Feuilletöne – Sendung 274 – Vanessa Sonder und Patrizia Hausheer, Idles, Low, Hagen Rether und Glenmorangie Nectar d’Or 12

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Hurraaaa! Ein Buch zweier Philosophinnen, und das auch noch hauptsächlich in Dialogform! Wir lasen nämlich ‘Was soll das alles – Bargespräche zweier Philosophinnen’ von Vanessa Sonder und Patrizia Hausheer. Außerdem hörten wir ‘Joy as an Act of Resistance’ von IDLES und ‘Double Negative’ von Low und sahen die 2018er Version des Programms ‘Liebe’ von Hagen Rether. Verkostet haben wir diesmal einen Glenmorangie Nectar d’Or 12. Und: Wir verlosen zwei Exemplare von ‘Was soll das alles – Bargespräche zweier Philosophinnen’ von Vanessa Sonder und Patrizia Hausheer. Sagt uns bei Facebook (https://www.facebook.com/feuilletoene), Twitter (https://twitter.com/Feuilletoene) oder via E-Mail (info@feuilletoene.de) wer euer/e LieblingsphilosophIn ist und gewinnt ein Exemplar dieses Buches!

Gelesen

Vanessa Sonder/Patrizia Hausheer – Was soll das alles – Bargespräche zweier Philosophinnen (Arisverlag)

Patrizia Hausheer wurde 1983 geboren, studierte Philosophie und französische Literatur an der Sorbonne, in Bourgogne und Zürich. Sie ist als Gymnasiallehrerin tätig. Außerdem arbeitet sie als Journalistin.

Vanessa Sonder wurde 1982 geboren, studierte Philosophie, Biologie und allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität in Zürich. Sie arbeitet als Redakteurin und Lektorin. 2014 veröffentlichte sie ‘Gelebtes Embach – Erinnerungen an ein vergangenes Jahrhundert.

Es geht in diesem Buch um zwei Freundinnen, nämlich eben um Vanessa Sonder und Patrizia Hausheer, die sich regelmäßig in einer Bar treffen, um über das zu reden was sie umtreibt. Und das sind Dinge wie z.B. das Leben an sich, der Sinn des Lebens, die Existenz und das Wissen um eben jene. Und da beide ein Philosophiestudium hinter sich haben, bleibt das alles auch nicht oberflächlich. Das Buch besteht zu ca. 90% aus Dialogen der beiden, was das Buch recht schnell macht. Dialoge und Philosophie? Eigentlich das perfekte Buch für die Feuilletöne. Oder?

Gehört

IdlesJoy as an Act of Resistance

Die Idles, die eigentlich komplett in Großbuchstaben, also IDLES geschrieben werden, ist eine englische Punk-Rockband, die 2011 in Bristol gegründet wurde. Ihr Debütalbum ‘Brutalism’ wurde 2017 mit großem Beifall seitens der Kritik bedacht. Und genau das gilt auch für das zweite Album ‘Joy as an Act of Resistance’ aus dem Jahr 2018.

Es geht in diesem Album um Männlichkeit, Liebe, Selbstliebe, Einwanderung, Brexit und Klassenkampf. Der Song ‘June’ befasst sich mit dem Tod der Tochter einer der Bandmitglieder, die während der Geburt starb. Vier der Tracks des Albums wurden vor der Veröffentlichung zum Download zur Verfügung gestellt: ‘Colossus’, ‘Danny Nedelko’, ‘Samaritans’ und ‘Great’. Am Tag vor der Veröffentlichung des Albums wurde in London eine Kunstausstellung eröffnet, in der vom Album inspirierte Kunstwerke gezeigt wurden. Die Musik auf diesem Album erinnert schon hin und wieder ein wenig an The Clash. Nicht das schlechteste. Und die Feuilletöne, was sagen sie zu diesem hochgelobten Album?

LowDouble Negative

Low ist eine US-amerikanische Indie-Rock-Gruppe aus Minnesota, die 1993 gegründet wurde. Sie besteht aus Alan Sparhawk (Gitarre und Gesang), Mimi Parker (Schlagzeug und Gesang) und Steve Garrington (Bass). Die Musik von Low zeichnet sich durch langsame Tempi und minimalistische Arrangements aus. Manchmal wird die das was sie machen auch als Slowcore bezeichnet. Die Mitglieder der Band lehnen diese Bezeichnung jedoch ab.

Double Negative ist bereits das zwölfte Album der Band. Produziert wurde es von B.J. Burton, ein sehr experimentierfreudiger Produzent. Und so wurde die Klangpalette auf diesem Album um einiges erweitert: Sie wollten sehen ob jemand was mit ihrer Musik anfangen kann, der eher ein “ein Hip-Hop-Typ” ist, wie Sparhawk sagt, und was daraus am Ende wird. Band und Produzent wurden so zu Co-Autoren, die die Stücke aufbauten und zerlegten, bis sie schließlich zu Songs zusammengefügt wurden. Das Albumcover für Double Negative wurde von dem englischen Künstler Peter Liversidge entworfen. Oha, viel Elektronik. Ganz viel Elektronik. So Alben haben es bei uns ja immer ein bisschen schwerer als andere. Wenn das mal gut geht.

