korruption innerhalb seiner Behörde aufräumen und beauftragt heimlich den Psychologen Dr. Laszlo Kreizler und den Zeitungs-Illustrator John Moore mit den Ermittlungen. Ihnen zur Seite stehen Sara Howard, die Sekretärin Roosevelts und erste weibliche Angestellte des New York City Police Department, und die Detektivzwillinge Marcus und Lucius Isaacson, deren jüdischer Glaube ihnen bei den Ermittlungen des Öfteren zum Problem wird. Nachdem wir uns in Folge 254 die Pilotfolge angesehen haben, geht es diesmal um die erste Staffel.

Verkostet 

Whisky 

Ballechin 11 SFTC

Wir haben mal wieder einen Single Malt von Edradour verkostet. Genauer gesagt von Ballechin. Es ist ein 11 Jahre alter Malt, der im Bordeaux-Fass lagern durfte. Er ist weder gefärbt noch kühlgefiltert und hat 55,6 %. Es handelt sich um das Fass 397.

Feuilletöne – Sendung 260 – Alice Grünfelder, Lucy Dacus, Sense8-Finale und Liebharts Bio Dinkel

avatar Herr Martinsen Moderator Amazon Wishlist Icon
avatar Frau Windhorst Moderatorin
avatar Feuilletöne Sender Amazon Wishlist Icon Auphonic Credits Icon

Wir sind 6 und 260, wenn das nix ist! In dieser Folge lasen wir ‘Die Wüstengängerin’ von Alice Grünfelder, hörten ‘Historian’ von Lucy Dacus, sahen das Finale der Serie Sense8 und verkosteten das Liebharts Bio Dinkel.

Gelesen

Alice Grünfelder – Die Wüstengängerin

Alice Grünfelder studierte nach einer Buchhändlerlehre Sinologie und Germanistik in Berlin und China. 1997–99 war sie Lektorin beim Unionsverlag in Zürich, für den sie 2004–2010 die Türkische Bibliothek betreute. Von 2001–2010 hatte sie eine eigene Literaturagentur für Literaturen aus Asien. Sie unterrichtet Jugendliche und ist als freie Lektorin tätig. Sie leitet diverse Workshops rund ums Thema Schreiben und seit fünf Jahren den Kinderschreibworkshop ‘Wortschatz’ im Aargauer Literaturhaus in Lenzburg. Als Herausgeberin und Übersetzerin aus dem Chinesischen und Englischen publizierte sie Bücher über Asien. 

Der Roman spielt im Nordwesten Chinas, dort liegt die Provinz Xinjiang, sie wird durchquert von der legendären Seidenstraße. Heute leben dort etwa 47 Nationalitäten. Schon seit Jahrhunderten kommen in dieser Region unterschiedliche Kulturen, Religionen und Machtansprüche zusammen, die neuerdings mit den Plänen für eine neue Seidenstraße an Brisanz gewinnen. Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts reist die Sinologiestudentin Roxana nach Xinjiang. Sie möchte noch unerforschte buddhistische Höhlenmalereien erkunden. Der chinesischen Regierung ist aber alles verdächtig ist, was sich der Moderne nach han-chinesischem Vorbild widersetzt. Ihre Suche nach den Höhlenmalereien führt nicht zum erhofften Erfolg und ihre Spuren verlieren sich. Zwanzig Jahre später reist die Entwicklungshelferin Linda nach Xinjiang, um ein Projekt zur Aufforstung der Wüstenregionen zu lancieren. Die örtlichen Behörden verweigern allerdings die zugesicherte Zusammenarbeit, weshalb sie zu zermürbendem Warten verdammt ist. Zufällig gelangen Roxanas Unterlagen in ihre Hände, und sie begibt sich auf Spurensuche. 

Gehört

Lucy Dacus Historian

Lucy Dacus wurde 1995 in Richmond in Virginia geboren. Sie begann an der Virginia Commonwealth University Film zu studieren, verließ die Uni aber, um sich auf die Musik zu konzentrieren. Ihre Musik wird dem Indie-Rock zugeordnet. 2016 hat sie ihr Debütalbum ‘No Burden’ veröffentlicht. Die erste Single ‘I don’t wanna be funny anymore’ wurde 2015 veröffentlicht. Ihr Debütalbum ‘No Burden’ wurde in Nashville von ihren Freunden aus der Heimat und Studenten des Berkley College of Music produziert. 2016 trat sie beim Lollapalooza-Festival im Chicago Grant Park auf und gab ihr Fernsehdebüt in ‘This Morning’ vom CBS. Am selben Wochenende war sie beim ‘Tiny Desk Concert’ des NPR zu Gast. 

