Feuilletöne – Sendung 278 – Leonard Bernstein Special und Port Charlotte 10

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Leonard Bernstein und Port Charlotte, wenn das mal keine gute Kombination ist! Und so reden wir in unserem zweiten Special des Jahres über genau diese beiden. Über den phantastischen Dirigenten, Komponisten und Musiker und über einen 10-jährigen Whisky. Ob der auch toll ist? Hört selbst!

Und: Weiterhin nicht vergessen, abzustimmen!
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Bücher des Jahres: https://www.feuilletoene.de/gelesen/buecher-des-jahres-2018/

Leonard Bernstein 100!

Biographie

Leonard „Lenny“ Bernstein wurde 1918 als Louis Bernstein in Lawrence, Massachusetts geboren. Er war Komponist, Dirigent und Pianist. Er komponierte u.a. ‘On the Town’ ‘Candide’, und natürlich die ‘West Side Story’. Sowohl ‘On the Town’ als auch ‘West Side Story’ wurden verfilmt. Leonard Bernstein entstammte einer jüdischen Familie, sein Vater kam aus der Ukraine, schlug sich mit Hilfsarbeiten durch und kam erst mit der Gründung einer Kosmetikfirma gemeinsam mit seinem Onkel zu einem gewissen Wohlstand. Der Vater heiratete die jüdisch-russische Jennie. Leonard Bernstein lebte durch die häufigen Umzüge seiner Eltern zunächst scheu und zurückgezogen. Er blieb lange Zeit ein schwächliches und oft kränkelndes Kind mit Asthma und Heuschnupfen. Eine große Freude in seiner Kindheit waren die Besuche der Synagoge mit seinen Eltern, da dort Chorgesang und Orgelspiel zu hören waren. Seine Freude an der Musik wuchs nochmals, als der Familie von einer Tante ein gebrauchtes Klavier geschenkt wurde. Er spielte so lange darauf herum, bis er mit elf Jahren von einer Nachbarin die ersten Klavierstunden erhielt.

Mit vierzehn Jahren bekam er Klavierunterricht am Konservatorium. Er wollte Pianist werden. Dieser wurde zunächst von seinem Vater abgelehnt. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen mit finanziellen Konsequenzen für Leonard Bernstein. Da er sich jedoch als ein überdurchschnittlich guter Schüler bewährt hatte, durfte er nach dem allgemeinen Schulabschluss ein Musikstudium an der Harvard-Universität aufnehmen. Hier belegte er neben den Vorlesungen des Musikstudiums auch noch Philosophie, Ästhetik, Literatur- und Sprachwissenschaften. Seine Studienzeit beschrieb er später als die schönste Zeit seines Lebens. Auf Anraten von Dimitri Mitropoulos begann er am Curtis Institute of Music in Philadelphia bei Serge Koussevitzky in Tanglewood dirigieren zu lernen. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte Bernstein aber 1934 als Pianist mit dem Boston Public School Symphony Orchestra und dem Klavierkonzert von Edvard Grieg.

Sein erstes eigenes Konzert als Dirigent und Komponist gab er 1939 in Harvard. 1940 hatte er seinen ersten Auftritt als Dirigent einer Symphonie im neu eröffneten Berkshire Music Center vom Tanglewood Music Festival. 1943 wurde er Assistant Conductor des New York Philharmonic Orchestra unter Artur Rodziński. Ebenfall 1943 konnte Bernstein seine Begabung unter Beweis stellen, als er kurzfristig für den erkrankten Bruno Walter in der Carnegie Hall einspringen musste. Die Aufführung von Schumanns Manfred-Ouvertüre und Strauss’ Don Quixote wurde über den Rundfunk landesweit übertragen und machte ihn über Nacht in den gesamten USA bekannt. Er konnte nun zahlreiche Konzerte mit weltweit bekannten Orchestern dirigieren. Er war von 1958 bis 1969 der erste US-amerikanische Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra sowie regelmäßiger Gastdirigent der Wiener Philharmoniker und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks bis zu seinem Tod 1990.

Sein Repertoire umfasste klassische, avantgardistische und moderne Werke. Ob Jazz oder Pop, nichts war ihm fremd und alles hatte seinen Platz. Ein Komponist hatte es ihm besonders angetan: Gustav Mahler. Seine erste Symphonie namens ‘Jeremiah’ schrieb er 1943, die er seinem Vater widmete. Die Uraufführung dirigierte er mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra 1944. Seine Symphony Nr. 2 ‘The Age of Anxiety’ feierte 1949 mit dem Boston Symphony Orchestra unter Serge Koussevitzky und Bernstein am Klavier Premiere. Die Symphony Nr. 3 ‘Kaddish’, folgte im Jahr 1963 und wurde vom Israel Philharmonic Orchestra uraufgeführt. Das Musiktheater ‘Mass’, ein Theaterstück für Sänger, Schauspieler und Tänzer kam 1971 in Washington zur Uraufführung. Seine Fernsehreihe ‘Young People’s Concerts’ mit dem New York Philharmonic Orchestra darf wohl als einflussreichste Fernsehsendung zur musikalischen Bildung aller Zeiten bezeichnet werden. Zwischen 1958 und 1972 leitete Bernstein insgesamt 53 Konzerte dieser Reihe. Mit Werken der klassischen Musik erläuterte er Grundbegriffe der Musik, erklärte die musikalischen Eigenschaften des Impressionismus oder stellte Komponisten und deren Werke vor.

Leonard Bernstein dirigierte sein erstes Konzert in Deutschland bereits im Jahr 1948. 1987 gründete er gemeinsam mit Justus Frantz die internationale Orchesterakademie – heute heißt es Schleswig-Holstein Festival Orchestra. Das dazugehörende Klassik-Festival wurde ein Jahr zuvor von Justus Frantz ins Leben gerufen und findet seitdem alljährlich zwischen Juni und August in Schleswig-Holstein statt. Bernstein war seitdem auch an der allgemeinen Planung des Festivals beteiligt. Als eine seiner letzten Produktionen dirigierte Leonard Bernstein 1989 auf eine spontane Einladung von Justus Frantz hin in Berlin Beethovens 9. Sinfonie. Er ließ Musiker aus dem damaligen West- und Ost-Deutschland sowie aus den vier Besatzungsmächten USA, Sowjetunion, Frankreich und UK gemeinsam auftreten. Er ließ hier anlässlich des Falls der Berliner Mauer im vierten Satz der 9. Symphonie Beethovens ‘Freiheit’ statt ‘Freude’ singen. Damit machte er aus ‘Ode an die Freude’ ‘Ode an die Freiheit’. „Ich bin sicher, Beethoven würde uns zustimmen“, war Bernstein überzeugt.

Im großen Sendesaal des Funkhauses Wien fand 1963 die erste Aufführung von Leonard Bernsteins Musical ‘Candide’ in deutscher Sprache statt. Im Jahre 1959 trat Leonard Bernstein erstmals bei den Salzburger Festspielen auf, 1966 debütierte er an der Wiener Staatsoper mit ‘Falstaff’. Ebenfalls 1966 nahm er sein erstes Konzert mit den Wiener Philharmonikern auf. Er dirigierte Mahlers ‘Das Lied von der Erde’. Die Verbindung Bernsteins mit den Wiener Philharmonikern war eine ganz besondere. Bernstein hat mit eben jenen sämtliche Sinfonien von Mahler dirigiert. 1978 kehrte er noch einmal nach Wien zurück, um an der Wiener Staatsoper Otto Schenks Fidelio-Inszenierung neu zu beleben.