Gesehen

Hagen Rether – Liebe – 2018

Der Kabarettist Hagen Rether wurde 1969 in Bukarest geboren. Er verbrachte die ersten Jahre seines Lebens in Bukarest und in Hermannstadt. 1973 siedelte seine Familie nach Deutschland über und zog nach Freiburg im Breisgau. Er spielt seit seinem achten Lebensjahr Klavier. Anfang der 90er Jahre absolvierte er ein Studium an der Kunsthochschule in Essen.
Seit 2002 ist Hagen Rether Mitglied des Netzwerks ‘attac’. Er ist außerdem Mitglied von ‘Amnesty International’ sowie des Vereins ‘Integrative Kulturarbeit e.V.’, der soziokulturelle Projekte an Schulen in den sozialen Brennpunkten des Ruhrgebiets organisiert. Zudem unterstützt er ‘Medica mondiale’ – eine deutsche Frauenrechtsorganisation mit Sitz in Köln, die weltweit Hilfsprojekte für Frauen und Mädchen unterstützt, die von sexualisierter Kriegsgewalt betroffen sind – für welche er mittels Ständen bei seinen Auftritten wirbt. Wir haben uns die 2018er Version seines Programms ‘Liebe’ angeschaut.

Verkostet

Glenmorangie Nectar d’Or 12

Die Brennerei wurde 1843 gegründet. Zuvor war in den Gebäuden der Destillerie eine Brauerei zu finden. In den Jahren 1931–1936 und 1941–1944 war die Brennerei geschlossen. Durch den Erfolg des Malts mussten die Produktionsanlagen mehrmals vergrößert werden. 1980 wurden zwei neue Brennblasen installiert und 1990 weitere vier, so dass heute mit insgesamt acht Brennblasen produziert wird. Glenmorangie ist der meistverkaufte Single-Malt in Schottland. Seit Oktober 2004 gehört das Unternehmen zur Gruppe Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH). Grundsatz der Brennerei ist bis heute erhalten geblieben: Es sollen immer genau 16 Mitarbeiter bei Glenmorangie beschäftigt sein, die 16 Men of Tain. Dieses bezieht sich allerdings nur noch auf die Menschen, die tatsächlich am Brennprozess beteiligt sind, insgesamt sind in der Destillerie mittlerweile ca. 90 Menschen beschäftigt, zum Beispiel im Lager, im Besucherzentrum oder der Verwaltung. Außerdem ist inzwischen einer der „16 Men of Tain“ eine Frau, es darf angenommen werden, dass sich auch das in näherer Zukunft noch ändern wird. In diesem Fall haben wir es mit dem Nectar d’Or 12 zu tun, der weder gefärbt noch kühlgefiltert ist, und mit 46% abgefüllt wird. Die ersten 10 Jahre lagerte der Malt in Bourbon-Fässer, danach dann zwei Jahre in Sauternes Fässer des Weingutes Château d’Yquem.

Feuilletöne – Sendung 273 – Juna Grossmann, Chilly Gonzales, Delvon Lamarr Organ Trio, Aufschneider und Dat Blonde

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Wir haben diesmal ein wichtiges Buch über ein wichtiges Thema gelesen, nämlich über das Thema Antisemitismus, es heißt ‘Schonzeit Vorbei’ und ist von Juna Grossmann. Außerdem haben wir ‘Solo Piano III’ von Chilly Gonzales und ‘Close but no Cigar’ vom Delvon Lamarr Trio gehört, den Zweiteiler ‘Aufschneider’ gesehen und ‘Dat Blonde’ von der Liebhart’s Privatbrauerei verkostet.

Gelesen

Juna Grossmann – Schonzeit Vorbei (Droemer Knaur)

Juna Grossmann wurde 1976 in (Ost-)Berlin geboren. Sie hat Sonderpädagogik studiert und arbeitet seit vielen Jahren in Gedenkstätten und Museen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin erstellte sie die Ausstellung ‘Kriegsgefangene Rotarmistinnen im KZ’. Sowjetische Militärmedizinerinnen in Ravensbrück.’ Seit 2009 leitet sie das Ausstellungsbüro eines Berliner Museums. Außerdem ist sie Beraterin für Social-Media-Auftritte für Gedenkstätten und Kultureinrichtungen. Seit 2008 betreibt Juna Grossmann den Blog irgendwiejuedisch.com und engagiert sich ehrenamtlich bei rentajew.org.

Juna Grossmann beobachtet seit Jahren, wie offene judenfeindliche Angriffe zunehmen, lauter werden und bedrohlicher. In diesem Buch schildert sie wie Juden unter diesem zunehmend permanenten antisemitischen Beschuss leben müssen, berichtet vom Wachsen einer Angst, die sie vor einigen Jahren noch nicht kannte, und davon, wie sie eines Tages merkte, dass auch sie mittlerweile auf gepackten Koffern lebt, bereit zur Flucht vor eben diesem Hass. Weil sie sich aber damit nicht abfinden will, geht sie in die Öffentlichkeit, schreibt  dieses Buch und appelliert an die Mitbürger: „Steht zu uns, helft uns, greift ein! Denn auch für euch ist die Schonzeit vorbei.”

Links zum Thema:

Kompetenzzentrum Prävention und Empowerment der ZWST e.V.

Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS)

Amadeu Antonio Stiftung

Antidiskriminierung in der Arbeitswelt

Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus

Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V.

Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus

Gehört

Chilly Gonzales – Solo Piano III

Chilly Gonzales heißt eigentlich Jason Charles Beck und wurde 1972 in Montréal geboren. Er ist Pianist, Produzent und Komponist. Derzeit lebt er in Köln und lebte zuvor mehrere Jahre in Paris. Bekannt ist er für seine Alben mit eingängigen, klassischen Klavierkompositionen, vor allem auf den Alben ‘Solo Piano I’ aus dem Jahre 2004 und ‘Solo Piano II’ aus dem Jahre 2012. Gonzales ist Teil der Sendung ‘Pop Music Masterclass’ des WDRs, des Dokumentarfilms ‘Classical Connections’ von BBC Radio 1, ‘Die Geschichte der Musik’ von Arte und ‘Music’s Cool with Chilly Gonzales’ der Beats1-Radioshow von Apple Music. Er schrieb mehrere Zeitungsartikel für The Guardian, Vice, Billboard und andere. Er ist der jüngere Bruder des erfolgreichen Filmkomponisten Christophe Beck.

