Feuilletöne – Sendung 241 – Pedro Lenz, Nils Frahm, Tatort – Lessing und Dorn und Port Askaig 100 Proof

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In dieser Sendung geht es literarisch mal wieder in die Schweiz. Wir haben ‘Die schöne Fanny’ von Pedro Lenz gelesen. Außerdem haben wir ‘All Melody’ von Nils Frahm gehört, den Tatort ‘Der kalte Fritte’ mit Nora Tschirner und Christian Ulmen gesehen und einen Port Askaig 100 Proof verkostet.

Gelesen

Pedro Lenz – Die schöne Fanny (kein und aber)

Pedro Lenz wurde 1965 geboren, ist Dichter, Schriftsteller, Kolumnist und Mitglied des Bühnenprojekts ‘Hohe Stirnen’ und der Spoken-Word-Gruppe ‘Bern ist überall’. Er schreibt in Berndeutsch und hat bereits zahlreiche Bücher in diesem Dialekt veröffentlicht. Nun wurde der Roman ‘Die schöne Fanny’ ins Standarddeutsche übersetzt. Sein Roman ‘Der Goalie bin ich’ gewann den Schillerpreis für Literatur, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt.

Es geht in diesem Roman um drei befreundete Künstler: Jackpot, ein Schriftsteller, der auf Hunde und Pferde wettet und den roten Faden für seinen Roman sucht, und zwei Maler Louis und Grunz, die schlicht das Leben lieben. Die Hingabe der drei zur Kunst und zu den kleinen Freuden des Alltags scheint sie voll und ganz zu erfüllen. Doch dann tritt die schöne Fanny in ihr Leben. Und eben diese bringt das scheinbar stabile Gleichgewicht der drei ins Wanken. Plötzlich ist es mit der Leichtigkeit des Seins nicht mehr ganz so weit her. Jeder begehrt nun Fanny, aber keiner der drei scheint zu verstehen, was Fanny begehrt.

Gehört

Nils Frahm – All Melody

Nils Frahm wurde 1982 in Hamburg geboren. Er ist ein Pianist und Komponist. Seine Kompositionen zeichnen sich gemeinhin durch die Kombination klassischer Musik mit Elektro-Klängen aus. Er arbeitete bereits mit Musikern, wie Anne Müller, Ólafur Arnalds, F.S. Blumm und Woodkid zusammen.

‘All Melody’ ist das siebte Album von Nils Frahm. Die Aufnahmen für dieses Album dauerten zwei Jahre. Unter anderem deswegen, weil er sich sein eigenes Studio im historischen Berliner Funkhaus baute, nämlich den Saal 3. Damit erfüllte er sich einen Kindheitstraum, den er hegte, seit er das erste Mal das Tonstudio eines Familienfreundes sah. Es wurden Kabel, Leitungen und Vertäfelungen neu montiert. Eine Orgel und ein Mischpult – beides hat er mithilfe von Freunden konstruiert – wurden aufgestellt. So konnte ein Raum genau nach den Vorstellungen von Nils Frahm hergestellt werden, um so seine Musik so gestalten und präsentieren zu können, dass sie seinen eigenen Vorstellungen entspricht.

Gesehen

TatortLessing und DornDer kalte Fritte

‘Der kalte Fritte’ ist eine Episode aus der Krimireihe Tatort. Der Beitrag wurde vom MDR produziert und am 11. Februar 2018 in der ARD ausgestrahlt. Es ist die 1047. Tatort-Folge.