In diesem Jahr wurde nun also das zweite Album von Lucy Dacus mit dem Titel ‘Historian’ veröffentlicht. Wie bereits das Vorgänger-Album wurde es von der Kritik mit großem Beifall bedacht. Es ist kein einfaches Album, nutzt sich dafür aber nicht so schnell ab. Die Texte, und die Art und Weise wie sich diese die Zeit nehmen um tiefe emotionale Bindungen der verschiedenen Menschen darzustellen ist schon herausfordernd. 

Gesehen

Sense8 – Finale

Sense8 ist eine Fernsehserie der Geschwister Wachowski und J. Michael Straczynskis, die 2015 weltweit bei Netflix ihre Premiere feierte. Wir haben in unserer Sendung sowohl über die erste Staffel in Folge 118, das Weihnachtsspecial in Folge 201 und die zweite Staffel in Folge 221 gesprochen. Nach Veröffentlichung der 2. Staffel gab Netflix im 2017 die Einstellung dieser Serie bekannt. Es wurde allerdings für 2018 ein zweistündiges Serienfinale angekündigt, welches weltweit beim Streaming-Anbieter Netflix veröffentlicht wurde.

Im Serienfinale treffen sich der Cluster und die ihm am nächsten stehenden Personen persönlich, um Wolfgang zu retten, der von der Biological Preservation Organization gefangen genommen wurde. Zu diesem Zweck hat der Cluster Whispers und Jonas entführt, um sie als Verhandlungs- und Informationsquelle zu nutzen. Unsere Helden entdecken die persönlichen Beweggründe der beiden Männer und Angelica, treffen potenzielle Verbündete von Sapiens und Sensorien und verhandeln mit dem BPO-Vorsitzenden, der einen globalen Angriff gegen Sensorien und deren Verbündete startet.

Verkostet

Liebhart’s Privatbrauerei Bio Dinkel 

Die Geschichte der Brauerei beginnt 2003 mit der Eröffnung der Gasthausbrauerei ‘Sudhaus’ im ‘Liebharts Detmolder Fachwerkdorf’. Dort braute man im kleinen Rahmen für die Gäste Bier. Mithilfe ortsansässiger Handwerksunternehmen wurde die Liebhart’s Brauerei neu aufgebaut. Ende 2004 begann die Planung der Anlagen, im darauffolgenden Jahr wurde der Braukessel angefeuert. Es handelt sich um einen Familienbetrieb, wie der Name der Brauerei schon vermuten lässt. Das Bio Dinkel hat eine besondere Malznote und einen leicht-würzigen Geschmack. Gebraut wird das Bier aus dem Ursprung des heutigen Weizens: dem Dinkel.

Feuilletöne – Sendung 259 – Baruch de Spinoza, Patricia Kopatchinskaja/Polina Leschenko – DEUX, Brooklyn Nine-Nine – Episode 1 und Vor – Pot Distilled Gin – Barrel Aged 

avatar Herr Martinsen Moderator Amazon Wishlist Icon
avatar Frau Windhorst Moderatorin
avatar Feuilletöne Sender Amazon Wishlist Icon Auphonic Credits Icon

Endlich geht es weiter mit den PhilosophInnen, diesmal mit Baruch de Spinoza. Außerdem hörten wir das Album ‘DEUX’ von Patricia Kopatchinskaja und Polina Leschenko, die  Bartók, Poulenc und Ravel erklingen lassen, sahen ‘Brooklyn Nine-Nine’, also mal wieder eine Sitcom, wenn das mal gut geht, und zu guter Letzt verkosteten wir auch noch einen Gin.

Gelesen

Baruch de Spinoza

Baruch de Spinoza wurde 1632 als Bento de Espinosa in einem Haus im Amsterdamer Judenviertel – heute Waterlooplein und Umgebung – geboren und als Baruch in der jüdischen Gemeinde eingeführt. Er starb 1677 in Den Haag. Er war Philosoph und Sohn portugiesischer Immigranten sephardischer Herkunft, seine Muttersprache portugisisch. Er gilt als einer der Begründer der modernen Bibel- und Religionskritik.