Wie schon auf den vorangegangenen ‘Solo Piano I’ und ‘Solo Piano II’, hört man hier ausschließlich Chilly Gonzales das Piano spielen – wie der Titel  auch schon vermuten lässt. Es finden sich aber ein paar mehr Dissonanzen, Spannungen und impressionistische Ausflüge als auf den beiden vorangegangenen Alben dieser Art. Es scheint, als wäre er musikalisch ein bisschen mutiger geworden. Das erzeugt musikalische Spannung in den einzelnen Stücken und trägt auch dazu bei, dass es nicht langweilig wird. Und so spielt sich Chilly Gonzales durch die unterschiedliche Epochen der klassischen Klaviermusik. Ob das alles für den grünen Klee reicht?

Delvon Lamarr Organ Trio – Close but no Cigar

Delvon Lamarr Organ Trio oder auch DLO3 ist eine 2015 gegründete amerikanische Soul-Jazz-Gruppe. Die Band bestand ursprünglich aus dem Keyboarder Delvon Lamarr an der Hammond Orgel, dem Gitarristen Colin Higgins und dem Schlagzeuger David McGraw. Schon bald ersetzte der Jimmy James Colin Higgins. Ende 2018 ersetzte Schlagzeuger Doug Octa Port McGraw. Alle Mitglieder stammen aus der Musikszene von Seattle. Ursprünglich war Delvon Lamarr Schlagzeuger und Trompeter, wechselte aber im Alter von 22 Jahren zur Orgel. Die Band tourte sowohl durch die USA als auch international und trat bei verschiedenen Musikfestivals auf.

‘Close But No Cigar’ ist das erste Studioalbum des Trios, es wurde im Frühling des Jahres 2018 veröffentlicht. Im selben Jahr veröffentlichte die Band bereits ein Live-Album mit dem Titel ‘Live at KEXP!’ Soul Jazz ist es, was die geneigten HörerInnen hier zu hören bekommen. Und der Name ist Programm. Die Musik tief im Funk der 60er und 70er Jahre verwurzelt und ausschließlich instrumental. Der Bass wird vollständig von Delvon Lamarr mit der Hammond-Orgel gespielt, was allein schon ziemlich faszinierend ist, aber auch die anderen beiden Musiker sind phantastisch. Dieses Album ist noch mit Port McGraw am Schlagzeug entstanden, der ja mittlerweile nicht mehr Teil der Band ist. Close But No Cigar heißt in etwa so viel wie fast gut oder fast richtig. Gilt das auch für das Album?

Gesehen

Aufschneider

Bei ‘Aufschneider’ handelt es sich um einen zweiteiligen österreichischen Fernsehfilm von David Schalko und Josef Harder, aus dem Jahre 2009. Dieser Zweiteiler handelt vom Chef der Pathologie eines Krankenhauses in Österreich Dr. Fuhrmann. Sein Gegenspieler in dieser Klinik ist der Chirurg Dr. Böck. Da sich beide nicht mögen, versucht Fuhrmann fortwährend Dr. Böck einen Kunstfehler nachzuweisen. Außerdem zieht seine Tochter Feli plötzlich zu ihm und wirft ein Auge auf den neuen Assistenten Winkler, was ihm missfällt. Dazu hat die Ex-Frau ausgerechnet mit Primar Dr. Böck eine Affäre. Zudem entführt Fuhrmanns Kollegin Dr. Wehninger ihren toten Vater aus der Pathologie, um ihn nicht obduzieren zu müssen. Gemeinsam wird der Leichnam unter etlichen Umständen wieder zurückgebracht. Das Ganze fliegt jedoch auf und Dr. Fuhrmann wird suspendiert. Dr. Böck operiert indessen einem Gaddafi-Sohn das falsche Knie und wird ebenfalls suspendiert. Außerdem ist Dr. Fuhrmanns Ex-Frau Schwanger, was die Beziehung zu Dr. Böck mehr und mehr belastet. Auch Fuhrmann ist von dieser Nachricht nicht begeistert. Hinzu kommt eine plötzliche Schwangerschaft von Tochter Feli. Während einer Liebesnacht mit Dr. Wehninger entdeckt Fuhrmann eine Veränderung an seiner Brust und versucht sich am nächsten Tag selbst zu operieren. Nachdem er dabei kollabiert, wird er von Dr. Böck gerettet. Und dann gibt es da noch einen Handel mit Hornhäuten von Verstorbenen durch die beiden Gehilfen der Pathologie und die Bestatterin Anke.

Verkostet

Liebharts Privatbrauerei – Dat Blonde

Wir sind mal wieder bei der Liebhartsbrauerei und haben diesmal ‘Dat Blonde’ verkostet. Es ist vegan, unfiltriert, wird aus Zutaten aus ökologischem Landbau gebraut und ist extra lange gereift. Es wird Hallertauer Aromahopfen verwandt.

Feuilletöne – Sendung 272 – Margarete Stokowski, TT, Dota Kehr, Daniel Sloss und Glenmorangie Lasanta 12

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Die Tage des Patriarchats sind gezählt, nämlich! Und weil das hoffentlich so ist, lasen wir ‘Die letzten Tage des Patriarchats’ von Margarete Stokowski. So! Außerdem hörten wir wieder zwei Alben, diesmal ‘LoveLaws’ von TT a.k.a. Theresa Wayman und ‘Die Freiheit’ von Dota Kehr. Wir sahen das Programm ‘Dark’ von Daniel Sloss und verkosteten den 12-jährigen Glenmorangie Lasanta.