Musik

West Side Story

Bernstein kombinierte für dieses Musical verschiedenste Musikelemente miteinander. Es sind z. B. Elemente aus verschiedenen Jazzströmungen, der klassischen Oper und der lateinamerikanischen Tanzmusik enthalten. Durch die Verwendung bestimmter musikalischer Mittel charakterisiert er die rivalisierenden Gruppen dieses Musicals, der Jets und der Sharks.

Die Jets – zur Zeit der Veröffentlichung des Musicals die modernste Errungenschaft der Technik – sind eine Gruppe von jungen einheimischen New Yorkern, die in den sozial schwächeren Teilen der Stadt aufwachsen. Um das Lebensgefühl dieser Gruppierung auszudrücken, greift Bernstein auf die Musik der 50er Jahre zurück, den Progressive Jazz. Bei diesem handelt es sich um eine Verbindung von Jazz und europäischer Kunstmusik. Man hört treibende hektischer Rhythmen, viele Dissonanzen, zahlreiche große Tonsprünge, eine abgerissene Melodieführung und natürlich eine von den Jazzbands übernommene Instrumentierung und Tongebung. Die Sharks wiederum sind eine Gruppe von eingewanderten Puerto-Ricanern. Diese treffen in den Slums New Yorks auf die Jets, was immer wieder zu Konflikten zwischen den beiden Gruppen führt. Bernstein gelang es, genau diese Spannungen musikalisch darzustellen. Die Sharks werden durch lateinamerikanische Tanzmusik charakterisiert. Hier hören wir beschwingte tänzerische Rhythmen, Wechsel zwischen 6/8 und 3/4 Takt, ein großes Unterhaltungsorchester mit besonderer Betonung lateinamerikanischer Perkussionsinstrumente, eine weiche Tongebung, sowohl vokal als auch instrumental und einen Wechsel von staccato und portato.

In der Liebesbeziehung zwischen Maria und Tony verbinden sich die unterschiedlichen Musiken der Jets und der Sharks und somit auch die verschiedenen Stilmittel. Dies setzt Bernstein um, indem er in z. B. in dem Song ‘Maria’ sowohl musikalische Elemente der Jets – wie etwa den Tritonus – mit Elementen der Sharks – wie z. B. den Rhythmus – in Verbindung bringt.

Mass

MASS: A Theatre Piece for Singers, Players, and Dancers – ist ein Musiktheaterstück. Das Stück ist eine Art Gottesdienst, bei dem einiges außer Kontrolle gerät. Ein Priester versammelt seine Gemeinde um sich und feiert mit ihnen die katholische Messe. Unterbrochen wird diese durch tiefe Lebens- und Glaubenskrisen des Priesters und der Gemeindemitglieder. Der Musikstil ändert sich ständig und es kommen viele Stile des 20. Jahrhunderts vor, wie z.B. Jazz, Blues, Rock, Musical, Expressionismus oder Zwölftontechnik.

Die europäische Erstaufführung fand 1973 durch ein Gastspiel des Yale Symphony Orchestra unter der Leitung von John Mauceri im Wiener Konzerthaus statt. Die deutschsprachige Erstaufführung fand 1981 in der Wiener Staatsoper statt.

Bernstein benötigte einige Jahre zum Komponieren. Es war die Zeit der Hippies und der Beginn der Frauen- und Umweltbewegung. Zudem steckten die USA mitten im Vietnamkrieg. In dieser politischen Gemengelage sorgte Bernsteins Stück für heftige Kontroversen. Sein Umgang mit dem Messeritus war ebenso umstritten wie die Botschaft von Friede und Geschwisterlichkeit, mit der Bernstein indirekt seine Ablehnung des Vietnamkriegs kundtat. Das Stück basiert auf der lateinischen Liturgie von 1962 der römisch-katholischen Kirche, die zur Zeit des Kompositionsauftrags in Gebrauch war. Die Uraufführung fand aber nach der gemäß dem Beschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils durchgeführten Liturgie-Reform statt. Das Stück beinhaltet außerdem Texte Bernsteins und des Broadway-Komponisten Stephen Schwartz. Aus dem Werk extrahierte Bernstein drei Sätze unter dem Titel ‘Three Meditations’ für Cello und Orchester.

Bernstein als Dirigent

Bernstein war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine der wichtigsten Dirigenten. Bei vielen Musikern, einschließlich der Mitglieder der Wiener Philharmoniker, wurde er hoch angesehen, was durch seine Ehrenmitgliedschaft belegt wurde. Er genoss ab den 60er Jahren eine Art Superstar-Status, der dem von Herbert von Karajan ähnelte, obwohl er im Gegensatz zu jenem relativ wenig Opern dirigierte und ein Teil seines Ruhmes natürlich auch auf seinen Erfolgen als Komponist beruhte.

Bernstein war der erste in Amerika geborene Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestras. Er deckte ein breites Repertoire von der Barockzeit bis zum 20. Jahrhundert ab, obwohl er sich ab den 1970er Jahren eher mit Musik der Romantik beschäftigte. Besonders gern dirigierte er die Werke von Gustav Mahler, die amerikanischer Komponisten, wie George Gershwin, Aaron Copland, Charles Ives, Roy Harris oder William Schuman.  Sein Stil war durch extreme Emotionen gekennzeichnet, wobei der Rhythmus der Musik visuell auch durch seine sehr körperliche Art des Dirigierens vermittelt wurde, da wurde auch schon mal gehüpft und gesprungen während eines Konzertes. Seine Dirigate waren tendenziell stärker von einer persönlichen Ausdruckskraft geprägt. Musiker berichteten oft, dass sein Verhalten in der Probe dieselbe war wie im Konzert. So wurde Bernstein auf der einen Seite sehr gefeiert und auf der anderen Seite sehr skeptisch gesehen. Und so ist es auch bis heute. Die einen loben seine emotionale Herangehensweise, seine überbordenden Dirigate, die auch mal den ein oder anderen Zeitrahmen sprengen konnten, weil Bernstein der Meinung war, das soll so; die anderen sehen Bernstein skeptisch, weil er nicht immer werktreu war, sich nicht immer ganz genau an die Partitur gehalten hat und auch nicht immer alle Vorgaben der KomponistInnen befolgte, weil ihm die Aussage des Werkes wichtiger war als alle Noten immer genau so zu spielen, wie es vorgeschrieben war.

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Manchmal hat er es vielleicht an der ein oder anderen Stelle übertrieben. Man siehe sich z. B. die ein oder andere Aufnahme der Pathétique von Tschaikowsky oder auch das Adagio der 9. Symphonie von Mahler an. Die Tempi liegen hier z. B. deutlich über den üblicherweise gewählten. So dass die Sätze deutlich länger sind. Aber auf der anderen Seite sind es genau diese Dinge, die Menschen die ein oder der anderen Komposition näher gebracht haben. Und viele hätten vielleicht ohne diese Art zu dirigieren gar nicht zur Klassik gefunden, wer weiß.