Er lernte früh Latein und wurde so unter anderem mit dem Gedankengut von Descartes und der Spätscholastik bekannt. Die jüdischen Rationalisten wie Maimonides oder Gersonides waren ihm wohl schon vertraut. Im Jahre 1656 äußerte Spinoza starke Zweifel an verschiedenen für die Gemeinde zentralen Glaubenslehren. 1656 wurde er dann wegen seiner angeblich schlechten Ansichten und Handlungen von der Synagoge ausgeschlossen. Zusätzlich verboten die Rabbiner jeden schriftlichen oder mündlichen Kontakt mit ihm. Spinoza war zu diesem Zeitpunkt lediglich 23 Jahre alt und hatte noch nichts veröffentlicht.

Nach dem Bann verfasste Spinoza eine umfangreiche Verteidigungsschrift, in der er seine bibel- und religionskritischen Ansichten entwickelte, die er dann später in den theologisch-politischen Traktat aufnahm. Spinoza gilt als einer der ersten säkularen Juden. Er lebte ehelos und zurückgezogen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich mit dem Drehen und Schleifen optischer Linsen. Darüber hinaus bezog er Zuwendungen von zwei Gönnern.

Sein Ruf als scharfsinniger Kenner und sein eigenwilliges Weiterentwickeln der Philosophie Descartes’ zog das Interesse vieler Gelehrter auf sich. 1663 veröffentlichte Spinoza die ‘Renati Descartes principiorum philosophiae’ (PPC), das einzige Werk, das zu seinen Lebzeiten unter seinem Namen erschien. 1669 zog er nach Den Haag. Seit 1670 bemühte sich die Kirche bei den staatlichen Stellen, ein Verbot von Spinozas anonym erschienenen ‘Tractatus theologico-politicus’ (TTP) durchzusetzen, was 1674 Erfolg hatte. In Den Haag erhielt Spinoza Besuch bedeutender Gelehrter, darunter 1676 von Gottfried Wilhelm Leibniz. Spinoza starb im Alter von 44 Jahren am 21. Februar 1677, um 3 Uhr nachts in seiner Wohnung an der Paviljoensgracht in Den Haag. Die Umstände seines Todes sind nicht näher bekannt, vielleicht war Tuberkulose die Ursache, damals als Schwindsucht bezeichnet. Der ‘Tractatus politicus’ blieb unvollendet.

Freunde wie Lodewijk Meyer bereiteten Spinozas nachgelassene Manuskripte zur Veröffentlichung vor. Dies erfolgte noch im Todesjahr 1677. Die Veröffentlichungen enthielten die Ethik, den ‘Tractatus politicus’, den ‘Tractatus de intellectus emendatione’ sowie Briefe und seine gleichfalls unvollendete hebräische Grammatik. Autographen von Spinoza werden unter anderem in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek aufbewahrt.

Spinoza nimmt in der Philosophiegeschichte eine Sonderstellung ein. Er gehörte weder einer etablierten philosophischen Schule an, noch begründete er selber eine neue. Dabei war er einer der radikalsten Philosophen der frühen Neuzeit.

Die Philosophie Spinozas hat vor allem ein ethisch-praktisches Ziel: Sie möchte von den illusorischen Lebenszielen das einzig Wahre unterscheiden, das dem Menschen, wenn er es erreichen würde, eine stabile und wirklich befriedigende Freude verschaffen könnte. Um dies zu ermöglichen, entwickelte Spinoza eine Ethik, deren Grundlagen metaphysischer Natur sind. Da aber die Ethik in seinen Augen von der politischen Philosophie untrennbar war, entwickelte er sowohl im Rahmen des ‘Tractatus theologico-politicus’ als auch des ‘Tractatus politicus’ zudem ein eigenständiges politisches Denken.