Gelesen

Margarete Stokowski – Die letzten Tage des Patriarchats (Rowohlt)

Margarete Stokowski wurde 1986 in Zabrze in Polen geboren, sie lebt seit 1988 in Berlin und studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie schrieb als freie Autorin bereits für ‘die taz’ und ‘Die Zeit’. Seit 2015 erscheint ihre wöchentliche Kolumne ‘Oben und unten’ bei Spiegel Online. Ihr erstes Buch ‘Untenrum frei’ haben wir in dieser Sendung in Episode 242 besprochen.

Dieses Buch ist eine Sammlung von Texten aus Kolumnen und Essays, die Margarete Stokowski schrieb. Es werden Fragen gestellt wie: Dürfen Männer nach der feministischen Revolution Frauen noch die Tür aufhalten? Und sind Komplimente erlaubt? Und es geht darum, dass Frauen immer noch weniger Geld verdienen als Männer, dafür putzen und pflegen sie mehr. Und am Ende sterben sie dafür auch noch ärmer. Sie schreibt über Ungerechtigkeiten, an die sich die Menschen gewöhnt haben. Es um Frauenkörper und wie sie kommentiert werden, um Pornos und Unisextoiletten, um #Metoo- und #Aufschrei-Debatten, aber auch um Rechtsextremismus und die Frage, warum sich Feminismus und Rassismus ausschließen. Einer der tollsten Dinge an diesem Buch ist aber, dass Resignation keine Lösung ist. Und dass der Humor nicht zu kurz kommt.

Gehört

TT – LoveLaws

Theresa Becker Wayman wurde 1980 wurde in Eugene, Oregon geboren und ist auch dort aufgewachsen. Sie ist Musikerin, Sängerin, Liedermacherin und Schauspielerin. Bekannt wurde sie als Gitarristin und Sängerin der Band Warpaint. Mit neun Jahren begann sie sich für Musik zu interessieren. Sie fing laut eigenen Angaben an auf der Gitarre zusammen mit ihrem Vater zu jammen. Im Alter von 10 Jahren ermutigte ihre Mutter sie Klavier zu lernen. Mit ca. 21 jahren begann sie dann ernsthaft Gitarre und Schlagzeug zu spielen. Zu ihren musikalischen Einflüssen gehören Talking Heads, Cyndi Lauper, Tina Turner, Jimmy Page oder Björk. Sie ist seit ihrer Jugend mit Emily Kokal befreundet, mit der sie später Warpaint gründete. Beide reisten in ihren späten Teenagerjahren zusammen durch Europa und lebten zusammen in New York, Los Angeles und Kalifornien.

‘LoveLaws’ ist das erste Soloalbum von Theresa Wayman und wurde untrer dem Künstlernamen ‘TT’ veröffentlicht. Warpaint-Fans werden hier sicherlich eine Menge finden, was auch bei Warpaint musikalisch eine größerer Rolle spielt. Das Album ist jedoch sehr von ihrer Persönlichkeit, ihrer eigenen Lyrik und eben dem dazugehörenden persönlichem Flair geprägt, dass es sich lohnt dieses Album unabhängig von Warpaint zu betrachten. ‘LoveLaws’ ist aufgrund der Art der Produktion ein Album, was man von Anfang bis Ende mit dem Kopfhörer hören sollte, sonst verliert es zu sehr an intensität und Atmosphäre. Wenn man das macht, dann eröffnen sich hübsche Klanglandschaften, und die HörerInnen werden an einsame, ruhige Orte zu gebracht. Und ist dieses Album auf unserer Skala nun ein ‘Warpaint’ oder doch eher ein ‘Campino’?

Dota Kehr – Die Freiheit

Dota (eigentlich Dorothea) wurde 1979 in Berlin geboren. Sie ist Liedermacherin und Musikproduzentin. Dota Kehr ist studierte Medizinerin. Ihre Band hieß ursprünglich ‘Dota und die Stadtpiraten’, seit 2013 nur noch ‘Dota’. Sie spielte zunächst Saxophon und begann mit 14 Jahren auf Jahrmärkten aufzutreten. Im Alter von 21 Jahren lernte sie Gitarre zu spielen. Sie war zunächst als Straßenmusikerin unterwegs, bis Mitte der 00er Jahre war sie deswegen auch unter dem Künstlernamen ‘Kleingeldprinzessin’ bekannt.

In dem Album ‘Die Freiheit Texte’ werden kleine Geschichtchen vom Gefühlsleben überforderter Großstädter erzählt. Sie ist dabei lediglich Beobachterin, nicht Teil der erzählten, bzw. besungen Dinge. Musikalisch fühlt man sich ab und an an ‘Wir Sind Helden’ oder ‘Kante’ erinnert, nur sehr viel leiser und zurückhaltender. Und manchmal schimmert ein wenig die Stimme von Judith Holofernes durch den Gesang von Dota Kehr. Es geht in diesem Album um eine Gesellschaft, die nicht wirklich weiß was sie will. Weder im privaten, noch im öffentlichen Leben. Musikalisch changiert das Album zwischen zurückhaltendem Elektro-Pop und Liedermacherin an der akustischen Gitarre. Und obwohl das Album ‘Die Freiheit’ heißt, geht es meist um das Gegenteil. Und wir? Was sagen wir? Tja. Gehet hin und höret!

Gesehen

Daniel Sloss – Dark

Daniel Sloss wurde 1990 in der Nähe von London geboren, wuchs allerdings in Schottland auf. Er ist Komiker, Schauspieler und Schriftsteller. Er war bereits als Teenager auf der Bühne und auch im Fernsehen zu sehen. Er war der jüngste Komiker, der im Alter von 19 Jahren ein Solo-Programm im Londoner West End spielte. Er tourte anschließend weltweit und war schließlich auch im US-Fernsehprogrammen mit mehrfachen Auftritten in den Sendungen ‘Conan’ und ‘The Late Late Show’ mit Craig Ferguson zu sehen. 2018 veröffentlichte Netflix ein zwei Stunden Comedy-Special unter dem Titel ‘Daniel Sloss – Live Shows’ mit den Programmen ‘DARK’ und ‘Jigsaw’.