Bernstein und Mahler

Bernstein war der erste, der alle Mahler-Symphonien hintereinander als Zyklus aufnahm. Das erste Mal mit dem New York Philharmonic Orchestra. Das nimmt ihm keiner! Zweimal hat er mit den Wiener Philharmonikern Mahler aufgenommen. Beide Male zunächst mit Schwierigkeiten. Er musste bei einigen Musikern mit Widerständen kämpfen. Sie wollten Mahler nicht, sie wollten Bernstein nicht. Beide Male hat er sie überzeugt, mit seinem Enthusiasmus, seiner Inbrunst, seiner Liebe zu Mahler und zur Musik.

Bernsteins Tod

Seine letzte Konzertreise führte ihn 1990 durch Japan. Jedoch musste er diese aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig abbrechen. 1990 dirigierte Bernstein das Boston Symphony Orchestra in Tanglewood. Diese Aufnahme der ‘Four Sea Interludes’ von Benjamin Britten und der 7. Sinfonie von Beethoven wird als sein Final Concert bezeichnet. Während des Konzerts erlitt er einen Schwächeanfall . Dennoch dirigierte er bis zum Schluss und verabschiedete sich mit den Worten “It´s over.” Noch im Oktober gab er bekannt, dass er sich auf Grund der angeschlagenen Gesundheit vom Dirigieren zurückziehen werde. Am 14. Oktober 1990 starb Bernstein 72-jährig an akutem Herzversagen infolge eines Emphysems und einer Krebserkrankung.

Seine Freunde legten ihm einen Taktstock, ein Stück Bernstein und die Partitur von Gustav Mahlers 5. Sinfonie mit in den Sarg – weil er gerade diese in seinem Musikerleben so meisterhaft beherrscht habe. Aus Anlass seines 100. Geburtstages im Jahr 2018 fanden weltweit viele Veranstaltungen statt. Insgesamt wurden 2.000 Termine zur Würdigung Leonard Bernsteins gezählt.

Unter anderem erwähnt wurden in diesem Podcast:

West Side Story
Candide
Gustav Mahler – 5. Symphonie
Mass
Young People’s Concerts

Stimmen, die außer den unseren in diesem Podcast zu hören sind

Leonard Bernstein selbst
– Jamie Bernstein – Tochter
– Nina Bernstein – Tochter
– Alexander Bernstein – Sohn
– Craig Urquhart – Persönlicher Assistent
Marin Alsop – Dirigentin
Kent Nagano – Dirigent
Christoph Eschenbach – Dirigent
– Sue Mallet – Leiterin für Planung beim London Symphony Orchestra
– Steve J. Sherman – Fotograf
Peter Schmidl – Musiker der Wiener Philharmoniker
– Werner Esel – Musiker der Wiener Philharmoniker
Norman Lebrecht – Autor

Verkostet

Port Charlotte 10

Bruichladdich wurde 1881 erbaut. Im Gegensatz zu den meisten Brennereien, die meist aus umgebauten Bauernhäusern entstanden sind, wurde Bruichladdich als Destillerie geplant und gebaut. Von 1929 bis 1937 wurde nicht produziert, danach folgten einige Besitzerwechsel. Invergordon baute 1974 ein weiteres Paar Brennblasen ein. 1994 wurde die Brennerei erneut stillgelegt, bis sie im Jahr 2000 von Mark Reynier, Simon Coughlin und Gordon Wright für 7.500.000 £ gekauft und anschließend vollständig renoviert wurde. Als Brennmeister konnte Jim McEwan gewonnen werden, der vorher bei Bowmore war. 2012 wurde bekanntgegeben, dass Rémy Cointreau die Brennerei für 58.000.000 £ gekauft hat. Wir haben heute einen der rauchigen Bruichladdich probiert, sie heißen Port Charlotte und wir haben es diesmal mit dem 10-jährigen zu tun, der mit 50% angefüllt wird, 40 ppm hat und aus 65% 1st-Fill Bourbon, 10% 2nd-Fill Bourbon und 25% 2nd-Fill Weinfässern zusammengebaut wird.

Feuilletöne – Sendung 277- Edvard Grieg Special und Kilkerran 12

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Das erste Special dieses Jahres. Wir feiern den 175. Geburtstag von Edvard Grieg! Wir wollen in dieser Sendung u. a. zeigen, dass Grieg mehr war und ist als diese hoch und runter gedudelte Peer Gynt Suite. Er war viel mehr als das!

Außerdem: Nicht vergessen, abzustimmen!
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Edvard Grieg