In dieser Episode ermitteln die Weimarer Kommissare Lessing und Dorn – gespielt von Christian Ulmen und Nora Tschirner – in ihrem sechsten Fall. Der Milliardär Alonzo Sassen wird bei einem Einbruch in seinem Haus ermordet. Der Einbrecher wiederum wird von Alonzo Sassens Frau Lollo erschossen – offensichtlich in Notwehr. Die Kommissare Kira Dorn und Lessing lassen Lollo beobachten und folgen ihr ins Bordell „Chez Chériechen“. Dort hatte sie vor ihrer Ehe als Tänzerin gearbeitet. Der Besitzer des Bordells ist Fritjof ‘Fritte’ Schröder. Der Bruder des Bordellbesitzers Martin steht kurz vor dem finanziellen Ruin. Cleo ist die Frau Martins, die wiederum ist Eigentümerin eines Steinbruchs in der Nähe Weimars, den sie verkaufen will, weil dieser mit seinen besonderen geologischen Formen ein möglicher Standort für das geplante ‘Goethe-Geomuseum’ ist. Der Verkauf würde die beiden also finanziell retten. Allerdings hatte Sassen bereits angekündigt, der Stadt ein anderes geeignetes Grundstück zu schenken. Dies wurde nun durch Sassens Ermordung verhindert – zugunsten von Martin und Cleo. Eine Jury der Bauhaus-Universität soll über den Standort des Museumsbaus entscheiden, dessen Vorsitzender ist der Architekturprofessor Ilja Bock. Block hat eine Affäre mit Martins Frau Cleo. Eines Nachts wird Bock mit einer Büste von Walter Gropius erschlagen. Und da das alles noch nicht reicht, ist die Tochter von Fritte Schröder auch noch die Assistentin von Ilja Bock. Klingt verwirrend? Ist es auch. Aber um den Fall geht es ja zum Glück bei Lessing und Dorn nicht wirklich.

Verkostet

Port Askaig 100 Proof

Port Askaig ist eigentlich ein kleines Dorf auf der Insel Islay. Es liegt an der Ostküste der Insel an der engsten Stelle des Islay-Sund, der die Inseln Islay und Jura trennt. Nördlich der Ortschaft sind Caol Ila und Bunnahabhain zu finden. Port Askaig ist neben Port Ellen der einzige bedeutende Hafenort der Insel und wird regelmäßig von Fährschiffen angelaufen. Und genau nach dieser Ortschaft wurde ein Single Malt Whisky benannt. Port Askaig wird von Speciality Drinks Ltd. abgefüllt. Welche Distillery das New Make liefert ist nicht bekannt.

Proof ist eine alte Maßeinheit für den Alkoholgehalt eines Getränks. In den USA beträgt der Umrechnungsfaktor von Proof zu Volumenprozent genau die Hälfte. Proof ist also genau das Doppelte von Vol.-%. 100° Proof sind also genau 50 Vol.-%. In UK entspricht 100° Proof 57,15 Vol.-%. Warum? Nun, 100 britische Proof geben den Wert an, ab dem mit der Flüssigkeit getränktes Schießpulver mit blauer Flamme verbrennt. Man muss sie lieb haben, die Briten.

Feuilletöne – Sendung 240 – Lu Bonauer, alt-J, Negative Space und Mjölnir Nordic Lager

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In dieser Folge haben wir ‘Fliehende Lichter’ von Lu Bonauer gelesen, ‘Relaxer’ von alt-J gehört, den Kurzfilm ‘Negative Space’ gesehen und das Mjölnir Nordic Lager der Wacken Brauerei verkostet.

Gelesen

Link zum Interview mit Bücherstadtkurier

Lu Bonauer – Fliehende Lichter – Erzählungen (Kommode-Verlag)

Lu Bonauer wurde 1973 in Basel geboren, er schreibt Prosa und Lyrik.

Er studierte Architektur in Biel und Medien/Publizistik in Zürich. Nach verschiedenen beruflichen Stationen und längeren Auslandsaufenthalten in Südamerika ist er derzeit für verschiedene Architekturbüros im Bereich Medien- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Seine Texte wurden bei verschiedenen Wettbewerben ausgezeichnet, unter anderem war er Gewinner des Schreibwettbewerbs OpenNet der Solothurner Literaturtage und des Monatstextes März 2002 des Literaturhaus Zürich. 2017 erschien der Erzählband ‘Fliehende Lichter’

Es geht in diesen Erzählungen u.a. um einen Rastlosen, der die Flucht mit einer Unbekannten wagt. Um einen jungen Mann, der sich auf die Suche nach seinem verschollenen Freund begibt. Um eine Frau mit himmelblauen Schuhen und einem Faible für das Unsichtbare, die in das Leben des Erzählers tritt, wieder verschwindet und bloß ihre Stimme hinterlässt. Was sich in diesem Buch in den Erzählungen thematisch durchzieht, ist die Flucht, der ungewisse Zustand zwischen Aufbruch und Ankommen. Sie handeln von Figuren, die um Identität und Existenz ringen, und die Unfähig sind eine reale Verbindung mit anderen und sich selbst herzustellen. Und davon, wie dennoch ein Gefühl von Zufriedenheit an unerwarteten Orten, mit unerwarteten Menschen entstehen kann.