Verkostet

Glenmorangie Lasanta 12

Die Brennerei wurde 1843 von den Brüdern Matheson gegründet. Zuvor war in den Gebäuden der Destillerie eine Brauerei zu finden. Bereits 1880 konnten sie Single Malt nach Italien und die USA exportieren. In der Hand der Familie Matheson blieb die Brennerei bis 1918, danach übernahm MacDonald & Muir das Unternehmen. In den Jahren 1931–1936 und 1941–1944 war die Brennerei geschlossen. Durch den Erfolg des Glenmorangie mussten die Produktionsanlagen mehrmals vergrößert werden. 1980 wurden zwei neue Brennblasen installiert und 1990 weitere vier, so dass heute mit insgesamt acht Brennblasen produziert wird. Glenmorangie ist der meistverkaufte Single-Malt in Schottland. Im Jahr 2004 übernahm Glenmorangie PLC die Scotch Malt Whisky Society mit mehr als 27.000 Mitgliedern. Seit Oktober 2004 gehört das Unternehmen zur Gruppe Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH), die den Anteil der Familie McDonald übernommen hat. Heute gehört zur Glenmorangie neben der eigentlichen Brennerei seit 1997 noch Ardbeg. Ein Grundsatz der Brennerei ist bis heute erhalten geblieben: Es sollen immer genau 16 Mitarbeiter bei Glenmorangie beschäftigt sein, die 16 Men of Tain. Dieses bezieht sich allerdings nur noch auf die Menschen, die tatsächlich am Brennprozess beteiligt sind, insgesamt sind in der Destillerie mittlerweile ca. 90 Menschen beschäftigt, zum Beispiel im Lager, im Besucherzentrum oder der Verwaltung. Außerdem ist inzwischen einer der „16 Men of Tain“ eine Frau, es darf angenommen werden, dass sich auch das in näherer Zukunft noch ändern wird.

Feuilletöne – Sendung 271 – Marcel Proust, Paul Simon, Paul Weller, The Haunting of Hill House und Bio Reisbier Dunkel

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Der vorletzte Teil von ‘Auf der Suche nach der verlorenen Zeit’ wartet auf uns in dieser Episode. Außerdem haben wir zwei Pauls gehört, nämlich ‘In the Blue Light’ von Paul Simon und ‘True Meanings’ von Paul Weller. Gesehen haben wir diesmal den Piloten der Netflix-Serie ‘The Haunting of Hill House’ und verkostet wurde eine Bio Reisbier Dunkel von der Liebhart’s Brauerei. Ach ja, und Herr Martinsen war zum zweiten mal beim tollen Weserfunk zu Gast!

Gelesen

Marcel ProustAuf der Suche nach der verlorenen Zeit – Teil VI – Die Entflohene

Marcel Proust wurde 1871 geboren. Im Gymnasium begann er sich für das zu interessieren, was künftig sein Leben bestimmen sollte, nämlich Theater, Lesen und Schreiben. Er schloss 1893 sein Jura-Studium ab, ohne jemals einen juristischen Beruf auszuüben. Laut Proust liegt der Schlüssel nicht in einem Buch, sondern bei denen, die das Buch lesen. Als Proust im Januar 1909 einen Zwieback – im Roman ist es eine Madeleine – in seinen Tee taucht, wird er in seine Kindheit zurückversetzt. Er zieht sich von der Welt zurück, um einen Roman zu schreiben, von dem der erste Entwurf im September 1912 fertig wird. Der erste Band ‘Auf dem Weg zu Swann’ wurde von Verlagshäusern abgelehnt und erschien auf eigene Kosten im Jahre 1913. Zu diesem Zeitpunkt waren von Proust nur drei Bände geplant. Der Roman erzählt die Geschichte von Prousts eigenem Leben als allegorische Suche nach der Wahrheit und ist eines der wichtigsten Werke der Literaturgeschichte. Marcel Proust starb 1922 an einer Lungenentzündung in Paris. Die letzten drei Bände des Romans wurden posthum veröffentlicht. Wir haben für diese Folge der Sendung den sechsten Band gelesen.

Dieser Teil des Romans steht zunächst im Zeichen der Trauer und der Trauerbewältigung. Der Erzähler reist – nachdem Albertine ob eines Reitunfalls zu Tode gekommen ist – nach Venedig und sucht dort nach erotischen Abenteuern. Er kann aber nicht sagen, „was von meiner leidenschaftlichen Suche nach Venezianerinnen auf diese selbst, was auf Albertine, was auf meinen alten Wunsch von damals zurückzuführen war, nach Venedig zu reisen?“ Bei einem Spaziergang trifft er seine Jugendgeliebte Gilberte wieder. Sie hat inzwischen reich geerbt. Bei der Heimfahrt erfährt er von der Heirat Gilbertes. Zurück in Frankreich, macht Marcel einen Besuch bei Gilberte, deren Mann noch immer beim Militär ist und der inzwischen ein überraschendes außereheliches Liebesleben führt.