Biographie

Edvard Hagerup Grieg wurde 1843 in Bergen in Norwegen geboren. Er war Pianist und Komponist. Sein Vater Alexander Grieg war Kaufmann und britischer Konsul in Bergen. Er führte den von seinem aus Schottland eingewanderten Großvater 1779 gegründeten Fischhandel fort. Seine Mutter Gesine wurde von ihren Eltern zur Ausbildung in das damals zu Dänemark gehörende Altona – heute Stadtteil von Hamburg – geschickt. Sie trat in Bergen als Pianistin und Dichterin auf und zählte zu den angesehensten Klavierlehrerinnen der Stadt. Sie veranstaltete in ihrem Haus allwöchentliche Kammermusikabende, bei denen neben Instrumentalwerken auch Teile aus Opern aufgeführt wurden. Grieg misst den hier gewonnen Eindrücken eine entscheidende Bedeutung für seinen musikalischen Werdegang zu. Grieg: “So vermochte ich, wenn es mir als kleinem Jungen erlaubt war, zu einem Begräbnis zu gehen oder einer Auktion beizuwohnen, ganz genau zu berichten, welchen Eindruck der Vorgang auf mich gemacht hatte. Wenn man mir untersagt hätte, diesen kindlichen Instinkten nachzugehen, wer weiß, ob meine Phantasie nicht unterdrückt und in eine andere Richtung getrieben worden wäre, die meiner wahren Natur fremd war.” Ab dem sechsten Lebensjahr erhielt er von der Mutter regelmäßigen Klavierunterricht. Mit neun Jahren begann er erste eigene Kompositionen zu entwerfen. Seine Schulzeit verlief eher unschön. Nach der Grundschule absolvierte er die Realschule, eine an neuen Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften ausgerichtete Schule, welche dem musisch veranlagten Grieg überhaupt nicht entgegenkam. Seinem Interesse an Musik und Komposition begegneten die Lehrer teilweise mit Spott und Zynismus. Grieg sagte im Jahre 1903 zu seiner Schulzeit folgendes: “Seine Rauheit, seine Kälte, sein Materialismus – alles das war für meine Natur so abschreckend.” Der Besuch und die positive Beurteilung des jungen Grieg durch Ole Bull – einem damals bekannten norwegischen Geiger – führten schließlich zu Griegs Studium am Konservatorium in Leipzig. Dort studierte er von 1858 bis 1862. Auch seine Studienzeit in Leipzig beschrieb Grieg später eher kritisch. Er habe nach eigenen Angaben in dem uninspirierenden und konservativem Unterricht kaum etwas gelernt und auch seine Mängel in der Klaviertechnik seien teils auf die am Konservatorium üblichen Unterrichtsmethoden zurückzuführen. Er habe nur stumpfsinnig Etüden üben müssen. Mit Werken modernerer Komponisten sei er nicht vertraut gemacht worden. Auch der Harmonieunterricht war ihm zu konservativ. Die Lehrer am Konservatorium kritisierten u. a. den anzutreffenden starken Hang zu chromatischer Gestaltung in seinen Kompositionen. Ein 1861 von Grieg komponiertes Streichquartett wurde aus dem Programm eines öffentlichen Konzerts genommen weil es als zu futuristisch galt. 1863 übersiedelte er nach Kopenhagen. 1864 gründete er zusammen mit einigen anderen in Kopenhagen die Konzertgesellschaft Euterpe zur Pflege neuer skandinavischer Musik. 1867 heiratete er in Kopenhagen seine Cousine Nina Hagerup. Franz Liszt war überzeugt von Griegs Violin-Sonaten und verschaffte Grieg ein Reisestipendium für einen Aufenthalt in Rom, wo er auch Liszt erstmals begegnete.
Ab 1874 lebte er als freischaffender Komponist teils in Bergen, teils in Oslo, teils in Lofthus am Sørfjord. Im Herbst 1875 starben kurz hintereinander beide Eltern – er verarbeitete dies musikalisch in der Ballade g-Moll op. 24 für Klavier. Er unternahm jetzt Reisen durch ganz Europa als Pianist und Dirigent. Oft begleitete er dabei seine Frau, die Sopranistin war. Von 1880 bis 1882 war Grieg Dirigent des Orchesters der Musikgesellschaft ‘Harmonie’ in Bergen. Wahrend eines Besuches in England im Jahre 1888 lernte Grieg den reformatorisch-antitrinitarischen Unitarismus kennen und bekannte sich seitdem selbst als Unitarier. 1885 bezog Grieg das Haus ‘Troldhaugen’ südlich von Bergen. Heute befindet sich dort das Grieg-Museum.
Im Rahmen der Dreyfus-Affäre lehnte Grieg 1899 in einer öffentlichen Erklärung die Einladung eines Konzerts mit der Begründung ab, er könne wegen der Affäre und der damit praktizierten Verachtung von Gesetz und Rechtsprechung nicht nach Frankreich reisen. Grieg: “Indem ich Ihnen für Ihre gütige Einladung bestens danke, bedauere ich, dass ich mich nach dem Ausgang des Dreyfus-Prozesses jetzt nicht entschließen kann, nach Frankreich zu kommen. Wie alle Nicht-Franzosen bin ich empört über die Ungerechtigkeit in Ihrem Lande und daher nicht imstande, in irgendwelche Beziehungen zu dem französischen Publikum zu treten. Verzeihen Sie mir, dass ich so fühle, und versuchen Sie, meine Gefühle zu verstehen.”
Darauf erhielt er teilweise antisemitisch gefärbte Schmäh- und Drohbriefe. 1903 nahm er eine neuerliche Einladung nach Frankreich an. Beim Konzert im Pariser Théâtre du Châtelet musste Grieg ein Pfeifkonzert des französischen Publikums über sich ergehen lassen. Edvard Grieg und seine Frau Nina waren mit Peter Tschaikowski und Johannes Brahms befreundet. Außerdem traf Grieg unter anderem Max Bruch, Clara Schumann und Franz Liszt. Gegen Ende seines Lebens setzte sich Grieg vermehrt mit zeitgenössischer Musik auseinander. Er pries die Lieder Hugo Wolfs, studierte die 5. Sinfonie von Gustav Mahler und kommentierte die Werke von Max Reger, Richard Strauss und Carl Nielsen. Edvard Grieg starb am 4. September 1907 in Bergen an einem Lungenemphysem.

Musik

Musikalisch vermengte Grieg Elemente der norwegischen Volksmusik mit den Errungenschaften der Spätromantik. Seine Harmonik war stilprägend für den Impressionismus und ist in einigen Kompositionen wie etwa ‘Klokkeklang’ aus dem Zyklus der Lyrischen Stücke op. 54 von einzigartiger Radikalität. Ebenfalls diesbezüglich herausragend ist das Streichquartett in g-Moll op. 27.
Des Weiteren schrieb Grieg Stücke für Chor und Lieder. Als Höhepunkt der Lieder gilt der Zyklus ‘Haugtussa’ nach Texten von Arne Garborg. Und so zeigt sich der Einfluss Griegs in den Werken der nachfolgenden Komponistengeneration auf vielfältige Weise. Ganz deutlich wird Griegs Nachwirkung in den Streichquartetten von Claude Debussy und Carl Nielsen. Letzterer widmete Grieg gar eines. Außerdem beeinflusste er u.a. Frederick Delius, Maurice Ravel, Sergej Rachmaninow, Dmitrij Schostakowitsch und Béla Bartók.

In dieser Sendung u.a. erwähnte Werke:

Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll

Peer GyntSchauspielmusik und Suite

Lyrische Stücke – hier besonders op. 54 – sowohl Klavier als auch die Orchesterfassung

Streichquartett in g-Moll op. 27

Liedzyklus ‘Haugtussa’

Verkostet

Kilkerran 12

Die Destillerie heißt eigentlich Glengyle und entstand als eine Abspaltung  der Springbank-Destillerie. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die Whiskybranche von der wirtschaftlichen Depression und der Prohibition in den USA getroffen wurde, musste in der Folge diese Destillerie wegen der schlecht laufenden Geschäfte 1919 an West Highland Malt verkauft werden. Nur kurze Zeit später wechselte die Brennerei erneut den Besitzer. Dieser fuhr die Produktion der Brennerei nur ein Jahr später herunter und verkaufte die Restbestände des Whiskys. Ein Versuch die Brennerei wieder zu eröffnen wurde aufgegeben als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Ein zweiter Versuch der Wiederbelebung in den 50er Jahren schlug ebenfalls fehl. Im Jahr 2000 gelang schließlich die Neugründung durch Mitchell’s Glengyle Ltd. Die relativ gut erhaltenen Gebäude, die zwischendurch als landwirtschaftliches Warenlager gedient hatten, wurden renoviert und wieder zu einer Brennerei ausgebaut. Glengyle ist durch die Neugründung jetzt wieder mit Springbank verbunden, wird aber als separate Firma geführt. Die Produktion begann 2004 mit der Herstellung des ersten New Make. Die Brennerei produziert nur zwei Monate im Jahr, was einer Jahresproduktion von ca. 60.000 Litern entspricht. Die Brennerei war die erste, die nach der Jahrtausendwende in Schottland (wieder)eröffnet wurde. 2007 wurde ein Whisky namens Kilkerran abgefüllt. Der Whisky der Glengyle-Brennerei trägt deswegen nicht den Namen der Brennerei, weil es zum einen Tradition in der Region Campbeltown ist Whiskies nicht mit einem ‘Glen’ im Namen zu versehen und zum anderen konnten schlicht die Namensrechte nicht erworben werden. Es existiert bereits ein Vatted Malt, der ebenfalls Glengyle heißt. Wir haben den 12-jährigen verkostet, der mit 46% abgefüllt wird, nicht gefärbt und nicht kühgefiltert ist. Mitterweile gibt es auch einen 8-jährigen Cask Strength, also einen Single Malt der in Fassstärke abgefüllt wird.