Gehört

alt-JRelaxer

alt-J ist eine Band aus Leeds. Angefangen hat alles im Jahr 2007. Damals trafen sich die Bandmitglieder an der Universität Leeds, wo sie Kunst und englische Literatur studierten. Im zweiten Studienjahr spielte Newman Sainsbury dann ein paar seiner komponierten Lieder vor. Sainsbury war begeistert und so beschlossen die beiden eine Band zu gründen. Die ersten Aufnahmen der Band entstanden in den Schlafräumen der Universität. 2012 gewann alt-J den renommierten Mercury Prize für das erste Album namens ‘An Awesome Wave’. Bei den BRIT Awards 2013 war die Band in drei Kategorien nominiert. 2014 verließ Gwil Sainsbury die Band. Die übriggebliebenen Bandmitglieder bekräftigten bereits zwei Tage später, dass die Band weiter an ihrem schon begonnnenem zweiten Album arbeite. Das Album ‘This Is All Yours’ erschien im Jahr 2014. In dieser Folge soll es um ‘Relaxer’ gehen.

Es ist das dritte Studioalbum der Band und erschien 2017. Das Album wurde in London mit dem Produzenten Charlie Andrew aufgenommen, der auch schon die ersten beiden Alben von alt-J produzierte. Die Songs wurden zum einen während der Aufnahme des Albums komponiert, zum anderen handelt es sich um Songs aus der Zeit, als die Bandmitglieder noch an der Universität von Leeds studierten. Die auf dem Album zu hörenden Streicher wurden allesamt von alt-J arrangiert und vom London Metropolitan Orchestra gespielt. ‘House of the Rising Sun’ ist ein Cover des Folksongs, den die meisten wahrscheinlich von ‘The Animals’ kennen, hier allerdings mit zusätzlichen eigenen Strophen. In den Songs ‘3WW’ und ‘Deadcrush’ hört man Ellie Rowsell von Wolf Alice, im Song ‘Last Year’ Marika Hackman, die beide auch schon auf alt-Js vorherigen Alben sangen. Das Album wurde für den Mercury Prize 2017 nominiert.

Gesehen

Negative Space (Kurzfilm)

Bei diesem Kurzfilm handelt es sich um eine französische Produktion von Ikki Films aus dem Jahr 2015. Ru Kuwahata und Max Porter haben sowohl Regie geführt, als auch das Drehbuch geschrieben.

Es geht um Sam und dessen Vater, der nie zu Hause ist, weil er ständig auf irgendeiner Geschäftsreise ist. Aber es gibt eine Sache, die Vater und Sohn miteinander verbindet: Sams Vater hat ihm beigebracht, wie man perfekt seinen Koffer packt, sodass möglichst viele Kleider und Gegenstände auf möglichst wenig Raum Platz finden.

Verkostet

Mjölnir Nordic Lager

Das Mjölnir Nordic Lager wird von der Wacken-Brauerei – einer kleinen Craftbeer Brauerei in Wacken – hergestellt. Diese wurde Anfang 2016 von drei Bier-Enthusiastenin Wacken in Schleswig-Holstein gegründet. Untergebracht ist das alles in einem umgebauten ehemaligen Supermarkt. 2000 Liter pro Brauvorgang werden produziert. Gegärt und gelagert wird das Bier in fünf Edelstahltanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 220hl. Zudem hat man sich dazu entschieden eine eigene Abfüllunganlange zu betreiben – also genau so wie Springbank das auch macht. Das Bier wird also in Wacken gebraut, vergoren, gelagert und abgefüllt. Das Team besteht zurzeit aus den drei Gründern, einem Braumeister, einem Vertriebsleiter, einem Kaufmann, zwei Lehrlingen und einer Aushilfe.

Feuilletöne – Sendung 239 – René Descartes, Tocotronic, Pastewka und Cardhu 12

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Cogitamus ergo sumus, oder so. Und da wir denken und sind, haben wir Die Prinzipien der Philosophie von René Descartes gelesen, ‘Die Unendlichkeit‘ von Tocotronic gehört, ‘Pastewka‘ gesehen und einen 12-jährigen Cardhu verkostet.