Gehört

Paul SimonIn the Blue Light

Paul Frederic Simon wurde 1941 in Newark in New Jersey geboren. Er ist Singer-Songwriter und Schauspieler. Seine musikalische Karriere überdauert mittlerweile sieben Jahrzehnte. Sein Ruhm und kommerzieller Erfolg begann als eine Hälfte des Duos ‘Simon & Garfunkel’ – ursprünglich hießen sie Tom & Jerry – welches er 1956 mit Art Garfunkel gegründet hatte. Simon war der Komponist fast aller Songs des Duos, darunter u.a. ‘The Sound of Silence’, ‘Mrs. Robinson’ oder ‘Bridge over Troubled Water’. Das Duo trennte sich 1970 auf dem Höhepunkt ihrer Popularität und Simon begann eine erfolgreiche Solo-Karriere und nahm drei gefeierte Alben in den nächsten fünf Jahren auf. Im Jahr 1986 veröffentlichte er ‘Graceland’, ein Album, das von South African Township Musik inspiriert wurde. Es wurden ca. 14 Millionen Exemplare weltweit bei seiner Veröffentlichung verkauft und bleibt sein bekanntestes Solo-Werk. Er schrieb außerdem das Drehbuch für den Film ‘One-Trick Pony’ im Jahre 1980 und spielte auch die Hauptrolle. Ferner schrieb er 1998 das Broadway-Musical ‘The Capeman’. 2016 veröffentlichte er sein 13. Solo-Album, ‘Stranger to Stranger’, das Platz eins der US-Amerikanischen Album Charts und der UK-Album Charts erreichte. Paul Simon wurde bis jetzt mit 16 Grammys ausgezeichnet, darunter drei für das Album des Jahres und einen Lifetime Achievement Award. Im Jahr 1986 erhielt er den Ehrendoktor für Musik von Berklee College of Music, wo er derzeit im Kuratorium sitzt. Im Jahr 2001 wurde er in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen und 2006 wurde er als einer der “100 People Who Shaped the World” vom Time Magazin genannt. Neben vielen anderen Ehrungen war er der erste Empfänger des ‘Gershwin Prize for Popular Song’ der Library of Congress im Jahr 2007. Im Jahr 2011 erklärte der Rolling Stone Paul Simon zu einem der 100 größten Gitarristen aller Zeiten. Im Jahr 2015 wurde er vom Rolling Stone zu einem der 100 besten Songwriter aller Zeiten ernannt.

‘In the Blue Light’ ist das vierzehnte Solo-Studioalbum von Paul Simon. Produziert wurde es von Paul Simon und Roy Halee. Das Album wurde am 7. September 2018 veröffentlicht. Es besteht aus neuen Interpretationen bereits veröffentlichter Songs. Paul Simon hat z.B. ursprüngliche Arrangements, harmonische Strukturen oder Texte verändert. Das Album wurde mit Gastmusikern wie z.B. Bill Frisell, Wynton Marsalis, Bryce Dassner von The National, Joe Lovano, Steve Gadd oder Jack DeJohnette aufgenommen. Der Titel des Albums stammt von dem Song “How the Heart Approaches What It Yearns” von dem Album ‘One-Trick Pony’ aus dem Jahr 1980. Paul Simon lässt sich auf diesem Album mal wieder nicht lumpen und chanchiert u.a. zwischen Dixieland, Neoklassik, Jazz und anspruchsvollen Pop. Elaborierte Piano und Saxophonpassagen wechseln sich mit Akustikgitarre ab. Und über die Texte braucht man bei Paul Simon sowieso keine weiteren Worte zu verlieren. Ob das alles reicht um uns nach der letzten Woche wieder milder zu stimmen?

Paul WellerTrue Meanings

John William ‘Paul’ Weller Jr. wurde 1958 in Woking in der Grafschaft Surrey geboren. Er ist Sänger, Gitarrist und Komponist. Bekannt wurde er vor allem mit der Punkrock-New Wave-Mod Revival Band ‘The Jam’. Diese Band existierte zwischen 1972 -1982. Danach hatte er weiteren Erfolg mit ‘The Style Council’ von 1983-1989, die Band spielte sogenannten Blue-Eyed Soul, also Soul, der von weißen Menschen gespielt wird. Schließlich etablierte er sich ab 1991 als Solokünstler. Er prägte nicht nur die Musik sondern auch die dazugehörige Mode einer ganzen Generation. Man denke nur an ‘Fred Perry’. Einer der diese Musik und die damit einhergehende Mode sehr mag und auch von eben jener bis heute sehr geprägt wurde, ist einer der beiden Feuilletöne. Trotz seiner weit verbreiteten Anerkennung als Sänger, Texter und Gitarrist ist Weller eher in Europa bekannt und da auch nur in Teilen. Ein Großteil seines Songwritings ist in der britischen und europäischen Kultur verwurzelt. Er ist die Hauptfigur des Mod Revivals der 70er und 80er Jahre und wird oft als “The Modfather” bezeichnet. The Daily Telegraph schreib einmal über Paul Weller: “Abgesehen von David Bowie ist es schwer einen britischen Künstler zu finden, der eine so abwechslungsreiche, lang anhaltende und zukunftsweisende Karriere hatte.” Die BBC beschrieb ihn 2007 als ” einer der am meisten verehrten Interpreten der letzten 30 Jahre.” Im Jahr 2012 gehörte er zu den britischen Kulturschaffernden, die vom Künstler Sir Peter Blake ausgewählt wurden, als dieser eine neuen Version des Albumcovers von ‘Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band’ erstellte. Er erhielt vier Brit Awards.

Dem mittlerweile 60-jährigen Modfather ist mit dem 26. Album mal wieder eine Überraschung gelungen. Immer wieder auf der Suche nach neuen Dingen waren die letzten Alben Paul Wellers eher durch musikalische Ruhelosigkeit und Wut geprägt, denn durch Ruhe und Gelassenheit. Auf diesem Album ist mal wieder alles anders. Eine Reihe von sanften Liedern hört man hier, die ihn schließlich in die Singer-Songwriter Richtung gleiten lassen. Paul Weller klingt mit dieser introspektiven Musik und den Texten eines offensichtlich zufriedenen Menschen plötzlich gelassen, eine Eigenschaft, die man bei ihm in der Vergangenheit nicht allzu häufig antraf und die ihn wohltuend abhebt von all diesen unzufriedenen, grau gewordenen, zynischen Männern zwischen 50 und 60. Und dann ist da bisweilen auch noch diese üppige Orchestrierung, die immer am Rande des Kitsches schrammt, die aber als perfekter Unterbau für seine Stimme fungiert. Älter, ja. Aber kein bisschen verbittert. Endlich mal! Und wir? Was sagen wir zu alledem?