Feuilletöne – Sendung 276 – Baruch de Spinoza, Julia Holter, Marianne Faithfull, The Good, the Bad & the Queen und Glenmorangie Quinta Ruban

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Die letzte reguläre Sendung im Jahr 2018! Und es geht noch mal richtig zur Sache! Baruch de Spinoza gesellt sich noch ma zu uns! Außerdem haben wir drei nicht ganz so einfache Alben gehört: ‘Aviary’ von Julia Holter, ‘Negative Capability’ von Marianne Faithfull und ‘Merrie Land’ von The Good, the Bad & the Queen. Zur Entspannung gab es zum guten Schluss noch einen ‘Quinta Ruban’ von Glenmorangie. Und nun gehet hin und stimmet ab über die Besten des Jahres!

Alben des Jahres: https://www.feuilletoene.de/gehoert/alben-des-jahres-2018/

Bücher des Jahres: https://www.feuilletoene.de/gelesen/buecher-des-jahres-2018/

Gelesen

Baruch de Spinoza II

Baruch de Spinoza wurde 1632 als Bento de Espinosa in einem Haus im Amsterdamer Judenviertel – heute Waterlooplein und Umgebung – geboren und als Baruch in der jüdischen Gemeinde eingeführt. Er starb 1677 in Den Haag. Er war Philosoph und Sohn portugiesischer Immigranten sephardischer Herkunft, seine Muttersprache portugiesisch. Er gilt als einer der Begründer der modernen Bibel- und Religionskritik.
Im Jahre 1656 äußerte Spinoza starke Zweifel an verschiedenen für die jüdische Gemeinde zentralen Glaubenslehren. 1656 wurde er dann wegen seiner angeblich schlechten Ansichten und Handlungen von der Synagoge ausgeschlossen. Zusätzlich verboten die Rabbiner jeden schriftlichen oder mündlichen Kontakt mit ihm. Spinoza war zu diesem Zeitpunkt lediglich 23 Jahre alt und hatte noch nichts veröffentlicht.
Nach dem Bann verfasste Spinoza eine umfangreiche Verteidigungsschrift, in der er seine bibel- und religionskritischen Ansichten entwickelte, die er dann später in den theologisch-politischen Traktat aufnahm. Spinoza gilt als einer der ersten säkularen Juden. Er lebte ehelos und zurückgezogen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich mit dem Drehen und Schleifen optischer Linsen. Darüber hinaus bezog er Zuwendungen von zwei Gönnern. 1669 zog er nach Den Haag. Seit 1670 bemühte sich die Kirche bei den staatlichen Stellen, ein Verbot von Spinozas anonym erschienenen ‘Tractatus theologico-politicus’ (TTP) durchzusetzen, was 1674 Erfolg hatte. In Den Haag erhielt Spinoza Besuch bedeutender Gelehrter, darunter 1676 von Gottfried Wilhelm Leibniz. Spinoza starb im Alter von 44 Jahren am 21. Februar 1677, um 3 Uhr nachts in seiner Wohnung an der Paviljoensgracht in Den Haag. Die Umstände seines Todes sind nicht näher bekannt, vielleicht war Tuberkulose die Ursache, damals als Schwindsucht bezeichnet. Der ‘Tractatus politicus’ blieb unvollendet.
Spinoza nimmt in der Philosophiegeschichte eine Sonderstellung ein. Er gehörte weder einer etablierten philosophischen Schule an, noch begründete er selbst eine neue. Dabei war er einer der radikalsten Philosophen der frühen Neuzeit. Die Philosophie Spinozas hat vor allem ein ethisch-praktisches Ziel: Sie möchte von den illusorischen Lebenszielen das einzig Wahre unterscheiden, das dem Menschen, wenn er es erreichen würde, eine stabile und wirklich befriedigende Freude verschaffen könnte. Um dies zu ermöglichen, entwickelte Spinoza eine Ethik, deren Grundlagen metaphysischer Natur sind. Da aber die Ethik in seinen Augen von der politischen Philosophie untrennbar war, entwickelte er sowohl im Rahmen des ‘Tractatus theologico-politicus’ als auch des ‘Tractatus politicus’ zudem ein eigenständiges politisches Denken.

Gehört

Julia HolterAviary

Julia Shammas Holter wurde 1984 in Los Angeles geboren. Sie wuchs in einer musikalischen Familie auf. Ihr Vater war Gitarrist und spielte unter anderem mit Pete Seeger. Sie selbst machte ihren Abschluss in Elektronischer Musik am California Institute of the Arts und begann ab 2008 ihre Musikkarriere. Ihr erstes Album mit dem Titel ‘Tragedy’ veröffentlichte sie 2011. Inhaltlich befasste sich das Konzeptalbum mit der griechischen Tragödie Hippolytos von Euripides. Auf diesem Album hat sie Electronic- und Klassikelemente vermischt. Das Nachfolgealbum ‘Ekstasis’ beinhaltete u.a. Anleihen der Renaissancemusik. Der Titel des Albums ‘Loud City Song’ ist eine Anspielung auf ihre Heimatstadt Los Angeles. Thematisch befasste es sich mit der Novelle ‘Gigi von Colette’. Erstmals hatte auf einem Album nicht alles in Eigenregie eingespielt, sondern auch mit anderen Musikern zusammengearbeitet. Das vierte Album ‘Have You in My Wilderness’ das erste Album, was kein Konzeptalbum ist. Musikalisch ging es mehr in Richtung Dream Pop und stellte den Gesang Julia Holters mehr in den Vordergrund. Auch International war sie nun sehr erfolgreich und konnte sich mit diesem Album erstmals auch in Deutschland und Großbritannien in den Charts platzieren.

‘Aviary’ ist das fünfte Album der Künstlerin. Es geht laut Aussage von Julia Holter auf diesem Album um Erinnerungen. Erinnerungen, die im Kopf auftauchen und Ihren eigenen Gedanken im Weg stehen. Und dass dieses Album diesbezüglich hauptsächlich von Etel Adnans ‘Master of the Eclipse’ und Mary Carruthers ‘The Book of Memory’ beeinflusst wurden. Julia Holter: “Ich las ‘The Book of Memory’ von Mary Carruthers über die Bedeutung der Erinnerung im Mittelalter. Erinnerung interessiert mich zutiefst. Das Buch von Etel Adnan handelt davon, wie Erinnerungen Dich verfolgen, und das hat mich wirklich beeindruckt. … Ich fand mich in einer Voliere voll von kreischenden Vögeln wieder. Ich habe erkannt, dass zwischen diesen Extremen Verbindungen in meinem Kopf sind. Schöne Vogelklänge, kreischende Geräusche, Geräusche von Vögeln, schöne Erinnerungen, schreckliche Erinnerungen. … Und genau das ist ‘Aviary’ für mich. Vögel die wie fliegende Erinnerungen sind.”