Gelesen

René Descartes – Die Prinzipien der Philosophie (Principia Philosophiae)

René Descartes wurde 1596 in La Haye en Touraine geboren und starb 1650 in Stockholm. Er war Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler. Er gilt als Begründer des modernen frühneuzeitlichen Rationalismus, den u.a. Spinoza, Malebranche und Leibniz weitergeführt haben. Von ihm stammt der berühmte Satz „cogito ergo sum“ („Ich denke, also bin ich.“). Descartes ist außerdem der Begründer der analytischen Geometrie, welche Algebra und Geometrie verbindet. Seine naturwissenschaftlichen Arbeiten, etwa seine Ablehnung des Gravitationsprinzips oder seine Wirbel-Theorie sind früh durch die newtonsche Physik widerlegt worden. Sie sind jedoch nicht gering zu schätzen, da Descartes einer der wichtigsten und strengsten Vertreter des Mechanizismus war, der die ältere aristotelische Physik abgelöst hat. Sein Ethos der Pflicht und der Selbstüberwindung hat die Literatur der französischen Klassik des 17. Jahrhunderts sehr stark beeinflusst.

Die im ‘Discours de la méthode’ wird die formulierte philosophische Methode in vier Regeln zusammengefasst:
1. Skepsis: Nichts für wahr halten, was nicht klar und deutlich zu erkennen ist, dass es nicht in Zweifel gezogen werden kann.
2. Analyse: Schwierige Probleme in Teilschritten erledigen.
3. Konstruktion: Vom Einfachen zum Schwierigen voranschreiten
4. Rekursion: Immer prüfen, ob bei der Untersuchung Vollständigkeit erreicht ist.

Diese Methode Descartes’ ist stark geprägt von seiner Praxis als Mathematiker. Die vier Grundregeln der Methode sind in seinen Augen eine Anwendung der in der Mathematik üblichen Verfahren und Arbeitsmethoden. Die Idee besteht im Wesentlichen darin, komplexe Probleme derart zu zerlegen, dass ihre einzelnen Elemente qua intuition als wahr erkannt werden können. Erst später erweitert Descartes seine Konzeption um eine metaphysische, indem er hinterfragt, wie die Intuition für die Wahrheit des Erkannten bürgen könne, denn: “Man könnte ja auch in den einfachsten Dingen stets irren.” Die Suche nach unumstößlichen Fakten führt schließlich zum berühmten “cogito ergo sum”, der Grundlage seiner Bewusstseinssphilosophie.

Gehört

TocotronicDie Unendlichkeit

Tocotronic wurde 1993 in Hamburg von Dirk von Lowtzow (Gitarre/Gesang), Jan Müller (Bass) und Arne Zank (Schlagzeug) gegründet. Der Bandname ist abgeleitet von einer japanischen Spielkonsole namens Tricotronic, die wiederum Vorgänger des Game Boy war. Tocotronic wurden sehr schnell zu einem zentralen Teil der Hamburger Schule neben Bands wie Blumfeld oder Die Sterne. Die Musik Tocotronics wird auch gern als Indie-Rock, Indie-Pop oder Diskursrock bezeichnet. Nicht ganz unschuldig am Erfolg der Band ist Bernd Begemann, der in seiner damals im NDR-Fernsehen ausgestrahlten Sendung ‘Bernd im Bademantel’ auch Tocotronic in sein Wohnzimmer einlud, und sie so einem breiterem Publikum bekannt machte. Seit K.O.O.K. aus dem Jahr 1999 erreichte jedes Album die Top 10 der deutschen Album-Charts. Das Album ‘Schall & Wahn’ aus dem Jahre 2010 platzierte sich als erstes Tocotronic-Werk gar auf Platz 1. Tocotronics Alben und Songs sorgen regelmäßig für Aufregung und Jubelstürme in den deutschsprachigen Feuilletons.

‘Die Unendlichkeit’ aus dem Jahr 2018 ist das zwölfte Studioalbum der wichtigsten deutschsprachigen Band der letzten fünfhundertmillionentrilliarden Jahre. Und diesmal ist mal wieder alles ein bisschen anders als zuvor. Denn diesmal geht es autobiographisch zu. Dirk von Lowtzow singt uns sein Leben und wir dürfen zuhören, wie er als kleiner Junge in Freiburg aufwächst und nicht wirklich ‘Tapfer und grausam’ war, wie er sich als Jugendlicher an seiner ‘Electric Guitar’ festhielt, wie er in dem Song ‘Hey Du’ homophoben Menschen begegnete, ‘1993’ nach Hamburg ging, in ‘Ausgerechnet Du hast mich gerettet’ von Berlin gerettet wird und uns schließlich singt, dass ‘Alles was ich immer wollte war alles’ war.