Gesehen

The Haunting of Hill House – Pilotfolge

The Haunting of Hill House ist eine US-amerikanische Horrorserie von Mike Flanagan. Die Serie basiert auf den gleichnamigen Roman von Shirley Jackson. Die Handlung weicht aber zum Teil von der Romanvorlage ab, wodurch es einige inhaltliche Unterschiede zur eigentlichen Geschichte der Buchvorlage gibt.
Es ist bereits das dritte mal, dass der Roman Vorlage für einen Film oder eine Serie wurde. Die erste Staffel der Serie wurde im Herbst 2018 auf Netflix veröffentlicht.

Verkostet

Liebharts Privatbrauerei – Bio Reisbier Dunkel

Mithilfe ortsansässiger Handwerksunternehmen wurde die Liebhart’s Brauerei neu aufgebaut. Ende 2004 begann die Planung der Anlagen, im darauffolgenden Jahr wurde der Braukessel angefeuert. Es handelt sich um einen Familienbetrieb. Beim ‘Bio Reisbier Dunkel’ handelt es sich um ein glutenfreies Reisbier – in diesem Fall ist es ein dunkles Landbier. Es ist mild gehopft und Glutenfrei. Es ist außerdem frei von Hirse und Mungobohnen. Die Bestandteile dieses Bieres stammen allesamt aus ökologischer Landwirtschaft und werden ohne Zusatz von Agrarchemie oder Pestizide hergestellt.

Feuilletöne – Sendung 270 – Gianna Molinari, Paul McCartney, Yared’s Kaffeesatz und Benriach Curiositas 10

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Wir sind jetzt 270 Jahre alt, haben uns aus dem Raum-Zeit-Irrsinn befreit und sind somit wieder da! Und weil wir so hübsch wieder da sind haben wir ‘Hier ist noch alles möglich’ von Gianna Molinari  gelesen, ‘Egypt Station’ von Paul McCartney  gehört, ‘Yared’s Kaffeesatz’ auf YouTube gesehen und einen BenRiach 10 Curiositas verkostet.

Gelesen

Gianna Molinari – Hier ist noch alles möglich (Aufbau Verlag)

Gianna Molinari wurde 1988 in Basel geboren. Sie studierte von 2009 bis 2012 Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und danach Neuere Deutsche Literatur an der Universität Lausanne. Sie war Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa 2012 am Literarischen Colloquium Berlin und wurde dort ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt sie den Publikumspreis des 17. MDR-Literaturwettbewerbs. Bei den ‘Tagen der deutschen Literatur’ 2017 in Klagenfurt wurde sie für einen Auszug aus ihrem Debüt ‘Von hier aus gut sichtbar’ mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet. Wir besprachen diesen Text im Rahmen unserer Bachmannpreisausgabe des Jahres 2017 in Episode 214.

Eine junge Frau wird als Nachtwächterin in einer Verpackungsfabrik eingestellt. Abend für Abend macht sie ihren Rundgang, kontrolliert die Zäune. Ein Wolf soll in das Gelände eingedrungen sein. Mit jeder Nachtschicht wird die Suche nach dem Wolf mehr zu einer Suche nach sich selbst und zur Frage nach den Grenzen, die wir ziehen, um das zu schützen, woran wir glauben.

Gehört

Paul McCartneyEgypt Station

James Paul McCartney wurde am 18. Juni 1942 in Liverpool geboren. Bereits während seiner Schulzeit beschäftigte er sich mit ersten Kompositionen. Ein Jahr später trat er der Gruppe ‘Quarrymen’ bei. Hier lernte er John Lennon kennen. Zusammen mit diesem gründete er 1959 die Band ‘The Beatles’. Zusammen schrieben sie für diese Band erste Songs, und als dann 1960 George Harrison zu Band stieß, hatten sie noch im selben Jahr erste öffentliche Auftritte im Hamburger Starclub. 1962 wurde Ringo Starr Schlagzeuger der Band, der Rest ist schlicht Geschichte! Im Jahr 1963 feierten die Beatles mit ‘Please, Please me’ ihren ersten Nummer 1 Hit in den UK-Charts. Ihre Musik war eine Mischung aus Rock ´n´ Roll und Rhythm & Blues, etwas was es bis dahin noch nicht gab, der ‘Beat’ war geboren. Im Laufe der Jahre entwickelten die Band die Beatmusik zu neuen komplexeren Musikformen mit Elementen aus klassischer oder asiatischer Musik. Sie experimentierten mit außergewöhnlichen Instrumenten, elektronischen Verfremdungen und surrealistischen Texten. Die Band wurde in kürzeseter Zeit zu einem Integrationssymbol der westlichen Jugend und begründete damit das was wir heute Pop nennen. Und obwohl ihre Musik von den älteren Menschen damaliger Zeit komplett abgelehnt wurde, wurden die Bandmitglieder im Jahre 1965 mit dem Orden des ‘Member of the British Empire’ bedacht. Ab 1968 produzierte sich die Band selbst. Hierzu gründeten sie ein Platten-Label namens ‘Apple’, und noch im selben Jahr erschien ‘The white album’ die erste unabhängige Aufnahme der Beatles. 1970 verkündete Paul McCartney die Auflösung der Band. veröffentlichte zunächst ein Soloalbum, was schlicht ‘McCartney’ hieß und gründete 1972 gemeinsam mit Ehefrau Linda McCartney die Band ‘Wings’. Während einer Wings-Tournee in Japan wurde er wegen Haschischbesitzes festgenommen und musste für neun Tage ins Gefängnis. In den achtziger Jahren entstanden ‘Say Say Say’ und ‘This Girl Is Mine’ im Duett mit Michael Jackson und die Alben ‘Pipes Of Peace’ und ‘Flowers In The Dirt’. Außerdem begann McCartney zu malen. Die Bilder wurden u.a. auch in Deutschland ausgestellt. 1997 wurde er von der Englischen Königin in den Ritterstand erhoben. 1998 starb Linda McCartney. Nach ihrem Tod entstand das Album ‘Run Devil. 2005 wurde McCartneys erstes Kinderbuch mit dem Titel ‘High in the Clouds’ veröffentlicht. Er veröffentlichte immer weiter Alben und ging immer wieder auf Tournee. Und jetzt gibt es mal wieder ein neues Album, es ist das 18. Soloalbum von Sir Paul McCartney!