Marianne FaithfullNegative Capability

Marianne Faithfull wurde 1946 im Londoner Stadtteil Hampstead geboren. Sie wurde in den 60er Jahren als Pop-Sängerin in Europa und im Rahmen der sogenannten ‘British Invasion’ auch in den USA bekannt. 1964 begann sie ihre Karriere mit ‘As Tears Go By’ – einer Komposition von Mick Jagger und Keith Richards von den Rolling Stones; danach veröffentlichte sie eine Reihe erfolgreicher Singles, darunter ‘This Little Bird’, ‘Summer Night’ und ‘Sister Morphine’. Dass sie im Juli 1971 in Paris in die mysteriösen Todesumstände von Jim Morrison verwickelt gewesen sei, stellte sich dagegen als falsch heraus. Nach mehreren Jahren der Obdachlosigkeit in New York gelang ihr erst 1979, also nach etwa einem Jahrzehnt, mit dem Album ‘Broken English’ ein Comeback. ‘The Ballad of Lucy Jordan’ erreichte in Deutschland Platz 5 der Charts und hielt sich insgesamt elf Wochen in den Top 10. Von ihrer Heroinsucht löste sie sich erst 1985 vollständig. 1987 erschien das Album ‘Strange Weather’. Charles Wilp engagierte sie 1968 als Modell für die Kampagne für Afri-Cola. 1994 spielte sie in Shopping mit Sadie Frost, Jason Isaacs und Jude Law. Im Jahre 1967 war in I’ll Never Forget What’s ’is Name mit Marianne Faithfull zum allerersten Mal das Wort ‘F*ck’ in einem Film verwendet worden. 1969 spielte sie in Tony Richardsons Hamlet-Verfilmung an der Seite von Anthony Hopkins die Ophelia. In den 90er Jahren arbeitete sie u. a. mit Pulp und Metallica zusammen. 2004 erschien ihr Album ‘Before the Poison’, auf dem sie u. a. mit Nick Cave und P. J. Harvey zusammenarbeitete. Im selben Jahr trat sie in 75 Vorstellungen von ‘The Black Rider’ von Robert Wilson auf. 2004 zog Marianne Faithfull von Dublin nach Paris, wo sie bis heute lebt. 2007 war sie als Hauptdarstellerin in dem Film ‘Irina Palm’ zu sehen.

‘Negative Capability’ ist das einundzwanzigste Studioalbum von Marianne Faithfull. Es wurde von Rob Ellis, Warren Ellis und Head produziert. Es wird als ihr ‘ehrlichstes Album’ beschrieben und behandelt die Themen Liebe, Tod und Einsamkeit. Sie überarbeitete auf diesem Album drei ihrer älteren Songs: ‘It’s All Over Now, Baby Blue’ von dem Album ‘Rich Kid Blues’ aus dem Jahre 1971, ‘Witches Song’ vom Album ‘Broken English’ und den Song ‘As Tears Go By’, aus dem Jahr 1964, mit dem sie ihre Karriere als 17-jähriges Mädchen begann. Der Rest der Songs ist, mit einer Ausnahme, neu und von Faithfull mit Unterstützung einiger ihrer langjährigen Freunde wie z.B. Nick Cave oder Ed Harcourt geschrieben. ‘Loneliest Person’ z.B. ist ein Cover der Band ‘Pretty Things’ aus deren Album ‘S.F. Sorrow’ aus dem Jahre 1968.

The Good, the Bad & the QueenMerrie Land

Im Sommer 2004 begann Damon Albarn (Blur, Gorillaz) gemeinsam mit dem nigerianischen Schlagzeuger Tony Allen (Fela Anikulapo Kuti) und Simon Tong (The Verve), an einem Musikprojekt zu arbeiten. Albarn hatte die Vision, europäische und afrikanische Musik auf einem Album zu vereinen. Dieses Trio nahm in Nigeria einige Lieder auf, jedoch fehlte allen Stücken der Bass-Part. Also fragte Albarn Paul Simonon (The Clash). Außerdem gewann Albarn noch den DJ ‘Danger Mouse’ als Produzenten. Das selbstbetitelte Debütalbum von ‘The Good, the Bad & the Queen’ wurde also 2007 veröffentlicht. 11 Jahre später erschien unlängst ‘Merrie Land’. 11 Jahre mussten die Fans dieses Projekts warten.

Der Produzent dieses Albums ist Tony Visconti, der u.a. die Alben ‘Space Oddity’ und ‘Blackstar’ von David Bowie, Thin Lizzy, The Boomtown Rats oder The Moody Blues produzierte. Das Album handelt samt und sonders vom Thema Brexit und die Enttäuschung über eben jenen.
In einem Interview mit der Zeitung ‘The Guardian’ sagten die Bandmitglieder, dass ‘Merrie Land’ mit dem Vorgängeralbum ‘The Good, the Bad & the Queen’ zwar musikalische Einflüsse teilt, aber stilistisch unterscheiden sich die beiden doch ein wenig. Simon Tung bezeichnete ‘Merrie Land’ als moderne englische Volksmusik mit etwas Rub-a-Dub. Tony Allen bemerkte, dass die Leute diesmal durchaus auch mal tanzen können. Während das erste Album der Band Londoner Bilder darstellte, geht dieses Album darüber hinaus und erweitert den Fokus über die Hauptstadt hinaus und wird somit noch britischer. Es macht quasi ein Foto von der Verwirrung der weltoffenen englischen Menschen, die nicht verstehen, wie es zum Brexit kommen konnte. Damon Albarn ist dafür extra durch das Land gereist und wollte schauen, wer diese Menschen sind, die für den Brexit gestimmt haben. Der Titel des Albums ist eine Anspielung auf die nostalgische, sentimentale Vision der Menschen von ihrem Land England. Ein Paradies was es nie wirklich gegeben hat. Und so entstand ein Album voller Traurigkeit und Resignation. Man kann es getrost als Konzeptalbum bezeichnen.

Verkostet

Glenmorangie 12 Quinta Ruban

Die Brennerei wurde 1843 gegründet. Zuvor war in den Gebäuden der Destillerie eine Brauerei zu finden. In den Jahren 1931–1936 und 1941–1944 war die Brennerei geschlossen. Durch den Erfolg des Malts mussten die Produktionsanlagen mehrmals vergrößert werden. 1980 wurden zwei neue Brennblasen installiert und 1990 weitere vier, so dass heute mit insgesamt acht Brennblasen produziert wird. Glenmorangie ist der meistverkaufte Single-Malt in Schottland. Seit Oktober 2004 gehört das Unternehmen zur Gruppe Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH). In diesem Fall haben wir es mit dem Quinta Ruban 12 zu tun, der weder gefärbt noch kühlgefiltert ist, und mit 46% abgefüllt wird. Die ersten 10 Jahre lagerte der Malt in Bourbon-Fässer, danach dann zwei Jahre in Portfässer.