Gesehen

Pastewka – Staffel 8

Bastian Pastewka wurde 1972 in Bochum geboren und ist Schauspieler, Komiker, Drehbuchautor, Synchronsprecher und Hörbuchinterpret. In der Serie Pastewka spielt er sich schlicht selbst (oder vielmehr eine fiktionale Version davon). Der Schauplatz der Serie ist Köln. Die Sitcom wurde 2005 das erste mal in Sat.1 gezeigt, wo die Serie auch bis zur 7. Staffel im Jahr 2014 lief. Im Jahr 2018 wurde Pastewka dann auf Amazon Prime Video mit der 8. Staffel fortgesetzt. Pastewka wurde unter anderem mit der Rose d’Or und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet und war viermal für den Grimme-Preis nominiert.

Es geht in dieser Serie um die Alltagswidrigkeiten, denen Bastian Pastewka ausgesetzt ist. Diese basieren allerdings nicht auf wahren Erlebnissen Pastewkas. Pastewka meint es hier meist gut, wird aber oft falsch verstanden und macht daraufhin die Situation noch schlimmer. Im Mittelpunkt stehen dabei Beziehungsschwierigkeiten mit der Freundin Anne, Familienprobleme mit dem Bruder Hagen oder dessen Tochter Kim. Aber auch der Kleinkrieg mit seiner Nachbarin und Hagens späterer Freundin Frau Bruck wegen diverser Lappalien machen ihm das Leben nicht gerade leichter. Das Fortbewegungsmittel des Serienhelds ist meist ein roter Saab 900. Der zentrale Handlungsort der ersten fünf Staffeln ist Bastians Wohnung in der Emmastraße 1 in Köln. Ab der sechsten Staffel zieht er in der Serie mit der Freundin zusammen nach Köln-Marienburg.

Verkostet

Cardhu 12

Cardhufrüher Cardowist eine Whisky-Brennerei in der Nähe des Ortes Cardow in der Speyside. 1824 wurde die Brennerei Cardow durch John und Helen Cumming gegründet. 1884 folgete dann ein Neuaufbau auf einem benachbarten Gelände. Die alten Brennblasen wurden an William Grant verkauft, der damit Glenfiddich ausstattete. 1960 wurde die Brennerei von vier auf sechs Brennblasen erweitert. Schließlich folgte 1983 die Umbenennung der Brennerei in Cardhu. Seit 1987 gehört die Brennerei zum Getränkekonzern Diageo.

Der Whisky aus dieser Brennerei bildet noch einen wichtigen Bestandteil der Johnnie Walker BlendsDiageo baut aber für die Blends eine eigene Distillery. Es gibt von dieser Brennererei einen 12-jährigen, einen 15-jährigen, einen 18-jährigen und einen 22-jährigen Single-Malt. Und dann gab es noch den sogenannten Pure Malt’, dessen Bestandteile mindestens 12 Jahre alte Single Malts aus benachbarten Speyside-Brennereien sind. Das erregte die Gemüter im Jahre 2003, da dieser in einer nahezu identischen Flasche wie der Single-Malt-Whisky abgefüllt wurde. Diageo zog diesen Whisky daraufhin 2004 wieder zurück.

Feuillöne – Sendung 238 – Hans Fallada, Radiohead, Die Rosenheim Cops und Paderborner Pilger Naturtrüb

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Diesmal haben wir ‘Junge Liebe zwischen Trümmern’ von Hans Fallada gelesen, ‘OK Computer’ von Radiohead gehört, ‘Die Rosenheim Cops’ gesehen und das ‘Paderborner Pilger Naturtrüb’ verkostet.

Gelesen

Hans Fallada – Junge Liebe zwischen Trümmern (Aufbau-Verlag

Hans Fallada heißt eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen und und wurde 1893 in Greifswald geboren. Er war u.a. Hofinspektor, Buchhalter, Adressenschreiber, Annoncensammler und Verlagsangestellter. 1920 erschien sein Roman-Debüt mit ‘Der junge Goedeschal’. 1932 erschien der Roman, der Fallada weltberühmt machen sollte, ‘Kleiner Mann – was nun?’. Sein letztes Buch, ‘Jeder stirbt für sich allein’ erschien 1947 und avancierte rund sechzig Jahre nach Erscheinen zum internationalen Bestseller. Weitere Werke u.a.: ‘Bauern, Bonzen und Bomben’ (1931), ‘Wer einmal aus dem Blechnapf frißt’ (1934), ‘Wolf unter Wölfen’ (1937) und ‘Der eiserne Gustav’ (1938). Er starb 1947 in Berlin.