Das Album erschien am 7. September 2018 und heißt ‘Egypt Station’. Es ist das 18. Soloalbum McCartneys, wenn man die Wings-Alben mitrechnet, Wenn man alle Alben, inklusive klassische Alben, Live- und Kompilationsalben hinzurechnet, dann ist es gar das 47. Album des umtriebigen 76-jährigen. Das Album erreichte u.a. in Deutschland und den USA den ersten Platz der Charts. Insgesamt erreichte Paul McCartney mit seinen Alben bisher 13-mal in Deutschland, 20-mal in den USA und 28-mal in Großbritannien die Top-Ten der jeweiligen Charts. Am 17. September 2018 begann die Tournee zum Album unter der Bezeichnung ‘Freshen Up Tour’. Es ist die 16. Tour des Künstlers, die 21. wenn man die der Wings hinzuzählt und wenn die Beatles hinzukommen, dann sind es ca. 30. Das Album ‘Egypt Station’ besteht aus 16 Titel, einschließlich des Intros ‘Opening Station’ und des Instrumentals ‘Station II’. Zu den Tracks gehören Songs wie ‘I Do not Know’, ‘Come On To’ oder ‘Happy with You’, die McCartney als “acoustic meditation on present day contentedness” beschreibt. Das obligatorische Friedenslied darf natürlich auch nicht fehlen, in diesem Fall heißt es ‘People Want Peace’. Es handelt sich laut McCartney um ein Konzeptalbum. Paul McCartney: “Ich mochte die Worte ‘Egypt Station’. Es erinnerte mich an diese ‘Alben-Alben’, die wir gemacht haben … ‘Egypt Station’ beginnt mit dem ersten Song an einer Haltestelle, und dann ist jeder weitere Song wie die nächste Haltestelle. Also habe ich alle Songs um diese Idee herum gebaut. Ich denke, ‘Egypt Station’ ist ein Phantasieort, von dem die Musik auf diesem Album ausgeht.”

 

Gesehen

Yared’s Kaffeesatz (YouTube)

Yared Dibaba wurde 1969 in Aira Äthiopien geboren. Er ist Schauspieler, Moderator, Entertainer, Autor, Sänger und YouTuber. Er kam 1973 mit seiner Familie das erste mal nach Deutschland, weil sein Vater Erziehungswissenschaften an der Universität Osnabrück studierte. 1976 kehrte die Familie zunächst nach Äthiopien zurück, und er besuchte dort nun eine deutschsprachige Schule. 1979 flüchtete die Familie wegen des Bürgerkriegs aus Äthiopien und kam wieder nach Deutschland. Die Familie ließ sich im niedersächsischen Falkenburg im Oldenburger Land nieder. Dort ging Yared Dibaba auch zur Schule und lernte Plattdeutsch. Nach dem Abitur absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel bei einem Kaffee-Importunternehmen in der Hansestadt Bremen und besuchte anschließend von 1993 bis 1996 die Schauspielschule im Bremer Kulturzentrum Schlachthof. Danach ging er nach Hamburg und studierte Musik am Hamburger Konservatorium.

Ob Kaffeesatz, Weisheiten op Platt oder Interviews ohne Sofa, hier drehen sich alle Videos in und um Yared’s Welt – norddeutsch, plattdeutsch, oromo und international!

Verkostet

Benriach Curiositas 10

BenRiach ist eine Whiskybrennerei in der Speyside, also an der Ostküste Schottlands. Die Brennerei wurde 1898 von John Duff erbaut, musste allerdings, bis auf die Mälzerei, die u. a. Longmorn versorgte, schon 1900 wieder schließen und wurde erst 1965 von Glenlivet Distillers Ltd. wiedereröffnet. 1978 ging sie an Seagram und wurde im Jahre 1985 von zwei auf vier Brennblasen erweitert. Zwischen 1983 und 1996 wurde dort für die Zeit u. a. ungewöhnlich torfiger Whisky hergestellt, der für Blends gedacht war, da der damalige Mutterkonzern nicht über eine Islay-Brennerei verfügte. 2001 ging die Destillerie an Pernod Ricard, welche die Produktion zunächst drosselten und die Brennerei nur 3 Monate im Jahr betrieben. Schließlich wurde die Brennerei 2002 ganz stillgelegt. 2004 kauften Billy Walker, Geoff Bell und Wayne Keiswetter die Brennerei und seitdem produziert sie wieder. Zur Benriach Distillery Co. Ltd. gehört seit 2008 auch Glendronach und seit 2013 Glenglassaugh. 2016 wurden Benriach, Glendronach und Glenglassaugh für 285 Millionen Pfund Sterling von dem US-amerikanischen Konzern Brown-Forman (Jack Daniels) übernommen. Wir haben den 10-jährigen verkostet. Er ist nicht gefärbt oder kühlgefiltert, wird mit 46% abgefüllt und ist rauchig.