Feuilletöne – Sendung 275 – Marcel Proust, Rolling Blackouts Coastal Fever, The Beths, John Leguizamo’s Latin History for Morons und Glencadam 10

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Wir haben es geschafft! Wir haben ‘Auf der Suche nach der verlorenen Zeit’ von Marcel Proust durchgeackert! Alles sieben Bände! Außerdem haben wir ‘Hope Downs’ von Rolling Blackouts Coastal Fever und ‘Future me Hates me’ von The Beths gehört, ‘John Leguizamo’s Latin History for Morons’ gesehen und einen 10-jährigen Glencadam verkostet.

Gelesen

Marcel ProustAuf der Suche nach der verlorenen Zeit – Teil VII – Die wiedergefundene Zeit

Marcel Proust wurde 1871 geboren. Im Gymnasium begann er sich für das zu interessieren, was künftig sein Leben bestimmen sollte, nämlich Theater, Lesen und Schreiben. Er schloss 1893 sein Jura-Studium ab, ohne jemals einen juristischen Beruf auszuüben. Laut Proust liegt der Schlüssel nicht in einem Buch, sondern bei denen, die das Buch lesen.

Als Proust im Januar 1909 einen Zwieback – im Roman ist es eine Madeleine – in seinen Tee taucht, wird er in seine Kindheit zurückversetzt. Er zieht sich von der Welt zurück, um einen Roman zu schreiben, von dem der erste Entwurf im September 1912 fertig wird. Der erste Band ‘Auf dem Weg zu Swann’ wurde von Verlagshäusern abgelehnt und erschien auf eigene Kosten im Jahre 1913. Zu diesem Zeitpunkt waren von Proust nur drei Bände geplant. Der Roman erzählt die Geschichte von Prousts eigenem Leben als allegorische Suche nach der Wahrheit und ist eines der wichtigsten Werke der Literaturgeschichte. Marcel Proust starb 1922 an einer Lungenentzündung in Paris. Die letzten drei Bände des Romans wurden posthum veröffentlicht. Wir haben für diese Folge der Sendung den siebten und letzten Band gelesen.

Dieser beschreibt die Jahre des Ersten Weltkrieges und danach. Monsieur de Charlus denkt während eines Spaziergangs durch den Mondschein nach, während Paris in Flammen aufzugehen droht. Einige Jahre später, nach Kriegsende, kehrt unser Erzähler nach Paris zurück. Er denkt über die Zeit nach, die Realität, die Eifersucht, das künstlerische Schaffen. Und er sammelt Material für ein Buch, das er schreiben möchte, und zwar über sein früheres Leben. Dieser Band enthält neben den letzten drei Kapiteln auch den unverzichtbaren Index zu allen sieben Bänden des Romans.

Gehört

Rolling Blackouts Coastal FeverHope Downs

Rolling Blackouts Coastal Fever ist eine australische Indie-Rockband. Die Mitglieder der Band sind Fran Keaney, sein Cousin Joe White, Tom Russo – die die Band 2013 in Melbourne gründeten – sein Bruder Joe Russo und Marcel Tussie. Die Debüt-EP ‘Talk Tight’ wurde 2016 veröffentlicht, das Debütalbum ‘Hope Downs’ im Jahr 2018. Es handelt sich um eine Band mit drei Gitarristen, was man auch nicht alle Tage hat

Der Albumtitel bezieht sich laut Band auf die Hope Downs Mine – Eisenerzbergbau im Westen Australiens – und beschreibt “das Gefühl, am Rand des Nichts, des großen Unbekannten zu stehen und etwas zu finden, an dem man sich festhalten kann.” Die Songs auf dem Album behandeln häufig das Thema Einsamkeit. Ein Jingle-Jangle-Indie-Rock-Pop-Album aus Australien. Mal was von ganz woanders.

The Beths – Future me Hates me

The Beths ist eine neuseeländische Indie-Popband, die 2015 gegründet wurde und aus Auckland kommt. Die Band besteht derzeit aus der Sängerin und Gitarristin Elizabeth Stokes, dem Gitarristen Jonathan Pearce und dem Bassisten Benjamin Sinclair. Die Band ist bekannt dafür, dass sie die Stimmen eines jedes Bandmitglieds verwendet um damit die für diese Band typischen Vokalharmonien zu erzeugen.

Die Art der Musik die The Beths machen, insbesondere dieser Indie-Rock mit leichten, ohrwurmigen Melodien, die den geneigten HörerInnen auch gerne mal den ganzen Tag im Kopf bleiben, wird gern als einfach bezeichnet, was schlicht falsch ist, denn man muss dazu sagen, dass alle Bandmitglieder Musik studiert haben. Die zehn Songs auf ‘Future Me Hates Me’ sind voller Tiefe weil sie eben nicht nur vom frischen Liebeskummer erzählen, sondern auch von all den Selbstzweifeln, die damit verbunden sind. Indie-Rock mit einem ganz kleinem Hauch Punk aus Neuseeland.

Gesehen

John Leguizamo’s Latin History for Morons

John Leguizamo wurde 1964 in Bogotá geboren. Nach eigenen Angaben kommen seine Vorfahren aus Puerto Rico, Italien und dem Libanon. Er zog 1969 zusammen mit seiner Familie nach New York. Die Familie lebte in verschiedenen Stadtvierteln von Queens. Nach Abschluss der High School studierte er an der New York University Theaterwissenschaft. Wir haben uns das Programm ‘John Leguizamo’s Latin History for Morons’ angesehen

Verkostet

Glencadam 10

Die Brennerei wurde 1825 gegründet. Als Glencadam 1954 den Besitzer wechselte, wurde dieser Single Malt hauptsächlich für Blends der Marke ‘Ballantines’ verwendet. Von 2000 bis 2003 war die Brennerei inaktiv. Sie gehören mittlerweile zu Angus Dundee zu denen auch Tomintoul gehören. Nachdem in den vergangenen Jahren ausschließlich der 15-jährigen Single Malt unter eigenem Namen abgefüllt und Teile an unabhängige Abfüller verkauft wurde, wird seit 2009 unter dem Namen Glencadam eine komplett neue Core Range vermarktet. Sie beinhaltet neben diesem 10-jährigen auch einen 14, 15 und 21-jährigen Single Malt.

Feuilletöne – Sendung 274 – Vanessa Sonder und Patrizia Hausheer, Idles, Low, Hagen Rether und Glenmorangie Nectar d’Or 12

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Hurraaaa! Ein Buch zweier Philosophinnen, und das auch noch hauptsächlich in Dialogform! Wir lasen nämlich ‘Was soll das alles – Bargespräche zweier Philosophinnen’ von Vanessa Sonder und Patrizia Hausheer. Außerdem hörten wir ‘Joy as an Act of Resistance’ von IDLES und ‘Double Negative’ von Low und sahen die 2018er Version des Programms ‘Liebe’ von Hagen Rether. Verkostet haben wir diesmal einen Glenmorangie Nectar d’Or 12. Und: Wir verlosen zwei Exemplare von ‘Was soll das alles – Bargespräche zweier Philosophinnen’ von Vanessa Sonder und Patrizia Hausheer. Sagt uns bei Facebook (https://www.facebook.com/feuilletoene), Twitter (https://twitter.com/Feuilletoene) oder via E-Mail (info@feuilletoene.de) wer euer/e LieblingsphilosophIn ist und gewinnt ein Exemplar dieses Buches!