Peter Walther – Hans-Fallada-Biograph – fand heraus, dass von den rund siebzig Geschichten, die Fallada im Laufe seines Lebens geschrieben hat, ca. zwanzig den Leser/innen bisher unbekannt sind, weil sie noch nie veröffentlicht worden sind oder damals direkt für eine Zeitschriften verfasst waren. Diese Erzählungen handeln u.a. von Pogg, der es in kauf nimmt, ins Gefängnis zu gehen, nur um als ein großer Mann dazustehen; von einer Verkäuferin, die sich fragt, ob sie weiterhin arm und solide oder nicht doch besser als Tanzdame leben soll; oder von einem ein Paar, was im Nachkriegsberlin unverhofft privates Glück findet und es gegen die Umstände behaupten kann. Und eine Warnung hat der Autor in diesem Buch auch für uns: “Bücher sind auch die gefährlichsten Freunde; sie machen unendlich anspruchsvoll.”

Gehört

Radiohead – OK Computer

Die Band wurde 1985 in Oxford gegründet. Zunächst traten sie unter dem Namen On a Friday auf. Seit 1992 heißen sie Radiohead, benannt nach einem Song der Band Talking Heads namens ‘Radio Head’. Die Bandmitglieder sind: Thom Yorke (Gesang, Rhythmusgitarre, Piano), Jonny Greenwood (Lead-Gitarre, Keyboard, Ondes Martenot), Colin Greenwood (Bass, Keyboard), Ed O’Brien (Gitarre, Backgroundvocals) und Phil Selway (Schlagzeug, Backgroundvocals). Weltweit hat Radiohead ca. 30 Mio. Alben verkauft.

Das Album ‘OK Computer’ erschien 1997. Es gilt als eines der bedeutenden Alben der Rock- und Popmusik der 90er Jahre. Das Album wurde mit dem Grammy Award für das ‘Best Alternative Music Album’ ausgezeichnet. Grund genug für uns, dieses Album einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

Gesehen

Die Rosenheim Cops – Mord in C-Dur

Die Rosenheim-Cops ist eine deutsche Fernsehserie, die seit 16 Jahren im ZDF ausgestrahlt wird. Die Vorabend-Krimiserie spielt in Rosenheim und Umgebung, also in Oberbayern. Einer der vielen wiederkehrenden Elemente im Erfolgsrezept der Serie ist der Gegensatz zwischen einem alteingesessenen oberbayerischen Ermittler und einem Kollegen aus der Großstadt, der aus unerfindlichen Gründen nach Rosenheim versetzt wurde. Durch den jeweils unterschiedlichen Hintergrund sind beide Kommissare von Grund auf verschieden. Am Anfang jeder Folge steht meist das Auffinden einer ermordeten Person. Gern wird dabei der jeweils amtierende Hauptkommissar beim Frühstücken gestört, woraufhin dieser alles stehen und liegen lässt und sich zum Tatort begibt. Es werden im Folgenden die Ermittlungen der Kommissare gezeigt, wie sie den Fall lösen wollen, der meist in den letzten Minuten der Folge eine überraschende Wendung erfährt, sodass sich der bisherige Hauptverdächtige meist als unschuldig entpuppt, während mit dem tatsächlichen Täter niemand gerechnet hat. Die Sendung erzählt außerdem immer eine parallele Geschichte. So geht es zum Beispiel um einen Lottogewinn, um Ereignisse auf dem Bauernhof, wo der jeweilge Hauptkommissar lebt oder um Ereignisse im Präsidium. In diesem Fall geht es um einen Hochzeitstag. Erwähnenswert ist noch, dass in der Serie fast durchgehend schönes und sommerliches Wetter herrscht.

Verkostet

Paderborner Pilger Naturtrüb

Die Geschichte der Brauerei reicht bis in das Jahr 1852 zurück. Seit 1990 gehört die Brauerei zur Warsteiner-Gruppe. 2011 wurde die Marke als sogenannte ‘Preiseinstiegsmarke’ bezeichnet und das Design vereinheitlicht. Heute braut man dort das Paderborner Pilsener, Paderborner Export, Paderborner Alt, Paderborner Weizen, Paderborner Alkoholfrei, Paderborner + Cola, Paderborner Radler, das Paderborner Malz sowie das Paderborner Pilger Naturtrüb.