Gehört

Patricia Kopatchinskaja/Polina Leschenko – DEUX – Bartók, Poulenc, Ravel

Patricia Kopatchinskaja wurde 1977 in Chișinău in der Moldauischen SSR geboren, was wiederum ein Teil der Sowjetunion war. Sie ist eine moldauisch-österreichisch-schweizerische Geigerin. Ihre Mutter ist ebenfalls Geigerin, ihr Vater Viktor spielt das Zymbal, ein Hackbrett. Weil ihre Eltern ausgedehnte Konzertreisen durch die Sowjetunion unternahmen, wuchs Patricia überwiegend bei ihren Großeltern auf. Ab ihrem sechsten Lebensjahr nahm sie Geigenunterricht. 1989 emigrierte die Familie nach Wien und nahm die österreichische Staatsbürgerschaft an. Sie studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Komposition und Violine. Im Alter von 21 Jahren wechselte sie als Stipendiatin an die damalige Hochschule für Musik und Theater in Bern. Dort diplomierte sie im Jahr 2000 mit Auszeichnung. Viele KomponistInnen haben ihr bereits Werke gewidmet. Sie komponiert gelegentlich auch selbst.

Polina Leschenko wurde in St. Petersburg geboren und begann im Alter von sechs Jahren, Klavier zu spielen. Zwei Jahre später gab sie ihr Solo-Debüt mit dem Leningrader Symphonieorchester. Im Alter von 16 Jahren erhielt sie ihr Diplom mit der höchsten Auszeichnung des Königlichen Konservatoriums Brüssel. Sie arbeitet mit Orchestern auf der ganzen Welt zusammen. Polina Leschenko ist eine versierte und bewunderte Kammermusikerin und tritt häufig auf Festivals auf.  Die Saison 2009/2010 umfasst Konzertauftritte mit dem Hallé Orchester, den London Mozart Players, dem Scottish Chamber Orchestra, mit der Armenian Philharmonic, dem Irish Chamber Orchestra, dem I Pomeriggi Musicali und dem Bern Symphony Orchestra. Die Saison umfasst auch Kammermusik und Konzerte in Großbritannien und Europa, einschließlich des Brucknerfests, der Pharos-Stiftung und des Schwetzinger Festivals.

Auf dieser Aufnahme namens ‘DEUX‘ spielen die zwei Musikerinnen die 4. Sonate für Violine und Klavier von Francis Poulenc, die 2. Sonate für Violine und Klavier von Béla Bartók und ‘Tzigane’ von Maurice Ravel. Außerdem spielt Polina Leschenko ‘Coppélia Waltz’ aus dem Balett ‘Coppélia’ des französischen Komponisten Léo Delibes. 

Gesehen

Brooklyn Nine-Nine – Episode 1

Bei Brooklyn Nine-Nine handelt es sich um eine US-Sitcom, die seit 2013 ausgestrahlt wird. 2018 setzte Fox die Serie nach fünf Staffeln ab. Nur einen Tag später gab NBC  bekannt, die Serie zu übernehmen. Durch den Wechsel wurde die Serie nun für eine mindestens 13 Folgen umfassende 6. Staffel verlängert.

Es geht in dieser Serie um eine Gruppe Detectives im fiktionalen 99. Revier des NYPD in Brooklyn. Geleitet wird das Revier vom neu ernannten Captain Raymond Holt. Jake Peralta zeichnet sich durch seine alberne Art aus. Seine Kollegin Amy Santiago ist eine regelversessene und loyale Polizistin, die stets um die Gunst des Captains bemüht ist. Charles Boyle ist der beste Freund von Jake, er ist ein sehr unsicherer Mensch. Aber auf dem kulinarischen Gebiet ist er Experte. Rosa Diaz ist sehr selbstsicher und kühl in ihrem Verhalten. Dann sind da noch die faulen und inkompetenten Michael Hitchcock und Norm Scully. Und Sergeant Terry Jeffords, ein Familienmensch, den anfangs Angst plagt, im Dienste seiner Polizeiarbeit zu sterben, da seine Kinder in diesem Fall ohne Vater aufwachsen müssten. Er ist der direkte Vorgesetzte der Detectives. Komplettiert wird die Abteilung durch Administratorin Gina Linetti, die außerdem als Holts Assistentin fungiert.

Verkostet (Danke an Kirsch Whisky)

Vor – Pot Distilled Gin – Barrel Aged 

Die Eimverk Brennerei wurde 2011 gegründet. Diesmal verkosten wir den Vor – Pot Distilled Gin – Barrel Aged welcher in Eichenfässern reifen durfte. Diesmal also keinen Whisky, keinen Malt, keinen Bourbon, sondern Gin.