Gelesen

Vanessa Sonder/Patrizia Hausheer – Was soll das alles – Bargespräche zweier Philosophinnen (Arisverlag)

Patrizia Hausheer wurde 1983 geboren, studierte Philosophie und französische Literatur an der Sorbonne, in Bourgogne und Zürich. Sie ist als Gymnasiallehrerin tätig. Außerdem arbeitet sie als Journalistin.

Vanessa Sonder wurde 1982 geboren, studierte Philosophie, Biologie und allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität in Zürich. Sie arbeitet als Redakteurin und Lektorin. 2014 veröffentlichte sie ‘Gelebtes Embach – Erinnerungen an ein vergangenes Jahrhundert.

Es geht in diesem Buch um zwei Freundinnen, nämlich eben um Vanessa Sonder und Patrizia Hausheer, die sich regelmäßig in einer Bar treffen, um über das zu reden was sie umtreibt. Und das sind Dinge wie z.B. das Leben an sich, der Sinn des Lebens, die Existenz und das Wissen um eben jene. Und da beide ein Philosophiestudium hinter sich haben, bleibt das alles auch nicht oberflächlich. Das Buch besteht zu ca. 90% aus Dialogen der beiden, was das Buch recht schnell macht. Dialoge und Philosophie? Eigentlich das perfekte Buch für die Feuilletöne. Oder?

Gehört

IdlesJoy as an Act of Resistance

Die Idles, die eigentlich komplett in Großbuchstaben, also IDLES geschrieben werden, ist eine englische Punk-Rockband, die 2011 in Bristol gegründet wurde. Ihr Debütalbum ‘Brutalism’ wurde 2017 mit großem Beifall seitens der Kritik bedacht. Und genau das gilt auch für das zweite Album ‘Joy as an Act of Resistance’ aus dem Jahr 2018.

Es geht in diesem Album um Männlichkeit, Liebe, Selbstliebe, Einwanderung, Brexit und Klassenkampf. Der Song ‘June’ befasst sich mit dem Tod der Tochter einer der Bandmitglieder, die während der Geburt starb. Vier der Tracks des Albums wurden vor der Veröffentlichung zum Download zur Verfügung gestellt: ‘Colossus’, ‘Danny Nedelko’, ‘Samaritans’ und ‘Great’. Am Tag vor der Veröffentlichung des Albums wurde in London eine Kunstausstellung eröffnet, in der vom Album inspirierte Kunstwerke gezeigt wurden. Die Musik auf diesem Album erinnert schon hin und wieder ein wenig an The Clash. Nicht das schlechteste. Und die Feuilletöne, was sagen sie zu diesem hochgelobten Album?

LowDouble Negative

Low ist eine US-amerikanische Indie-Rock-Gruppe aus Minnesota, die 1993 gegründet wurde. Sie besteht aus Alan Sparhawk (Gitarre und Gesang), Mimi Parker (Schlagzeug und Gesang) und Steve Garrington (Bass). Die Musik von Low zeichnet sich durch langsame Tempi und minimalistische Arrangements aus. Manchmal wird die das was sie machen auch als Slowcore bezeichnet. Die Mitglieder der Band lehnen diese Bezeichnung jedoch ab.

Double Negative ist bereits das zwölfte Album der Band. Produziert wurde es von B.J. Burton, ein sehr experimentierfreudiger Produzent. Und so wurde die Klangpalette auf diesem Album um einiges erweitert: Sie wollten sehen ob jemand was mit ihrer Musik anfangen kann, der eher ein “ein Hip-Hop-Typ” ist, wie Sparhawk sagt, und was daraus am Ende wird. Band und Produzent wurden so zu Co-Autoren, die die Stücke aufbauten und zerlegten, bis sie schließlich zu Songs zusammengefügt wurden. Das Albumcover für Double Negative wurde von dem englischen Künstler Peter Liversidge entworfen. Oha, viel Elektronik. Ganz viel Elektronik. So Alben haben es bei uns ja immer ein bisschen schwerer als andere. Wenn das mal gut geht.

Gesehen

Hagen Rether – Liebe – 2018

Der Kabarettist Hagen Rether wurde 1969 in Bukarest geboren. Er verbrachte die ersten Jahre seines Lebens in Bukarest und in Hermannstadt. 1973 siedelte seine Familie nach Deutschland über und zog nach Freiburg im Breisgau. Er spielt seit seinem achten Lebensjahr Klavier. Anfang der 90er Jahre absolvierte er ein Studium an der Kunsthochschule in Essen.
Seit 2002 ist Hagen Rether Mitglied des Netzwerks ‘attac’. Er ist außerdem Mitglied von ‘Amnesty International’ sowie des Vereins ‘Integrative Kulturarbeit e.V.’, der soziokulturelle Projekte an Schulen in den sozialen Brennpunkten des Ruhrgebiets organisiert. Zudem unterstützt er ‘Medica mondiale’ – eine deutsche Frauenrechtsorganisation mit Sitz in Köln, die weltweit Hilfsprojekte für Frauen und Mädchen unterstützt, die von sexualisierter Kriegsgewalt betroffen sind – für welche er mittels Ständen bei seinen Auftritten wirbt. Wir haben uns die 2018er Version seines Programms ‘Liebe’ angeschaut.

Verkostet

Glenmorangie Nectar d’Or 12

Die Brennerei wurde 1843 gegründet. Zuvor war in den Gebäuden der Destillerie eine Brauerei zu finden. In den Jahren 1931–1936 und 1941–1944 war die Brennerei geschlossen. Durch den Erfolg des Malts mussten die Produktionsanlagen mehrmals vergrößert werden. 1980 wurden zwei neue Brennblasen installiert und 1990 weitere vier, so dass heute mit insgesamt acht Brennblasen produziert wird. Glenmorangie ist der meistverkaufte Single-Malt in Schottland. Seit Oktober 2004 gehört das Unternehmen zur Gruppe Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH). Grundsatz der Brennerei ist bis heute erhalten geblieben: Es sollen immer genau 16 Mitarbeiter bei Glenmorangie beschäftigt sein, die 16 Men of Tain. Dieses bezieht sich allerdings nur noch auf die Menschen, die tatsächlich am Brennprozess beteiligt sind, insgesamt sind in der Destillerie mittlerweile ca. 90 Menschen beschäftigt, zum Beispiel im Lager, im Besucherzentrum oder der Verwaltung. Außerdem ist inzwischen einer der „16 Men of Tain“ eine Frau, es darf angenommen werden, dass sich auch das in näherer Zukunft noch ändern wird. In diesem Fall haben wir es mit dem Nectar d’Or 12 zu tun, der weder gefärbt noch kühlgefiltert ist, und mit 46% abgefüllt wird. Die ersten 10 Jahre lagerte der Malt in Bourbon-Fässer, danach dann zwei Jahre in Sauternes Fässer des Weingutes Château d’Yquem.