Feuilletöne – Sendung 237 – Berni Mayer, Typhoon, The Rise of Graffiti Writing und Loch Lomond 18

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Wir besprechen in Folge 237 das Buch eines wunderbaren Kollegen, nämlich ‘Rosalie’ von Berni Mayer. Außerdem hörten wir ‘Offerings’ von der Band Typhoon, sahen ‘The Rise of Graffiti Writing – From New York to Europe’ und verkosteten einen 18-jährigen Loch Lomond.

Gelesen

Berni Mayer – Rosalie (Dumont-Buchverlag)

Berni Mayer ist 1974 geboren, und zwar in Mallersdorf. Dieser Ort liegt in Niederbayern, ca. 30 km von Regensburg und Landshut entfernt. Er lebt als Journalist, Musiker, Übersetzer und Moderator eines wunderbaren Podcasts namens ‘Brennerpass‘ in Berlin. Er war Redaktionsleiter bei MTV- und VIVA-Online und hat für Virgin Records gearbeitet. Er schreibt u. a. für das Musikmagazin ‘Rolling Stone’ und bloggt auf bernimayer.de über Fußball, Filme und die Räudigkeit der Welt. Bei Twitter findet man ihn als @stburnster. 2012 bis 2014 erschien seine dreibändige Krimireihe um den arbeitslosen Musikjournalisten und Detektei-Erben Max Mandel. ‘Rosalie’ ist sein literarisches Debüt. Wir haben es also mal wieder mit einem Debütroman zu tun.

Zur Beerdigung seines Vaters kehrt Konstantin nach vielen Jahren in den Ort seiner Kindheit zurück, nach Praam, tief in der bayrischen Provinz. Und nun, wegen der Beerdigung ist alles wieder da: die Erinnerungen an das Erwachsenwerden auf dem Land und alles was damit zu tun hat. Der Roman erzählt von der heimlichen Liebe zu Rosie. Und er erzählt davon, wie ein Leichenfund in einem alten Wasserschloss alles verändert. Denn die Geschichte, die hinter diesem Leichenfund steckt, führt in eine Vergangenheit, die die Verstrickung der alteingesessenen Dorfbewohner in ein sorgfältig verdrängtes NS-Verbrechen offenlegt.

Gehört

TyphoonOfferings

Typhoon ist eine amerikanische Indierockband aus Oregon. Die Band gibt es seit dem Jahr 2005. Die Band besteht aus elf Mitgliedern. Sie haben bis jetzt vier Alben veröffentlicht. Das vierte Album der Band wurde im Januar 2018 veröffentlicht.  2011 gaben Typhoon ihr Fernsehdebüt in der Late Show mit David Letterman. Der Stil der Band ist geprägt von komplexen Arrangements und elaborierter Orchestrierung. Bei Live-Auftritten sind 12 oder mehr Musiker gleichzeitig auf der Bühne. Die Band reichert den Indie Rock-Sound u.a. mit Geigen, Percussion, Xylophon, Hörnern oder anderen für dieses Genre außergewöhnlichen Instrumenten an. Das gibt den Songs einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Zu den Einflüssen dieser Band gehören u.a. Bright Eyes, Beirut oder Arcade Fire.

Gesehen

The Rise of Graffiti Writing – From New York to Europe

Es handelt sich um eine Doku-Serie, die auf ARTE ausgestrahlt wird. Die zehnteilige Serie erzählt die Geschichte der Graffiti-Szene. Angefangen im New York der 70er Jahre, über Amsterdam, Paris und München in den 80er Jahren bis heute.

Verkostet

Loch Lomond 18

Die Destillerie Loch Lomond wurde durch die amerikanische Littlemill Distillery Company 1966 gegründet. 1985 ging sie in den Besitz der Familie Bulloch über, die bereits seit 1842 im Spirituosengeschäft aktiv ist. 1993 wurde eine Coffey still hinzugefügt. Die Loch Lomond ist heute die einzige Brennerei in Schottland, das sowohl Malt als auch Grain Whisky in einer Destillerie produziert und somit einen Single Blend anbieten kann.